Gebärdensprachdolmetschen in der Psychotherapie

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1 Hochschule für Heilpädagogik Zürich Departement 2 Gebärdensprachdolmetscherausbildung DOLA 7 Diplomarbeit Gebärdensprachdolmetschen in der Psychotherapie Umsetzung des Ehrenkodex in der Zusammenarbeit von Gebärdensprachdolmetschenden und therapeutischem Fachpersonal Eingereicht von: Johanna Wüthrich Jeannine Ammann Beratung: Patty Shores Datum: 23. April 2007

2 ABSTRACT Für eine erfolgreiche Psychotherapie bildet die Kommunikation die Grundlage. Um diese zu gewährleisten, nehmen Gehörlose die Dienste von Gebärdensprachdolmetschenden in Anspruch. Diese unterstehen einem Ehrenkodex, welcher eine strikte Unparteilichkeit vorschreibt. Die Arbeit untersucht mit einer Literaturrecherche die Merkmale und Anforderungen der Zusammenarbeit von dolmetschender und therapeutischer Person in der Psychotherapie. Eine enge Zusammenarbeit von Dolmetschenden und therapeutischen Fachpersonen in Form von Vor- und Nachgesprächen zeigt sich als empfehlenswert. Anschliessend werden mittels Leitfadeninterview fünf Expertinnen zu ihrer Arbeitsweise befragt. Die Inhaltsanalyse ergibt, dass keine enge Zusammenarbeit von den Expertinnen mit den therapeutischen Fachpersonen praktiziert wird. Um nicht gegen den Ehrenkodex zu verstossen, dürfte eine enge Zusammenarbeit nur angestrebt werden, wenn die gehörlosen Personen damit einverstanden wären. Zur Aufrechterhaltung der professionellen Distanz wird in der Psychotherapie den Dolmetschenden die Teilnahme an einer Supervision empfohlen. 2

3 INHALTSVERZEICHNIS Einleitung... 5 I Theoretischer Teil Definitionen Die Gehörlosen Die Gebärdensprache Translation, Dolmetschen und Übersetzen Der Gebärdensprachdolmetscher / die Gebärdensprachdolmetscherin Der Ehrenkodex Die Psychotherapie Der Therapeut / die Therapeutin Gebärdensprachdolmetschen in der Psychotherapie Lautsprachliches Dolmetschen im medizinischen Bereich Die Bedeutung von Sprache in der Psychotherapie Die kulturelle Dimension in der Psychotherapie Die Rollen der Gebärdensprachdolmetschenden in der Psycho-therapie Gebärdensprachdolmetschende als Helfende Die Gebärdensprachdolmetschenden als Maschinen Die Gebärdensprachdolmetschenden als Community Interpreter Die Gebärdensprachdolmetschenden und therapeutischen Fachpersonen als Behandlungsteam Die Zusammenarbeit der dolmetschenden und der therapeutischen Fachperson im Behandlungsteam Das Vorgespräch Das Nachgespräch Die spezifischen Anforderungen an die Gebärdensprachdolmetschenden und an das therapeutische Fachpersonal II Empirischer Teil Erhebung der Daten Das problemzentrierte Interview Wahl der Interviewpartnerinnen Ausarbeitung des Leitfadens Auswertung der Daten Die qualitative Inhaltsanalyse Ergebnisse Verschwiegenheit Unparteilichkeit Übersetzungsgenauigkeit

4 7.4 Pünktlichkeit Bescheidenheit und Unauffälligkeit Vorbereitung und Weiterbildung Zusammenfassung Ausblick Literaturverzeichnis Internetverzeichnis III Anhang

5 EINLEITUNG In der Schweiz wird durch die obligatorische Krankenkasse die medizinische Grundversorgung für alle gewährleistet. Sie beinhaltet auch ärztlich verschriebene psychiatrische und psychologische Dienste. Für Gehörlose in der deutschsprachigen Schweiz existieren im Unterschied zu Deutschland keine spezialisierten, stationären Einrichtungen. Wohl gibt es einige gebärdensprachkompetente Psychologen und Psychologinnen, doch deren Anzahl und Verbreitung trägt dem Wunsch nach freier Wahl einer geeigneten Therapieform und einer geeigneten Fachpersonen keine Rechnung. Leven (1997) spricht in diesem Zusammenhang von einem Pseudoversorgungsangebot, welches die besonderen kommunikativen Bedürfnisse gehörloser Menschen nicht berücksichtigt. Gehörlose in der deutschsprachigen Schweiz können die Therapie ihrer Wahl meist nur mit Hilfe eines Gebärdensprachdolmetschers / einer Gebärdensprachdolmetscherin absolvieren. Wie gestaltet sich jedoch die Zusammenarbeit der Gebärdensprachdolmetschenden und der therapeutischen Fachpersonen? Gotthardt 1, selbst von einer Hörschädigung betroffen, regte 1996 an, dass für das Dolmetschen im psychotherapeutischen / psychiatrischen Setting (=Tätigkeitsfeld) eine Art Leitfaden entwickelt werden sollte. Dieser würde einerseits den tätigen Gebärdensprachdolmetschenden als Vorbereitung dienen und andererseits z.b. in Form eines Merkblattes den therapeutischen Fachpersonen grundlegende Informationen zur Verfügung stellen. Als zukünftige Gebärdensprachdolmetscherinnen, mit einem psychologisch-beraterischen beruflichen Hintergrund, wollen wir uns in dieser Arbeit mit der Professionalität des Gebärdensprachdolmetschens in der ambulanten Psychotherapie auseinandersetzen. Die Gebärdensprachdolmetschenden in der Schweiz verpflichten sich bei der Ausübung ihres Berufes die Richtlinien eines Ehrendkodex (siehe Anhang) zu befolgen. Dieser Ehrenkodex ist verbindlich und bildet das Kernstück der professionellen Haltung der Gebärdensprachdolmetschenden. Er muss jedoch für jedes Arbeitsgebiet in Eigenverantwortung umgesetzt werden. Wie wirkt er sich auf die Zusammenarbeit von gebärdensprachdolmetschendem und therapeutischem Fachpersonal aus? Welche Form der Zusammenarbeit wird in der Literatur beschrieben? Welche Form der Zusammenarbeit wird von Gebärdensprachdolmetschenden praktiziert? Dies führt uns zur Forschungsfrage: Wie wird in der Psychotherapie der Ehrenkodex umgesetzt in der Zusammenarbeit zwischen der gebärdensprachdolmetschenden und der therapeutischen Person? Die vorliegende Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil (Kapitel 1-4) und in einen empirischen Teil (Kapitel 5-7). Der Theorieteil setzt sich anhand einer Literaturrecherche mit der 1 leitende Ärztin im Behandlungszentrum für Hörgeschädigte der Westfälischen Klinik Lengerich 5

6 Arbeitsweise des Gebärdensprachdolmetschen in der Psychotherapie auseinander. Die dabei entstehenden Anforderungen an Gebärdensprachdolmetschende und an die therapeutischen Fachpersonen werden aufgezeigt. Die Zusammenarbeit wird beschrieben. Im empirischen Teil werden mittels Leitfadeninterview fünf Expertinnen zu ihren Erfahrungen befragt. Ihre Aussagen werden mittels Inhaltsanalyse in sechs Kategorien entsprechend den sechs Punkten des Ehrenkodex dargestellt und anschliessend interpretiert. Wir wollen uns nicht in Diskussionen um ethische Dilemmata verlieren, sondern professionelles Handeln im Sinne des Ehrenkodex aufzeigen. Nach der Zusammenfassung, folgen der Ausblick und die offen gebliebenen Fragen. 6

7 I Theoretischer Teil 1 DEFINITIONEN In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe der Arbeit definiert. 1.1 Die Gehörlosen Es bestehen unterschiedliche Zugänge, wie Hörschädigungen, also auch Gehörlosigkeit beschrieben werden können. Es sollen hier verschiedene Sichtweisen gezeigt werden. Das am weitesten verbreitete Paradigma stammt aus der Medizin, von Hörenden. In dieser Sichtweise wird Gehörlosigkeit mit Augenmerk auf die physische Schädigung beschrieben also: was genau, an welcher Stelle, welchen Hörverlust verursacht und anhand des Hörstatus definiert. Gehörlose sind nach dieser Definition Menschen mit einem Hörverlust von mehr als 90 Dezibel im Frequenzbereich von Hertz (Leven, 2003). Nur sehr laute Geräusche wie Presslufthammer oder Düsenflugzeuge werden wahrgenommen. Den Hörverlust gilt es möglichst mit technischen Geräten (Hörgeräte, Cochlear-Implantate) zu verbessern. Eine weitere Definition findet sich in der Charta der Gehörlosenselbsthilfe (vgl. SGB-FSS, 2003): Eine Person ist gehörlos, wenn sie die gesprochene Sprache / Lautsprache nicht übers Ohr verstehen kann. Diese Sichtweise hebt die sozialen Folgen eines Hörverlustes vor, da es ein mangelndes Sprachverständnis beschreibt. Nach Leven (2003) haben sich unter Berücksichtigung der Lautsprachentwicklung folgende Bezeichnungen durchgesetzt: prälinguale Taubheit / Gehörlosigkeit: Manifestation wird in der Regel vor dem 4. Lebensjahr angesetzt. postlinguale Taubheit / Gehörlosigkeit: Manifestation nach dem natürlichen Spracherwerb, gilt in der Regel als nach dem 4. Lebensjahr als erfolgt. Nebst solchen defizit-orientierten Sichtweisen hat sich im Zuge der Emanzipation der Gehörlosen eine neue Definition von Gehörlosigkeit entwickelt, welche von den Betroffenen selbst stammt. Diese soziokulturelle Definition betont als Merkmale vor allem die gemeinsame Verwendung der Gebärdensprache sowie das kulturelle Erbe, welches innerhalb der Gehörlosengemeinschaft von Generation zu Generation weitergegeben wird. Aus dieser Sicht kann sich ein Hörgeschädigter, unabhängig vom Ausmass der Hörschädigung, selbst als gehörlos definieren, wenn er sich dieser kulturellen Minderheit zugehörig fühlt. (Leonhardt, 2002, S. 22). 7

8 In der Schweiz leben rund Menschen mit einer Hörbehinderung (vgl. Pro Audito, 2007), davon Gehörlose (vgl. Procom, 2007). Wenn im folgenden Text von Gehörlosen gesprochen wird, sind damit Menschen gemeint, welche sich zur Kommunikation der Gebärdensprache bedienen und in der Gemeinschaft der Gehörlosen mehr oder weniger tief verwurzelt sind. Immer häufiger wird beobachtet, dass sich auch schwerhörige Menschen dieser Gemeinschaft zuwenden und sich kulturell als gehörlos bezeichnen (Leven, 2003). Um sich die Kommunikation mit Hörenden zu sichern, nehmen diese Menschen die Dienste von Gebärdensprachdolmetschern und Gebärdensprachdolmetscherinnen in Anspruch. Wenn im Folgenden von den Gehörlosen die Rede ist, so sind damit diese gebärdensprachbenutzenden Menschen gemeint. Daneben gibt es gehörlose Menschen, welche keine Kenntnisse der Gebärdensprache haben und mittels Lautsprache und sogenanntem Lippenlesen kommunizieren. Wenn von Hörenden gesprochen wird, sind damit Menschen gemeint, welche in Lautsprache kommunizieren und in der Regel keine Kenntnisse der Gebärdensprache haben. 1.2 Die Gebärdensprache Bedingt durch ihre visuell-gestischen Eigenschaften wäre die Gebärdensprache die natürliche Sprache, die Muttersprache der Gehörlosen. Sie entwickelt sich innerhalb von gehörlosen Gemeinschaften auf der ganzen Welt auf natürliche Weise. Wird nun ein gehörloses Kind in eine hörende Familie geboren, wächst es aber nicht mit der Gebärdensprache als Erstsprache auf, falls die hörenden Eltern nur eine Lautsprache benutzen. Es erlernt sie erst später im Kontakt mit anderen Gehörlosen z.b. in der Schule für Gehörlose, im Gehörlosenverein u.a. Nebst ihrer Funktion als Hauptkommunikationsmittel im täglichen Leben stellt die Gebärdensprache für die Gemeinschaft der Gehörlosen auch das Mittel dar, sich poetisch, theatralisch und humorvoll auszudrücken. Boyes Bream (1997) stellt fest: Wissenschaftliche Studien in verschiedenen Forschungszentren in den Vereinigten Staaten und in Europa haben seit 1960 aber umfassende linguistische Beweise liefern können, dass die Gebärdensprache der Gehörlosen nicht nur als,richtige' Sprache angesehen werden kann, sondern auch hochkomplizierte grammatikalische Strukturen besitzt, die häufig stark von denen der gesprochenen Sprache ihrer Umgebung abweichen. Die Gebärdensprache ist also nicht wie oft fälschlicherweise angenommen universell, sondern weist sogar innerhalb der deutschsprachigen Schweiz regionale Unterschiede auf - man spricht auch hier von Dialekten. Die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) wird von 8

9 etwa Menschen in der deutschsprachigen Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein benutzt. Darunter befinden sich unter anderem auch schwerhörige Menschen, hörende Kinder gehörloser Eltern, Partner und Angehörige von Gehörlosen, die Gebärdensprachdolmetschenden und Menschen, welche aus beruflichen oder freizeitlichen Gründen die Gebärdensprache erlernt haben. 1.3 Translation, Dolmetschen und Übersetzen Translation beinhaltet die beiden Tätigkeiten Übersetzen und Dolmetschen. Im Allgemeinen wird darunter die Translation von einer Lautsprache in die andere verstanden, also z.b. vom Deutschen ins Französische. Die Definition von Dolmetschen lautet: Unter Dolmetschen verstehen wir die Translation eines einmalig (in der Regel mündlich) dargebotenen Textes der Ausgangssprache in einen nur bedingt kontrollierbaren und infolge Zeitmangels kaum korrigierbaren Text der Zielsprache (Kade, 1968, zitiert nach Snell-Hornby, Hönig, Kussmaul und Schmitt, 2003, S. 37). Dies betrifft die Lautsprache, sowie auch die Verdolmetschung der Gebärdensprache. Hinter dieser scheinbar eindeutigen Definition verbirgt sich eine komplexe Tätigkeit. Um später die Anforderungen an die Gebärdensprachdolmetschenden darlegen zu können, soll der Prozess in Einzelschritten vorgestellt werden. Seeber (2001) fasst die mentalen Prozesse des Dolmetschens in neun Schritten zusammen: 1. Die Botschaft wird vom Dolmetscher je nachdem, ob es sich dabei um Lautsprache oder Gebärdensprache handelt, akustisch oder visuell erfasst. Das Langzeitgedächtnis wird aktiviert. 2. Der Dolmetscher konzentriert sich auf die Botschaft und sucht mit Hilfe seines Langzeitgedächtnisses Muster für die entschlüsselte Syntax und Semantik. 3. Die Botschaft wird nun stückweise im Kurzzeitgedächtnis analysiert, wobei es durch das Aufteilen der Nachricht zu Informationsverlust kommen kann. 4. Der Dolmetscher analysiert die Semantik der gesamten Botschaft, versucht sie zu verstehen, und greift dabei auf eventuelle Hintergrundinformationen im Langzeitgedächtnis zurück. 5. Der Dolmetscher sucht in seinem Langzeitgedächtnis nach einem Äquivalent in der Zielsprache, um unter Berücksichtigung kultureller, sprachlicher und konzeptueller Unterschiede dieselbe Information auszudrücken. 6. Die semantische Absicht der Botschaft wird in der Zielsprache übernommen. 7. Der Dolmetscher sucht nach geeigneten lexikalischen Einheiten in der Zielsprache. 9

10 8. Der Dolmetscher hat die semantische Absicht der Botschaft entsprechend umgewandelt und in der Zielsprache formuliert. 9. Der Dolmetscher übermittelt die umgewandelte Botschaft. Diese Botschaft trifft, zumindest von Punkt 1 bis 7, auf das Dolmetschen von Lautsprachen wie auch auf jenes von Gebärdensprachen zu. Der Unterschied zwischen beiden Arten des Dolmetschens wird in den letztgenannten Prozessen deutlich. Während der Lautsprachdolmetscher bei Punkt 8 die Nachricht bereits in die Zielsprache umgewandelt hat und zur Formulierung bereit ist, kommt für den Gebärdendolmetscher ein Mehraufwand hinzu: Die akustisch empfangene Botschaft muss durch einen Wechsel vom auditiven zum visuellen Modus in Handzeichen und Gesichtsausdrücke umgewandelt werden. Erst dann kann sie laut Punkt 9 in der Zielsprache, einer Gebärdensprache, übermittelt werden. Dieses Umschalten ist ein anspruchsvoller neuraler Mechanismus. (S ) Als Dolmetschtechniken werden das Simultan- und das Konsekutivdolmetschen eingesetzt. Der Begriff des Simultandolmetschens bezeichnet jene Ausführungsweise des Dolmetschens, bei der die Verdolmetschung nicht erst nach [Hervorhebung v. Verf.], sondern während [Hervorhebung v. Verf.] der verstehenden Aufnahme der ausgangssprachlichen Rede produziert wird (Snell-Hornby, Hönig, Kussmaul und Schmitt, 2003, S. 302). Diese Technik wird am häufigsten von Gebärdensprachdolmetschenden angewendet. Dank der visuellen Darbietung der Gebärdensprache kann sie vor Einzelpersonen und vor einer grossen Anzahl Menschen angewendet werden, ohne eine akustische Störung hervorzurufen. Im Unterschied zum Simultandolmetschen findet das Konsekutivdolmetschen zeitlich verzögert statt. Es wird jeweils der ausgangssprachliche Text über längere Passagen aufgenommen, gespeichert und erst danach gedolmetscht. Der Begriff des Übersetzens hingegen gilt für die Translation schriftlicher Texte von einer Sprache in die andere. Übersetzer und Übersetzerinnen sind oft auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert. 1.4 Der Gebärdensprachdolmetscher / die Gebärdensprachdolmetscherin Gebärdensprachdolmetscher und Gebärdensprachdolmetscherinnen dolmetschen (meist simultan) von der Lautsprache in die Gebärdensprache und umgekehrt. Der Prozess, Gebärdensprache in Lautsprache zu dolmetschen, wird Voicing oder Voicen genannt. Um in der Schweiz bei der einzigen Vermittlungsfirma für Gebärdensprachdolmetschende, der Stiftung Kommunikationshilfen für Gehörlose (Procom), eine Anstellung zu erhalten, ist der Nachweis eines Diploms erforderlich. Dieses wird mit einem berufsbegleitenden 4-jährigen Studium an 10

11 der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich erworben. In der Schweiz werden die Gebärdensprachdolmetschenden für alle Bereiche ausgebildet. Einzig im Bereich des Gerichtdolmetschens ist vereinzelt eine Zusatzqualifikation erforderlich. So sind beispielsweise in zwei Kantonen (Zürich, St. Gallen) nur Dolmetscher und Dolmetscherinnen vor Gericht zugelassen, welche eine spezifizierte Weiterbildung durchlaufen haben. Dies betrifft die Laut- und Gebärdensprachdolmetschenden. 1.5 Der Ehrenkodex In der Schweiz unterstehen alle Gebärdensprachdolmetscher und Gebärdensprachdolmetscherinnen dem 2001 erlassenen Ehrenkodex (vgl. Procom, 2007). Der Ehrenkodex regelt folgende Punkte: Verschwiegenheit Unparteilichkeit Übersetzungsgenauigkeit Pünktlichkeit Bescheidenheit und Unauffälligkeit Vorbereitung und Weiterbildung (Im Anhang kann der Ehrenkodex vollständig eingesehen werden.) Der Ehrenkodex ist allgemein verfasst und muss jeweils in Beziehung gesetzt werden zu einer bestimmten Dolmetschsituation sowie den gängigen Konfliktpotentialen, Prinzipien und Standards, die diese Situation prägen (Shores, 2004). Die ethischen Standards im Ehrenkodex sichern die Professionalität für die handelnde Berufsgruppe, im Hinblick auf deren Klientel und die Öffentlichkeit. Sie können jedoch nicht alle erdenklichen ethischen Aspekte berücksichtigen und die Komplexität der Realität erfassen (Shores, 2004). Die Dolmetschenden kommen nicht umhin, den Ehrenkodex in persönlicher Eigenverantwortung den Anforderungen der unterschiedlichen Settings anzupassen. Im empirischen Teil werden wir die Aussagen der Expertinnen in Zusammenhang mit diesem bestehenden Ehrenkodex in Verbindung setzen und interpretieren. 11

12 1.6 Die Psychotherapie Wenn in dieser Arbeit von Psychotherapie (griechisch psychotherapia = die Heilung der Seele) gesprochen wird, ist damit gemeint: die nach einer allgemeinen und besonderen Ausbildung erlernte, umfassende, bewusste und geplante Behandlung von psychosozial oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen mit wissenschaftlich-psychotherapeutischen Methoden in einer Interaktion zwischen dem ( ) Behandelten und ( ) Psychotherapeuten mit dem Ziel, bestehende Symptome zu mildern oder zu beseitigen, gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern und die Reifung, Entwicklung und Gesundheit des Behandelten zu fördern. (Kierein, Prietz und Sonneck, 1991, S. 118) Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, werden aus der Fülle der psychotherapeutischen Richtungen nur diejenigen besprochen, welche zu den ambulanten Gesprächstherapien zählen, also bspw. systemische, verhaltenstherapeutische, individualpsychologische und lösungsorientierte Ansätze. Die klassische psychoanalytische Situation der freien Assoziation, bei welcher die Therapiewilligen ohne Blickkontakt zum Therapeuten / zur Therapeutin frei assoziieren, schliessen wir aus. In dieser Methode verlieren die Gehörlosen den Kontakt zur Fachperson. Sie ist daher für die Gehörlosen ungeeignet (Hübener, 2003). 1.7 Der Therapeut / die Therapeutin Mit dem Therapeuten und der Therapeutin ist folgend eine Fachperson gemeint, welche eine in Kapitel 1.6 genannten ambulanten Gesprächstherapien anbietet. 2 GEBÄRDENSPRACHDOLMETS EBÄRDENSPRACHDOLMETSCHEN CHEN IN DER PSYCHOTHERAPIE Leven (2003) ist der Meinung, dass im optimalen Fall die Gehörlosen für psychiatrische und psychologische Leistungen nicht auf die Vermittlung von Dolmetschenden 2 angewiesen sein sollten. Wären die therapeutischen Fachpersonen selbst von einer Hörschädigung betroffen und beherrschten die Gebärdensprache einwandfrei, wäre die kommunikative Situation stark verbessert. Zudem entständen keine kulturellen Verständigungsprobleme. Nothing creates a deaf programm like a deaf staff so bringen dies Glickman und Gulati (2003, S. 17) auf den Punkt. 2 wenn im folgenden Text von den Dolmetschenden die Rede ist, sind dabei Gebärdensprachdolmetschende gemeint 12

13 Da in der deutschsprachigen Schweiz jedoch nur wenige gebärdensprachkompetentes Fachpersonal zur Verfügung steht, bleibt der Rückgriff auf qualifizierte Gebärdensprachdolmetschende, welche die Kommunikation zwischen gehörlosen und hörenden Personen sicherstellen. Eine gute Voraussetzung dafür sind qualifizierte Gebärdensprachdolmetscher, die mit den verschiedensten Kommunikationsmodi und auch psychischen Erkrankungen vertraut sind und die regelmässig mit Psychiatern und Psychotherapeuten zusammenarbeiten (Leven, 2003, S. 33). In den folgenden Kapiteln wird das Gebärdensprachdolmetschen in der Psychotherapie vor allem in seiner kulturellen Bedeutung beschrieben. 2.1 Lautsprachliches Dolmetschen im medizinischen Bereich Die herangezogene Fachliteratur zur Bedeutung von Dolmetschenden im medizinischen Bereich beinhaltet auch Erfahrungen, welche mit fremdsprachigen Migranten und Migrantinnen gesammelt wurden. Das Fachgebiet findet sich in der Literatur unter dem Stichwort Interpreting in (mental) health care. Nach Allaoui (2005) findet medizinisch-soziales Dolmetschen in unterschiedlichen Interaktionssituationen statt, in denen sich die Gesprächsparteien durch verschiedene soziale und kulturelle Hintergründe, Sprachen und Sprachniveaus, Interessen, Erwartungshaltungen usw. auszeichnen. Auch in Schweizer Spitälern kommen zur Verbesserung der Kommunikation mit ausländischen Patienten und Patientinnen vermehrt Lautsprachdolmetschende zum Einsatz. Im März 1999 wurde für das Dolmetschen im lautsprachlichen Bereich die Schweizerische Interessengemeinschaft zur Förderung von Übersetzung und kultureller Mediation im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich gegründet (Ewald, 2003). Bischoff und Loutan (2000) haben eine Broschüre herausgegeben, welche sowohl dem Pflegepersonal als auch den Dolmetschenden (in diesem Fall Lautsprachdolmetschende) eine praktische Hilfestellung bei ihrer Arbeit bieten soll. Da sich die Gehörlosen wie später in Kapitel beschrieben als sprachliche und kulturelle Minderheit betrachten, lassen sich die Erfahrungen mit Dolmetschen für Migranten und Migrantinnen auch auf die Gehörlosengemeinschaft übertragen. 2.2 Die Bedeutung von Sprache in der Psychotherapie In einem psychotherapeutischen oder beratenden Gespräch sitzt die therapeutische Fachperson der gehörlosen Person gegenüber und baut zunächst mittels Gespräch eine Beziehung zu ihr auf. Diese Beziehung ist von zentraler Bedeutung, wenn nicht überhaupt der wichtigste Faktor in der Psychotherapie (Ewald 2003). Über Sprache und über nonverbale Signale (Mimik, Haltung, Intonation etc.) versucht der Therapeut / die Therapeutin, Informationen über die gehörlose Person zu gewinnen. Im Zentrum steht der verbale Austausch von Gedanken und Emotionen. Die eigentliche therapeutische Arbeit leistet er / sie auch wieder mittels Kommunikation. Eine grosse Bedeutung kommt der Sprache zu, wenn die therapeutische Fachperson 13

14 auf Grund von sprachlichen Formulierungen der dolmetschenden Person Rückschluss auf die psychische Befindlichkeit einer gehörlosen Person zieht. Auf dieses Thema wird in Kapitel 4.2 näher eingegangen. Die Sprache ist der Dreh- und Angelpunkt aller therapeutischen Inhalte: ( ) Psychotherapien haben gemeinsam, dass sie ausschliesslich über das Medium der lautsprachlichen Kommunikation funktionieren und gelten deshalb auch als spezifische Methoden der,sprachlichen Medizin, welche natürlich vom Patienten,gehört` (verstanden) werden muss, wenn sie beim Patienten ankommen und Wirkung auslösen soll. (Hübener, 2003, S. 53) Die therapeutischen Fachpersonen müssen die Klienten und Klientinnen begreifen und deren Sprache verstehen. Dabei geht es darum, dass beide Seiten sich unbeschwert und frei von kognitiver Kontrolle über ihre sprachliche Produktion ausdrücken können. Wenn nun Gehörlose in der Schweiz eine Psychotherapie absolvieren möchten, treffen sie auf therapeutisches Fachpersonal, welches ihre Muttersprache (die Gebärdensprache) nicht beherrscht und womöglich auch über keinerlei Erfahrungen in der Kommunikation mit Hörgeschädigten verfügt. Der Erfolg einer Therapie mit äusserst eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten ist damit in Frage gestellt. Unter Hörenden ist die Meinung weit verbreitet, dass Gehörlose alles von den Lippen lesen und sich bestens in Lautsprache ausdrücken können. Falls dies einmal nicht der Fall sei, könne schlimmstenfalls auf einem Blatt Papier schriftlich weiterkommuniziert werden. Seeber (2001) hat in seiner Untersuchung zum Gebärdensprachdolmetschen im medizinischen Bereich jedoch deutlich gemacht, dass die Gehörlosen ein Gespräch in Gebärdensprache bevorzugen, auch wenn dies den Einsatz eines Dolmetschers / einer Dolmetscherin erfordert. Hübener (2003), sie ist hörend, Mutter einer gehörlosen Tochter und praktizierende Psychotherapeutin für Hörgeschädigte in Mecklenburg-Vorpommern, stellt für die Psychotherapie mit Gehörlosen fest: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie kann nur wirklich wirtschaftlich und effizient sein, wenn die erforderliche emotionale Durcharbeitung unbewusster Beziehungskonflikte und dabei auftauchender Emotionen, also der alten traumatischen Beziehungserfahrungen in der Therapie, also im Hier und Jetzt mit dem Therapeuten möglich ist. Fokussierte emotionale Regression (d.h. teilweise Abgabe der bewussten Kontrolle über das emotionale Beziehungserleben in der therapeutischen Situation) ist notwendig, aber nur möglich, bei automatisch funktionierender, entspannter Kommunikation. Auf der Ebene der gesprochenen Sprache ist eine solche Qualität in der 14

15 Kommunikation mit einem Gehörlosen niemals erreichbar, erst Recht nicht auf schriftsprachlicher Ebene, weil Schreiben immer nur ein bewusster, vom Individuum kontrolliert ablaufender Prozess ist. ( ) Es ist also unmöglich, in der Psychotherapie mit Gehörlosen auf das Kommunikationsmittel der Gebärdensprache zu verzichten. Im Gegenteil, es ist geradezu unumgänglich, dieses natürliche und primäre Ausdrucksmittel der Gehörlosen in die Therapie mit einzubeziehen. (S. 55) Die zentrale Bedeutung der Kommunikation in der Psychotherapie kann mit diesem Zitat aufgezeigt werden. Da nach Maletzke (1996) die kulturelle Dimension einen starken Einfluss auf das Kommunikationsverhalten hat, gilt es, im nächsten Kapitel auf diese näher einzugehen. 2.3 Die kulturelle Dimension in der Psychotherapie herapie Ohne Kultur gäbe es keine Sprache und ohne Sprache keine Kultur. Wegen dieser engen Verknüpfung soll im folgenden Abschnitt kurz auf die Kultur der Gehörlosen eingegangen werden Die Kultur der Gehörlosen Da die Gehörlosen immer Teil einer Landesbevölkerung sind, also z.b. der Schweizer und Schweizerinnen, bezeichnet Maletzke (1996) sie als Vertreter und Vertreterinnen einer Subkultur. Da sie zahlenmässig den Hörenden unterliegen, stellen sie eine Minoritätskultur dar. Durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse der 1980er Jahren, die zeigten, dass Gebärdensprachen vollwertige Sprachen sind, wuchs die Wahrnehmung der Gehörlosenkultur als solche. Sie zeichnet sich aus durch eigene Verhaltensweisen, Normen und Werte. Seeber (2001) macht deutlich, dass die Teilnahme an der Gehörlosengemeinschaft mehr beinhaltet, ( ) als die blosse Tatsache nicht hören zu können. Obgleich im Fall der Gehörlosen die Sprache eine noch zentralere Rolle einnimmt, als bei anderen ethnischen Minderheiten, spielen gemeinsame Erlebnisse und Probleme, die Identifizierung mit der Gemeinschaft, sowie die aktive Teilnahme an derselben, eine ebenso grosse Rolle. (S. 9) Noch heutzutage werden Gehörlose oft nur unter dem Aspekt eines körperlichen Defizits selbst von Fachleuten stigmatisiert und dies obwohl bei den Betroffenen selbst längst ein Paradigmawechsel im Selbstbild stattgefunden hat. Unter diesem neuen Paradigma gelten Gehörlose als Mitglieder einer kulturellen und sprachlichen Gemeinschaft (Glickman & Harvey, 1996). Im deutschsprachigen Raum werden gehörlose Kinder trotzdem immer noch vornehmlich lautsprachlich erzogen und somit ihrer Muttersprache, der Gebärdensprache, beraubt. Gehörlose 15

16 Kinder, die in eine hörende Familie ohne Gebärdensprachkompetenz geboren wurden, tragen oft ein Trauma der kommunikativen Isolation davon (Glickman & Harvey, 1996). Die Integration in die Gesellschaft Hörgeschädigter ist noch weit von ihrem gesetzlichen Anspruch entfernt. Visuelle und somit für Hörgeschädigte verständliche Informationen sind im Zeitalter von TV, Radio etc. immer noch kaum zu finden. Noch immer ist in der Schweiz die Gebärdensprache auf Bundesebene keine anerkannte Sprache. Einzig der Kanton Zürich hat die Anerkennung der Gebärdensprache am in seine neue Kantonsverfassung aufgenommen. In dieser Arbeit kann dieses Thema nicht weiter behandelt werden. Doch nur wenn die therapeutischen Fachpersonen sich solcher Zusammenhänge bewusst sind, können sie die gehörlosen Personen verstehen und entsprechend behandeln. Zur Vertiefung sei hier verwiesen auf Regina Levens Dissertation (2003): Psychische Störungen gehörloser und schwerhöriger Psychotherapie-Patienten unter besonderer Berücksichtigung kommunikativer Aspekte. Hall (1976, zitiert nach Mindess, 1999, S ) ordnet die Kultur der Gehörlosen den high context cultures (HCC-Kulturen) zu. Diese werden repräsentiert durch die arabischen Länder, die Länder Südamerikas und Südeuropas. Die westliche Kultur der Hörenden wird den low context cultures (LCC-Kulturen) zugeordnet. Diese werden repräsentiert von den Ländern der westlichen Industriestaaten wie z.b. den USA, Kanada, Deutschland und der Schweiz. Es können im Rahmen dieser Arbeit nur ganz schemenhaft die Merkmale der unterschiedlichen Kulturen aufgezeigt werden. Shores (2000) beschreibt, dass in den HCC-Kulturen der Informationsaustausch netzwerkartig verläuft. Die Informationen fliessen innerhalb allen Personen, zu denen man eine persönliche Beziehung hat. Man weiss über das Leben der anderen gut Bescheid. Gerade unter Gehörlosen, die keinen Zugang zum Radio und nur wenig Zugang zum Fernsehen (nur ca. 5% aller Sendungen werden mit Untertiteln ausgesendet) haben, ist Information sehr wertvoll und muss demnach verbreitet werden. So werden private und geschäftliche Informationen in der kleinen Gemeinschaft schnell verbreitet. In den LCC-Kulturen hingegen werden Informationen stark nach privatem und geschäftlichem Inhalt getrennt. Die Informationen fliessen unstrukturiert und selektiv. Die HCC-Kulturen leben in einem polychronen Zeitverständnis. Verschiedene Tätigkeiten werden gleichzeitig ausgeführt. Dabei gilt, dass Beziehungen und Kommunikation wichtiger sind als die Einhaltung von Terminen. Der Übergang von Arbeit und Freizeit ist fliessend. Gehörlose, welche den ganzen Tag unter Hörenden sind (z.b. bedingt durch ihren Arbeitsplatz), schätzen das Treffen von anderen Gehörlosen sehr. Ungehinderte Kommunikation macht die Begegnung äusserst wertvoll, alles andere tritt in den Hintergrund. Die LCC-Kulturen hingegen leben in einem monochronen Zeitverständnis (Mindess, 1999). In diesem ist die Zeit ein höchstes Gut, das man effizient nutzen muss. Termine und Ereignisse laufen linear geplant ab. 16

17 Lieber gilt es, eine Kommunikation abzurechen, als einen den vereinbarten Termin nicht einzuhalten. Die Erhaltung der Gruppe und deren Verteidigung gegen aussen sind in den HCC-Kulturen zentral. Individuelle Bedürfnisse unterstehen den kollektivistischen Ansprüchen. Gehörlose fassen Beschlüsse oft kollektiv und verbrauchen viel Zeit damit, einen stimmigen Konsens zu finden. Im Gegensatz dazu sind Individualität und Selbstbehauptung in den LCC-Kulturen von grossem Wert. Individualistische Verhaltensweisen stehen über dem Erhalt der Referenzgruppe. Shores (2000) spezifiziert, dass in den HCC-Kulturen im verbalen Austausch die Wörter viele Interpretationen zulassen. Die Wörter sind weniger präzis und die Interpretationen sind abhängig vom nonverbalen Verhalten und der jeweiligen Situation. In den LCC-Kulturen hingegen ist die mündliche Kommunikation von grosser Bedeutung. Die Wörter, mit denen man etwas sagen möchte, werden gut überlegt, sie sollen präzise und spezifisch sein. Nonverbale Aspekte der Kommunikation sind weniger wichtig. In Kapitel werden weitere kulturelle Unterschiede anhand von Beispielen aus dem medizinisch-therapeutischen Kontext verdeutlicht Interkulturelle Kommunikation Treffen Menschen verschiedener Kulturen aufeinander und sind sich die Begegnungspartner der Tatsache bewusst, dass der jeweils andere anders ist, werden die Prozesse, die zwischen diesen Menschen ablaufen, als interkulturelle Kommunikation bezeichnet. Dabei erleben sich die Menschen wechselseitig als fremd. Maletzke (1996) definiert: Als Interkulturalität werden alle Beziehungen verstanden, in denen die Beteiligten nicht ausschliesslich auf ihre eigenen Kodes, Konventionen, Einstellungen und Verhaltensformen zurückgreifen, sondern in denen andere Kodes, Konventionen, Einstellungen und Alltagsverhaltensweisen erfahren werden (S. 37). Da die Menschen jedoch ihre eigene Kultur zum Massstab aller Dinge nehmen, beurteilen sie ihr Umfeld nach ihren eigenen Werten und Normen. Nach Maletzke (1996) ist dieser Ethnozentrismus eine unbewusste Tendenz, andere Völker aus der Sicht der eigenen Gruppe zu betrachten und die eigenen Sitten und Normen zum Standard aller Beurteilungen zu machen. Wir stellen uns selbst ( ) in den Mittelpunkt des Universums und stufen alle dementsprechend ein (S. 23). Weiter schreibt er, dass dieses Phänomen mit einem Überlegenheitsbewusstsein einhergeht. Die allermeisten dieser Prozesse laufen unbewusst ab und stellen somit in der interkulturellen Kommunikation ein grosses Konfliktpotential dar. Aus der Definition von Maletzke geht hervor, dass interkulturelle Kommunikation voraussetzt, dass sich die Begegnungspartner der Tatsache bewusst sind, dass sie auf Mitglieder einer 17

18 anderen Kultur treffen. Eine gehörlose Person, die fest verankert ist in der Kultur der Gehörlosen, wird sich dieser Tatsache bewusst sein. Umgekehrt ist es jedoch so, dass die meisten Hörenden, welche mit Gehörlosen in Kontakt treten, diese nicht als Mitglied der Gehörlosenkultur sehen, sondern als Schweizer / Schweizerin mit einer Behinderung. Da also keine Reziprozität in der Fremdwahrnehmung vorliegt, ist bei einer Erstbegegnung von Hörenden mit Gehörlosen nicht von interkultureller Kommunikation die Rede. Erst wenn die Hörenden mehr über die Kultur der Gehörlosen in Erfahrung gebracht haben, kann davon die Rede sein. Somit sind gedolmetschte psychotherapeutische Gespräche erst in einem fortgeschrittenen Stadium als Teil der interkulturellen Kommunikation zu werten. When hearing clinicians attempt counselling or psychotherapy with members of the Deaf community, their work can be understood as a kind of cross-cultural treatment. (Glickman & Harvey, 1996, S. 3) Culturally affirmative therapy Glickman und Harvey (1996) führten neben der interkulturellen Kommunikation weiter den Begriff der culturally affirmative therapy ein. Diese Therapieform soll gerade kulturelle Mittel dazu einsetzen, die Gehörlosen in ihrem kulturellen Bewusstsein zu stärken und zur Eigenständigkeit zu ermächtigen. Glickman und Harvey (1996) erklären: ( ) we have chosen to use the term culturally affirmative therapy ( ) as opposed to cross-cultural therapy because the former term puts the focus not on who the clinicians and clients are but on the nature of the work they do together. Culturally affirmative therapy ( ) refers to therapy that is socioculturally informed, that utilizes culturally relevant tools, and that seeks to empower clients and their communities. (S. 6) 18

19 3 DIE ROLLEN DER GEBÄRDENSPRACHDOLMETS EBÄRDENSPRACHDOLMETSCHENDEN CHENDEN IN DER PSYCHO SYCHO- THERAPIE The interpretor s role has been compared to a machine, a window, a bridge, and a telephone line among other metaphors. All of these are in apart apt, and at the same time all of them ignore the essential fact that the interpretor is a human being. (Frishberg, 1986, S. 59) Die Rollenerwartungen im medizinischen und im psychotherapeutischen Bereich an die Dolmetschenden könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie reichen von der Hilfsperson in fast allen Belangen über die Kommunikationsstütze bis hin zur Röhre, die innerlich unbeteiligt von einer Sprache in die andere übersetzt. In diesem breiten Spektrum befinden sich einerseits die Rollenerwartungen an die Dolmetschenden seitens der therapeutischen Fachperson, andererseits diejenigen seitens der gehörlosen Personen. Die Dolmetschenden befinden sich also mit grosser Wahrscheinlichkeit im Clinch mit den unterschiedlichsten Rollenerwartungen. Dazu kommt, dass sie zumeist auf Kunden (therapeutische Fachpersonen, Gehörlose) treffen, welche noch nie mit Gebärdensprachdolmetschenden gearbeitet haben und nicht mit deren Rolle vertraut sind. Somit ist es wichtig, dass sich die Dolmetschenden selbst ihrer Rolle bewusst sind und diese auch den Beteiligten erklären können (Pollard, 1998). Es sollen im Folgenden die beiden Pole der helfenden Person und der Maschine beschrieben und diskutiert werden. Danach wird ein Rollenkonzept vorgestellt, das sich zwischen diesen Polen etabliert hat, nämlich das des Community Interpreter. 3.1 Gebärdensprachdolmetschende als Helfende Vor der Professionalisierung des Dolmetschberufes wurden die Gebärdensprachdolmetschenden als Helfer und Helferinnen eingesetzt. Sie sahen sich oft selbst auch in der Rolle der Hilfsperson, welche die Gehörlosen beschützen müssen (Pollard, 1998; Seeber, 2001). Diese Dolmetschenden arbeiteten nicht professionell, sondern dolmetschten als Familienmitglieder oder aus Freundschaft. Sie arbeiteten ehrenamtlich und befolgten keinen Ehrenkodex. Diese Rolle der Dolmetschenden war diffus und die Arbeitsweise unkontrolliert. Sie wurden in unterschiedlichsten Settings angetroffen, wo sie ihre gehörlosen Bekannten und Familienmitglieder unterstützten. Unparteilichkeit wurde nicht angestrebt. Gerade in intimen Bereichen wie der Psychotherapie ist es verständlich, dass die Gehörlosen eine Vertrauensperson zur Verdolmetschung beiziehen möchten. Dieses Modell hat zwar vielen 19

20 Gehörlosen aus ihrer Sprachlosigkeit geholfen, sie aber oft als unmündige und hilflose Mitmenschen verstanden und daran gehindert, sich zu emanzipieren. Sie wurden abhängig von ihren Helfern / Helferinnen und entmutigt, selbstständig in Kommunikation mit den Hörenden zu treten. Mit der Emanzipationsbewegung der Gehörlosen in den 1980er Jahren wehrten sich diese immer mehr gegen dieses Rollenmodell der Dolmetschenden (Seeber, 2001). Auch seitens der Gebärdensprachdolmetschenden entstand der Wunsch nach mehr Professionalität und einem neuen Berufsbild. Sie wollten eine professionelle Dienstleistung ausserhalb des Fürsorgewesens erbringen. 3.2 Die Gebärdensprachdolmetschenden als Maschinen Als Gegenbewegung zum Helfermodell entwickelte sich das Modell der Gebärdensprachdolmetschenden als Maschine. Bei diesem Modell besteht die einzige Aufgabe der Dolmetschenden darin, in möglichst neutraler Haltung von einer Sprache in die andere zu dolmetschen. Die Gebärdensprachdolmetschenden unterlassen tunlichst eine Parteiergreifung und agieren möglichst als eine Art Blackbox, in welcher eine Sprache in eine andere übersetzt wird. Sie sind bemüht, möglichst unscheinbar anwesend zu sein und nur rein sprachliche Einheiten zu produzieren. In dieser Rolle wird der Ehrenkodex wort-wörtlich angewendet und nicht der jeweiligen Situation angepasst. Dieses rigide Modell der Gebärdensprachdolmetschenden stiess etliche Menschen vor den Kopf. Solch ein Verhalten wirkte auf alle Beteiligten sehr unmenschlich, unfreundlich und künstlich. Mit dieser Rolle als Maschine gewannen die Gehörlosen zwar mehr Unabhängigkeit, aber im Kontext der zwischenmenschlichen Begegnungen gab es oft viele Missverständnisse und die Kommunikation ohne Kulturvermittlung schlug fehl (Ewald, 2003). Im psychotherapeutischen Umfeld ist ein solches Modell nicht umsetzbar. Das Bestreben der Dolmetschenden, nur neutrales Sprachrohr zu sein, kann ein paradoxes Resultat zeitigen. Leven (2003, S. 33) stellt dazu fest: Stansfield und Veltri (1987) diskutieren speziell für den psychoanalytischen Prozess einen behindernden Einfluss durch die neutrale Person des Dolmetschers in der Übertragung und Gegenübertragung ( ). Stellt er / sie sich der gehörlosen Person als weisse Leinwand, als Projektionsfläche, zur Verfügung, so nimmt er / sie ungewollt und wahrscheinlich auch unbewusst einen Einfluss auf die therapeutischen Prozesse. Dolmetschende, die sich strikt weigern, ins Geschehen miteinbezogen zu werden, lehnen es womöglich auch ab, ein klärendes Vor- und Nachgespräch zu halten, um über solche Prozesse zu sprechen, da diese für sie nicht existieren. Dass in solch einem Fall ein optimaler Therapieverlauf möglich ist, sei hier in Frage gestellt. 20

21 3.3 Die Gebärdensprachdolmetschenden als Community Interpreter Bedingt durch die gesellschaftlichen Veränderungen und durch die zunehmende Akzeptanz der Multikulturalität in Amerika seit den 1950er Jahren entwickelte sich das Berufsbild der Gebärdensprachdolmetschenden in Richtung der professionellen Community Interpreters (Pollard, 1998). Nach Pollard (1998) sind dies Dolmetschende, welche zwei Sprachen vollständig beherrschen und die dahinter stehenden Kulturen kennen. Sie sind breit gefächert für ihre Tätigkeit als Dolmetschende ausgebildet und erhalten zumeist eine Bezahlung für ihren Einsatz. Ihr Arbeitsfeld umfasst alle Aspekte des täglichen Lebens, in denen Interaktionen stattfinden und in denen die Kommunikation in nur einer Sprache unmöglich ist. Dabei kann es sich um behördliche Institutionen handeln (Schulen, Polizeistationen, Krankenhäuser etc.) oder aber auch um nichtbehördliche Situationen wie z.b. Gespräche mit der Bank, Mietverhandlungen etc. (Pöllabauer, 2005). Der Community Interpreter wird definiert: A community interpreter has a very different role and responsabilities from a commercial or conference interpreter. She is responsible for enabeling professional and client, with very different backgrounds and preceptions and in an unequal relationship of power and knowledge, to communicate to their mutual satisfaction. (Shakman, 1985, zitiert nach nach Ewald, 2003, S. 33) Aus dieser Definition wird ersichtlich, dass die Dolmetschenden aktiv am Prozess teilnehmen und durch ihr sprachliches und kulturelles Wissen eine für beide Seiten befriedigende Kommunikation möglich machen. Sie arbeiten im informellen Kontext, also in allen alltäglichen Gesprächssituationen und Lebensbereichen. 3.4 Die Gebärdensprachdolmetschenden und therapeutischen Fachpersonen als Behandlungsteam Obwohl das Dolmetschen im medizinischen Bereich dem communitiy interpreting zugeordnet wird (Pöllabauer, 2005), wollen wir in dieser Arbeit das Dolmetschen im psychotherapeutischen Bereich als eine eigene Disziplin einführen. In der Literatur wird fast durchgehend von einem Modell gesprochen, bei welchem die therapeutischen Fachpersonen und die Gebärdensprachdolmetschenden als Team zusammen arbeiten. Die Formulierung Dolmetschende und therapeutische Fachperson als Behandlungsteam wird jedoch kaum angewendet. Einig sind sich die Autoren darüber, dass sich die Rolle der Dolmetschenden im medizinischen und im psychotherapeutischen Bereich von einer in anderen beruflichen Einsatzgebieten (z.b. Gericht, Konfe- 21

22 renz) gerade durch diese Zusammenarbeit unterscheidet. Von den Autoren und Autorinnen wird ein Modell beschrieben, bei welchem der / die Dolmetschende zwar klar nicht Co-Therapeut / Co-Therapeutin ist, zum Wohle der Gehörlosen jedoch zu einer Art Partner / Partnerin der therapeutischen Fachperson wird (Frishberg, 1986; Harvey, 2003). Bischoff und Loutan (2000) sprechen sogar von einem Arbeitsbündnis, welches zwischen der therapeutischen Fachperson und der dolmetschenden Person eingegangen wird. Dies kann nur geschehen in der gegenseitigen Anerkennung der jeweiligen Rolle und fachlichen Kompetenz. Einzig Allaoui (2005), welche das Dolmetschen im Krankenhaus erforscht hat, geht noch einen Schritt weiter und beschreibt in ihrem Rollenkonzept Co-Therapie eine Vermischung von den Aufgaben der therapeutischen und der dolmetschenden Person. Dieses Konzept überschreitet jedoch die Grenzen desjenigen, welches wir hier skizzieren wollen. Die Merkmale dieser Rollenverständnisses sollen im folgenden Kapitel genauer erläutert werden. Es fasst die Erkenntnisse aus der Literaturrecherche bezüglich der praktizierten Arbeitsweise der Gebärdensprachdolmetschenden in der ambulanten Psychotherapie zusammen. 4 DIE ZUSAMMENARBEIT DER DOLMETSCHENDEN UND DER THERAPEUTISCHEN FACHPERSON IM BEHANDLUNGSTEAM In diesem Kapitel wird das soeben vorgestellte Modell Die Dolmetschenden und die therapeutischen Fachpersonen als Behandlungsteam näher beschrieben. Dieses Modell zeichnet sich durch folgende Arbeitsweise aus: 4.1 Das Vorgespräch In der von uns herbeigezogenen Fachliteratur empfehlen die Autoren und Autorinnen (Allaoui, 2005; Bischoff & Loutan, 2000; Frishberg, 1986; Gotthardt, 1996; Harvey, 2003; Jokay, 1993; Leven, 2003; Pollard, 1998; Seeber, 2001; Tribe, 2002) ein Vorgespräch seitens der therapeutischen Fachperson (resp. des Arztes / der Ärztin) mit der gebärdensprachdolmetschenden Person. Ein solches Vorgespräch soll für eine professionelle Dolmetschleistung sorgen. Es dient auch dem seelischen und körperlichen Schutz der Dolmetschenden (Gotthardt, 1996). Wir fassen die Inhalte eines Vorgesprächs im Folgenden zusammen: Inhaltliche und formale Informationen In einem Vorgespräch kann die therapeutische Fachperson der gebärdensprachdolmetschenden erklären, in welche Richtung ihr Gespräch hinführen soll und welche sprachlichen Mittel sie einsetzen möchten (Frishberg, 1986). Nach der Besprechung des Auftrages kann die dolmetschende Person entscheiden, ob sie diesen Auftrag überhaupt annehmen möchte (Gotthardt, 1996). Sie darf auch nachfragen, ob gewalttätige Ausbrüche der zu therapierenden Person zu 22

23 befürchten sind (Jokay, 1993). Erklärt wird die zu erwartende Symptomatik und ob diese eine spezielle Vorgehensweise (z.b. Freihaltung von Fluchtweg entweder für die gehörlose oder dolmetschende Person) erfordert. Weiter werden die mögliche Sitzordnung und die Lichtverhältnisse besprochen (Glickman & Gulati, 2003). Platziert sich der Dolmetscher / die Dolmetscherin leicht zurückversetzt hinter die therapeutische Fachperson, so hat die gehörlose Person beide im Blickfeld. Sie kann die verbale Botschaft des Dolmetschers / der Dolmetscherin und gleichzeitig die Mimik der therapeutischen Fachperson aufnehmen (Frishberg, 1986). Dennoch, schränkt Frishberg (1986) ein, kann diese Sitzordnung zur Folge haben, dass die gehörlose Person das Behandlungsteam als zu sehr miteinander verbündet empfindet. Somit hat das letzte Wort in Sachen Sitzordnung und optimale Ausnutzung der Lichtverhältnisse immer die gehörlose Person. Die Dolmetschenden müssen die therapeutischen Fachpersonen darüber in Kenntnis setzen, dass sie alles, also auch Randbemerkungen, übersetzen (Seeber, 2001) Rollenklärungen Wie oben beschrieben, unterscheiden sich die jeweiligen Rollenerwartungen aller Beteiligten an die Dolmetschenden sehr. Sinn und Zweck des Vorgesprächs soll daher auch sein, Rollen zu definieren und zu klären. Die therapeutische Fachperson hat die volle Verantwortung für die Leitung und den Verlauf des Gesprächs. Sie allein fällt Entscheidungen betreffend Diagnose und therapeutischer Indikationen. In den Verantwortungsbereich der Dolmetschenden gehören die Sicherstellung der Kommunikation auf sprachlicher und kultureller Ebene sowie Auskünfte über sprachliche Auffälligkeiten. Dazu gehört auch, dass die Dolmetschenden eigene Wünsche zur Kommunikationsklärung beiseite legen müssen. Frishberg (1986, S.119) weiss dazu: In the interest of complete communication, the interpreter may wish to ask for clarification of something the client says; but the therapist may be deliberately choosing not to clarify. Es obliegt den Dolmetschenden zudem, sich auf die jeweilige Kommunikationsart der gehörlosen Person einzustellen (Ewald, 2003) Übertragungen und Gegenübertragungen Himmelreich (1993) stellt die Möglichkeit dar, dass eine Übertragung von der gehörlosen Person auf die therapeutische Fachperson stattfinden kann, so dass diese als Repräsentierende der gesamten hörenden Umgebung und der mit ihr verbunden Erfahrungen der Unterdrückung und Bevormundung gesehen wird. Sie machte die Erfahrung, dass in der Therapie mit gehörlosen Personen ein hohes Mass an intensiven Gefühlen wie Wut und Zorn, Ärger und Verzweiflung auf die therapeutischen Fachpersonen übertragen werden. Seeber (2001) stellt dazu fest, ( ) dass der Dolmetscher, dadurch dass er unweigerlich zu einem Teil des Geschehens um sich wird, einer grossen psychischen Belastung ausgesetzt ist, und es aufgrund 23

24 verschiedener Phänomene wie z.b. Übertragungen oftmals schwierig ist, unter Einhaltung der Berufs- und Ehrenordnung im besten Interesse des Patienten zu arbeiten. (S. 54) Allaoui (2005) hat die Erfahrung gemacht, dass Klienten und Klientinnen z.b. die Dolmetschenden wie einen autoritären Elternteil erleben können. Verhalten sich diese dann tatsächlich so, kommt es zu Gegenübertragungen. Auch die therapeutische Fachperson kann bei den Gebärdensprachdolmetschenden Erinnerungen an einen eigenen Elternteil wecken und auch dort kann es zu Gegenübertragungen kommen. Die Wahrnehmung und die Berücksichtigung von Übertragungen und Gegenübertragungen ist ein nicht zu unterschätzender Teil der Arbeit. Im Gespräch zwischen Dolmetschenden und therapeutischen Fachpersonen muss auch Zeit für die Reflexion solcher Prozesse eingeräumt werden. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Möglichkeit gelegt werden, dass die Übertragungen statt wie in einer dyadischen Kommunikation auf die therapeutische Fachperson hier auf die dolmetschende Person gemacht werden können. Funktionieren die therapeutische Fachperson und die Dolmetschenden als Behandlungsteam, können solche Prozesse zum Wohle der Gehörlosen ausgenutzt werden. Auch Tribe (2002) verweist auf the positive therapeutic use of presence of an interpreter ( ) with deaf person (S. 139). Somit wird umso deutlicher, dass die Gebärdensprachdolmetschenden keine neutrale Rolle innehalten, sondern (eng) mit der therapeutischen Fachperson zusammenarbeiten sollten. Die volle Verantwortung für alle Prozesse und therapeutischen Interventionen obliegt jedoch den Therapeuten und Therapeutinnen Psychologische Testverfahren Die in den gängigen Therapien angewandten Testverfahren lassen sich nicht ad hoc in die Gebärdensprache dolmetschen. Ewald (2003) berichtet von einem mehrjährigen amerikanischen Projekt von Veltri und Miller, welches 2001 ein klinisches psychologisches Testverfahren in die amerikanische Gebärdensprache übersetzte. Sollte es zu Testverfahren in der Dolmetschsituation kommen, hält es Ewald für wichtig, dass die Dolmetscherin Ziel und Vorgehensweise des Test kennt (2003, S. 20). Im Vorgespräch kann solches Wissen erlangt werden Psychosoziale und emotionale Besonderheiten von Gehörlosen Die Gebärdensprachdolmetschenden machen die therapeutischen Fachpersonen auf relevante psychosoziale und emotionale Besonderheiten gehörloser Menschen aufmerksam. Als Beispiel kann erwähnt werden, dass die heutige Generation von erwachsenen Gehörlosen in der deutschsprachigen Schweiz grösstenteils in einem der fünf Schulinternate (Zürich-Wollishofen, St. Gallen, Riehen, Münchenbuchsee und Hohenrain) ihre Schulzeit verbrachte. In diesen Internaten war noch bis vor wenigen Jahren der Gebrauch der Gebärdensprache unter 24

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