Angehörigenberatung 2016 Verbund der Angehörigenberatungen mit ausgewiesenen Stellenprozenten

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1 Angehörigenberatung 2016 Verbund der Angehörigenberatungen mit ausgewiesenen Stellenprozenten 1

2 Institutionen im Verbund Auswertung der Angehörigenberatungen mit ausgewiesenen Stellenprozenten Clienia Schlössli AG Psychiatrische Dienste Aargau AG Psychiatrische Dienste Graubünden Psychiatrische Dienste Thurgau Psychiatrischer Dienst Spital Emmental AG Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden Psychiatriezentrum Münsingen solothurner spitäler ag psychiatrische dienste Spital Wallis Psychiatriezentrum Oberwallis St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd St.Gallische Psychiatrische Dienste Sektor Nord Universitäre Psychiatrische Dienste Bern Aufarbeitung der Daten: Thomas Lampert, Koordinator Prävention und Angehörigenarbeit St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd, Januar

3 Hätten wir nur schon früher von diesem Beratungsangebot erfahren, es hätte uns viel Leid erspart! Rückmeldung von Eltern in einer Angehörigenberatung 3

4 Statistik Angehörigenberatung Angehörige von Menschen mit psychischen Störungen sind vor und nach einer Hospitalisation eines Familienmitgliedes grossen Belastungen ausgesetzt. Durch die kürzeren Aufenthaltszeiten in der stationären Versorgung fehlen ihnen konstante Bezugspersonen als Ansprechpartner, entsprechend oft geraten Angehörige in gravierende Überlastungs- und Übermüdungssituationen. Um in dieser oft monatelangen Stresssituation nicht selber krank zu werden, brauchen manche Angehörige professionelle Unterstützung. Um diesem Umstand zu begegnen, bieten zwölf psychiatrische Institutionen Angehörigen von Menschen mit einer psychischen Erkrankung eine Beratungsmöglichkeit an. Die vorliegende Auswertung umfasst das Zahlenmaterial der zuvor gelisteten Institutionen, welche definierte Stellenprozente für die Angehörigenberatung ausweisen. Wie die Auswertung belegt, nutzen nicht lediglich die Angehörigen das Beratungsangebot, deren nahestehender Erkrankter in der Institution behandelt werden, welche die Beratung anbietet. Auch Angehörige, deren nahestehender Erkrankter (noch) keine Behandlung in Anspruch nimmt suchen die Beratungen auf. Dies zeigt, dass der Angehörigenberatung wegen der fehlenden Ansprechpartner in der Behandlung auch Aspekte der Prävention wie auch der Früherkennung / Frühbehandlung zugeordnet werden können. Den einzelnen Beratungsstellen stehen verschiedene Personalressourcen zur Verfügung und es sind unterschiedliche Aufgabenbereiche definiert. Diesem Umstand entsprechend sind die prozentualen Ressourcen der einzelnen Stellen nicht abgebildet. Das Zahlenmaterial wurde nach identischen Richtlinien erhoben. Die erhobenen Daten beziehen sich auf Gespräche und Telefonate von mehr als zehn Minuten Dauer. Die Angehörigenberatungen verstehen sich nicht als Konkurrenz zu den Angeboten im Behandlungsprozess, sondern als Ergänzung. Sie betonen, den direkten Einbezug von Angehörigen in den Behandlungsprozess als vorrangig zu betrachten. Die Angehörigenberatungen können einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie Angehörige mit einem hohen Bedarf an Beratung und Austausch erreichen, aber auch bei persönlichen Fragen zum Umgang mit Krankheitssymptomen, eigenen Unsicherheiten, Schuldgefühlen und eigenen Grenzen. Insbesondere bei einer Ablehnung des Einbezugs des Umfelds durch das erkrankte Familienmitglied ist die Angehörigenberatung eine wertvolle Anlaufstelle. Der Verbund von Angehörigenberatungsstellen mit ausgewiesenen Stellenprozenten ist sich bewusst um die Vielfalt unterschiedlicher Beratungsangebote, gerade auch auf der Ebene der Selbsthilfe. Entsprechend soll die vorliegende Auswertung keinesfalls diese wertvolle Angehörigenarbeit, welche anderweitig in verschiedenen Institutionen erbracht wird, schmälern. Anmerkungen zur Auswertung 1 Keine Zahlen der Psychiatrischen Dienste Graubünden 2 Keine Zahlen des Spital Wallis Psychiatriezentrum Oberwallis 4

5 Anzahl der Beratungen / Beratungsfälle (alle Formen) absolute Werte : Ø 1.45 Konsultationen / Fall Ø 51 Minuten / Konsultation Total 879 Stunden 2012: Ø 1.41 Konsultationen / Fall Ø 53 Minuten / Konsultation Total 890 Stunden 2013: Ø 1.43 Konsultationen / Fall Ø 41 Minuten / Konsultation Total 888 Stunden 2014: Ø 1.61 Konsultationen / Fall Ø 53 Minuten / Konsultation Total 1272 Stunden 2015: Ø 1.44 Konsultationen / Fall Ø 51 Minuten / Konsultation Total 1476 Stunden 2016: Ø 1.45 Konsultationen / Fall Ø 50 Minuten / Konsultation Total 1561 Stunden Form und Anzahl der Beratungen, absolute Werte in Konsultationen 1200 Persönliche Beratung Telefonische Beratung -Beratung Andere Formen

6 Form und Anzahl der Beratungen CH (1868 Beratungen) Anzahl der Beratungen % 1% 41% 54% Persönliche Beratung Telefonische Beratung -Beratung Andere Formen Minutenwerte 2016 CH 2% 0% 21% 77% Persönliche Beratung Telefonische Beratung -Beratung Andere Formen Beratungen in Stunden, gerundet Persönliche Beratungen Telefonische Beratungen -Beratungen Andere Formen Gesamtzeit aller Beratungen 1203 Stunden 330 Stunden 23 Stunden 5 Stunden 1561 Stunden 6

7 Diagnose des Patienten 1 (1184 Fälle / 1385 Nennungen), Mehrfachnennung möglich % Depression 18% 25% Manie / MDK Psychose / Schizophrenie 1% 4% 3% 1% 9% 10% 19% 6% Persönlichkeitsstörung Suchterkrankung Essstörung Demenz Ängste / Zwang Schmerzen Nicht bekannt / unklar Andere 7

8 Beziehung: Angehöriger ist... des Patienten 1 (1184 Fälle / 2462 Nennungen) Mehrfachnennung bei mehreren Gesprächsteilnehmern oder unterschiedlichen Settings möglich % 1% 0% 1% 4% 4% 12% Tochter Sohn Eltern 12% 7% Mutter Vater Schwester 7% Bruder Partnerin (w) 15% Partner (m) Grosseltern 22% Anderwandte Nachbarn 3% 7% 4% Arbeitskollegen Vorgesetzte Andere 8

9 Anteil Angehöriger, deren Patient in Behandlung ist 1 (1184 Fälle / 1182 Nennungen) 36% In Behandlung 64% In keiner Behandlung Anteil Angehöriger, deren Patient in eigener Institution in Behandlung ist 1 Mehrfachnennung möglich sowohl in eigener Institution als auch in anderer Institution 42% 58% In eigener Institution in Behandlung In anderweitiger Behandlung Patient war in der Angehörigenberatung mit dabei 1 (1184 Fälle / 1128 Nennungen) 7% ja nein 93% 9

10 Angehörige und Patient leben im selben Haushalt 1 (1184 Fälle / 1105 Nennungen) 50% 50% ja nein Sind minderjährige Kinder durch die Krankheit betroffen? 1 (1184 Fälle / 1066 Nennungen) 72% 28% ja nein Geschlecht Patient 1 (1184 Fälle / 1145 Nennungen) 47% Männlich 53% Weiblich 10

11 Alter Patient 1 (1184 Fälle / 1180 Nennungen) 7% 11% Unter 20 15% 41% 26% Über 65 Einkommen Patient 1,2 (1171 Fälle / 1079 Nennungen) 6% 20% 12% 7% 13% 42% Erwerbstätig IV Sozialhilfe über Angehörige AHV Anders Erkrankungsdauer Patient 1 (1184 Fälle / 1032 Nennungen) 16% 38% Ersterkrankung, < 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre 46% 11

12 Zuweisung der Angehörigen 1 (1184 Fälle / 1111 Nennungen), Mehrfachnennung möglich % 2% 4% 2% 5% 40% 30% Hausarzt Psychotherapeut Psychosoziale Institution Zeitung Internet Öffentliche Anlässe Mund zu Mund Werbung Institutionsintern andere 12% 3% 12

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