Von der Werkstatt. in ein Integrations-Projekt. Was ist mit der Rente?

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1 Von der Werkstatt in ein Integrations-Projekt Was ist mit der Rente?

2 Die Erklärungen sind in Leichter Sprache. Die Schrift ist dann schwarz. Die Gesetze sind in schwerer Sprache. Die Schrift ist dann blau. Ich gebe hier nur Hinweise! Vor einem Wechsel soll man sich immer beraten lassen. Das macht der Integrations-Fachdienst. Die Abkürzung dafür ist IFD.

3 Was sind Renten-Beiträge? Wer arbeitet bekommt dafür Geld. Man nennt das Geld Lohn oder Gehalt. Ein Teil von dem Geld geht an die Renten-Versicherung. Das ist wie ein Sparbuch. Wenn man alt ist, bekommt man jeden Monat Geld. Das Geld heißt Rente. Das Geld kommt von der Renten-Versicherung

4 Man arbeitet ungefähr einen Tag in der Woche für die Rente. (Beitragssatz aktuell 19,6 %) Wer viel verdient bekommt viel Rente. Wer weniger verdient bekommt weniger Rente. LWL-Messe LWL-Messe der der Integrationsunternehmen Integrationsunternehmen in in Münster, Münster,

5 Renten-Beiträge in der Werkstatt In der Werkstatt verdient man nicht viel Geld. Es wird trotzdem viel für die Rente eingezahlt. So wie bei Menschen, die Euro verdienen. 168 SGB VI Beitragstragung bei Beschäftigten (1) Die Beiträge werden getragen [ ] 2. bei behinderten Menschen von den Trägern der Einrichtung, wenn ein Arbeitsentgelt nicht bezogen wird oder das monatliche Arbeitsentgelt 20 vom Hundert der monatlichen Bezugsgröße nicht übersteigt, sowie für den Betrag zwischen dem monatlichen Arbeitsentgelt und 80 vom Hundert der monatlichen Bezugsgröße, wenn das monatliche Arbeitsentgelt 80 vom Hundert der monatlichen Bezugsgröße nicht übersteigt, im Übrigen von den Versicherten und den Trägern der Einrichtung je zur Hälfte (Bezugsgröße Sozialversicherung 2012: 2.625,-, 80 % entsprechen 2.100,- ; monatlicher Rentenbeitrag: 411,60 )

6 Renten-Beiträge im Integrations-Projekt Wer aus der Werkstatt in ein Integrations-Projekt wechselt, bekommt die gleiche Rente. Genau so hoch wie in der Werkstatt. Auch wenn man nur in Teilzeit arbeitet. Das Integrations-Projekt muss die Renten-Beiträge an die Renten-Versicherung bezahlen. Dafür bekommt das Integrations-Projekt Geld vom Amt. (Erstattung in NRW durch die zuständige Bezirksregierung)

7 179 SGB VI Erstattung von Aufwendungen (1) Für behinderte Menschen nach 1 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe a, die im Arbeitsbereich einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen tätig sind, erstattet der Bund den Trägern der Einrichtung die Beiträge, die auf den Betrag zwischen dem tatsächlich erzielten monatlichen Arbeitsentgelt und 80 vom Hundert der monatlichen Bezugsgröße entfallen, wenn das tatsächlich erzielte monatliche Arbeitsentgelt 80 vom Hundert der monatlichen Bezugsgröße nicht übersteigt; [ ] Für behinderte Menschen, die im Anschluss an eine Beschäftigung in einer nach dem Neunten Buch anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen in einem Integrationsprojekt ( 132 Neuntes Buch) beschäftigt sind, gilt Satz 1 entsprechend.

8 Das muss das Integrations-Projekt beachten: Bei der Anmeldung zur Sozial-Versicherung muss das Integrations-Projekt sagen: Bei uns arbeitet ein Mensch aus der Werkstatt. Schlüsselzahlen für Personengruppen in den Meldungen nach der Datenerfassungs- und -übermittlungsverordnung (DEÜV) Behinderte Menschen, die im Anschluss an eine Beschäftigung in einer anerkannten Werkstatt in einem Integrationsprojekt beschäftigt sind Das Integrations-Projekt muss das Geld beim Amt beantragen. AufwErstV Aufwendungserstattungs-Verordnung vom 11. Juli 1975 (BGBl. I S. 1896), die zuletzt durch Artikel 9 des Gesetzes vom 22. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2959) geändert worden ist (Weitere Informationen und Dokumente in der Anlage)

9 Ich bekomme schon eine Rente, was passiert dann? Manche Menschen in der Werkstatt bekommen schon eine Rente. Die Rente heißt Rente wegen Erwerbs-Minderung. Sie können Geld dazuverdienen. Dann wird weniger Rente gezahlt. Sie haben aber trotzdem mehr Geld zum Ausgeben. Der IFD kann Sie beraten.

10 Wichtig: Hinzuverdienst-Grenzen beachten! Die sagt Ihnen die Renten-Versicherung. Sehr wichtig: Schreiben Sie an die Renten-Versicherung. Erklären Sie, was Sie arbeiten. Dabei helfen der IFD und das Integrations-Projekt. Vor dem Wechsel mit der Renten-Versicherung sprechen! Wenn Sie Hilfe brauchen: Der IFD kann Ihnen helfen. Auch das Integrations-Projekt kann Ihnen helfen.

11 43 SGB VI Rente wegen Erwerbsminderung (1) [ ] (2) Versicherte haben bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn sie 1.voll erwerbsgemindert sind, 2. in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit haben und 3. vor Eintritt der Erwerbsminderung die allgemeine Wartezeit erfüllt haben. Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

12 Übliche Bedingungen des allgemeinen Arbeits-Marktes Das bedeutet: So arbeiten wie in den meisten Firmen. Im Integrations-Projekt ist die Arbeit oft anders: Mehr Pausen Einfache Arbeit Nicht so schnell arbeiten Die Arbeit wird mehrmals erklärt Es gibt eine Betreuung ( 133 SGB IX, Aufgaben der Integrationsprojekte) Das Integrationsprojekt bekommt Geld (besonderer Aufwand, 134 SGB IX) Die Arbeit ist dann nicht unter üblichen Bedingungen. Die Rente kann weiter gezahlt werden. Auch wenn man mehr als drei Stunden am Tag arbeitet.

13 Gescheiterter Arbeits-Versuch Frage: Ich arbeite schon viele Jahre in der Werkstatt. Nach 20 Jahren bekomme ich ja eine Rente. 43 SGB VI (6) Versicherte, die bereits vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit voll erwerbsgemindert waren und seitdem ununterbrochen voll erwerbsgemindert sind, haben Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn sie die Wartezeit von 20 Jahren erfüllt haben. Wenn es im Integrations-Projekt nicht klappt, fangen die 20 Jahre von vorne an? Antwort: Meistens nicht. Wenn sich an der Behinderung nichts geändert hat. Die Zeit im Integrations-Projekt zählt dann auch für die 20 Jahre.

14 43 SGB VI (2) [ ] Voll erwerbsgemindert sind auch [ ] 2. Versicherte, die bereits vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit voll erwerbsgemindert waren, in der Zeit einer nicht erfolgreichen Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Weitere Informationen in der Anlage zum Script (werden auf der LWL-Homepage veröffentlicht): Aufwendungserstattungsverordnung Musterabrechnung Beitragserstattung Musterbescheid Bezirksregierung Arnsberg (Modalitäten variieren je nach zuständiger Bezirksregierung) Zuständigkeiten Bezirksregierungen

15 Vielen Dank an Gerald Mettenborg, IFD Herford für die Unterstützung bei der Vorbereitung Elisabeth Hirsch, Bezirksregierung Arnsberg für die engagierte Recherche und viele fachliche Hinweise Zeichnungen Reinhild Kassing Annika Nietzio, Forschungsinstitut Technologie und Behinderung der Evangelischen Stiftung Volmarstein für Tipps zur Leichten Sprache und für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakt: Olav Kranz, Caritasverband Hagen e.v. Integrationsfachdienst Hochstr. 83 c Hagen

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