MOBILE PFLEGE KRANKER MENSCHEN PFLEGE DAHEIM, EINDRÜCKE, BESONDERHEITEN

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1 MOBILE PFLEGE KRANKER MENSCHEN PFLEGE DAHEIM, EINDRÜCKE, BESONDERHEITEN ZUSAMMENARBEIT UND TEAM MIT ÄRZTINNEN PRAKTIKUM BEIM MOBILEN NETZWERK DR. TATJANA MARINELL

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3 Übersicht Netzwerk Vorstellung Fallbeispiele zu Gast beim Patienten/bei der Patientin den Patienten/die Patientin auf seinem/ihrem Weg mit Respekt und Wertschätzung begleiten Autonomie und Würde des Patienten/der Patientin achten Kooperation Praktikum

4 netzwerk krebs_vorsorge_nachsorge Prävention Primärprävention, Verhinderung von Erkrankung, Lebensstil-Medizin Sekundärprävention, dient der Früherkennung, Vorsorgeuntersuchungen, Screenings Tertiärprävention, verhindert das Wiederauftreten früherer Erkrankungen Quartärprävention, Vermeidung von Übermedikalisierung, Grundsatz: primum non nocere

5 Konzept - Salutogenese Salutogenese (salus = Gesundheit, genese = Entstehung) nach Aaron Antonovsky ( ): Wie wird man, wo immer man sich in dem Fluss befindet, ein guter Schwimmer? Kohärenzgefühl (Sense of Coherence), drei Komponenten: - Comprehensibility (verstehbar) - Manageability (handhabbar) - Meaningfulness (sinnhaft).

6 Konzept - Salutogenese Comprehensibility, Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen, Stimuli erklärbar Manageability, Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können, Ressourcen für Anforderungen zur Verfügung Meaningfulness, Glaube, dass das Leben Sinn hat, lohnendes Engagement A. Antonovsky (1997) Zur Entmystifizierung von Gesundheit einen

7 Bio-psycho-soziale Modell Den Patienten/die Patientin kennen und verstehen lernen in seinen/ihren wechselseitigen körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen (Werte-) Bezügen Menschen als aufeinander bezogene soziale Wesen auf Hintergrund ihrer biografischen Lernerfahrung verstehen

8 Besonderheiten der mobilen Betreuung Betreuende bei ihm/ihr zu Hause, in seiner/ihrer Welt, Gast (im Gegensatz zum Krankenhaus) Chronische Erkrankung - Leben mit Erkrankung, weniger um Kampf gegen, Lebensqualität Psychosoziale Aspekte besonders wichtig Angehörige als Aufgabe, als Problem, als Unterstützung Ethik und Patientenwille (Patientenverfügung) Sterbebegleitung ( End of life decisions ), =Lebensbegleitung, Menschenwürde Verantwortung und Grenzen der Betreuenden

9 Besonderheiten der mobilen Betreuung Entscheidungsspielräume größer Pat. helfen herauszufinden, was er/sie will (Autonomie als Wert) Weg ist das Ziel und Weg entsteht beim Gehen Improvisieren, mit Nichtwissen leben, mit nicht Perfektem, mit Kompromissen (Welche Standards gelten?) individuelle Betreuung, Lebensqualität

10 Besonderheiten der mobilen Betreuung Als DGKP allein, Unterstützung im Team besonders wichtig für: Gefühl der Gemeinsamkeit Möglichkeit sich mitzuteilen, sich auszutauschen, sich zu ermutigen, emotional zu unterstützen sich in unterschiedlichen Fähigkeiten gegenseitig zu ergänzen Team-, Fallbesprechungen, Supervisionen

11 Rahmenbedingungen Schnittstellenmanagement, Aufnahme und Entlassung Krankenhaus, multiprofessionelles Zusammenwirken Finanzierung der mobilen Pflege, Modell sozial gestaffelte Klientenbeiträge, Bemessungsgrundlage (Summe Einkommen, Pflegegeld minus Summe Wohnkosten, Kosten für Lebensunterhalt) Erstgespräch zu Hause Medizinische Hauskrankenpflege (KH-ersetzende Maßnahme)

12 Medizinische Hauskrankenpflege Abklopfen, Absaugen bei Sekretanschoppung Beine bandagieren Blasenkatheterismus, -spülung, -instillation Blutentnahme: venös, kapillär, Blutzuckerbestimmung Darmeinlauf, Klysmol Dauerkatheter- und Urinalpflege Flüssigkeitsbilanz Harnuntersuchungen (Teststreifen) Hilfestellung bei kl. chirurgischen Eingriffen Inhalationen

13 Medizinische Hauskrankenpflege Injektionen (s.c. u. i.m.) Insulininjektionen Magensonde (Nährsonde) legen Medikamentenverabreichung Sondennahrung verabreichen Therapeutische Lagerungen und Handling Tracheostomiepflege Überwachung von Infusionen Verbandswechsel Wundversorgung

14 Pflege rechtlich Eigenverantwortlicher Bereich: lt. Bundesgesetz über Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, GuKG (1997, konsolidiert 2012) - Pflegeanamnese (Erheben der Pflegebedürfnisse) - Pflegediagnostik (Feststellen der Pflegebedürfnisse) - Pflegeplanung - Pflegeprozess (Durchführung und Kontrolle der pflegerischen Maßnahmen) - Pflegeevaluation

15 Pflege rechtlich Mitverantwortlicher Bereich: Anordnungsverantwortung (Arzt/Ärztin) schriftlich, Gegenzeichnen Durchführungsverantwortung (Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege) Medikamentenverabreichung, Vorbereitung und Verabreichung von Injektionen, Blutabnahme, Verbandswechsel,

16 Pflege Interdisziplinärer Tätigkeitsbereich Vorschlag- und Mitentscheidungsrecht, Durchführungsverantwortung, Vorbereitung der Pat. und Angehörigen bei Entlassung, Hilfestellung bei Weiterbetreuung,.. 16 GuKG Teil des Behandlungs- und damit des Gesamtsystems

17 Beteiligte Berufsgruppen und Institutionen Professionelle Koordination, Integration anderer Berufsgruppen und Institutionen in Behandlungsplanung, Vernetzung ambulant/stationär Wir haben eine gemeinsame Aufgabe Ganzheitliche Betreuung, Begleitung, Hilfreiche Strukturen, klare Zuständigkeiten Informationsfluss, Erreichbarkeiten Überschneidungen, Übergaben, Übernahmen Fallbesprechungen, regelmäßiger Austausch, Dialog

18 Kooperation Gemeinsame Wirklichkeit, geteiltes Verständnis der Patientenwirklichkeit Was braucht der/die Pat? Pat. kann auf Respekt, Achtung vertrauen Interdisziplinäre Koordination Therapieplanung, Ziele der Behandlung Reevaluation der Behandlungsbemühungen Behandlungsbegrenzung, Patientenverfügung Wege: Kommunikation, z. Bsp. HelferInnenkonferenz (Azt/Ärztin + DGKP + Pat+ Ang)

19 Beteiligte Personen /Kooperation Was brauchen Sie? (DGKP, Angehörige) Rückhalt, Information, Wertschätzung, Entlastung Was brauche ich als Arzt/Ärztin? Kooperation: Gegenseitige Wertschätzung, Verständnis für die unterschiedlichen Welten, Ergänzung, gemeinsam tragen, Absprache in überschneidenden Bereichen, Herstellen einer zumindest teilweisen Wirklichkeit

20 Praktikum Ablauf Ziele Inhalte Erfahrungen mit PraktikantInnen Ausschnitte aus Berichten Einladung

21 Praktikum Umfang, Ablauf 80 Stunden Begrüßung und Einführung im netzwerk 4 Stunden mit einer DGKS in der Pflege Auswahl von 1-2 Pat für Bezugspflege, Terminplanung Supervision: Reflexion der persönlichen Erfahrung, beratende Gespräche, Qualitätssicherung Rückmeldung Pat, Selbsteinschätzung Abschlussbericht

22 Praktikum Ziele Vorbereitung für den Arzt-Beruf Praktische Ergänzung und Vertiefung der theoretischen Lerninhalte Kennenlernen der konkreten Lebensrealität chron., schwer kranker Menschen, was Krankheit individuell bedeutet Erhöhung der Fähigkeit zu Empathie, zugleich Lernen der Fähigkeit sich abzugrenzen LQ Pat und Arbeitszufriedenheit BetreuerIn Förderung der Reflexionsfähigkeit

23 Praktikum Inhalte Kennenlernen der Arbeit in der mobilen Pflege Anforderungen einer psycho-sozialen, psychoonkologischen Grundversorgung Üben der Kommunikation mit Pat, Angehörigen Interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit, Teamfähigkeit Vermittlung eines gelebten bio-psycho-sozialen (und spirituellen) Menschenbildes

24 Praktikum Inhalte Vermittlung einer salutogenetischen, ressourcen- und lösungsorientierten Perspektive einer professionellen und reflexiven Haltung (respektvoll, wertschätzend, aufmerksam, einfühlend, hilfsbereit und achtsam auch bezüglich der eigenen Grenzen) und Reflexion von auftauchenden ethischen Fragen - Ethisch werden heißt wahrhaft denkend werden. (Albert Schweitzer, Kultur und Ethik 1948)

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