Definition: Informationssystem



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Definition: Informationssystem Grundsätzlich besteht ein betriebliches Informationssystem sowohl aus rechnergestützten Daten als auch aus nicht-rechnergestützten Daten. Es stellt also alle betrieblichen Informationen bereit. In der Informatik wird der Begriff Informationssystem genutzt, um aufeinander abgestimmte Software-Module, die innerhalb eines Betriebes oder einer Branche gemeinsam zur Unterstützung der betrieblichen Arbeitsabläufe eingesetzt werden, zu beschreiben. Stahlknecht/ Hasenkamp fassen die allgemeinen Aufgaben eines Informationssystems wie folgt zusammen: die Richtige Information zur richtigen Zeit in der richtigen Form am richtigen Platz! 1 (Aufzählung d. d. Verf.) 1) Quelle: Stahlknecht, Peter; Hasenkamp, Ulrich (2002): Einführung in die Wirtschaftsinformatik. 10. Auflage. Berlin u.a.: Springer. S. 397. 1 Definition: Krankenhausinformationssystem Ein Krankenhausinformationssystem ist ein Informationssystem, das in einem Krankenhaus verwendet und auf die betrieblichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Ein Krankenhausinformationssystem (KIS) ist das Teilsystem eines Krankenhauses, das alle informationsverarbeitenden (und speichernden) Prozesse und die an ihnen beteiligten menschlichen und maschinellen Handlungsträger in ihrer informationsverarbeitenden Rolle umfasst. Das KIS dient dazu, die Mitarbeiter des Krankenhauses bei der Erledigung der Aufgaben des Krankenhauses zu unterstützen. Es umfasst daher alle Bereiche des Krankenhauses, alle Gebäude des Krankenhauses und alle Personengruppen, die im Krankenhaus tätig sind. 2 2) Quelle: Winter, Alfred; Ammenwerth, Elske, Brigl, Birgit; Haux, Reinhold (2002): Krankenhausinformationssysteme. In: Lehmann, Thomas; Meyer zu Bexten, Erdmuthe (Hrsg.): Handbuch der Medizinischen Informatik. München/Wien: Carl Hanser. 2

Ziele eines KIS Informationstransport im eigenen Arbeitsbereich (berufsgruppenübergreifend) z.b. Patientendokumentation: Pflege <-> Arzt innerhalb der Berufsgruppe z.b. Dienstplangestaltung: Station <-> Pflegedienstleitung zwischen medizinischen Fachbereichen z.b. Terminplanung: Station <-> Funktionsdiagnostik (Röntgen, EKG) zwischen Verwaltungseinheiten z.b. Bewerbung: Pflegedienstleitung <-> Personalabteilung Informationsspeicherung Langfristige Aufbewahrung der Daten (Archivfunktion) 3 Subsysteme nach Aufgabengebiet Patientenversorgung Forschung Verwaltung Lehre Haustechnik 4

Subsysteme nach Fachbereich Ein Krankenhausinformationssystem besteht aus unterschiedlichen Subsystemen, die je nach Bedarf vom Haus integriert werden. Jedes Subsystem ist mit anderen Subsystemen verbunden und teilt mit diesen anfallende Daten. Patientendatenmanagement Aufnahme der Erstkontaktdaten und vorläufige Diagnose. Pflegeinformationssystem (PIS) Daten des Pflegeprozesses (Pflegeanamnese, Pflegeplanung, Beobachtungsdaten, Durchführungsdaten) Medizinisches Informationssystem (MedIS) Daten der Diagnostik und der Therapie. Funktionsdiagnostik Annahme von Befundungsaufträgen, Organisation der Abläufe, Weiterleitung der Befunde in das MedIS. 5 Subsysteme nach Fachbereich Anästhesie und OP Nutzung von MedIS und PIS zur Organisation der Ablaufplanung, Überwachung und Dokumentation. Intensivmedizin Nutzung von MedIS und PIS zur Organisation der Ablaufplanung, Überwachung und Dokumentation. Physikalische Therapie Erfassung der Behandlungsdaten. Radiologieinformationssystem (RIS) und Labor-Informationssystem (LIS) Archivierung der Bilddaten, Befundung. Qualitätsmanagement Sammlung der Prozessdaten im QM. 6

Subsysteme nach Fachbereich Arztbriefschreibung Erstellung des medizinischen Berichtswesens. Rechnungswesen Verbindet die Finanz- und Anlagenbuchhaltung sowie die Kostenrechnung. Controlling Nutzung der Daten anderer Module zur Erstellung von Analysen. Materialwirtschaft Verwaltung von Bestell- und Liefervorgängen. Facility Management Planung und Durchführung der Krankenhaustechnik sowie dem Gebäudemanagement. 7 Elektronische Krankenakte Die elektronische Krankenakte stellt berufsübergreifend alle einen Patienten betreffenden Informationen zusammen. Die elektronische Krankenakte stellt damit den inhaltlichen Kern eines Krankenhausinformationssystems dar. Synonyme: Elektronische Patientenakte Digitale Patientenakte Digitale Krankenakte Achtung: Wie bei der Krankenakte in Papierform, muss auch bei der elektronischen Krankenakte in einer Notfallsituation der Zugriff auch durch nicht autorisierte Personen (sprich: Mitarbeiter, die normalerweise keinen Zugang zu den Informationen des Patienten haben) gewährleistet sein. Projektplanung und umsetzung: http://www.digitale-krankenakte.de/ 8

Elektronische Krankenakte Vorteile Gleichzeitiger Zugriff durch mehrere Personen auf die Akte möglich. Gewährleistung der Datensicherheit wesentlich vereinfacht. Keine Transportzeiten. Vereinfachte Erstellung von Folgedokumenten (z.b. Arztbrief, Überleitungsbogen). Keine Fehler durch Missinterpreation der Handschrift. Gesundheitszustand ist sehr gut verfolgbar (u.a. graphische Darstellung). Änderungen von Eintragungen leicht möglich. Massive Vermeidung von Papierbergen. Nachteile: Anfänglich höhere Kosten (Software, Hardware). (Neue) Mitarbeiterschulung erforderlich. Gefahr: Technische Probleme können zum Ausfall einer ganzen Organisationseinheit (Station) führen. Folge: Keine Krankenakte ist mehr zugänglich! 9 Auswahlkriterien: Beurteilung des Herstellers Gründungsjahr Seit wann ist der Hersteller am Markt vertreten? Das Gründungsjahr lässt u. U. Rückschlüsse auf die Stabilität des Unternehmens zu. Jahr der Erstentwicklung Seit wann wird die Software vom Hersteller entwickelt? Wie viele Versionen sind seitdem erschienen? Das Entwicklungsjahr in Kombination mit der Anzahl der Versionen lässt u. U. Rückschlüsse auf die Stabilität und Aktualität der Software zu. Mitarbeiterzahl Wie viele Mitarbeiter sind im Unternehmen beschäftigt? Die Anzahl der Mitarbeiter lässt u. U. Rückschlüsse auf eine kompetente und zeitnahe Betreuung zu. Referenzen Gibt der Hersteller Referenzkunden an, die vor der Kaufentscheidung angesprochen werden können? Vorsicht ist geboten, wenn keine Referenzkunden angegeben werden. 10

Auswahlkriterien: Beurteilung des Herstellers Anzahl der Installationen / Lizenzen Wie viele Installationen sind zur Zeit in Betrieb? Wie viele Lizenzen sind vergeben? Besonderer Wert sollte auf die Anzahl der Installationen gelegt werden. Hiermit wird letztlich die Frage beantwortet, wie viele Unternehmen auf die Software vertrauen. Anzahl der Vertriebspartner Wie viele Vertriebspartner stehen bundesweit zur Verfügung? Wie weit ist der nächste Vertriebspartner vom eigenen Haus entfernt? Wichtigste Frage ist, ob der Vertriebspartner auch Installations- und Supportleistungen übernimmt. Nur dadurch kann im Notfall eine schnelle Versorgung gewährleistet werden. Angebotsspektrum Bietet der Hersteller nur Software oder auch Hardware an? Es gilt: Je mehr Leistungen aus einer Hand kommen, desto geringer ist der Zeitaufwand (für Absprachen etc.). Betriebssystem-Plattformen Für welche Betriebssysteme bietet der Hersteller seine Software an? Insbesondere große Software-Projekte wie ein KIS sollten auf unterschiedlichen Plattformen lauffähig sein, um spätere Umstellungen zu ermöglichen. 11