MAMA, ICH WILL EINEN HUND
Das bin ich Ich heiße Nora, bin schon sieben Jahre alt und wohne mit Mama, Eric und meinem großen Bruder in Wien. IMPRESSUM: Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsgruppe Umwelt, Rathaus, 1082 Wien Redaktion: Ulli Sima und Maggie Entenfellner
DAS IST MEIN BRUDER BEN Ich habe ihn gern, aber er kann auch ganz schön gemein sein. Mama und Eric sind unsere Eltern, aber wir haben noch den Papa. Bei ihm sind wir oft am Wochenende. Ich bin gerne bei ihm. Bei Papa bekomme ich fast alles, was ich will.
Das ist Felix Felix hat mir noch nie einen Kaugummi ins Haar geschmiert so wie mein Bruder Ben. Aber wenn Felix keine Lust zum Spielen hat, faucht er. Er spielt nämlich nur, wenn er will. Daher lass ich Felix dann in Ruhe. Felix wohnt bei Papa. Ich kann ihn besuchen, wann ich will. Bei mir daheim will ich einen Hund. Dann habe ich zwei liebe Haustiere.
Heute war eine Dame mit einem Schulhund bei mir in der Klasse. Der war lieb, groß und weiß und mit einem roten Halstuch. Die Dame heißt Frauchen, zumindest habe ich das so verstanden. Weil sie gesagt hat: Ich bin das Frauchen vom Willy. Willy heißt der Hund. Er hat aber noch zwei Namen: Er ist ein Golden Ritriva, hat Frau Frauchen gesagt. Man schreibt aber Retriever hat Frau Frauchen gemeint. Dabei kann Willy gar nicht lesen! Und wir sollen den Menschen mit dem Hund fragen, bevor wir den Hund streicheln..
Das ist Wasti Das ist Wasti, so stelle ich ihn mir vor. Natürlich hat Wasti auch drei Namen: Wasti Goldn Basti. Wasti ist mein bester Freund und er versteht jedes Wort, das ich sage. Und ich verstehe alles, was er sagt. Wir erleben gemeinsam ganz tolle Abenteuer. Wasti will aber auch manchmal seine Ruhe so wie Felix. Denn Frau Frauchen hat gesagt, wenn ein Hund nicht spielen will, dann soll er auch nicht spielen müssen.
Mama! Ich will einen Hund, so wie den Wasti, sage ich zu meiner Mama beim Frühstück, beim Abholen, beim Einkaufen und beim Schlafengehen, eigentlich immer. Du bist zu klein für einen Hund, meint Mama. Und außerdem: Ein Hund ist kein Spielzeug, er will nicht immer spielen, wenn du gerade willst. Und er muss Gassi gehen, er braucht Auslauf und wird auch manchmal krank.
Mama will immer noch keinen Hund. Mein Bruder Ben aber schon: Ich werde gaaaanz sicher jeden Tag mit unserem Hund Gassi gehen. In der Früh und vor dem Schlafengehen, verspricht er. Eric meint nur: Knurren kann ich selber, dafür brauche ich keinen Hund. Daraufhin sagt mein Bruder Ben: Das kann ich auch und knurrt so lustig, dass ich lachen muss.
Juhuuu, wir bekommen einen Hund! Mama hat lange überlegt und mit Eric gesprochen, hat sie gesagt. Wir haben beide einen Hund gehabt, als wir Kinder waren, meint Mama. Ein Wauwau wäre eigentlich für uns alle gut. Und der faule Eric bewegt sich wenigstens beim Gassigehen in der Früh. Sie ist die beste Mama. Auch Eric ist der Beste und so faul, wie Mama sagt, ist er gar nicht.
Ich bin zwar nicht so groß wie die Erwachsenen, aber ich weiß manchmal mehr als sie. Hunde soll man nicht im Internet kaufen, sondern nur aus dem Tierheim oder vom Züchter, hat Frau Frauchen in der Schule gesagt. Und geimpft müssen Hunde auch sein so wie ich.
Mama sagt, ihre Arbeitskollegin hat einen Hund ein Weibchen. Das finde ich lustig: Weibchen. Die Bubenhunde heißen Männchen. Aber alle sagen: Mach Männchen, ich hab noch nie Mach Weibchen gehört. Die Erwachsenen sind schon komisch.
Der Hund von Mamas Kollegin hat vier Junge bekommen und die gibt sie an liebe Menschen. Sie ist nämlich Hundezüchterin. Fünf Hunde sind ihr zu viel. Ich hätte schon gerne fünf Hunde, aber Mama meint, einer reicht. Mama zeigt uns auch Fotos von der Hundemama und ihren Jungen. Ursüß! Juhuu, wir holen unseren Hund! Mama fährt, Eric, Ben und ich versuchen, wie Hunde zu hecheln. Hört auf mit dem Unsinn, meint Mama, aber sie lacht dabei.
Mama, riecht ein Hund gut?, frage ich sie. Wenn er gerade im Regen war, nicht Nein, ich meine, ob er eine gute Nase hat. Ah so, ja natürlich. Suchhunde zum Beispiel riechen Menschen, die nach einem Erdbeben unter Trümmern liegen. Die haben schon viele Menschen gerettet. Endlich sind wir da. Schon bei der Tür hören wir Piepsen und Bellen. In einem großen Zimmer ist eine Ecke mit einem Holzzaun abgeteilt. In der Ecke sehen wir: einen Hund, so groß wie mein Wasti. Das ist die Hundemama, sagt die Frau Züchterin, die Kollegin meiner Mama. Und dann sind da noch vier kleine, liebe Hunde. Alle sehen gleich aus. Aber zwei schlafen eingerollt und zwei andere raufen miteinander.
Die jungen Hunde sind 12 Wochen alt. Alle Hunde sind geimpft, sagt Mamas Arbeitskollegin und wedelt mit einem Papier herum und gechipt. Was heißt gechipt?, frage ich die Dame. Da bekommt der Hund ein kleines Metallstück mit einer Nummer drauf unter die Haut, damit man weiß, wohin er gehört, wenn er verloren geht. Wäre für dich auch gut, meint Mama zu Eric, aber der hört ihr gar nicht zu, weil er mit Ben und mir die kleinen Hunde streichelt. Die haben lustige Hängeohren, große schwarze Augen und laufen so ungeschickt herum, dass wir alle lachen müssen.
Man soll einen Hund nicht gleich beim ersten Besuch mitnehmen, hat Frau Frauchen gesagt. Also sind wir am nächsten Tag wieder zur Hundefamilie gefahren. Wir haben uns auf den lustigsten Hund geeinigt. Lebhaft ist der, meint Mama. Das ist eine Sie, sagt Mamas Arbeitskollegin. Dann kann sie aber nicht Wasti heißen, denke ich mir. Ich bin für Candy, meint Ben. In dem Augenblick wackelt Candy mit den Ohren. Sie mag diesen Namen. Den nehmen wir. Beim Autofahren war Candy sehr ängstlich. Sie hat gezittert und hat ein Lackerl gemacht. Das muss sie erst lernen, das Autofahren und das Gassigehen, hat Eric gemeint. Er kennt sich aus, er hat als Kind ja auch einen Hund gehabt. Am besten, wir gehen mit Candy in die Welpenschule.
Candy kann die Frisbeescheibe mit dem Maul fangen. Ich mach das lieber nicht. Ben hat es probiert und sich eine blutige Lippe geholt. Candy ist sehr geschickt. Candy kann sich mit dem Hinterbein am Ohr kratzen, ich kann das nicht. Candy findet mich immer, ich kann mich noch so gut verstecken. Sogar im Kasten im Keller. Aber manchmal hat sie einfach keine Lust zum Spielen. So wie ich auch. Dann legt sie sich einfach auf ihren Platz und legt die Schnauze auf ihre Pfoten.
Mama geht jetzt auch in die Schule so wie ich. Sie lernt für den Hundeführschein. Da macht sie eine Prüfung so wie ich. Dafür lernt sie. In einem Buch von der Stadt Wien. Ob sie auch ein Sternchen von der Lehrerin bekommt, wenn sie alles richtig gemacht hat, weiß sie nicht. Candy lernt auch. Sitz und Bei Fuß kann sie schon. Gassigehen sowieso. Mama und Eric nehmen das Sackerl für das Gackerl von Candy. Das gibt es gleich am Eck. Eine Leine und einen Maulkorb hat Candy auch. In der Hundezone läuft Candy aber ohne Leine und Maulkorb herum. Sie trägt immer ein Brustgeschirr. Das ist besser als ein Halsband, sagt die Mama, weil es nicht würgt.
Buhhhu! Candy ist weg. Ich war mit Candy und Eric einkaufen und da hat es furchtbar gekracht. Eric hat vor Schreck die Leine losgelassen und Candy ist vor Schreck weggelaufen. Bei einer Baustelle ist ein Container umgefallen, ich habe ganz laut nach Candy gerufen, aber ich habe sie nicht mehr gefunden. Jetzt ist Candy irgendwo allein in der Stadt. Arme Candy. Sie ist jetzt gaaanz allein. Auch Mama ist traurig, aber sie weiß Rat. Sie drückt mich fest und sagt: Ich rufe die Tierschutz-Helpline 4000-8060 an. Und ich rufe im Tierheim an und bei der Polizei. Vielleicht hat ja jemand unsere Candy gefunden. Tierschutz-Helpline 4000 8060
Oje. Viele Hunde sind gefunden worden, aber unsere Candy nicht. Bald wird es dunkel und sie hat sicher Angst. Jemand wird Candy schon finden. Da bin ich mir ganz sicher.
Jippijeeh! Die Dame von der Tierschutz-Helpline hat angerufen. Candy ist gefunden worden. Sie wartet jetzt im Tierheim, dass wir sie abholen So schnell waren wir vier noch niemals in der U-Bahn. Aber mir kommt vor, die U-Bahn fährt heute viel zu langsam. Candy!!! Du bist es. Endlich bist du wieder da. Wir werden nie mehr auseinander gehen. Wir werden immer zusammenbleiben. Du bist der liebste Hund von ganz Wien.
Das sind Ulli und Maggie. Beide haben Tiere gern. Ulli Sima ist in Wien für Hunde, Katzen und alle anderen Tiere zuständig. Sie passt auf, dass es den Tieren in der Stadt gut geht. Maggie Entenfellner ist eine bekannte Tierschützerin mit großem Herz für alle Vierbeiner, die immer zur Stelle ist, wenn ein Tier in Not ist. Erreichbar ist sie unter: tierecke@kronenzeitung.at Tierschutz-Helpline: +43 1 4000-8060 oder schicke ein E-Mail an tierschutz@ma60.wien.gv.at