Darmoperation (Kolon)

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Transkript:

DEPARTEMENT CHIRURGIE Darmoperation (Kolon) Patienteninformation

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient Demnächst werden Sie sich einer Darmoperation unterziehen. Moderne Behandlungskonzepte machen es möglich, diesen Eingriff schonend durchzuführen und die Erholungszeit zu verkürzen. Um dies sowie eine möglichst rasche Regulierung der Magen-Darm-Tätigkeit zu erreichen, sind eine gezielte Schmerzbehandlung und baldiges Aufstehen und Bewegen wichtig, ausserdem sollte man sobald als möglich wieder mit der normalen Nahrungsaufnahme beginnen. Das Kantonsspital Winterthur (KSW) richtet sich dafür seit 2013 nach einem neuartigen Behandlungskonzept. Es nennt sich ERAS (Enhanced Recovery after Surgery), was sich mit «verbesserte Erholung nach chirurgischen Eingriffen» übersetzen lässt. Es ist uns ein Anliegen, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen und der Spitalaufenthalt zu Ihrer vollsten Zufriedenheit verläuft. Deshalb legen wir Wert darauf, Sie bereits vor dem Eintritt über die Abläufe im Spital zu informieren. Auf diese Weise wird Ihnen auch ermöglicht, selbst aktiv zur Genesung beizutragen. Wir bitten Sie, dieses Informationsschreiben gemeinsam mit Ihren Angehörigen oder Bezugspersonen durchzulesen und bei Fragen oder Problemen mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen einen möglichst angenehmen Aufenthalt und baldige Genesung. Das Behandlungsteam der Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie

Das ERAS-Konzept kurz erklärt gute Nachsorge, tel. Follow-up, Nachkontrolle beim Operateur fundierte Patienteninformation im Vorgespräch bei Arzt, Anästhesist, Pflege möglichst baldiger Spitalaustritt möglichst bald wieder essen und trinken optimale Schmerztherapie Frühmobilisation ERAS schnelle Erholung weniger Risiken und Komplikationen kürzerer Spitalaufenthalt Spitaleintritt kurz vor der Operation vor der Operation möglichst lange essen und trinken minimales Abführen Übelkeit vorbeugen schonende Operationstechnik Die Vorteile des ERAS-Konzepts schonende Operationstechnik weniger Komplikationen weniger Schmerzen weniger Übelkeit möglichst normal essen und trinken früherer Austritt aus dem Spital möglich persönliche Vor- und Nachbetreuung Um nach der Operation den Erholungsprozess zu unterstützen, ist es wichtig, dass Sie sich rasch wieder bewegen und Nahrung zu sich nehmen. Die Fortschritte dürfen Sie in Ihrem persönlichen Tagebuch dokumentieren. Wir empfehlen Ihnen, nach der Operation Kaugummi zu kauen, um die Verdauung zu stimulieren. Bringen Sie Ihre Lieblingssorte am besten gleich mit.

Vorbereitung in den Tagen vor der Operation Körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind bereits vor der Operation wichtig. Wir empfehlen Rauchern, auf das Rauchen zu verzichten oder ihren Nikotinkonsum im Hinblick auf die Operation zumindest einzuschränken. Wenn es Ihr Ernährungszustand erfordert oder Sie an einer Krebserkrankung leiden, wird Ihnen der behandelnde Arzt ein spezielles Getränk (Impact Oral) zur Stärkung des Immunsystems und zur Nahrungsergänzung verordnen. Dieses Getränk wird in der Regel 5 7 Tage vor der Operation bis zum Vorabend eingenommen. Einen individuellen Plan erhalten Sie zusammen mit dem Getränk. Bei Bedarf werden wir unsere Ernährungsberatung involvieren. Sollte in Ihrem Fall die Einnahme eines Abführmittels am Vortag der Operation notwendig sein, dürfen Sie nach dem Frühstück keine feste Nahrung, sondern nur noch Flüssigkeit zu sich nehmen. Der Spitaleintritt Sie treten entweder am Vortag oder am Operationstag ins Spital ein. In jedem Fall wird Ihnen die genaue Eintrittszeit rechtzeitig mitgeteilt. Zur unmittelbaren Vorbereitung auf die Operation geben wir Ihnen einen kohlehydratreichen Drink (Nutricia PreOP), der auch die Erholung nach der Operation fördert. Diesen nehmen Sie bitte nach Anweisung am Vorabend und/oder am Operationstag vor der Operation zu sich. Der Operationstag Der Narkosearzt wird Sie darüber informieren, ab wann Sie vor der Operation nichts mehr essen und trinken dürfen. Versuchen Sie, an diesem Tag aufs Rauchen zu verzichten. Nach der Operation werden Sie für ein paar Stunden im Aufwachraum betreut. Anschliessend bringt die zuständige Pflegefachperson Sie in Ihr Zimmer zurück. Weil möglichst baldige Bewegung für den Erholungsprozess wichtig ist, stehen Sie bereits am Operationstag wieder auf. Das Pflegefachpersonal wird Ihnen dabei behilflich sein. Wenige Stunden nach der Operation dürfen Sie essen und trinken. Es ist wichtig, dass Sie

wenn möglich mindestens einen Liter Flüssigkeit inklusive einer energie- und eiweissreichen Trinknahrung zu sich nehmen. Die Tage nach der Operation bis zum Spitalaustritt An den Tagen nach der Operation dürfen Sie wie gewohnt essen und trinken. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, sollten Sie pro Tag wenn möglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Ihnen täglich servierte energie- und eiweissreiche Trinknahrung ist für die Nährstoffzufuhr wichtig. Damit Sie sich genügend bewegen, ist es sinnvoll, dass Sie sich so viel wie möglich ausserhalb des Bettes aufhalten, indem Sie beispielsweise am Tisch essen, im Lehnstuhl sitzen, im Gang spazieren gehen oder einen Ausflug in unser Café oder den Park unternehmen. Die Wichtigkeit von Ernährung und körperlicher Aktivität Nach der Operation sind Ernährung und Bewegung wichtig, weil Sie dadurch den Erholungsprozess beschleunigen und das Risiko von Komplikationen nach der Operation reduzieren. Um Sie dabei zu unterstützen und Ihre Fortschritte aufzuzeigen, werden wir mit Ihnen zusammen ein entsprechendes Tagebuch führen. Falls nötig, kann jederzeit die Ernährungsberatung oder die Physiotherapie beigezogen werden. Schmerztherapie Eine gezielte und individuell angepasste Schmerztherapie ist entscheidend, damit Sie Ihre gewohnten Tätigkeiten bald wieder aufnehmen können. Das bedeutet, dass Sie sich fähig fühlen sollten, sich ausserhalb des Bettes aufzuhalten, zu essen und zu trinken. Zur Schmerztherapie während der ersten zwei bis vier Tage werden Sie vom Schmerzdienstarzt mitbetreut und erhalten Schmerzmedikamente sowohl über den rückenmarksnahen Epiduralkatheter als auch in Tablettenform. Nach der Entfernung des Katheters kann es vorübergehend notwendig sein, dass Sie stärkere Schmerzmedikamente einnehmen. Sollten Sie trotzdem noch Schmerzen verspüren, teilen Sie dies bitte unverzüglich der zuständigen Pflegefachperson mit.

Spitalaustritt Wenn Ihr Körper seine normale Funktionsfähigkeit wiedererlangt hat und die Nahrungsaufnahme und die Verdauung wieder geregelt ablaufen, die Operationswunden gut heilen und Ihre Schmerzen mit Schmerztabletten ausreichend unter Kontrolle sind (in der Regel nach vier bis sechs Tagen), organisiert das Pflegeteam den Spitalaustritt. Bei Bedarf wird für die weitere Planung des Austritts die interne Patientenkoordination beigezogen. Wir erklären Ihnen und/oder einer Ihnen beistehenden Person respektive der Spitex, wie die Schmerzmedikamente einzunehmen und sofern notwendig die Injektionen zur Thrombosevorbeugung vorzunehmen sind. Weiter erhalten Sie Instruktionen dazu, wie die Operationswunde gepflegt werden soll. Sie erhalten ein Medikamentenrezept und ein ärztliches Zeugnis. Nach dem Austrittsgespräch mit dem zuständigen Arzt und der Pflegefachperson wird zudem ein Kontrolltermin festgelegt. In der ersten Woche nach dem Spitalaustritt wird sich die Fachverantwortliche Pflege ERAS ausserdem telefonisch nach Ihrem Befinden erkundigen.

Nach dem Spitalaustritt Hinweis auf die Ernährung Sie können wie gewohnt essen und trinken. Es ist normal, wenn Ihr Appetit nach der Operation für einige Tage reduziert ist. Auch wenn Sie wieder zu Hause sind, ist eine Konsultation der Ernährungsberatung möglich. Im Fall von anhaltenden Problemen bei der Ernährung respektive bei Gewichtsverlust nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf. Schmerzmedikation Vermutlich werden Sie auch nach dem Spitalaustritt noch Schmerzmedikamente benötigen. Es liegt in Ihrem eigenen Ermessen, wann Sie die rezeptpflichtigen starken Schmerzmittel reduzieren und nur noch bei Bedarf einnehmen oder den Wechsel auf eine leichtere Schmerzmedikation vornehmen. Körperliche Aktivität und Bewegung Es ist normal, wenn Sie in den ersten Wochen nach der Operation noch Müdigkeit verspüren. Um die Erholung zu fördern, ist es wichtig, dass Sie zu Hause aktiv sind, z.b. Spaziergänge unternehmen. Belasten Sie Ihre Bauchdecke nach Massgabe der Beschwerden, bewegen dürfen Sie sich frei. Duschen und Wundpflege Sie können wie gewohnt duschen und frühestens 14 Tage nach der Operation auch wieder baden. Die Operationsnaht ist in der Regel mit einem Pflasterverband abgedeckt, der nach 10 bis 14 Tagen entfernt werden darf. Eine Fadenentfernung ist in den meisten Fällen nicht notwendig, da selbstauflösende Fäden verwendet werden. Die entsprechenden Informationen dazu erhalten Sie beim Spitalaustritt. Fragen und Probleme Sollten Sie Fragen haben oder Probleme auftreten wie Zunahme der Schmerzen, Fieber, Übelkeit oder wiederholtes Erbrechen, kontaktieren Sie uns bitte.

KANTONSSPITAL WINTERTHUR Brauerstrasse 15 Postfach 834 8401 Winterthur Tel. 052 266 21 21 info@ksw.ch www.ksw.ch Kontakt Departement Chirurgie Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie PD Dr. med. Stefan Breitenstein Direktor Departement Chirurgie und Chefarzt Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie Susanne Rüegg Fachverantwortliche Pflege ERAS Tel. 052 266 24 45 Fax 052 266 24 54 susanne.rueegg@ksw.ch 4/2016