Faszination und Gewalt

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Transkript:

Faszination und Gewalt 2-tägige Bildungsfahrt nach Nürnberg Reichsparteitagsgelände und Memorium Nürnberger Prozesse (Akkreditiert beim Landesschulamt Hessen Angebotsnummer: 01581565) Freitag, den 12. Juni/Samstag, den 13. Juni 2015 Freitag, den 12. Juni 2015: Programm 8.30 Uhr: Abfahrt mit dem Bus am Hauptbahnhof Darmstadt Treffpunkt vor dem Haupteingang (Mitreisende aus der Region müssen bis kurz vor 8.30 Uhr in Darmstadt sein. Es gibt ein Parkhaus ca. 5 Minuten vom Hbf entfernt) 9.00 Uhr: Abfahrt mit dem Bus am Hauptbahnhof Frankfurt/Südseite 12.30 Uhr: Ankunft in Nürnberg Einchecken in das Hotel und Mittagessen Anschließend: Fahrt mit dem Bus zum Reichsparteitagsgelände 14.00 Uhr: Begrüßung durch den Leiter der Gedenkstätte, Dr. Schmidt 14.10 Uhr bis 17.10 Uhr: Ausführliche geführte Begehung des Reichsparteitagsgeländes mit Pausen und Rastmöglichkeiten 17.15 Uhr: Fahrt mit dem Bus zum Hotel Freie Gestaltung des Abends in Nürnberg Samstag, den 13. Juni 2015: 8.30 Uhr: Frühstück und Auschecken aus dem Hotel 9.30 Uhr Abfahrt mit dem Hotel zum Reichsparteitagsgelände 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr: Führung durch die Dauerausstellung medialer Schwerpunkt (u.a. Riefenstahl). Einschließlich 1-stündiges Gruppengespräch über mediale Aspekte der Reichsparteitage. 13.00 Uhr bis 14.30 Uhr: Mittagspause 15.00 Uhr 16.30 Uhr: Führung durch das Memorium Nürnberger Prozesse u.a. Besuch des historischen Verhandlungsraumes 600 Gegen 16.30 Uhr: Rückfahrt nach Frankfurt und Darmstadt. Gegen 19.30 Uhr: Rückkehr in Frankfurt; gegen 20.00 Uhr: Rückkehr in Darmstadt Stand 7. Februar 2015 Inhaltliche Erläuterungen auf den folgenden Seiten Sektion Südhessen Klaus Müller,Koordinator Gundhofstr. 22 64546 Mörfelden-Walldorf klausmueller-walldorf@t-online.de T 06105 946250 F 06105 946252 mobil 0176-92418552

1. Reichsparteitagsgelände: Inhaltliche Erläuterungen Vom 19.- 21. August 1927 fand der dritte Parteitag der NSDAP erstmals in Nürnberg statt. Auch der vierte Parteitag vom 1.- 4. August 1929 wurde in Nürnberg abgehalten, wo SA und SS auf dem Luitpoldhain aufmarschierten. Der Veranstaltungsort Nürnberg ließ sich im Sinne der NS-Ideologie propagandistisch gut verwerten. Die historische Altstadt bot eine willkommene Kulisse für zahlreiche Aufmärsche und konnte dem nationalsozialistischen Schauspiel den Anschein historischer Größe verleihen. Insbesondere ließ sich die Vergangenheit der Stadt als freie Reichsstadt und als Stadt mittelalterlicher Reichstage im Sinne der NS-Reichsidee funktionalisieren. Das von Albert Speer gestaltete Zeppelinfeld, (Foto Ullstein) Hitler nimmt 1938 eine Parade auf der Zeppelintribüne ab (Bild: AP Archiv 1934 wurde der Architekt Albert Speer beauftragt, einen Gesamtplan für das bereits entstandene Reichsparteitagsgelände zu erstellen. Im Zentrum des etwa 11 Quadratkilometer großen Areals verlief eine Große Straße. Sie war auf Burg und Altstadt ausgerichtet und verband die Stadt der Reichstage symbolisch mit der NS- Tempelstadt der Bewegung. Das ehemalige Reichsparteitagsgelände; Geschichte für Alle e.v.

Ewigkeit und Monumentalität die Prinzipien nationalsozialistischer Staats- und Parteiarchitektur - galten besonders auch für Nürnberg. Die Bauten sollten beeindrucken und einschüchtern. Hitler selber beschäftigte sich oft bis ins Detail mit den Bauplänen. Am 11. September 1935 legte Hitler am Dutzendteich vor 6.000 Zuschauern den Grundstein für die neue Kongresshalle. Dieses pompöse Zeremoniell zu Beginn des Reichsparteitages der Freiheit fand 4 Tage vor der Verabschiedung der Nürnberger Gesetze statt. In dem geplanten Monumentalbau sollten 50.000 Menschen an Kongressveranstaltungen teilnehmen können. Die Kongresshalle wurde allerdings nicht fertig. Bis zur Einstellung des Baus 1939 hatte sie erst eine Höhe von ca. 60% der Planung erreicht. Dieser Torso mit einer Grundfläche von 275 x 265 Metern ist heute das größte erhaltene Relikt der Herrschaftsarchitektur des Dritten Reiches. Die heutige Dauerausstellung Faszination und Gewalt befindet sich in einem Gebäude, das unmittelbar neben der geplanten Kongresshalle errichtet wurde und sich durch eine einzigartige Architektur auszeichnet, die selber sehr zum Nachdenken anregt. Die Ausstellung ist außerordentlich interessant gestaltet und zeichnet sich auch im Inneren durch eine ungewöhnliche Architektur aus. Der Schwerpunkt der Ausstellung, die viel mit Bildern arbeitet, liegt auf der medialen Seite der Herrschaftsausübung des NS-Staates (Architektur, Filme, Bilder, Aufmärsche; Inszenierungen: z.b. der jährlich stattfindenden Reichsparteitage). (Zusammengestellt aus Texten in: Faszination und Gewalt Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände o.j.)

2. Memorium Nürnberger Prozesse: Im Schwurgerichtssaal 600 des Nürnberger Justizpalastes wurde Weltgeschichte geschrieben. Vom 20. November 1945 bis 1. Oktober 1946 mussten sich hier führende Vertreter des nationalsozialistischen Regimes vor einem internationalen Gericht für ihre Taten verantworten. Das Verfahren hatte maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Völkerrechts bis in die Gegenwart. Bis heute ist der Saal 600 ein Ort der Rechtsprechung. Mit dem "Memorium Nürnberger Prozesse" befindet sich im Dachgeschoss des Schwurgerichtsgebäudes eine Informations- und Dokumentationsstätte. Sie klärt auf über die Angeklagten und ihre Verbrechen, die 1946-49 durchgeführten "Nürnberger Nachfolgeprozesse" sowie die Auswirkungen der Verfahren bis in die Gegenwart. Nach der deutschen Kapitulation am 7./8. Mai richteten die Siegermächte USA, UdSSR, Großbritannien und Frankreich am 8. August 1945 ein Internationales Militärtribunal (IMT) mit Sitz in Berlin ein. Es tagte im Schwurgerichtssaal 600 des Nürnberger Justizgebäudes. Nürnberg lag in der amerikanischen Besatzungszone. Daher war die US-Militärregierung für die Organisation des Prozesses zuständig. Für die Wahl der ehemaligen Stadt der Reichsparteitage waren neben dem symbolischen vor allem auch praktische Gründe ausschlaggebend. Die amerikanische Regierung beharrte auf einem Tagungsort in ihrer Besatzungszone, und hier standen allein in Nürnberg ein unzerstörtes Justizgebäude sowie ein geeignetes Gefängnis zur Verfügung. Die Verhandlungen begannen am 20. November 1945. Die Anklageschrift enthielt vier Punkte: 1. Verbrechen gegen den Frieden 2. Kriegsverbrechen 3. Verbrechen gegen die Menschlichkeit 4. Gemeinsame Planung oder Verschwörung zur Ausführung dieser Verbrechen.

Auf der Anklagebank saßen 21 Vertreter des NS-Regimes. Die Urteile wurden am 30. September und 1. Oktober 1946 gefällt: - 12 Todesurteile - 3 lebenslange Freiheitsstrafen - 4 langjährige Freiheitsstrafen - 3 Freisprüche 12 Nachfolgeprozesse fanden Nürnberg zwischen 1946 und 1949 noch statt durchgeführt von amerikanischen Militärgerichten. Angeklagt waren 177 hochrangige Mediziner, Juristen, Industrielle, SS- und Polizeiführer, Militärs, Beamte und Diplomaten(Quelle: Website des Memoriums). Mü, 25. Januar 2015