Motorradtour Kalabrien 2014 Mehrere IPA-Freunde aus Baden-Württemberg, NRW und der Schweiz starten am 18.09.2014 mit Tourguide Horst Kuster zu einer 14-tägigen Motorradtour nach Kalabrien, der Stiefelspitze Italiens. Über die Schweiz und Italien rollen die voll beladenen Motorräder zunächst nach Genua in den Hafen. Fähre LA SUPERBA In der Fähre Um 20.00 Uhr schiffen wir ein. Nach Bezug unserer Kabinen treffen wir uns auf dem Oberdeck. Gegen 23.00 Uhr legt die riesige Fähre LA SUPERBA in Richtung Sizilien ab. Die Fahrt dauert rund 22 Stunden. Am Abend des 19.09.2014 legt die Fähre im Hafen in Palermo an. Nach dem Ausschiffen kämpfen wir uns durch den für unsere Verhältnisse chaotischen Verkehr in Palermo. Dann geht es auf der Autobahn zügig Richtung Osten. In Cefalu legen wir eine Zwischenübernachtung ein. Die Stadt liegt an der Nordküste Siziliens am Fuß der Rocca di Cefalù, eines 270 Meter hohen Kalkfelsens zwischen Palermo und Messina. Von der Dachterrasse unseres Hotels haben wir direkten Blick auf den Dom San Salvatore an der Piazza Duomo.
Am nächsten Tag touren die Bikes bei herrlichem Sonnenschein über die Küstenstraße nach Messina, wo die Motorradgruppe mit der Roll on - Roll of -Fähre nach Kalabrien übersetzt. Zunächst an der traumhaften Küste entlang, dann quer durch Kalabrien erreichen wir am Nachmittag unser Hotel im Bereich Sibari/Corigliano direkt am ionischen Meer. In den nächsten Tagen sind verschiedene Touren durch die Nationalparks Parco Nationale del Pollino und Parco Nationale della Sila angesagt. Die schweren Motorräder suchen sich den Weg durch urwüchsige Landschaften und alte Bergdörfer. Teilweise haben die Straßen offroad-charakter. Mensch und Maschine werden hier gleichermaßen gefordert. In den Bergen müssen wir uns die Straße auch mal mit Kühen oder mit Ziegen teilen.
Eine besondere Sehenswürdigkeit besuchen wir in Rossano, auch Rossano Calabro. Sie ist mit 36.876 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Provinz Cosenza und Sitz eines Erzbischofs. Das Oratorium San Marco im griechischen Altstadtviertel ist eine byzantinische Kirche, vermutlich aus dem 10. Jahrhundert. Sie soll vom Heiligen Nilus von Rossano gestiftet worden sein. Blick auf Rossano
Eine weitere Route führt die Biker nach Morano Calabro, sicher einer der schönsten Orte Kalabriens. Von zwei Streifenwagen der Carabinieri werden die Motorräder durch die engen, steilen und mit groben Kopfsteinen gepflasterten Gassen der mittelalterlichen Stadt eskortiert. Beeindruckend ist die mächtige Ruine der normannischen Burg hoch über dem Ort.
Am 25.09 verlassen wir Sibari. Auf dem Weg nach Tropea legen wir vor Pizzo einen Stopp ein um die Piedigrotta Kirche zu besuchen. Die kleine Chiesa di Piedigrotta liegt etwas nordöstlich des Ortes Pizzo und hat ihren Eingang direkt über dem Strand. In der Höhlenkirche im Tuffstein gibt es mehrere aus dem Tuff herausgearbeitete Skulpturengruppen zu sehen. Der Legende nach wurde die Kirche als Dank für die Rettung Schiffbrüchiger aus einem schweren Sturm gegründet. Am Abend erreicht unsere Gruppe das nächste Hotel südlich von Tropea, hoch über dem klaren Wasser des tyrrhenischen Meeres. Von hier aus haben wir auch direkten Blick auf den Stromboli, der bekannten Vulkaninsel. Entlang der Küste öffnen sich zwischen den Felsklippen immer wieder kleine Buchten mit glasklarem Wasser, dessen Farbspiel sich von blau über türkis bis dunkelgrün erstreckt. In den kommenden Tagen plant Horst versch. Touren in die schönsten Regionen und entlegensten Winkel Kalabriens. Capo Vaticano, Gambarie, Melito di Porte Salvo und der Parco Nationale Aspromonte sind einige unserer Stationen. Der Aspromonte bildet die südliche Ecke Kalabriens, ein rauer Berg, bedeckt von Buchen-, Kiefern- und Kastanienwäldern. Hier finden Motorradfahrer alles, nur keine geraden Straßen. Ein Biker-Eldorado. Mit Bodenwellen und Schlaglöchern muss aber immer wieder gerechnet werden. Eine Tour führt uns Richting Stilo. Auf dem Weg dorthin werden wir mitten in den Bergen von heftigen Regenfällen überrascht. Völlig durchnässt erreichen wir unser Ziel, den Monte Consolino. Das tut unserer guten Laune aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Nach einer Stunde scheint auch schon wieder die Sonne.
Die Kirche Cattolica di Stilo ist ein kleiner byzantinischer Sakralbau von quadratischem Grundriss. Sie befindet sich am Hang des Monte Consolino bei Stilo in der Provinz Reggio Calabria. Die nächste Fahrt geht Richtung Süden. Über Rosano und Palmi rollt es kurvenreich in die Berge. Von Gambarie aus schlängeln wir uns in flotter Kurvenhatz durch die Serpentinen in rund 1500 Meter Höhe. Bald erreichen wir Bagaladi. Dann geht es hinunter in die Hafenstadt Melito. Melito di Porto salve liegt an der Südspitze Kalabriens. Von hier aus kurven wir auf einem schmalen Weg hinauf zum verlassenen Bergdorf Pentedattilo. Bis 1811 war diese Siedlung eine selbstständige Gemeinde gewesen. Der Ort wurde wegen Erdbebengefahr verlassen. Als Rückfahrt zu unserer Unterkunft wählen wir die herrliche und wenig befahrene Küstenstraße entlang des ionischen Meeres. Unterwegs legen wir noch mal einen Fotostopp ein. Die letzten Kilometer zw. Siderno und Rosano spulen wir auf der Schnellstraße ab um in unserer Hotelanlage vor dem Abendessen noch 2 Stunden am Pool und am Strand zu verbringen.
Am 29.09. starten wir wieder in Richtung Strasse von Messina um nach Sizilien überzusetzen. Auf dem Weg dorthin legt unser Tourguide Horst mit uns noch mal eine Pause in dem wunderschönen Fischerort Scilla ein. Gegen 17 Uhr haben wir Palermo erreicht. Hier besuchen wir zunächst Le Catacombe dei Cappuccini. Die Kapuzinergruft von Palermo ist eine weitläufige Gruftanlage unter dem Kapuzinerkloster in Palermo und mit hunderten natürlichen Mumien eine der bekanntesten Mumiengrabanlagen der Welt. Anschließend fahren wir zur Kathedrale von Monreale, ein Normannenbau aus dem 12. Jahrhundert. Mit etwa 6.340 m² Mosaikfläche aus dem 12. Jahrhundert ist sie eine der bekanntesten Kathedralen auf Sizilien. Gegen 19.00 Uhr sind wir am Hafen um auf unsere Fähre einzuschiffen. Gemeinsam trinken wir noch eine Flasche kalabresischen Rotwein, um mit der notwendigen Bettschwere unsere Kabinen zu suchen. Den darauf folgenden Tag verbringen wir an Deck. Das herrliche Wetter beschert noch eine kleine Kreuzfahrt durchs Mittelmeer.
Am 30.09. gegen 20.00 Uhr legt die Fähre in Genua an. Nach einer weiteren Übernachtung in Arenzano starten wir am 01.10.2014 mit vielen Eindrücken und Erlebnissen in Richtung Heimat. Impressionen: Bericht: Roland Herr