Dichtungen, dynamisch Wellendichtringe DIN 3760 1.0 Allgemeines Wellendichtringe von IBG Monforts dichten zuverlässig Wellen und Spindeln in einem weiten Anwendungsspektrum ab. Sie sind sehr unkompliziert in der Handhabung, für die Montage und Demontage werden keine speziellen Werkzeuge benötigt. Weiterhin zeichnen sie sich durch gute Dichtwirkung und eine hohe Standzeit aus. Die Abmessungen folgen den Maßreihen der DIN 3760, es stehen aber darüber hinaus natürlich auch davon abweichende Sonderlösungen in verschiedensten Ausführungen und Werkstoffen zur Verfügung. Wellendichtringe von IBG Monforts werden grundsätzlich aus dem Vollen gefertigt, der Verzicht auf feste Spritzformen gestattet wirtschaftliche Fertigung auch kleinster Losgrößen bei maximaler Gestaltungsfreiheit. IBG Monforts Wellendichtringe finden ihre Anwendung in folgenden Bereichen: Chemische Industrie Pharmazeutische Industrie Lebensmitteltechnologie Farbenindustrie Allgemeiner Maschinen- und Anlagenbau Bild2: Typ WKS; einlippig mit Elastomerscheibe Bild 1: Typ WKO; einlippig mit O-Ring Typische Anwendungen: Drehdurchführungen Mischer Mühlen Pumpentechnik (Kreisel-, Zahnrad-, Dosierpumpen) Rührwerke Schneckenförderer Schraubenverdichter Trockner Ventilatoren Werkzeugmaschinen Zentrifugen
Besondere Merkmale von IBG-Wellendichtringen: Dichtlippen sind selbstnachspannend Ohne Gehäuse-Preßsitz (leichte Montage und Demontage) Gasdicht Geringste Reibwerte Für Trockenlauf geeignet Totraumarme Konstruktion Niedrige Bauhöhe Bild 3:Typ WK2O; zweilippig mit O-Ring Typische Medien, gegen die IBG Monforts Wellendichtringe zuverlässig abdichten: Aggressive flüssige und gasförmige Medien Feste und flüssige Lebensmittel Flüssige und gasförmige Lösemittel Kleber Lacke Luft und andere Gase Wasser- und Wasserdampf 2.0 Werkstoffe Je nach Anwendungsfall stehen unterschiedlichste Werkstoffe und Werkstoffkombinationen zur Verfügung. Standardwerkstoff ist PTFE-Kohle. Für besondere Anwendungen wie: extremer Trockenlauf abrasive Medien weiche Gegenlaufflächen etc. stehen speziell abgestimmte PTFE-Compounds zur Verfügung. Die gummi-elastische Sekundärdichtung wird in Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen ausgewählt. Gängige Elastomer-Werkstoffe sind zum Beispiel: NBR EPDM FPM MvQ Alle Bestandteile der IBG Monforts Wellendichtringe (PTFE-Compounds, Nebendichtungen) sind mit folgenden Werkstoffzulassungen lieferbar: FDA BfR KTW DVGW
4.0 Einsatzgrenzen Parameter Einheit Zahlenwert Druck [ bar ] -1 bis + 7 Temperatur [ C ] -70 bis +260 Umfangsgeschwindigkeit [ m / s ] 25 Rundlauftoleranz [ mm ] 0,1 Mittenversatz [ mm ] 0,2 Tabelle 1: Einsatzgrenzen Umfangsgeschwindigkeit der Welle Gleitgeschwindigkeit des Wellendichtrings Die Betriebsparameter beeinflussen sich gegenseitig und sind von vielen weiteren Faktoren wie z.b. Medium Werkstoff der Welle (Reibpaarung) Oberflächengüte der Welle Oberflächenhärte der Welle etc. abhängig. Liegen die zu erwartenden Betriebsbedingungen außerhalb obiger Spezifikation, bitten wir Sie freundlich, uns zu kontaktieren. Hier einige Beispiele für Anwendungen außerhalb der Standards: Totraumfreie Konstruktionen für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie Hochdruckdichtungen für Drücke bis 500 bar Besonders abriebfeste Ausführungen für den Einsatz mit abrasiven oder aushärtenden Medien Weiche, aber verschleißfeste Qualitäten für den Einsatz mit ungehärteten Laufflächen Elektrisch leitfähige Ausführungen zum sicheren Ableiten von Spannungspotenzialen bei Anwendungen in explosionsgefährdeten Bereichen
5.0 Maßliste Wellendichtringe werden üblicherweise in einem bestimmten Verhältnis von Wellendurchmesser zu Sitzdurchmesser hergestellt (siehe DIN 3760). In Tabelle 2 sind diese Verhältnisse bezogen auf den Wellendurchmesser dargestellt. Bitte beachten Sie dazu auch die Maßskizzen der einzelnen Typen in Bild 4. Für die Herstellung von Wellendichtringen werden bei IBG Monforts keine besonderen Werkzeuge oder Formen eingesetzt; das erlaubt nicht nur die Realisierung von Sonderausführungen ohne großen Aufwand, sondern ist für uns auch Grund genug, bewusst auf Katalogausführungen zu verzichten. Wir schneidern Ihren Wellendichtring nach Ihren Bedürfnissen! Bitte beachten Sie auch den folgenden Abschnitt 6.0: Konstruktions- und Montagehinweise. Bild 4: Maßliste d B b L h min L 1 3 10 6,0 3,5 3,0 3,0 4,0 11 25 7,5 4,5 3,0 4,0 5,0 26 50 10,0 6,0 4,0 5,0 6,0 51 150 13,0 8,0 4,0 6,0 7,5 151 250 15,0 9,0 5,0 7,0 9,0 215 500 17,0 10,0 5,0 8,0 10,0 Tabelle 2: Maßliste
6.0 Konstruktions- und Montagehinweise Die folgende Graphik (Bild 5) gibt Hinweise auf die konstruktive Gestaltung der Welle / Gehäusekombination und zeigt die Dimensionierung des gegebenenfalls erforderlichen Montagekonusses. Bild 5: Konstruktionshinweise Bitte beachten: Die erforderliche Härte der Welle ist von den vorliegenden Betriebsparametern und im Besonderem vom verwendeten Dichtungswerkstoff abhängig. Für geringe Anforderungen können ungehärtete Wellen durchaus ausreichend sein. Als Richtwert empfehlen wir jedoch eine Wellenhärte von HRC 60. Bei der Montage von IBG Monforts Wellendichtringen bitten wir folgende Hinweise zu beachten. Um Beschädigungen zu vermeiden, sollte die Welle bzw. der Montagekonus mit einer schlanken Fase versehen sein (siehe Bild 5). Sollte der Wellendichtring mit der Rückseite voraus montiert werden, ist ein Radius (gratfrei) am Wellenende ausreichend (siehe Bild 6). Bild 6: Montage über Radius
Im Laufflächenbereich des Wellendichtrings sollte die Welle drallfrei geschliffen sein (z.b. einstechgeschliffen). Der Einbauraum des Wellendichtrings und die Welle sollten frei von Verschmutzungen sein. Um die Montage zu erleichtern, kann die Welle oder die Dichtlippe leicht mit Öl benetzt werden. Bitte kein Fett verwenden! Nach Möglichkeit den Wellendichtring zuerst im Gehäuse fixieren und dann erst die Welle montieren. Sollte die Einführungsschräge an der Welle zu klein, scharfkantig oder riefig sein, besteht die Möglichkeit, die Dichtlippe vor der Montage etwas aufzuweiten. Schieben Sie dazu den Wellendichtring mit der Rückseite voran über einen entsprechend geformten Dorn o.ä. mit 1 mm Übermaß (siehe Bild 7). Sollte kein passender Dorn zur Verfügung stehen, kann die Dichtlippe vorsichtig von Hand oder mit einem glatten runden Gegenstand aufgeweitet werden. Bild 7: Aufweiten über Dorn 7.0 Besondere Anwendungsbeispiele An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige Sonderkonstruktionen vorstellen, um die Bandbreite der Möglichkeiten von IBG Monforts Wellendichtringen zu zeigen. Unsere Konstruktionen zur Überbrückung von Achsversatz bzw. Wellenschlag sind bei langsamen Drehzahlen in der Lage, ca. 1mm Versatz bzw. Schlag zu kompensieren. Bild 8: Doppellippen-Wellendichtring zur Überbrückung von Achsversatz oder Wellenschlag Bild 9: Spezieller Wellendichtring zur Überbrückung von Achsversatz oder Wellenschlag
8.0 Alphabetisches Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen BfR Bundesinstitut für Risikobewertung DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserhandwerks e.v. EPDM Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk FDA Food and Drug Administration (USA) FPM Fluor-Kautschuk KTW Kunststoff- und Trinkwasserempfehlungen MvQ Silikon-Kautschuk NBR Nitril-Butadien-Kautschuk