Steckbrief. 1

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Steckbrief Systematische Einordnung Das Nilkrokodil gehört zur Ordnung der Krokodilartigen (Crocodylia) und dort in die Familie der Crocodylidae (Echte Krokodile). Innerhalb der Echten Krokodile gibt es drei Gattungen. Das Nilkrokodil gehört zur Gattung Crocodylus, welche zwölf Arten umfasst. Merkmale Die Echten Krokodile sind die größten heute noch auf der Erde lebenden Kriechtieren Ein typisches Erkennungsmerkmal der Echten Krokodile ist die Einbuchtung auf beiden Seiten des vorderen Oberkiefers zur Aufnahme des jeweils vierten Unterkieferzahns. So bleiben die langen Zähne auch bei geschlossenem Maul noch sichtbar. Das Nilkrokodil wird durchschnittlich 3-4 Meter lang und etwa 500 Kilogramm schwer. Damit ist es nach dem Leistenkrokodil die zweitgrößte heute lebende Krokodilart. Der lange und kräftige Schwanz dient dem Krokodil als Antrieb beim Schwimmen. Die Haut des Nilkrokodils ist mit Hornplatten übersät. Am Kopf besitzt es eine Reihe von so genannten Hinterhauptshöckern und sechs dahinter liegenden Nackenhöckern, von denen vier quadratisch in der Mitte angeordnet sind 1. Auf dem Kopf sind diese Hornplatten fest mit dem Schädel verwachsen. Ihrem Hautpanzer verdanken die Krokodile ihren deutschen Namen Panzerechsen. Die Färbung des Nilkrokodils reicht von schwarz geflecktem Bronzegrün im Rückenbereich bis zu einer schmutzig gelben Färbung auf der Bauchseite. Krokodile besitzen einen starren Unterkiefer, der mit der dicken Zunge verwachsen ist. Aus diesem Grund können sie nicht kauen, sondern nur schnappen und den Oberkiefer gegen den Unterkiefer bewegen. Insgesamt besitzen Nilkrokodile zwischen 64 und 68 Zähne. Bei der Jagd können immer wieder Zähne ausfallen, an deren Stelle jedoch neue nachwachsen. Im Laufe eines Krokodillebens können das bis zu 3.000 Zähne sein. Sozialverhalten und Fortpflanzung Nilkrokodile sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber liegen sie oft am Ufer in der Sonne. Wenn die Körpertemperatur die bevorzugten 25 Grad Celsius überschreitet, öffnen die Krokodile ihr Maul, um durch die Verdunstungskälte die Körpertemperatur zu senken. In der Mittagshitze reicht dies aber nicht mehr aus, sodass sich die Tiere dann meist in den Schatten oder ins Wasser zurückziehen. 1 http://crocodilian.com/cnhc/wermuth.htm

Ab einer Länge von etwa drei Metern diese erreichen die Panzerechsen nach ungefähr zwölf Jahren sind Nilkrokodile fortpflanzungsfähig. Die Fortpflanzungszeit hängt jeweils von der geografischen Verbreitung ab und kann während der Trockenzeit oder zum Anfang der Regenzeit beginnen. Während dieser Zeit kann es zu heftigen Kämpfen zwischen den rivalisierenden Männchen kommen, die allerdings in den seltensten Fällen tödlich ausgehen. Außerhalb der Paarungszeit verhalten sich Nilkrokodile untereinander eher friedlich. Sogar an Beutestücken kommt es kaum zu gegenseitigen Beißereien. So wurden beispielsweise an einem toten Flusspferd schon 120 Krokodile beobachtet. Nach der Paarung graben die Weibchen eine bis zu einem halben Meter tiefe Grube, legen dort bis zu 60 Eier ab und bedecken diese anschließend mit Sand. Das Weibchen bewacht das Nest bis zu 90 Tage lang und wehrt Nesträuber wie beispielsweise Nilwarane, Marabus oder Paviane ab. Welches Geschlecht das schlüpfende Nilkrokodil haben wird, hängt davon ab, in welcher Umgebungstemperatur sich das Ei entwickelt. Schon ein Grad Abweichung kann entscheidend sein. Denn männliche Tiere schlüpfen nur, wenn die Nesttemperatur zwischen 31 und 34 Grad Celsius liegt 2. Bei höheren oder niedrigeren Nesttemperaturen schlüpfen nur weibliche Tiere aus. Bereits kurz vor dem Schlüpfen geben die Jungen quäkende Laute von sich, welche die Mutter dazu veranlassen, die geschlüpften Jungtiere auszugraben. Die frisch geschlüpften, etwa 30 Zentimeter großen Jungen werden von der Mutter vorsichtig ins Maul genommen und ins nahe gelegene Wasser getragen. Die Jungen können mehrere Monate bis einige Jahre vom Weibchen bewacht werden. In den ersten sieben Lebensjahren wachsen sie bis zu 25 Zentimeter pro Jahr, in den darauf folgenden Jahren ist die Wachstumsrate geringer. Nilkrokodile können schätzungsweise über hundert Jahre alt werden. Lebensraum und geografische Verbreitung Nilkrokodile leben an großen Flussläufen und Seen genauso wie in Sümpfen und in manchen Regionen sogar an Brackwasserstellen. Gelegentlich wagen sich Nilkrokodile auch ins Meer. Das Nilkrokodil war, mit wenigen Ausnahmen, über den gesamten afrikanischen Kontinent verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet umfasste vor tausenden von Jahren fast sämtliche afrikanischen Flussläufe, Seen und Sumpfgebiete südlich der Sahara. Im Nordosten reichte es sogar bis ins heutige Palästina. Und da Nilkrokodile mitunter auch Meere durchschwimmen können, hatten sie sogar die Komoren, die Seychellen und Madagaskar besiedelt. Alle Populationen sind infolge übermäßiger Bejagung stark zurückgegangen. Heute ist das Nilkrokodil in Palästina, Israel, Jordanien, am Unterlauf des Nils sowie auf den Komoren und Seychellen vollständig ausgerottet. Im übrigen Verbreitungsgebiet kommt es oft in stark verminderter Zahl vor, wobei sich regional einige Bestände seit einigen Jahren recht gut erholen. Folgende Länder Afrikas zählen zum heutigen Verbreitungsgebiet des Nilkrokodils: Ägypten, Angola, Äquatorial-Guinea, Äthiopien, Benin, Botsuana, Burkina Faso, 2 http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1469-7998.1987.tb07458.x/full

Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea- Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik. Nahrung Als Jungtiere fressen Nilkrokodile vor allem Insekten und kleine im Wasser lebende Wirbeltiere. Mit zunehmendem Alter ernähren sie sich von größeren Wirbeltieren. Zu ihrer Beute gehören Fische, Frösche, Reptilien, im und am Wasser lebende Vögel, manchmal kleinere Artgenossen sowie Aas. Außerdem zählen Säugetiere dazu, beispielsweise Wasserböcke, Warzenschweine, Gnus, Zebras und in manchen Fällen sogar Wasserbüffel. Ausgewachsene Krokodile haben neben dem Menschen keine natürlichen Feinde. Nur im Jugendstadium beziehungsweise in Eiform fallen sie oft Waranen, Vögeln und den eigenen Artgenossen zum Opfer. Krokodile lauern oft stundenlang im Wasser, wobei nur die Augen, die Nasen- und Ohrenöffnungen über die Wasseroberfläche ragen. Sie nähern sich langsam und unauffällig ihrer Beute an. Dann schnellen sie blitzartig aus dem Wasser, schnappen zielgerichtet nach der Beute und ziehen sie unter Wasser, bis sie ertrinken. Krokodile kauen ihre Nahrung nicht, sondern reißen nur Stücke von ihr ab, indem sie sich an der Beute festbeißen und sich um ihre eigene Längsachse winden. Krokodile können aber auch oft tage- oder sogar wochenlang ohne Nahrung auskommen eine wichtige Strategie während der Dürreperioden, in denen Nahrung knapp wird oder gänzlich fehlt. Bestandsgröße und Gefährdungsstatus In den 1970er Jahren hatte Krokoleder Hochkonjunktur, wodurch auch das Nilkrokodil an den Rand der Ausrottung gebracht wurde. Durch die Kontrolle des Handels mit Krokodilleder durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES, die Einrichtung von Krokodilfarmen sowie eine gute Kontrolle der Wildbestände konnten sich die Wildpopulationen deutlich erholen. Der Gesamtbestand an Nilkrokodilen liegt nach aktuellsten Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN von 2001 zwischen 250.000 und 500.000 Exemplaren. In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN wird das Nilkrokodil seit 1996 nicht mehr als gefährdet gelistet und wurde in die Kategorie Least Concern ( Nicht gefährdet ) herabgestuft. Dies ist ein positives Zeichen, dass die internationalen Schutzabkommen für Krokodile wirksam waren. Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist das Nilkrokodil in Anhang I gelistet. Ein kommerzieller Handel mit den Wildtieren und ihren Produkten ist damit ausgeschlossen.

Die Nilkrokodilpopulationen in folgenden Ländern sind jedoch im CITES-Anhang II aufgeführt: Ägypten, Äthiopien, Botsuana, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uganda und Tansania. Diese Länder dürfen international kontrolliert und nachhaltig mit Nilkrokodilen und deren Produkten handeln. Die meisten gehandelten Krokodile dieser Länder stammen aus Zuchten von Farmen oder Ranchingprogrammen, bei denen Krokodileier der Wildnis entnommen werden und ein Teil der Jungkrokodile später wieder in die Wildnis entlassen wird. Jagd auf wildlebende Populationen findet nur in sehr beschränktem Ausmaß statt. In Äthiopien wurden im Jahr 2005 beispielsweise 3.000 Krokodile aus Krokodilfarmen und zwölf wildlebende Krokodile getötet, in Tansania ist eine jährliche Wildfangquote von maximal 1.600 Exemplaren zulässig. In der EU-Artenschutzverordnung (EG-Verordnung 338/97) wird das Nilkrokodil im Anhang A gelistet. Somit gilt für die Einfuhr der Tiere und deren Teile in die Europäische Union der höchste Schutzstatus. Das heißt, die Tiere oder Produkte aus ihnen dürfen nicht gehandelt werden. Ausgenommen sind diejenigen Populationen, die in CITES Anhang II gelistet sind und in der EU-Verordnung im Anhang B stehen. Für diese Staaten ist über Genehmigungen der kontrollierte Handel möglich. Bedrohungsfaktoren Trotz der insgesamt recht stabilen oder gar anwachsenden Bestände der Nilkrokodile ist die Art in manchen Regionen vor allem durch Lebensraumverlust und Wasserverschmutzung bedroht. Das Vordringen des Menschen in die Lebensräume der Krokodile führt vielerorts zu deren Verdrängung und birgt zudem Potential für Konflikte zwischen Mensch und Wildtier. Menschen, die sich unvorsichtig an krokodilbewohnten Gewässern aufhalten, fallen immer wieder Krokodilattacken zum Opfer. Laut IUCN werden im Durchschnitt pro Jahr 300 Personen von Nilkrokodilen angegriffen, 63% fallen diesen Attacken zum Opfer 3. Allein in Madagaskar fielen 2008 fünf Menschen und sechzig Zebus den Attacken von Nilkrokodilen zum Opfer 4. Die Tiere werden daher vielerorts gejagt. Trotz der Konflikte ist eine Koexistenz von Mensch und Krokodilen möglich, wie es sie ja auch schon seit Tausenden von Jahren in Afrika gegeben hat. WWF- und TRAFFIC-Projekte Der WWF und TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm mit der Weltnaturschutzunion IUCN, unterstützen den Aufbau von Krokodilfarmen und Ranchingprogrammen, wovon die Wildpopulationen profitieren. Durch deren Einrichtung und durch kontrollierten Fang und Handel von Krokodilprodukten hat sich die Art der Nutzung gewandelt. Folgen dieser Maßnahmen sind die sich erholenden Wildbestände. Von einer nachhaltigen Nutzung der Krokodile profitieren auch die Menschen vor Ort: Durch Krokodilfarmen entstehen Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten. Ein weiteres Engagement des WWF liegt im Schutz der Lebensräume. Unter der Beteiligung von Regierungen, Wissenschaftlern und Naturschutzorganisationen werden Schutzgebiete, die auch dem Nilkrokodil nützen, ausgewiesen. 3 http://www.iucncsg.org/pages/crocodilian-attacks.html 4 http://www.wwf.mg/ourwork/cssp/speciesprojects/nile_crocodile/

Ein Beispiel für ein WWF-Projekt, von welchem auch das Nilkrokodil profitiert, ist Dzangha-Sangha in der Zentralafrikanischen Republik. Innerhalb dieses Projektes sollen großflächige, einzigartige tropische Regenwaldflächen und damit auch Teile des Lebensraumes der Nilkrokodile bewahrt werden. Weitere Informationen auf www.wwf.at und www.traffic.org