EMV-Filter: Warn- und Sicherheitshinweise

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Transkript:

EMV-Filter: Warn- und Sicherheitshinweise Datum: Februar 2016 EPCOS AG 2016. Vervielfältigung, Verbreitung und Verwertung dieser Publikation, der Anlagen hierzu und ihres Inhalts ohne ausdrückliche Genehmigung der EPCOS AG nicht gestattet. Die EPCOS AG ist ein Unternehmen der TDK Group.

Wichtige Information Bitte lesen Sie vor der Installation und Inbetriebnahme des Filters alle Sicherheits- und Warnhinweise (siehe ) sorgfältig durch. Dieses gilt auch für die am Filter angebrachten Warnschilder. Bitte achten Sie darauf, dass die Schilder nicht entfernt werden oder die Lesbarkeit durch äußere Einflüsse beeinträchtigt wird. Es können Tod, schwere Körperverletzung und erheblicher Sachschaden eintreten, wenn nicht entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen bzw. die Hinweise im Text nicht beachtet werden. Bestimmungsgemäße Verwendung Die Filter dürfen nur für den bestimmungsgemäßen Gebrauch innerhalb der spezifizierten Werte unter Beachtung der in den Datenblättern und im Datenbuch gegebenen Hinweise in Niederspannungsnetzen verwendet werden. Die Bedingungen am Einsatzort müssen mit allen Angaben zu dem eingesetzten Filter übereinstimmen. Page 2 of 5

Warnhinweis Es ist zu gewährleisten, dass nur qualifizierte Personen (entsprechend Definition Elektrofachkräfte) mit den Arbeiten wie Planung, Montage, Installation, Inbetriebnahme, Reparatur und Wartung beauftragt werden. Diesen Personen sind die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Gefährdung durch elektrischen Schlag. Filter enthalten ladungsspeichernde Bauelemente. An den Filteranschlüssen können auch nach Abschalten der Netzspannung länger als 5 Minuten gefährliche Spannungen anliegen. Bei der Installation des Filters sind grundsätzlich die Schutzleiterverbindungen als erstes anzuschließen. Bei der Deinstallation sind sie als letztes zu entfernen. In Abhängigkeit der Höhe der Ableitströme sind die besonderen Vorschriften für die Ausführung der Schutzleiterverbindung zu beachten. Unzulässige Überlastung der Filter, wie z. B. durch resonanzfähige Kreise und unzulässige höherfrequente Spannungsbelastungen, können zu schweren Körperverletzungen und Tod sowie erheblichen Sachschäden führen (z. B. durch Bersten des Filtergehäuses). Filter sind in der Applikation durch geeignete Überstromschutzeinrichtungen gegen unzulässige Überschreitung der Bemessungströme zu schützen. Im Fall von Ableitströmen >3.5 ma muss vor der Inbetriebnahme der Schutzleiter mit dem vorgeschriebenen Leiterquerschnitt angeschlossen und gegen Lockern gesichert werden! Mindestforderung für den Schutzleiter: KU-Wert 1) = 4.5 2) 3) für Ableitströme I L 10 ma bzw. KU = 6 4) für I L >10 ma. Ausgangsdrosseln und -filter müssen in der Applikation gegen unerlaubte Überschreitung der Komponententemperatur geschützt werden. Die Ausgangsfrequenz des Umrichters muss innerhalb des spezifizierten Bereichs liegen, um Resonanzen und unkontrollierte Erwärmung der Ausgangsdrosseln und -filter zu vermeiden. Bauteil kann sich während des Betriebszustandes stark erhitzen. Deshalb wird auf eine Verbrennungsgefahr hingewiesen. Diese kann auch nach Abschalten des Betriebszustandes einige Zeit weiter bestehen. 1) Der KU-Wert ist eine Klassifizierungsgröße von sicherheitsbezogenen Ausfallarten zum Schutz gegen gefährliche Körperströme und zu hohe Erwärmung. 2) Ein Wert von KU = 4.5 in Bezug auf Unterbrechung wird erreicht bei: a) einer fest angeschlossenen Schutzleiterverbindung 1.5 mm 2 und b) einer Schutzleiterverbindung 2.5 mm 2 über Steckverbinder für industrielle Anlagen (IEC 60309-2). 3) I L = Ableitstrom Loslassen (let-go) 4) KU = 6 in Bezug auf Unterbrechung wird erreicht bei fest angeschlossenen Leitern 10 mm 2, wobei Anschlussart und Verlegung den Anforderungen für PEN-Leiter nach gültigen Normen entsprechen. Page 3 of 5

Nachfolgend eine Zusammenfassung der Hinweise, die unbedingt zu beachten sind. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im entsprechenden Referenzkapitel des Datenbuchs. Thema Hinweise Referenzkapitel (Datenbuch), Abschnitt Filterauswahl Schutz vor Restspannungen Entladewiderstände Ein- und Ausbau der Filter Installation Einsatz in IT- Systemen Sicherheitshinweise zu Ableitströmen Spannungsderating Gefahren bei Überlastung der Filter Bei der Filterauswahl müssen zwingend die Nenndaten des Umrichters (wie z. B. Bemessungs-Eingangsstrom, Bemessungsspannung, Oberschwingungsgehalt usw.) sowie die Deratinghinweise in den Kapiteln 9 und 10 berücksichtigt werden. Bei vom symmetrischen TN-S-Netz abweichenden Verteilungssystemen ist die Eignung des Filters und die Einhaltung der zulässigen Spannungen einschließlich der möglichen Fehlerfälle zu prüfen. Aktive Teile müssen innerhalb einer Zeit von 5 s auf eine Spannung kleiner 60 V (oder 50 µc) entladen werden. Sollten die Forderungen aufgrund der Betriebsweise nicht eingehalten werden können, ist die Gefahrenstelle gut sichtbar und dauerhaft zu kennzeichnen. Bei nicht fest angeschlossenen Filtern (z. B. Anlegen der Prüfspannung bei der Wareneingangskontrolle) ist nach Abschalten der Spannung eine Entladung durchzuführen. Beim Ein- und Ausbau unserer Filter ist ein spannungsfreier Zustand her- und sicherzustellen unter Einhaltung der fünf Sicherheitsregeln wie in EN 50110-1 beschrieben. Die Besonderheiten im IT-System "erster Fehlerfall" (und andere Fehlerfälle) sind zu beachten. Die Datenbuchangabe des Filter-Ableitstroms hat für den Anwender informativen Charakter. Der maximale Ableitstrom des gesamten elektrischen Gerätes oder der Einrichtung ist aus Sicherheitsgründen begrenzt. Bitte entnehmen Sie die gültigen Grenzwerte für Ihre Applikation den entsprechenden Vorschriften, Bestimmungen und Normen. Eine Überschreitung der zugelassenen Grenzwerte für die höherfrequenten Spannungsanteile am Filter kann zur Zerstörung der Filter führen. Auswahlhilfe für Umrichterfilter Bemessungsspannung Energieversorgungsnetze 7 6.1 6.2 6.4 Strom-Verteilungssysteme (Netzarten), 7.6 Ableitstrom, 8.4 Ableitstrom, 8.6 Spannungsderating, 9.8 Page 4 of 5

Thema Hinweise Referenzkapitel (Datenbuch), Abschnitt Stromderating bei höheren Umgebungstemperaturen PE-Verbindung bei Betriebsströmen >250 A Einbaulage Lange Motorleitungen Die Nichtbeachtung des Stromderating kann zu Überhitzung und somit zur Brandgefährdung führen. Wir empfehlen bei Betriebsströmen größer 250 A die PE-Verbindung zwischen Einspeisung und Ausgang nicht über die PE-Bolzen im Filtergehäuse auszuführen. Beachten Sie die Einbaulage der Filter! Die Montage muss grundsätzlich so erfolgen, dass die natürliche Konvektion nicht beeinträchtigt wird. Lange Motorleitungen verursachen parasitäre Ströme in der Anlage. Die für Ausgangsdrosseln und -filter angegebenen Leitungslängen dienen zur Orientierung. Der Anwender muss die technischen Parameter und besonders die Drosseltemperaturen bei der jeweiligen Applikation kontrollieren! Stromderating, 10.1 Punkt 2 Punkt 13 Punkt 15 Page 5 of 5