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Transkript:

Informationen der Hersteller Auf die steigende Nachfrage nach kräftigen und dunklen Farbtönen an Fassaden reagiert der Markt mit speziellen Beschichtungen. ausbau + fassade fragte bei den Herstellern nach, wie sie mit dem Wunsch nach intensiven Farben umgehen. Caparol, Ober-Ramstadt: Oliver Berg, technischer Leiter im Bereich Fassaden- und Dämmtechnik. Es gibt mittlerweile einige Anbieter von Wärmedämm-Verbundsystemen im Markt, die als Fassadenbeschichtungen sogenannte Infrarot-reflektierende Farben (IR) in Verbindung mit Totaler Solarer Reflektion (TSR) anbieten. Diese Systeme versprechen durch eine wirkungsvollere Reflektion der solaren Strahlung, die Aufheizung der Oberflächen deutlich zu reduzieren. Dadurch soll sich der Einsatz spezieller WDVS-Aufbauten oder Armierungsschichten erübrigen. Bei Caparol werden bereits seit vielen Jahren Pigmente eingesetzt, die von Hause aus einen hohen TSR-Wert aufweisen und daher als reflektierende Pigmente einzustufen sind. Diese Pigmente sind wesentlich lichtbeständiger als der Standard. Untersuchungen zeigen, dass solche Pigmente bei gleichem Hellbezugswert zu wesentlich geringeren Aufheizungen führen als herkömmliche Ruß- oder Eisenoxidpigmente, wie sie teilweise heute noch in der Branche verwendet werden. Aussagen über vermeintliche Vorzüge von IR-Farben verweisen auf relativ große Temperaturunterschiede im Vergleich mit gebräuchlichen Pigmenten. Hierzu ist festzustellen, dass die angegebenen Oberflächentemperaturen ausschließlich im Labor mittels künstlicher Strahler aus kürzester Distanz in der Horizontalen ermittelt wurden. Realistisch betrachtet, müssen Bauteile senkrecht ausgerichtet gemessen werden. Zudem sind sie in Abhängigkeit vom Standort, der Himmelsausrichtung, Jahreszeit, den Umgebungsbedingungen aus dem jeweiligen Bauteilumfeld sowie weiteren individuelle Rahmenbedingungen vor Ort zu ermitteln. Diese Kriterien können im Labor nicht berücksichtigt werden. Die genannten realen Kenngrößen sind letztlich jedoch maßgebend für die tatsächlichen Temperaturunterschiede aus Um die Leistungsfähigkeit der IR-Farben auf WDVS in der Realität zu beurteilen, führte Caparol entsprechende Bestrahlungsversuche nicht nur im Labor, sondern auch im Freien durch. Die Versuche bestätigten, dass die gängigen schwarzen Ruß-Pigmente zu den höchsten Oberflächentemperaturen führen. Durch den Einsatz von Pigmenten mit höherer IR-Reflektivität können die Oberflächentemperaturen um fallweise bis zu 10 C gesenkt werden. Trotzdem erwärmen sich auch IR-Farben auf Temperaturen von deutlich über 70 C. Zudem zeigte sich bei den Messungen, dass sich der Temperaturverlauf einer ausgewiesenen IR-Farbe nicht wirklich oder stark von dem der Caparol- Standardeinfärbung unterschied. Der Trend zu intensiveren Farbtönen an Fassaden im Zuge energetischer Sanierung mit WDVS ist seit Jahren ungebrochen. Bei der Wahl eines solchen intensiven Farbtones auf WDVS ist für Putz und Beschichtungsmaterial der Hellbezugswert (HBW) als Kriterium der zulässigen Farbtonintensität zu beachten. Um das Risiko von Schäden zu vermeiden, wurde bereits in den 1980er Jahren eine brancheneinheitliche Begrenzung des Hellbezugswertes (HBW) auf nicht kleiner als 20 festgeschrieben. Was die Marktakzeptanz betrifft, so deutet einiges darauf hin, dass nur wenige Bauherren bereit sind, die nicht unerheblichen Mehrkosten für solche IR- Farben zu tragen. Die Branche widmet sich diesem Thema seit Anfang 2010. Seit dem wird in Fachkreisen darüber diskutiert, ob der HBW beim Ermitteln der Aufheizung einer WDVS-Oberfläche durch TSR ersetzt werden kann. Der HBW beschreibt das solare Reflektionsvermögen von Beschichtungen und somit die Aufheizung aber nur unzureichend. Mit der Total Solar Reflectance (TSR) gibt es eine Größe, die das Phänomen besser erfasst. TSR beschreibt den Anteil des von einer Beschichtung reflektierten Sonnenlichts. Der TSR-Wert berücksichtigt neben dem sichtbaren auch den nahen Infrarotbereich und umfasst somit das gesamte Spektrum des Sonnenlichtes. Der TSR-Wert ist demnach durchaus die geeignetere Größe, um die Oberflächentemperaturen von Fassadenflächen zu prognostizieren. Es ist jedoch zu beachten, dass dafür bislang noch keine brancheneinheitliche Mess- und Prüfmethodik existiert. Eine solche wäre aber notwendig, da der TSR-Wert maßgeblich von den jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort 1

abhängt. Daher sind die Vergleiche von TSR-Daten mit Vorsicht zu genießen. Zudem können die TSR-Werte einer Fassade am Objekt praktisch nicht ermittelt werden. Das erschwert eine breite Nutzung dieses Wertes in der Praxis. Daher plädieren wir im Moment noch für den HBW als orientierende Kenngröße am Markt. Im Bedarfsfall kann zur besseren Abschätzung im Labor eine relativ aufwendige Messung des TSR-Wert in Abhängigkeit des Farbtones durchgeführt werden. Keimfarben, Diedorf Thomas Koch, Produktmanager WDVS Bitte geben Sie eine Einschätzung des Themas intensive und dunkle Farbtöne an der Fassade. Antwort: Intensive Farbtöne an Fassaden, genau in diesem Thema ist Keimfarbe bekanntlich zu Hause. Farbe in der Architektur muss intensiv und logisch sein mit diesem Zitat von Antoni Gaudi beginnt auch unser zugehöriger Prospekt KEIM WDVS in dunklen Farbtönen Das ist konsequent, denn über die Wertigkeit der Keim-Produkte ermutigen wir Planer und Bauherren, ihre Vorhaben und Gebäude mit Farbe umzusetzen und zu akzentuieren. Einschränkungen auf gedämmten Systemen sind damit kaum noch zeitgemäß. Natürlich kann man die Grenzen der Physik nicht umgehen und nicht jeder Wunsch ist uneingeschränkt machbar. Wir beschreiben dafür ein erprobtes System auf Mineralwolle mit einem Infrarot-reflektierendem Anstrich und geben dieses in moderaten Flächen selbst für unser Schwarz (Hellbezugswert ca. 5) frei. Der besondere Vorteil dieses mineralischen Putz- und Anstrichsystemen liegt in der bekannten Farbtonstabilität. Gerade bei der Beschäftigung mit intensiven Farbtönen sollte diese Überlegung auch zwingend im Vordergrund stehen. Mit welchen Produkten bedienen Sie dieses Marktsegment? Antwort: Speziell für Anstriche auf WDVS oder wärmegedämmten Mauerwerk haben wir mit KEIM Sodalith Colin ein Qualität in dem Markt gebracht, die eine hervorragende Reflexion im infrarotem Bereich des Lichts ermöglicht und für alle Farbtöne nach unserer exklusiv -Farbpalette einen TSR-Wert > 30 nachweisen kann. Damit liegen wir in jedem Farbton über der vom Industrieverband Werkmörtel e.v. in einer diesbezüglichen Veröffentlichung erhobenen Mindestforderung. Dort heißt es für Beschichtungen mit dunklen Farbtönen: Ist der TSR-Wert 25, ist die Beschichtung als thermisch sicher einzustufen. Wer sich danach richten will, ist mit Soldalit-Coolit bestens bedient, alle vom Soldalit bekannten, hervorragenden Eigenschaften inklusive. Auf unseren eigenen Systemen auf Mineralwolle und einem Oberputz der Körnung > 2mm übernehmen wir die Gewährleistung; für die Verwendung auf Fremdsystemen bestätigen wir entsprechend die Einhaltung der TSR-Wert-Grenze >25. Die Gestaltung ist das eine, die Ausführung das andere. Worauf ist bei diesem Zusammenspiel besonders zu achten? Antwort: Wir empfehlen regelmäßig eine doppelte Armierungslage, weil so zusätzliche Sicherheit entsteht und zu sorgfältiger Ausführung der Arbeiten angeregt wird. Das Unterschreiten des bekannten Hellbezugswertes ist noch immer auch ein Herantasten an neue Grenzen, was von allen Beteiligten eine besondere Sorgfalt verlangt und regelmäßig dann gut gelingt, wenn alle gemeinsam und mit Verständnis für die Belange der anderen zusammenarbeiten. Das ist vielleicht der Verarbeiter, der erst mal etwas mehr Zeit einplant, um mit Sorgfalt arbeiten zu können oder auch der Planer, der entgegen seiner ursprünglichen Absicht gefährdete Flächen durch Dehnfugen begrenzt. So wird am Ende ein Ergebnis stehen, das alle überzeugt. 2

Knauf, Iphofen Dieter Stauder, Leiter Marktmanagement Putz- und Fassadensysteme Intensive und dunkle Farbtöne an der Fassade sind aus technischer Sicht auf massiven, nicht hochdämmenden Mauerwerk, traditionell kein Problem. Anders sieht es aus, wenn ein dämmendes Mauerwerk oder beispielsweise ein Wärmedämm-Verbundsystem zum Einsatz kommen. Die Zielstellung, die Heizenergie und Wärme im Gebäude zu belassen, bewirkt auch, dass eine oberflächliche Aufheizung der Fassade weniger ins Mauerwerk abgeleitet wird. Dieser Wärmestau an einer dunklen Fassadenoberfläche führt zu einer höheren Belastung von Putz und Fassade und kann im Extremfall zum Beispiel bei einer schwarzen Fassade bis zu einer Beschädigung, beispielsweise des Dämmstoffes aus Polystyrol, führen. Richtlinien und Regelwerke zur Begrenzung des Hellbezugswertes Die maximale Aufheizung einer Fassadenoberfläche ist abhängig von der solaren Einstrahlung am Ort, von der Fassadenorientierung, von den Umgebungsbedingungen (vorbeiziehender Luftstrom = Abkühlung; zusätzliche Einstrahlung durch umgebende Reflexionsflächen = Aufheizung) und anderen Einfluss Faktoren. Nicht zuletzt durch den Farbton selbst. Je dunkler dieser ist, umso weniger wird die Einstrahlung der Sonne reflektiert und umso mehr in Wärme umgewandelt. Das (für Farben und Putze theoretische) ideale Weiß hat den sogenannten Hellbezugswert von 100. Also das komplette Sonnenlicht wird von der Fassade zurückreflektiert, keinerlei Aufheizung. Die dunkelsten Putze und Farben haben einen Hellbezugswert von 5 oder 6 (theoretisch HBW=0 gleich 100 % der Einstrahlung wird in Wärme umgewandelt und heizt die Putzlage auf). In den Richtlinien verschiedener Verbände wurde empfohlen, auf gedämmten Wänden keine Farben mit HBW kleiner 20 einzusetzen. Diese Regelungen wurden in der Branche jahrzehntelang berücksichtigt, bis einzelne Anbieter jeweilige Lösungen für die steigende Nachfrage nach kräftigen und dunklen Farbtönen ab ca. dem Jahr 2000 anboten. Sehr dunkle Farben bis zu schwarz auf Wärmedämmung In den Folgejahren führte eine starke Nachfrage nach dunklen und intensiven Farbtönen zu einer Vielzahl entsprechend ausgeführter Objekte. Für den Umgang mit den höheren Temperaturen und Spannungen in der Putzlage wurden von den Anbietern Lösungen in Form von zusätzlichen Maßnahmen offeriert. Für die bei Architekten inzwischen relativ beliebte Ausführung im Farbton Schwarz wurde die Verwendung des Dämmstoffes auf Basis von Mineralwolle obligatorisch. Bei Missachtung dieser Regel waren Schäden, wie zum Beispiel das Ablösen der Armierungslage vom Polystyrol-Dämmstoff, nahezu zu erwarten. Die mit den höheren Temperaturen und Spannungen einhergehende größere Rissgefahr wurde wahlwiese oder in Kombination mit hoch dehnfähigen Armierungslagen und doppelten Gewebeeinlagen beantwortet. Der Gefahr eines beschleunigten Ausbleichens wurde mit speziellen Pigmentpräparationen und eines zusätzlichen Anstriches begegnet. Letztlich kamen Lösungspakete zur Anwendung, die deutlich aufwändiger als die Standardausführung und zudem Objekt bezogen zu beraten waren. Seit einigen Jahren bedient man sich zunehmend spezieller sogenannter IR- oder TSR- Farben, mit denen sich der Mehraufwand relativ klein und die Beratungssicherheit relativ groß gestalten lässt. TSR Farben reduzieren die Oberflächentemperatur deutlich Praktisch gesprochen hebt die Verwendung von speziellen TSR-Farben die alte Hellbezugswert Grenze auf. Beim für das menschliche Auge gleichen Farbton reduziert die erhöhte Reflexion des Sonnenlichts bei der TSR- Farbe die Aufheizung der Oberfläche deutlich. Bei der Knauf Fassadol TSR, einer Reinacrylatfarbe mit Siliconharzanteilen, reduzieren wir je nach Farbton die Oberflächentemperatur um 7 20 C gegenüber der Standardfarbe. Das ist eine Menge und entspricht konventionell mindestens einem Temperaturunterschied zwischen HBW 5 und 20. Der Effekt ist also der gleiche, als hätte ich den schwarzen Farbton von HBW 5 auf HBW >20 gehoben. Damit entfallen alle Sondermaßnahmen für das Ausführen von dunklen Farben unter HBW 20. Und das bei maximaler Beratungssicherheit und deutlicher Reduzierung der Kosten für den Investor und Häuslebauer. Fassadol TSR gibt es für alle Farbtöne aus unserem Farbtonfächer mit einem Hellbezugswert kleiner 20. 3

Sto, Stühlingen Frank Zippenfennig, Produktmanager Fassadenbeschichtungen, Bitte geben Sie eine Einschätzung des Themas intensive und dunkle Farbtöne an der Fassade. Antwort: Der Wunsch nach intensiven und dunklen Farbtönen nimmt zu. Das stellt die Hersteller von Fassadenfarben vor gewisse Herausforderungen, was Beeinträchtigung des Untergrunds, Farbtonstabilität und den sogenannten Schreibeffekt angeht. Bei dunklen Farbtönen sind Oberflächentemperaturen von mehr als 80 Grad Celsius keine Seltenheit. Das ist für alle Wandaufbauten ein äußerst kritischer Temperaturbereich. Insbesondere bei einer Dämmung mit EPS sollten 70 Grad Celsius nicht überschritten werden, sonst könnten sowohl Dämmschicht als auch Putz im Lauf der Zeit Schaden nehmen. Das Problem kann heute mit der Wahl des richtigen Produkts gelöst werden. Mittlerweile sind Fassadenbeschichtungen auf dem Markt, die sich nicht mehr in dem Maße aufheizen, wie dies bei konventionellen Farben der Fall ist. Dunkle Fassaden sind daher sicher und dauerhaft realisierbar, wenn sie technisch richtig gelöst werden. Mit welchen Produkten bedienen Sie dieses Marktsegment? Antwort: Bei Farbtönen mit niedrigem Hellbezugswert (kleiner 20) empfehlen wir StoColor X-black. Durch den Einsatz von speziellen NIR-Pigmenten Nah-Infrarot-Reflektion reflektiert die Fassade dann solare Strahlung, Temperaturspitzen an der Oberfläche bleiben deutlich unter 70 Grad Celsius. Somit besteht keine Gefahr für den Untergrund und dunkle Farbtöne, auch auf EPS-Dämmsystemen, lassen sich zuverlässig realisieren. Ebenso für dunkle, intensive Farbtöne prädestiniert ist die ganz neue Fassadenfarbe StoColor Dryonic. Sie bietet neben höchster Farbtonstabilität auch den geringsten Schreibeffekt. Das spielt bei intensiven Farbtönen eine wichtige Rolle, gerade an Gebäuden mit hohem Publikumsverkehr. Außerdem zeichnet sie sich durch ihr schnelles Trockenverhalten aus. An einer dauerhaft trockenen Fassade ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Algen und Pilze ansiedeln, viel geringer als an einer feuchten. Die Gestaltung ist das eine, die Ausführung das andere. Worauf ist bei diesem Zusammenspiel besonders zu achten? Antwort: Für ein optimales Ergebnis ist in beiden Fällen ein zweifacher Anstrich und gegebenenfalls eine Grundierung zur Oberflächenverfestigung und leichten Hydrophobierung eines saugenden Untergrundes erforderlich. Für ein gleichmäßiges Oberflächenbild bei dunklen Farbtönen empfiehlt es sich, eine gröbere Struktur (z.b. K 2,0) als Untergrund zu verwenden. 4

Faktenblatt dunkle Fassaden, Brillux SolReflex dunkle Farbtöne auf WDVS Wärmedämm-Verbundsysteme spielen bei der energetischen Optimierung von Gebäuden eine zentrale Rolle, denn unter ökonomischen Gesichtspunkten bieten sie den höchsten Wirkungsgrad bei vergleichsweise niedrigen Erstellungskosten. Bei der Gestaltung mit dunklen Farbtönen gab es bisher erhebliche Einschränkungen. So galten zum Beispiel Intensivfarbtöne und dunkle Farbtöne wie Blau und Grün immer als schwierig und waren lange Zeit technisch nicht umsetzbar. Die moderne TSR-Farbtechnologie öffnet den Gestaltern neue Wege. Brillux Die Problematik Die extrem gute Dämmwirkung von Wärmedämm-Verbundsystemen sorgt nicht nur für einen hervorragenden winterlichen, sondern auch für einen extrem guten sommerlichen Wärmeschutz. So kann es an der Oberfläche zu einem "Wärmestau" mit Temperaturen von nicht selten > +70 C kommen. Dies kann z. B. zu Rissen im Putzsystem oder zu Verformungen am Dämmstoff führen. Typischer Temperaturverlauf einer gedämmten Außenwand Die Lösung Mit SolReflex bietet Brillux ein System, bei dem durch spezielle Rezepturen das "Aufheizen" der Oberflächen reduziert wird und sich so ein größerer Spielraum für die Gestaltung von Wärmedämm-Verbundsystemen mit dunklen Farbtönen ergibt. 5

Fassadenbeschichtung: TSR-formulierte und Standard Fassadenfarben unterscheiden sich nicht in der Verarbeitung. Vorteile von SolReflex auf einen Blick reduziert die Aufheizung gedämmter Fassadenoberflächen ist die einfache und sichere Lösung für dunkle WDVS ermöglicht dank TSR-Formel Farbtöne mit HBW =< 20 bietet größte Freiheit bei der farbigen Gestaltung von WDVS bewahrt Armierung und Oberputz vor übermäßigen Temperaturen macht teure "Sonderlösungen" (doppelte Gewebelage, spezielle Armierungsmaterialien und Dämmplatten) überflüssig - i. d. R. genügen zwei Anstriche Farbton machbar oder nicht? Farbtonsuche im Internet Welche Farbtöne mit den TSR-formulierten Produkten möglich sind, zeigt die Internet-Farbtonsuche auf der Brillux-Webseite unter www.brillux.de/farbtonsuche im Bereich Service. Nutzer wählen dort in der Suchmaske die Produktgruppe "Fassadenfarben" aus und anschließend unter "Produkt" die Fassadenfarbe Evocryl (TSR- Formel) 200 oder die Silicon-Fassadenfarbe 918 (TSR-Formel). Nach Eingabe des gewünschten Farbtons (z. B. "60.06.24" oder "Rubinrot"), erhalten Nutzer die entsprechenden Suchergebnisse. Weitere Informationen, technische Hintergründe, Aufbauempfehlungen sowie ein Informationsvideo unter www.brillux.de/solreflex. ausbau + fassade 27.03.2015 6