Technik Trends Gegen Eis und Schnee Die Hersteller von Winterdienstmaschinen starten mit vielen neuen Produkten in die Wintersaison. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Neuheiten bei Schneeschilden, Streuern oder neuen Trägerfahrzeugen vor Werkfoto Der S990 mit 92 PS ist das Spitzenmodell der Holder-Knicklenker, die mit Allradantrieb und Dual-Drive-System gerade für den Winterdienst gut geeignet sind.
Garten- und Landschaftsbauer setzen häufig Radlader auch im Winterdienst ein, um deren Auslastung zu erhöhen. Allerdings wurden Multifunktionsradlader bislang meist ohne Kabine konzipiert. Ein nachträglicher Anbau war dagegen kompliziert, teuer und für den Fahrer nicht besonders komfortabel. Aus diesem Grund wurde meist auch im Winter ohne Kabine gearbeitet. Beim Radlader MultiOne
Neue Trägerfahrzeuge für den Winterdienst Hesse (www.hessemaschinen.de) hat jetzt die Lader-Serie MultiOne SL800 speziell für diese Zielgruppe konzipiert. Bei den Maschinen ist der Grundrahmen der Kabine bereits im serienmäßigen Fahrgestell integriert. Bei der Nachrüstung werden Türen und Fenster ohne großen Aufwand in den bereits vorhandenen Rahmen angeschraubt. Im Sommer lassen sich Tür und Verglasung wieder entfernen, um eine Beschädigung im harten Baueinsatz zu vermeiden. Die im Fahrzeug integrierte Wasserheizung hat im Fußraum als auch im Scheibenbereich mehrere verstellbare Luftauslassdüsen, sodass der Fahrer im Winter wie Sommer eine optimale Sicht und eine angenehme Temperatur an seinem Arbeitsplatz haben soll. Für den Winterdienst sind als Anbaugeräte am MultiOne-Lader aufgrund des Antriebsystems und der Zusatzhydraulik Fräsen möglich, für die normalerweise wesentlich schwerere Trägergeräte benötigt werden. Weitere Anbaugeräte sind ein hydraulisch verstellbares Schneeschild, Heckanbau-Streuer für Salz oder Splitt, Schneeschaufel zum Wegtransportieren des Schnees z.b. bei Parkplätzen sowie eine Kehrmaschine mit speziellem Winterbesen. Diese wird nach Angaben des Herstellers sehr häufig verwendet, da sie sich im Winterdienst und zusätzlich auch in der schneefreien Zeit für Reinigungsarbeiten (z.b. im Frühjahr zum Splittentfernen) einsetzen lassen. Knicklenkung, permanenter Allradantrieb, vier gleich große Räder und der Radlastausgleich sind laut Holder (www.holder-gmbh.de) die Gründe, warum die Holder-Geräteträger (27 bis 92 PS) für den Winterdienst besonders geeignet sind. Für diese Arbeiten lassen sich Schneepflüge, Fräsen und Schleudern anbauen. Zudem ist auf der Lade-fläche hinter der Kabine Platz für Streuer. Eine weitere Besonderheit ist das Dual Drive-System, das bei einigen Allrad-Knickschlep-pern von Holder serienmäßig ist. Wenn Schlepper mit diesem System ausgestattet sind, wird bei einer Geschwindigkeit von ca. 20 km/h vom hydrostatischen Antrieb in einen mechanischen Antrieb umgeschaltet. Dann kann das Fahrzeug durch Erhöhen der Dieselmotor-Drehzahl bis auf eine Geschwindigkeit von 40 km/h beschleunigt werden. Fällt die Fahrgeschwindigkeit dann wieder unter 20 km/h ab, wird in den Hydrobetrieb zurückgeschaltet. Der Ein-satz des Dual Drive-Systems soll Kraftstoff sparen und Geräusche reduzieren. Außerdem: Unter den fünf Fahrstufen für die ver-schiedenen Arbeitseinsätze gibt es ein Sonderprogramm für den Einsatz von Schneefräsen. John Deere (www.johndeere.com) hat mit den Kompakttraktoren 2320, 2520 und 2720 (22 bis 30 PS) sowie den Serien 3020 und 4020 (32 bis 62 PS) Allradkompakttraktoren im Programm, die für den Ganzjahreseinsatz und damit auch für den Winterdienst geeignet sind. Die Maschinen wurden konzipiert für die Arbeit im Garten- und Landschaftsbau, in Baumschulen, auf Golfplätzen und Reitanlagen sowie im Kommunalbereich. Als Zubehör bietet John Deere für die Kompakttraktoren unter anderem Frontkraftheber, Frontzapfwelle, Räumschilde oder Frontanbaukehrmaschinen an. Speziell für Hausmeister hat der Hersteller die Kompakttraktoren der X700-Serie im Programm. Die Modelle X740 und X748 haben 23 PS und können optional mit Frontlader, Räumschild, Frontkehrmaschine, Kabine und Ausrüstung für die Straßenzulassung ausgestattet werden. Der japanische Hersteller Shibaura (www.shibaura.de) führt zwei neue Kompakttraktoren ein, den ST330M mit mechanischem Antrieb und den ST330H mit hydrostatischem Antrieb, die die Modelle ST329M und ST329H ablösen. Die Traktoren werden von einem Shibaura Drei-Zylinder Dieselmotor mit 30 PS versorgt. Sie sind mit verschiedenem Zubehör lieferbar, unter anderem mit Kehrmaschine, Räumschild oder Streuer. Für den kommenden Winter bietet Shibaura verschiedene Angebote als Kompletteinheit wie z.b. Traktor mit Komfortkabine, Frontaushebung und entsprechender Hydraulik, Räumschild und Streuer.
Ferngesteuerte Maschinen gut zum Schneeräumen geeignet Der funkgesteuerter Geräteträger Deltrak der Irus Motorgeräte GmbH (www.irus.de) lässt sich jetzt auch mit einer Schneefräse im Winter sinnvoll einsetzen. Dieses wurde möglich, in dem die neue Version der Maschine mehr Hubkraft zum Heben und Senken der Anbauschneefräse des Herstellers Zaugg hat. Außerdem lässt sich die neue Maschine nach Herstellerangaben deutlich feiner steuern und ist mit sehr geringer Geschwindigkeit zu fahren. Mit Hilfe einer Zusatzhydraulik kann der Kamin der Schneefräse vom Sender aus in die passende Position gedreht werden. Eingesetzt werden kann die Maschine überall dort, wo bereits jetzt handgeführte große Schneefräsen verwendet werden. Großer Vorteil der Funksteuerung im Winterdienst: Der Benutzer muss weder Lärm noch Vibrationen erdulden und wird nicht durch Schneeverwehungen beeinträchtigt. Die Rumsauer GmbH (www.vort.de) bietet für den funkferngesteuerten Flächen- und Böschungsmäher Spider neuerdings ein Schneeräumschild an. Mit Schneeketten, Ballastgewichten, speziellen Reifen und Allradantrieb ist der Spider für den Winterdienst gut gerüstet, verspricht der Anbieter. Das Schneeräumschild hat eine Arbeitsbreite von 140 Zentimetern, ein Federklappenschild, eine Scheuerlieste und lässt sich in sieben Positionen rechts, links und in der Mitte arretieren. Heben und Senken des Räumschilds erfolgt über die Fernbedienung des Spiders. Traktoren schneller umrüsten Bei den Trägerfahrzeugen stellt die Hydrac Landmaschinenfabrik (www.hydrac.com) einen Trend hin zu Traktoren fest. Hydrac bietet dafür eine Reihe von Schneepflügen an, die sowohl mit vorhandener Fronthydraulik als auch mit Kommunalrahmen verwendet werden können. Der Kommunalrahmen Kombi hat den Vorteil, dass die Pflugplatte leicht mit Bolzen demontierbar ist und dann eine herkömmliche Fronthydraulik verwendet werden kann. Dadurch ist der Schlepper universeller und auch wieder in der Landwirtschaft einsetzbar. Speziell für den Einsatz innerhalb von Ortschaften hat Hydrac die Pflugserie City Line gebaut. Eine Dämpfungsschiene aus PU-Kunststoff eingebaut zwischen Schürfmesser und Scharblech soll dabei die Geräuschentwicklung minimieren und für ein weicheres Ausklinken sorgen. Ebenfalls neu für diesen Winter ist die Nachputzleiste, die hinter den Scharen angebaut wind die Beseitigung von Matsch und Schneerückständen verbessern soll. Dadurch werde nach Unternehmensangaben nicht nur Salz eingespart, sondern auch eine wesentlich freiere und dadurch sichere Fahrbahn gewährleistet. AV TEC (www.vogtgmbh.com) hat zur Saison 2009 ein neues Schneeräumschild in Profi-Ausstattung vorgestellt. Das Räumschild mit lamellenverstärktem Schildkörper ist serienmäßig mit Federklappen und Korundschienen ausgestattet. Sie sorgen laut Hersteller für ein ruhiges Arbeiten auch bei höheren Geschwindigkeiten und eine Verlängerung der Standzeiten. Ein Pendelausgleich zur optimalen Bodenanpassung gehört ebenfalls zum Standard. Die neue Serie wird in Breiten von 2,50, 2,90 und 3.20 Meter angeboten und ergänzt die bisherigen Baureihen. Außerdem bietet der Hersteller Anbauadapter für alle gängigen Trägerfahrzeuge wie Traktoren, Radlader, Stapler usw. an.
Sole toppt Feuchtsalz Oftmals ist die Ausbringung von Feuchtsalz (FS 30) nicht die richtige Streumethode. Den neusten Erkenntnissen zufolge sollen sich bei der Präventivstreuung mit der Ausbringung von reiner Sole deutlich größere Erfolge erzielen lassen, erklärt der Hersteller Küpper-Weisser. Denn Feuchtsalz hat auf trockener Straße lediglich eine kurze Verweildauer. Ein überwiegender Anteil der Salzkörner geht nicht in Lösung. Fahrtwind und Turbulenzen des rollenden Straßenverkehrs befördern die Salzkörner in den Straßenrand bzw. in das Begleitgrün. Reine Sole hingegen setzt sich in der Straßenoberfläche fest und hält bei trockener Straße auch mehrere Stunden. Um diese Streumethoden in einer einzigen Streumaschine zu kombinieren, hat Küpper-Weisser (www.kuepper-weisser.de) die Streumaschine CombiWet entwickelt. Es gibt sie in zwei Ausführungen: Als Stadt-Version zum Streuen von Feuchtsalz (Streubreiten von drei bis zwölf Metern) und von Sole (Streubreiten von drei bis acht Metern) und als Highspeed-Streumaschine zur Ausbringung von reiner Sole bis 80 km/h Geschwindigkeit für Landesstraßen und Autobahnen. Der mittlere Sprühblock ist mit mehreren zuschaltbaren Tellerdüsen bestückt, die eine gute Querverteilung sowohl bei geringen als auch bei hohen Fahrgeschwindigkeiten ermöglichen sollen. Zuschaltbare Strahldüsen nach links und rechts mit jeweils bis zu 3,75 Meter Sprühbreite sollen ein gutes Streubild mit reiner Sole erzeugen. Die Tanks der Maschine sind mit 1.650 Liter oder 2.200 Liter Volumen verfügbar.
Streuer für Splitt, Sand und Sämereien Der Flachsilostreuaufbau FSS 1100 / 1501 von Fiedler (www.fiedler-maschinenbau.de) ist eine Neuentwicklung für Schmalspurfahrzeuge. Besondere Merkmale sind ein niedriger Schwerpunkt, eine große Öffnung zum Beladen mit dem Radlader, die Ausbringmöglichkeit von allen (auch minderwertigen) Streugütern und die uneingeschränkte Sicht über den Streuer nach hinten. Das Material gelangt über eine einzelne Schnecke zum Schacht und wird von dort auf den Streuteller verteilt. Ein spezielles Zuführsystem fördert das Material schrittweise zur Schnecke. Der Streubehälter wird dabei vollständig entleert. Damit können auch klebrige oder nasse Materialien verwendet werden, ebenso wie Splitt, Salz oder andere am jeweiligen Einsatzort vorrätige Materialien. Ein leicht zu öffnendes Planenklappdach schützt vor Nässe. Der Fallschacht kann leicht nach oben geschwenkt werden, um damit die Anhängekupplung für Transportzwecke frei zu haben. Die Bedienung erfolgt über ein völlig neuartiges Multifunktionsdisplay mit einem 6,5 Zoll-TFT-Farbbildschirm. Jede Funktion wird über einen Multifunktionsschalter angewählt. Schnellfunktionen lassen sich über fünf Foliendrucktasten anwählen. Die Streubreite und Streumenge lässt sich je nach Material auf 1 bis 8 Meter bzw. 5 bis 250 g/m2 einstellen. Die Maschine lässt sich im Sommer zum Besanden von Wiesenflächen einsetzen. Für den Wintereinsatz ist der Streuaufbau für alle Schmalspurfahrzeuge, kleine Absetzkipper und Kleingeräteträger geeignet. Dadurch lassen sich Radwege, Straßen, Plätze und andere Bereiche abstreuen, bei der eine schmale und wendige Kombination gefragt ist. Die MFH Maschinen-, Fertigungs- und Handelsgesellschaft (www.mfh-nordhausen.de) vertreibt den Selbstladestreuer der Baureihe AM-1512 des Herstellers Giletta in Deutschland. Diese Streuer mit Schneckenfördersystem und Streuteller können an die Dreipunkt-Hydraulik von Traktoren, an Geräteträgern und an anderen Arbeitsmaschinen angebaut werden. Der Behälter aus Stahl hat eine spezielle Form, die das schnelle Be- und Entladen der normalerweise verwendeten Streumittel (Sand, Salz, Splitt usw.) gestatten soll. Das Kippen erfolgt mit einem doppelt wirkenden Hydraulikzylinder. Das Fassungsvermögen liegt bei 1,2 m3, die Streubreite zwischen einem und sieben Metern. Sie ist manuell am Drosselventil einstellbar. Die UKS-Kastenstreuer von Rauch (www.rauch.de) mit Arbeitsbreiten von 80, 100 und 120 Zentimeter dosieren und verteilen Splitt, Salz, Dünger und Sämereinen. Mit der konstanten Streubreite soll der UKS ideal zum Streuen von Gehwegen geeignet sein, weil keine parkenden Autos durch Streugut beschädigt werden, teilt der Hersteller mit. Außerdem sind die Kastentreuer auch zur Sportplatzbesandung einsetzbar. Die Geräte sollen sich mit Hilfe der abklappbaren Bodengruppe einfach und schnell reinigen lassen. Lieferbar mit Zapfwellen- oder hydraulischem Antrieb ist der Einsatz an fast allen Fahrzeugen im Winterdienst oder Gartenbau möglich. Der österreichische Hersteller Eco Technologies (www.ecotech.at) hat das Programm der Tellerstreuer-Serie XTA von derzeit 140 bis 360 Liter Volumen auf Größen von 450 bis 750 Liter erweitert. Für alle Typen gibt es eine proportionale Streumengensteuerung, die in Abhängigkeit der Fahrgeschwindigkeit vollautomatisch die Streumenge steuert. Zusätzlich kann vom Fahrersitz aus über einen elektrischen Drehschalter die Streubreite stufenlos von min. bis max. Streubreite verstellt werden. Alle wichtigen Teile wie Behälter, Streuteller und Streubegrenzer werden aus Edelstahl hergestellt. Die Streuer lassen sich per Zapfwelle oder mit Hydraulikmotor antreiben. Hinrich Neumann
Der funkgesteuerte Delt Der neue Kompakttrakto
Die Verschleißschienen Der Vorteil des Streuger
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