Kanton Basel-Stadt Qualität unserer Versorgungsstruktur

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1 Qualität unserer Versorgungsstruktur Dr. Carlo Conti Regierungsrat Basel-Stadt, Präsident der GDK forumsante.ch, 29. Januar 2013

2 Gesundheitsmonitor % haben «positiven» oder «eher positiven» Eindruck vom Gesundheitswesen in der Schweiz. 68% beurteilen den aktuellen Leistungskatalog in der Grundversicherung als ausreichend. Ein Abbau des Leistungskataloges erhält nur 5% Zustimmung. Einschränkung der Wahlfreiheiten sind generell unbeliebt. 58% sind bereit zu Konzessionen bei Therapiefreiheit und Spitalwahl im Falle von Prämiensenkungen. (Quelle: gfs.bern/interpharma, Gesundheitsmonitor 2011) 2

3 Gesundheitsmonitor 2011 Die Anspruchshaltung der Bevölkerung und damit der Nachfrage nach Leistung bleibt hoch. Die Mehrheit will das Beste unter dem Verfügbaren, freien Zugang zu Innovation und hohe Qualität. Umstritten ist nur, wer das zahlt. Und wie lange das System finanzierbar bleibt. (Quelle: gfs.bern/interpharma, Gesundheitsmonitor 2011) 3

4 Sicht des Patienten Der Patient will: Gesund werden Zugang zur besten Medizin Dem Patienten ist es egal, wie viel es kostet und wer es bezahlt! 4

5 Sicht des Versicherers Der Versicherer will: Versicherte und nicht Patienten! Optimum und nicht Maximum Keine Komplikationen Patienten steuern können zu kostengünstigen Ärzten und Behandlungen Nachhaltigkeit der Behandlungen Zufriedene Kunden Zusatzversicherungen verkaufen 5

6 Sicht des Leistungserbringers Der Leistungserbringer will: Heilen und damit zufriedene Kunden haben Marktanteile steigern und somit mehr Ertrag generieren volle Kostendeckung optimalen Patientenpfad gewährleisten 6

7 Sicht des verantwortlichen Kantons Der Kanton als Regulator will: gesunde und zufriedene Einwohner Versorgungssicherheit gute Qualität ganzheitliche, volkswirtschaftliche Sicht in Prävention investieren optimalen Return on Investment in der Medizin möglichst geringe Steuern und Krankenkassenprämien 7

8 Aussicht der OECD zum Gesundheitssystem Schweiz (2011), Positiv Einfacher Zugang zu einer Vielzahl von medizinischen Leistungen und eine breite Auswahl an Versicherern und Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen Gesundheitszustand der Bevölkerung ist gut, hohe Patientenzufriedenheit Alle sind krankenversichert und haben den gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung Umfassender Leistungskatalog Medizinische Dienstleistungen sind auf dem neusten Stand und gut verfügbar 8

9 Aussicht der OECD zum Gesundheitssystem Schweiz (2011), Negativ Diese Erfolge sind aber mit hohen Kosten verbunden, Kosten wachsen schneller als BIP (% des BIP: CH 11,4%, OECD Ø 9,6%) Stark aufgesplitterte Zuständigkeit für die Gesundheitspolitik; eine Folge des Föderalismus 26 Gesundheitssystem mit nur wenig Schnittstellen Zu viele Krankenhäuser Zu wenig Prävention, zu viel Kuration 9

10 Aussicht der OECD zum Gesundheitssystem Schweiz (2011), Empfehlungen Mehr Transparenz bei Qualität und Wirksamkeit (Kosteneffizienz) notwendig Vermehrte Ausrichtung auf Grundversorgung und Prävention Neue Abgeltungsmethoden sollten in Betracht gezogen werden, v.a. im ambulanten Bereich Koordination der Anstrengungen im präventiven und kurativen Bereich Einführung von elektronischen Patientendossiers 10

11 Kosten im Gesundheitswesen Die höchsten Gesundheitskosten fallen in den letzten beiden Lebensjahren an, unabhängig vom Alter. 80% der stationären Kosten fallen im letzten Lebensjahr vor dem Tod an. 20% der Versicherten verursachen rund 80% der Gesundheitskosten. 11

12 Kosten im Gesundheitswesen OECD Studie Gesundheitskosten CH: +2% jährlich OECD (Schnitt): +4% jährlich Finanzielles Engagement der Versicherten 2009 CH: 40.0%* OECD (Schnitt): 28.0% *Out-of-Pocket-Zahlung inkl. Kostenbeteiligung + Private Krankenversicherung (Quelle: OECD-Gesundheitsdaten 2011) 12

13 Volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens Gesundheitskosten können sich lohnen Gesundheit kostet nicht nur, sondern ist auch ein Wirtschaftszweig Hoher Nutzen für Gesellschaft und Volkswirtschaft Das Gesundheitswesen generiert Wohlbefinden und Wohlstand 13

14 Volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens Direkte Wertschöpfung am BIP 12% Anteil Gesundheits- und Sozialwesen am BIP 3.8% Anteil Spitalwesen am BIP 2.8% Anteil der Pharmaindustrie 5% 14

15 Volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens Jeder achte Erwerbstätige arbeitet im Gesundheitsbereich ( Beschäftigte) Beschäftigte in den Alters- und Pflegeinstitutionen (2.5% aller Erwerbstätigen in der Schweiz) Spitalbereich alleine beschäftigt rund Mitarbeitende (4% der Gesamtbeschäftigung) 15

16 Volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens Volkswirtschaftlicher Effekt (direkt, indirekt und direkt induziert) von 26 Milliarden Franken Alters- und Pflegeinstitutionen erwirtschafteten im Jahr 2010 einen Ertrag von 8 Milliarden Franken* * Quelle: BfS, Somed, Spezialauswertung 16

17 Generelle Herausforderungen der Zukunft Finanzierbarkeit des Systems Steuerung des Systems Steigender Bedarf an medizinischem Fachpersonal Demographische Entwicklung Innovation Qualität 17

18 Stationärer Bereich Neue Spitalfinanzierung wird zu einer Reduktion der Anzahl Spitäler und zu einer stärkeren Schwerpunktbildung führen. Risiken: - Ungenügende Finanzierung von Investitionen - Verzögerung von Innovationen - Finanzierung von Lehre und Forschung - Finanzierung der Ausbildung - Fehlende Behandlungskettenbildung 18

19 Ambulanter Bereich Fehlende Datengrundlagen Fehlende Steuerungsinstrumente ungleiche Finanzierung von ambulant und stationär zunehmende Verschiebung von Leistungen vom stationären in den ambulanten Bereich, aufgrund des technischen Fortschritts des Wunsches des Patienten der Demografie gefährdete Grundversorgung durch fehlende Grundversorger (Hausärzte) 19

20 Lösungsansätze Bildung von Gesundheitsversorgungsräumen Verbesserung der strategischen Steuerung des Systems Transparenz und Freie Spitalwahl Änderung von Finanzierungs- und Abgeltungsmechanismen Förderung von integrierten Versorgungsmodellen (Managed Care) Nutzen statt Kosten im Vordergrund Förderung von Innovation Förderung von Ausbildung, Lehre und Forschung Förderung der Qualität 20

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