Stärkung der hausärztlichen Versorgung eine Konsequenz der 15a Vereinbarung

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1 Stärkung der hausärztlichen Versorgung eine Konsequenz der 15a Vereinbarung Dr. Reinhold Glehr Präsident ÖGAM Familienmedizin 1

2 Herausforderungen an das sozialesolidarische Gesundheitssystem Medizinisch-technischer Fortschritt Demographischepidemiologischer Wandel Kostendruck Dienstleistungs- Erwartungen der Gesellschaft Qualität Effektivität Sicherheit Familienmedizin 2

3 Zielsetzung Gesundheitsreform 2012 Begrenzung der Kostensteigerung Verbesserung der Versorgung von Kranken Verbesserung der Möglichkeiten für zielgerichtete Prävention Erhalt des niederschwelligen Zugangs zur qualitätvollen Gesundheitsversorgung Erhalt der freien Arztwahl Familienmedizin 3

4 Strukturelle Maßnahmen Anpassung des stationären Sektors an europäisch übliche Dimensionen internationalen Vorbildern entsprechende Stärkung der Primärversorgung integrierten Versorgung im Sinne eines patientenorientierten Systems Neue Versorgungsmodelle Familienmedizin 4

5 Voraussetzungen aus hausärztlicher Sicht 1. Aufgabendefinition der jeweiligen Versorgungsebene 2. Betreuung auf der dem jeweiligen Gesundheitsproblem angemessenen Ebene (Best Point of Service) 3. strukturierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen Familienmedizin 5

6 1. Aufgabendefinition der jeweiligen Versorgungsebene Bekenntnis zum Fach Allgemeinmedizin Ausbildungsreform mit besonderem Blick auf die Allgemeinmedizin spezielle Ausbildung mit dem Ziel des Kompetenzerwerbs und der Vorbereitung auf die Berufswirklichkeit Klarer Versorgungsauftrag Bessere Rahmenbedingungen für flexible, vielfältige Organisationsformen Adäquate Honorierung Familienmedizin 6

7 2. Betreuung auf der dem jeweiligen Gesundheitsproblem angemessenen Ebene Best point of service Einschränkungen der Wahlfreiheit der Versorgungsebene Implementierung über Sanktionen oder Freiwilligkeit mit Angebot von Anreizen Orientierung an Behandlungspfaden bei Patienten, Gesundheitsberatern aller Kategorien und Ärzten Familienmedizin 7

8 3. strukturierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen Integrierte Versorgung Patientenorientierte, abgestimmte, sektorenübergreifende Definition von Aufgaben und Prozessen Ebenen: hausärztlich, niedergelassen fachärztlich, ambulant fachärztlich, tagesklinisch, akut-stationär, geplant-stationär, intermediär, Rehabilitation (ambulant / stationär) Pflege (mobil, stationär), Physio-, Psycho-, Ergo-, Logotherapie, Sozialbetreuung Behandlungspfade für chronische Erkrankungen Implementierung im ngl. Bereich über Qualitätszirkel und Ärztenetzwerke Disease Management Programme Familienmedizin 8

9 Vorteile hausärztlicher Betreuung Ermöglichung einer raschen, zielgerichteten Diagnose, Therapie oder Betreuung Auswahl der besten Diagnose- und Behandlungsebene Strukturierte, planende Betreuung bei chronischen Erkrankungen mit bedarfsgerechtem Wechsel der Versorgungsebene Koordination der Behandlungs- und Betreuungsebenen auch mit nichtärztlichen Gesundheitsberufen Besondere Berücksichtigung der psycho-sozialen Dimension und der persönlichen Präferenzen der Patienten (gewachsene Arzt- Patientenbeziehung) Familienmedizin 9

10 Anpassung der Organisationsformen im niedergelassenen Arztbereich Rahmenbedingungen, die den regionalen und persönlichen Bedürfnissen entsprechen : Gruppenpraxen Praxisgemeinschaften vernetzte Einzelpraxen mit einem gemeinsamen Pool für Daten und Personal Beschäftigung höherqualifizierter, nichtärztlicher Gesundheitsberufe (Aufwertung des Praxisteams) Erhalt der Freiberuflichkeit Garant für Motivation, Effizienz, Transparenz persönliche Identifikation mit und Verantwortung für Leistung, Betriebsmittel und Klientel Basis tragfähiger, langfristiger Arzt- Patientenbeziehungen Familienmedizin 10

11 Freie Arztwahl oder freie Wahl der Versorgungsebene freie Arztwahl ist wichtiger Wert für die Bevölkerung sollte auch weiterhin gewährleistet sein freie Wahl der Versorgungsebene mit Best point of service und integrierter Versorgung kaum vereinbar teure, hochspezialisierte Einrichtungen sollten nicht durch unkomplizierte Beratungsanlässe blockiert werden hausärztliche Ebene nach internationalem Vorbild für Lenkung- und Leitung der Patienten geeignet Patienten sollen rasch und sicher an die jeweils richtige Stelle kommen Hausarztebene muss dafür deutlich aufgewertet werden Familienmedizin 11

12 Hausarztmodell Vertrauensarztmodell auf freiwilliger Basis bei Patienten und Ärzten Ärztin oder Arzt des Vertrauens wird bei einer Erkrankung und in Fragen der Gesundheitsvorsorge zuerst aufgesucht. Ausnahme: Notfälle und Fachgruppen wie Augenarzt, Frauenarzt und Kinderarzt Familienmedizin 12

13 Stärkung der hausärztlichen Versorgung im Rahmen der 15a Vereinbarung Umsetzung der Ausbildungsreform: fachspezifische Ausbildung Allgemeinmedizin Lehrpraxis: Lernen am Ort der späteren Tätigkeit Klarer Versorgungsauftrag Zeitgemäße Rahmenbedingungen: neue Zusammenarbeitsformen im niedergel. Arztbereich ermöglichen Adäquate Honorierung Familienmedizin 13

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