Typ-1-Diabetes und Lebensstil

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1 Typ-1-Diabetes und Lebensstil Bayer Austria Ges.m.b.H Herbststraße Wien 0800/ Diese Informationsbroschüre ist nicht als medizinischer Ratgeber zu betrachten und ist kein Ersatz für eine Beratung durch Ihre med. Berater. Bayer, das Bayer Kreuz, Contour TS, Breeze2, CONTOUR LINK, das No Coding Logo und sind geschützte Marken von Bayer. 02/2010

2 einfach GEWINNT IM LEBEN MIT DIABETES Diät und Mahlzeitenplanung Eine gesunde und ausgewogene Diät sowie regelmäßige körperliche Bewegung sind für eine gute Kontrolle der Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte äußerst wichtig. Außerdem können Sie durch eine gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko reduzieren, an Diabetesspätfolgen (zum Beispiel Herzerkrankungen, Schlaganfall, Störungen der Nierenfunktion, Durchblutungsstörungen der Beine und Füße sowie Veränderungen der Netzhaut) zu erkranken. Bei Typ-1-Diabetes müssen Sie wissen, wie Sie die, mit der Nahrung aufgenommene tägliche Kohlenhydratmenge mit der Insulinmenge abzustimmen haben. Wichtig ist auch, den Unterschied zwischen schnell wirksamen Kohlenhydraten (wie Fruchtsaft) und langsam wirksamen Kohlenhydraten

3 (wie Naturreis) im Verhältnis zum Blutzuckerwert einschätzen zu können. Nahrungsmittel mit einem hohen Fett- (z.b. Käse) oder Eiweißanteil (z.b. Fleisch) haben keinen direkten Einfluß auf den Blutzuckerspiegel. Bei der Verdauung wird kohlenhydrathaltige Nahrung in kleinere Glukoseteile gespalten, die dann vom Blutkreislauf aufgenommen werden. In Anwesenheit von Insulin wird Glukose in die Körperzellen aufgenommen und dient dort als Hauptenergiequelle. Die nicht aufgenommene Glukose wird in den Muskeln und in der Leber gespeichert. Da beim Typ-1-Diabetes kein Insulin im Körper produziert wird, entstehen hohe Blutzuckerspiegel, die vom Körper nicht verwertet werden können. Einschätzung von Kohlenhydraten und Insulindosisanpassung Obwohl Kohlenhydratmengen in Gramm gemessen werden, ist es offensichtlich leichter Kohlenhydratportionen (BE) zu messen, um einzuschätzen, wie viel Insulin man benötigt: 1 Broteinheit entspricht etwa 12 Gramm Kohlenhydrate. Wenn Sie zu jeder Mahlzeit schnellwirkendes Insulin nehmen, können Sie die Insulindosis danach bemessen, wie viele Kohlenhydrate (BE) Sie bei einer speziellen Mahlzeit eingenommen haben. Eine kohlenhydratreiche Mahlzeit lässt den Blutzuckerspiegel höher ansteigen als eine mit einem geringen Kohlenhydratgehalt und dementsprechend ist auch die benötigte Insulindosis einzustellen. Die meisten Diabetiker, die ihre Insulindosis dem Kohlenhydratgehalt anpassen, verwenden 1 Einheit schnell wirkendes Insulin pro Broteinheit. Ihre med. Berater werden Sie jedoch eingehend über die erforderlichen Mengen beraten. Wenn Sie täglich zwei Injektionen Mischinsulin spritzen, wird sich die Dosisanpassung mehr danach richten, wie Ihr Blutzuckerspiegel zu verschiedenen Tageszeiten ist, als nach dem Kohlenhydratgehalt Ihrer Mahlzeiten. Ihre med. Berater werden Ihnen hier eingehend Auskunft erteilen.

4 Glykämischer Index Wie schnell bzw. langsam der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit ansteigt, hängt vom Typ der mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate ab. Neueste Studien haben gezeigt, dass gleiche Portionen verschiedener Kohlenhydrate unterschiedlich schnell ins Blut gehen und den Blutzuckerspiegel unterschiedlich schnell ansteigen lassen. Verschiedene Nahrungsmittel sind unterschiedlich bewertet und im sogenannten Glykämischen Index aufgelistet worden. Nahrungsmittel, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen (z.b. Fruchtsaft) haben einen hohen glykämischen Index (GI), während Nahrungsmittel, die den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen (z.b. Naturreis) einen niedrigen glykämischen Index (GI) besitzen. Um Blutzuckerwerte besser kontrollieren zu können, ist es vorteilhafter, Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, die den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen - d.h. Nahrungsmittel mit einem niedrigen GI. Bei einer verschobenen Unterzuckerung (Hypoglykämie) müssen zunächst schnell wirkende Kohlenhydrate eingenommen werden, damit der Blutzuckerspiegel rasch ansteigt (z.b. Fruchtsaft), und danach (zur Stabilisierung) langsam wirkende Kohlenhydrate (z.b. eine Vollkornbrotschnitte). Wenn Sie darüber Bescheid wissen, wie die verschiedenen Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel beeinflussen, können Sie die Arbeit Ihrer med. Berater wesentlich erleichtern. Wenn Sie wissen, wie viele Kohlenhydrate eine Mahlzeit oder ein Snack enthält, können Sie errechnen, wie sich diese auf Ihren Blutzuckerspiegel auswirken.

5 Körperliche/sportliche Aktivitäten Sich fit und gesund zu halten, ist ein wesentlicher Faktor, um Diabetes in den Griff zu bekommen und um langfristige Komplikationen zu verhindern. Sie werden feststellen, dass Sie sich wohlfühlen, gut aussehen und gesund sind, wenn Sie sich an eine ausgewogene Diät und körperliche/sportliche Aktivität halten. Körperliche/sportliche Aktivität und Blutzuckerkontrolle Führen Sie vor und nach körperlichen Aktivitäten Blutzuckermessungen durch. Versuchen Sie den, mit Ihren med. Beratern vereinbarten Zielwertebereich einzuhalten. Führen Sie keine körperlichen/ sportlichen Aktivitäten durch, wenn Sie sich unwohl fühlen oder einen zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerspiegel haben. Haben Sie für den Fall, dass Ihr Blutzuckerwert während oder nach der körperlichen Aktivität niedrig ist, immer ein zuckerhaltiges Getränk oder Traubenzucker griffbereit. Trinken Sie während und nach der körperlichen Aktivität eine Mischung aus kohlenhydrathaltigen Getränken und Wasser. Messen Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig nach starker körperlicher Aktivität. Wenn Sie vier bis acht Stunden nach einer körperlichen Aktivität eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) haben, wurde diese wahrscheinlich durch die körperliche Aktivität ausgelöst. Wenn diese Situation eintreten sollte, sprechen Sie bitte mit Ihren med. Beratern darüber. Achten Sie darauf, dass Ihre Insulindosis und die Kohlenhydrateinnahme an die von Ihnen geplante körperliche Aktivität angepasst wird.

6 Wichtige Tipps für körperliche/ sportliche Aktivitäten Informieren Sie Ihre med. Berater über Ihr geplantes körperliches/sportliches Ziel und vergewissern Sie sich, dass Sie verstehen, wie Ihre Insulindosierung auf die Kohlenhydrateinnahme eingestellt werden muss. Achten Sie immer darauf, dass Sie bei körperlichen Aktivitäten schnellwirkende Kohlenhydrate griffbereit haben, falls es zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen sollte. Führen Sie bei Unwohlsein keine körperlichen Aktivitäten durch, weil sich Ihre Diabeteswerte verschlechtern könnten. Körperliche Aktivitäten im heißen Klima erhöhen das Risiko der Unterzuckerung (Hypoglykämie), achten Sie also darauf, umgehend Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Weitere Informationsbroschüren zu den Themen Typ-2-Diabetes und Lebensstil Diabetes und Alkohol Erektile Dysfunktion Blutzuckerkontrolle im Krankheitsfall Blutzuckerkontrolle nach Mahlzeiten Blutzuckermessung Diabetes und Fußpflege Hypo- und Hyperglykämie Messen an alternativen Körperstellen Schwangerschaftsdiabetes Diabetes und Schwangerschaft finden Sie auf unserer Homepage Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne unter der kostenlosen Servicehotline 0800 / zur Verfügung. Ein Service von Bayer Diabetes Care.

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Hypo- und Hyperglykämie Hypo- und Hyperglykämie 450 400 Blutzuckerspiegel (mg/dl) 350 300 250 200 150 100 50 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 Zeit in Stunden Bayer Austria Ges.m.b.H Herbststraße 6-10 1160 Wien 0800/220 110 www.bayerdiabetes.at

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