Vom Organangebot bis zur Transplantation Teil I

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1 Vom Organangebot bis zur Transplantation Teil I Weiterbildung labmed 15. März 2014 Jacqueline Pulver Schweizerische Nationale Stiftung für Organspende und Transplantation Fondation nationale Suisse pour le don et la transplantation d'organes Fondazione nazionale svizzera per il dono e il trapianto di organi Swiss National Foundation for organ donation and transplantation

2 Inhalt der Präsentation Die Organisation der Organspende und Transplantation in der Schweiz Organspende Struktur und Begrifflichkeiten Der Ablauf einer Organspende Allgemeines Seite 2

3 Swisstransplant Einstieg Nationale Stiftung und Non- profit- Organisation Landesweite Förderung, Entwicklung und Koordination der Transplantation von Organen, Geweben und Zellen sowie die Förderung der Information der Öffentlichkeit und der Spitäler über Organspende und Transplantation Leistungsauftrag vom BAG gesetzeskonforme Zuteilung der Spenderorgane an die Empfänger Seite 3

4 SpenderauEommen im Vergleich zum Ausland Organisation Zahlen pro Million Einwohner Schweiz = Schlusslicht Seite 4

5 Warteliste versus Transplantation 2013 Organisation 1274 Patienten auf der Warteliste 471 transplantierte Patienten Herz Lungen Leber Pankreas + Inseln Dünndarm Nieren Seite 5

6 Internationale Zusammenarbeit 2013 Organisation 8 Organe exportiert 33 Organe importiert Seite 6

7 Organmangel in der Schweiz Organisation Fehlende finanzielle Ressourcen Ablehnungsrate in den Spitälern Ungenügende Prozesse und Strukturen Seite 7

8 Fehlende Ressourcen Organisation Fehlende finanzielle Ressourcen Ungenügende Prozesse und Strukturen Finanzierung auf Stufe Kanton oder Spital ist unsicher und variiert Ablehnungsrate stark Es fehlt in den an Spitälern Betten und Personal auf den Intensivstationen Seite 8

9 Ungenügende Prozesse & Strukturen Organisation Fehlende finanzielle Ressourcen Kenntnisse über Prozesse sind nicht in allen Spitälern gleich Richtlinien und Informations- materialien sind nicht überall vorhanden Ablehnungsrate in den Spitälern Ungenügende Prozesse und Strukturen Seite 9

10 Ablehnungsrate Organisation Fehlende finanzielle Ressourcen Ablehnungsrate bei 52.6 % Geschultes Personal Offene Information Abläufe vor Ort kennen Ungenügende Prozesse und Strukturen Ablehnungsrate in den Spitälern Seite 10

11 Organisation in der Schweiz Organisation Bundesamt für Gesundheit (BAG) Transplantationszentren Spenderspitäler Seite 11

12 Welche Organe werden wo transplantiert? Organisation BS: Niere ZH: Herz, Lunge, Leber, Pankreas, Inseln, Niere, Dünndarm BE: Herz, Leber, Niere SG: Niere LS: Herz, Lunge, Niere GE: Leber, Pankreas, Inseln, Niere, Dünndarm Seite 12

13 Bevölkerungsanteile der 6 Netzwerke Organisation Luzern (6.2%) - 8 Spitäler - 1 Entnahmezentrum - 2 Detektionsspitäler* Bern (15.6%) - 13 Spitäler - 1 Entnahmezentrum - 3 Detektionsspitäler* Basel (13.6%) - 7 Spitäler - 2 Entnahmezentren - 3 Detektionsspitäler* St. Gallen (6.9%) - 3 Spitäler - 1 Entnahmezentrum - 2 Detektionsspitäler* PLDO (29.8%) - 20 Spitäler - 7 Entnahmezentren - 12 Detektionsspitäler* DCA (Zürich) (27.9%) - 25 Spitäler - 2 Entnahmezentren - 7 Detektionsspitäler* *Quelle: Swiss Organ Allocation System ( ) Seite 13

14 Wer spendet Organe? Organspende Der typische Spender ist: Männlich 52 Jahre alt Und starb an einer Hirnblutung (vielleicht mit Kopfschmerzen morgens) Die Todesursachen in Prozent: 1 20 Cerebrovaskuläres Ereignis 55% Sauerstoffmangel 24% Hirntrauma 20% Andere 1% Seite 14

15 und wer kann nicht spenden? Organspende Schwere systemische Infektionen (Ursprung unbekannt) Bösartige Neoplasien (ausgenommen gewisse Hirntumore). Kommt als Spender in Frage, wenn die Person mindestens fünf Jahre tumorfrei ist. Degenerative Erkrankung des Zentralen Nerven Systems (ZNS) (Ursprung unbekannt) Prionenerkrankung, Tollwutvirus, o.ä. Seite 15

16 Organspender Organspende Lebendspender Organspende zu Lebzeiten DBD donor after brain death Spender im Hirntod DCD donor after cardiac death Spender im Hirntod nach Herzstillstand Seite 16

17 Organspender Lebendspender Organspende Eine Niere oder einen Teil der Leber Auch möglich: Einen Teil der Lunge oder des Dünndarms, aber selten Spende an bestimmte Person Spender weiss, wer das Organ bekommt Spende altruistisch Ohne zu wissen, wer das Organ bekommt Seite 17

18 Organspender DCD (donor after cardiac death) Organspende Spender ist an einem Herzkreislaufversagen verstorben Das Herz kann nicht gespendet werden Ansonsten können alle Organe gespendet werden: Lunge, Leber, Nieren, Pankreas, Dünndarm Seite 18

19 Organspender DBD (donor after brain death) Organspende Spender hat schwere Hirnschädigungen, die zum Hirntod geführt haben Der Hirntod ist die Voraussetzung für diese Spendeform Es können alle Organe gespendet werden Herz, Lunge, Leber, Nieren, Pankreas, Dünndarm Seite 19

20 Hirntod Organspende Komplettes und irreversibles Versagen von Hirn und Hirnstamm Dank mechanischer Beatmung werden die Organe mit Sauerstoff versorgt und funktionieren. Nicht zu verwechseln mit dem Koma Partielle Schädigung des Gehirns, potentiell reversibel Seite 20

21 Hirntod Verlauf auf der Intensivstation Organspende Schwere Hirnverletzung Intrakranielle Druckerhöhung Unterbruch der Blutzufuhr Funktionsausfall des Gehirns Beatmung und Kreislaufunterstützung Organdurchblutung bleibt aufrechterhalten Seite 21

22 Hirntod zerebrale Durchblutung Organspende Seite 22

23 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Nach einem Ereignis wird der Patient ins Spital verlegt Ursachen: - Hirnblutung - Kreislaufversagen - Hirnschlag - Unfall etc. Zuteilung Zeitplan Organentnahme Transport Transplanta-on Seite 23

24 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Behandlung auf der Intensivstation Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Weiterführende Behandlung aussichtslos Hirn und Hirnstamm sind unwiderruflich geschädigt Zuteilung Zeitplan Organentnahme Erst jetzt denkt das behandelnde Team an die Möglichkeit zur Organspende! Transport Transplanta-on Seite 24

25 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Hirntoddiagnose wird durch zwei, von der Transplantationsseite unabhängige Spezialisten im 4- Augen- Prinzip durchgeführt Einer der beiden darf nicht direkt in die Betreuung des Patienten involviert sein Organentnahme Transport Transplanta-on Seite 25

26 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Organentnahme Transport Transplanta-on Seite 26

27 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Organentnahme Transport Transplanta-on Die Zustimmung liegt vor Swisstransplant wird informiert Alle Daten werden im SOAS (Swiss Organ Allocation System) Seite 27

28 Organspendeprozess Ereignis Ablauf fiktiv Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Swisstransplant berechnet mit Hilfe des SOAS die Empfängerlisten Jedes Organ hat seine eigene Rankingliste Organentnahme Transport Transplanta-on Seite 28

29 Organspendeprozess Ereignis Ablauf fiktiv Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Organentnahme Transport Transplanta-on Swisstransplant bietet den Zentren die Organe für die potenziellen Empfänger an Zuerst Rankingliste Platz 1, dann Platz 2, Die Ranking- Liste beinhaltet die Zuteilungsregeln Seite 29

30 Zuteilungsregeln Ablauf Seite 30

31 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Organentnahme Transport Transplanta-on LS GE BE ZH BS SG Sobald die möglichen Organe zugeteilt sind, wird der Zeitpunkt der Organentnahme festgelegt Mitteilung an die involvierten Transplantationszentren Seite 31

32 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Organentnahme Transport Transplanta-on Seite 32

33 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Organentnahme Transport Transplanta-on Taxis, Ambulanzen, Helikopter und Jets werden situationsgerecht eingesetzt, um den sicheren und schnellen Transport von Organen und Entnahmeteams zu gewährleisten Seite 33

34 Organspendeprozess Ablauf Ereignis Intensivsta-on Hirntod Einwilligung Swisstransplant Warteliste Zuteilung Zeitplan Organentnahme Transport Transplanta-on Seite 34

35 Was sollte ich sonst noch wissen? Allgemeines Die Wahrscheinlichkeit auf der Warteliste für ein Organ zu sein, ist viel höher, als die Wahrscheinlichkeit selber Spender zu werden. Nebenwirkungen eines Medikaments Viraler Infekt (z.b. Herzmuskelentzündung) Das Leben Niemand ist zu alt um Organspender zu werden. Ältester Spender im letzten Jahr: 88 Jahre und seine 90- jährige Frau hat stellvertretend in die Organspende eingewilligt. Seite 35

36 Was kann ich selber tun? Allgemeines Spenderausweis ausfüllen Ja oder Nein zur Organspende Wenn nötig weiterführende Informationen lesen Abonnement des Swisstransplant- NEWS (eigene Zeitung, 4x jährlich) Das Gespräch zu Hause mit den Angehörigen suchen Weiss ich, was meine Familie will? Seite 36

37 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Ende Haben Sie Fragen? Gerne. Seite 37

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