Emile oder über die Erziehung

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1 Jean Jacques Rousseau: Emile oder über die Erziehung. (1762) Stuttgart Auszüge S , Jean-Jacques Rousseau Emile oder über die Erziehung 1. BUCH Alles, was aus den Händen des Schöpfers kommt, ist gut; alles entartet unter den Händen des Menschen. Er zwingt einen Boden, die Erzeugnisse eines anderen zu züchten, einen Baum, die Früchte eines anderen zu tragen. Er vermischt und verwirrt Klima, Elemente und Jahreszeiten. Er verstümmelt seinen Hund, sein Pferd, seinen Sklaven. Er erschüttert alles, entstellt alles - er liebt die Mißbildung, die Monstren. Nichts will er so, wie es die Natur gemacht hat, nicht einmal den Menschen. Er muß ihn dressieren wie ein Zirkuspferd. Er muß ihn seiner Methode anpassen und umbiegen wie einen Baum in seinem Garten. Ohne das wäre alles noch schlimmer, und unsere Gattung will nicht halb geformt existieren. So, wie es im Augenblick steht, würde ein nach seiner Geburt völlig sich selbst überlassener Mensch das verbildetste aller Wesen sein. Vorurteile, Autorität, Vorschriften, Beispiel - alle die Einrichtungen der Gesellschaft, in denen wir ertrinken, würden seine Natur ersticken und ihm kein Äquivalent dafür geben. Sie müßte, wie ein Bäumchen, das der Zufall mitten auf einem Weg wachsen lassen, alsbald zugrunde gehen, weil die Vorübergehenden es von allen Seiten stoßen und in alle Richtungen biegen würden. An dich wende ich mich, zärtliche und klarblickende Mutter 1, die du abseits von der großen Straße zu gehen und das heranwachsende Bäumchen vor dem /108:/ Schock der menschlichen Irrtümer zu schützen wußtest! Pflege und tränke das junge Gewächs, bevor es stirbt; eines Tages werden seine Früchte deine Wonne sein. Friede beizeiten die Seele deines Kindes ein; ein anderer mag den Umkreis abstecken wollen, aber du allein mußt die Schranken setzen 2. Die Pflanze wird durch Pflege aufgezogen, der Mensch durch die Erziehung. Würde der Mensch groß und stark geboren, so wären Körperwuchs und Kraft ihm völlig unnütz, bis er gelernt hätte, sich ihrer zu bedienen. Sie gerieten ihm sogar zum Nachteil, da die anderen nicht auf die Idee kämen, ihm beizu- /109:/ stehen 3, und, ganz sich selbst überlassen, müßte er vor Elend sterben, ohne je kennengelernt zu habt was er braucht. Man klagt über den Zustand der Kindheit, aber man sieht nicht, daß die menschliche Rasse zugrunde ginge, 1 Die erste Erziehung ist die wichtigste, und diese erste Erziehung ist unbestreitbar Sache der Frauen: wenn der Schöpfer der Natur gewollt hätte, daß es Sache der Männer sei, so hätte er ihnen Milch zum Nähren der Kinder gegeben. Wendet euch also vorzugsweise an die Frauen in euren Abhandlungen über Erziehung, denn abgesehen davon, daß sie die Erziehung unmittelbarer überwachen können als die Männer und ihr Einfluß darauf immer größer wird, ist ihr Erfolg für sie auch viel wichtiger, da die meisten aller Witwen ihren Kindern nahezu ausgeliefert sind und dann heftig zu spüren bekommen, ob sie ihre Kinder schlecht oder gut erzogen haben. Die Gesetze, immer so sehr mit den Gütern des Lebens und so wenig mit den Menschen beschäftigt, da sie in ihren Zielen den Frieden und nicht die Tugend verfolgen, gestehen den Müttern zu wenig Autorität zu. Sie befinden sich dennoch in einer viel sichereren Lage als die Väter, und ihre Aufgaben sind viel mühevoller. Ihre Sorgfalt ist für ein gut geregeltes Familienleben viel wichtiger, und im allgemeinen sind sie es, die am meisten an den Kindern hängen. Es gibt Fälle, wo ein Sohn, dem es irgendwie am Respekt vor dem Vater fehlt, zu entschuldigen ist. Wenn aber ein Kind, gleichgültig um was es geht, so entmenscht ist, seiner Mutter den Respekt zu verweigern, der, die es in ihrem Schoß getragen hat, die es mit ihrer Milch genährt hat, die sich in jahrelanger Selbstentäußerung nur um es allein gekümmert hat, so müßte man dieses Kind schleunigst strangulieren wie ein Ungeheuer, das nicht würdig ist, das Licht der Welt zu erblicken. Es wird immer gesagt, daß Mütter ihre Kinder verwöhnen. Damit tun sie sicher unrecht, doch vielleicht weniger als ihr, die ihr sie herabwürdigt. Die Mutter will, daß ihr Kind glücklich ist, und zwar sofort. Hierin hat sie recht: täuscht sie sich über die Mittel, muß man sie aufklären. Ehrgeiz, Geiz, Tyrannei, die mißverstandene Vorsorge der Väter, ihre Nachlässigkeit und ihre harte Empfindungslosigkeit sind hundertmal verhängnisvoller für die Kinder als die blinde Zärtlichkeit der Mütter. Es bleibt nur noch der Sinn dessen zu erklären, was ich Mutter nenne, und das wird in der Folge geschehen. 2 Man hat mich versichert, daß M. Formey meinte, ich wolle hier von meiner Mutter sprechen, und daß er das auch in irgendeinem Buch ausgesprochen habe. Entweder macht man sich damit auf grausame Weise über M. Formey lustig oder über mich. 3 Äußerlich ihnen ähnlich ohne die Gabe der Sprache und des Denkens, das sie zum Ausdruck bringt, wäre er nicht in der Lage, ihnen sein Hilfsbedürfnis verständlich zu machen, und nichts an ihm würde es ihnen kundtun.

2 wenn nicht jeder Mensch zuerst Kind gewesen wäre. Wir werden schwach geboren und bedürfen der Kräfte; wir werden hilflos geboren und bedürfen des Beistands; wir werden dumm geboren und bedürfe des Verstandes. All das, was uns bei der Geburt noch fehlt und dessen wir als Erwachsene bedürfen, wird uns durch die Erziehung zuteil. Diese Erziehung kommt uns von der Natur oder den Menschen oder den Dingen. Die innere Entwicklung unserer Fähigkeiten und unserer Organe ist Erziehung durch die Natur. Der Gebrauch, den man uns von dieser Entwicklung zu machen lehrt, ist Erziehung durch die Menschen, und der Gewinn unserer eigenen Erfahrung mit den Gegenständen, die uns affizieren, ist die Erziehung durch die Dinge. Jeder von uns wird also durch drei Arten von Lehrmeistern gebildet. Der Schüler, in dem sich ihre verschiedenen Lehren widerstreiten, ist schlecht erzogen und wird immer uneins sein mit sich selbst. Derjenige, bei dem es keine inneren Widersprüche gibt, wo alles auf ein Ziel ausgerichtet ist, ist der einzige, der sein Ziel erreicht und konsequent lebt. Er allein ist richtig erzogen. Nun hängt von diesen drei Erziehungsarten die erste, die der Natur, keineswegs von uns selbst ab, die durch die Dinge nur in gewisser Hinsicht, wogegen die durch die Menschen die einzige ist, deren wir wirklich Herr sind wenigstens unter gewissen Voraussetzung./110:/ Denn wer könnte schon hoffen, über alle Reden und Handlungen, denen ein Kind ausgesetzt ist, zu bestimmen? Sobald also die Erziehung zur Kunst wird, ist es nahezu unmöglich, daß sie gelingt, da das zu ihrem Gelingen notwendige Zusammenwirken nicht in der Hand eines Menschen liegt. Das einzige, was man durch Bemühungen erreichen kann, ist, dem Ziel mehr oder weniger nahe zu kommen, aber man muß Glück haben, um es zu erreichen. Was ist denn dieses Ziel? Es ist die Natur selbst; wir haben es bewiesen. Da das Zusammenwirken der drei Erziehungsweisen zu ihrem Erfolg notwendig ist, müssen wir die beiden nach der ausrichten, auf die wir keinerlei Einfluß haben. Aber vielleicht ist der Begriff,,Natur zu vage. Wir wollen versuchen, ihn zu fixieren. Die Natur, so sagt man, ist nur Gewohnheit 4. Was bedeutet das? Gibt es nicht Gewohnheiten, die man nur unter Druck annimmt und die niemals die Natur ersticken? So wie zum Beispiel die Gewohnheit der Pflanze, deren senkrechtes Wachstum man verhindert. Läßt man sie später weiterwachsen wie sie will, wächst sie zunächst in der ihr aufgezwungenen Verbogenheit weiter, aber der Strom ihrer Säfte hat deshalb keineswegs seine ursprüngliche Richtung geändert, und lebt die Pflanze weiter, so wächst sie doch wieder in senkrechter Richtung. Genauso ist es mit den Neigungen des Menschen. Solange man in den gleichen Zuständen verharrt, kann man die, die aus der Gewohnheit erwachsen und uns am wenigsten natürlich sind, bei /111:/ behalten. Aber sobald die Lage sich ändert, hört Gewohnheit auf und die natürliche Neigung setzt sich durch. Gewiß ist die Erziehung nur eine Gewöhnung Gibt es aber nicht Menschen, die ihre Erziehung vergessen und verlieren, und andere wieder, die sie bewahren? Woher kommt dieser Unterschied? Will man den Begriff der,,natur auf die der Natur entsprechenden Gewohnheiten beschränken, so kann man sich dieses ganze Gerede ersparen. Wir werden empfindsam geboren, und werden von Geburt an auf verschiedenste Weise von den uns umgebenden Dingen affiziert. Sobald uns unsere Empfindungen bewußt werden, sind wir fähig, die Dinge, die sie hervorrufen, zu suchen oder zu meiden, zunächst je nachdem, ob sie uns angenehm oder unangenehm sind, dann je nach Harmonie oder Disharmonie, die wir zwischen uns und jenen Dingen finden und, endlich, je nachdem, wie wir über die von der Vernunft uns gegebene Idee des Glückes oder der Vollkommenheit urteilen. Diese Anlagen intensivieren und festigen sich in dem Maße, als wir aufgeschlossener und intelligenter werden. Jedoch von unseren Gewohnheiten gezwungen, verändern sie sich mehr oder weniger durch unsre 4 M. Formey versichert, daß man das so genau nicht sage. Mir scheint es jedoch sehr genau in diesem Vers gesagt, dem ich entgegentreten möchte: La nature, crois-moi, n est rien que l habitude. M. Formey, der seine Mitmenschen nicht übermütig machen will, bietet uns bescheidenerweise das Maß seines Hirns als Maß allen menschlichen Verständnisses. 2

3 vorgefaßten Meinungen. Vor dieser Veränderung sind sie das, was ich die Natur in uns nenne. Auf diese ursprünglichen Anlagen also ist alles zurückzuführen. Und das ginge auch, wenn unsre drei Erziehungsarten nur verschiedenartig wären. Was aber wenn sie im Gegensatz zueinander stehen? Wenn, statt einen Menschen für sich selbst zu erziehen, man ihn für die anderen erziehen will? Dann ist jeder Einklang unmöglich. Gezwungen, gegen die Natur oder die gesellschaftlichen Institutionen zu kämpfen, muß man sich für den Menschen oder den Staatsbürger entscheiden, denn beide in einer Person kann man nicht schaffen. Jegliche gesellschaftliche Gruppe, ist sie eng begrenzt /112:/ und einig mit sich selbst, entfremdet sich dem Ganzen. Der Patriot ist hart gegen den Fremden er ist nur ein Mensch, er ist nichts in seinen Augen 5. Obgleich unvermeidlich, ist dies ein geringer Übelstand. Das Wesentliche ist, gut zu den Menschen zu sein, mit denen man lebt. Nach außen hin war der Spartaner ehrgeizig, geizig, ungerecht. Aber Uneigennutz, Rechtlichkeit und Eintracht herrschten innerhalb seiner Mauern. Hütet euch vor diesen Kosmopoliten, die mit großen Worten in ihren Büchern von Pflichten reden, zu denen sie sich im Alltag nicht herablassen. Solch ein Philosoph liebt die Tataren, damit es ihm erlassen bleibe, seine Nachbarn zu lieben. Der natürliche Mensch ist sich selbst alles. Er ist die ungebrochene Einheit, das absolute Ganze, das nur zu sich selbst oder seinesgleichen eine Beziehung hat. Der bürgerliche Mensch ist nur eine Bruchzahl, die von ihrem Nenner abhängig ist und deren Wert in ihrer Beziehung zum Ganzen besteht, das heißt dem gesellschaftlichen Ganzen. Die guten gesellschaftlichen Einrichtungen sind diejenigen, die es am besten verstehen, dem Menschen seine Natur zu nehmen, ihm seine absolute Existenz zu entziehen und ihm dafür eine relative zu geben und das Ich auf die Einheit der Gemeinschaft zu übertragen, so daß jeder einzelne sich nicht mehr als Eines, sondern als Teil der Einheit fühlt, der nur noch im Ganzen empfindungsfähig ist. Ein Bürger von Rom war weder ein Cajus noch ein Lucius er war Römer, sogar in seiner Vaterlandsliebe schloß er sich selbst aus. Regulus erklärte sich zum Karthager, da er zum Eigentum seiner Herren geworden war. Als Fremder weigerte er sich, als Mitglied am römischen Senat teilzunehmen ein Karthager mußte es ihm be- /113:/ fehlen. Er entrüstete sich, daß man ihm das Leben retten wollte. Er siegte und kehrte triumphierend zurück, um unter Folterqualen zu sterben. Mir scheint ein solches Verhalten hat mit den Menschen, die wir heute kennen, kaum noch etwas zu tun. Der Lakedämonier Pädaretus stellt sich vor, um in den Rat der Dreihundert aufgenommen zu werden. Er wird abgelehnt. Er geht heim voller Freude darüber, daß es in Sparta dreihundert Männer gibt, die wertvoller sind als er. Ich nehme an, daß es ihm mit dieser Demonstration ernst war, und man hat allen Grund, es zu glauben so zeigt sich der echte Bürger. Eine Spartanerin hatte fünf Söhne beim Heer und wartete auf Nachrichten über die Schlacht. Es kommt ein Helot. Zitternd fragt sie ihn aus. Eure fünf Söhne wurden getötet. Gemeiner Sklave, habe ich dich gefragt? Wir haben den Sieg errungen! Die Mutter eilt zum Tempel, um den Göttern zu danken so zeigt sich die wahre Bürgerin. Wer in der bürgerlichen Ordnung die Ursprünglichkeit der natürlichen Gefühle bewahren will, der weiß nicht, was er will. In fortwährendem Widerspruch zu sich selbst, immer schwankend zwischen Neigung und Pflicht, wird er niemals weder Mensch noch Staatsbürger sein; weder für sich selbst noch für die Umwelt wird er je etwas taugen. Er wird ein Mensch von heute sein ein Franzose, ein Engländer, ein Bourgeois - und das ist gar nichts. Um etwas zu sein, um sich selbst getreu und immer eine vollkommene Einheit zu sein, muß man so handeln, wie man redet. Man muß mit klarer Entschiedenheit seine Entscheidungen treffen, man muß sie aus weiter Sicht treffen und konsequent verfolgen. Ich warte darauf, daß man mir dieses Wunder vorführe, um zu sehen, ob er ein Mensch oder ein Staatsbürger ist, und wie er es fertigbringt, sowohl das eine wie das andere zu sein. 5 Daher sind die Kriege einer Republik grausamer als die einer Monarchie. Aber wenn die Kriege der Könige auch gemäßigt sind, ist doch ihr Friede schrecklich. Es ist besser, ihr Feind als ihr Untertan zu sein. 3

4 /114:/Aus diesen notwendigerweise gegensätzlichen Dingen entstehen zwei Bildungsformen: eine öffentliche, allgemeine und eine private, häusliche. Wollt ihr euch eine Vorstellung von der öffentlichen Erziehung machen? Lest Platos,,Staat. Das ist keineswegs eine politische Arbeit, so wie jene denken, die die Bücher nach ihren Titeln beurteilen. Es ist die schönste Abhandlung über die Erziehung, die je geschrieben wurde. Will man auf Hirngespinste hinweisen, zitiert man Platos Verfassung. Hätte Lykurg die seine niedergeschrieben, fände ich sie noch viel absurder. Plato hat nichts anderes getan als das Menschenherz zu läutern. Lykurg hat es denaturiert. Eine öffentliche Erziehung existiert nicht mehr und kann auch nicht mehr existieren. Denn wo kein Vaterland mehr ist, kann es auch keine Staatsbürger mehr geben. Diese beiden Worte: Vaterland und Staatsbürger müssen aus den modernen Sprachen gestrichen werden. Ich kenne sehr wohl den Grund, will ihn aber nicht nennen. Er hat mit meinem Thema nichts zu tun. Unter öffentlicher Bildungsanstalt verstehe ich nicht diese lächerlichen Anstalten, die man Kollegien nennt 6. Ebensowenig zählt für mich die Erziehung der vornehmen Gesellschaft, denn diese Erziehung, die zwei einander gegensätzliche Ziele verfolgt, erreicht keines von beiden sie dient nur dazu, Doppelwesen zu erzeugen, die scheinbar stets an ihre Mitmenschen denken, in Wahrheit aber nur an sich selber. Diese jedermann glatt von der Zunge gehenden Beteuerungen können niemanden täuschen. Diese Mühe kann man sich sparen. Aus diesen Widersprüchen entsteht jener, den wir /115:/ unablässig in uns selbst verspüren. Von der Natur und von den Menschen auf entgegengesetzte Bahnen gezogen, gezwungen, bald diesen, bald jenen Antrieben nachzugeben, lassen wir uns von einer Verquickung beider leiten und kommen so weder zu dem einen noch zu dem andern Ziele. Solcherart geschlagen und schwankend das ganze Leben hindurch, beendigen wir ohne mit uns selbst einig geworden zu sein, ohne weder uns selbst noch anderen genutzt zu haben. Bleibt endlich die häusliche oder natürliche Erziehung. Aber was könnte ein Mensch, der einzig für sich selbst erzogen worden wäre, seiner Umwelt bedeuten? Wäre es möglich, die beiden Erziehungsziele, die uns vorschweben, in einem einzigen zu vereinigen, dann würde man die menschlichen Widersprüche tilgen und ein großes Hindernis zu seiner Glückseligkeit beiseite räumen. Um das beurteilen zu können, müßte man ihn als fertigen Menschen sehen, man müßte seine Neigungen beobachtet, seine Fortschritte verfolgt haben und seinem Weg gefolgt sein - mit einem Wort, man müßte den natürlichen Menschen kennen. Ich glaube, daß man nach der Lektüre dieses Buchs in dieser Richtung einige Schritte weiter gekommen sein wird. Was haben wir zu tun, um diesen seltenen Menschen heranzubilden? Zweifellos viel, nämlich verhüten, daß etwas getan wird. Handelt es sich nur darum, gegen den Wind anzugehen, laviert man. Aber wenn das Meer bewegt ist und man will auf der Stelle bleiben, muß man Anker werfen. Paß auf, junger Steuermann, daß dir das Tau nicht entgleitet oder, weil dein Anker nicht faßt, dein Schiff abtreibt, ehe du dessen gewahr wirst. In der sozialen Ordnung, wo jeder Platz vorgezeichnet ist, muß jeder Mensch für den seinen erzogen werden. Verläßt ein Einzelner den ihm bestimmt Platz, ist er für nichts mehr zu gebrauchen. Die Erziehung ist nur soweit von Nutzen, als das Schicksal mit /116:/ der von den Eltern bestimmten Laufbahn überein stimmt. In jedem andern Fall schadet sie dem Zögling und sei es nur der Vorurteile wegen, die sie ihm beigebracht hat. In Ägypten, wo der Sohn verpflichtet war, den Beruf des Vaters zu übernehmen, hatte die Erziehung wenigstens einen gesicherten Zweck. Aber bei uns, wo nur der Stand besteht und die Menschen unaufhörlich wechseln, weiß niemand, ob der Sohn, wenn er zu seinem Stande erzogen wird, nicht gegen ihn arbeitet. In der natürlichen Ordnung, wo die Menschen alle gleich sind, ist das Menschsein ihr gemeinsamer Beruf. Und wer immer zum Menschsein erzogen wurde, kann nicht fehlgehen in der Erfüllung aller Aufgaben, die es verlangt. Ob mein Zögling zum Waffenhandwerk, zum Dienst an der Kirche oder zur Juristerei bestimmt ist das ist mir ganz gleichgültig. Vor der Bestimmung der Eltern fordert ihn die Natur für das menschliche 6 An mehreren Schulen, besonders an der Universität in Paris, gibt es Professoren, die ich sehr liebe und achte, und die ich für sehr geeignet hielte, die Jugend zu bilden, wenn sie nicht gezwungen wären, dem herrschenden Brauch zu folgen. Ich möchte einen von ihnen dazu anregen, den Reformplan, den er abgefaßt hat, zu publizieren. Man wird dann vielleicht endlich geneigt sein, das Übel zu heilen, wenn man gesehen hat, daß es ein Mittel dagegen gibt. 4

5 Leben. Leben ist der Beruf, den ich ihn lehren will. Aus meinen Händen entlassen, wird er und ich bin damit einverstanden weder Beamter noch Soldat noch Priester, er wird in erster Linie Mensch sein. Notfalls wird er, was ein Mensch sein muß, genau so gut können wie jeder andere, und mag das Schicksal ihm auch einen andern Platz zuweisen immer wird er den ihm bestimmten behaupten. Occupavi te, fortuna, atque cepi: omnesque aditus tuos interclusi, ut ad me aspirare non posses. Unser eigentliches Studium gilt der Stellung der Menschen im Leben. Wer von uns das Gute sowie das Schlimme dieses Lebens am besten zu ertragen vermag, ist nach meinem Ermessen der am besten Erzogene; woraus zu entnehmen ist, daß die wirkliche Erziehung weniger aus Vorschriften als aus praktischen Übungen besteht. Wir beginnen zu lernen, wenn wir beginnen zu leben. Unser erster Lehrer ist unsre Amme. So hatte auch das Wort,,Erziehung bei den Alten einen /117:/ Sinn, den wir ihm nicht mehr unterlegen - es bedeutete,,aufziehen. Educit obstetrix, sagt Varron, educat nutrix, instituit paedagogus, docet magister. So sind Aufzucht, Erziehung und Unterricht in bezug auf ihr Objekt ebenso voneinander verschieden wie die Kinderfrau, der Erzieher und der Lehrer. Aber diese Unterscheidungen werden mißverstanden. Um gut geleitet zu werden, darf das Kind nur einem einzigen Führer folgen. Wir müssen darum unsere Gedanken verallgemeinern und in unserm Zögling den Menschen schlechthin betrachten, den Menschen, der allen Zufällen des menschlichen Daseins ausgesetzt ist. Wenn die Menschen im Boden eines Landes angewachsen geboren würden, wenn es das ganze Jahr über nur eine Jahreszeit gäbe, wenn jeder so an sein Schicksal gebunden wäre, daß er sich nie davon freimachen könnte, so wäre die bestehende Praxis in gewisser Hinsicht gut. Das Kind, in seinen Zustand hineingeboren, aus dem es nie herauskönnte, könnte niemals der Unbill eines anderen ausgesetzt sein. Kann man sich jedoch, in Anbetracht der Wandelbarkeit der Umstände, in Anbetracht dieses unruhigen und in fortwährenden Umwälzungen begriffenen Jahrhunderts eine unsinnigere Methode vorstellen als die, ein Kind in der Weise aufzuziehen, als brauche es nie sein Zimmer zu verlassen, als bleibe es für immer im Kreis der ihm vertrauten Menschen? Tut das unglückliche Geschöpf auch nur einen einzigen Schritt ins Freie, steigt es nur eine Stufe hinab, ist es verloren. So lehrt man es nicht, Schmerzen zu ertragen; so erzieht man es dazu, sie zu fühlen. Man denkt immer nur daran, sein Kind zu behüten. Das genügt nicht man muß es lehren, sich als Mensch selbst zu schützen, die Schicksalsschläge zu ertragen, dem Überfluß wie dem Elend gegenüber Haltung zu bewahren und, wenn es sein muß, in der eisigen Kälte Islands oder auf dem glühenden Felsen Maltas zu /118:/ leben. Ihr mögt alles tun, daß es nicht sterbe es muß aber trotzdem einmal sterben. Und wäre sein Tod nicht einmal das Werk eurer Fürsorge sie wäre dennoch falsch gewesen. Es geht weniger darum, es am Sterben zu hindern als darum, es am Leben zu halten. Leben heißt nicht atmen, sondern handeln; es heißt, unsre Organe zu gebrauchen, unsre Sinne, unsre Fähigkeiten, alles was in uns ist und uns das Bewußtsein unsrer Existenz gibt. Nicht derjenige, der die meisten Jahre zählt, hat am längsten gelebt, sondern der, der das Leben am stärksten erlebt hat. So wird mit hundert Jahren zu Grabe getragen, wer schon als Toter geboren wurde. Es wäre für ihn ein Gewinn gewesen, jung zu sterben, wenn er wenigstens bis dahin gelebt hätte. Unsre ganze Weisheit besteht aus servilen Vorurteilen. All unsre Sitten sind nichts als Unterwerfung, Druck und Zwang. Der gesellschaftliche Mensch kommt als Sklave zur Welt, lebt und stirbt als Sklave. Bei seiner Geburt zwängt man ihn in eine Wickel, bei seinem Tod nagelt man ihn in einen Sarg. Solange er menschliche Gestalt hat, ist er durch unsre Institutionen gefesselt. Es heißt, daß es viele Hebammen gibt, die behaupten, wenn der Kopf eines Neugeborenen entsprechend geknetet werde, so könne ihm dadurch eine gefälligere Form gegeben werden. Und das leidet man! Unser Kopf kommt, so glaubt man wohl, falsch aus den Händen unsres Schöpfers: darum brauchen wir Hebammen, die ihm von außen, und Philosophen, die ihm von innen die rechte Form geben. Da sind uns die Karaïben um einen halben Schritt voraus.,,kaum hat das Kind den Schoß der Mutter verlassen, kaum genießt es die Freiheit, seine Glieder bewegen und strecken zu können, so legt man ihm neue Fesseln an. Man wickelt es so ein, daß es den Kopf nicht bewegen kann, die Beine gerade gestreckt, die Arme dicht am Körper. /119:/ Dann wird es mit Tüchern und Binden aller Art umwickelt, so daß es sich nicht mehr von der Stelle rühren kann. Man kann von Glück sagen, wenn es nicht so zusammengeschnürt wird, daß es nicht mehr atmen kann, und wenn es vorsichtshalber auf die Seite gelegt wurde, daß die Tropfen, die aus seinem Mund sickern, von alleine fallen können. Denn es hätte nicht die Freiheit den Kopf zu drehen, um das Abtropfen zu erleichtern. 5

6 Das neugeborene Kind hat das Bedürfnis, seine Glieder auszustrecken und sie zu bewegen, um sie aus der Starre zu lösen, in der sie, zum Knäuel zusammengerollt, so lange verbleiben mußten. Zwar streckt man sie ihnen aus, hindert sie aber an der Bewegung. Man zwängt den Kopf sogar in Kopfbänder hinein. Es scheint, als habe man Angst, sie könnten lebendig aussehen. So stößt der Drang der Organe eines Körpers, der wachsen will, auf ein unüberwindliches Hindernis für die dazu notwendige Bewegung. Fortwährend macht das Kind vergebliche Anstrengungen, die seine Kräfte erschöpfen oder ihr Anwachsen verzögern. In der Fruchtwasserhaut war es weniger eingeengt, weniger gehindert und weniger gepreßt als in seinen Wickeln und ich sehe nicht, worin der Gewinn seiner Geburt besteht. Die Inaktivität, der Zwang, in dem man die Glieder des Kindes gefangenhält, können nur die Zirkulation des Bluts und der Säfte stören, das Kind daran hindern, sich zu kräftigen und zu wachsen, und seine Konstitution verschlechtern. Dort, wo es diese törichten Vorsichtsmaßnahmen nicht gibt, sind alle Mensche groß, stark und wohlproportioniert. In den Ländern wo die Kinder derart eingewickelt werden, wimmelt es von Buckligen, Hinkenden, X-Beinigen, Unterentwickelten, Rachitischen und Mißgestalteten aller Art. Aus Angst, daß der Körper sich durch freie Bewegung [......] 5. BUCH Nun sind wir also beim letzten Akt der Jugendzeit angekommen, aber noch nicht bei der Lösung. Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, Emile ist ein fertiger Mensch; wir haben ihm eine Gefährtin versprochen, so müssen wir sie ihm geben. Diese Gefährtin ist Sophie. Wo ist ihre Wohnstatt? wo werden wir sie finden? Um sie finden zu können, müssen wir sie kennen. Werden wir uns zunächst darüber klar, was für eine Persönlichkeit sie ist, und wir werden sie leichter finden; und selbst wenn wir sie gefunden haben, ist unsre Aufgabe noch nicht erfüllt. Da unser junger Edelmann, sagt Locke, nun heiraten will, ist der Augenblick gekommen, ihn mit seiner Braut allein zu lassen. Und damit schließt er seine Arbeit ab. Ich, der ich nicht die Ehre habe, einen Edelmann zu erziehen, werde Locke in diesem Punkt keinesfalls folgen. [...] SOPHIE ODER DIE FRAU Sophie muß Frau sein, so wie Emile Mann ist, das heißt, sie muß alles besitzen, was der Konstitution ihrer Gattung und ihres Geschlechts entspricht, um ihren Platz in der physischen und geistigen Ordnung ausfüllen zu können. Beginnen wir also damit, die Übereinstimmungen und Unterschiedlichkeiten unser beider Geschlechter zu untersuchen. In allem, was nicht mit dem Geschlecht zusammenhängt, ist die Frau Mann: sie hat dieselben Organe, dieselben Bedürfnisse, dieselben Fähigkeiten; die Maschine ist auf gleiche Weise konstruiert, die Einzelteile sind die gleichen, die Funktionen sind die gleichen, das Äußere ist fast das gleiche und, unter /720:/ welchem Aspekt man sie auch betrachten mag, sie unterscheiden sich nur um ein Mehr oder Weniger voneinander. In allem, was mit dem Geschlecht zusammenhängt, gibt es bei Frau und Mann ebenso viele Übereinstimmungen wie Unterschiede die Schwierigkeit, sie miteinander zu vergleichen, entsteht aus der, bei der Konstitution der einen und des anderen zu bestimmen, was geschlechtsgebunden ist und was nicht. Durch die vergleichende Anatomie und sogar durch bloßes äußeres Betrachten sieht man allgemeine Unterschiede zwischen beiden, die mit dem Geschlecht nichts zu tun zu haben scheinen; sie haben aber sehr wohl mit ihm zu tun, jedoch durch Zusammenhänge, die zu bemerken wir außerstande sind wir wissen nicht, bis wohin diese Zusammenhänge gehen können; das einzige, was wir mit Sicherheit wissen, ist, daß alles, was sie gemein haben, gattungsbedingt und alles Unterschiedliche geschlechtsbedingt ist. Unter diesem zweifachen Gesichtspunkt finden wir zwischen ihnen so viel Übereinstimmendes und Entgegengesetztes, daß es vielleicht als eines der Wunder der Natur angesehen werden muß, die zwei einander so ähnlich und gleichzeitig so unähnlich beschaffene Wesen schuf. Diese Beziehungen ebenso wie die Unterschiedlichkeiten müssen ihren Einfluß auf die Geistesanlagen ausüben, diese Schlußfolgerung ist einleuchtend, entspricht der Erfahrung und beweist die Sinnlosigkeit der 6

7 Streitereien um den Vorrang oder die Gleichberechtigung der Geschlechter; als ob jedes von beiden, wenn es nach seiner besonderen Bestimmung den von der Natur vorgesehenen Zielen zustrebt, nicht vollkommener wäre, als wenn es sich dem anderen angleiche! In dem, was sie gemeinsam haben, sind sie gleich; in dem, was sie voneinander unterscheidet, sind sie unvergleichbar. Eine vollkommene Frau und ein vollkommener Mann dürfen sich im Geist ebenso wenig /721:/ gleichen wie im Antlitz, und in der Vollkommenheit gibt es kein Mehr oder Weniger. In der Vereinigung der Geschlechter trägt jedes zum gemeinsamen Ziel bei, aber nicht auf die gleiche Weise. Aus dieser Verschiedenheit entsteht der erste benennbare Unterschied in ihren gegenseitigen geistigen Beziehungen. Das eine muß aktiv und stark, das andere passiv und schwach sein notwendigerweise muß das eine wollen und können, und es genügt, wenn das andere nur schwachen Widerstand zeigt. Aus diesem festgesetzten Prinzip folgt, daß die Frau eigens dazu geschaffen ist, dem Mann zu gefallen. Soll der Mann ihr seinerseits gefallen, so aus einem weniger unmittelbaren Bedürfnis sein Vorzug besteht in seiner Kraft, er gefällt einzig darum, weil er stark ist. Ich gebe zu, daß das nicht das Gesetz der Liebe ist, aber es ist das der Natur, das vor ihr bestand. Da die Frau dazu geschaffen ist, zu gefallen und sich zu unterwerfen, muß sie sich dem Mann liebenswert zeigen und ihn nicht herausfordern, ihre Macht liegt in ihren Reizen, und mit ihnen muß sie ihn zwingen, seine eigene Kraft zu entdecken und zu gebrauchen. Die wirkungsvollste Art, diese Kraft zu erwecken ist, sie durch Widerstand notwendig werden zu lassen. Dann verbinden sich Eigenliebe und Verlangen, und das eine triumphiert über den Sieg, den das andere ihm einbringt. Daraus entstehen Angriff und Verteidigung, die Kühnheit des einen und die Scheu des anderen Geschlechts, und schließlich die Zurückhaltung und Scham, mit denen die Natur das schwache Geschlecht ausrüstete, um sich das stärkere untertan zu machen. Wer könnte glauben, daß sie unterschiedslos beiden das gleiche Entgegenkommen vorschreibt, und daß der Teil, der zuerst Verlangen spürt, auch der sein müsse, der es zuerst bezeugt? Welch seltsame Verkehrung des Urteils! Wäre es natürlich, daß sich beide Geschlechter /722:/ mit gleicher Kühnheit einem Unternehmen hingeben, das so verschiedenartige Folgen für sie hat? Wie kann man verkennen, daß, wenn bei einer so großen Ungleichheit im gemeinschaftlichen Unternehmen die Zurückhaltung dem einen nicht die Mäßigung geböte, die die Natur dem anderen gebietet, bald der Untergang beider folgen würde und das Menschengeschlecht an den Mitteln, die zu seiner Erhaltung bestimmt sind, zugrunde ginge? Bei der Leichtigkeit der Frauen, die Sinne der Männer zu erregen und auf dem Grund ihres Herzens die Überbleibsel einer schon fast erloschenen Liebesfähigkeit wieder zu erwecken es brauchte nur eines unglückseligen Landes auf Erden, wo die Philosophie solches Brauchtum eingeführt hätte, besonders in den heißen Zonen, wo mehr Frauen als Männer geboren werden, so würden die Männer, von den Frauen tyrannisiert, schließlich zu deren Opfern und alle wehrlos dem Tod entgegengetrieben. Wenn die Tierweibchen nicht die gleiche Art von Scham empfinden was folgt daraus? Haben sie, wie die Frauen, unbegrenztes Liebesverlangen, das von dieser Scham im Zaum gehalten wird? Sie kennen dieses Verlangen nur als Bedürfnis; ist das Bedürfnis befriedigt, hört das Verlangen auf, sie stoßen das Männchen nicht mehr nur zum Schein zurück 7, sondern in vollem Ernst sie tun genau das Gegenteil dessen, was des Augustus Tochter tat: sie nehmen keine Passagiere mehr auf, wenn das Schiff vollgeladen ist. Selbst wenn ihr Leib offen ist, sind ihre Augenblicke guten Willens kurz und rasch vorüber der Instinkt treibt sie, und der Instinkt hält sie zurück. Welchen Ersatz für diesen negativen Instinkt gäbe es bei der Frau, wenn man ihr das Schamgefühl nähme? Wer war- /723:/ ten wollte, bis sie sich nichts mehr aus Männern machen, müßte warten, bis sie zu gar nichts mehr taugen. Gott wollte das Menschengeschlecht in allen Dingen auszeichnen: gibt er dem Menschen unbeschränkte Neigungen, gibt er ihm zugleich das Gesetz, das sie ordnet, damit er frei sei und selbst über sich herrsche; liefert er es übermäßigen Leidenschaften aus, gibt er diesen Leidenschaften die Vernunft bei, sie zu beherrschen; liefert er die Frau schrankenlosen Begierden aus, fügt er diesen Begierden das Schamgefühl bei, um 7 Ich habe schon bemerkt, daß vorgespiegelte und kokette Verweigerung fast allen weiblichen Wesen gemeinsam ist, selbst den Tierweibchen, und sogar dann, wenn sie zur Hingabe am bereitesten sind; nur wer ihre Schliche nie beobachtet hat, kann das in Abrede stellen. 7

8 sie in Schranken zu halten. Überdies gibt er dem richtigen Gebrauch ihrer Fähigkeiten eine augenblickliche Belohnung, nämlich das Gefallen, das man an der Ehrbarkeit findet, wenn man sie zur Richtschnur seines Handelns macht. Mir scheint, all dies wiegt wohl den Instinkt der Tiere auf. Ob nun das Menschenweibchen die Begierden des Mannes teilt oder nicht und sie befriedigen will oder nicht, es stößt ihn immer zurück und wehrt sich, aber nicht immer mit der gleichen Kraft und folglich nicht mit dem gleichen Erfolg. Damit der Angreifer siegreich sei, muß der Angegriffene es geschehen lassen oder befehlen, denn wieviel listige Möglichkeiten hat er nicht, den Angreifer zum Gebrauch von Gewalt zu zwingen! Der freieste und süßeste aller Akte läßt keine wirkliche Gewalt zu, Natur und Vernunft widersetzen sich ihr: die Natur, insofern als sie den schwächeren Teil mit soviel Kräften versehen hat, als er braucht, um zu widerstehen, wenn er will; die Vernunft, insofern als ein wirklicher Gewaltakt nicht nur der brutalste aller Akte ist, sondern auch seiner Absicht am feindlichsten, entweder weil der Mann seiner Gefährtin so den Krieg erklärt und sie ermächtigt, ihre Person und ihre Freiheit selbst auf Kosten des Lebens des Angreifers zu verteidigen, oder weil allein die Frau den Zustand, in dem sie sich befindet, beurteilen kann und kein Kind einen Vater hätte, wenn /724:/ sich jeglicher Mann die Rechte eines Vaters gewaltsam verschaffen könnte. Eine dritte Folge der Anlage der Geschlechter ergibt also, daß der stärkere Teil scheinbar der Herr sei, sich in Wirklichkeit aber dem schwächeren unterwerfe, nicht aus frivoler, galanter Gewohnheit und herablassender Großmut, sondern nach einem unabänderliehen Gesetz der Natur, die der Frau eine größere Leichtigkeit mitgibt, die Begierden zu erregen, als dem Mann, sie zu befriedigen und ihn so, auch wenn er bereit ist, vom Belieben der Frau abhängig macht und ihn zwingt, seinerseits danach zu trachten, ihr zu gefallen, um zu erreichen, daß sie ihn den Stärkeren sein läßt. So ist die Ungewißheit, ob die Schwäche der Stärke nachgibt oder ob sich der Wille ergibt, das Süßeste im Sieg des Mannes; und es ist eine übliche List der Frau, diese Ungewißheit zwischen ihr und ihm immer bestehen zu lassen. Darin entspricht die geistige Einstellung der Frauen vollkommen ihren Anlagen: sie erröten keineswegs über ihre Schwäche, sie rühmen sich ihrer ihre zarten Muskeln haben keine Widerstandskraft, sie tun, als sei es ihnen unmöglich, die geringste Last aufzuheben, sie würden sich schämen, stark zu sein. Warum? Nicht nur, um zart zu erscheinen, sondern aus einer schlauer bedachten Vorsicht; sie bereiten sich von langer Hand Entschuldigungen und das Recht, bei Bedarf schwach zu sein. Der Fortschritt der durch die Laster erworbenen Aufklärung hat in diesem Punkt die alten Ansichten bei uns sehr geändert, und man spricht nicht mehr von Vergewaltigungen, seitdem sie so wenig notwendig sind und die Männer nicht mehr daran glauben 8 ; da- /725:/ gegen sind sie im hohen griechischen und jüdischen Altertum etwas ganz Gebräuchliches, weil eben die Ansichten in der Einfachheit der Natur liegen, die nur die Erfahrung der Liederlichkeit hat ausrotten können. Wenn heutzutage von weniger Vergewaltigungen die Rede ist, so gewiß nicht deshalb, weil die Männer enthaltsamer sind, sondern weil sie weniger leichtgläubig sind, und weil manche Klage, die früher einfältige Völker überzeugt hätte, heutzutage nur das Gelächter der Spötter erregen würde durch Stillschweigen erreicht man mehr. Im Deuteronomium gibt es ein Gesetz, wonach ein geschändetes Mädchen mit dem Verführer bestraft wurde, wenn das Vergehen in der Stadt begangen wurde; wurde es jedoch auf dem Lande begangen oder an abgelegenen Orten, wurde nur der Mann bestraft; denn, so sagt das Gesetz, das Mädchen hat geschrien und ist nicht gehört worden. Diese milde Auslegung lehrte die Mädchen, sich nicht an belebten Orten erwischen zu lassen. Die Auswirkung dieser Unterschiedlichkeiten in den Ansichten über die Sitten ist offenbar. Die moderne Galanterie ist ihr Werk. Die Männer, die herausgefunden haben, daß ihre Lust mehr vom Willen des schönen Geschlechts abhing, als sie geglaubt hatten, haben diesen Willen durch Gefälligkeiten unterjocht, für die das schöne Geschlecht sie reichlich entschädigt hat. Man bemerkt, wie das Physische uns unmerklich zum Geistigen führt und wie aus der rohen Vereinigung der Geschlechter allmählich die süßesten Gesetze der Liebe entstehen. Die Frauen üben ihre Herrschaft nicht aus, weil die Männer es so gewollt haben, sondern weil die Natur es so will: sie übten sie schon aus, bevor sie sie zu haben schienen. Derselbe Herkules, der fünfzig Töchter des Thespius zu vergewaltigen glaubte, sah 8 Es kann wohl ein derartiges Mißverhältnis von Alter und Kraft geben, daß eine wirkliche Vergewaltigung stattfindet: da ich aber hier vom Verhältnis der beiden Geschlechter nach der Ordnung der Natur spreche, setze ich für beide die gemeinsame Beziehung voraus, die jenes Verhältnis ausmacht. 8

9 sich dennoch gezwungen, bei Omphale zu spinnen, und der starke Samson war nicht so stark wie Dalila. Diese Herrschaft gehört den Frauen und /726:/ kann ihnen nicht genommen werden, selbst wenn sie Mißbrauch damit treiben wenn sie sie überhaupt verlieren könnten, hätten sie sie schon lange verloren. Es gibt keine Gleichartigkeit zwischen den beiden Geschlechtern im Hinblick auf das Geschlechtliche. Der Mann ist nur in gewissen Augenblicken Mann, die Frau ist ihr ganzes Leben lang Frau, oder wenigstens während ihrer ganzen Jugend; alles erinnert sie unablässig an ihr Geschlecht, und um dessen Funktionen richtig zu erfüllen, braucht sie die entsprechende Körperbeschaffenheit. Während ihrer Schwangerschaft muß die Frau geschont werden, im Wochenbett braucht sie Ruhe, sie braucht eine ruhige Häuslichkeit, um ihre Kinder zu nähren; um sie aufzuziehen muß sie Geduld und Sanftmut haben, einen Eifer und eine Hingabe, die nichts abschrecken kann; sie ist das Bindeglied zwischen ihnen und ihrem Vater, sie allein läßt sie ihn lieben und schenkt ihm das Vertrauen, sie die Seinen zu nennen. Wieviel Zärtlichkeit und Fürsorge braucht sie, um die Einigkeit in der ganzen Familie aufrechtzuerhalten! Und dies alles darf schließlich nicht Tugend sein, sondern Neigung, sonst wäre das Menschengeschlecht bald ausgelöscht. Die gegenseitigen Pflichten beider Geschlechter haben nicht die gleiche Starrheit und können sie auch nicht haben. Wenn sich die Frau deswegen über die ungerechte Ungleichheit beklagt, die der Mann bekundet, so hat sie unrecht; diese Ungleichheit ist keine menschliche Einrichtung, oder zumindest nicht das Werk des Vorurteils, sondern das der Vernunft: der, dem die Natur die Kinder als Gut anvertraut, ist dem anderen dafür verantwortlich. Es ist gewiß niemandem erlaubt, sein Wort zu brechen, und jeder untreue Gatte, der seine Frau des einzigen Lohns für ihre strengen Pflichten beraubt, ist ein ungerechter und barbarischer Mensch; die untreue Gattin aber geht noch weiter, sie löst die Familie auf und zerreißt alle /727:/ Bande der Natur; wenn sie dem Mann Kinder schenkt, die nicht von ihm sind, verrät sie beide, und der Treulosigkeit fügt sie noch den Betrug hinzu. Ich kann mir kaum ausdenken, welche Ausschreitung und welches Verbrechen nicht mit diesem zusammenhängt. Wenn es einen schrecklichen Zustand auf Erden gibt, so ist es der eines unglücklichen Vaters, der, ohne Vertrauen zu seiner Frau, sich den süßesten Gefühlen seines Herzens nicht hinzugeben wagt, der bei der Umarmung seines Kindes zweifelt, ob er nicht das Kind eines anderen umarmt, das Unterpfand seiner Entehrung, den Dieb des Guts seiner eigenen Kinder. Was ist eine Familie dann anderes als eine Gesellschaft geheimer Feinde, die eine schuldige Frau gegeneinander aufwiegelt und sie dabei zwingt, gegenseitige Liebe vorzugeben? Darum ist es nicht nur von Bedeutung, daß die Frau treu ist, sondern daß sie vor ihrem Gatten, vor ihren Nächsten und vor jedermann auch als treu erscheint; sie muß bescheiden, aufmerksam und zurückhaltend sein und in den Augen andrer so wie vor ihrem eigenen Gewissen Zeugnis ihrer Tugend geben. Wenn wesentlich ist, daß ein Vater seine Kinder liebt, ist es ebenso wesentlich, daß er ihre Mutter achtet. Das sind die Gründe, durch die sogar die Wahrung des Scheins zu den Pflichten der Frauen gezählt wird, und wodurch ihnen Ehrbarkeit und guter Ruf nicht weniger unerläßlich werden als Keuschheit. Bei der geistigen Unterschiedlichkeit der Geschlechter leitet sich aus diesen Prinzipien ein neues Motiv für Pflicht und Anstand ab, das besonders den Frauen die gewissenhafteste Achtsamkeit über ihr Verhalten, ihr Benehmen und ihre Haltung vorschreibt. Mit der allgemeinen Behauptung, die beiden Geschlechter seien gleich und ihre Pflichten die gleichen, verliert man sich in leeren Reden, womit man gar nichts sagt, solange man auf unsere Behauptungen nicht zu antworten vermag. /728:/ Ist es nicht eine recht gediegene Art zu argumentieren, wenn man gegen so gut fundierte allgemeine Gesetze mit Ausnahmen aufwartet? Die Frauen, sagt ihr, bekommen nicht immer gleich Kinder! Nein, aber es ist ihre eigentliche Bestimmung, Kinder zu gebären. Was! weil es auf der Welt ungefähr hundert große Städte gibt, wo die Frauen zügellos leben und wenig Kinder gebären, behauptet ihr, es sei allen Frauen natürlich, wenig Kinder zu gebären! Und was würde aus euren Städten, wenn das abgelegene Land, wo die Frauen einfacher und keuscher leben, die Unfruchtbarkeit der Damen nicht wieder gut machte? In wie vielen Ländern gelten Frauen, die nur vier oder fünf Kinder haben, als nicht sehr fruchtbar 9! Was macht es schließlich aus, ob diese oder jene Frau wenig Kinder hat? Ist es darum für die Frau weniger natürlich, Mutter zu sein? und müssen nicht Natur und Sitten durch allgemeine Gesetze dafür sorgen? 9 Ohne das würde die Gattung notwendigerweise zugrunde gehen: damit sie sich erhält, muß, wenn alles gegeneinander ausgeglichen ist, jede Frau ungefähr vier Kinder gebären: denn von den Kindern, die geboren werden, sterben fast die Hälfte, bevor sie andere haben können, und zwei müssen übrigbleiben, um den Vater und die Mutter zu vertreten. Seht an, ob die Städte euch diese Bevölkerung liefern. 9

10 5.BUCH Wenn die Abstände zwischen den Schwangersehaften wirklich so groß wären, wie man voraussetzt, kann eine Frau ohne Gefahr und Risiko so plötzlich und entscheidend ihre Lebensweise ändern? Wird sie heute Amme und morgen Kriegerin sein? Soll sie Anlagen und Neigungen wechseln wie ein Chamäleon die Farben? Kann sie sich ohne Übergang aus dem Schatten der Zurückgezogenheit und den häuslichen Obliegenheiten den Härten von Wind und Wetter aussetzen, den Mühen, Strapazen und Gefahren des Krieges? Kann sie bald ängstlich 10, bald tapfer, bald zart, bald robust sein? Wenn die in Paris aufgewachsenen jungen /729:/ Leute das Waffenhandwerk kaum ertragen, wie könnten es Frauen, die niemals der Sonnenglut getrotzt haben und kaum marschieren können, nach fünfzigjähriger Verweichlichung ertragen? Sollen sie dieses harte Handwerk in einem Alter ausüben, da die Männer es aufgeben? Es gibt Länder, wo die Frauen fast ohne Schwierigkeit niederkommen und ihre Kinder fast mühelos aufziehen das gebe ich zu: aber in diesen selben Ländern gehen die Männer bei jeder Temperatur halbnackt herum, schlagen die wilden Tiere nieder, schleppen ein Boot wie einen Tornister, gehen sieben- bis achthundert Meilen weit auf Jagd, schlafen im Freien auf dem nackten Erdboden, ertragen unglaubliche Strapazen und bleiben tagelang ohne Nahrung. Wenn die Frauen robust werden, werden die Männer es um so mehr; wenn die Männer verweichlichen, verweichlichen die Frauen um so mehr; wenn in beiden Punkten die gleiche Veränderung geschieht, bleibt auch der Unterschied gleich. In seinem Staat weist Plato den Frauen die gleichen körperlichen Übungen zu wie den Männern das glaube ich gern. Nachdem er das Familienprinzip aus seiner Staatsauffassung ausgeschaltet hatte und nicht wußte, was er aus den Frauen machen sollte, sah er sich gezwungen, Männer aus ihnen zu machen. Dieser schöne Geist hatte alles berechnet, alles vorgesehen: er kam einem Einwand zuvor, den zu machen vielleicht niemand gedacht hätte, aber den, den man erhebt, hat er schlecht beantwortet. Ich spreche keineswegs von dieser vorgeblichen Frauengemeinschaft, und dem Vorwurf, den man so oft dagegen erhoben hat und der nur beweist, daß die, die ihn aussprechen, Plato niemals gelesen haben; ich rede von jener bürgerlichen Vermischung, die überall die beiden Geschlechter zu den gleichen Verrichtungen, zu den gleichen Arbeiten vereinigt und mit Sicherheit die un- /730:/ tragbarsten Mißbräuche erzeugt; ich rede von dieser Zerrüttung der süßesten Gefühle der Natur, die einem künstlichen Gefühl geopfert werden, das nur durch jene bestehen kann: als ob es nicht einer natürlichen Eingenommenheit bedürfte, um konventionelle Bande zu knüpfen! als ob die Liebe, die man für seine Nächsten fühlt, nicht das Prinzip der Liebe wäre, die man dem Staat schuldet! als ob das Herz sich nicht durch die kleine Heimat, die Familie, der großen anschlösse! als ob es nicht der gute Sohn, der gute Gatte, der gute Vater wäre, der den guten Bürger ausmacht! Ist es einmal bewiesen, daß Mann und Frau nicht gleichartig sind noch sein dürfen, weder von Charakter noch von Anlagen, so folgt daraus, daß sie nicht die gleiche Erziehung genießen dürfen. Sollen sie den Weisungen der Natur folgen, müssen sie im Einvernehmen handeln, aber nicht das gleiche tun: das Ziel der Arbeiten ist das gleiche, aber die Arbeit selbst und folglich die Neigungen, die sie bestimmen, sind unterschiedlich. Nachdem wir versucht haben, den natürlichen Mann heranzubilden, trachten wir nun danach, auch die Frau heranzubilden, die zu diesem Mann paßt, um unser Werk nicht unvollständig zu lassen. Wollt ihr immer gut geleitet sein, so folgt immer dem Fingerzeig der Natur. Alles, was das Geschlecht charakterisiert, muß als von ihr eingerichtet geachtet werden. Ihr redet unaufhörlich: die Frauen haben diesen und jenen Mangel, den wir nicht haben. Euer Hochmut täuscht euch; für euch wären es Mängel, für sie sind es Qualitäten; wenn sie sie nicht hätten, ginge alles weniger richtig zu. Hindert diese vermeintlichen Mängel daran, zu entarten, aber hütet euch, sie zu tilgen. Ihrerseits hören die Frauen nicht auf zu lamentieren, daß wir sie zu Eitelkeit und Koketterie erziehen, daß wir sie unentwegt mit kindischem Getue unterhalten, um leichter die Oberhand zu behalten; sie machen uns /731:/ für die Fehler verantwortlich, die wir ihnen vorwerfen. Wie töricht! Seit wann mischen sich die Männer in die Erziehung der Töchter? Wer hindert die Mütter daran, sie so zu erziehen, wie es ihnen paßt? Für sie gibt es keine Kollegien wie schrecklich! Ach, wenn Gott doch wollte, daß es auch für Knaben keine 10 Die Scheu der Frauen ist noch ein anderer Instinkt der Natur gegen die Gefahr, die sie während ihrer Schwangerschaft laufen. 10

11 5.BUCH gäbe! dann würden sie vernünftiger und rechtschaffener erzogen. Zwingt man eure Töchter, ihre Zeit mit Albernheiten zu vertun? Läßt man sie gegen ihren Willen die Hälfte ihres Lebens nach eurem Beispiel vor dem Spiegel verbringen? Hindert man euch daran, sie zu bilden und nach eurem Wunsch bilden zu lassen? Ist es unsre Schuld, daß sie uns gefallen, wenn sie hübsch sind, wenn ihre Koketterie uns verführt, wenn die Kunstkniffe, die sie von euch lernen, uns anziehen und schmeicheln, wenn wir es gern haben, sie geschmackvoll aufgemacht zu sehen, wenn wir sie nach Belieben ihre Waffen schärfen lassen, mit denen sie uns im Zaum halten? Dann erzieht sie doch wie Männer, die hätten absolut nichts dagegen. Je mehr die Frauen ihnen gleichen möchten, um so weniger werden sie sie beherrschen, und in dem Augenblick sind die Männer wirklich die Herren. Die den beiden Geschlechtern gemeinsamen Fähigkeiten sind ungleich an sie verteilt, aber insgesamt genommen gleichen sie einander aus. Als Frau gilt die Frau mehr denn als Mann. Überall da, wo sie ihre Rechte geltend macht, ist sie im Vorteil; überall da, wo sie die unsrigen usurpieren will, bleibt sie uns unterlegen. Dieser allgemeinen Wahrheit kann man nur Ausnahmen gegenüberstellen die ständige Argumentationsweise seitens der galanten Anwälte des schönen Geschlechts. In der Frau männliche Eigenart zu kultivieren um ihre eigene Art verkümmern zu lassen heißt offensichtlich zu ihrem Schaden wirken. Die Gewitzten unter ihnen erkennen das nur zu gut, um sich täuschen zu /732:/ lassen; bei dem Versuch, sich unsre Vorrechte anzumaßen, geben sie die ihren nicht auf; aber da sie nicht beide gleich gut nutzen können, weil sie unvereinbar sind, bleiben sie unterhalb ihrer eigenen Möglichkeiten, ohne die unseren erreichen zu können, und verlieren zur Hälfte an Wert. Höre auf mich, weitblickende Mutter, mache keinen honnête homme aus deiner Tochter, als wolltest du die Natur verleugnen; mache eine honnête femme aus ihr und du kannst sicher sein, daß es so für sie und für uns besser sein wird. Folgt daraus, daß sie in voller Unwissenheit erzogen und einzig auf die Verrichtungen im Haushalt beschränkt werden soll? Soll der Mann eine Dienstmagd aus seiner Gefährtin machen? Soll er sich an ihrer Seite des größten Reizes der Gemeinschaft berauben? Soll er sie hindern, etwas zu fühlen, etwas zu erkennen, um sie besser beherrschen zu können? Soll er einen wirklichen Automaten aus ihr machen? Nein, gewiß nicht; so hat es die Natur nicht vorgesehen, die den Frauen so anziehende und subtile Geistesgaben verleiht; sie will, im Gegenteil, daß sie denken, urteilen, lieben und erkennen, daß sie ihren Geist pflegen wie ihr Aussehen das sind die Waffen, die sie ihnen als Ersatz für die Kraft gibt, die ihnen fehlt, und um die unsere zu steuern. Sie müssen viel lernen, aber nur das, was zu wissen ihnen gemäß ist. Ob ich nun die besondere Bestimmung des Gerschlechts betrachte, ob ich seine Neigungen beobachte, ob ich seine Pflichten bedenke alles trägt gleichermaßen dazu bei, mich auf die Erziehungsform hinzuweisen, die ihm angemessen ist. Frau und Mann sind füreinander geschaffen, aber ihre gegenseitige Abhängigkeit ist nicht gleicher Art: die Männer hängen von den Frauen durch ihre Begierden ab; die Frauen hängen von den Männern durch ihre Begierden und ihre Bedürfnisse ab; wir könnten eher ohne sie bestehen als sie ohne uns. Damit sie haben, was sie brauchen und /733:/ ihrem Wesen treu bleiben, müssen wir es ihnen geben, müssen wir es ihnen geben wollen und sie dessen würdig erachten; sie hängen von unseren Empfindungen ab, von dem Wert, den wir ihren Verdiensten beilegen, und davon, wie wir ihre Reize und Tugend einschätzen. Allein schon durch das Gesetz der Natur sind die Frauen ebenso wie die Kinder dem Urteil der Männer ausgesetzt es genügt nicht, daß sie achtenswert sind, sie müssen geachtet werden; es genügt nicht, daß sie schön sind, sie müssen gefallen; es genügt nicht, daß sie sittsam sind, sie müssen als sittsam anerkannt werden; ihre Ehre liegt nicht nur in ihrem Verhalten, sondern in ihrem Ruf, und es ist unmöglich, daß eine Frau, die es zuläßt als ehrlos zu gelten, jemals ehrbar ist. Der rechtschaffene Mann hängt nur von sich selber ab und kann der öffentlichen Meinung trotzen; aber die rechtschaffene Frau hat damit nur die Hälfte ihrer Aufgaben erfüllt,und was man über sie denkt, ist nicht weniger bedeutend für sie als das, was sie wirklich ist. Daraus folgt, daß die Methode ihrer Erziehung in dieser Hinsicht der unsrigen entgegengesetzt sein muß: die Meinung der Gesellschaft ist für die Männer das Grab der Tugend, für die Frauen aber ihr Thron. Von der guten Konstitution der Mutter hängt zunächst die der Kinder ab; die erste Erziehung der Männer hängt von der Fürsorge der Frauen ab; von ihnen hängen auch ihre Sitten, ihre Leidenschaften, ihre Neigungen, ihre Zerstreuungen, selbst ihr Glück ab. So muß sich die ganze Erziehung der Frauen im Hinblick auf die Männer vollziehen. Ihnen gefallen, ihnen nützlich sein, sich von ihnen lieben und achten lassen, sie großziehen, solange sie jung sind, als Männer für sie sorgen, sie beraten, sie trösten, ihnen ein angenehmes und 11

12 5.BUCH süßes Dasein bereiten: das sind die Pflichten der Frauen zu allen Zeiten, das ist es, was man sie von Kindheit an lehren muß. Solange man nicht zu diesem /734:/ Prinzip zurückgeht, entfernt man sich vom Ziel, und alle Regeln, die man für sie aufstellt, dienen weder ihrem noch unserem Glück. Aber obgleich jede Frau den Männern gefallen will und es wollen muß, besteht ein großer Unterschied darin, einem verdienstvollen, wahrhaft liebenswerten Mann gefallen zu wollen und dem Wunsch, jenen kleinen Verführern zu gefallen, die ihr eigenes Geschlecht so wie das, was sie nachahmen, entehren. Weder die Natur noch die Vernunft können die Frau dazu bringen, in den Männern das zu lieben, was sie selbst ist; genausowenig soll sie die Liebe des Mannes suchen, indem sie männliche Art annimmt. Gehen sie also von dem zurückhaltenden und gesetzten Ton ihres Geschlechts ab und nehmen die Manieren jener Leichtsinnigen an, so folgen sie nicht ihrer Berufung, sie verzichten auf sie; sie berauben sich selbst der Rechte, die sie usurpieren möchten. Wenn wir anders wären, sagen sie, würden wir den Männern nicht gefallen. Sie lügen. Um Narren zu lieben, muß man närrisch sein; der Wunsch, solche Leute anzulocken, enthüllt den Geschmack der Frau, die ihn hegt. Gäbe es keine frivolen Männer, würde sie es sich eifrig angelegen sein lassen, sie frivol zu machen; und deren Frivolitäten sind weit eher das Werk der Frau, als ihre eigene das jener Männer ist. Die Frau, die richtige Männer liebt und ihnen gefallen will, wählt die ihren Absichten entsprechenden Mittel. Die Frau ist ihrem Wesen nach kokett; aber ihre Koketterie wechselt je nach ihren Absichten Form und Ziel; stimmen wir diese Absichten auf die der Natur ab, und die Frau wird richtig erzogen. Fast von Geburt an sind kleine Mädchen putzsüchtig: nicht zufrieden damit, hübsch zu sein, wollen sie auch, daß man es merkt an ihren kleinen Äffereien sieht man, daß diese Sorge sie schon beschäftigt; und kaum imstande, zu verstehen, was ihnen gesagt wird, lassen /735:/ sie sich dadurch leiten, daß man ihnen sagt, was man über sie denken wird. Sucht man was recht unbedacht wäre einen kleinen Jungen durch dasselbe Motiv zu leiten, wird man damit kaum Erfolg haben. Sind sie selbständig und genießen sie ihre Freuden, kümmert es sie recht wenig, was man über sie denken könnte. Nur mit viel Zeit und Mühe beugt man sie unter das gleiche Gesetz. Woher den Mädchen diese erste Belehrung auch kommen mag sie ist sehr gut. Da der Leib sozusagen vor der Seele geboren wird, muß zunächst der Leib gepflegt werden: diese Ordnung gilt für beide Geschlechter. Aber die Ziele dieser Pflege sind unterschiedlich. Bei dem einen handelt es sich um die Entwicklung der Kräfte, bei dem anderen um die des Liebreizes; nicht, daß diese Qualitäten jeweils ausschließlich einem der beiden Geschlechter eigen sein müssen, ihre Ordnung nur ist umgekehrt: die Frauen brauchen genügend Kraft, um alles, was sie tun, mit Anmut zu tun; die Männer brauchen genügend Geschicklichkeit, um alles, was sie tun, mit Leichtigkeit zu tun. 12

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