Besuch aus Argentinien

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1 Besuch aus Argentinien Abschlusskonzert am im Roten Rathaus Besuch von Mitgliedern und Betreuern des Orquesta Infantiles y Juveniles aus Buenos Aires/Argentinien vom Am 2. Mai 2012 empfingen Renate Gretsch, die Leiterin der Leo Kestenberg Musikschule, und ich unsere Gäste am Flughafen in Berlin und fuhren gemeinsam zur Musikschule. Dort hatten wir bei schönem Wetter einen Imbiss im Garten vorbereitet, zu dem sich nach und nach auch einige deutsche Jugendliche und Gasteltern gesellten. Frau Doris Beiersdorf, Beauftragte für Amerika des Berliner Senates, überreichte jedem Gast eine Stofftasche mit Berlinlogo, die ein T-Shirt und einen kleinen Berliner Bären als Gastgeschenk erhielt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde war das Eis bereits gebrochen. Die sprachlichen Verständigungsprobleme - nicht alle unserer Gäste konnten Englisch begleiteten uns zwar die folgenden zwei Wochen, stellten aber gleich zu Beginn durch gegenseitige Sympathie und Bereitschaft zur Kommunikation kein wirkliches Problem dar. Die Proben und andere Aktivitäten in der Gruppe ließen sich auch mit dieser Sprachbarriere erfolgreich durchführen. Renate Gretsch - Musikschulleiterin der Leo Kestenberg Musikschule

2 Für den Aufenthalt in den Gastfamilien war es aber bei vier unserer Gäste unabdingbar, dass deren Berliner Gastfamilien fließend spanisch sprachen. Nach der ersten Nacht in Berlin mussten wir eine 18jährige Argentinierin umquartieren, die keine Fremdsprache beherrschte und sich in ihrer Gastfamilie sehr unwohl fühlte, da nur der Gastvater spanisch sprach. Begrüßungsworte von Gerd Kronmüller (links oben), Leiter der Abteilung Protokoll und Auslandsangelegenheiten, Senatskanzlei Berlin, S.E.Victoria Taccetti (rechts), Botschafter der Republik Argentinien, und Melanie Kühnemann, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Da alle unsere Gäste Südamerika noch nie verlassen hatten und in diesem Kontinent Spanisch als Sprache über Tausende Kilometer hinweg in den meisten Ländern gesprochen wird, besteht weder eidie Notwendigkeit noch Gelegenheit, eine Fremdsprache sprechen zu müssen. Bereits in der gut einjährigen Vorbereitungsphase des Besuchs wurde immer wieder von Berliner Seite auf die Bedeutung von Englischkenntnissen hingewiesen, um die Kommunikation zu gewährleisten. Zwei argentinische Jugendliche sprachen sehr gutes Englisch, für den Rest der Gruppe, die Betreuer eingeschlos-

3 sen, war es von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Projektes, dass wir spanischsprachige Gasteltern und Lehrer einbezogen. Auch die Übersetzungen ins Spanische von Frau Beiersdorf waren bei bei den Treffen der Leiter beider Seiten während des Besuches von großer Hilfe. Alexander Ramm Dirigent des Jugendorchesters der Leo Kestenberg Musikschule mit dem Solisten Axel Juárez Die argentinischen Kinder und Jugendlichen kommen zumeist aus ärmeren bis armen Verhältnissen - das Orchesterprojekt aus Buenos Aires ist ähnlich dem EI Sistema" aus Venezula - wir erlebten sie aber als sehr aufgeschlossen, offen und selbstbewusst. Die entwaffnende Herzlichkeit unserer Gäste und das gemeinsame Erarbeiten von Musik als internationaler Sprache schaffte gleich zu Beginn eine freundschaftliche Atmosphäre. Bereits am Ankunftstag - immerhin nach einer 15stündigen, strapaziösen Reise - nahmen die Argentinier an einer ersten Probe mit unserem Orchester teil. Für die folgenden Tage hatten wir ein Tagesablauf-Programm ausgearbeitet und ins Internet gestellt. So konnten unsere Gäste täglich einsehen, was wir für sie organisiert und geplant hatten. Jeder Musiker erhielt im Laufe der zwei Wochen viermal je 90 Minuten Einzelunterricht in seinem/ihrem Instrument, Ensemble- v.l.n.r.:claudio Espector, Leiter des argentinischen Jugendorchesters, Doris Beiersdorf, Referentin für Amerika, Senatskanzlei Berlin, Beatriz Fuchs, Koordination Buenos Aires, Alexander Munterjan Koordination Leo Kestenberg Musikschule, Andreas Eschen, Stellvertretender Musikschulleiter der Leo Kestenberg Musikschule

4 proben je nach Instrument sowie sieben Orchesterproben für deutsche und argentinische Musiker. Die Orchesterproben unter Leitung unseres Dirigenten Alexander Ramm, dauerten jeweils zwei bis vier Stunden. Alexander Ramm und das Jugendorchester beim Abschlusskonzert Ulrike König, Geigenlehrerin und Fachbereichsleiterin für Streichinstrumente an unserer Musikschule, ist gleichzeitig Mitglied der Staatskapelle sowie der Deutschen Oper Berlin. So organisierte sie einen Probenbesuch unserer Gäste von Figaros Hochzeit" und eine Führung in spanischer Sprache durch die Deutsche Oper. Alexander Ramm, unser Dirigent, ermöglichte einen Besuch der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker. Ebenso organisierte Alexander Ramm den Besuch der Aufführung der Zauberflöte" in einer afrikanischen Adaption von Mozarts Oper im Friedrichstadtpalast. Eine Stadtrundfahrt sowie ein Tagesausflug nach Potsdam mit Altstadt und Schloss Sanssouci begeisterten unsere Gäste besonders. Darüber hinaus organisierten wir einen Besuch des Musikinstrumenten-Museums in spanischer Sprache. Für zwei der fortgeschrittenen Argentinier - Posaune und Klarinette - hatten wir Vorspieltermine an den Berliner Musikhochschulen ermöglicht. Axel (Posaunist, 18 Jahre) konnte gar in der Berliner Philharmonie einem Professor für Posaune, Mitglied der Berliner Philharmoniker, vorspielen, und wurde zum Zuhören einer internen Probe der Philharmoniker sowie zum Abendkonzert eingeladen. Axel, sowohl als auch Gonzalo (Klarinettist, 18 Jahre) wurden nach diesen Vorspielen zum professionellen Studium ihres Instrumentes und dem Versuch einer Aufnahmeprüfung in Berlin ermutigt.

5 So haben wir neben der Absicht, einen musikalischen Jugendaustausch zwischen Buenos Aires und der Partnerstadt Berlin zu begründen, für zwei unserer Gäste mögliche Weichen für eine Laufbahn als Berufsmusiker gestellt. Darüber hinaus hatten wir die Möglichkeit, die herausragenden musikalischen Leistungen von drei unserer Gäste als Wertungsvorspiel für einen internationalen Musikwettbewerb aufzuzeichnen. Tatsächlich gewannen Macarena, Axel und Gonzalo je einen ersten Preis. Dieser beinhaltet den Auftritt beim Preisträgerkonzert im Februar 2013 in New York in der Carnegie Hall. Höhepunkt, Abschluss und Belohnung für die vielen Stunden gemeinsamer argentisch-deutsch Probenarbeit war das Konzert im Roten Rathaus von Berlin. Mit über 400 Zuhörern mussten einige Konzertbesucher stehend lauschen. Begrüßungsworte des Protokollchefs des Berliner Senates und Honoratioren der Stadt, des argentinischen Botschafters und der Musikschulleiterin steigerten die Erwartung auf die Musik. Die intensive Probenarbeit sowie das Potenzial unsere Gäste und unserer Berliner Schüler führte unter Leitung von Alexander Ramm zu einem großartigen Abschlusskonzert. Nach einer - für so Manchen tränenreichen - Verabschiedung unserer Gäste am folgenden Tag sind Jugendliche und Leiter bis heute über , Skype und Internetforen in Kontakt. Aus Argentinien erhielten wir die Nachricht, dass die größte Tageszeitung des Landes, La Nacön", einen ausführlichen, sehr positiven Bericht über die Reise nach Berlin druckte. Wir freuen uns alle auf das für Herbst 2013 geplante Wiedersehen in Argentinien! Verfasser: Alexander Munterjan Fotos: Dietmar Herriger,

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