Schneewittchen Dornröschen

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1 Sylvia Baumgartner Schneewittchen Dornröschen Zwei Spiele für Kinder frei nach den Märchen der Gebrüder Grimm Diese schlichten und unprätentiösen Fassungen bekannter Märchen der Gebrüder Grimm lassen der Phantasie der Kinder viel Platz - und sind mit einfachsten Mitteln in (fast) jedem Winkel aufführbar. BS 734 / Regiebuch IMPULS-THEATER-VERLAG Postfach 1147, Planegg Tel.: 089/ ; Fax: 089/

2 Schneewittchen PERSONEN: Schneewittchen Königin Prinz Hofdame Spiegel Jäger Sieben Zwerge ORT / DEKORATION: Es kann überall gespielt werden, ein Vorhang ist nicht notwendig. Wer auf Kulissen verzichten möchte, braucht lediglich einen Tisch und etliche Stühle. SPIELALTER: ca. 7 bis 9 Jahre SPIELDAUER: ca. 20 Minuten 2

3 Das Spiel Zwerg: Grüß Gott, ich bin einer von den sieben Zwergen, die anderen arbeiten noch in den Bergen, doch ich hab' mir schnell frei genommen und bin zu Ihrer Begrüßung gekommen. Danke für den lieben Besuch, öffnen wir also das Märchenbuch und ihr seid bitte mucksmäuschenstill, ich glaub', dass die Königin was fragen will. (macht eine Verneigung und geht zu den anderen Zwergen zurück) (Nun sind wir im Königsschloss.) (tritt auf und ruft mit gebieterischer Stimme) Meinen Spiegel! Hofdame: (überreicht den Spiegel mit einem Knicks) Bitte, Frau Königin. (ergreift den Spiegel und fragt siegesgewohnt) Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Hofdame: (antwortet für den Spiegel) Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr. (lässt ganz verwundert den Spiegel sinken) Das ist nicht möglich, es muss ein Irrtum sein! (schaut erneut in den Spiegel) Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Hofdame: (spricht für den Spiegel) Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr. (ganz entsetzt) Schneewittchen ist tausendmal schöner als ich? (zornig) Der Spiegel lügt! Hofdame: (nimmt den Spiegel ab) Der Spiegel sagt immer die Wahrheit. (wieder gefasst) Du hast Recht, ich werde es anders machen. (sie geht auf und ab und denkt dabei angestrengt nach) Hole mir den Jäger, aber schnell. Hofdame: Es wird nicht lange dauern. Der Jäger ist gerade in der Küche und bringt dem Koch Rebhühner und Hasen. (mit einem Knicks ab) (triumphierend) Es muss noch heute geschehen, solange der König auf Reisen ist. Hofdame: (kommt mit Jäger) Der Jäger ist da. (ab) Jäger: (verneigt sich) Guten Tag, Frau Königin was steht zu Diensten? (streng) Du führst Schneewittchen in den Wald, tötest das Mädchen und bringst mir sein Herz. Jäger: (weicht fassungslos zwei Schritte zurück) Nein, das werde ich nicht tun, ich kann es auch gar nicht tun. Kein Mensch darf mir so etwas Böses anschaffen. (drohend) Wenn du meinen Wunsch nicht erfüllst, stecke ich dich in den Kerker und lasse dich verhungern. Jäger: (erschrickt, versucht aber die Königin umzustimmen) Schneewittchen ist ein so liebes, gutes Kind. Warum soll es sterben? Es hat gewiss niemandem ein Leid zugefügt. (bitter) Du weißt nicht, was mir Schneewittchen angetan hat. Führe meinen Befehl aus, aber sprich kein Wort darüber, sonst geht es dir schlecht. Jäger: (man sieht, wie er mit sich kämpft, aber schließlich beugt er 3

4 sich der Gewalt) Ich muss an meine Frau und meine Kinder denken. Deshalb gehorche ich und schweige. Schneewittchen! (Schneewittchen kommt herein und sieht fragend auf die Königin.) (freundlich) Der Jäger nimmt dich in den Wald mit, weil du die Tiere so liebst. Er zeigt dir junge Hasen und Rehe. (freudig) Da gehe ich gerne mit, auf Wiedersehen. Leb wohl, Schneewittchen. (Der Jäger macht eine kurze Verneigung und geht schweren Herzens mit Schneewittchen ab. Die Königin sieht den beiden zufrieden nach, dann geht sie auf der anderen Seite ab. Wir machen eine ganz kurze Pause, um anzudeuten, dass der Schauplatz gewechselt wird.) (Nun sind wir im Wald.) (Jäger und Schneewittchen gehen schweigend nebeneinander.) (bleibt stehen) Herr Jäger, Sie haben den ganzen Weg kein Wort mit mir gesprochen. Sind Sie heute traurig? Jäger: Ja Schneewittchen, mein Herz ist schwer. (voll Mitgefühl) Kann ich Ihnen helfen? Ich möchte, dass Sie wieder lachen. Jäger: (seufzt tief) Die Königin hat etwas Schreckliches von mir verlangt. Was denn? Jäger: Ach Schneewittchen, ich mag es gar nicht sagen. Lauf' in den tiefen Wald und kehre nie wieder in das Königsschloss zurück. (verwundert) Warum? Jäger: (bringt es nur mühsam heraus) Deine Stiefmutter will, dass ich dich töte. (ist einem Moment ganz erstarrt vor Schreck) Nein! (kniet nieder, flehend) Bitte Herr Jäger, lassen Sie mich leben. Jäger: (gütig und beruhigend, hebt Schneewittchen auf) Hab' keine Angst, ich bin doch dein Freund. Geh jetzt. Mit der Königin werde ich schon zurecht kommen. (ist sichtlich erleichtert, gibt ihm die Hand) Danke! (läuft eilig davon) Jäger: (sieht ihr besorgt nach) Arme Prinzessin! Hoffentlich findet sie brave Leute, bei denen sie wohnen kann. (langsam ab) (Im Zwergenhaus.) (kommt vorsichtig herein, sieht sich neugierig um) Guten Abend! Ist niemand zu Hause? (nun entdeckt es den Tisch und setzt sich auf einen Stuhl) Ich bin so müde und hungrig, weil ich den ganzen Tag durch den Wald laufen musste. (kostet von jedem Teller und trink aus jedem Becher, dann legt es sich nieder und schläft vor Erschöpfung gleich ein) (Die Zwerge marschieren ein, legen Werkzeuge und Laternen ab, stellen sich in einer Reihe auf und singen:) 4

5 Die Zwerge: (singen das 1. Zwergenlied auf die Melodie: Alle Vögel sind schon da) Alle Zwerge sind schon da, alle Zwerge alle. Müde kehren wir nachhaus, doch wie sieht es heute aus, irgendjemand kam herein, wer ist es nur? (Die Zwerge setzen sich um den Tisch.) 1. Zwerg: Wer ist auf meinem Stuhl gesessen? 2. Zwerg: Wer hat von meinem Teller gegessen? 3. Zwerg: Wer hat von meinem Becher getrunken? 4. Zwerg: Wer hat mit meinem Messer geschnitten? 5. Zwerg: Wer hat mit meiner Gabel gestochen? 6. Zwerg: Wer hat mit meinem Löffel gegessen? 7. Zwerg: (zeigt auf Schneewittchen) Und wer liegt dort in meinem Bett? (Die Zwerge springen verwundert auf und beugen sich neugierig über Schneewittchen. Einer holt die Laterne um besser zu sehen. Von dem Licht erwacht Schneewittchen und steht auf. Es ist momentan ganz verwirrt und kennt sich nicht aus. Die Zwerge bestürmen es mit Fragen.) 1. Zwerg: Wer bist du? 2. Zwerg: Wie heißt du? 3. Zwerg: Wo kommst du her? (Schneewittchen geht wieder mehr in die Mitte, die Zwerge folgen.) Ich heiße Schneewittchen. Mein Vater ist ein König, aber meine Stiefmutter wollte mich töten. Deshalb musste ich flüchten und suche jemanden, der mich aufnimmt. 4. Zwerg: Willst du bei uns bleiben? 5. Zwerg: Willst du für uns kochen? 6. Zwerg: Willst du für uns waschen? 7. Zwerg: Willst du unser Haus in Ordnung halten? (ist froh, eine nette Unterkunft gefunden zu haben) Ich arbeite gerne für euch. Hier wird mich die Königin bestimmt nicht finden. Nun sagt mir aber, wer ihr seid? Die Zwerge: (singen, das 2. Zwergenlied auf die Melodie: Der Kuckuck und der Esel) Wir sind die sieben Zwerge und wohnen hier im Berg. Wir suchen und wir graben, nach Silber, Gold und Edelstein, da heißt es fleißig sein. Wir schmieden schöne Dinge, wie Ketten, Spangen, Ringe. So geht es alle Tage, so geht es alle Tage, die Zeit verfliegt uns wie der Wind, nun weißt du wer wir sind. (Schneewittchen und Zwerge gehen ab, kurze Pause.) (kommt) Meinen Spiegel! (Es geht weiter Im Königsschloss) 5

6 Hofdame: (überreicht den Spiegel mit Knicks) Bitte, Frau Königin. Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Hofdame: Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen bei den sieben Zwergen, hinter den sieben, Bergen, ist tausendmal schöner als Ihr. (mit Knicks und Spiegel ab) (Königin ist schwer betroffen, weil sie der Jäger betrogen hat und Schneewittchen lebt. Sie will aber nicht aufgeben und schmiedet einen neuen Plan. Der Jäger hat mich betrogen, doch das Zwergenhaus ist leicht zu finden. Verkleidet will ich zu Schneewittchen gehen. (geht ab, bindet ein Tuch um und nimmt einen Korb mit Kämmen) (Im Zwergenhaus.) (ist gerade dabei im Zwergenhaus abzustauben, als es plötzlich klopft) Herein.' Guten Tag, ich habe Kämme zu verkaufen. (geht zu Schneewittchen und zeigt ihr die Kämme) Guten Tag, liebe Frau. (sucht und wählt unter den Kämmen und hält schließlich einen empor) Dieser würde mir gefallen. Wir wollen ihn gleich ausprobieren. Lass mich deine schönen Haare kämmen. (sie tut es, steckt den Kamm fest hinein) (Schneewittchen fällt um.) Nun ist es vorbei mit deiner Schönheit. (mit Korb ab) (Nun kommen die Zwerge nachhause und gruppieren sich bestürzt um das leblose Schneewittchen. Hastig beginnen sie zu suchen.) 1. Zwerg: Was ist passiert? 2. Zwerg: Schneewittchen liegt wie tot. 3. Zwerg: Seht her, da steckt ein Kamm. (er zieht ihn vorsichtig heraus) (Schneewittchen schlägt die Augen auf und erhebt sich.) 4. Zwerg: Es rührt sich wieder. 5. Zwerg: Schneewittchen, was hast du gemacht? Eine alte Frau wollte mir diesen Kamm verkaufen. 6. Zwerg: Das war gewiss die böse Königin. 7. Zwerg: Sei vorsichtig und kaufe nichts mehr. Ich verspreche es. (Alle ab.) (kommt) Meinen Spiegel. Hofdame: (kommt) Bitte, Frau Königin. (Im Königsschloss.) 6

7 (fragt sehr sicher, denn nun weiß sie ganz genau, dass sie selbst Schneewittchen getötet hat) Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Hofdame: Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen bei den sieben Zwergen, hinter den sieben Bergen, ist tausendmal schöner als Ihr. (mit Knicks und Spiegel ab) (kann sich vor Zorn und Enttäuschung gar nicht beruhigen) Schneewittchen lebt schon wieder? Das lässt mir keine Ruhe. Ich muss ein neues Mittel ersinnen, welches noch stärker ist. (ab, verkleidet sich) (Schneewittchen kehrt, Königin klopft.) Herein. Guten Tag,, ich habe Gürtel zu verkaufen. (geht zu Schneewittchen und breitet verlockend Gürtel und Bänder aus) Ich brauche keinen Gürtel. Anschauen kostet nichts, du musst ja keinen nehmen. Was sagst du zu diesem? (bevor Schneewittchen etwas sagen kann, schnürt es die Königin so fest, dass es umfällt; nun meint sie voll Genugtuung) Jetzt sagst du wohl nichts mehr. (mit Gürtelkorb ab) (Die Zwerge kommen nachhause und sind ganz traurig, weil Schneewittchen wieder am Boden liegt. Sie beginnen erneut zu suchen. Einer findet den Gürtel und löst ihn. Schneewittchen steht auf.) 1. Zwerg: Der Gürtel war zu fest. 2. Zwerg: Schneewittchen bekam keine Luft. 3. Zwerg: Geht es dir wieder besser? 4. Zwerg: Von wem ist der Gürtel? Heute kam eine andere Frau und hat mir einfach den Gürtel umgeschnallt. 5. Zwerg: Du sollst niemanden herein lassen. 6. Zwerg: Morgen sperrst du die Türe zu. 7. Zwerg: Die Königin wird wieder kommen. Ich will euren Rat befolgen. (Alle ab.) (Im Königsschloss.) (kommt) Meinen Spiegel. Hofdame: (kommt mit Spiegel) Bitte, Frau Königin. (fragt ungeduldig und besorgt) Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Hofdame: Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen bei den sieben Zwergen, hinter den sieben Bergen, ist tausendmal schöner als Ihr. (mit Knicks und Spiegel ab) (geht aufrecht hin und her) Hat meine Kunst auch diesmal versagt? Ich gebe nicht nach. Zuletzt wird doch der Sieg auf meiner Seite sein. Mit einem Apfel muss es mir gelingen. (ab, verkleidet sich) 7

8 (Im Zwergenhaus.) (Schneewittchen gießt Blumen, Königin tritt ein.) Guten Tag, ich habe Äpfel zu verkaufen. Die Zwerge haben mir streng verboten, etwas zu kaufen. Schade, es sind so gute Äpfel, saftig und süß. Ich habe sie ganz frisch vom Baum gepflückt. Willst du nicht wenigstens kosten? (sie nimmt einen Apfel und teilt ihn) Eine Hälfte esse ich und eine Hälfte du. (Schneewittchen schaut der Königin zu, welche eine Hälfte nimmt und davon abbeißt. Dann beißt es von der anderen Hälfte ab und fällt um.) (höhnisch) Heute können dir die Zwerge nicht mehr helfen. Davon will ich mich an Ort und Stelle überzeugen. Meinen Spiegel! Hofdame: (kommt mit Spiegel herein) Bitte, Frau Königin. Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Hofdame: Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier. (ab) (erleichtert und zufrieden, denn nun hat sie ihr Ziel erreicht) Endlich, endlich bin ich wieder die Schönste im ganzen Land! Schneewittchen hat verloren. Von nun an wird der Spiegel nur mehr meinen Namen nennen. (geht hoheitsvoll ab) (Zwerge kommen und bemühen sich um Schneewittchen.) 1. Zwerg: Heute können wir nichts finden. 2. Zwerg: Das arme Schneewittchen ist wirklich tot. (Zwerge beginnen laut zu weinen.) Prinz: (kommt und blickt zuerst auf Schneewittchen, dann fragt er die Zwerge) Ihr lieben Zwerge, was ist geschehen? 3. Zwerg: Wir wissen es nicht genau. Die Königin muss Schneewittchen vergiftet haben. 4. Zwerg: Ja, weil sie unbedingt die Schönste sein will. 5. Zwerg: Sie hat nämlich einen Zauberspiegel, den befragt sie jeden Tag. 6. Zwerg: Einmal ist sie mit einem Kamm gekommen, der war verzaubert und am nächsten Tag mit einem Gürtel. 7. Zwerg: Schneewittchen war so lieb und freundlich mit uns. Wie konnte die Königin nur so grausam sein? Prinz: (ist von Schneewittchen so tief beeindruckt, dass er es unbedingt mitnehmen möchte) Bitte gebt mir Schneewittchen, es gefällt mir so gut. (er wartet die Antwort der Zwerge erst gar nicht ab, sondern hebt Schneewittchen auf) (Schneewittchen wird dadurch vom giftigen Apfel befreit und beginnt wieder zu atmen.) Zwerge: (können ihre Freude und Begeisterung jetzt deutlich zeigen) Schneewittchen lebt! (schaut glücklich und dankbar auf den Prinzen) Ich danke dir, mein Prinz, du hast mich erlöst. 8

9 Prinz: Willst du mit mir in mein Schloss kommen? Ich beschütze dich vor der bösen Königin. (gefällt der schöne Prinz und es reicht ihm freudig die Hand) Von Herzen gerne. Prinz: Und die Zwerge laden wir zur Hochzeit ein! (Der Prinz führt mit Schneewittchen den Hochzeitsmarsch an, die Zwerge schließen sich an. Mit diesem Umzug geht das Stück zu Ende.) 9

10 Dornröschen PERSONEN: Erzähler(in) König Königin Dornröschen Prinz 13 Feen (können auch weniger sein) Hofstaat und Festgäste nach Belieben ORT / DEKORATION: Spielort? Überall! Vorhang und Kulissen sind nicht erforderlich. Als Requisiten werden gebraucht: Spinnrad, Sessel, Rosengirlanden, eine Babypuppe, ein Stubenwagen - oder was die Phantasie für nötig hält. SPIELALTER: ca. 7 bis 9 Jahre 10

11 Ganz können wir Ihnen diesen Spieltext hier nicht geben. Ist doch klar, oder?! Wenn Sie dieses Stück spielen wollen rufen Sie uns an: Impuls-Theater-Verlag Tel.: 089 / Dann besprechen wir alles weitere! 11

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