Jubiläums-Festschrift. 100 Jahre Schweizerischer Boxer Club Grusswort des Zentralpräsidenten 3. Vorwort 4

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1 Jubiläums-Festschrift 100 Jahre Schweizerischer Boxer Club Inhalt Grusswort des Zentralpräsidenten 3 Vorwort 4 Vom Wolf zum privilegierten Haustier 5 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer 9 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 17 Köpfe, die den SBC prägten in Zucht, Förderung der Rasse, Präsentation, Werbung, Ausbildung und Sport 57 Die Ortsgruppen das Fundament des Schweizer Boxer Clubs 83 Der offizielle Rassestandard Deutscher Boxer - FCI Nr Anhang Organigramm Namen, Listen, Zahlen Quellenangaben Impressum Konzept, Texte: Martin Schläppi Zusammenstellung Bildmaterial: Martin Schläppi Übersetzungen Deutsch/Französisch: Ramon Nyffeler Layout: Bernhard Suter Cover-Gestaltung: Hanspeter Kull Druck, Produktion: Wittwer-Druck, Bern Herausgeber: Schweiz. Boxer Club Copyright 2005 Martin Schläppi

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3 Grusswort des Zentralpräsidenten 3 Im Namen des Schweizerischen Boxer Clubs heisse ich Sie ganz herzlich willkommen zur Feier unseres 100. Jubiläums. Sie halten gerade die zu diesem Anlass gefertigte Festschrift in Ihren Händen. Die dürfte mit einiger Sicherheit Ihr Interesse wecken und sie bis zum Schluss der Lektüre nicht mehr loslassen. Der Autor, unser langjähriges Vorstands- und Ehrenmitglied Martin Schläppi, hat weder Kosten noch Mühe gescheut und nicht bloss sämtliche Archive des SBC, sondern auch einschlägige Staatsarchive und viel Fachliteratur durchstöbert und gelesen. Gepaart mit seinem grossen kynologischen Wissen ist eine Arbeit entstanden, welche erheblich über das, was man landläufig von einer Jubiläumsfestschrift erwarten darf, hinaus geht und Erstaunliches zu Tage fördert. Die Arbeit verzichtet weitgehend auf Fachjargon und spricht in ihrer erzählerischen Form ein breites Publikum an, das von gewieften Kynologinnen und Kynologen bis zur noch unbedarften Hundehalterin oder dem Anfänger im Hundesport reichen dürfte. Mir ist keine kynologische Schrift bekannt, die in so geraffter, leicht lesbarer Form einen weiten Bogen schlägt, von der prähistorischen Annäherung Wolf zu Mensch zur heutigen Verbrüderung zwischen Mensch und Hund und dabei stets auch unseren Boxer und seine Vorfahren im Auge behält. Abgerundet werden die Recherchen mit wertvollen Informationen über die hundertjährige Geschichte unseres Vereins. Diese Festschrift gehört ins Bücherregal aller interessierten Kynologen, speziell aller Boxerliebhaber. In wertvoller Teamarbeit sind hier Martin Schläppis Gedanken durch zwei weitere, langjährige Clubmitglieder, Bernhard Suter als Gestalter und Formgeber, und Ramon Nyffeler als einfühlsamer Übersetzer, in gefälliger, süffiger Form, uns allen in zwei Landessprachen zugänglich gemacht worden. Diese Schrift bereichert unser Jubiläum, welches wir in diesem Jahr an verschiedenen Anlässen zusammen feiern wollen. Ich wünsche Ihnen bei der Entdeckung des spannenden Inhalts viel Vergnügen und hoffe, Sie anlässlich einer unserer Veranstaltungen persönlich begrüssen zu dürfen. Ihr Patrick Andina, Zentralpräsident

4 4 Vorwort Wir, der Schweizerische Boxer Club, schreiben das Jahr 2006 und feiern in dieser Zeit unseren 100. Geburtstag. Trotz dieser imposanten, runden Zahl fühlen wir uns kein bisschen müde und trotz der vielen Jahrringe auch überhaupt nicht alt. Hundert Jahre sind dennoch eine lange Zeit im Leben einer lebendigen, vielseitig vernetzten Vereinigung, die nicht nur in der ganzen Schweiz flächendeckend aktiv ist, sondern ihr Beziehungsnetz schon früh weit über die Landesgrenzen hinaus gesponnen und bis zum heutigen Tag stets vertieft und gefestigt hat. Dazu waren zunächst einmal eine wachsende Zahl an begehrenswerten Hunden nötig, von denen in dieser Festschrift noch ausgiebig die Rede sein soll. Es brauchte aber Menschen, viele interessierte und interessante Menschen, die entsprechend ihrer Neigungen und ihres Temperaments über all die Jahre mithalfen, am Karren zu ziehen und aus dem SBC das zu machen, was sich 1906 in Zürich ein rundes Dutzend unternehmungslustige Pioniere und Anpacker bei der Gründung des SBC erträumten. Diese Zürcher SBC-Urzelle entwickelte sich über die Jahre zu einem landesweiten, komplexen Gebilde mit zeitweise deutlich über 2'000 Mitgliedern, 13 Ortsgruppen und einer Anzahl Delegierter in übernationalen Organisationen, wie zum Beispiel der ATIBOX, Association Technique Internationale du Boxer, welche zum Zweck hat, die Bemühungen um den Deutschen Boxer weltweit zu koordinieren. Ein Organigramm, welches das in- und ausländische Beziehungsnetz des SBC aufzeigt, findet sich im Anhang dieser Schrift. Diese Festschrift hat die Aufgabe, auf lockere Weise die 100-jährige Lebensgeschichte unseres Clubs zu erzählen und unter Vermeidung endloser Aufzählungen dennoch die erbrachten Leistungen der vielen Clubmitglieder zu würdigen, die für die Entwicklung und die Popularität des Boxers und des Boxer Clubs in der Schweiz verantwortlich waren und sind. Weil die Hunde, respektive die Boxer, die eigentliche Ursache dieses Jubiläums sind, wollen wir vorab ihnen die Ehre erweisen und ihre Entwicklungsgeschichte in groben Zügen in einem eigenen Kapitel skizzieren. Die zentrale Führung des SBC nutzt diese Festschrift, um den vielen hundert Menschen, die den Club über die letzten hundert Jahre entwickelt, geführt und mitgetragen haben, das verdiente grosse Lob und den gebührenden herzlichen Dank auszusprechen. Grosse Anerkennung gebührt ihnen für ihre Initiative und ihren selbstlosen Einsatz zu Gunsten unserer BOXER und unseres Clubs. Dem Gebot der Beschränkung folgend, können in den nachfolgenden Kapiteln nicht alle erinnerungswürdigen Ereignisse und alle verdienten Mitstreiter namentlich erwähnt werden, die ebenfalls Beträchtliches für das Gemeinwohl unseres Clubs geleistet haben. Sie werden um Verzeihung und um Verständnis gebeten. Ihnen speziell, gilt dieser pauschale Dank und unser aller Anerkennung. Im Anhang zu dieser Festschrift versuchen wir mit einer Anzahl Listen, Tabellen und Organigrammen die Lücken in dieser Jubiläumschronik so weit als möglich zu schliessen. Wir hoffen, dass diese Festschrift damit den Zweck eines Zeitdokumentes, respektive einer Chronik über 100 Jahre Clubleben erfüllt und wünschen in diesem Sinne angenehme Lektüre. Zürich, 26. Februar 2006 Datum und Ort der Jubiläums- Delegiertenversammlung : Der Zentralausschuss des SBC, Das Jubiläums OK 100 Jahre SBC, Der Festschrift-Verfasser

5 Vom Wolf zum privilegierten Haustier 5 Vom Wolf zum privilegierten Haustier Grauwölfe - die wilden Vorfahren unseres Haushundes Privilegiertestes Haustier überlässt hier seinem domestizierten Menschen ein Stück seiner Gartenliege Urgeschichtliche Gedanken zur Beziehung Mensch und Hund befallen mich immer wieder, wenn mein zum Boxer mutierter Wolf mir in einem Anflug von grenzenloser Liebe ein Stück Platz auf meiner Gartenliege überlässt, ohne dafür etwas zu fordern. Sie haben es in all den Jahren eigentlich recht weit gebracht, diese Hund gewordenen Wölfe, die nach neuster Erkenntnis anscheinend bereits vor schätzungsweise 130'000 Jahren ungefähr gleichzeitig auf verschiedenen Kontinenten der Erde angefangen haben, sich den vorgeschichtlichen Menschensippen anzunähern und sich in einem Jahrhunderte dauernden, schleichenden Prozess gewandt anzupassen und sich in die menschliche Sippe einzuordnen. Gruppen von Wissenschaftlern haben in Länder übergreifender Zusammenarbeit und dank neuer Genanalysen an prähistorischen Knochenfunden erstaunliche und einleuchtende Erkenntnisse zu Tage gefördert, die uns helfen, die Wurzeln der heute praktisch untrennbaren Bande zwischen uns und unseren Hunden besser zu verstehen. Eine erste Erkenntnis geht dahin, dass sich Menschen und Wölfe bereits vor rund 130'000 Jahren anzunähern begannen. Sie waren sich damals spinnefeind und suchten nomadisierend das gleiche Ödland nach Ess-, respektive Fressbarem ab. Einer zweiten Erkenntnis gehen die Archäologin Prof. Dr. Brigitte Röder, Basel und Philippe Della Casa, Professor für Urgeschichte an der Uni Zürich nach: Es gab bereits in der Eiszeit massiv Kinderarbeit. Wissenschaftlich belegbar scheint die Erkenntnis, dass in vorgeschichtlichen Siedlungen über 60 % der Sippenangehörigen Kinder unter 12 Jahren waren und nur etwa 15 % der Neugeborenen je das 30. Lebensjahr erreichten. Das bedeutet, dass das Gros der damaligen Menschen deutlich unter 20 Jahren alt war und Kinder, sobald sie stehen und gehen konnten, zwangsläufig in den organisierten Arbeitsprozess der Sippe eingegliedert wurden. Die Beschäftigung der damaligen Sippen bestand zum Grossteil aus der Suche nach Nahrung, in einer unwirtlich öden Landschaft, die das schmelzende Eis frei gegeben hatte. Sümpfe, Steppen, Tundra und dazu Feinde zu Hauf all überall. Einer der Feinde war der Wolf, der in ähnlich gut organisierten Meuten die Gegend grossräumig nach Nahrung absuchte. Man spricht von täglichen Touren von zwischen 50 und 100 Kilometern. Ihre Stärken waren der phänomenale Geruchssinn, das feine Gehör, die Ausdauer und ganz speziell die hierarchische Disziplin und Meutetreue, welche die Voraussetzung war, für eine später mögliche Bindung an eine Menschensippe. Die Schwächen waren: Schwierigkeiten beim Erlegen grosser Tiere, die sie Eiszeitmädchen beim Zerlegen eines Hasen Museum für Urgeschichte in Zug

6 6 Vom Wolf zum privilegierten Haustier zwar aufspürten aber oft nicht zu erlegen vermochten, obwohl das Rudel im Verband angriff. Zudem fehlte ihnen die Intelligenz fürs Kombinieren und Folgern und die Voraussicht zur Vorratsbildung. Alles Eigenschaften, die der Erzfeind Mensch besass. Dafür fehlte diesem das Flair, der Geruchsinn und die körperliche Ausdauer zur Verfolgung von Spuren begehrter, aber unsichtbarer Beutetiere. Auch war er schlecht ausgestattet zum frühen Wittern herannahender Gefahr. Nun ist es nahe liegend anzunehmen, dass sich die beiden Spezies im gemeinsamen Jagdgrund immer wieder irgendwie begegnet sein müssen und versucht haben dürften, sich gegenseitig Beute abzuluchsen. Menschenkinder waren im Umfeld ihrer Sippenlager oder später der Höhlen, mit Fallgruben bauen und Schlingen legen beschäftigt und fingen Kleinwild, welches, einmal in die Falle gegangen, öfter mal von den umherziehenden Wölfen zuerst entdeckt und verzehrt worden sein dürfte. Solche ergiebige Nahrungsquellen, aber auch herumliegende Abfälle in der Nähe menschlicher Wohnstätten und Lebensräume dürften Wolfsmeuten angezogen und bewogen haben, sich vermehrt in der Nachbarschaft solcher Siedlungen aufzuhalten und vor Ort auf die nächste Mahlzeit von Mensches Gnaden zu warten. Das war natürlich auch gefährlich. Auch Wölfe tappten ab und zu in die Fallen der Menschen, wurden, wenn s gelang, totgeschlagen und gefressen. Mensch hatte Angst vor Wolf und Wolf hatte Angst vor Mensch. Das ist allerdings nichts Neues für Sie, lieber Leser. Auch nicht so neu dürfte die auch durch Hans Schlegel (Wolfsprung- Kennels) belegte Erkenntnis sein, dass trächtige Wölfinnen mit Vorliebe ihre Würfe in der Nähe bekannter potentieller Nahrungsquellen, wie sie die Menschensiedlungen nun einmal waren, zur Welt bringen. Die Aufzucht eines Wurfes Wolfswelpen im Einzugsgebiet einer Menschensippe erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer ersten freundlichen Begegnung zwischen Wölfen und Menschen. Mensch und Wolf nahmen von einander mehr und mehr Notiz und was die Wölfe instinktiv längst bemerkt hatten, dämmerte nach und nach auch den Menschen. Die beiden Gegner konnten sich gegenseitig nützlich werden. Die scheuen Wölfe waren dem Menschen nützlich, zunächst ganz ohne es zu wollen. Sie waren äusserst wachsam mit eingebauter Fluchttendenz. Sie wurden in der Umgebung der Menschen von diesen geduldet. Näherte sich der Menschensiedlung Gefahr, sei es von rivalisierenden Menschensippen oder von Raubtieren, merkten dies die Wölfe lange vor den Menschen und waren plötzlich vorübergehend verschwunden. Die intelligenteren Menschen erkannten den Nutzen dieses lebenden Frühwarnsystems. Sie merkten auch, dass Wölfe dem Menschen nur dann gefährlich wurden, wenn sie in Bedrängnis gerieten und keinen Fluchtweg mehr offen hatten. Die Beziehung Mensch Wolf entspannte sich nach und nach. Nun war es nur mehr eine Frage der Zeit, bis sich die ersten Welpen oder Jungwölfe in die Siedlungen der Menschen vorwagten und sicherlich nach mehreren Misserfolgen sich mit ihrem unterwürfigsten Gehabe in die Herzen der Menschen schlichen, die ja selber zum grössten Teil noch Kinder waren und die freiwillige Unterordnung ihrer neuen Gefährten liebend gerne akzeptierten. Raymond Coppinger, Verhaltensforscher am Hampshire College, Mass. USA teilt diese neue Sicht der Zweierbeziehung Mensch Wolf, wonach in der Annäherung der beiden der Wolf über lange Zeit den aktiveren Part spielte und sagt dazu ergänzend: Der Wolf hat sich uns ausgesucht, nicht umgekehrt. Was klingt wahrscheinlicher: Dass der Mensch in den dunklen Wald ging und sich den wilden Wolf holte oder dass sich ihm hungrige Wölfe von selbst näherten? - Wir gehen einmal davon aus, dass der äusserst anpassungsfähige Wolf auf seinem Siegeszug und Aufstieg in den Kreis der Urmenschen und schliesslich in die Sphären des Homo Sapiens recht schnell zum treuen Wolfshund mutierte und dank seinen Fähigkeiten die Entwicklung der Lebensgewohnheiten des Menschen stark beeinflusste. Er war nicht wirklich treu im eigentlichen Sinne. Er war ein erfolgsorientierter Pragmatiker und genetisch dazu bestimmt, sich kompromisslos einem Rudel, Mensch oder Wolf, anzuschliessen und sich einem aus seiner Sicht starken Führer bedingungslos unterzuordnen. Die Eigenschaften und Fähigkeiten von Mensch und Wolf ergänzten sich aufs Feinste. Die Urmenschen und ihre vierbeinigen Assistenten erfanden den Synergieeffekt lange bevor er in unseren Management-Lehrbüchern auftauchte. Sie änderten ihr Jagdverhalten. Mit der Intelligenz des Menschen, seiner Kombinationsgabe und Wenn die Wölfe heulten, war die Welt für die Menschensippe in Ordnung. Wenn sie schwiegen und wenn sie sich verzogen, war das ein sicheres Gefahrensignal für Mensch und Tier. Frühzeitlicher grosser breitmäuliger Kampfhund, der wahrscheinlich durch Mutation entstand und in fast allen Erdteilen als Kriegs- und Kampfhund gezüchtet und eingesetzt wurde.

7 Vom Wolf zum privilegierten Haustier 7 seinem Erfindergeist auf der einen Seite und dem überragenden Spürsinn, Jagd- und Schutztrieb, der Ausdauer und dem angeborenen Teamgeist des Partners Wolfshund, entstand ein unbesiegbares Tandem, das praktisch unschlagbar und bald viel erfolgreicher war als die früheren Einzelkämpfer, die sich vor Kurzem noch gegenseitig bedrohten und bekämpften. Ganz nach dem Gusto von Darwin wusste sich diese Symbiose über die Jahrhunderte überaus erfolgreich durchzusetzen und weiter zu entwickeln. Die Menschen, die mittlerweile auch andere Tiere domestizierten, zum Beispiel Schafe, Ziegen, Kühe, Schweine und Pferde, und dabei mehr und mehr sesshaft wurden, merkten bald, wie leicht sich mit ihren Hunden Zuchtselektion betreiben liess. Sie paarten erfolgreich Tiere mit bestimmten erwünschten Wesenseigenschaften die sie dadurch zu mindest genetisch festigten oder dabei noch verbessern konnten. Es ging um Wesen und Leistung. Jagd und Wache standen im Vordergrund. Das Aussehen war viele Jahrhunderte lang absolut unwesentlich. Es ergab sich aber von selbst, dass mit der gewollten Selektion von Wesensmerkmalen auch unbeabsichtigte morphologische Veränderungen wie kleinere oder grössere, gedrungenere oder leichtere Gebäude, verkürzte Gesichtsschädel, anderer Haartyp usw. usw. entstanden, die viel, viel später zur Rassenhundezucht mit all ihren Vor- und Nachteilen führte, wie wir sie heute kennen. Drohgebärde eines in die Enge getriebenen, grundsätzlich ängstlichen Wolfes. - An einer Hundeausstellung sollte sein Zahnstand für ein "vorzüglich" ausreichen. Vorwitzige, aufmerksame Wolfswelpen, die sich durchaus für Menschen interessieren könnten Das Erlegen von Grosswild war auch für Wolfsrudel ohne Hilfe des Jagdpartners Mensch keine einfache Sache Damit nähern wir uns bereits der späteren, differenzierteren Selektion insbesondere der Entstehung der Vorfahren der Boxer, der Rasse die uns ja vor allem interessiert. Drs Menzel, Tierärzte, Verhaltensforscher und seinerzeit selber Boxerzüchter, wissen darüber so viel zu berichten, dass wir hier nur auszugsweise aus ihren Schriften zitieren können: Wenn wir das Wesen unseres Boxers begreifen wollen, müssen wir uns daher fragen, woher er kam und wie er ward. Wir können und wollen hier nicht näher auf die Theorien eingehen, die sich an die Frage der Herkunft der breitmäuligen Hundegeschlechter knüpfen. Ob Molosser oder Mastiff die ursprünglichere Form ist, ob diese Formen im Tibet, Indien oder anderswo entstanden sind usw., darüber mögen Berufenere sich streiten. So viel scheint festzustehen, dass es seit ältesten Zeiten Geschlechter breitmäuliger Kampfhunde gegeben hat, die wahrscheinlich ursprünglich durch Mutation aus den normalen Hundetypen entstanden sind. Diese Mutation scheint sich dem Menschen als nützlich erwiesen zu haben, oder sie mag ihm einfach gefallen haben, jedenfalls hat er sie weitergezüchtet. Möglicherweise ist diese erbliche Abänderung nicht nur an einem Ort, sondern an verschiedenen Stellen der Erde aufgetreten, vielleicht auch zu verschiedenen Zeiten. Auch Aristoteles erwähnt bereits die Wildheit der indischen Hunde. Curtius Rufus erzählt in seiner Historia Alexander des Grossen folgendes (zit. nach Göschel): Nach Überschreitung des Hydasnes und nach Besiegung des Porus kam Alexander ins Gebiet des Königs Sophei-

8 8 Vom Wolf zum privilegierten Haustier schichte des Haushundes dass es zur Zeit der Kelten vor und während der römischen Besetzung Englands den späteren Bullenbeissern ähnliche Hunde gegeben habe, die als Wach- und Kampfhunde berühmt waren und von den Römern nach Italien gebracht und für Zirkuskämpfe verwendet wurden. Von diesem Canis Britanicus wird berichtet dass er noch furchtbarer gewesen sei als Molosser und Tibetaner und imstande gewesen wäre, mit einem Biss einem Ochsen das Genick zu brechen. - Soviel zu Drs Menzels Schilderungen der Hundezucht so ca. 2'000 0 Jahre v. Chr. Über die mega-bösen Urahnen unserer Boxer aus Peru, Indien, Tibet und Co., sei hiermit genug gesagt. Sie sind dem Haushund, wie wir ihn begreifen, doch noch sehr weit entfernt, wurden aber doch auch schon von denkenden und berechnenden Menschen gehalten, geführt und abgerichtet. Über die etwas zahmeren, direkten Vorfahren des Boxers lesen wir dann mehr im Kapitel Entstehung der Rasse Deutscher Boxer Inzwischen wollen wir nochmals einen 2'000-Jahre-Sprung in die Gegenwart machen und sehen, wie weit es der seither vielfach mutierte Wolf, unser heutiger Haushund in der Hierarchie unserer Gesellschaft gebracht hat. Wir lassen nochmals die Facts-Journalistin, Beate Kittl zu Worte kommen. Sie bringt das Ganze mit wenigen Worten auf den Punkt. "Tibetdogge" - "eine Verkörperung unbändigen Zornes", Chronist Curtis Rufus nennt ihn "einen unerschrockenen Löwenjäger" tes. In diesem Lande gibt es vortreffliche Hunde. Um Alexander davon zu überzeugen, liess sich Sopheites einen ausserordentlich grossen Löwen bringen um ihn von nur vier Hunden hetzen zu lassen, die sogleich den Löwen anpackten; ein Hatzknecht nahm hierauf einen dieser Hunde, die am Löwen hingen, beim Lauf, suchte ihn loszureissen und hieb ihm diesen, da er nicht loslassen wollte, ab. Und weil er immer noch den Löwen festhielt, schnitt er ihm ein Glied um das andere vom Rumpf und trotzdem hielt der Hund, obschon er inzwischen tot war, den Löwen noch fest. Ähnliches berichtet der griechische Geograph Strobon (nach Götschel): Das Land Tibet besitzt durch besondere Kraft ausgezeichnete Tiere und Menschen. Es gibt Ebenholz dort und sehr mutige Hunde, welche das Gebissene nicht eher loslassen, bis ihnen Wasser in die Nase gegossen wird. In den Schriften des Römers Gratius Faliskus findet sich der Satz: Es gibt Leute, welche sich Tibetaner-Hunde halten, eine Verkörperung unbändigen Zornes. Hauck erwähnt in seinem neuesten Buche Abstammung, Ur- und Frühge- (Beate Kittl) Ob Rassehund oder Promenadenmischung der Hund hat es geschafft, sich für Millionen von Hundehaltern unentbehrlich zu machen. Geschickt schlich er sich ins Herz der Menschen, dann ins Haus und schliesslich in jeden Bereich ihres Lebens. So wurde er zum erfolgreichsten Sozialschmarotzer aller Zeiten: Es gibt weltweit einige hundert Millionen Hunde aber nur noch etwa 170'000 Wölfe. Heute ist der Hund der Herr im Haus. Kein anderes Tier dominiert so gründlich den Alltag. Der Hund bestimmt, wann der Mensch aufsteht und den obligaten Erleichterungsspaziergang antritt und vieles mehr, je nach Temperament des Hundehalters, der Hundehalterin und/oder des Hundes. In drei Worten: Er hat s geschafft! Facts Grafik 20/2002 Artikel Beate Kittl

9 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer 9 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer Die von den rührigen Kelten gezüchteten Bullenbeisser und Saupacker waren berühmt und begehrt. Sie bildeten die Basis der britischen Doggenzucht, die wiederum die Basis der späteren Deutschen Doggen und der belgischen Brabanter Bullenbeisser wurde. Im Kapitel Vom Wolf zum privilegierten Haustier haben wir unsere Entwicklungsgeschichte bei den grossen, breitmäuligen asiatischen Kampf- und Kriegshunden der Antike unterbrochen und haben einen 2000-Jahre-Sprung ins Jahr 2006 vollzogen. Wir hatten dort festgestellt, dass der Haushund in diesen 2000 Jahren mit der Erziehung des Menschen gut voran gekommen war, bei uns weitgehende Gleichberechtigung mit der Gattung Mensch erlangt hatte und heute als man s best friend mit seinem Herrchen & Frauchen ziemlich selbstverständlich Tisch und Bett teilt. Da klafft eine beträchtliche Lücke in der Entwicklungsgeschichte zwischen Molos- ser, Mastiff und Tibetdogge aus der Zeit der Assyrer und Römer einerseits und der Ära der ersten Boxer andererseits, die wir mit diesem Kapitel schliessen wollen. Also, zurück zur Zeitwende um das Jahr Null. Diese Zeit fällt mit dem Niedergang der keltischen Kultur zusammen. Die Kelten besiedelten zuvor unsere Gegend, von Österreich bis Hamburg. Die historische Zeit der Kelten (480 v. Chr. über die Zeitwende, bis zum Ende des ersten Jahrhunderts) hiess die Latène-Zeit nach dem Ort La Tène am nordöstlichsten Zipfel des Lac Neuchâtel, neben Marin, am heutigen Zihlkanal. Die Kelten waren ein rühriges, findiges Volk. Sie waren nicht nur gute Ackerbauer und Viehzüchter, sie perfektionierten die Eisenherstellung und die Salzgewinnung unter Tag. Sie waren gute Kaufleute und trieben Handel in ganz Europa, über die Bretagne bis auf die britischen Inseln, wo sie sich ebenfalls niederliessen und ihren kulturellen Einfluss geltend machten. Sie erfanden Geld in Münzenform aus Eisen und Gold und verdrängten den Tauschhandel. Sie beeinflussten die damaligen Hochkulturen der Griechen und Römer. Unter anderem wurden über dies beispielsweise die Städte Paris, Turin und Budapest von Kelten gegründet. Trotz ihrer Findigkeit wurden sie von den Römern vom Süden und den Germanen vom Norden her bedrängt und um die Zeitwende herum aufgerieben und quasi rückstands-

10 10 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer frei assimiliert. Was bisher typisch keltisch war, wurde plötzlich römisch und germanisch. Viele keltische Errungenschaften wurden von Germanen und Römern (und Briten) ohne Urheberrechtsprozesse übernommen. Nach dem Jahre 100 gab es Kelten nur noch in der Bretagne (Asterix & Obelix lassen grüssen, sie waren Kelten) und für eine ganze Weile noch auf den britischen Inseln, vor allem in den heutigen Ländern England, Wales und Schottland. Ihre Spuren lassen sich mit einiger Hartnäckigkeit bis in die Gegenwart verfolgen. Denken wir bloss einmal an den schottischen Fussballclub CELTIC-GLASGOW. Ob da noch ein Kelte im Team spielt, ist ohne genetische Analyse wohl kaum festzustellen. Wir reden so viel über die Kelten, weil sie nicht bloss gute Viehzüchter waren, sondern weil sie auch erfolgreich einen dieser fürchterlich grossen, schweren und bösen, bösen Kampf-, Hatz- und Wachhunde züchteten, die weit herum als so genannte Bullenbeisser und Saupacker bekannt und auch von den Germanen sehr geschätzt waren. Mit grosser Wahrscheinlichkeit haben sie diesen begehrten Hund auf ihren Handelsreisen über den Kanal auch auf die Insel Grossbritannien mit gebracht und dort weiter gezüchtet. Die Briten waren seit Menschengedenken herausragende, weitsichtige Tierzüchter und nahmen sich gerne dem berühmten keltischen breitmäuligen Hundeschlag an, der europaweit abwechselnd je nach Einsatz Mastiff, Bärenbeisser, Bullenbeisser oder Saupacker genannt wurde. Fast alle seiner Eigenschaften wurden geschätzt, aber er war den findigen Briten zu schwer, zu unbeweglich und zu langsam. Sie kreuzten ihn schliesslich erfolgreich mit dem irischen Windhund und erhielten einen neuen Typus Hund, der neben den erwünschten Eigenschaften des keltischen Bullenbeissers etwas leichter und beweglicher und vor allem schneller war. Damit war die Englische Dogge geboren, die wenig später von Bild einer dieser englischen Doggen wie sie zur Zeit der Römer von England nach Italien gebracht und unter Römern als Kriegshunde beliebter wurden als deren Molosser Eine weitere Varietät der Kampf- und Kriegsdogge zur Zeit der Römer. Man nannte sie in Rom sowohl Englische Dogge wie auch Molosser, ungeachtet ihrer eigentlichen Abstammung Zeichnung alter Keltischer oder Germanischer Bullenbeisser, die von europäischen Adelshäusern als Jagd-, Hatz- und Kriegshunde geschätzt wurden

11 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer 11 Bereits im Mittelalter haben Adelsfamilien vorgemacht, dass sich Hund gewordene Wölfe nicht nur zu Kriegshunden umformen liessen. Man liess zu purem Entzücken auch Zwerge daraus ableiten. [ Ausschnitt aus Maitre de Moulins Anbetung des Kindes mit Auftraggeber Kardinal Jean Rolin mit seinem Hündchen. um 1480 ] römischen Legionären heiss begehrt, in grosser Zahl nach Rom exportiert wurde. Man erkannte in Rom bald, dass die Dogge aus England den bei den Römern damals gebräuchlichen Molosser-Typen weit überlegen war. Der römische Adel, insbesondere die Heerführer übernahmen diese verbesserten Kampfhunde, nannten sie aber, aus welchen Gründen immer, ebenfalls "Molosser. Über Jahrhunderte wurde drauf los gekreuzt und veredelt und so wie man es mit der Herkunft der Zuchttiere nicht so genau nahm, spielte wohl auch die Benennung eine untergeordnete Rolle. Wichtig schien bloss die zuverlässige Weitervererbung oder Steigerung speziell erwünschter Funktionen und Fähigkeiten eines Hundetyps. In unserem Falle brauchte der europäische Adel zum Schutz seines Eigentums und zur Kriegsführung möglichst grosse, starke, schnelle und bedingungslos eingeordnete, ausdauernde Zupacker. Wenn sie dazu noch Furcht erregend schrecklich und hässlich aussahen, wie in historischen Berichten zu lesen ist, war das nur von Vorteil. Dieser Aspekt ging dann wohl unter psychologische Kriegsführung. Er war nicht nur in Kriegen, sondern auch zu Hause nützlich, wenn es galt, aufmüpfige leibeigene Bauern auf ihren Platz zu verweisen und mit ihnen das Bruttosozialprodukt anzukurbeln. Theo Möller schreibt in seinem Aufsatz in der Festschrift zum 60. Geburtstag des Boxer Klubs E.V. München: Wiederum hatten die zuchtgewandten Engländer durch Kreuzung ihres Bullenbeissers (Mastiff) mit dem irischen Windhund einen Hund geschaffen, welcher sich mit ungemeiner Geschwindigkeit über fast alle Länder Mittel- und Westeuropas verbreitete und bald zu grossem Ansehen gelangte. Er hatte vom Bullenbeisser den Löwenmut als Angreifer und die Stärke als Packer, vom Windhund ein höheres Mass an Beweglichkeit und Grösse. Dieser Hund hiess fortan die englische Dogge. Für die nächste Zeit wurde diese Rasse nur aus England bezogen, später aber an den Herrenhöfen in Deutschland selber gezüchtet. Sie war in Gestalt und Farbe sehr einheitlich und wurde wie der Bullenbeisser als schwerer Hetzhund verwendet. In den folgenden Jahrhunderten machte sich das Bestreben der Jäger und Herrschaften immer mehr bemerkbar, neben dem schweren Bullenbeisser auch einen leichteren Hetzhund zu besitzen. Das äusserte sich in der Wertschätzung des eng-ischen Hundes, der nun ein deutscher geworden war. Jedoch blieben die meisten Höfe der Zucht des alten Bullenbeissers treu. (Ende Zitat Möller) Die in Deutschland weiter gezüchtete englische Dogge wurde zur heute etablierten Rasse der grossen Deutschen Dogge, welche die Engländer ihrerseits nun the Blue Dane, (den blauen Dänen) nennen. Die Zeiten ändern sich, und wir mit ihnen, besagt ein altes lateinisches Prinz Friedrich Hermann Otto von Hohenzollern-Hechingen um 1717 mit einem Bullenbeisser mit schwarzer Maske. "Diese Hunde sind meistenteils von kurtzen Nasen und schwartz umb das Maul" (Zitat Flemming)

12 12 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer Die erste Dampflokomotive., Erfinder Richard Trevithick Sprichwort. Das traf über Jahrhunderte nicht nur auf die Menschen zu, es galt auch für unsere Hunde, die sich den wandelnden und wachsenden Ansprüchen der Menschen anzupassen hatten. Sie schafften dies über natürliche und züchterisch gesteuerte Selektion dank ihrer genetischen Flexibilität meisterhaft. Die Nachfrage steuert das Angebot und die Breite des Angebots belebt wiederum die Nachfrage. Es waren über Jahrhunderte stets Kaiser-, Königs- und Adelshäuser verschiedenster Stufen, die spezielle Hunde brauchten und sich diese auch leisten konnten. Die vielen, meist lange dauernden Kriegshändel innerhalb Europas steigerten die Nachfrage nach immer besseren Kampfhunden bis ins 18. Jahrhundert. Landesfürsten, die gerade nicht im Krieg waren, vergnügten sich oft und ausgiebig auf der kollektiven Jagd auf Grosswild. Für die Hatz und das Stellen der Tiere war weitgehend derselbe Hundetyp gefragt, wie für den Einsatz im Kriegsdienst. Dazu lassen wir Hans Friedrich v. Flemming aus seinem Standardwerk Der vollkommene Teutsche Jäger (Leipzig 1719) berichten: Von dieser vorgemeldeten grossen Arth englischer Hunde gibt es in anderen Ländern eine besondere Gattung von mittelmässiger, doch etwas starker Grösse, von breiter Brust, mit kurtzen und dicken Kopf, kurz aufgeworfener Nase, steifstehenden und spitzigen verschnittenen Ohren, doppelten Gebiss am Kinnbacken, weswegen sie sich sehr verfangen können, von breiter Stirn zwischen den Augen. Welche Hunde zwar schwer stark und unbehende zu lauffen, im fangen aber ungemein hitzig, erbittert und so grimmig anfallen, dass sie auch davor zittern und schwer abzubringen sind, wie dergleichen Arth man in Danzig bei den Fleischern in ihren Spicker von unterschiedenen Sorten antreffen und haben kann und soll diese Arth aus Moskau herkommen, wie ichs dann selber vor eine tartarisch oder andere grimmige Arth Hunde halte. Dann ganz böse, unfreundlich und tückisch aussehen und vor unseren Hunden etwas besonderes haben. Sie werden insgeheim zu podolischen (ukrainischen) und ungarischen Ochsen- und Büffelhatz, wie auch zuweilen die Bär damit hetzen, gebrauchet zu welchen Kampfjagden sie dann auch am nützlichsten dienen. Noch eine Arth so mittelmässiger, doch etwas niederiger aber fast an allen Gliedern den vorigen ähnlich ist, hat man in Brabant, die sie Bollenbeisser nennen, dieselben haben fast gleiche Beschaffenheit mit vorher erwähnten, nur dass sie, wie gemeldet, kleiner sind. Flemming weiter: Wo die Bären selten, pflegen manche Herrschaften damit Stiere, Ochsen oder Bollen zu hetzen, welches aber in Übung, so mehr den Fleischern, als Jäger anständig, und mir unbekannt ist, als der ich nur von wilden Thieren zu schreiben willens bin, doch habe ich in Brabant gesehen, dass der Stier an einen langen Seil gebunden und von solchen Hunden gehetzet worden, dass er dann in einen Kreis herumgesprungen, welchen die Hunde meistens nach der Nase oder an der Gurgel angefallen und weil sie wie vor gemeldet, ein stark Gebiss haben, sich sehr verfangen, eine gute Weile daran hängen geblieben, bis sie müde von sich selbst abgelassen, da dann der Fleischer den Nickfang mit dem Beil verrichtet. Sonsten sind auch diese Hunde, weiln sie von böser Arth, stark vom Leibe und einen grossen Laut haben, am nützlichsten zu grossen Hoff- und Kettenhunden zu gebrauchen, indem dieselben sehr wachsam und alles grimmig anfallen, was sie vermerken, ob sie schon kleiner als die englischen Hunde und deren Zwerge sind. Diese Hunde sind meistenteils von kurtzen Nasen und schwartz umb das Maul, die Unterlippen stehen vor, sind gelblich oder braun streifftigt an Farbe und sehen mit den Augen sehr unfreundlich und launisch aus. (Ende Zitat Flemming). Während Meister Flemming seinen vollkommenen teutschen Jägern anfangs 18. Jahrhundert immer noch sagte, wo s lang geht, tat sich in andern Teilen Europas auf ganz verschiedenen Gebieten Enormes, das die Welt in ihren Grundfesten erschüttern und das damalige Verständnis von Zivilisation grundlegend verändern sollte. Im Jahre 1712 baute der englische Hufschmied und Eisenhändler Thomas Newcomen eine Dampf getriebene Wasserpumpe, die im englischen und schottischen Bergbau Pferdearbeit abzulösen begann geriet ein solches Modell zwecks Reparatur in die Hände des schottischen Genies James Watt, der sie so grundlegend verbesserte, dass sie innert ein paar Jahren,

13 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer 14.Juli Der Sturm der Bastille, Auftakt zu den Revolutionskriegen angefangen in England, die industrielle Revolution in ganz Europa auslöste, welche die Welt veränderte. Die Dampfmaschine war erfunden! Ein Quantensprung war vollzogen, der die Effizienz industrieller Fertigung in praktisch allen Branchen in ungeahnte Höhen trieb. Eine erst zögerliche aber unaufhaltsame Umverteilung des Wohlstandes, der bisher alleiniges Privileg des Adels, der Kirche und der gut vernetzten Kaufleutefamilien war, eröffnete den weniger privilegierten Schichten Zukunftsperspektiven und merkliche Einkommensverbesserungen, die unter anderem auch ihr Selbstbewusstsein stärkten. Es entstand europaweit eine Bürgerschicht, die bald einmal anfing, despektierlich bei ihren jeweiligen Hoheiten mehr Rechte für sich einzufordern. Um dem Aufschwung noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, haben wiederum zwei Engländer kurz hinter einander die Dampflokomotive und damit die Eisenbahn erfunden. Zunächst baute ein gewisser Richard Trevithick, der eigentliche Erfinder, 1804 die erste auf Schienen fahrende Dampfmaschine. Sie war allerdings zu teuer und zu schwer für die damals vorhandenen Schienen und fuhr zunächst einmal nirgendwo hin. Den ganz grossen Durchbruch schaffte 1814 wiederum ein Universalgenie namens George Stephenson, der nicht ganz zu recht als Erfinder der Dampflokomotive, aber dafür mit Sicherheit als Begründer der öffentlichen Eisenbahn gilt und in kürzester Zeit zum Eisenbahnpapst der Welt avancierte. Am 27. September 1825 wurde zwischen Stockton und Darlington in England die erste öffentliche Eisenbahnstrecke der Welt in Betrieb genommen. Ein weiterer Quantensprung für die menschliche Zivilisation war getan. Die Eisenbahn verbreitete sich von England aus rasend schnell in Europa und auf allen Kontinenten der Welt. Sie verbesserte nicht nur die Verbindung, den Gütertransport und den Personenverkehr, sondern schaffte weiteren grossen Wohlstand für eine wachsende Zahl von Menschen auch um uns herum. Diese epochale Erfindung hatte, wie man leicht erahnen kann, in letzter Konsequenz auch Einfluss auf Lebensweise und Beschäftigung der Menschen in Deutschland, dem Ursprungsland des BOXERS, und damit auf die Verwendung, Weiterentwicklung und Zucht unserer Hunde, der ehemali- 13 gen Bullenbeisser, respektive der künftigen BOXER. Weniger Erfreuliches, aber nicht minder Dynamisches passierte zeitgleich in Frankreich. Wie schon erwähnt, wurde das arbeitende, besitzlose Volk unruhig, mehr und mehr ungehorsam und aufmüpfig, in Frankreich schon ausgeprägter als anderswo. Der Grossteil der damaligen Gesellschaft waren noch Bauern die Land bebauten, welches ihnen nicht gehörte. Dazu kam nun zunehmend auch die rasch wachsende Klasse der Fabrikarbeiter und allen voran das neu entstehende Bürgertum. In Frankreich bestand das Ancien Régime aus den damals in Europa üblichen drei Ständen : Dem 1. Stand, dem absolutistisch regierenden König Ludwig des XVI von Gottes Gnaden mit seinem Hof, seiner Armee, der Gendarmerie und der Verwaltung, (die 3 letzteren meistens aus dem 3. Stand rekrutiert und unterbezahlt). Auf gleichem Stand, aber in Machtbefugnis unter dem König angesiedelt, der (besitzende) Adel. Eine Stufe tiefer, auf dem 2. Stand, aber äusserst mächtig und ebenfalls sehr besitzend, der Klerus, die Würdenträger der katholischen Kirche, die sich praktisch ausschliesslich aus den Adelsfamilien rekrutierten. Zuletzt folgte die unterste Schicht, es waren rund 98% der Franzosen, wurde per Dekret der Dritte Stand genannt und hatte nichts zu sagen und noch weniger zu lachen. Zu dieser Zeit und an sich während des ganzen 18. Jahrhunderts, dem so genannten Jahrhundert des Lichtes sorgten Philosophen wie Montesquieu ( L Esprit des Lois ) oder Rousseau ( Le Contrat social ) für ein Klima der Erneuerung und Veränderung. Man redete dem Regime des Volkes das Wort. - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit Es roch nach Revolution! Die liess denn auch nicht mehr lange auf sich warten. Die angeregten Diskussionen in den Cafés der Hauptstadt wurden heftiger und lauter. Am 14. Juli 1789 stürmten die Bürger von Paris die Festung Bastille erfolgreich und die Geschichte

14 14 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer Bullenbeisser beim Kampf mit einem Stier, Volksbelustigung noch bis spät im 19. Jahrhundert nannten Konsul auf Lebzeiten und seiner Proklamation zum Kaiser, entfachte einen Flächenbrand über ganz Europa. Von Spanien bis Russland ging der Adel in Deckung und versuchte während der nächsten paar Jahre mit nur sehr mässigem Erfolg noch zu retten, was schliesslich doch nicht mehr zu retten war. Die Revolutionskriege und die nachfolgenden Napoléonischen Kriege auf der einen Seite sowie die Industrialisierung und der Eisenbahnbau auf der anderen Seite, haben das gesellschaftliche, soziale Gefüge Europas stark verändert. Adel und Kirche verloren einen Teil ihrer fetten Pfründen an den rasch heranwachsenden bürgerlichen Mittelstand. Das hatte letztlich, wie bereits erwähnt, auch nachhaltige Auswirkungen auf die Hundehaltung und somit auf die Entwicklung der Hundezucht. 1896: Gründung des "BOXER-KLUB" (Vorläufer des heutigen "BOXER-KLUB E.V. Sitz MÜNCHEN" Elard König vorne sitzend, Friedrich Roberth, hinten stehend. nahm ihren Lauf. Ein selbsternannter Bürger-, Revolutions- und Verfassungsrat bekämpfte das Regime und dazu sich selber gegenseitig fast vier Jahre lang, bis 1793 eine Verfassung zustande kam, die Republik ausgerufen wurde und Ludwig XVI inklusive seine Entourage auf der Guillotine den Kopf verlor. Die französische Revolution, verstärkt durch den eigenmächtigen Aufstieg Napoléons vom General zum selbster- Die grossen aggressiven Hunde für den Einsatz bei der in Adelskreisen seiner Zeit so beliebten Grosswildjagd und für Kriegs-Kampfeinsätze waren immer weniger gefragt. Dafür wuchs das Interesse der Metzger, Viehtreiber, fahrenden Händler und Veranstalter von Tierkämpfen zur Volksbelustigung an kleineren aber agilen Zupackern und Wächtern von Hab und Gut. Dem bereits erwähnten kleinen Brabanter Bullenbeisser und der gleichzeitig aus England kommenden kleineren Bulldogge galt die Gunst der Stunde und der folgenden Jahre. Das Herzogtum Brabant, eine historische Provinz Belgiens im heutigen Raum Antwerpen und Teilen der südlichen Niederlande, war damals bekannt für ihre

15 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer 15 guten, kleinen Bullenbeisser, die oft und gerne zur Unterhaltung des Fussvolks zur Hatz von Stieren vor der Schlachtung und für Schaukämpfe gegen andere Hunde und gefangene Raubtiere (Bären inklusive) eingesetzt wurden. Sie erfreuten sich auch in Deutschland wachsender Popularität und wurden neben der Metzgerarbeit auch öfter als Familienhunde mit Wachfunktion gehalten, denn es stellte sich nach und nach heraus, dass sie im Wesen ihren Meistersleuten gegenüber gesellige, anhängliche, folgsame und anspruchslose Hunde waren, während sie sich allem Fremden gegenüber äusserst misstrauisch und dezidiert abwehrend zeigten, also ausgesprochen gute Beschützer und Wächter von Mensch, Hab und Gut waren. Wir nähern uns dem Ende des 19. Jahrhunderts und damit dem bewussten Umgang mit der Entwicklung und Umformung einer alten Rasse und deren Verwandlung in eine neue, die in Deutschland im Entstehen begriffen war und aus unerfindlichen Gründen Boxer heissen sollte. Die deutschen Konstrukteure des neuen Hundes kreuzten die ebenfalls populäre kleine englische Dogge mit dem beliebten Brabanter Bullenbeisser und fassten in einem Anforderungsprofil, quasi einem ersten Rasse-Standard, zusammen, wie ihr Hund aussehen und wie er im Wesentlichen sein sollte. Man stellte sich damals bereits einen Boxer vor, der weitgehend die Ausmasse, das Aussehen und das Wesen des Hundes haben sollte, wie sie auch heute noch weitgehend im gültigen FCI- Boxerstandard umschrieben sind. Der FCI-Standard des Deutschen Boxers im exakten Wortlaut, findet sich in dieser Schrift in einem eigenen Kapitel. Die Gewichtung der einzelnen Kriterien, vor allem der Wesensmerkmale, wird heute, gut 111 Jahre später, allerdings um einiges anders gehandhabt. Drs R. & R. Menzel schreiben noch in den 50er-Jahren im Artikel Unser Boxer, wie er ward und wie er ist zum erwünschten Wesen: Der 1896: MÜHLBAUERS FLOCKI, Erster ins Boxer Zuchtbuch (BZB) eingetragener Boxer Boxer stammt aus uraltem Kampfhundeblut. Und als Kämpfer müssen wir ihn weiterzüchten, wenn wir uns nicht in Gegensatz zu dem Sinn seiner Art setzen wollen. Die wichtigsten Wesensgrundlagen für den Kampfhund sind Schneid, Schutztrieb, Kampftrieb und Schärfe. Schneid (Mut) ist jene grundlegende Wesenseigenschaft, derzufolge ein Lebewesen (also in unserem Falle der Hund) wirklichen oder vermeintlichen Gefahren gegenüber ohne äusserem Zwang standhält, bzw. soweit es möglich ist, ihnen handelnd gegenüberzutreten sucht. Mut ist die Voraussetzung für jeden Schutzhund; zum Schützer wird der mutige Hund aber erst, wenn Schutztrieb oder Kampftrieb sich zum Mut gesellen. (Ende Zitat Menzel). 1886: META VON DER PASSAGE (BZB Nr. 30). Die Eva der Rasse Deutscher Boxer Die starke Betonung des Anspruchs auf Mut, Schutz- und Kampftrieb war in den Anfängen der Entwicklung der Rasse noch äusserst wichtig und hielt sich, leicht abgeschwächt bis weit in die 70er-Jahre. Heute wünschen wir uns immer noch einen selbstsicheren und furchtlosen, aber freundlicheren Boxer. Mit dem Kampfvokabular von gestern lägen wir heute ziemlich quer in der Landschaft und hätten, wohl nicht ganz zu unrecht, sehr bald die Justiz im Nacken. Wie die Entstehung der ersten Boxer und natürlich damit auch gleich des ersten Boxer Klubs vor sich ging, kann uns kein Experte besser erzählen, als die berühmteste und begnadete Züchterin und Förderin der Boxer-Rasse, Der kleine Brabanter Bullenbeisser, der gekreuzt mit der kleinen Englischen Bulldogge, den Grundstock der BOXER-Rasse bildet

16 16 Entstehung der Rasse Deutscher Boxer Frau Friederun Stockmann selber. Wir zitieren auszugsweise: Den Anstoss zur Gründung eines Boxer Klubs im Jahre 1896 gab der zwei Jahre zuvor aus Norddeutschland nach München übersiedelte gebürtige Wiener, Friedrich Roberth. Ihm ging der Ruf eines bekannten Kynologen voraus und er hatte längere Zeit bei unserer Kolonialarmee in Afrika gestanden. Damals ist wohl auch die Idee des Kriegshundes geboren worden. Mit der gleichen Frage befassten sich zur selben Zeit in München auch die Herren Elard König und Rudolf Hoepner. Als besessener Hundefreund und erfahrener Abrichter war es nur natürlich, dass sich Roberth bald mit den Gesinnungsgenossen zusammenfand. Man führte zu dieser Zeit Airedale-Terrier aus England in Deutschland ein, in der festen Überzeugung, dass die Rasse in grossem Masse die Eigenschaften eines Kriegshundes in sich verkörpere. König und Hoepner waren daher eifrig dabei, den Airedale als Kriegshund in Deutschland einzubürgern und Roberth, Sportsmann durch und durch, schloss sich den Bestrebungen der beiden sofort mit Feuereifer an. Man sagt indessen Roberth nach, dass er nie lange bei einer Sache blieb und immer auf der Suche nach etwas Neuem war. Nach einigen erfolgreichen Zuchtversuchen genügten ihm die Airedale-Terrier nicht mehr. Vielleicht teilte er auch die Ansicht vieler damaliger Terrierfreunde, die den in England gezüchteten Airedale als zu elegant und im Wesen zu wenig hart fanden und die daran gingen, in Deutschland einen derberen, zu schwerer Arbeit mehr geeigneten Typ zu züchten. In München traf man damals sehr häufig, als Bierboxer bezeichnete Hunde an, die in Roberth Jugenderinnerungen weckten. Boxer hatte er schon lange gekannt, nur waren diese leichter und eleganter. Roberths Steckenpferd waren Hunde, namentlich neue Hunde und zu diesen - wenigstens für die offi- zielle Kynologie (die Delegierten Commission) - gehörte zu jener Zeit der Boxer. Es ist daher nicht verwunderlich, dass er mit Feuereifer daran ging, diesen Hund hochzubringen. Ihm schwebte eine Hunderasse vor, die all jene Eigenschaften besass, die man damals bei Kriegshunden voraussetzte. Seine beiden Freunde riss Roberth mit einem Temperament mit, das keine Hindernisse kennt und ehe sich König und Hoepner versahen, standen sie inmitten einer Boxerpropaganda, an deren Spitze Roberth stand. Der erste Erfolg, den dieser Werbefeldzug zeitigte, war, dass sich der St. Bernhard-Klub, Sitz München, herbeiliess, auf der von ihm 1895 in München veranstalteten Ausstellung eine Versuchsklasse für Boxer zuzulassen. Für diese wurde sage und schreibe ein Hund gemeldet. Sein Besitzer war von Roberth zum Ausstellen geradezu gepresst worden. Robert als Richter, gab diesem Hund 1. Preis und Ehrenpreis. Er ist der erste im Stammbuch eingetragene Boxer Namens Flocki. Seine Abstammung ist charakteristisch für den damaligen Stand der Münchner Boxerzucht. Sein Vater war Dr. Thoenniessens Tom (Bulldogge), seine Mutter Alts Scheckin. Dieser Tom ist lange viel geschmäht worden. Er hat aber letzten Endes dadurch Gutes geschaffen, dass der Typ in den vielen Generationen der Uneinigkeit unter den Züchtern, von denen einige den schweren bulligen und andere den leichten eleganten Hund wollten, nicht verloren gegangen ist. Aus den Ahnen unserer Boxer ist dieser Tom ebenso wenig wegzudenken, wie seine Enkelin Meta v.d. Passage, die Eva des Boxergeschlechts; eine lange, niedrige, kinnlose Scheckhündin mit flachem Doggenkopf. Die Ausstellung hatte Erfolg. Kurz darauf wurde der Boxer-Klub gegründet, der anfänglich nur wenige Angehörige zählte. Die grossen kynologischen Zeitungen wie Hundesport und Jagd sprachen sich anfangs wenig anerkennend über den Boxer aus. Friederum Stockmann, 1912 mit 21 Jahren am Amfang ihrer grossen Karriere als Boxermutter mit ihrem Zwinger von Dom Eine bezeichnete ihn als neue Rasse, die nichts anderes sei, als eine Art schlechter Bulldoggen und nicht die geringste Aussicht hätte, am Leben zu bleiben. Nun, wir wissen heute, dass dies ein Irrtum war. - (Ende Zitat Friederun Stockmann). Frau Friederun Stockmann, Grafikerin, Bildhauerin und schliesslich hauptamtliche Boxerzüchterin aus Passion, geboren am 1. Januar 1891, war ein fünfjähriges Kind, als der Boxer-Klub, München aus der Taufe gehoben wurde. Somit war sie nicht Mitglied der ersten Stunde. Sie darf aber für sich in Anspruch nehmen, die Boxerrasse, wie wir sie heute kennen und schätzen, über zwei Weltkriege gerettet und mit ihrer Zucht, dem Zwinger von Dom, massgeblich gestaltet und gefestigt zu haben. Sie ist die wichtigste Züchterin und Förderin der Rasse und der Boxergeschichte überhaupt. Mehr über die Entwicklung vom hässlichen Entlein zum edlen Schwan, vom Boxer der ersten Tage bis zum Boxer der Jahrtausendwende, lesen Sie im nächsten Kapitel: Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs.

17 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 17 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Ansicht von Zürich aus der Zeit der Gründung des SBC um 1906 Im Vordergrund der Platz an der Poststrasse mit dem Hotel SAVOY Baur en Ville im Hintergrund das Fraumünster. Das Bild aus der Belle Epoque strahlt Friede, Zuversicht und Wohl-stand aus. Es widerspiegelt den Zeitgeist jener Zeit. Die Schweizerindustrie florierte in allen Branchen. Die Maschinenindustrie, die St.Galler- Stickereien und eben auch die Suppenkocher Maggi und Knorr und die Chocolatiers waren alle Weltspitze und schufen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Ansehen für die Schweiz und Wohlstand für einen breiter werdenden Mittelstand. Das Bild vermittelt viel Zeitgeist, es fehlt nur noch der Hund. Der Raddampfer MS Rapperswil aus dem Jahre 1914 symbolisiert das Vergnügungspotential der Belle Epoque und der Menschen dieser Zeit, die Geld und genügend Musse hatten, es ausgiebig zu geniessen. Das Umfeld zur Gründungszeit Warum? Die Kardinalsfrage, mit der kleine Kinder Erwachsene nerven, stellt sich auch uns immer wieder, wenn wir zu begreifen versuchen, worum es geht. Warum wollen Menschen Hunde züchten und besitzen, die weiter nichts tun müssen, als in unseren Augen sehr schön, sehr gut oder noch besser vorzüglich, gesund und lieb zu sein und herzukommen, wenn man sie ruft? Warum gründen wir einen Verein oder Club, wenn wir einen Hund zwecks freundschaftlicher Zweierbeziehung anschaffen wollen? Warum organisieren und besuchen wir Hundeausstellungen, um vom Richter zu hören, wer der Schönste oder die Schönste, Best in Show ist, der Dackel, der Irish Wolfhound oder unser Boxer? Wo wir doch schon vor der Schau selber ziemlich genau wissen, was Sache ist und dass unser Boxer eben das gewisse Etwas hat, das der Richter nicht sieht? Warum hat man vor 110 Jahren in München angefangen BOXER zu züchten und einen Boxer Klub zu gründen? Und Warum schliesslich haben sich vor genau 100 Jahren unternehmungslustige Zürcher entschlossen, am 7. September 1906 den Schweizerischen Boxer Club zu gründen? Wenn ich hier in meinen Ausführungen zur Schweizer Boxergeschichte über die Boxer und ihre Halter hinaus etwas weiter aushole, geht es mir darum, die Beweggründe der Clubgründer und der darauf folgenden Boxer- Club-Generationen aufzudecken, die meist im jeweiligen weiteren Umfeld und im Zeitgeist der Epoche zu finden sind. Kann es sein, dass die Welt, Europa und konsequenterweise auch die Schweiz, während der Zeit der Belle Epoque die Freizeit und die Musse entdeckten? Wer sich in der Geschichte der Wende zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert umsieht, stellt fest, dass dank dem anhaltenden Wirtschaftsboom eine schnell wachsende Zahl von Europäern und Schweizern sich einen mehr oder weniger beachtlichen Wohlstand erwerben und Zeit finden konnte, ihren Wohlstand auch zu geniessen. Geniessen hiess und heisst auch, die Fantasie walten zu lassen und Dinge zu tun, die uns einfach Freude bereiten und nicht zwangsläufig nützlich sein müssen. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war Grossbritannien (British Empire) die führende Grossmacht der Welt und gab den damaligen Zeitgeist vor. Europa und die westliche Welt boomten. England förderte den Tourismus in unserem Lande massiv und inspirierte unsere Textilindustrie. Die tüchtigen, findigen Deutschen, technisch begabt und von enormer Unternehmungslust kamen über die Grenze und brachten die industrielle Produktion in der Schweiz in Schwung, schwergewichtig im Raume Aargau Zürich Glarus St.Gallen. Um Zürich herum florierte die Industrie von Brown-Boweri über Sulzer, Maschinen- und Lokomotivfabrik Winterthur, SIG, Bührle Oerlikon, zu Heberlein Textilmaschinen und der Textilindustrie im Toggenburg und Glarus bis in den Raum St.Gallen, der die damalige Weltspitze für Stickerei und Stickereimaschinen beheimatete. Auch die Herren Wander und Nestlé kamen aus dem Süddeutschen Raum mit bestens bekanntem Resultat. Die vereinigten Chocolatiers Nestlé-Peter-Cailler- Kohler produzierten industriell Spitzenschokolade auf Teufel komm raus, begründeten und festigen den Weltruf

18 18 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Das Grandhotel Giessbach, hoch über dem Brienzersee, repräsentiert die Luxus- Kurhotellerie der Epoche. Adel, berühmte Musiker, Maler und Schriftsteller und natürlich das arrivierte Bürgertum verbrachten oft ganze Sommer in diesen frühen Wellness-Oasen. Sehen und gesehen werden, Liaisons pflegen und wichtige Kontakte knüpfen oder mündige Töchter an den Mann bringen, waren die Hauptbeschäftigung neben wirklichen Gesundheitskuren, gesitteten Sportarten, Ausflügen und längeren Wanderungen. Sommerfrische um 1900 herum: Man ist Jemand und gönnt sich was. Charmieren, flirten und imponieren gehörten zum Repertoire beim ausgedehnten Aufenthalt im Luxuskurhaus, ebenso wie das Dampfbad und das vornehme englische Ballspiel, das der Brite Tennis nennt. für Schweizer-Schokolade, der heute noch gilt. Maggi mit ihren Maggi- Würfeln (Fertigsuppenwürfel) und Knorr mit der legendären Knorrwurst, ebenfalls eine Fertigsuppe in gepresster Pulverform, waren zwei weitere Schweizer Vorzeigeunternehmen, die überregional Wohlstand generierten und deren Namen und Produkte, schnell um die Welt gingen. Weitere Wohlstandserbringer waren die aufkeimende Automobilindustrie, der Eisenbahn- und Strassenbau, der internationale Sommertourismus mit seinen prominenten Bäderkurhäusern in der Schweiz. Insbesondere ging wer etwas auf sich hielt und es sich leisten konnte, in die Sommerfrische speziell in die Alpen- und Voralpenregionen. Nicht weniger als 1'000 Heilquellen waren registriert. In den 1860er-70er Jahren entstanden allein in den Schweizerbergen an die 300 Cur-Anstalten. Zum Bädertourismus in alten Zeiten steht im Jahrbuch der Schweiz zu lesen: Eine Badekur unternahm man aus den unterschiedlichsten Motiven. Zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit, aber auch um sich zu vergnügen. Zu früheren Zeiten waren die Schweizer Heilbäder auch Stätten der Begegnung der Grossen aus aller Welt: von Fürsten, Königen, Dichtern, Komponisten, Wissenschaftlern, Staatsmännern und eleganten Damen. An den Badekurorten tat man, was man zu Hause nicht tun durfte. Badekurorte waren Orte der Sinnesfreude, des Sehens und Gesehenwerdens, sie waren Brautmärkte par excellence. (Ende Zitat) Die Beschreibung der Sinnesfreuden dieser Zeit erklärt mir ein Stück weit den eingetretenen Sinneswandel, der nötig war, um in der Kynologie eine fast-180 -Wende zu vollziehen und aus einem Bullenbeisser einen ästethisch ansprechenden, gesitteten Boxer für eine gesittete, bessere Gesellschaft zu machen. Von diesem Wandel wenig bis gar nicht betroffen war die grosse Schicht der Fabrikarbeiter, die vom Wirtschaftsboom nur insofern profitierten, als sie überhaupt Arbeit, wenn auch eine schlecht bezahlte, gefunden hatte. Sie waren denn auch nicht die Zielgruppe für speziell freizeittaugliche Hunde, zu denen der im Entstehen begriffene Boxer zweifellos gehörte. Der Wohlstand des wachsenden Bürgertums begünstigt die Entwicklung des Boxers und weckt das Interesse breiterer Kreise, auch in der Schweiz. Der schnell wachsende, mehr oder weniger begüterte obere Mittelstand begann Dinge zu tun, die bislang dem Adel vorbehalten waren und über lange Zeit den Neid der Bürger weckten. Man war nun auch Jemand und man gönnte sich was. Unter anderem und das interessiert uns speziell züchtete und besass man Hunde und Hündchen, die rein zu unserer Freude da sein mussten. Deren Aufgabe es einfach war, uns zu gefallen und durch ihre unverbrüchliche Treue unser Wohlgefühl und unser Ego zu stärken. Natürlich war mit der Anschaffung eines Hundes oft auch der Wunsch nach einem treuen Beschüzer im Haupt- oder Nebenamt mit im Spiel. Als Spielgefährte sollte der Hund nicht allzu gross und als Schildwache und Bodyguard nicht allzu klein sein. Zudem war der Wunsch nach einem ästhetisch ansprechenden Äusseren des neuen Familienmitglieds in jedem Falle mit dabei. Man wollte ja auf dem Spaziergang angenehm auffallen und vielleicht sogar ein bisschen bewundert werden. Wenn man dann also so einen angenehmen, mittelgrossen, schön muskulösen Hund an der Leine hatte, dazu als Bonus auch noch mit zuverlässiger Wachfunktion im Nebenamt, wurde bald einmal klar, dass so ein Prachtkerl auch noch leicht zu erziehen sein musste. Dieses Problem lösten unsere deutschen Nachbarn aus München schon um 1895, als sie den BOXER erfan-

19 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 19 Die Belle Epoque hatte Sinn für Stil und Eleganz und legte Wert auf Etikette. Sehen und gesehen werden; am richtigen Ort mit dabei sein, war hoch im Kurs und mindestens so wichtig wie heute. Von den rauschenden Bällen der Epoque können wir heute nur träumen. Es gab auch elitäre, vornehme Epochen im SBC, zumindest in einigen Ortsgruppen. Da wurden die Hunde zeitweise zu Randfiguren. den und den ersten Boxer-Klub gründeten, wie ich das am Schluss des vorhergehenden Kapitels bereits beschrieben habe. Sie haben auch tüchtig geworben für den neuen Boxer. Die Botschaft erreichte auch das umliegende Ausland und somit auch die Schweiz. Friedrich Roberth, der Vater des Deutschen Boxers schlechthin, schrieb bereits am 21. November 1895 einen Aufruf zur Gründung eines Boxerklubs. Darin nahm er den Sinneswandel im Bürgertum wahr und schrieb: Aus immer weiteren Kreisen wird der Ruf nach einem Haus-, Hof- und Stubenhund hörbar. So ein Hund muss mittlere Grösse besitzen, damit er nicht dem Maulkorbzwang unterliegt und die mannigfachen Unannehmlichkeiten, welche das Halten grosser Hunde mit sich bringen, vermieden werden. Er darf auch nicht zu klein sein, um nötigenfalls als Verteidiger seines Herrn auftreten zu können. Er muss ohne Beschwerden Fiaker und Pferdebahn in flottem Tempo folgen können und ein unbestechlicher Wachhund sein. In der Wohnung muss er Reinlichkeit und im Verkehr mit seinem Herrn grosse Intelligenz zeigen. Kurz, die Anforderungen, welche man an einen Haus-, Hof- und Stubenhund stellt, sind wahrlich nicht gering. Die mit fremden Rassen angestellten Versuche haben bis jetzt noch zu keinem Resultat geführt. Erst dem Münchner St. Bernhardsklub blieb es vorbehalten, eine alte urdeutsche Rasse aus ihrer unverdienten Vergessenheit zu reissen und zwar dadurch, dass er den Boxern auf der Münchner Ausstellung 1895 eine Versuchsklasse einräumte. Da diese Rasse von ihren Liebhabern bis jetzt immer nur als Haus- und Stubenhund verwendet und immer nur zu diesem Zweck gezüchtet wurde, so ist sie darin von keiner anderen Rasse zu übertreffen. Bei einer Höhe von 40 bis 55 cm sind die Boxer stämmig gebaut und treu. Sie sind flotte, ausdauernde Läufer, reinlich und im höchsten Grade dressurfähig. Kurz, der Haus-, Hof- und Stubenhund par excellence. Das war Werbung, die man auch in der Schweiz gerne hörte. München war damals schon eine florierende Grossstadt, und das traf auch auf Zürich zu. Zu dieser Zeit war Kommunikation schwierig, aber wie unser Boxer Club beweist, nicht unmöglich. In Deutschland und Österreich regierten noch Kaiser, Eisenbahnfahren war umständlich und langsam und Autos hatten die Pferde in Stadt und Land noch lange nicht verdrängt. Das Telephon und der Telegraph waren komplizierte, pannenanfällige Ungeheuer und noch nicht weit verbreitet. Die Zürcher-Boxer-Ära von Stähli-Rebmann, Boxer-Mayer & Co. beginnt. All diesen Widrigkeiten zum Trotz gab es in Zürich eine Hand voll Unentwegte, die vom Deutschen Boxer gehört und ihn an ersten Hundeausstellungen bewundert hatten. Einer davon, für uns offensichtlich der wichtigste, ist Herr J. Stähli-Rebmann, (der so wichtig ist, dass sein Vorname in der ganzen 100-jährigen Schweizer Boxer Geschichte [aus Respekt?] niemals genannt wird). Immerhin kennen wir nun seine letzte Adresse, Feldeggstrasse 58, Zürich 8. Zur Gründungszeit wohnte er allerdings anscheinend noch in Zürich V Herr J. Stähli-Rebmann, ich werde ihn in der Folge auch JSR nennen, hatte gute Kontakte nach Deutschland und zu einigen guten Freunden in Zürich, die seine Passion für die neue Rasse, den BOXER schon Jahre vor der Gründung des B.C.-Zürich teilten. Er kaufte seinen ersten Boxer 1897 im Zwinger von Fidelitas des Herrn F. Gartner in Karlsruhe. Der gelbe Rüde mit viel weiss, mit Geburtsdatum , J. Stähli-Rebmann, 1906 Mann des Jahres für den Schweiz. Boxer Club, aus heutiger SBC-Sicht gar Mann des Jahrhunderts. Ein bescheidener Mann und umtriebiger Unternehmer ohne Vorname, ohne Memoiren und mit nur einem Foto von sich selber. Ein Mann der im Hintergrund alle wichtigen Fäden zog und anscheinend unlimitiert Zeit und Aufwand für die Sache des Boxers investierte. Er kaufte Boxer in Deutschland lange vor der Gründung des B.C., schien für alle und alles rund um den Boxer zu sorgen, nur offenbar nie für sich selbst.

20 20 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Der 1900 geborene Boxerrüde Schlag Bitru (BZB 111)des Grafen von Schlieben-München beweist, dass es schon sehr früh wirklich gut proportionierte Boxer gab, die auch aus unserer Sicht weitestgehend dem Standard entsprechen. Der 1905 formulierte Standard war also weder Wunschdenken noch einfach aus einer Laune heraus aus der Luft gegriffen. Er repräsentiert den begehrten Flock- St.-Salvator -Typ Um 1906, dem Gründungsjahr des SBC gab es bereits Automobile. Die ersten Automobilisten waren begüterte Abenteurer oder deren Söhne. Sie rasten mit 15 km/h den Fuhrwerken und Kutschen um die Ohren, bezahlten keine Motorfahrzeugsteuer, hatten keine Nummernschilder und wurden von der Bevölkerung beschimpft und mit Dreck beworfen. J. Stähli-Rebmann bewegte sich wohl noch mit der Eisenbahn und dem Pferdetramway. Es gab in der Belle Epoque auch elegante, stilvolle Feste, wo Hunde die Hauptrolle spielten, nämlich die Internationalen Hundeausstellungen. Hier konnte man ebenfalls gut zeigen, wer man ist und was man hat. Hier posieren Madame und Hund um die Wette. Der Pokal geht dieses mal an Madame, obwohl der Borsoi auf diesem Bild ein Spitzen- V-Hund sein dürfte. hiess Prinz Fidelitas und wurde zum ersten prominenten Boxer des SBC. Etwas später kam eine Hündin namens Eleonore v. Lindenfels von Züchter Hornef aus Ludwigshafen dazu. Im Centralblatt für Jagd- und Hunde- Liebhaber, ich werde es künftig nur noch Centralblatt nennen, liest man in einer Ausgabe von 1909: Die Boxerfreunde werden mit Bedauern vernehmen, dass Herr J. Stähli-Rebmann, Zürich V, seine prächtige Rita v. Pfalzgau (SHSB 3395) abtun musste. Ritas Tod ist für die schweizerische Boxerzucht ein schwerer Verlust. Das lässt den Schluss zu, dass JSR auch diese Hündin noch vor der Clubgründung importiert haben dürfte und dass er auch züchterisch tätig gewesen sein musste. Ein zweiter Gesinnungsgenosse hatte offenbar auch schon vor der Zürcher Clubgründung in Deutschland Boxer gekauft. Es war der legendäre Otto Mayer, später bekannt als BOXER-MAYER erwarb er die Boxer-Hündin Mirzel v. Haidhausen für seinen Zwinger, der später den Zwingernamen vom Limmattal erhielt. Seine Hündin Minka v. Limmattal (1107) deckte er mit JSR s Prinz Fidelitas. Aus diesem Wurf vom stammt der gelbe Rüde Nazi v. Limmattal, der erste Boxer, der 1905 ins Schweizer Hundestammbuch (SHSB) unter Nr eingetragen worden ist. Auch der Rechtsanwalt Dr. jur. Kunz aus Zürich II, scheint zu den frühen Boxerbesitzern gehört zu haben, auch er besass einen aus Deutschland importierten Rüden. Er war der prädestinierte Mitorganisator eines bald in Zürich zu gründenden Boxer Clubs. Man sah sich um, besuchte Boxerzüchter, Hundeausstellungen und Clubs im Inund Ausland, kommunizierte mit dem damaligen Deutschen Boxer Klub, München sowie der SKG in der Schweiz. Dr. Kunz fiel offenbar die Aufgabe zu, vor der Gründung eines eigenen Clubs Statuten zu entwerfen. Ich schliesse das aus verschiedenen Protokollfetzen, speziell aus einem Protokollvermerk aus der Gründungsversammlung worin er die Statuten erläuterte. Er wurde dann anlässlich der Gründungsversammlung auch zum Vizepräsidenten und Aktuar gewählt. In früheren Festschriften wurde unseren Gründervätern unterstellt, dass sie unbegreiflicherweise erst 1911 Statuten für den B.C. geschaffen hätten. Dieser Irrtum wurde mit Hilfe des Centralblattes nun geklärt.

21 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 21 PRINZ FIDELITAS, gelber Rüde mit weiss, Wurftag aus dem Zwinger von F. Gartner, Karlsruhe. Erster Boxer unseres SBC- Gründers J. Stähli-Rebmann. Die Ahnentafel von Prinz geht zurück auf Flock-St.Salvator, dem Rüden, der den Boxerstandard-Verfassern Modell gestanden hat. Wie von seinem bescheidenen Besitzer, scheint es auch von diesem geschichtsträchtigen Boxer nur 1 Foto zu geben. Der Zeitgeist um 1906 Das tönt alles so einfach für uns, man sitzt in den Combi, lädt seinen Boxer in die Meiko-Boxe und in ein bis drei Stunden ist man überall in der Schweiz und in Städten des angrenzenden Auslandes. Das war um die Jahrhundertwende 1899/1900 bei weitem nicht so. Alles ging langsam und für unsere heutigen Begriffe unerträglich umständlich. Das Strassenbild unserer Städte war noch von Pferdefuhrwerken, Droschken, Kutschen und einigen modernen Tramways bestimmt. Die Eisenbahn war ebenfalls langsam und dazu für normal Sterbliche sehr teuer. Wer also zu jener Zeit schnell an eine Hundeausstellung nach München, Stuttgart oder Mannheim reiste und dabei noch gewillt und in der Lage war, sich dort einen Hund zu kaufen, musste schon ganz schön angefressen und zudem recht gut bei Kasse gewesen sein. Ganz abgesehen davon, dass man vom beruflichen und gesellschaftlichen Status her überhaupt so viel Zeit für dieses Hobby erübrigen konnte. Alles ziemlich problematisch bis prohibitiv für die arbeitende Klasse. Boxerliebhaber der Zeit um die Gründung des SBC mussten beachtliche Verkehrshürden überwinden um in München, Karlsruhe oder Mannheim Ausstellungen oder Boxerzüchter zu besuchen. Reisen war umständlich, unbequem, zeitraubend und teuer. Abgesehen von der Eisenbahn, war das Pferd noch Mass aller Dinge. Das Bild zeigt Berlin mit Pferdetram und Fuhrwerk. Es ist stellvertretend für alle grösseren Städte der Zeit, also auch für Zürich. Um das Bild der Zeit noch etwas abzurunden, hier zwei Ausschnitte aus einem Bericht zur Lage der Nation, im Jahrbuch der Schweiz für das Jahr 1906, verfasst durch einen Herrn Prof. Dr. Dubois, Bern, betitelt Die Schäden der modernen Kultur : Die Aristokraten verlieren immer mehr an Bedeutung; eine gesunde Gleichheit und Freiheit scheinen sich, wenn auch langsam, anzubahnen. Diese Nivellierung vollzieht sich in zweckmässiger gesunder Weise, nicht durch Verarmung der Höherstehenden, sonder durch Hebung des allgemeinen Wohlstandes. Aber, trotz dieses, der rastlosen Arbeit aller zu verdankenden, grossartigen Aufschwungs, sind wir nicht glücklicher als vorher; vielleicht leidet der Mensch sogar mehr, als zu der Zeit, wo er mit bescheideneren Verhältnissen vorlieb nehmen musste. Es fehlt eben an der Brüderlichkeit, obgleich dieses schöne Wort mit den zwei ersterwähnten seit über einem Jahrhundert auf jedem Staatsgebäude unserer Nachbarrepublik prangt. [Anspielung auf den Slogan der französischen Revolution Liberté, Egalité, Fraternité Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]. Über was beklagt man sich gegenwärtig? Über die Hast des heutigen Lebens, über das zu rasche Tempo, welches das Leben infolge der Eisenbahn, des Telegraphen und des Telefons und anderer Erfindungen angenommen hat. Man anerkennt die Vorteile aller dieser Erfindungen, an welchen das 19. Jahrhundert so grossen Anteil hatte; man möchte die Vorteile der neuen Einrichtungen nicht entbehren, hat aber das Gefühl, man lebe heutzutage mit doppelter Geschwindigkeit und verkürze sich sozusagen die Freude der kurzen irdischen Reise, wie in einem rasend dahinrollenden Automobil. Dieser Hast, dieser Schnelllebigkeit verdanke die heutige Gesellschaft ihre zunehmende Nervosität, die grössere Häufigkeit der Geisteskrankheiten. (Ende Zitat). Von wegen rasend dahinrollendes Automobil : im Kanton Luzern wurde die Geschwindigkeit für Motorfahrzeuge innerorts per gesetzlich auf 12km/h festgelegt, obwohl die Landjäger keine Messvorrichtung besassen um Geschwindigkeitsübertretungen überhaupt festzustellen. Zur gleichen Zeit war Automobilfahren im Kanton Graubünden aus Gründen der Volksgesundheit verboten.

22 22 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Pferdefuhrwerke prägten das städtische Verkehrsbild. Hier ein Foto aus Berlin im Jahre Die Situation in Schweizerstädten und um so mehr in ländlichen Orten war nicht anders. Das Pferd gab die Geschwindigkeit innerorts für Verkehr und Gesellschaftsleben vor. Zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in Städten gehörten 1904 auch moderne Pferdeomnibusse. Noch war das Pferd vom Auto nicht verdrängt, aber die Zeichen standen an der Wand. Die Hektik des Industriezeitalters kollidierte immer öfter mit der Langsamkeit der Pferdetransporte. Die Gründung 1906 spitzte sich alles zu. Es fing an mit der Internationalen Hundeausstellung (IHA) vom 31. März und 1. April 1906 in Basel. Nach den teils kritischen Worten des Boxer-Richters Jakob Schwarz aus Karlsruhe zu schliessen, musste in Basel wohl ein gutes Dutzend Boxer, je hälftig Rüden und Hündinnen vorgeführt worden sein. Schwarz schreibt zu Beginn seines umfassenden Richterberichts, der im Centralblatt veröffentlicht wurde: War das Bild auch durchaus kein einheitliches, so befriedigte es doch durch ein für schweizerische Boxerverhältnisse sehr hübsches Material. Vor allem bildet das ausschliessliche Auftreten von Nachzucht bekannter Elterntiere an Stelle der früher vorwiegend gesehenen minderwertigen Abkömmlinge obskurer Herkunft ein sehr erfreuliches Zeichen, dass die Schweizer Boxerfreunde nach Kräften bestrebt sind, bestes Blut einzuführen. Die Pforte öffnet sich dem Boxer und es ist nur noch eine Frage weniger Jahre, bis ihm seine ausserordentlichen Vorzüge auch in der Schweiz zum Heimatrecht verhelfen werden, das er in Deutschland und Holland bereits so reichlich geniesst. An die Deutschen Züchter aber richten wir die Mahnung, dieses Interesse durch Zuweisung wirklich guter Tiere kräftig zu unterstützen, nicht aber wir gestehen, teilweise diesen Eindruck gehabt zu haben auf eine weniger intime Kennerschaft und Kritik zu rechnen und Tiere zweiter Güte abzuschieben. Wie auch immer, die unerschütterlichen Vorkämpfer für einen Schweizer Boxer-Club sahen das bei weitem nicht so eng, immerhin war unter den Neulingen, wie sie Schwarz bezeichnete, Mayers Rex an erster Stelle und sie alle hatten ja Boxer aus Deutschland mit eben diesem guten Blut, das Schwarz so vehement forderte. Die drei uns bekannten Zürcher und dazu noch ein knappes Dutzend weitere Boxerliebhaber aus Zürich und Umgebung machten motiviert weiter und trafen sich nach einem Aufruf JSR s im Centralblatt an der darauf folgenden Internat. Hunde-Ausstellung Zürich Juni 1906, ein Grossanlass mit einem gewissen gesellschaftlichen Charakter, auch wenn er in den Militärstallungen stattfand. Hier wurden wiederum eine Anzahl Boxer ausgestellt, wohl mehrheitlich dieselben wie in Basel. Einen Richterbericht hat es sicherlich auch gegeben, aber ich habe ihn leider nicht gefunden. Er muss gut gewesen sein, denn hier nun, fiel die Entscheidung: Wir gründen einen Boxer Club! Und wie wir die drei Protagonisten mittlerweile kennen, machten sie keine halbe Sache, sie beschlossen, noch im selben Jahr einen Schweizerischen Boxer-Club zu gründen. JSR nahm sein Adressbuch zur Hand und mobilisierte jeden in der ganzen Schweiz, den er jemals mit einem

23 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 23 die S.K.G. gegeben. Einige Herren haben es übernommen, vorläufig einen Entwurf für die Organisation des Clubs auszuarbeiten. Anfangs September wird zu einer konstituierenden Versammlung eingeladen werden, die Statuten, Wahlen, Arbeitsprogramm usw. zu beraten haben wird. Wir hoffen, dannzumal alle Boxerliebhaber der Schweiz versammelt zu sehen. Weitere Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete gerne entgegen. J. Stähli- Rebmann. Von nun an gings Schlag auf Schlag. Am 31. August publiziert das Centralblatt JSR s offizielle Einladung zur Gründungsversammlung mit nachstehendem Wortlaut: Schweizerischer Boxerclub. Freitag den 7. September a. c., abends 8 Uhr, findet im Hotel Limmathof, Zürich I, die konstituierende Versammlung statt, zu der alle Boxerliebhaber freundlich eingeladen werden. Traktanden: 1. Wahlen, 2. Besprechung der Statuten, 3. Verschiedenes. Schriftliche Anmeldungen zum Beitritt nimmt der Unterzeichnete entgegen. Zürich V, 31. August J. Stähli-Rebmann. Die Internat. Hunde-Ausstellung Zürich war der Anlass, den J. Stähli-Rebmann benutzte, um ein rundes Dutzend Boxerfreunde zu versammeln und für die von langer Hand geplante Gründung eines Boxer Clubs zu gewinnen. Die Rechnung ging auf. Nach der mündlichen Überlieferung hat die Gründungsversammlung allerdings dann im Hotel Weisser Wind, Boxer an der Leine gesehen hatte. Er zog die Fäden und verteilte die Chargen. Boxer-Mayer und Dr. jur. Kunz skizzierten Statuten und Vereinsorganisation. Im Juni setzte JSR einen vor Optimismus strotzenden Aufruf ins Centralblatt, der die bevorstehende Gründung mit den folgenden Worten ankündigte: Schweizerischer Boxer-Club. Der Unterzeichnete macht mit grossem Vergnügen die Mitteilung, dass sich bis heute 14 Herren zum Beitritt in den schweizerischen Boxer-Club gemeldet haben. Das Zustandekommen des Clubs ist gesichert und auch die Möglichkeit zum Anschluss als Sektion an Die Würfel sind gefallen. - Nur wenige Tage nach der IHA Zürich setzt J. Stähli-Rebmann diesen letzten Werbeartikel ins Centralblatt für Jagd- und Hunde-Liebhaber, das offizielle SKG- Organ.

24 24 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Otto Meier, [oder Mayer?] Zürich III, Beisitzer. Die Frage betreffs Anschluss an den deutschen Boxerverband wurde der vorgerückten Zeit wegen auf die nächste Versammlung vertagt. Wir bitten um weitere Anmeldungen von Mitgliedern. Der Vorstand. Hier steht es schwarz auf weiss, am 7. September gründen die Zürcher den Schweizerischen Boxer-Club. Es ist vollbracht. Der SBC ist geboren. 11 Gründungsmitglieder waren da. Wo? Im Limmathof oder im Weissen Wind? (who cares ) Der neue Vorstand liess nichts anbrennen. Am Freitag, 7.9. die Gründung, am Montag die Bestätigung im Centralblatt. Hurra, wir existieren, (nur leider Kein Foto der 11 Gründer) ebenfalls in Zürich I, stattgefunden. Das ist weder erhärtet noch widerlegt, es ist ja auch nicht so furchtbar wichtig, wo genau es nun eigentlich war, Hauptsache, es ist geschehen und es waren mit Sicherheit die nachfolgenden 11 verdienstvollen, initiativen Zürcher, - die Herren J. Stähli- Rebmann, F. Fleckenstein, Albert Gut, Hotz-Zellweger, A. Jung, Th. Kniep, Dr. jur. Kunz, Otto Mayer, R. Schmied, M. Müller und H. Zellweger, - die in verdankenswerter Weise im Kern von Zürich den Schweizerischen Boxer Club aus der Wiege gehoben haben. Ihnen gebührt unser Dank und unsere Anerkennung. Ihnen wollen wir im Jubiläumsjahr 2006 im Herzen Zürichs gedenken und sie gebührend feiern. Das kann man im Weissen Wind, wo der B.C. früher erwiesenermassen des Öftern getagt hat, ebenso gut wie im Limmathof oder einem zünftigen Züricher- Zunfthaus vor Ort. Der neue Vorstand formulierte dies für die Öffentlichkeit so: Schweizerischer Boxerclub. In der Versammlung vom 7. September wurden die Statuten beraten und angenommen. Der Vorstand wurde bestellt aus den Herren: J. Stähli-Rebmann, Zürich V, als Präsident; Dr. jur. Kunz, Zürich II, Vizepräsident und Aktuar; Rudolf Schmid, Zürich V,Kassier; Nach 10 Jahren, anlässlich des 10 jährigen Jubiläums erinnert sich JSR an die Gründungsversammlung und an das von Dr. Kunz verfasste 1. Protokoll, ein Kurzprotokoll, das er bruchstückhaft wiedergibt: An der internationalen Hundeausstellung in Zürich 1906 waren eine Anzahl Boxerbesitzer und Boxerfreunde miteinander bekannt geworden, die sich dahin einigten, zum Zwecke der weiteren Bekanntmachung der Rasse und zur Wahrung der gemeinsamen Interessen der Boxerbesitzer einen Schweiz. Boxerklub zu gründen. Herr Stähli-Rebmann in Zürich 8 übernahm bereitwillig die Vorarbeiten für eine im Herbst 1906 einzuberufende konstituierende Versammlung, dieselbe wurde auf den 7. September angesetzt. So ungefähr muss es gewesen sein, vor 100 Jahren mitten in der,belle Epoque in Zürich. Am 10. September 1906 erschien im Centralblatt zur Freude aller neuen Boxerliebhaber die kurze öffentliche Bestätigung, dass es nun einen Schweizerischen Boxerclub gab. Endlich ein erstes Bild des frühen Boxer-Clubs mit der kargen Legende Boxerclub Zürich 1910 Das Bild erschien 1987 in der Boxer Zytig der OG Zürich mit dem Vermerk: Dieses Bild wurde uns freundlicherweise von Jeanine Osborne zur Verfügung gestellt wir recherchieren noch weiter. Liebe Zürcher, falls ihr noch am recherchieren seid, will ich nicht stören, aber für eine Namensliste der hier ( in jeder Beziehung) aufgestellten Ur-Boxerfreunde würde ich Höchstpreise zahlen. Übrigens, es ist nicht zu übersehen, dass hier erstmals eine Dame Zutritt zum Herrenzirkel gefunden hat. Für ihren Namen gibt s Höchstpreise plus doppelte Cumuluspunkte!

25 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 25 Und es ging weiter, ganze 100 Jahre lang Die Gründer wollten einen Club zum Zwecke der Bekanntmachung des Boxers in der Schweiz und zur Wahrung der eigenen Interessen, was immer sie darunter verstanden haben mögen. Wie sie ihre Vorstellungen umsetzten und was aus ihrer Idee im Laufe der hundert Jahre geworden ist, wollen wir im Zeitraffer nachvollziehen. Bereits am 25. Oktober 1906 lud der Vorstand zu einer Mitgliederversammlung ins Café Alpha an der Marktgasse 1 in Zürich zwecks Behandlung der an der Gründungsversammlung zurückgestellten Geschäfte. Im Centralblatt wurden folgende Traktanden aufgeführt: 1. Traktandum: Betreffend Anschluss an den deutschen Boxerverband,, 2. Aufnahme neuer Mitglieder, 3. Vorführen von Hunden Der Anschluss an den Verband im Ursprungsland der Rasse [ Boxer-Klub e.v. München ] wurde beschlossen und in die Tat umgesetzt. Neue Mitglieder wurden in der Folge laufend aufgenommen und zwar aus allen Teilen der Schweiz. Kurz nach der Gründung zeigte sich das Bedürfnis nach Anleitung der Clubmitglieder zur Dressur beziehungsweise Erziehung ihrer Boxer. Bald versuchte man sich lokal in Dressurübungen, die wie wir bald sehen werden sich nicht wesentlich von unseren heutigen Ausbildungsdisziplinen unterschieden. Zum Teil waren sie anspruchsvoller als heute. Um die Sache richtig zu machen, brauchte man Hilfe von aussen und fand sie bald bei Mitgliedern der SKG, bei so genannten Dresseuren. Von Deutschland her war der Support in dieser Beziehung eher spärlich und aus Distanzgründen zu umständlich. So lehnte man sich im Boxer Club mehr und mehr an die SKG an und beschloss bereits im Februar 1908 aus Kostengründen den Status eines assoziierten Mitglieds des Boxer-Klubs e.v. München aufzukündigen. In einer Notiz zu diesem Entschluss stand jedoch zu lesen: Es hatte dabei die Meinung vorgeherrscht, dass die allgemeinen sportlichen Bestimmungen des Verbandes für den B.C.[ Boxer-Klub e. V. München ] wegleitend bleiben und dass zu den schweizerischen Ausstellungen vom Verband anerkannte Richter bestellt werden sollen. Ein Jahr später trat man der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG als Rasseclub-Mitglied bei. Eine Mitgliedschaft, über die wir uns bisweilen auch schon geärgert haben, die uns aber insgesamt bis in die Gegenwart ein schützendes Dach und viele Dienstleistungen gebracht hat. Ich denke an die Führung des Zuchtbuches SHSB, die aufwändige Stammbuchverwaltung inklusive Ausgabe der Ahnentafeln, die Organisation von internationalen Hundeausstellungen und das ganze Erziehungs- und Leistungswesen mit den entsprechenden Prüfungen, von Richterausbildung mit Kursen an der Zürcher Uni-Veterinärklinik und viel anderem mehr ganz zu schweigen. Es muss dabei erwähnt werden, dass wir von der SKG in all diesen Bereichen seit jeher stets kräftig zur Mitarbeit verpflichtet wurden, aber für den organisatorischen Überbau und die Kontinuität hat die SKG über all die Jahre unserer Mitgliedschaft stets vorbildlich gesorgt und unsere Anliegen nach aussen besser vertreten, als wir das in eigener Regie gekonnt hätten. Die Dressurprüfung Im Centralblatt erschien am 23. April 1909 ein Artikel zum Jahresbericht für das Jahr 1908 des Präsidenten des Schweizerischen Boxerclub (B.C.) J. Stähli-Rebmann. Darin steht auszugsweise zu lesen: An der Ausstellung in Langenthal waren die Boxer quantitativ schwach, hingegen qualitativ zum Teil sehr gut vertreten. Hervorzuheben sind speziell die Zuchterfolge unseres Mitglieds Herr O. Maier [oder Mayer?] Zürich III. Am Schluss der Veranstaltung wurde eine Dressurprüfung für Boxer im Frühjahr 1909 beschlos- Friederun Stockmann, hier im Jahre 1912, 21 Jahre alt, sagt von sich selbst mit einem Augenzwinkern, dass sie unter dem Hunde- Stern, Sirius, geboren worden und daher zu einem Leben für und mit Hunden verdammt gewesen sei. Mit 18 verliebte sich die angehende Grafikerin in einen Boxer namens Pluto und wenig später in dessen Besitzer Philip Stockmann Flock St. Salvator (14) [? ]: soll der erste und wichtigste Gebäude-Vererber der Rasse gewesen sein. Frau Stockmann schreibt: Flocks Gebäude sprach man seinerzeit als ideal an. Leider existiert von diesem wichtigen Uhrahn kein Bild. Aus Aufzeichnungen geht hervor dass er hellgelb war und im Kopf typ manchen Wunsch offen liess. - Unter / evolution of the Boxer, finde ich nun dieses Bild, von dem der Autor sagt, dass es Flock-St.-Salvator sei.

26 26 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Champion Blanka v. Angertor (1898) aus Paarung mit Dr. Toennissens Tom und Alts Scheckin, ist die Mutter von Meta von der Passage. Tom lieferte den Kopftyp. Otto Mayer, bekannt als Boxer-Mayer war der Züchter der ersten Stunde im Schweizer Boxer Club. Er züchtete Boxer bereits vor der Clubgründung. Einige seiner frühen Hunde wollen wir in diesem Kapitel vorstellen. sen. Es handelt sich vorerst um einen Versuch, der jedoch zweifellos die hervorragenden Eigenschaften des Boxers bestätigen und uns neue Anregung bringen wird. [Ende Zitat] In der nächsten Ausgabe des Centralblattes folgt denn auch schon ein Artikel über die als Versuch vorhergesagte Leistungsprüfung: Die erste vom schweizerischen Boxer-Club durchgeführte Dressurprüfung für Boxer fand am Samstag, 24. April, nachmittags, auf dem Hof und in den Remisen der ehemaligen Union-Brauerei Zürich V statt. Die Besucherzahl bestehend aus Boxerliebhabern und anderweitiger Hundesportfreunde war überraschend gross. Die Prüfung bedeutet für den Club in jeder Beziehung einen grossen Erfolg. Gemeldet waren 5 Boxer, die alle teilnahmen. 1. Preis Lord v. Franzersgarten, Besitzer und Führer Emil Böhni, Zürich V; 2. Preis, "Nazi [von Limmattal?]Besitzer und Führer Herr A. Gut, Erlenbach-ZH; 3. Preis Flock, Besitzer und Führer Herr Albert Weber, Zürich V; 4. Preis, Cäsar v. Pfalzgau, Besitzer und Führer Herr Nägeli, Zürich I; 5. Preis Reno des Herrn Jüni, Klavierfabrikant, Zürich, Führer Herr Schenz, Dresseur, Zürich IV. Die Preisrichter: Heiner Peter und Dr. L. Kunz. Am 18. Mai wurden die Prüfungserfolge und der Erfolg dieses Probelaufs schlechthin an einer Sitzung des "B.C. [Vorstandssitzung] im Weissen Wind ausgiebig besprochen. Das Ergebnis war eindeutig, die Probe war bestanden, die regelmässige Durchführung solcher Dressurprüfungen war beschlossene Sache. Der Vorstand legte für die nächste Prüfung, die im Herbst 1909 stattfinden sollte, die Kriterien und die Prüfungsfächer fest, die sie der Mitgliederversammlung, die am Abend des gleichen Tages stattfand, eröffnete und erläuterte: Leinenführigkeit; Folgen frei bei Fuss mit Wegschicken und Zurückrufen; Ablegen frei; Bewachen von Gegenständen; Verweigern von Futter von Drittpersonen; Springen, ca. 1 ½ m hoch; Appor- tieren, auch aus dem Wasser; Verteidigung des Herrn. Freiwilliges Fach: Verlorensuchen. An der gleichen Versammlung wurde auch der Beitritt zur SKG beschlossen. Man war nun ein gutes Stück vorangekommen. Bisher gab es kein geregeltes Arbeits- oder Übungsprogramm. Die Club-Aktivitäten beschränkten sich vorwiegend auf den Besuch von Ausstellungen, entweder als Aussteller oder als Schlachtenbummler und auf Treffen an Sitzungen und Versammlungen. Nun bestand Anreiz für einen geregelten Übungs-, respektive Dressurbetrieb. Das gefiel vor allem denjenigen Mitgliedern, die in der Stadt Zürich wohnten, ihren Boxer "dressieren wollten und einen gemeinsamen Dressurplatz mit Dresseur zu Fuss, per Velo oder mit dem Tramway erreichen konnten. Wie sich auswärtige Mitglieder behelfen mussten, steht nirgends geschrieben, aber es ist anzunehmen, dass die später protokollierten Querelen mit auswärtigen Mitgliedern aus dem Aargau und aus Bern hier ihren Anfang genommen haben dürften. Sporen des Spaltpilzes waren mit der Einführung eines zwangsläufig zentralen Dressurplatzes gesät. Die Prüfung im Herbst 1909 fand auch statt und war noch erfolgreicher als der Vorläufer. Damit war der Trott der Frühlings- und Herbstprüfungen besiegelt, der sich bis zum heutigen Tag, dem 100. Geburtstag des SBC, erfolgreich durchgesetzt und bewährt hat. Ein Blick über die Grenze Wenn man in alten Akten wühlt und gut aufpasst, findet man die, oder mindesten eine gute Erklärung, warum unsere Boxerfreunde in München so grossen Wert auf die absolut exakte Namensgebung ihres Klubs legen: Der einzig richtige Name des deutschen Boxerclubs lautet: BOXER- KLUB E.V. SITZ MÜNCHEN. Er hat sich zu Beginn der Boxergeschichte gegen eine ganze Anzahl Konkurrenzunternehmen durchsetzen müs-

27 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 27 Minka vom Limmattal (SBSB 1107) aus der Zucht von Otto Mayer, im Besitz von F. Schaer-Schmid, Uster. Schaer absolvierte erfolgreich Dressurprüfungen und Ausstellungen mit Minka. Dolli vom Limmattal (SHSB 21637) hat der Züchter für sich selber und zur Zucht im Limmattaler-Zwinger zurückbehalten. Arno v. Kibo (SHSB 22679) Otto Mayer importiert diesen Rüden aus Deutschland zur Verbesserung der Schweizerzucht. Aus diesem Bild aus dem Hunde-Sport vom 18. Dez geht erstmals Mayers Adresse hervor: Aemtlerstrasse 78, Zürich. Champion Rita v. Limmattal (SHSB 12285) war im Besitz von Herrn Schwendimann in Thusis, im Graubünden. Boxer-Mayer verkaufte Boxer in alle Ecken der Schweiz. Auch Gutknechts in Genf hatten Limmattaler-Boxer Zita vom Limmattal (SHSB 21678) Züchter: Boxer-Mayer, Besitzer F. Schäppi, Zürich. Diese Hunde wurden vom Richter und Hobby-Fotografen Adolf Freitag fotografiert und erschien in der 20 Jahre SBC -Sondernummer des Hunde-Sport sen. Das e. V. steht für eingetragener Verein und ist das öffentlich rechtliche Sigel des Klubs und seines Namens, quasi das AOC, die Appellation d Origine Contrôllée des original Boxer-Klubs, und seiner verbrieften Rechte. Hier die Geschichte im Telegrammstil: 1896: Die Gründung: Der Klub heisst offiziell BOXER-KLUB. 1897: Streitereien wie der Boxer auszusehen hatte, führten zum Rücktritt der 3 Initianten, Friedrich Roberth, Elard König und Rudolf Hoepner und ein paar ausländischen Mitgliedern und zur Gründung eines neuen Klubs. Der hiess: DEUTSCHER BOXER- KLUB. 1910: Die beiden zerstrittenen Klubs haben ein Einsehen und vereinigen sich wieder, diesmal unter dem Namen: BOXER-KLUB E.V. SITZ MÜNCHEN [ E.V.: eingetragener Verein ] 1911: Unzufriedene gründen einen weiteren Klub namens: "DEUTSCHER BOXER KLUB, SITZ MÜNCHEN, der 1919 [mangels Masse] wieder aufgelöst wird. 1913: ERSTER DEUTSCHER BO- XER KLUB, BERLIN löst sich auf und tritt den Münchnern bei. Ich weiss, dass es zumindest bis in die 1980er Jahre noch einen dissidenten Boxer Klub gab, möglicherweise mehrere. Auf jeden Fall kann ich verstehen, dass der echte Boxer Klub e.v. Sitz München lange Zeit aufpassen musste, dass er nicht mit einem der Dissidenten verwechselt wurde. Der erste Weltkrieg In den Boomjahren um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert ging es den meisten europäischen Ländern sehr gut bis ausgezeichnet. Was passiert, wenn es einem zu gut geht? Man wird übermütig, hochmütig und arrogant. Man wird unzufrieden, man will noch mehr. Was auf den einzelnen Menschen zutrifft, stimmt leider auch für ganze Nationen. Dieser verhängnisvolle, offenbar zwangsläufige Dieser Tschako symbolisiert den von übermütigen europäischen Kaiser und Königreichen vom Zaun gerissenen 1. Weltkrieg, der auch der unbeteiligten Schweiz eine schmerzliche Zäsur mit Aktivdienst, Verzicht und Entbehrung bescherte.

28 28 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Philipp Stockmann, Gemahl von Friederun, hier stellvertretend für alle Militärhundeführer der europäischen Länder inkl. der Schweiz. Boxer bewährten sich als Begleiter patrouillierender Wachen, als Nachrichtenüberbringer und als Suchhunde verlorener und verletzter Personen. Alois Gutknecht 1921 (links mit seinem 1. Diensthund) als Grenzpolizist am Grenzposten Moillesulaz. War in seiner Bernerzeit noch Bernhardinerzucht geplant, galt nun seine Aufmerksamkeit der Hundeabrichtung für den Polizeidienst. Ein Groenendael wurde angeschafft. Nun hatte ihn das Hundevirus endgültig gepackt und übertrug sich ebenso schnell auf seinen Sohn Edouard. Verlauf der Dinge führte dazu, dass die Länder sich gegenseitig den Erfolg missgönnten, sich zunehmend misstrauten und befeindeten. Jeder wollte mehr: Der Deutsche Kaiser wollte sein Reich nach Westen und Osten ausdehnen, die Donaumonarchie schielte nach dem Balkan, Italien wollte ein Stück Balkan östlich der Adria, Frankreich wollte das Elsass und die Briten hatten Angst, die Deutschen könnten zu mächtig werden und ihnen ihre Vormachtstellung in Europa streitig machen. Am 28. Juni 1914 wurde Prinz Franz Ferdinand, Thronfolger von Franz Joseph, Kaiser der Donaumonarchie Österreich-Ungarn in Sarajevo ermordet. Das wurde zum Auslöser des 1. Weltkriegs. Zwei Lager spalteten Europa: Einerseits die Achsenmächte Deutschland, Österreich-Ungarn, Türkei, Bulgarien und Italien. Auf der andern Seite die Entente, Frankreich, Russland, Grossbritannien, Portugal und andere. Alle warteten auf den Kriegsausbruch, erwarteten einen Blitzkrieg mit Gewinn für ihre Seite. Praktisch jedes Land hatte ein eigenes lukratives Motiv und wartete auf den richtigen Moment zum Losschlagen. Der Mord in Sarajevo war das Signal für folgende schwerwiegenden Aktivitäten: Österreich erklärte Serbien den Krieg, am 3. August erklärte Deutschland Frankreich und Russland den Krieg. Deutschland marschierte überraschend in das neutrale Belgien ein, während ganz Europa gebannt auf den Balkan fixiert war. Der Krieg hatte begonnen. Die Details des 4 Jahre dauernden Blitzkrieges wollen wir uns in dieser Festschrift ersparen. Höchstens noch die Wende 1917 soll erwähnt werden, als die Amerikaner, scheinbar bedroht durch die deutsche Ausweitung des U-Boot-Krieges, in den Krieg eingriffen und damit die Wende herbeiführten. Oder dass im Oktober 1917 unter Lenins Führung die "Oktoberrevolution das Zarenregime in St. Petersburg stürzte und die Kommunisten die Macht in Russland übernahmen. Am endete der 1. Weltkrieg. In Deutschland brach die längst schwelende Revolution aus, am dankte der Deutsche Kaiser Wilhelm II ab. Der brachte mit dem Waffenstillstand in Compiègne das Ende der deutschen Kriegsteilnahme. Mit dem Waffenstillstand am zwischen Österreich-Ungarn und den alliierten Siegermächten endete die Donaumonarchie und damit die Habsburger Monarchie. Der von manchen Österreichern angestrebte Anschluss an das Deutsche Reich wurde durch den Friedensvertrag von St. Germain verhindert. Zurück in die Schweiz, zum Boxer-Club Der Weltkrieg hat die Schweiz zwar verschont, zumindest was Kampfhandlungen oder Besetzung betrifft. Aber an Erschwernissen, Entbehrungen und Mangel an fast allem, hatten alle Regionen der Schweiz stark zu leiden. Die diensttauglichen Wehrmänner leisteten über lange Zeit Aktivdienst. Die Frauen mussten neben der Versorgung der Kinder in weiten Bereichen, vor allem in der Landwirtschaft, in Handwerksbetrieben und in Fabriken die

29 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Das Centralblatt XXXI von 1915 zeigt auf seiner Frontseite eine weitere Schöpfung Boxer- Mayers, die Hexe v. Limmattal, die es dem Richter und späteren Zentralpräsidenten ( ), Ehrenmitglied Carl Ernst besonders angetan haben muss. Er rühmt die Hündin über den grünen Klee in schon fast pathetischen Worten. Der hier schlecht lesbare Text ist im Texteil lesbarer wiedergegeben. Benno v. Limmattal, ein weiterer Boxer- Mayer Sprössling, war zunächst im Besitze des versierten und passionierten Ausbilders, Leistungs- und Ausstellungsrichters Adolf Freitag. Warum der Rüde zu Walter Sulzer nach Winterthur wechselte, wurde nicht festgehalten. Das Büblein neben Benno, wird wohl ein kleiner Sulzer-Nachkomme sein. Arbeit der militärisch abwesenden Männer mit übernehmen. Das hatte auch einschneidende Auswirkungen auf die Hundehaltung und entsprechend auch auf die Boxerzucht und das Clubleben. Eine Rosine aus dem Kuchen der trüben Kriegsjahre soll der Nachwelt nicht vorenthalten werden. Im Jahre 1915 schafften wir der Boxer-Club, oder genauer Otto Mayer es wieder einmal auf die Frontseite des Centralblatt für Jagd- & Hunde- Liebhaber, XXXI Jahrgang, No.13. Ein Foto dieser Seite wird hier publiziert, ist aber nicht optimal lesbar. Hier 29 einige Erläuterungen und die Abschrift des Inhalts: Das Titelfoto einer Boxerhündin ist unterschrieben mit Hexe v. Limmattal. Züchter u. Besitzer: Otto Meyer, [noch eine Variante Mayer zu schreiben] Militärstrasse 91, Zürich 4 ". Der nachfolgende Artikel lautet: (Zitat) Nach Sieger Siegfried v. Hirschpark 6684, aus Siegerin Urschi v. Limmattal 6680, fiel am 15. Juli 1914 ein Wurf von 2,9 [2 Rüden und 9 Hündinnen] der hoffnungsvollsten Welpen. Der Züchter entschloss sich zur Heranziehung einer Amme, um die überzähligen Welpen nicht abtun zu müssen, bevor für die Auswahl sichere Anhaltspunkte vorhanden seien. Eine heimtückische Krankheit, der die Tiere zum Opfer fielen, enthob ihn der Wahl, die Qual bereitet, auch für den gewiegtesten Kenner, wenn er aus 11 Tieren die Auslese treffen muss. 9 Tiere gingen an der Krankheit ein und nur eine Hündin und ein Rüde blieben am Leben. Freund Meyer aber hätte nicht besser wählen können als das herbe Schicksal, denn dass mehr als diese zwei von so vorzüglicher Qualität in einem Wurf vorhanden sind, ist wohl nicht anzunehmen. Die Hündin Hexe v. Limmattal führen wir hier im Alter von acht Monaten in ihrer ganzen Schönheit und Grazie vor. Ihren Wurfbruder Rex hoffen wir demnächst auch zeigen zu können, derselbe ist im Besitze unseres Mitglieds Herrn Baumeister Briener in Zürich. Unser Bild zeigt die siegesgewisse Haltung eines edlen Boxers, der jung und trotzig in die Welt hinausschaut, als wolle er sagen, hier bin ich. Die feine, graziöse Linienführung zeigt uns die Jugend und das Unvollendete eines jungen Tieres, das seiner Vollendung rasch entgegengeht und die Hoffnungen, die von früh an auf dasselbe gesetzt worden sind, voll und ganz rechtfertigt. Urschi v. Limmattal und Siegfried v. Hirschpark haben vor etlichen Wochen wiederum ein Ehebündnis geschlossen und ist zu hoffen, dass aus dieser Verbindung, die sich hier als vorzüglich erwiesen hat, neues Blut entspriesst, das der Bo-

30 30 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs xerzucht zu Nutzen ist. C.E. (Ende Zitat) C.E. dürfte für Richter Carl Ernst stehen, der 1918 zum Präsidenten gewählt wurde und das Präsidialamt danach 10 Jahre inne hatte. In seinem Urteil schwang eine gute Portion Lokalpatriotismus und Bewunderung für Boxer-Mayer mit. Noch in der letzten Phase des Krieges, im Februar 1918, trat der Gründervater und Motor des Boxer-Clubs J. Stähli-Rebmann von seinem Amt zurück. Er hatte viel bewegt, viel erreicht und während des Krieges sein Werk wanken und schwinden gesehen. Während des Krieges schrumpfte die Mitgliederzahl um die Hälfte und neue ungeduldige Mitglieder begannen, den Alten das Leben schwer zu machen. Das war der Motivation des Zugpferdes Stähli-Rebmann abträglich. Er übergab das Zepter, wie bereits erwähnt, dem aktiven Clubmitglied und Ausstellungsrichter Carl Ernst, Preiergasse 20, Zürich I. Bilbo v. Hühnenberg (ca. 1924; SHSB 25534) Ein für die Zeit sehr ansprechender Rüde, der dem Namen nach aus Schweizerzucht stammen dürfte und 1926 dem damaligen Aktuar des SBC, Ludwig Vital, gehörte und es auf die Titelseite des Hunde-Sport vom schaffte. Erholung nach dem Krieg, Wiederaufbau und Wechsel zum Ortsgruppen-Modell Der neue Präsident, Carl Ernst, der mit ähnlichem Elan die Zügel in die Hand nahm, brachte wieder neuen Schwung in den Boxer-Club. Die Mitgliederzahlen erholten sich. Die früher begonnene Routine der Organisation und Durchführung von Frühjahrs- und Herbstprüfungen und die Beschickung der internationalen und nationalen Hundeausstellungen, mit möglichst guten und möglichst vielen Boxern wurde wieder stark gefördert und weiter gefestigt. Der Boxer-Club war aber immer noch ein kleiner Club und der Zuwachs der Mitglieder kam nicht ausschliesslich aus Zürich. Der Aargau und der Kanton Bern trugen nicht unwesentlich zur Steigerung des Mitgliederbestandes bei. Wie schon zuvor erwähnt, fühlten sich die Mitglieder zunehmend benachteiligt und vernachlässigt, je weiter sie von Zürich entfernt wohnten. Je mehr Mitglieder aus entfernteren Regionen 1926: Der SBC wird 20 jährig. Ludwig Vital erwirkt für den eine Hunde-Sport -Sondernummer, in welcher Ehrenmitglied und Alt-Präsident J. Stähli-Rebmann einen leicht wehmütigen Leitartikel verfasst. Er ist im Festschrifttext abgedruckt. stammten, desto lauter dachten sie über eine Verselbständigung und Abspaltung von Zürich nach. Das Epizentrum des Boxer-Clubs in Zürich war not amused, als 1924 ein aufsässiger Mensch aus Bern namens Fritz Friedrich erstmals laut nachdachte über eine Aufteilung des B.C. in zwei Gruppen, nämlich Zürich für die Ostschweiz und Bern für die Westschweiz. Die Aargauer redeten auch schon über irgend ein Sonderstatut und Zürich musste unbedingt verhindern, dass der nach dem Weltkrieg mühsam wieder aufgebaute Boxer- Club auseinander brach. Darob wurden wiederum die Berner des Lebens nicht froh und entschieden, dass sie definitiv nicht mehr Züri-West sein wollten. Sie bauten ein Schattenkabinett und planten den Alleingang. Als sie ein ihrer Ansicht nach praktikables Ortsgruppenmodell spruchreif ausgearbeitet hatten, machten sich Mann ich glaube, es waren 100% der Bernermitglieder auf nach Zürich, um die Zürcherkollegen für ihr Konzept zu begeistern. Die Begeisterung der Zürcher hielt sich indessen in ganz, ganz engen Grenzen, sie lehnten ab. In gut eidgenössischer Manier verhandelten die Berner ein Jahr lang weiter, bis man in Zürich ein Einsehen hatte und

31 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs gab es im Aargau Boxer zu Fr zu kaufen, allerdings umständehalber. Das hat sich inzwischen um einiges gewandelt. Die Preise für einen gesunden 12 Wochen alten Welpen aus SKG bestätigter Abstammung bewegen sich heute bei Fr bis Die Boxerteuerung betrug somit in den vergangenen 80 Jahren runde % Werbung gehörte schon 1926 zum Geschäft, gelbe Seiten auch, wie das Bild zeigt. Der bereits best bekannte Boxer-Mayer liess es sich nicht nehmen, für seine Zita zu werben und wohl gleichzeitig die Sondernummer 20 Jahre SBC finanziell kräftig zu unterstützen. einer Neuorganisation mit weitgehend souveränen Ortsgruppen und einem Zentralvorstand zustimmte war es soweit: Der Schweizerische Boxer Club wurde in ein Ortsgruppen-Modell mit Zentralvorstand umgebaut. Präsident Carl Ernst hatte nun eine Doppelfunktion. Einerseits war er Zentralpräsident des Schweizerischen Boxer Clubs und andererseits in Personalunion Ortsgruppenpräsident der OG Zürich. Ich nehme an, dass zu der Zeit die OG Zürich mit ihrem Vorstand auch gleich noch den ZA (Zentralausschuss) mit dem ganzen Sekretariat und der Zentralkasse stellte war also auch das Jahr der offiziellen Anerkennung einer Ortsgruppe Bern. Die Stadtberner hatten zu jener Zeit tatsächlich nur 10 Mitglieder. Die OG Bern bestand aber natürlich nicht nur aus der Stadt Bern. Neben dem Kanton Bern gehörte die ganze Westschweiz dazu, was natürlich bereits wieder den Keim für weitere Dissidenz, diesmal aus dem Welschland in sich trug. Der Bernerchronist schrieb zum 75 Jahre Jubiläum der Ortsgruppe: Nun war offiziell, was schon 1925 Tatsache war: Die Sektion Bern des Schweizerischen Boxer Clubs trat mit ihren 10 Mitgliedern (davon 6 im Vorstand) aus dem Schatten Zürichs und konzentrierte ihre ersten Bemühungen auf die züchterischen Bestrebungen nach einer grösseren Anzahl rassespezifisch korrekter Boxer. Da lag es nahe, dass man den damals herausragenden Züchter vor Ort, Lehrer Ernst Bieri mit seiner bereits berühmten Zuchthündin Ursel v. Limmattal zum ersten Präsidenten der Ortsgruppe Bern machte. Mit ihm im Vorstand waren Fritz Friedrich und Charles Brand, zwei spätere Präsidenten der OG und ein Direktor Jenny, von dem in den Akten zu lesen war: (Zitat) Direktor Jenny war einer der weitherzigsten und grosszügigsten Förderer der jungen Gruppe. Seine nie erlahmende Bereitschaft, mit Rat und Tat und vor allem auch mit finanzieller Hilfe in allen Schwierigkeiten einzuspringen, wird unvergessen bleiben. Er trug dazu bei, dass die Berner sich zu einer wirklichen kleinen Gemeinschaft zusammenschlossen, die in gemeinsamer Arbeit und Freude einen schönen kameradschaftlichen Geist entwickelte. (Ende Zitat) - [Dir. Jenny war übrigens auch im Zentralvorstand eine bekannte und beliebte Figur. Er wurde Ehrenmitglied des SBC ] Nicht lange nach der Gründung hat sich in Bern auch die Einsicht durchgesetzt, dass der Gebrauchshund- BOXER nicht nur gezüchtet und verbreitet, sondern auch erzogen, beschäftigt und ausgebildet werden wollte. Die Triebfeder war hier wiederum Fritz Friedrich neben Dir. Jenny, Ernst

32 32 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Bieri, Präsident und dem späteren Präsidenten Niklaus Stucki. Die Chronik berichtet weiter: Jeweils am Sonntag erschienen unsere Hündeler in ihren wüstesten Kleidern, aber mit Festtagsfreude im Herzen, am Übungsplatz im Bremgartenwald. Die Sprungwand wurde auf dem Leiterwägeli mitgeführt. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Bereits 1930 holte sich Dir. Jenny s Hüne in Langenthal den Schweizerischen Siegertitel Jahre B.C. ein Jubiläumsjahr Das Jubiläumsjahr zum 20. Geburtstag des Schweizerischen Boxer Clubs sollte dem Rückblick auf die doch schon beachtliche Clubgeschichte, dem Dank an die Gründer und vor allem der Werbung für die Rasse dienen. Ludwig Vital, der damalige Aktuar war offenbar die Triebfeder und der Organisator im Jubiläumskomitee. Er verschaffte dem Club eine Boxer- Sondernummer im Schweizer Hundesport, die mit der Ausgabe Nr. 51 vom 18. Dezember 1926 Realität wurde. Das Heft umfasste ein Titelfoto eines ansprechenden gestromten Rüden namens Bilbo v. Hühnenberg (28534), der dem Aktuar Ludwig Vital gehörte; im Innern 6 Fotos, davon 5 von Hunden des Boxer-Mayer-Zwingers vom Limmattal und eine ganze Anzahl Artikel verschiedener Autoren aus dem Club und der Redaktion des Hundesport. Man findet darin Artikel wie z.b. Ernstes und Heiteres aus dem Leben meiner Boxerhündin Minka und ähnliche Seitenfüller. Was allerdings meine Aufmerksamkeit erweckte, war der Leitartikel des Vaters des SBC, Herrn J. Stähli-Rebmann, der zwar 1918 sein Amt als Präsident niedergelegt hatte, aber hier noch einmal zu Worte kam und uns seine Version der Geschichte der ersten 20 Jahre des Schweizerischen Boxer Clubs schilderte. Hier ist sie: (Zitat): Vor etwas mehr als zwanzig Jahren es war im Sommer 1906 an der internationalen Ausstellung in Zürich, haben sich ein paar Boxerfreunde zusammengesetzt um die Gründung eines Clubs, der sich die Förderung der Boxerzucht und die Verbreitung des als Haus- Wach- und Begleithund so ausserordentlich veranlagten Hundes zum Ziele setzte, zu besprechen. Am 7. September des gleichen Jahres wurde der Klub aus der Taufe gehoben, der Vorstand aus den Herren J. Stähli- Rebmann als Präsident, Dr. Kunz als Aktuar, R. Schmid als Quästor, und Otto Mayer als Beisitzer gewählt. Die Statuten wurden besprochen und genehmigt und durch freiwillige Beiträge der Grundstock zu einer Klubkasse gelegt. Man meldete sich als Sektion der S.K. G. an. Auch sei hier dankbar der deutschen Boxerleute, die uns im Anfange mit Rat und Tat beistanden, den Herren Jakob Schwarz und Kurth sel. dankbar gedacht. Durch ihre Vermittlung erhielten wir aus dem Stammlande gutes Material. Ich erinnere nur an Remus und Rita von Pfalzgau, Rosel v. Hohenzollernplatz, Siegurd vom Hirschpark usw. Durch diese Importationen und durch die verständige Zucht hauptsächlich Otto Mayers, hatten wir in wenigen Jahren eine Anzahl ganz guter Hunde, die sich nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland mit Erfolg im Ringe zeigen durften. Das Ziel des B. C. war nie, mit einer grossen Zahl von Mitgliedern zu glänzen. Im Gegenteil, wir waren mit den Aufnahmen sehr vorsichtig und der Erfolg gab uns recht. Über 15 Jahre lang arbeiteten wir in bester Harmonie zusammen. Nach 10 Jahren trat Herr Carl Ernst an die Spitze des Vereins und ich wurde Beisitzer; so ging es stets ruhig und sicher weiter. Differenzen kannten wir nicht. Alle Ausstellungen wurden reich dotiert, zwei grosse silberne Wanderbecher angeschafft, unserem Dressurleiter Herrn Schwendimann alles Nötige zur Verfügung gestellt. Keine Ausgabe, die zum Wohle der Boxerzucht oder der Verbreitung des Boxers notwendig wurde, je verweigert. Und trotzdem waren wir Dank der Opferfreudigkeit aller Mitglieder stets gut bei Kasse. Auch der züchterische Erfolg, vor allem von Otto Mayer, war ein recht guter. Ein junges Geschlecht wuchs heran, dem war unser Tempo zu langsam. Herr Carl Ernst zog sich zurück, die Stürmer wählten einen neuen Vorstand und mit Volldampf alle Wochen eine Zusammenkunft, neue Statuten, neue sehr schöne Briefköpfe und Karten wurden gemacht ging es dem Ende entgegen. Dank dem treuen Durchhalten unseres Quästors, Herrn G. Arnold, unterstützt von Herrn Vital, ging der Club nicht ganz unter. Die Alten mussten nochmals herhalten. Ein neuer Vorstand mit Unterzeichnetem als Präsidenten, Dr. Kunz als Vizepräsidenten, Herr Vital als Aktuar, Herr Arnold als Quästor und die beiden altbewährten Stützen des B.C., die Herren Carl Ernst und Otto Mayer als Beisitzer, wurden bestellt. Die erste Aufgabe war nun, das verfahrene Schiff wieder flott zu machen; in langsamem, aber stetem Tempo ging es wieder vorwärts, und heute steht der Schweiz. Boxer-Club wieder auf festen Füssen. Gestatten Sie mir nun noch eine persönliche Bemerkung: Vor 38 Jahren kaufte ich meinen ersten Boxer im Zwinger von Angerthor, in München; wenn ich nun nach bald 40 Jahren, nicht mehr mit dem Eifer,hündele, wie es sich für einen Vorsitzenden eines Klubs gehört, so möge man mir dies entschuldigen. Aus dem guten Holz, das wir heute im B.C. haben, lässt sich gewiss ein neuer flotter Präsident schnitzen. Ich stehe gerne als stille Reserve im Hintergrund. Zürich 8, im Dezember 1926J. Stähli-Rebmann (Ende Zitat) 1927: Der Aargau macht sich selbständig und wird OG Aarau Als 1926 die Berner selbständig wurden, sagten sich die Aargauer, was den Bernern teuer ist, muss uns Aargauern billig sein. Wir sind ebenfalls relativ weit weg von Zürich, wir gehen auch nicht nach Zürich um unsere Hunde zu dressieren, wir machen alles sel-

33 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 33 ber, also beanspruchen wir dasselbe Recht wie die Berner und wollen auch eine selbständige Ortsgruppe werden. Solch schwer widerlegbaren Argumenten hatte Zürich wenig entgegenzusetzen und so kam es, dass 1927 im November in Aarau 21 Gründungsmitglieder unter Obmann Kurt Fritz die Ortsgruppe AARAU ins Leben riefen. Mit 30 Franken in der Vereinskasse, wurden sie von Zürich in die Selbständigkeit entlassen, immer unter dem Dach des Zentralverbandes mit Sitz in Zürich. Ihr Obmann wurde automatisch Mitglied des Zentralvorstandes. Die Bezeichnung OG Aarau blieb erhalten, bis an der GV 1932 im Sternen Lenzburg beschlossen wurde, die Ortsgruppe in OG Aargau umzutaufen, mit der Begründung, dass nur noch ein einziges Mitglied in Aarau wohne. Das einzige Mitglied war Walter Moser, Restaurateur im Restaurant National, der in der Folge zwischen 1933 und 1940 die OG präsidierte. Präsidentenwechsel und menschlich schwierige Zeiten 1928: Im Februar anlässlich der GV trat Präsident Carl Ernst nach 10 jähriger Amtsführung zurück. Er wurde gleichzeitig zum Ehrenmitglied ernannt. An seine Stelle wurde Ludwig Vital, bisher Aktuar, zum Präsidenten gewählt. Er war einer der Männer, die JSR in seinem Artikel als aus gutem Holz bezeichnet hatte. Er muss ein aktivistischer, wenig charismatischer Kapitän gewesen sein, denn laut einem Bericht des späteren Zentralpräsidenten Adolf Fischer begann mit Vitals Präsidentschaft eine vierjährige Periode des Unfriedens, die mit Ludwig Vitals Ausschluss aus dem Boxer Club endete. Fischer schrieb: Wie sehr das Blühen und Gedeihen eines Clubs von seiner Führung abhängig ist, zeigte sich, als Herr Carl Ernst 1928 nach einer Amtszeit von 10 Jahren demissionierte. Der Club geriet in die Hände einer Gesellschaft, die ein erspriessliches Vereinsleben unmöglich machte. Diese internen Schwierigkeiten, heraufbeschworen durch Intrigen, Über- Unter Ludwig Vitals rühriger Präsidentschaft führten Zerwürfnis und Querelen zum Chaos. Den gordischen Knoten durchtrennte man durch Ausschluss Vitals aus SBC + SKG. Das kriegten manche in den falschen Hals. Der nachfolgende Präsident Dr. Aeberhard erhielt eine Flut von Austrittsschreiben erboster Mitglieder. Stellvertretend dafür ist diese Postkarte eines Herrn J. Schweizer aus Glarus heblichkeit und übersteigertes Geltungsbedürfnis einzelner Funktionäre war dem Club alles andere als nützlich. Die ausserordentliche Generalversammlung vom schloss den 1932: Alois Gutknecht wollte mehr, mehr Hundezucht, mehr Hundeabrichtung, mehr Ausstellungen und was es in der Kynologie so alles gibt. Sein Sohn Edouard, gerade mal 17 jährig, war ebenfalls bereit. Die Gutknechts gründeten den Zwinger les Vernêts und wurden in Genf die Botschafter des Boxers. Präsidenten L. Vital, Zürich, aus. Es bedurfte unter der neuen Leitung von Herrn Dr. med. vet. Friederich Aeberhard, Fahrwangen, viel Geschick und Ausdauer, um wieder Harmonie und Vertrauen in den Club zu bringen. Zufolge Übersiedlung nach Bern, mit Eintritt in den Staatsdienst von Dr. Aeberhard, gab dieser den Vorsitz wieder ab kam der Sitz des Clubs wieder nach Zürich mit Ad. Fischer als Natürlich gab es in Genf lange vor 1934 Hunde-Ausstellungen, an denen sich die Gutknechts aktiv beteiligten. Aber nach 1932 wurden diese Events zu Plattformen pro Boxer, welche die Gutknechts und ihre Freunde zu nutzen wussten. Der Boxer hatte einen guten Anwalt in Genf: Alois Gutknecht.

34 34 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Präsident. Ein lebhafter Aufbau begann, rege Tätigkeit wurde in der Abrichtung entfaltet. An den Gruppenwettkämpfen nahmen Equipen der Ortsgruppe Zürich teil. In Aarau, Olten und Biel standen diese in den vordersten Rängen. (Ende Zitat) Der Sieger schreibt bekanntlich die Geschichtsbücher. Neben dem von Adolf Fischer gelobten Aufbau, schmissen auch eine ganze Anzahl Mitglieder aus Protest über den Rausschmiss Vitals er wurde auch als Mitglied der SKG gestrichen den Bettel hin und kündigten. Eine für diese kleine Revolte sprechende Postkarte findet sich unter den Bildern. Der vermeintliche Burgfriede währte nicht lange. Dr. Aeberhard war offenbar nicht souverän genug um fortdauernde Streitereien über Lappalien zwischen Zürich und Bern aus der Welt zu schaffen. Es herrschte eine unruhige Zeit im SBC. Die Ortsgruppenhierarchie hatte noch Kanten und Ecken, die es abzuschleifen galt. Kleine weltpolitische Randnotiz mit Sprengkraft Am 30. Januar 1933 ernennt Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler, Vorsitzender der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) zum neuen Reichskanzler Deutschlands, wohl ohne zu ahnen, welche Lawine er damit lostrat. Das war das unbeabsichtigte Ende der Weimarer Republik und die noch weniger vorhergesehene Grundsteinlegung zum 2. Weltkrieg. Agitation und paramilitärische Vorbereitungen für den Freiheitskampf der nationalsozialistischen Bewegung waren von Anfang an Grundpfeiler der NSDAP zur Zerstörung des damaligen Staates. So war die 1921 gegründete Sturmabteilung (SA) bereits 1923 beim fehlgeschlagenen Hitler-Putsch unter Göring beteiligt und erlebte um 1933 unter Röhm einen Höhepunkt ihrer Macht zusammen mit der ihr unterstellten Schutzstaffel (SS). Sie bauten einen effizienten Polizeistaat mit rigorosem Schiess- und Haftbefehl gegenüber politischen Opponenten auf. Bis April 1933 wurden 25'000 Regimekritiker in Schutzhaft genommen; zur Unterbringung der Gefangenen erfolgte die Einrichtung der ersten Konzentrationslager Dachau und Oranienburg. Nach einem angeblich geplanten Röhm- Putsch" wurde die SA-Führung ermordet, die SS wurde zur selbständigen Gliederung und übernahm die Bewachung sämtlicher Konzentrationslager, in deren Zusammenhang bis Kriegsende viele Millionen Menschen auf brutalste und unvorstellbare Weise ermordet wurden. Die Menschheit ausserhalb Deutschlands nahm 1933 noch nicht sonderlich Notiz von dieser Entwicklung. Man war, soweit man die eher diffusen Nachrichten aus Deutschland überhaupt mitbekam, schockiert und besorgt und ging zur Tagesordnung über. Zurück zu den Freuden und Leiden der jungen Clubhierarchie Derweil sich in Deutschland Übles anbahnte, nahm die Weiterentwicklung des SBC ihren Lauf. Die Ortsgruppen versuchten, sich zu profilieren, zum Teil mit Geräusch. In Bern - zum Beispiel - gab es innert weniger Jahre drei OG-Präsidentenwechsel, was auf kynologische Glaubens- und Richtungskämpfe schliessen lässt. Auch mit Zürich wurden immer wieder die Klingen gekreuzt. Lehrer Bieri trat nach zwei Jahren zurück. An seine Stelle trat im Februar 1928 Dr. E. Schmid, der als Brückenbauer und Friedensförderer offensichtlich auch nicht die glücklichste Hand hatte. Immerhin hielt er bis 1932 durch, der Zeit der Beendigung der Vital- Geschichte. Als Folge davon beantragte Zürich die Auflösung des Ortsgruppenmodells und die Rückkehr zum Monolithen S.B.C. Zürich. Das brachte die jungen Ortsgruppen Aarau und Bern in Bedrängnis. Unter der Wortführerschaft des neuen Berner OG-Präsidenten, Niklaus Stucki und mit entschlossener Unterstützung der Aarauer fand man einen Konsens: Zürich nahm seinen Antrag zurück und die Krise war überwunden. Ein neuer Statutenentwurf regelte die Beziehungen und Verhältnisse. Der Sturm ging nicht nur vorüber, sondern bewirkte neben der Klärung und Verteilung der Aufgaben geradezu einen neuen Aufschwung. 1935, noch unter Niklaus Stucki, erarbeiteten die Berner zuhanden des ganzen Boxer Clubs eine neue Prüfungsordnung, welche für einige Zeit die Meinungsverschiedenheiten der Leistungshündeler aus der Welt schuf, die ursprünglich eine der Ursachen für die Krise der Vital-Ära war fand in Bern bereits wieder ein Präsidentenwechsel statt. Die Wahl von Charles Brand war der Auslöser für allerhand Ärger innerhalb und ausserhalb der Ortsgruppe. Charles Brand war eine schillernde Figur, gut situiert, mit eigener Drogerie in Bern, teils hoch geschätzt, teils tief verhasst, wie Alphatiere nun einmal sind. Er war Ausstellungsrichter, ein kompetenter, wie man liest. Später wurde er vom SBC zum Ehrenmitglied ernannt, das spricht dafür, dass er Besonderes geleistet haben muss. Unter Präsident Brand begann für die Berner die Ära der elitären, exklusiven Auslese. In einem Protokoll ist nachzulesen: Die neue Epoche war charakterisiert durch äusserste Exklusivität. Neue Mitglieder-Anwärter wurden sozusagen auf Herz und Nieren geprüft und es galt als besonderes Privileg, in diesen Verein aufgenommen zu werden. Gleichzeitig entfaltete sich ein reges gesellschaftliches Leben. Herrenbummel wurden durchgeführt, das heisst, die Damen durften für sich gehen, wobei diese Trennung der Geschlechter nur für die Zweibeinigen, nicht aber für die vierbeinigen Freunde galt. Brands Hauptwidersacher war sein Vorgänger im OG-Präsidium, Niklaus Stucki.

35 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 35 Die Welschschweiz löst sich aus der Umklammerung des Bären. Die Berner hatten die Waadt bereits einmal verloren, sie wehrten sich vergeblich: 1937 wurde Genf zur selbständigen OG Romandie mit Mitgliedern aus dem ganzen französisch sprachigen Raum. Die Welschschweiz löst sich aus der Umklammerung des Bären Nicht nur Stucki war unzufrieden mit dem neuen Regime, auch die Genfer- Böxeler, eine initiative, vorwärts strebende, ungeduldige Gruppe, war unglücklich, um es mal milde auszudrücken, mit ihrer Unterstellung unter das statische, vornehme Regime in Bern. BCS-Genève heisst auf Deutsch Gutknecht. Das weiss man spätestens seit 1936, als Alois Gutknecht in Bern die Freiheit für die aktiven Genfer Böxeler suchte. Wie früher die Berner in Zürich, wurden die Genfer mit ihrem Unabhängigkeitsantrag nun in Bern kalt geduscht und nach Hause geschickt. Aber Alois Gutknecht, als ehemaliger Berner, liess nicht locker, verhandelte weiter, kämpfte gegen Windmühlen, war ein Jahr lang Freiheitskämpfer für die welsche Sache und brachte mit einem klugen Schachzug 1937 gleich der ganzen Welschschweiz die Freiheit. Das heisst, die Freiheit war eigentlich nur eine solche für die Genfer, die nun den ganzen französisch sprechenden Teil der Schweiz unter ihren Fittichen hatte. Es gab nämlich eine Bestimmung in den SBC-Statuten, dass eine OG ein Minimum von 10 Mitgliedern aus ihrem Territorium aufweisen musste, um einen Gründungsantrag Erfolg versprechend einzureichen. Genf hatte keine 10 Mitglieder, aber die Romandie zusammengezählt schon. Das, wiederum, war für Neuenburg, die Waadt und Freiburg nun auch wieder nicht das Gelbe vom Ei. Jede Gruppe für sich alleine war zu klein für eine OG, zusammen ging's. Die Waadtländer waren zwar froh, das zweite mal in der Schweizergeschichte von Bern losgekommen zu sein. Aber von einer Untertanenschaft in die andere zu fallen, war auch nicht das, was sie sich erträumt hatten. Die Gutknechts und die ganze OG Genève müssen das Führungsproblem souverän gemeistert haben. Die Waadt blieb ihnen 24 Jahre lang untertan, also ein knappes Vierteljahrhundert, ohne hörbar zu murren Während wir in der Schweiz unsere Ortsgruppenprobleme wälzten und das Land nach Sprachregionen aufteilten, rumorte es in Europa bedenklich. Es roch wieder nach Krieg auf unserem streitsüchtigen Kontinent. Das Jahr 1939 brachte das Fass zum Überlaufen. Der 2. Weltkrieg steht vor der Tür Am 15. März 1939 gelang Hitler durch blosse, direkte Drohungen unter Ausnutzung des tschechisch-slowakischen Gegensatzes die kampflose Besetzung der Rest-Tschechei. Einen Tag zuvor war die Slowakei als selbständige Republik ausgerufen worden. Tags darauf, am 16. März erklärte der deutsche Aussenminister Joachim von Ribbentrop das neu gebildete Reichsprotektorat Böhmen und Mähren zum festen Bestandteil des Grossdeutschen Reichs. Am 17. März reagierten erstmals die Engländer. Ihr Aussenminister Arthur Neville Chamberlain verkündete aufgrund des andauernden Expansionsstrebens der Deutschen, das Ende der Appeasementpolitik (Beschwichtigungspolitik) gegenüber Hitler. Am 24. März einigten sich Grossbritannien und Frankreich auf gemeinsamen Widerstand gegen jede weitere Aggressionspolitik des Deutschen Reiches. Am 28. März zogen Francos Truppen kampflos in die spanische Hauptstadt Madrid ein und besetzten sie. Am 7. April überfielen die italienischen Streitkräfte Albanien und annektierten es nach der Flucht des albanischen Königs. Nach im Ausland bekannt gewordenen Angaben der Gestapo wurden in deutschen KZ mehr als 300'000 Gefangene inhaftiert. Trotz Kriegsangst und erhöhten Vorbereitungen auf eine Generalmobilmachung herrschte auch im Frühjahr und Sommer bei uns in der Schweiz noch so etwas wie Normalität. Die Lage der Nation und des Schweizerischen Boxer Clubs waren noch normal genug, dass auch im Frühling 39 wieder eine Generalversammlung abgehalten und auf Antrag von Dr. Walter Lüthi, Solothurn, über die Gründung einer Ortsgruppe Solothurn diskutiert und abgestimmt wurde. Die Solothurner hatten zwar auch keine 10 Mitglieder, sie hatten nur vier. Man behalf sich damit, dass die Gebietsaufteilung geändert und Ortschaften wie Biel, Burgdorf und Langenthal unter protokollierter Einsprache des Herrn Obersten Stucki, Bern, zum Einzugsgebiet der OG Solothurn geschlagen wurden. Nun hatten sie 10 Mitglieder und wurden 1939: Es ist wieder soweit, die Europäer ziehen gegen einander in den Krieg, d.h. Deutschland zieht gegen Europa in den Krieg. Der Kriegshundedienst beschäftigt auch in diesem 2. grossen Krieg viele einberufene Kynologen worunter eine Anzahl Böxeler in allen möglichen Chargen.

36 36 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs von der GV als selbständige OG anerkannt. Alois Gutknecht musste mit seinem Gesuch für die OG Genf auch noch einmal vor die GV treten. Er hatte jetzt 10 Genfer. Adolf Freitag warf ein, dass einer nach Statuten erst dann Mitglied sei, wenn er den Jahresbeitrag bezahlt habe. Von den 10 Genfern hätten vier den Beitrag noch nicht bezahlt, somit erfülle Genf die Bedingungen wieder nicht. Die GV war positiv gestimmt und man liess Gnade vor Recht walten. Die OG Genf erhielt nun gleichzeitig mit Solothurn die Zustimmung der GV. Die protokollierten Mitgliederbestände waren am : Zürich 57; Bern 51, Aargau 18 Tot 126. Ein Jahr später, also : Zürich 74; Bern 38 (16 Übertritte, 8 zu Solothurn, 8 zu Genf), Aargau 19; Solothurn 12; Genève 17 Total 160 Mitglieder. Es gab noch viele andere Anträge zu lesen im 8-seitigen Protokoll. Unter Traktandum 10: Anträge vermerkt der Protokollführer Wie der Vorsitzende mitteilt, hat es geradezu geregnet mit Anträgen. - Es waren deren acht. Zwei davon verdienen erwähnt zu werden: Antrag 7 des Central-Vorstandes. Es wurde beantragt, den BOXER CLUB DE FRANCE zum Ehrenmitglied zu machen. Dieser unübliche Antrag wurde wie folgt begründet: In Würdigung der grossen Verdienste, die sich der Boxer-Club de France durch Förderung des Boxerwesens im Allgemeinen und durch stetes Eintreten für die internationale Zusammenarbeit erworben hat. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Es wurde ebenfalls einstimmig beschlossen, dass die Richter Adolf Freitag und Clemens Amstutz an der diesjährigen Nationalen Hundeausstellung die Boxer ohne Beteiligung ausländischer Richter richten sollen. Diese Schau wurde zusammen mit der legendären Landi 39 der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich durchgeführt. Ich stelle fest, zumindest im Boxer Club war im Sommer 1939 keinerlei Panik oder Krisenstimmung spürbar. Wenn der Mitgliederbestand ein Indikator sein sollte, könnte man bei einem Zuwachs von 27% im 1939 eher von einer gewissen Euphorie sprechen. Am 1. September fallen in Polen die ersten Schüsse Am 1. September 1939 beschoss das deutsche Linienschiff Schleswig- Holstein polnische Munitionslager auf der Westerplatte bei Danzig. Das war der Auftakt zum deutschen Überfall auf Polen und somit faktisch der Beginn des 2. Weltkrieges. Auch über diesen Krieg wollen wir nicht in Einzelheiten berichten. Ein paar Telegramm- Eckdaten sollen uns den Rahmen vermitteln, in dem sich auch die Schweiz und damit unser Club bewegten. Mannschaftsdepot für Sanitätsmannschaften Hergiswil, Herrn Ad. Fischer Zentralpräsident B.C. Zürich. Sehr geehrter Herr Präsident! Kriegshunde-Kolonne der Schweizerarmee. Hundeführer mit Hunden aller Gebrauchshunderassen wurden nach der Mobilmachung in Trainingseinheiten zusammengezogen und ausgebildet, z.b. von einem Ausbildner namens Ed. Gutknecht. Die Schweiz reagierte auf den Einmarsch der Deutschen in Polen mit einer ersten Generalmobilmachung, bei der 430'000 Soldaten einberufen wurden. Mehrere aktive Boxer Club Mitglieder waren davon betroffen, ihnen wurden in Anerkennung der patriotischen Pflichten die Jahresbeiträge erlassen. Einer unter ihnen, der Solothurner Arzt, Dr. med. Walter Lüthi wurde samt seinem Boxer Joggi einberufen. Die beiden waren zu höherem bestimmt. Joggi wurde Meldehund im Sanitätsdienst und Walter Lüthi wurde etwas später mit der Organisation und der technischen Leitung des Kriegshundedienstes der Schweizerarmee betraut. In den ersten Tagen seiner Aktivdienstzeit schrieb er an den Zentralpräsidenten einen Brief, gleichsam ein Frontrapport: Die Schweiz zeigte sich der momenta- Bei der Mobilmachung habe ich das Kommando über die San.-Hunde der Armee erhalten + bin mit meinem Joggi sofort eingerückt. Eine von Herrn Dir. Wyss zur Verfügung gestellte Hündin arbeitete dann mit meinem Rüden als Meldehunde. Ich habe nun vom Oberfeldarzt, dem ich persönlich unterstellt bin und in den Armeestab versetzt wurde, den Auftrag erhalten, mit Major Balsiger die Neuorganisation des Kriegshundewesens zu leiten und ein Reglement zur Stellung von Kriegshunden auszuarbeiten. Ich werde nun versuchen, der S.K.G. den schon lange gewünschten Platz einzuräumen und hoffe, dass unser B.C. nicht zu kurz komme. Joggi gibt sich redlich Mühe für unsere Sache zu werben. Dürfte ich Sie bitten, mir die Dressurreglemente der S.K.G. sofort zukommen zu lassen und dieselben an mich nach Morges, Hotel Mont-Blanc zu senden. Für Ihre Club-Nachrichten stelle ich einen Artikel zur Verfügung. Mit besten Grüssen hr Walter Lüthi

37 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 37 Dr. med. Walter Lüthi wurde als Kdt. der SanH.-Staffel der Armee einberufen und in der Folge zum Chef Kriegshundewesen ernannt. Er ist mit seinem Boxer Joggi eingerückt und schrieb diesen Frontrapport an den SBC-Zentralpräsidenten Adolf Fischer in Zürich. Die briefliche Austrittserklärung eines Herrn Guth, Zürich ist selbstredend und stellvertretend für eine grosse Anzahl Austritte, deren Gründe stets in der Kriegssituation zu suchen waren. Eine Abschrift dieser Zeilen findet sich im Text auf Seite gibt Dr. med. vet. Friederich Aeberhard, der eher glücklose Zentralpräsident der Jahre 1932 bis 1936, der zwischen den streitsüchtigen Fronten aufgerieben wurde, seinen Austritt aus dem SBC bekannt. Seine Affinität zum Club war begreiflicherweise nicht mehr sehr hoch. nen Lage gewappnet und gerüstet und im Land herrschte relative Ruhe. Der Druck von aussen wurde wohl noch nicht so stark verspürt, dass man sich nicht noch an der ZV-Sitzung und an der GV vom 11. Februar 1940 im Strohhof in Zürich tüchtig streiten konnte. Präsident A. Fischer äusserte sich eingangs der GV noch relativ zuversichtlich, wenn er sagte: dass sich im vergangenen Jahr leider der unglückselige Krieg entfesselte und die Tätigkeit des SBC beeinflusste und im laufenden Jahr weiter hemmen werde. Er gab aber der Hoffnung Ausdruck, dass die Völker im kommenden Jahr sich wieder einigen und zu einem wahren Frieden finden würden. Daneben stellte er sein Amt als Zentralpräsident zur Verfügung, da die Berner, allen voran Präsident Charles Brand, ihm jede Einmischung in die Angelegenheiten der OG Bern unter-

38 38 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs sagt hätten. Die Berner waren ostentativ an dieser GV nicht vertreten, nachdem der ZV zuvor fast einstimmig beschlossen hat, Adolf Fischer solle seinen Demissionsantrag zurückziehen, dafür solle der Vorstand der OG-Bern in corpore zurücktreten. Der Protokollführer der ZV resumiert diesen Entscheid und schliesst mit den Worten: Herr Charles Brand, der von diesem Antrag keine Kenntnis hatte und an der Abstimmung nicht teilgenommen hat, da er den Wunsch geäussert hatte, sich zwecks Einnahme einer Mahlzeit zu entfernen, wird nach der Sitzung durch den Antragsteller, Herrn W. Knüsli darüber orientiert. Fazit der Geschichte, Adolf Fischer blieb Zentralpräsident und der gesamte Berner-Vorstand trat wie geheissen, in corpore zurück. Im übrigen wurden mit Rücksicht auf die allgemeine Situation Hundeausstellungen vorderhand abgesagt. Der Blitzkrieg und die unmittelbaren Folgen Telegrammstil: Frühjahr 1940 Deutsche besetzten Norwegen und Dänemark praktisch kampflos Instant- Kapitulation. Besetzung der Niederlande, Belgien und Luxemburg Instant-Kapitulation. Frontalangriff auf Frankreich durch die Ardennen, praktisch widerstandslos bis an die Kanal- Küste. Sommer 1940: kampfloser Marsch der Deutschen nach Paris. Die Heeresgruppe B erreichte am 9. Juni die untere Seine. Fünf Tage später erfolgte kampflos der deutsche Einmarsch in Paris, nachdem sich die französische Regierung nach Bordeaux zurückgezogen hatte. In Richtung Schweiz vorstossende deutsche Panzerverbände schlossen die Maginot-Linie in Elsasss-Lothringen von Westen her ein. Der Heeresgruppe C gelang gleichzeitig der Einbruch in die Verteidigungsstellung von Osten über den Oberrhein. Die französische Armee war eingekesselt. Der französische Regierungschef Pétin offerierte einen Waffenstillstand, der noch im Juni im Wald von Compiègne geschlossen 1939: Es ist wieder soweit, die Europäer ziehen gegen einander in den Krieg, d.h. Deutschland zieht gegen Europa in den Krieg. Der Kriegshundedienst beschäftigt auch in diesem 2. grossen Krieg viele einberufene Kynologen worunter eine Anzahl Böxeler in allen möglichen Chargen. wurde und damit 3/5 Frankreichs inklusive die wichtigsten Industriestädte unter deutsche Besatzung stellte.- Charles de Gaulle floh nach London und bildete dort eine französische Exilregierung. Nach dem kaum erwarteten schnellen deutschen Triumph über Frankreich, war der Führer und Reichskanzler sowie Oberbefehlshaber der deutschen Streitkräfte, Adolf Hitler auf dem Höhepunkt seiner Popularität in seinem Reich. Zweite Generalmobilmachung in der Schweiz Am 11. Mai 1940, einen Tag nach Hitlers Angriff auf die neutralen Staaten Holland, Belgien und Luxemburg erliess der Bundesrat den Befehl zur zweiten Generalmobilmachung. Darüber hinaus rekrutierte die Armee bis Ende Jahr rund 15'000 freiwillige Frauen für den neu geschaffenen Frauen- Hilfsdienst (FHD). Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand wissen, wie lange dieser Krieg dauern würde und ob oder wann auch die neutrale Schweiz angegriffen würde. Der rasche Zusammenbruch Frankreichs im Juni zwang die Schweizerarmee zur Strategieänderung. General Guisan beschloss, das Gros der Armee in die Alpen zurückzuziehen, ins Reduit. Mit seinem entschlossenen Auftreten wurde Guisan zum Sinnbild schweizerischen Widerstandswillens. Anlässlich der 2. Generalmobilmachung im August 1940 wurde Edouard Gutknecht eingezogen und nach kurzer Zeit zum Kriegshundedienst umgeteilt wo er, mit Unterbrüchen, den Grossteil des Krieges mit Hundeausbildung zubrachte. Hier zusammen mit seinem Boxer-Kumpel Panther v. Limmattal Armeehunde im Wintereinsatz. Es gab wenig, was man im Verlauf des Krieges nicht ausprobierte. Schlittenhunde für Lastentransport in unwegsamem Gelände, wo Pferde nicht mehr funktionieren. Gegen Ende des Krieges fasste Ed. Gutknecht die Aufgabe, einen Armee eigenen, im Militär gezüchteten Boxer namens AMI, der durch falsche Ausbildung aggressiv geworden war, umzuerziehen. Es gelang mit viel Aufwand, Konsequenz und Einfühlungsvermögen. Sie wurden ein unschlagbares Team und Gutknecht kaufte der Armee bei seiner Entlassung Ami ab und brachte ihn mit nach Hause. (In seinen Büchern zu lesen.)

39 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 39 Ein weiterer prominenter Böxeler wurde mit der zweiten Mobilmachung aufgeboten und dem Militärhundedienst zugewiesen. Es war der junge Edouard Gutknecht aus Genf, der nach kurzer Zeit zum Ausbildungsinstruktor aufstieg und in allen Funktionen des Hundeeinsatzes eingesetzt werden konnte. Er war, mit Unterbrüchen, annähernd bis Kriegsende im Militärdienst Er beschreibt dies in seinem Büchlein Chien-Passion auf packende Weise. Speziell die Geschichten sind lesenswert, wie er mit seinem Begleiter, dem Boxerrüden Panter v. Limmattal im Wauwilermoos im Lager für delinquente Kriegsinternierte, seine Schützlinge in Zweierkolonne zur Kirche begleitete und auf dem Rückweg, beim erlaubten Tabakeinkauf beide Augen zudrückte, wenn ab und zu auch noch ein Fläschchen oder zwei vom Hochprozentigen organisiert wurden. Wir ersparen uns die Details der Eskalation dieses furchtbaren, unsinnigen Krieges und erwähnen bloss einen ganz entscheidenden Punkt: Am 11. Dezember 1941, nur vier Tage nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour, erklärte der irre Hitler den USA den Krieg. Nun wars nicht mehr ein Europaproblem, jetzt war s der 2. Weltkrieg. Bereits im Sommer 1940 zeigten sich Probleme bei der Lebensmittelversorgung. Der Selbstversorgungsgrad lag bei 50% und die Importe stockten. Friedrich Traugott Wahlen, später selbst Bundesrat, präsentierte diesem einen Plan zur Erhöhung des Selbstversorgungsgrades. Im Klartext hiess dies Rationierung der Lebensmittel, Senkung des Kalorienverbrauchs pro Kopf und Tag von 3'200 auf 2'750 kcal, Wiederverwertung von Abfällen (heute würde Wahlen sie als Wertstoffe bezeichnen), Umstellung von Viehwirtschaft zu Ackerbau und Einschränkung der nicht lebensnotwendigen Tätigkeiten. Letzteres beinhaltete unter anderem die Hundehaltung zu Sport- und Vergnügungszwecken. Abschrift Austrittsbrief Hs. Gut, Zürich Tit. Vorstand des Schwiz. Boxerclub Zürich! 1942 wars dann auch für die Böxeler soweit. Anlässlich der ZV vom 11. Januar informierte der Zentralpräsident Adolf Fischer die perplexen Hündeler, dass Hundefutter ab sofort rationiert werde und Futterrationen nur noch auf beschränkte Zuteilung durch die Armee an Hundehalter abgegeben werden durfte. Er wies auf Zuteilungsformulare hin, die jeder Einzelne einzusenden habe und dass ohne diese Registrierung legal kein Hundefutter mehr zur Verfügung stehe. Im August 1942 erreichte die deutsche Machtausdehnung mit dem Vorstoss an die Wolga und tief in den Kaukasus ihren Höhepunkt. Die Armee von General Paulus wurde in Stalingrad von den Russen eingekesselt und ausgehungert. Der russische Winter besorgte den Rest. In Nordafrika zwangen die Briten Feldmarschall Rommel in der Schlacht El-Alamein zum Rückzug aus Aegypten. Die Wende zeichnete sich ab. Am 1. Februar 1943 kapitulierten die Deutschen in Stalingrad. Von da an siegten die Alliierten an allen Fronten, zu Land, zu Wasser und in der Luft. Man begann leise an die Wende und an ein baldiges Kriegsende zu glauben. Zürich, den 22. Jan Auf Ihre bevorstehenden Generalversammlung vom 25. Jan. hin, sehe ich mich veranlasst, meinen Austritt aus Ihrem werthen Verein zu senden. Ich hoffe dass Sie meinen Entschluss ohne grosse Umfrage genehmigen werden. Die Gründe hierfür sind folgende: 1. Mein Hund wird ab nächsten Monat, meinem Schwiegervater nach Männedorf verschenkt. 2. Futterfrage, Militärdienst und dem daraus entstehen Verdienstausfall. 3. Ich glaubte einmal, weil ich die Hunde liebe, ein Sportsmann auf diesem Gebiete zu werden, was aber mein Wille nicht fertig brachte, Unfähigkeit, Zeitmangel, und durch das dem Club fremd geworden, finden es zwecklos weiter Ihrem geschätzten Club als Mitglied anzugehören. Wollen Sie mir bitte per Nachnahme die Jahresbeiträge erheben, welche Sie damals für Wehrmänner an einer Versammlung beschlossen haben. Ich bin leider durch Interesselosigkeit, welche mir seit dem abwechslungsreichen Militärdienst anhaftet nicht mehr im Bilde. Ich wünsche dem Boxerclub weiter ein herzl. Glückauf und grüsse hoch achtend, Hs. Gut, Zürich, Untergraben 21 Aber im SBC waren die Zeichen trotz möglicher Wende immer noch auf Sturm. An einer ausserordentlichen ZV-Sitzung vom 21. Februar 1943 gings nochmals hoch her: Der Grund für die Sitzung war ein Antrag der OG Bern auf Streichung der beiden Berner, Oberst Niklaus Stucki, Dressurleiter und OG-Präsident und Charles Brand, Ausstellungsrichter, ebenfalls OG-Präsident und zudem Ehrenmitglied des SBC. Nach längerer Debatte wurden beide aus der Mitgliederliste des SBC gestrichen. Brand wegen so genannten Intrigen und Machinationen und als Urheber zahlloser Streitereien im ganzen SBC. Oberst Stucki erhielt den Laufpass, weil er hinter dem Rücken der OG und des ZV-SBC eine Boxer Dressurgruppe (B.D.G.) gegründet und dem SBC mittels Flugblatt an Clubmitglieder, aktive Boxerbesitzer abgeworben hatte. Draussen tobte der Zweite Weltkrieg und drinnen, im Restaurant National, in Aarau, im Zentrum der friedliebenden Schweiz flogen die Fetzen.

40 40 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 1943 war es auch, als eine kleine Gruppe Basler-Boxerfreunde, die in den langen Erlen in Basel ihre Boxer dressierten, zur Ansicht gelangten, sie seien de facto auch eine Ortsgruppe. Sie schickten gleich ihren Ortsgruppen-Juristen, Dr. jur. W. Madöry zum Zentralpräsidenten nach Zürich, der nichts gegen die Basler, aber einiges gegen eine weitere Aufsplitterung hatte. Nun haben alle Juristen eines gemeinsam, sie hassen abgeschlossene Fälle. So war Dr. Madöry mit dem de facto -Zustand ganz zufrieden und verhandelte mit Zürich mehr oder weniger hartnäckig, bis die Ortsgruppe Basel an der DV 1946 auch de jure selbständig wurde. Die Wende im Krieg lässt Hoffnung aufkommen 1944, am 6. Juni, begann mit der Grossinvasion der Alliierten in der Normandie die Befreiung des Westens von Europa. Bereits im Oktober nahmen US-Streitkräfte Aachen als erste deutsche Stadt ein. Der Erfolg motivierte, aber der Krieg war noch nicht vorüber. An der Delegiertenversammlung vom 11. März im Hotel National in Aarau, las Zentralpräsident Adolf Fischer aus seinem Jahresbericht: Einleitend gedenke ich der pflichtgetreuen Soldaten unserer Armee, deren Opfer es ermöglichen, trotz der die Schweiz umtobenden Wogen des Krieges die Vereinstätigkeit relativ ungestört weiter zu führen. Die Zusammenarbeit der Vorstandsmitglieder war erspriesslich und diejenige zwischen Vorstand und Ortsgruppen freundschaftlich und angenehm. Trotz einer grösseren Anzahl kriegsbedingter Austritte, nahm der Mitgliederbestand um 15 Personen zu. [Ende Zitat] Vom Krieg war offenbar im Hundesport ausser knappen Fleischrationen und militärdienstbedingter Abwesenheiten nicht allzu viel zu verspüren endlich: Am 30. April verübte Adolf Hitler Selbstmord. Am 7. Mai unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl die bedingungslose Kapitulation aller deutscher Streitkräfte. Damit war der 2. Weltkrieg für Europa beendet. Weltweit fielen dem 2. Weltkrieg an die 55 Millionen Soldaten und Zivilisten zum Opfer, davon rund 6 Millionen Menschen in den Vernichtungsund Konzentrationslagern. 1946: An der DV vom 24. März im National in Aarau hatte Zentralpräsident Adolf Fischer für einmal nur Gutes zu berichten. Mitgliederzuwachs 24 Personen. Wiederaufnahme der Beziehungen zum Boxer Club de France, der als Kuriosum Ehrenmitglied des SBC ist. Zur Gründung der OG Basel erwähnt Fischer: Die Gründung der OG Basel als 6. Ortsgruppe, wurde seiner Zeit [ heisst das 1943, 1944 oder 1945? ] durch den ZV auf dem Zirkularwege vollzogen.. Fischer weiter: Die erste Ausstellung für Diensthunderassen vom 7. Oktober 1945 in Bern, vermochte 57 Boxer anzulocken und war somit zahlenmässig die Rasse Nummer zwei. An der Siegertitelprüfung vom , ebenfalls in Bern, massen sich 21 Boxer. [Ende Zitat] Alles in allem brachte das Kriegsende im Mai 1945 auch für die Kynologie und den Boxer Club viel euphorischen Schub und viel Unternehmungslust. Ein Antrag der OG Zürich, wonach der offizielle Name des Clubs von zur damaligen Zeit Schweizerischer Club für Deutsche Boxerhunde auf Schweizerischer Boxerhund- Club geändert werden sollte, wurde durch Intervention des OG Präsidenten Basel, Dr. Madöry, auf den ursprünglichen Namen Schweizerischer Boxer Club geändert und angenommen. Adolf Fischer, profilierter Langzeitpräsident des SBC: War auch Ausstellungsrichter. Führte den Club von 1937 bis 1947 durch den 2. Weltkrieg. Wurde Ehrenmitglied und sprang als der Club führerlos zu werden drohte, nochmals kurz als Präsident ein. Er war ein geborener Führer und hatte den Verein auch in turbulenten Zeiten gut im Griff. Fischer bekam in seiner Amtszeit so Einiges zu hören, manchmal auch Komisches. Hier will ein Mitglied aus Vevey Rat und Hilfe bei der Hundeerziehung. Eine Abschrift finden Sie auf der nächsten Seite

41 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 41 Substanzvolle Boxerhündin mit säugenden Welpen. Holzplastik von Graphikerin und Boxer-Mutter Friederun Stockmann. Frau Stockmann hat im Zwinger von Dom wertvolle Zuchttiere über zwei Weltkriege gerettet und dem Rassestandard mit ihren Plastiken und Bildern ein Gesicht gegeben. Sie zeigt an dieser Plastik, wie aus ihrer Sicht der Rassestandard zu interpretieren ist. Hier hat mindestens Einer ein Problem, der Boxer kann es nicht sein, der hat sicherlich seinen Spass beim eventuellen Schlendern und Leutschen So interessant, teilweise lustig und teilweise komisch viele Details aus den 73 Ordnern sind, die ich aus dem Zentralarchiv [grosser Name für unseren Akten-Estrich] zu mir nach Hause geholt habe, werde ich für den Rest dieses Kapitels nicht mehr jede DV, Jahressieger-Zuchtschau und Schweizermeister-Leistungsprüfung erwähnen und mich auf einige aus meiner Sicht erwähnenswerte Details beschränken. Das Grundmuster der Arbeitsaufteilung, der Arbeitsabläufe, Veranstaltungen, Ausstellungen, Leistungsprüfungen, Querelen, Streitereien und euphorischen Aufbauphasen im SBC blieb über die 60 Jahre seit dem Krieg nahezu unverändert. Es geht also zunächst im Telegrammstil weiter. Die Nachkriegsjahre waren die eigentlichen Boomjahre für die Schweiz und damit ganz speziell auch für den Boxer Club. Lag die Mitgliederzahl bei Kriegsende im Jahre 1945 noch bei 200 Personen, erreichte sie auf dem Höhepunkt der Popularität des Boxers im Jahre 1976 mit 2'135 registrierten Mitgliedern einen um mehr als das zehnfache gestiegenen Bestand. Der SBC war damals neben dem Deutschen Schäferhunde Club der grösste Rasseclub der SKG. Wir waren in Mode, und das war auch nicht nur gut. Nach 1976 sank der Bestand denn auch wieder gemächlich auf ein überschaubareres Niveau. Im Jubeljahr 2006 liegt der Bestand bei 1'100 Mitgliedern. Das sind immer noch hun- Boxer Tonplastik eines italienischen Künstlers. Diese Plastik repräsentiert den fehlerlosen, vorzüglichen Boxer so wie er im Rassestandard umschrieben ist. Der gleiche Model-Boxer von seiner rechten Seite. Wenn wir von den kupierten Ohren und der Rute absehen, kann er als 'Eichmass' für unser Auge dienen. Auf den nächsten Seiten wird uns eine Ahnenreihe der korrektesten Boxer vorgeführt, die den Vergleich mit dem Eichmass und damit mit dem Rassestandard nicht zu scheuen braucht.

42 42 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs dert mal mehr als vor hundert Jahren, als die 11 Pioniere den Club gründeten. Viel wichtiger als die Mitgliederzahl war die Weiterentwicklung guter, gesunder, langlebiger und schöner Boxer. In dieser Beziehung ist Dank einer nicht unbeachtlichen Zahl von Züchtern in der Schweiz, die weder Kosten noch Mühe gescheut haben, Gregor Mendel zu studieren und hunderte von Kilometern zu fahren, um die geeigneten Zuchtpartner zusammenzuführen, viel Positives geleistet worden. Die eindrücklichsten Zeugen dieser Bemühungen stelle ich in diesem und im nächsten Kapitel mit Foto vor. Nicht zu vernachlässigen oder zu unterschätzen war die Hilfestellung bei den Verbesserungsbemühungen durch die Clubfunktionäre in der Kör- und Zuchtkommission, den Formwert- und Wesensrichtern und ihren Obmännern respektive im Jubeljahr 2006 ausschliesslich Obfrauen. Sie haben mit der Einführung weiterführender zuchthygienischer Massnahmen, die vor allem der Verbesserung der Gesundheit und der Wesensfestigkeit dienten, immer wieder den Finger auf die Wunde gelegt und die neuen Massnahmen, oft gegen anfänglichen Widerstand, erfolgreich durchgeboxt. Das Resultat nach 100 Jahren lässt sich sehen. 1948: Die DV wählte den im Krieg unter Kynologen bekannt gewordene Solothurner Arzt, Dr. Walter Lüthi, der inzwischen nach Bern übersiedelte, zum neuen Zentralpräsidenten. Er löste den beharrlichen, erfolgreichen Clubförderer Adolf Fischer, Zürich ab, der den Club während der letzten 10 Jahre unter anderem durch den 2. Weltkrieg geführt hatte. Zudem erfolgte der DV-Beschluss: Die Zeitschrift Schweizerischer Hunde- Sport, offizielles Organ der SKG wird auch zum Organ des SBC bestimmt und für alle SBC-Mitglieder als obligatorisch erklärt. Das Ursprungsland der Rasse, d.h. der Boxer Klub e.v. München teilt mit: Weisse Boxer (mehr als 1/3 weisses Fell) werden aus dem Rassestandard gestrichen. Zürich bekommt einen "neuen Boxer Club 1948: Nach erneuten Streitereien und Unstimmigkeiten innerhalb der OG Zürich und einem verbalen und brieflichen Grabenkampf vom Zürcher OG- Präsidenten Hablützel ausgehend auch in Richtung Zentralpräsident Dr. Walter Lüthi, Bern beschloss der ZV die Streichung von Hablützel und die Auflösung der OG Zürich. Diese drakonische Massnahme wurde von Hablützel nicht hingenommen. Es folgte ein Gerichtsverfahren, das Einigung und Rücknahme der verhängten Sanktionen brachte. Die OG Zürich existierte wieder. Hablützel und mit ihm rund 100 Mitglieder traten nun freiwillig aus der OG Zürich und dem SBC aus und gründeten den Neuen Boxer Club Zürich, den es dank gegenseitiger Beisshemmung bis zum heutigen Tag gibt. (Da begreife auch ich langsam, wieso die Zürcher beim Umzug ins neue Clubhaus ihre alten Akten verloren haben, das hätte ich an ihrer Stelle wohl auch so gehandhabt.) Die OG Zürich verschmerzte den empfindlichen Aderlass und füllte das 50%-Loch im Mitgliederbestand in kürzester Zeit wieder auf. 1949: Die Bündnerfraktion konstituierte sich und gründete die Jumbo- Ortsgruppe Rätikon, die vom Bodensee bis zum Lago Maggiore reichte. Sie hob nie so richtig ab, weil zu wenig Boxerfreunde auf ein zu weitläufiges, gebirgiges Gebiet verteilt waren. G. Concetti und C. Hemmi waren in den 70er Jahren die Lokomotiven. Zu der Zeit war in Trimmis eine Trainingsgruppe aktiv, die während ein paar Jahren auch jährliche Erziehungskurse für Boxer anbot. Irgendwie versank die Ortsgruppe ziemlich geräuschlos, nachdem in St. Gallen und im Tessin selbständige Ortsgruppen gebildet worden waren. 1954: Der SBC gibt sich ein erstes Kör- und Zuchtreglement Kören ist ein anderer Ausdruck für Auswählen und wird in der Tierzucht als Begriff für die Selektion zuchttauglicher Tiere verwendet. Seit Darwin, aber spätestens nach Gregor Mendel wusste man, dass man mit Paarungsselektion Zuchtprodukte beeinflussen, in gewisse Richtungen steuern und nachhaltig verändern kann. Folgerichtig war dann auch die Selektion von zur Zucht speziell geeigneten Boxerhunden. Einer, der das wusste, war der damalige Zentralpräsident J. Zehnder ( ). Zusammen mit dem vormaligen und späteren Zentralpräsidenten Adolf Fischer und unter massgeblicher redaktioneller Mitwirkung von Adolf Freitag, Züchter, Richterobmann, Körmeisterobmann und Zuchtleiter schuf er das erste Kör- und Zuchtreglement des SBC, das die Delegierten 1954 in weiser Voraussicht guthiessen. Dieses Reglement schrieb auch schon eine Wesensbeurteilung jedes Hundes als zwingende Voraussetzung zur Zuchtzulassung vor. Überängstliche und aggressive Hunde wurden schon damals von der Zucht ausgeschlossen. Dieses Reglement musste von der SKG noch abgesegnet werden und trat erst per 11. Juli 1956 in Kraft. Im gleichen Jahr 1954 bestätigte die DV die Neugründung der OG St. Gallen, die kurz zuvor unter dem Anführer und ersten Präsidenten A. Zurlinden im Hotel Hecht in St. Gallen ausgeheckt wurde. 1956: Die DV beschoss, dass das Coupieren der Ohren nurmehr unter Narkose und unter Beizug eines Tierarztes ausgeführt werden durfte. Das Körreglement trat in Kraft und Adolf Freitag, der Motor hinter diesem Reglement merkte, dass dessen Einführung seine Kräfte übersteigen dürfte. Es ging immerhin darum, in der ganzen Schweiz an die 200 bisher zur Zucht verwendeten Tiere zu prüfen und vor allen Dingen zu entscheiden, welche

43 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 43 Boxerbesitzer ihre Hunde künftig nicht mehr zur Zucht verwenden durften. Wer einmal an einer Körprüfung war, kennt die Begeisterung eines Hundehalters, dem eben eröffnet wurde, dass sein Hund zur Zucht nicht taugt. Da kommt Stimmung auf! Adolf Freitag wollte diese Aufgabe einem jüngeren, belastbaren Richter übertragen. So wurde an der DV 1956 Edouard Gutknecht gleichzeitig zum Körmeister-Obmann und zum Zuchtleiter ernannt und auf die Züchter und Rüdenbesitzer losgelassen. Er bewies umgehend, dass er über eine sehr dicke Haut verfügte. Er lebte trotz allen geheimen oder offenen Verwünschungen unbeirrt weiter, die ihm während der sieben Körtage innerhalb vier Wochen zuteil wurden. Er lebt auch heute im Jubeljahr mit 91 Jahren noch und dies bei recht guter Gesundheit und bei scharfem Verstand. Am 18. November 1956 gings mit dem ersten Körtag in Genf los. In den darauf folgenden Wochen folgten noch Körtermine in Vevey, Bern, Aarau, Zürich, Solothurn, Basel und St. Gallen. Edouard Gutknecht hat all diese 7 Körtage selber beaufsichtigt und damit für die Einheitlichkeit der Beurteilung gesorgt. War die Formwertbeurteilung gemäss Rassestandard einigermassen messbar, waren die ersten Wesensbeurteilungen ohne Messlatte oder Referenzmuster enorm schwierig zu bewerkstelligen. Mit wachsender Erfahrung eines breiter werdenden Richterkörpers wurde die Beurteilung weniger willkürlich. In diesem Startjahr der Körprüfungen wurden insgesamt 191 Boxer vorgeführt. Davon wurden 164 angekört, das heisst, zur Zucht zugelassen: 49 Rüden gelb, 28 Rüden gestromt, 66 Hündinnen gelb und 21 Hündinnen gestromt. Nun hatte man einen ersten Stock an Zuchttieren und mit dem Reglement auch eine Messlatte, die von allen potentiellen künftigen Zuchttieren an einem Körtag zu überspringen war, bevor sie zur Zucht verwendet werden durften. Auch in der SBC-Zuchtszene bewegte sich einiges: 1958 entstand bei Tierarzts in Niederglatt ein neuer Zwinger namens von der Klause dem Zwinger von Anne-Marie und Bruno Leuthold stand eine erfolgreiche Zukunft bevor, doch davon im nächsten Kapitel. Burton v. d. Klause (1972) Ein 'grosser Wurf' im Zwinger von der Klause. Burton ist ein Sohn von Carlo ut Gütsel. Somit ist Hot Chestnut sein Grossvater. Burton war und ist einer meiner absoluten Favoriten Da ist er noch mal, der Burton, diesmal als Kopfbild Rosine Hofmanns Zwinger v. Hofmannstal entstand wenige Jahre später, Dafür züchtet sie 2006 im 44 Jahr unbeirrt weiter und ist ihrer Linie und damit ihrem Erfolgskonzept treu geblieben. Auch von ihr lesen wir im nächsten Kapitel mehr. Die drei hier gezeigten Hofmannstaler sind bloss eine Kostprobe. Robin v. Hofmannstal (1967), eiiner der grossen Erfolge. Viele andere sind ihm gefolgt. Flurin & Gioja v. Hofmannstal. Zwei vorzügliche Boxer und typische Markenzeichen für Rosine Hofmanns Zuchtlinie

44 44 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 1957: Die Delegierten des SBC bestätigten die Gründung der Ortsgruppe Neuchâtel. Die Zeiten waren vorbei, als man Mühe hatte, 10 Mitglieder zur Gründung einer Ortsgruppe zusammen zu trommeln. Es war auch nicht einzusehen, weshalb ein stolzer Trupp von 23 Neuenburgern Genf unterstellt sein sollte. Roland Huber war der Mann der Stunde. Roland Huber kam, sah und blieb. Der Boxer war sein Hund schlechthin. Im Hause Huber gab es immer Boxer, den ersten bereits 10 Jahre vor Rolands Geburt. Für ihn war klar, der Boxer ist der Hund mit der grössten Seelenverwandtschaft mit dem Menschen. Mit 29 Jahren trat Roland Huber dem SBC bei und nur ein Jahr später, 1957 führte er bereits die 23 Boxerfreunde Neuchâtels und gründete die OG Neuchâtel. Er wurde ihr erster Präsident und führte die Neuenburger ganze 14 Jahre lang. Zum Dank wurde er, der Gründer, Ehrenpräsident der OG Neuchâtel. 1961: Nun reichte es auch den Waadtländern. Die OG Romandie, sprich OG Genève, hatte 27 Mitglieder aus der Waadt und ob Lausanne gab es damals einen initiativen Unternehmer namens Albert Heusser, der nicht nur Boxer, sondern auch Bier liebte. Er verband das Angenehme mit dem Nützlichen, gründete eine Bierbrauerei mit Namen Boxer und gründete im gleichen Aufwasch auch eine lokale Boxer-Gruppe, die Ortsgruppe Waadt. Welcher Verein hat schon eine eigene Brauerei? Dagegen konnte man einfach nicht sein. Die Ablösung von Genf war 1961 reine Formsache. 1963: Schlug die Stunde der Urschweiz. Ein sehr initiatives, vom Willen zur Förderung der Boxerrasse durchdrungenes Ehepaar Walter und Elisabeth Hurni aus Ebikon liessen nicht locker, bis auch die Urkantone Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden und vor allem Luzern ihren eigenen Boxerclub, das heisst, ihre eigene Ortsgruppe hatten. Sie hat ein paar sehr erfolgreiche Hündeler hervorgebracht und gehört auch heute noch zu den aktiven Unternehmungen im Schweizer Boxerkonzern. 1964: DV-Beschluss: Zulassung zur Ausbildung im Boxer Club für Hunde ohne von der SKG anerkannte Ahnentafel, sog. Boxer ohne gültige Papiere, sofern sie die Rassemerkmale eines Boxers aufweisen und gutgläubig als Boxer erworben worden sind. 1966: Kleines Jubiläum, grosses Fest. Der SBC feiert seinen 60. Geburtstag mit einer denkwürdigen Siegertitel- Leistungsprüfung in Flamatt. Die Beteiligung von 78 Teams, Boxer und Führer, war eine mittlere Sensation. Das anschliessende Bankett mit 250 Gästen anscheinend auch. Dieser Jubiläumsanlass war so dominierend, dass man darob fast die Entstehung der Ortsgruppe TICINO am 1. Mai 1966 übersah. Es ist nie böser Wille, doch das Gotthardmassiv, die italienische Sprache und die Kleinräumigkeit der Sonnenstube sind immer irgendwie zwischen uns. Es wäre schön, wenn der Tessin demnächst wieder einmal Gastgeber für einen nationalen Boxeranlass würde. 1970: Walter und Elisabeth Hurni organisierten mit der Ortsgruppe Urschweiz eine Boxer-Zuchtschau in Luzern, an der 160 Boxer ausgestellt und bewertet wurden. Otto Portmann, Ausstellungs-, Leistungs- und Wesensrichter, somit auch Körmeister, wurde zum Körmeister-Obmann ernannt. 1974: Hurnis und ihre Ortsgruppe Urschweiz befanden sich in Hochform. Sie luden im September zur ATIBOX-Boxer- und Schweizer Clubsieger-Zuchtschau. Dieses mal nach Ebikon. 201 Boxer mit ihren Haltern folgten der Einladung. Hunde, Richter und Publikum waren internationaler denn je. Man merkte deutlich, dass die Menschheit motorisierter und beweglicher geworden war. Mit der Internationalisierung stieg zwangsläufig auch die Qualität der gezeigten Boxer. Wer einen ausnehmend schönen Boxer mit Chancen auf einen 1. Platz zu Hause hatte, reiste auch mal übers Wochenende 700 1'000 Kilometer von Bremen, Wien, Rom oder Madrid an eine Zuchtschau von Format und Name. Die Schweiz war geografisch in sehr günstiger Lage, hatte eine Hand voll initiative, über die Landesgrenzen hinaus geschätzte Leittiere mit Organisationstalent und Anziehungskraft. Diese Pluspunkte des Standortes Schweiz waren wohl die wesentlichen Gründe für die stetig wachsende Zahl ausländischer Aussteller und Besucher an unseren Schauen. Wenn diese Theorie noch einer weiteren Bestätigung bedurfte, lieferte sie uns 1975 auch die OG Ticino, die in der Sonnenstube zur Clubsieger-Zuchtschau einlud und unter den 140 Boxern erstmals mehr Italiener und Franzosen zählte als Hunde aus der Schweiz. Dieser Trend verstärkte sich von Jahr zu Jahr. 1976: St. Gallen wurde zur Gastgeber- OG für die 76er-Clubsieger- Zucht-schau. Sie schlugen die Tessiner mit 163 vorgeführten Boxern noch um 23 Hunde, konnten Spitzentiere aus den umliegenden Ländern für die Ausstellung gewinnen und machten sich einen Namen für gute grosse Zuchtschauen. Die Boxerwelt sollte noch öfter in St. Gallen Halt machen. Seit der Demission von Zentralpräsident Dr. med. Walter Lüthi, Bern, nach nur zwei Jahren Amtszeit in den Jahren 1948 und 1949, drehte sich das Zentralpräsidenten-Karussell ungemütlich schnell. Präsidenten verliessen mit Ausnahme von Herrn J. Zehnder, Aarburg, der zwischen 1950 und 1955 zwei Amtsperioden leistete, in immer kürzeren Intervallen den zentralen Thron. Das schmiedete zwar den schnell wachsenden, zusehends heterogeneren Club nicht zu einer soliden Einheit zusammen, gab aber den vielen jüngeren Ortsgruppen grosse Selbständigkeit und die Möglichkeit, sich

45 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs machen die extrem engagierten Schweizerböxeler, Adolf Freitag, Ed. Gutknecht mit Kindern Jacqueline und Jo Frau Friederun Stockmann und ihrer Tochter einen kombinierten Arbeits und Staatsbesuch. Die Gutknechts und Frau Stockmann kennen wir inzwischen, aber Adolf Freitag, Züchter, Richter und geistiger Vater der Körprüfung im SBC blieb bisher unverdient im Hintergrund. Er war Zuchtleiter und Körmeisterobmann in einer Person Martin Plüss, 14 Jahre Zentralpräsident ( ), heute Zentral-Ehrenpräsident, mass der Ausbildung unserer Boxer stets eine grosse Bedeutung bei. Hier zusammen mit Ginette Hufschmid, ADP-Richterin, bei der Zielkontrolle der Ausdauerprüfung 2000 in Bern-Uettligen, wo 45 Hunde den Halbmarathon' über 20km absolvierten. 1965: Internationale Hundeausstellung in den Muba-Hallen in Basel. Ein Bild, stellvertretend für die vielen IHAs in diesen geweihten Hallen, die wir nicht explizit erwähnt haben, die aber wie alle andern SKG- Anlässe unser Boxerprogramm nachhaltig umrahmten und ergänzten. Im Bild v.l.n.r. Herr und Frau Mola, Rino Menghini, hoch geschätzter Richter und Züchter aus Basel, der aus persönlichen Gründen allzu früh freiwillig aus dem Leben schied. Daneben Richter Hopf, Deutschland und Ed. Gutknecht mit seiner Champion Hündin Miss des Vernêts Champion Zar di Cittanova, links im Bild, war neben Miss der männliche Tagessieger Martin Plüss, auch Übungsleiter im Nebenamt, hier im Übungsleiterkurs von und mit Hans Schlegel (Wolfsprung Kennels). Da lernt nicht in erster Linie der Hund, sondern der Übungsleiter, wie man Hundeführer zur Ausbildung ihrer Boxer anleitet.

46 46 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs zu konsolidieren. Auch die Funktionäre, die Obmänner für das Kör-, Zucht-, und Leistungswesen samt der Körkommission wurden selbständiger und teilweise auch selbstherrlicher. Der Ruf nach mehr Gemeinsamkeit, mehr Kontinuität, mehr zentraler Führung wurde unüberhörbar. Ende 1976 warf Dr. med. Kaspar Hofmann nach kürzester Präsidialzeit das Handtuch. Neuwahlen waren angesagt. 1977: An der Zentralvorstandssitzung vom 26. Februar 1977 in Neuchâtel wurde das Wunsch- Anforderungsprofil des idealen Zentralpräsidenten erschöpfend diskutiert und die Mitgliederlisten auf und ab nach dem idealen Kopf abgesucht. Man wurde nicht so recht fündig. Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, schlug man der anschliessenden Delegiertenversammlung als Notlösung interimsweise für 1 Jahr das unbeschriebene Blatt Martin Plüss vor. Martin Plüss wurde als Interims- Präsident auf ein Jahr gewählt. Bekanntlich ist nichts so dauerhaft, wie das Provisorium. Martin Plüss erwies sich als der gesuchte ruhende Pool, der Fels in der Brandung, die Vaterfigur, die der Club brauchte. Dazu brachte er noch eine hervorragende Organisatorin, Rosmarie Lang, eine HSG-Absolventin, als Sekretärin mit, die ihm den administrativen Laden vorbildlich schmiss. Der Club bekam klare Konturen, Ruhe kehrte ein und es folgten 14 Jahre mit klarer, umsichtiger, geradliniger Führung. Martin Plüss drückte dem SBC seinen unverkennbaren Stempel auf, ohne die Ortsgruppen, die Mitarbeiter und seine Funktionäre und Richter unnötig einzuschränken. Man arbeitete gerne für und mit Martin Plüss, man setzte sich gerne ein für und mit dem SBC für einen gesunden, charakterfesten und athletisch schönen Boxer, unserem gemeinsamen Anliegen. Witherford Hot Chetnut wurde 1960 von Karin Rezewski, Deutschland in England von der Züchterin Pat Withers erworben. Er war nicht nur selber absolut vorzüglich, er war ein durchschlagender Vererber und beeinflusste die Boxerpopulation nach 1960 entscheidend. Er stammt in 19. Generation direkt von Flock St.-Salvator ab, den Frau Stockmann als den wichtigsten Gebäude- Vererber taxiert hat. Die nachfolgenden Rüden stammen in direkter Linie von Witherford Hot Chestnut ab, der ein perfektes Gebäude und einen ebensolchen Kopf weitervererbte. Carlo ut Gütsel (1965) einer der perfektesten Boxer überhaupt. Wie sein Vater Witherford Hot Chestnut und seine Söhne danach, erstklassiger Vererber Iko v. Springbach (1967) fügt sich nahtlos in die Ahnen und Söhnereihe. Vater Carlo ut Gütsel, Sohn Carlo von Henningshof, aus demselben Holz geschnitzt. Carlo v. Henningshof (1972) Vater Iko v. Springbach, einer seiner Söhne Carlino v. Nassau Oranien Carlo v. Henningshof (1972) Studie des absolut perfekten Boxerkopfes Carlino v. Nassau Oranien (1975) Kopfstudie des Carlo v. Henningshof-Sohnes Grosse erfolgreiche Clubsieger-Zuchtschauen noch und noch: Carlino v. Nassau Oranien (1975) passt durch und durch in die Familie der Hot Chestnut-Nachkommen

47 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 47 Bruno v. Morsbach Bruno v. Morsbach (1978) Vater: Carlino v. Nassau Oranien; einer seiner berühmtesten Söhne: Xanthos v. Bereler Ries Ibsen v.d. Sembacher Flur (1991) Vater eines nach dem Millenniumwechsel wichtigsten Boxers weltweit: Perico du Val d Europe Athos de l Enfer Vert (1985) - perfekter geht s nicht mehr Bruno v. Morsbach: (1978) Kopfstudie Don Carlos du Fief des Ilots (1998) Sohn von Athos und Vater von Ibsen v. Sembacher Flur PERICO du VAL d EUROPE (1999) wohl dominantester und bester Vererber der Rasse zwischen 2001 und heute Xantos v. Bereler Ries (1980) Kopfstudie Ibsen v.d. Sembacher Flur (1991) Kopfstudie RAVEL du VAL d EUROPE (2000) wohlgeratener Perico-Sohn und Multi-Champion im Besitz unserer best bekannten Ginette und Sepp Hufschmid, Basel. Ravel geht in direkter Linie über 12 in diesem Heft mit seinen Vätern und Vorvätern vorgestellten Generationen zurück auf den englischen Wunderknaben Witherford Hot Chestnut. Die Boxer haben es weit gebracht, seit Meta v.d. Passage Xantos v. Bereler Ries (1980) Vater von Athos de l Enfer Vert

48 48 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs Ursula Mengisen, Obfrau für das Leistungswesen im SBC, verlangt nichts von ihren Schützlingen, was sie nicht selber beherrscht. Auf diesem Bild bestreitet sie gerade die Schweizermeisterschaft in der Klasse Sanitätshund, Stufe 3. Es geschah im November 1982 in Kappe/SO und Ursula wurde mit der Silbermedaille Vizeschweizermeisterin. Nicht nur im Sanitätsdienst bewähren sich Boxer. Ihr wirkliches Spezialgebiet ist die Sucharbeit in Katastrophengebieten z.b. nach Erdbeben. Hier ist Urs Ochsenbeins Hund bei der Arbeit. Urs Ochsenbein, Begründer des Kathastrophenhundewesens, Verfasser populärer Ausbildungsbücher und lange Zeit Übungsleiter in der OG Zürich, hat die spezielle Boxerqualität, die stoische Beharrlichkeit, für die un-mögliche Sucharbeit in unmöglichem Gelände auszunutzen gewusst und weit über die Kynologie hinaus, auch beim Roten Kreuz populär gemacht. Dabei war ihm Rosmarie Lang, OG Bern, Rotkreuz-Mitarbeiterin und selbst Mitglied des Katastrophenhundevereins massgeblich behilflich Basel, Allschwil mit 250 Boxern; 1978 Stans, ATIBOX- und Clubsieger mit 220 Boxern; 1979 Solothurn, Derendingen mit 107 Boxern; 1980 Neuchâtel, Colombier mit 100 Boxern und schliesslich 1981 die grosse 75-Jahre- Jubiläumsschau mit wiederum 240 Boxern fast auf den Tag genau feierten wir in Zürich das Jubiläum 75 Jahre Schweizerischer Boxer Club. Die OG Zürich organisierte ein fröhliches Fest am Vorabend, Samstag, 5. September, mit Festbankett, Showeinlagen und Tanzmusik im Hotel Spirgarten in Zürich-Altstetten. Tags darauf, am Sonntag, fand auf dem Areal der Reithalle Birmensdorf die Boxer-Sonderschau mit 238 gemeldeten Hunden statt. In die Richteraufgaben teilten sich die deutschen Richter Helmut Göbel und Toni Piasentin, Dr. Eugenio Lesma aus Italien, Frau Hansi Höhne aus Oesterreich sowie die Schweizer Edouard Gutknecht und Franz Wildhaber. Der Anlass fand ein positives Echo in der Tages- und Fachpresse. Der Tagesanzeiger widmete dem Boxergeburtstag mehr als eine halbe Seite mit ansprechenden Bildern und wohlwollendem Text Gab Edouard Gutknecht sein Amt als Zuchtleiter ab, das er seit 1956 während 25 Jahren inne hatte. Zum neuen Zuchtleiter wählte die DV Martin Schläppi aus der Ortsgruppe Bern. Martin Schläppi hatte sich als erstes vorgenommen, den Kontakt zwischen Zuchtwart und Züchtern einerseits, zwischen Züchtern untereinander und schliesslich zwischen Züchtern und anderen Boxerliebhabern nachhaltig zu verbessern. Er wurde deshalb Herausgeber und Redaktor seines eigenen Monatsheftleins namens Züchter- Bulletin, welches in einer Auflage von 350 Stück an Züchter, Funktionäre und interessierte Boxerliebhaber im In- und Ausland versandt wurde und allen Lesern als Informations- und Diskussionsplattform dienen sollte. Das Heft erschien 6 Jahre lang monatlich, wurde zunächst mit Hilfe der Gemahlin vierhändig auf der Schreibmaschine produziert und ab 1984 auf seinem ersten eigenen Computer hergestellt. Diese Wundermaschine ermöglichte gleichzeitig die ersten regelmässig publizierten Zucht-, Kör-, Deck-, und Wurfstatistiken. Das Blatt erschien zweisprachig dank kompetenten Idealisten aus der welschen Schweiz. Die ersten Übersetzer waren die Neuenburger Züchter Simone & Jean-Claude Jeanneret. Nach zwei Jahren traten Ermüdungserscheinungen auf und an ihre Stelle trat Ruth Righenzi aus Le Lignon. Sie war unerschrocken, effizient und schnell und hielt durch bis Mitte 86, dann warf auch sie das Handtuch. Nach einem halben Jahr der Improvisation kamen ihm Natalie und Bernard Fuger aus Marly zu Hilfe. Sie hielten nicht nur bis Mitte 88, der Einstellung des Züchter-Bulletins durch. Sie suchten einen neuen Verleger, fanden ihn schliesslich in der Person des Berner Architekten, Boxerfans und langjährigen SBC-Mitglieds, Bernhard Suter, der zusammen mit Fugers ein aufgewertetes Nachfolge- Monatsheft mit Namen BOXER produzierte. BOXER wurde von Fugers redigiert und vom Verleger Bernhard Suter produziert, bis der umtriebige Bernard Fuger Ende 1999 aus Gründen der Überlastung das Redaktorenamt niederlegte. Bernhard Fuger schied ein Jahr später freiwillig aus dem Leben. - Bernhard Suter gab deswegen nicht auf. Er produzierte BOXER unter erschwerten Umständen mit wechselnden Redaktionsteams [sprich: er machte alles selber] und das Blatt erschien weiter bis Ende Da reifte in Bernhard Suter die Überzeugung, dass wohl Gisela Tschabolds und Ginette Hufschmids neue SBC Homepage < das Informationsbedürfnis des Grossteils der Schweizer-Böxeler ausreichend und schneller zu decken vermochte, als unser bisher bewährtes Printmedium. Mit einem Seufzer [der Trauer oder der Erleichterung?] stellte er BOXER ein. Seither arbeitet Ramon Nyffeler, langjähriges Mitglied der OG Genf und SBC-Redaktor für die französische Schweiz, an der Wiedergeburt des Hefts. Helfer sind jederzeit herzlich willkommen. Ebenfalls an der DV 1982 wurde offiziell mitgeteilt, dass das Bundesamt für Veterinärwesen ab sofort dem Ohren- Coupierverbot für Hunde mit Konsequenz Nachachtung verschaffen werde. Bussen bei Zuwiderhandlung von bis zu 40'000 Franken wurden in den Ausführungsbestimmungen genannt. 1984: Die Delegiertenversammlung wählt Roland Huber, Ehrenpräsident der OG Neuchâtel, Wesens- und Ausstellungsrichter zum neuen Ausstel-

49 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 49 lungsrichter-obmann. Er ersetzte den Vorgänger Franz Wildhaber aus St. Gallen. 1986: Kleines Jubiläum, grosse Feste: Der SBC wurde 80 Jahre alt. An der DV vom 23. Februar ernannte die Versammlung Ginette Hufschmid und Martin Schläppi zu Ausstellungsrichtern. Rechtzeitig zum kleinen Jubiläum führt der SBC die Familienmitgliedschaft (mit Pauschalbeitrag für mehrere Mitglieder) ein. Familien sollten am Clubleben aktiv teilhaben. 1. Jubiläumsveranstaltung des Jahres: ATI- BOX-Delegiertenkonferenz in Basel kombiniert mit der ATIBOX- Zuchtschau vom 22. Juni in Allschwil- Basel, mit über 300 Boxern der grössten in der Schweiz je durchgeführten reinen Boxerschau (mit CAC- Vergabe). 2. Jubiläums-Anlass: Siegertitelprüfung in Kappel ( ) organisiert durch die OG Solothurn, Gruppe Kappel, die vom Oltener Tagblatt aufmerksam mitverfolgt und mit viel Bildern publiziert worden ist. Wenn Meister Schlegel demonstriert, lauschen und beobachten die Übungsleiter auf der Schulbank aufmerksam und kritisch. (Von links nach rechts): Godi Schär, Toni Eugster, Renate Egg, Hans Schmocker, Edy Rhyn, Martin Plüss und Eliane Keiser. 1987: 21. Februar: Die der Delegier- Vor ernsthaften Einsätzen kommt die freudige, vielseitige Grundausbildung, die Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert und die anspruchsvolle Hauptaufgabe unserer Ortsgruppen darstellt. Hier, auf dem Übungsplatz Rohr der OG Aargau herrscht Dynamik und gute Stimmung. Keiner zu klein, Apportierer zu sein! - Der Motivator ist Lust. Dieser 3,5kg schwere Zwergpinscher bringt ein 1kg-Holz. Das hat er am Kufnerkurs mit den Boxern freiwillig einfach so gelernt. Das beweist, dass Hunde gerne spielerisch lernen, wenn der Meister Freude und viel Zeit hat, sich mit seinem Vierbeiner zu beschäftigen. Der Weg ist das Ziel, nicht der Pokal! - Der Pokal kommt dann gelegentlich fast von selber, wenn der Aufbau beiden Freude bereitet siehe nächstes Bild Iris Storchenegger, Zuchtleiterin, Züchterin, OG-Präsidentin und engagierte Hundeausbildnerin, auf diesem Bild in Ausbildung am Kufnerkurs 1994, Ehrwald Tirol, zeigt, dass Boxer nicht nur weit, sondern auch lustvoll hoch springen können, wenn man es ihnen spielerisch beibringt.

50 50 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs tenversammlung vorgelagerte Zentralvorstandssitzung war der absolute Absteller für den noch amtierenden Zuchtleiter, Martin Schläppi: Sein umfassender Reglementsentwurf für die Zuchtbestimmungen des SBC wollte eine reglementierte Zwingerkontrolle und Wurfabnahme durch neu zu schaffende Regional-Zuchtwarte. Dazu schlug er vor, die Welpenbeschränkung pro Wurf von 6 auf 8 Welpen zu lockern. Das Reglement wurde mit bestem Dank schubladisiert und die Lockerung der Welpenbeschränkung haushoch abgelehnt. Darob wurde der Zuchtleiter des Lebens nicht mehr richtig froh, um nicht zu sagen, er war sauer, was seinen Entscheid, im Wahljahr 88 zurückzutreten, nicht unwesentlich beeinflusste. Die Welpenbeschränkung wurde dann wenig später per Tierschutzgesetz aufgehoben und Mitte 1989 führten die Nachfolger in der Kör- und Zuchtkommission das Regionalzuchtwarte-Modell nach seinem Reglementsentwurf ohne Aufhebens und ohne Widerstand ein. Als er das mitbekam, glaubte er eine ganze Weile lang nicht mehr an das Gute im Menschen Grosser Personalwechsel unter den Funktionären anlässlich der 88er- Wahlen vom 28. Februar: Rücktritt von Martin Schläppi als Zuchtleiter, Rücktritt Otto Portmanns als Körmeisterobmann und Rücktritt von Sepp Hufschmid als Obmann für das Leistungswesen. Als Nachfolgerinnen, respektive Nachfolger wurden gewählt: Als Zuchtleiterin: Ida Hermann, erfolgreiche Züchterin mit dem bekannten Zwinger vom Falknisblick ; als Körmeisterobmann: Hermann Fiechter, Körmeister, Ausstellungs- und Wesensrichter, sowie Züchter mit ebenfalls bekannter und grosser Zuchtstätte vom Grünenberg. Astrid v. Rulach, erfolgreiche Hundeführerin mit Boxer und Schäfer, übernahm die Leitung des Leistungswesens im August führte die Kör- und Zuchtkommission das Regionalzuchtwartemodell ein. Regionalzuchtwartinnen wurden Anni Scherrer, Belpberg; Inge Frick, Witterswil; Rosy Moosmann, Goumoens-le-Jux; Emmi Hasler, Niederlenz und als einziger Mann für kurze Zeit Georg Langer. Von nun an wurden alle Zuchtstätten kontrolliert und jeweils, wenn in einem Zwinger ein Wurf Welpen zur Welt kam, die Welpen begutachtet und registriert und kurz vor dem Abgabetermin nochmals angeschaut und der ganze Wurf abgenommen, wie es im Fachjargon heisst. Das System funktionierte und die Züchter akzeptierten es.- Zusätzlich wurde das Amt der Welpenvermittlerin bestätigt: Wer einen Boxerwelpen suchte, richtete sich in der Deutschschweiz an Anni Scherrer vom Belpberg, wer in der Welschschweiz suchte, kontaktierte Rosy Moosmann. Das ist heute für die französische Schweiz immer noch so. Für die Deutschschweiz vermittelt seit 2004 Inge Frick aus Witterswil. 1990: Der ZV nahm erfreut zur Kenntnis, dass die Produktion eines Monatshefts namens BOXER als Nachfolgeblatt des Züchterbulletins zustande gekommen war und dass Bernhard Suter die Verantwortung als Verleger und Bernard Fuger die Redaktion übernehmen wollten. Der ZV stehe zu diesem Projekt, wie das Protokoll festhält, und unterstütze es moralisch, [das ist doch auch schon etwas!] nicht aber finanziell. 1990: Die OG Kreuzlingen wurde durch Zustimmung der Delegierten legalisiert. Dies obwohl die OG St. Gallen vorher mehrmals Einspruch erhob. Sie lebten fortan total friedlich nebeneinander. Die Gruppe gab es als inoffizielle Trainingsgruppe schon seit Edi Lüthi, Hubert Aebischer und Mathis Hanselmann trainierten zusammen mit neun weiteren Arbeitshundeführern in Kreuzlingen als Untergruppe, hatten aber immer weniger Kontakt zu St. Gallen und sahen ihr Glück in der gänzlichen Loslösung von St. Gallen. Es gab keinen wirklichen Streit, es war lediglich eine Art nachhaltige Entwöhnung. St. Gallens Präsident, Pius Hollenstein ging es bei seinen Einsprachen ja eigentlich auch nur um den Ausfall der Jahresbeiträge der Abgänger aus dem Kreuzlinger- Einzugsgebiet. 1991, 24. Februar, ZV + DV: Martin Plüss gab nach 14 Jahren sein Amt als Zentralpräsident ab. Es gab in der ganzen SBC-Geschichte keinen Präsidenten, welcher den Verein über eine solche Zeitspanne geführt und erst noch gut geführt und gefestigt hat. Zum Dank wurde er per Akklamation zum einzigen Ehren-Zentralpräsidenten des SBC ernannt. Sein Nachfolger im Amt des Zentralpräsidenten wurde Pius Hollenstein. Die versierte und bewährte Ausstellungsmacherin und Richterin Ginette Hufschmid übernahm von Roland Huber das Amt der Zuchtrichter-Obfrau. Pierre Rose wurde als Wesensrichter und Bernard Fuger als Schönheitsrichter [ respektive Zuchtrichter, wie es z.z. gerade heisst ] von der DV bestätigt. Zudem wurde Rosmarie Lang als langjährige Zentralsekretärin und Ausstellungs-Richterin mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt. An dieser Stelle muss und will der Verfas- Anna-Maria Konrad besitzt die Gaben, die es zur erfolgreichen Ausbildung braucht. Freude, Geduld, Zeit und liebevolle Konsequenz. Das Resultat: Schweizermeisterin IPO 2002 und danach viele nationale und internationale Lorbeeren mit ihrer Amira v. Campbell

51 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 51 Jahr für Jahr sind 3 ZTP- Prüfungen, resp. Körtage zu organisieren. Da schaut man einem geschenkten Gaul halt auch ins Maul. Am Körtag 1/2000 'kämpfen' Suzanne Rochat und Ginette Hufschmid mit einer Hündin, die nicht recht weiss, was ihr geschieht. Maul aufmachen wäre auch ein Junghundetraining, das Ihnen jeder Tierarzt danken würde. Da wo Pokale vergeben werden sollen, muss auch (hinter und vor den Kulissen) jemand sein, der die Anlässe organisiert. Eine, die sich in fast allen Bereichen dank Durchblick durch die Reglemente unentbehrlich gemacht hat, ist Ginette Hufschmid, hier als Co-Richterin mit Martin Schläppi an der ADP 2004 in Bern Wo eine Schau ist, regnet es zum Schluss Pokale. Wer wann warum was bekommt, ist höhere Mathematik. Wenn s so kompliziert wird, holen wir jeweils die bewährten Überblicker und Kopfrechner Martin Plüss und Heinz Boss. Man beachte ihren lässigen bis leicht gelangweilten Blick, der den coolen Profi verrät. Stimmungsbild aus den Zuschauerrängen der 6. Jahressieger- Zuchtschau vom 27. August 2000 in Münchenbuchsee-Bern 6. Jahressieger-Zuchtschau August 2000 in Bern. Dieses und die folgenden Bilder stehen stellvertretend für all die vielen Club-, Atibox- und Jahressieger-Zuchtschauen, die der SBC über die vielen Jahre mit wachsendem Erfolg durchgeführt hat. Teilweise wurden sie im Text beschrieben.

52 52 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs ser eine gross geschriebene Randbemerkung anbringen: Bei seinen eher mühsamen Recherchen zu dieser Schrift und bei seinem staubigen Einsatz als Freizeit-Wühlmaus in den SBC Archiven, war ihm die Suche im Zeitabschnitt der Amtszeit Lang eine echte Erholung. Mit Weitblick und Selbstdisziplin hat sie den Historikern die übersichtlichsten Akten in der 100 jährigen SBC- Geschichte hinterlassen. Weiter zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden: Elisabeth Hurni, Charles Falconnier und Peter Läderach. 1991: In seinem Jahresbericht für das zurückliegende Jahr 1990 schrieb Körmeisterobmann Hermann Fiechter, dass die Körkommission zwecks Vergleich, Wesensprüfungen anderer Rassen beiwohnte. Er konstatierte: ich habe dabei festgestellt, dass wir mit unserer Wesensprüfung richtig liegen. Wenn der Boxer gleichzeitig ein Gebrauchshund, ein Familienhund und ein Kinderfreund sein soll, dann dürfen bei der Wesensprüfung keine Konzessionen gemacht werden. 1993: Nach relativ kurzer, zeitweise auch leicht turbulenter Amtszeit die Chemie im Team soll nicht so richtig gestimmt haben war Ida Hermann des Amtes müde und trat von ihrem Posten als Zuchtleiterin zurück. Sie hatte immerhin das Regionalzuchtwarte-Modell eingeführt und die neu bestimmten Regionalzuchtwartinnen in ihr Amt eingeführt. Dafür war ihr der Dank des Clubs sicher. An ihrer Stelle versuchte der Züchter Kurt Fahrer aus Schnottwil/SO sein Glück als Leiter des nicht so ganz einfachen Amtes. Er stellte aber die Bedingung, dass er von allen administrativen Arbeiten entbunden würde. Sein Wunsch war dem Club und insbesondere der Kör- und Zuchtkommission Befehl. Die Kommission reorganisierte den administrativen Ablauf, teilte den arbeitsintensiveren Formularkrieg und Statistikarbeiten dieses Amtes auf die Mitglieder Ginette Hufschmid und Anni Scherrer auf und der ZV wählte Martin Schläppi, diesmal als Beisitzer und Sekretär, in die Kör- und Zuchtkommission. So, sollte man meinen, hätte man eine tragbare und auf längere Zeit stabile Lösung gefunden. Die Lösung reichte gerade mal bis zur nächsten ZV + DV im Februar Da stellte Fahrer das Zuchtleiteramt wieder zur Verfügung. Als Übergangslösung sprang der Körmeisterobmann Hermann Fiechter in die Bresche und führte interimistisch die Regionalzuchtwartinnen sowie die Kör- und Zuchtaufsichts-Spesenkasse auf Zusehen hin, bis die Zuchtleitercharge wieder besetzt werden konnte. Ein heisses Wochenende im Sommer 1993 und die Mutter aller Zuchtschauen, prägten die Erinnerung an dieses bemerkenswerte Jahr. Am 26. und 27. Juni, versammelte sich die ATIBOX-Elite Europas zur einer ihrer grössten Veranstaltungen überhaupt, zur ATIBOX-Zuchtschau BASEL-Allschwil. Da blieb kein Auge trocken und auch keine Kehle Feststimmung herrschte. Es war schön, damals, nicht warm; sondern verdammt heiss rund um die Reithalle in Allschwil. Für die rund 450 Boxer und an die 1'000 Böxeler aus aller Welt Schattenplätze zu finden, war am Sonntag die Herausforderung des Tages. Bemerkenswert gut geschlagen haben sich bei diesem Wetter die Boxer-Veteraninnen und -Veteranen in der so genannten Gruftiklasse, im Altersfrische-Wettbewerb. Sie nahmen allerdings den einzigen Ring mit Halbschatten für sich in Anspruch. Beim um die Wette Laufen und Hürde Überspringen vergassen sie die 10 bis 13 Jährchen, die sie auf dem Buckel hatten. Dank dem von Ginette Hufschmid erweiterten Altersfrische- Bonussystem, welches nach einem durch ihren Lebenspartner und Informatiker Helmut Thoma entwickelten Programm den unterschiedlichen Lebensleistungen der alten Tiere automatisch Leistungsboni gewährte, entstand am Schluss eine Rangliste, die einem gefragten Altersattest gleichkam. Dadurch hat sich dieser Altersfrischewettbewerb an unseren Zuchtschauen einen festen und bleibenden Platz erworben. 1994: Beschluss DV: Die jährliche Clubsieger-Zuchtschau wird mit sofortiger Wirkung umbenannt in Jahressieger-Zuchtschau. Im gleichen Jahr, vom 6. bis 12. Juni findet die WELT-HUNDEAUSSTELLUNG BERN statt. Die OG Bern übernimmt die Organisation für den Bereich BOXER, was Betreuung ausländischer Gäste mit und ohne Boxer während mehr als einer Woche und ein grosses, denkwürdiges Boxerfest im Clubhaus Struchismoos, Ring-, Richter- und Hundebetreuung beinhaltete. Ein Grossteil der aktiven Bernerböxeler war mit Organisieren und Betreuen beschäftig und erhielt von der SKG extra WELT-HUNDE- AUSSTELLUNG -T-Shirts, die qualitativ so gut und ansprechend genug waren, dass wir sie heute noch mit gewisser Wehmut und etwas Stolz anziehen, wenn s offiziell wird. 1995: An der DV im Februar trat Astrid Isenschmid-v.Rulach als Chefin für das Leistungswesen zurück. Sie war amtsmüde und leicht frustriert. Es war ihr in den sieben Jahren ihres Wirkens nicht wirklich gelungen, ihr profundes Wissen an eine breitere Basis von Leistungshündelern in den Ortsgruppen zu übermitteln. Als Nachfolger schlug Carol Eugster aus dem Pool der Delegierten spontan René Stadelmann vor, der ebenso spontan gewählt wurde und die Wahl überrascht und überrumpelt annahm. In der Folge betreute er dieses Amt während der folgenden zwei dreijährigen Amtsperioden. Pius Hollenstein kündigte den Archivraum, den Martin Plüss und Rosmarie Lang während ihrer Amtsführung gemietet hatten und der den SBC im Jahr 600 Franken Miete kostete. Er hatte ein günstiges Angebot in St. Gallen für Fr /Jahr angenommen. Wenn ich den heutigen Zustand unseres Zentralarchivs betrachte, muss ich feststellen, dass der damalige Entscheid falsch war.

53 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 53 Den Kulminationspunkt, auf Deutsch, das Sahnehäubchen oben drauf, unseres 100 Jahre anhaltend wachsenden Ausstellungswesens war zweiffellos die ATIBOX-Schau im 2001 in St.Gallen. Sie wird im Textteil beschrieben. Hier der optische Eindruck des Anlasses mit 450 Boxern aus aller Welt in den Ringen. Sie wird als grösste und schönste Schau des SBC in die Geschichte eingehen. Wolf Steiger, Präsident OG Zürich, orientierte anlässlich der DV 95 über Kontakte und Verhältnis zum Neuen Boxer Club Zürich. Anscheinend hatte Bernard Fuger Kontakt zum NBC und hatte versucht, die beiden Zürcher Boxer Clubs wieder zu vereinen, was von unserer richtigen OG Zürich nicht eben goutiert wurde. Wolf Steiger führte aus, die gegenseitigen Beziehungen seien von kühler Freundlichkeit geprägt. Gemäss der Präsidentin des NBC, Frau Gnägi, stehe eine Fusion nicht zur Diskussion, aber eine friedliche Zusammenarbeit funktioniere in wechselseitiger Nutzung der Fährtengelände und NBC-Mitglieder machten bei den SanH-Übungen der OG ZH mit. Nachdem die OG Zürich im Training für Hunde aller Rassen offen sei, war nicht einzusehen, warum nicht auch NBC-Boxer mit den richtigen Boxern trainieren und Prüfungen absolvieren dürften. 1997: Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) erliess, gestützt auf das neue Tierschutzgesetz, ein Hunderu- Es war heiss, sehr heiss am 27. Mai 2001 in St. Gallen. Die Prominenz verfolgte das Spektakel vom Vorzugsplatz unter dem Schatten spendenden Baldachin am Rand des Ehrenringes Auch eine Züchtertagung im Tierspital Zürich im Jahr 2000 gibt viel zu organisieren. Bild: v.r.n.l: Pius Hollenstein, Zuchtleiter, Ginette Hufschmid, Zuchtrichterobfrau an der Kasse (die prominenten Referenten sind nicht gratis) und Helmut Thoma, Ginettes Lebenspartner und Sekretär/Berater, hier bei letzten Vorbereitungen.

54 54 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs ten-kupierverbot mit Wirkung per 1. Juli Der Aufschrei eines beachtlichen Teils der Liebhaber und Züchter der betroffenen Rassen war laut und wirkungslos. Die Erregung legte sich relativ rasch. Man fand sich damit ab bis auf eine Hand voll Züchter, die im Umgehen des Verbots einigen Erfindergeist entwickelten. 2 bis 3 Jahre später, als sich die SKG demonstrativ hinter das Verbot stellte und durch restriktive Bestimmungen Schweizer- Boxer mit coupierten Ruten unmöglich machte, fand sich auch die alte Garde mit dem New look ab und findet ihn heute mehr als nur in Ordnung. 1997: ZV + DV vom 22 Februar: Hanspeter Blaser wurde neuer Zentralpräsident. Er löste Pius Hollenstein ab, der dieses Amt seit 1991 inne hatte und nun gleich nahtlos ins Amt des Zuchtleiters wechselte. Pius stellte bloss die Bedingung, dass die mittlerweile in der Kör- und Zuchtkommission (KZK) gut eingespielte Abwicklung der Zuchtadministration unverändert weitergeführt würde. Hermann Fiechter trat als Körmeisterobmann und Interims-Zuchtleiter zurück und demissionierte gleichzeitig als Wesensrichter. An seiner Stelle wurde der Richter und Sekretär der KZK, Martin Schläppi, zum Körmeisterobmann ernannt. Dadurch wurde ein Beisitzerplatz in der KZK frei, der neu mit der Züchterin, Hundeführerin und Präsidentin der OG Kreuzlingen, Iris Storchenegger besetzt werden konnte. Sie übernahm neu auch die Protokollführung in der KZK. Die neue Konstellation in der KZK entpuppte sich als wahren Turbo, Ginette Hufschmid, Pius Hollenstein und Martin Schläppi ergänzten sich in einer Art und Weise, die motivierte und einen Innovationsschub auslöste. Wir sahen, dass die Wünsche der Boxerbesitzer zwischen Familienhündelern (ca. 90%), ambitiösen Leisungshündelern (ca. 5%) und ehrgeizigen Ausstellungshündelern (ca. 5%) weit auseinander klafften. Für Aussteller und Leistungshündeler war im Ausland alles besser. Unsere Boxer waren den einen zu weich, den andern zu dominant und zu wenig gesund und den dritten zu wenig schön. Wir entschlossen uns, beim Um- und Ausbau der Wesensbeurteilung anzufangen und uns im Anschluss der Gesundheit, speziell des Bewegungsapparates und des Herzens anzunehmen. Wir schufen ein neues, zweistufiges Zuchtzulassungsmodell das eine elementare Zulassung mit einer Reihe empfohlener, aber freiwilliger Massnahmen enthielt und so der Eigenverantwortung der Züchter grossen Spielraum liess. Wir boten neben den obligatorischen Hüftgelenkröntgen freiwillige Spondyloseund Herzfunktionsbeurteilungen an, führten einen freiwilligen Ausdauertest und eine viel umfassendere, facettenreiche Wesensbeurteilung ein, die das Verhalten jedes Tiers rund 30 Minuten lang in ganz unterschiedlichen Situationen beurteilt und so die Gefahr willkürlicher Fehlentscheide verringern half. Bei der zweiten Stufe, der Elite- Körstufe für Kör- und Leistungszucht wurden die freiwilligen Prüfungen der ersten Stufe obligatorische Voraussetzung für zusätzliche, anspruchsvollere Tests. Kurz, in einem Jahr stellte die KZK ein neues Konzept auf die Beine und liess es durch die Gruppe Wesen Fachspezialisten der SKG in Theorie und Praxis austesten und gutheissen. Schon ein Jahr später wurden Teile davon umgesetzt. 1998: Am 21. März führte die Ortsgruppe Bern im Auftrage der KZK und unter der Leitung des Körmeisterobmanns die erste Ausdauerprüfung (ADP) mit 40 Hunden aller Rassen durch. Es galt 20 km Distanz in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von km/h zurückzulegen, Hundeführer mit Fahrrad und angeleintem Hund, wobei alle Tiere vor, während und nach dem Lauf tierärztlich auf Herz und Nieren geprüft wurden. Die Prüfung fand Anklang, erregte die Aufmerksamkeit der SKG, respektive ihrer Technischen Kommission, der TKGS, welche die Prüfung 2 Jahre später samt unserem Reglement ins TKGS-Prüfungsrepertoire aufnahm und dort nun einen festen Bestandteil des Angebots darstellt. Martin Schläppi wurde später von der TKGS zum Instruktorenrichter der TKGS für ADP-Belange ernannt und bildete eine Anzahl Prüfungsrichter und ADP- Organisatoren aus. Den Richterausweis erlangten dabei auch Ginette Hufschmid und Hansrudi Kiefer. 1999: Am 25. April führte die ATI- BOX in Bad Godesberg die 1. Schutzhunde-Weltmeisterschaft für Boxer durch. Zwei Schweizer, das heisst, eine Schweizerin und ein Schweizer nahmen teil, zwei Sieger und ein Weltmeister kamen wieder nach Hause: Heinz Mengisen mit Hutsch v. Schloss Fasanerie siegte in der Klasse IPO 3 und wurde somit Weltmeister. Anna- Maria Konrad mit Bajou v. Berganza siegte in der Klasse IPO 1 und stand, wie Heinz, ebenfalls zuoberst auf der Treppe. Freude herrschte! Nichts motiviert mehr als der Erfolg. Die Motivation war aber nicht nur für die zwei Sieger gross, sie färbte zu Hause auch auf das weitere Umfeld ab. Unsere Ausbildungsmethoden können so schlecht nicht sein, wenn gleich beide Abgesandten als Sieger heimkehren, muss sich manch einer gedacht haben. Auf jeden Fall ist die reife Leistung mehr als nachahmenswert. 1999: Die OG Genf feierte mit einer herausragenden 5. Jahressieger- Zuchtschau am 12. September in Genève ihren 60. Geburtstag. Präsident Charly Humbert-Droz und seine Truppe waren aufmerksame Gastgeber von charmanter Effizienz. Mitorganisatorin und Oberrichterin Ginette Hufschmid schrieb in BOXER Nr. 9/99: Bei herrlichstem Spätsommerwetter waren knapp 150 Aussteller angereist. Italien mit 54 anwesenden Boxern war an diesem Wochenende nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ an der Spitze, gefolgt von 32 Hunden aus Frankreich, 7 aus Spanien, weitere aus Deutschland, Nieder-

55 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs 55 lande, Österreich, Portugal und Tschechien. Wer dieser Einladung an die Gestade des Genfersees gefolgt ist, wurde wahrlich nicht enttäuscht. 2000: 27. Februar DV: Rücktritte: Zentralpräsident Hanspeter Blaser, Vize-Zentralpräsident Roland Huber, Leistungsobmann René Stadelmann. Die DV wählte anstelle: Patrick Andina zum neuen Zentralpräsidenten, Wolf Steiger zum neuen Vizepräsidenten Deutschschweiz, Elisabeth Bonzon zur Vizepräsidentin Welschschweiz und Ursula Mengisen zur neuen Obfrau für das Leistungswesen. Ramon Nyffeler wurde von der Versammlung zum neuen Rédacteur für die Boxerseite in der Cynologie romande gewählt und Bernard Fuger zum Wesensrichter und Körmeister ernannt. Die DV genehmigte ebenfalls einen Antrag der KZK zur Änderung des Hundekennzeichnungsartikels, der zusammengefasst darauf hinaus läuft, dass unsere Boxer-Welpen künftig vor Abgabe an einen Käufer von einem Tierarzt per Mikrochip-Injektion nachhaltig gekennzeichnet werden müssen. Was nun im Jahre 2006 laut Bundesamt für Veterinärwesen für alle Hunde der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben wird, hat die Kör- und Zuchtkommission des SBC schon vor 6 Jahren erkannt und ohne gesetzlichen Zwang aus eigener Einsicht und eigenem Antrieb umgesetzt, so wie andere relevante züchterische und erzieherische Massnahmen vor und nach dem Chippen. Ich denke zum Beispiel an unsere breit angelegte Wesensbeurteilung, die heute von allen Seiten für alle Hunde in ähnlichem Rahmen als dringend notwendig gefordert wird. Im Juli 2000 baute Ursula Mengisen, unsere neue Chef-Ausbildnerin eine gesamtschweizerische Trainingsgruppe auf um gute Hunde und ebensolche Hundeführer in monatlichen Spezialtrainings auf wechselnden Übungsplätzen zu internationaler Prüfungsreife zu führen. Sie inserierte erfolgreich im BOXER. Der Zulauf war anfänglich Zum 99. Geburtstag des SBC hielt Basel in Allschwil die 11. Jahressieger-Zuchtschau ab. Es war eine schöne, grosse, wenngleich nicht die grösste und schönste, aber die letzte Zuchtschau vor unserem 100. Geburtstag. Die Schau dirigierte einmal mehr Ginette Hufschmid und als italienisch sprechender Speaker brillierte Nino Tarchini, der Präsident der Ortsgruppe Ticino. Wir sagen hier auf Wiedersehen in Zürich am 100. Geburtstag des SBC sehr gross, dünnte sich dann allmählich aus und wurde, nachdem die Spreu vom Weizen getrennt war, zu einer schlagkräftigen, ernst zu nehmenden und zeitweise sehr erfolgreichen Nationalmannschaft. In meiner rund 40 jährigen SBC-Zeit und in allen Archivaufzeichnungen vor meiner Zeit habe ich keinen Leistungsobmann und keine Leistungsobfrau geortet, die Ähnliches zustande gebracht hätte. Seit Ursula Mengisen das Leistungs- und Ausbildungswesen leitete, bekam dieser fundamental wichtige Bereich und zweite Eckpfeiler unserer Führungsaufgaben den Stellenwert im breiten Bewusstsein unseres Clubs, der ihm zusteht. (1: Zuchthygiene/Gesundheit/ Formwert; 2: Erziehung/Ausbildung; sowie 3: Information/Werbung). Ursula: Chapeau!! Am 27. August 2000 ging in Münchenbuchsee bei Bern die 6. Jahressieger- Zuchtschau des SBC über die Bühne. Üblicherweise waren und sind es die St. Galler und Basler, die sich an die Durchführung solcher internationaler Grossanlässe wagten. Die OG Bern hatte damals einen Präsidenten namens Fridolin Knobel, der ein Meister im Anreissen grosser Dinge war. Er sagte A und danach war die ganze Ortsgruppe monatelang beschäftigt mit B sagen. Am Schluss kam eine grosszügig organisierte Schau zustande, die so grosszügig war, dass die Kasse am Schluss eine Schwarze Null schrieb. Über den Anlass schrieb wiederum, wie fast immer, unsere Oberrichterin, die nebenbei gesagt hinter den Kulissen ganz kräftig mitorganisierte, den Katalog für die 200 ausgestellten Hunde redigierte und Meldestelle für die ausländischen Aussteller war. Sie schrieb also: Weit über die Hälfte der gemeldeten Hunde kam aus Frankreich und Italien. Dem zahlreich erschienenen Publikum wurden viele vorzügliche Vertreter der Rasse gezeigt.... Viele Siegerhunde waren vertreten, die manchen bisher nur von Fotos aus den diversen Boxerzeitschriften bekannt waren. [Ende Zitat] 2001: In Sachen wirklich internationaler Schönheitskonkurrenzen, setzte die St. Galler-ATIBOX-Tagung und Zuchtschau vom Mai mit vorgelagertem Europäischem Richtersymposium dem Ausstellungswesen das Sahnehäubchen auf. Wiederum an die 450 Boxer aus aller Welt fanden den Weg nach St. Gallen. Erstmals nach Aufhebung der britischen Qua-

56 56 Die Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs rantänebestimmungen zeigten sich auch (vorzügliche) Boxer aus England in den Ringen. Nebenbei bemerkt war das Maiwetter einer Laune folgend so wolkenlos schön und sommerlich heiss, dass die vielen angereisten Italiener, wie sie sagten, sich in Nordafrika wähnten (bloss temperaturmässig). Es ist stark anzunehmen, dass solche Grossanlässe für lange Zeit der Vergangenheit angehören werden, da die SKG-Ausstellungsbestimmungen, gestützt auf das neue, verschärfte Tierschutzgesetz, ab 2006, unserem Jubiläumsjahr, an schweizerischen Hundeausstellungen keine kupierten Hunde mehr zulassen. Ein letztes Aufflackern erlebten wir im vergangenen Jahr, am 24. September 2005, einmal mehr in Basel- Allschwil. Gut 220 Boxer, wiederum schwergewichtig aus Frankreich und Italien, wollten sich nochmals einen Schweizerpokal holen. Einmal mehr war es unsere Oberrichterin Ginette Hufschmid, die Schauleitung, Meldestelle, Katalogproduktion und Schauspeakerin und einiges mehr - alles in einer Person war - respektive machte, wie an allen vergleichbaren SBC-Grossanlässen der letzten 20 Jahre. Mich nimmt bloss wunder, was die nun den ganzen Tag machen wird, wenn wir bloss noch Lokalschauen bestreiten können. Sie wird wohl, wie bisher so nebenbei, jedes zweite Wochenende irgendwo zwischen Moskau und Lanzerote als Richterin an einer nationalen Boxerschau den Eingeborenen sagen, was Sache ist. Im Laufe des Jahres 2001, irgendwie und irgendwann kam das Internet zum Boxer Club, das heisst, wir hatten plötzlich eine SBC-Homepage, das heisst, zuerst hatten wir tüchtig Ärger mit einem Clubmitglied, das uns die Boxer Club Adresse wegschnappte und auf sich und seinen Zwinger eintragen liess. Heute ist das Schnee von gestern und jedermann findet uns ohne Probleme unter ch. Was ich befürchtet hatte, ist dank unserem Webmaster, oder richtiger dank unserer Webmasterin Gisela Tschabold, nie eingetreten. Die Site war und ist immer erfrischend aktuell. Nichts von Adrenalin förderndem Wühlen in altem Informationsmüll auf dem Datenfriedhof. Man klickt und findet wöchentlich neu aufbereitete Informationen und Bilder im Handumdrehen. Dass es eine Frau ist, die dieses arbeitsintensive kleine Wunder erbracht hat und täglich neu erbringt, ist weiter nicht verwunderlich, da heute in unserem Club praktisch an jeder zentralen Schaltstelle und auch in praktisch jeder unserer Zuchtstätten eine kluge Frau sitzt und macht dass es läuft. Das ist in der Information so, das trifft auf das Ausstellungs-, Körund Zuchtwesen zu, das stimmt für das florierende Leistungswesen und ist auch in Zentralsekretariat und Kasse nicht anders. Ihnen allen sei Dank und heute speziell noch denen, die ihre Sisyphusarbeit hinter den Kulissen verrichten, wo keiner hinsieht und die wenigsten merken, was da geleistet wird. Danke Gisela Tschabold, danke Rosmarie Sturny, danke Ruth Meier und danke Susi Wolfensberger. Den Züchterinnen und Funktionärinnen danken wir noch speziell im nächsten Kapitel. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, aber ich schaffe die Kurve in die Gegenwart nicht, ohne vorher noch einen Gedanken und eine Erkenntnis loszuwerden, die mich beim Recherchieren und Schreiben dieser Festschrift beschlichen haben und mir klar machten, dass unsere Frauen seit langer Zeit einen wesentlichen, positiven und mehrheitlich friedlichen Einfluss auf den Zustand und das Erscheinungsbild unseres Unternehmens und die Qualität unserer Hunde hatten und haben: Wir Herren waren über Jahrzehnte ein wenig friedfertiger, ziemlich selbstzufriedener Männerverein, der recht viel Zeit in die Pflege der Hackordnung und individuellen Imponiergehabens investierte. Überall dort, wo es unspektakuläre Knochenarbeit anzupacken gab, haben wir bewusst oder unbewusst zu 99% den Damen galant den Vortritt gelassen. Sie haben angepackt und uns zum Wohle des Vereins und seines Zwecks Patenschaft des Boxers rechts überholt. Dieser selbstkritische Abstecher via Internet, Homepage und etwas philosophische Hausmannskost bringt uns nun endgültig aus der 100 jährigen Vergangenheit in die Gegenwart, in die harte Wirklichkeit, zurück nach Zürich und ins Jubeljahr Im Märchen heisst es so schön: und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch und weiter, bis in alle Ewigkeit. In der realen Gegenwart, im reellen Zusammenleben zwischen Boxer und Boxer Club, könnte an Stelle des Märchenendes der Schlusssatz stehen: Der SBC und sein Schützling, der Boxer, sind quicklebendig und da heute die Sache des Boxers alles andere als gestorben ist, wird sie auch weiterleben, hoffentlich bis in alle Ewigkeit, aber doch mindestens für die nächsten 100 Jahre. Das nächste Jahrhundert wird wiederum ein Jahrhundert des Boxers. Gewähr dafür bieten diesmal wohl mehrheitlich die Frauen.

57 Köpfe, die den SBC prägten 57 Köpfe, die den SBC prägten Ein Verein, ein Club ist das Spiegelbild der Menschen, die ihn formen und prägen. Ähnlich einem soliden Gebäude braucht er ein stabiles Fundament, starke tragende Säulen und Eckpfeiler und ein schützendes Dach, damit er auf Dauer Nutzen bringt und Bestand hat. In diesem Kapitel geht es darum, nach den Bausteinen und tragenden Eckpfeilern zu suchen, die den Aufbau, den Ausbau und den 100 jährigen Fortbestand des Schweizer Boxer Clubs überhaupt erst möglich gemacht und bis zum heutigen Tag gefördert und getragen haben. Die Liste der hier vorgestellten Persönlichkeiten erhebt keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ehrt eine Hand voll Menschen, die über lange Jahre im zentralen übergeordneten Bereich, ausserhalb der Ortsgruppenarbeit und allfälliger Eigeninteressen "Frondienst", Aufbauarbeit und Dienst am Boxer im Speziellen und der Kynologie im Allgemeinen geleistet haben. Viele wertvolle Mitstreiter und Wegbereiter des Siegeszuges des Deutschen Boxers in der Schweiz werden sich überdies, wenn nicht in dieser Rubrik, in den anschliessenden Ortsgruppen- Chroniken wiederfinden. J. Stähli - Rebmann SBC-Gründervater J. Stähli - Rebmann Ganz vorab wäre die Geschichte des Gründervaters des SBC von grossem Interesse. Es geht um den umsichtigen, zielstrebigen, ausdauernden und hartnäckigen Boxerliebhaber der ersten Stunde, Herr J. Stähli - Rebmann, dessen Verdienste nur ungenügend gewürdigt werden können, weil Schriftliches aus der Gründerzeit weder im Clubnoch in Ortsgruppenarchiven zu finden ist. Erstmals findet man seinen Namen im "Schweizerischen Hundestammbuch" wo unter "Besitzer J. Stähli-Rebmann" der Deutsche Boxer "Prinz-Fidelitaz, Wurfdatum 16. September 1897" unter Nr als erster Boxer ins SHSB eingetragen worden ist. Weiter fündig wird man im "Centralblatt für Jagd- und Hundefreunde", hinterlegt in der Schweizer Landesbibliothek in Bern. Hier findet man bereits 1904 und danach immer wieder Zeichen der Bemühungen Stählis zur Gründung und zum Betrieb eines Schweizer Boxer Clubs, der dann auch unter seinem Präsidium am 7. September 1906 in Zürich aus der Taufe gehoben worden ist. Aus dieser Quelle geht auch eindeutig hervor, dass Herr Stähli bereits vor der Gründung des SBC den Herrn "Dr. jur Kunz" beauftragt hat, zusammen mit zwei anderen potentiellen Mitgliedern Statuten für den zu gründenden Club zu entwerfen, die dann anlässlich der Gründungsversammlung auch genehmigt wurden. 12 lange Jahre hat Herr J. Stähli-Rebmann den SBC geleitet und gefördert, und vom anfänglichen "Ausstellungs- und Zuchtwesen" hin zum "Leistungswesen" erweitert. Er und sein kleines Zürcher-Team haben die Rasse im ganzen Land bekannt und immer bekannter gemacht. Dafür zeugt die wachsende Zahl der Mitglieder, die sich nicht auf Zürich und Umgebung beschränkte. Bald enthielt die Mitgliederliste Adressen aus allen Teilen der Schweiz. Herrn J. Stähli- Rebmann sei Dank. Offenbar war es um die Jahrhundertwende unüblich, Persönlichkeiten oder wichtige Akteure mit vollem Namen und Vornamen zu nennen. Sollte jemand, den ich bisher nicht kontaktierte, mehr gesichertes Wissen über unseren Gründervater besitzen, eventuell über Vorname und Adresse und weitere Fotos verfügen, ist er oder sie gebeten, diese Unterlagen dem Verfasser dieser Festschrift - (Martin Schläppi, CH3322 Mattstetten) - zugänglich zu machen. Er würde sie zum Quellenmaterial dieser Schrift legen, damit der nächste Chronist, z.b. für das 125. Jubiläum mehr und bessere Informationen über diesen für den SBC wichtigen Mann zur Verfügung hätte.

58 58 Köpfe, die den SBC prägten Edouard Gutknecht, ein grosses Kapitel Schweizer Boxergeschichte Otto Mayer, besser bekannt als Boxer - Mayer, erster Boxerzüchter der Schweiz Boxer Mayer Der erste Boxerzüchter der Schweiz Der "Boxer - Mayer", Otto Mayer, Zürich III, ist ebenfalls ein Mann der ersten Stunde. Auch er wird bereits vor der Gründung des SBC in der Züchterliste des "Centralblatt für Jagd- und Hundefreunde" als einziger Boxerzüchter der Schweiz geführt. Er ist somit mit seinem Zwinger, vorerst ohne Zwingername, später "vom Limmattal" der eindeutige Begründer der Schweizer Boxer Zucht, Gründungs- und Vorstandsmitglied des ursprünglichen Schweizer Boxer Clubs und "Lieferant" der ersten Schweizer-Boxer von St. Gallen bis Genf. Sein 54 Jahre dauerndes, erfolgreiches Wirken zu Gunsten des Boxers und unseres Clubs wurde mit der Ehrenmitgliedschaft im SBC gekrönt. Sein Hinschied mit 84 Jahren im Jahre 1960 war ein viel bedauerter Verlust für unseren Club. Von Otto Mayer scheint es auch nur ein einziges "aktenkundiges" Foto zu geben. Dafür ist es ein treffendes Bild und darf auch in dieser Festschrift nicht fehlen: Früh übt sich, was ein Kynologe werden will...,edouard Gutknecht, 1 Jahr alt, mit seinem ersten Hund Edouard Gutknecht "Gutknecht" ist gleichbedeutend wie Kynologie, Boxerzucht, Hundeausbildung, Diensthundewesen, Militär-, Polizei- und Sanitätshundewesen. Die Gutknecht-Story fängt nicht mit Edouard, sondern mit Alois an. Vater Alois Gutknecht, von Beruf ursprünglich Bereiter im Eidg. Remontendepot in Bern begann seine kynologische Karriere mit einem papierlosen Collie, den er einer vorbeiziehenden Zigeunertruppe abkaufte. Der "Virus Canis" war somit gepflanzt. Die Fortsetzung bildete ein Bernhardiner, eine Schweizerrasse die ihn faszinierte. Sein erster Zuchtversuch war denn auch ein Wurf Bernhardiner. Alois Gutknecht wechselte von Bern zur Polizei im Kanton Genf, Grenzposten Moillesulaz. Hier trat ein neuer Aspekt der Hundehaltung in den Vordergrund. Es ging nun um die Ausbildung von potentiellen Diensthunden. Dazu waren Bernhardiner nicht unbedingt die geeignete Rasse. Also kam 1921 der erste "Schäfer" aus Belgien ins Haus, ein Groenendael namens "Prince". Aber zu der Zeit war klein Edouard auch schon sechs Jahre alt. Also zurück zum 24. Juni 1915, der Geburtsstunde des Wunderknaben Edouard Gutknecht, um den es hier in erster Linie geht. Vater Alois wird im Kapitel Ortsgruppe Genf weiter zu Worte kommen. Edouard Gutknecht ist der herausragende Kopf dieses Kapitels und wohl auch des SBC. Er ist nur neun Jahre jünger als unser Club, hat praktisch die ganze Clubgeschichte miterlebt und mitgeprägt. Er hat sein Leben zum grössten Teil der Kynologie im Allgemeinen und dem Boxer, sowie dem Schweizer Boxer Club im Speziellen gewidmet. Sein Tun hat weit über die Landesgrenzen hinaus Spuren hinterlassen. In einem nicht unwesentlichen Punkt gleicht der Anfang seiner kynologischen Lebensgeschichte auffallend derjenigen anderer Boxer-Notablen und eingefleischter Boxerliebhaber. Auf den Boxer kam er nämlich auch rein zufällig... und blieb lebenslänglich dran hängen. Edouard Gutknecht hat zwar die Affinität zu Hunden und der Kynologie vom Tag 1 seines Lebens mit der Muttermilch verabreicht bekommen. Seine Aufmerksamkeit und sein Interesse galten zunächst dem Bernhardiner. Mit sechs Jahren erlebte er seine erste Hundeausstellung in Genf, die zwei Tage dauerte, die er fast ausschliesslich mit den Bernhardinern verbrachte. Hier holte er sich seinen "Kynologen-Virus" der bald sein ganzes Leben bestimmen sollte. Seine Faszination für diese Rasse gipfelte in Kontakten mit den wichtigsten Züchtern und schliesslich in einem ersten Besuch des "Hospice du Grand-St- Bernard", der Wiege der Bernhardinerzucht. Einige Zeit später, anläss- Alois Gutknecht, Vater von Edouard Gutknecht, war bisher treibende Kraft und Dirigent des Familienorchesters

59 Köpfe, die den SBC prägten 59 lich der 2. Genfer Hundeausstellung, Edouard war nun gerade mal 12 Jahre jung, wurde er durch seinen Vater dem damaligen kynologischen Papst Prof. Dr. Albert Heim vorgestellt. Zusammen verfolgten sie eine Sanitätshunde- Demonstration mit dem Boxer "Boy v. Jolimont" geführt von Herrn E.Moning aus Lyss. Dieses Team hatte soeben den "Grossen Preis der Armee 1927" gewonnen. Um den beeindruckenden ersten Kontakt mit Boxern zu vertiefen, lieferte der Berner Charles Brand mit seiner Boxerhündin "Betty v. Schlegwegbad" einen nicht minder glänzenden Schutzdienst. Das war Edouards zufällige und erste Begegnung mit Boxern, die wenig später sein Leben nachhaltig verändern und prägen sollten. Noch war aber für Gutknechts noch weit und breit kein Boxer in Sicht. Die Rasse war damals ganz einfach noch zu wenig bekannt. Für Gutknechts standen 1927 eindeutig immer noch Bernhardiner, sowie Belgische und Deutsche Schäferhunde im Vordergrund. Während seiner Schulzeit und seiner Lehre als Pâtissier geriet Edouard durch eine Zufallsbekanntschaft ins Lager der Genfer Dressurgruppe für Deutsche Schäfer, wo damals bekannte Autoritäten in Hundeabrichtung beeindruckend und erfolgreich Hundeausbildung betrieben. Er verbrachte seine ganze Freizeit auf dem Abrichteplatz. Er lernte viel und er lernte schnell. Von hier stammt Edouard Gutknechts erstes Rüstzeug zum Hundeabrichter, das ihn später zum professionellen Hundeausbilder, Leistungsund Wesensrichter befugen sollte. In der Zwischenzeit waren die Gutknechts in die Stadt Genf, genauer nach Plainpalais umgezogen und fanden in einem Schrebergarten namens "aux Vernêts" (heute Standort einer Eisbahn, eines Freibades und der Kaserne) ein Terrain, das sie für die Hundezucht pachten und einrichten konnten. Nun war eine brauchbare Zwingeranlage vorhanden und der Zwingername "des Vernêts" lag auf der Hand Gings so richtig los. Edouard wurde mit 17 Mitglied der "Société Canine Edouard Gutknecht: mit 91 Jahren ist er bloss 9 Jahre jüger als unser jubilierender Club. - Ein Leben für die Kynologie im Allgemeinen und für den Boxer im Speziellen. Der Ruf seines Zwingers, "des Vernêts", und seiner Hunde reicht weit über die Landesgrenze. de Genève" und die Familie kaufte in Zürich eine schöne Deutsche Schäfer- Hündin und dazu so nebenbei auch noch gerade eine gelbe Boxer-Hündin "Bella v. Egghölzli", die 1931 an der Genfer Hundeausstellung Siegerin der Jugendklasse wurde und von ihrem Besitzer wegen Umzugs in eine Stadtwohnung nicht mehr gehalten werden konnte. Bella erregte Aufsehen auf der Strasse. Die Rasse war noch wenig bekannt und die Hündin war attraktiv. Sie wurde gedeckt und brachte den ersten Wurf im Zwinger "des Vernêts". Zwei Welpen, ein Rüde, Rolf, der als Decktaxe an den Rüdenbesitzer ging und eine gelbe Hündin, Mascotte, die bei Gutknechts blieb. Nun hatte es ihn vollends gepackt. Zucht, Dressur, Ausstellungen im In- und nun erstmals auch im Ausland, in Frankreich, ohne Auto mit stundenlangen Fussmärschen La Pastorale - Familie Gutknechts Heim und 5*****-Stern-Hotel für Hunde, die wissen, wo man Ferien macht. Gutknechts Zwingeranlage "des Vernêts" in Genthod bei Genève. Hier sind auch viele Arbeitshunde ausgebildet worden.

60 60 Köpfe, die den SBC prägten und komplizierten Zugfahrten mit zunächst enttäuschenden aber zusehends besseren Ausstellungsresultaten. Gutknechts waren nun am Punkt angelangt wo es galt, zwischen Deutschen Schäfern, Bernhardinern und Boxern eine Wahl zu treffen und sich erfolgsorientiert auf eine einzige Rasse zu konzentrieren, die sich sowohl als Ausstellungs- wie als Arbeitshund weiter entwickeln liess. Die Wahl fiel Sie haben es erraten auf den BOXER. Es folgt nun eine lange Geschichte des erfolgreichen Aufbaus einer unverkennbaren eigenen Vernêt-Zuchtlinie mit zum Teil eigenen Zuchttieren und dazu immer wieder mit Zukäufen aus berühmten, durchgezüchteten Linien. Auf der steten Suche nach den besten Vererbern durften auch Besuche bei berühmten ausländischen Züchtern wie Frau Friderun Stockmann nicht fehlen. Ein glücklicher Zukauf der Champion-Hündin und Sigurd v. Dom-Tochter "Frigga von der Blütenau" löste einen Quantensprung in der Qualität der Vernêts-Boxer aus. Ein weiteres Qualitätsmerkmal der Boxer in Gutknechts Zwinger war, dass praktisch alle Vernêts-Boxer auch immer als Arbeitshunde in allen Disziplinen ausgebildet wurden, wobei sich Edouard selten vor Erreichen der Stufe 3 zufrieden gab. Die Folge davon war, dass aus dem Zwinger "des Vernêts" eine ganze Anzahl Boxer mit kombinierten Erfolgen hervor gingen. Sie waren sowohl Sieger in "Sani"- und/ oder "Schutz"-Meisterschaften und brachten gleichzeitig "CAC- und CA- CIB"-Pokale von schweizerischen und ausländischen Schauen mit nach Hause. Das Einmalige an der Sache war und ist, dass ein einziger Mann diese Erfolge, sowohl in Zucht wie in Ausbildung, anfänglich mit Hilfe seines Vaters, später alleine zu Stande gebracht hat, der Allrounder und Meister- Kynologe Edouard Gutknecht. Wer einmal eine wirklich gigantische Pokal- und Trophäensammlung sehen möchte, dem sei eine Reise nach Genthod in den Zwinger "des Vernêts" Miss des Vernêts (1963) Edouard Gutknechts grösster Zuchterfolg in Sachen Leistung und Schönheit empfohlen. Dabei sind diese Erfolge Edouard Gutknecht keineswegs nur so in den Schoss gefallen. Grosse Einschränkungen und Entbehrungen vor, während und unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg waren zu verkraften. Aktivdienst als Hundeführer und Ausbilder, fünf Umzüge mit Sack und Pack, Familie und Hunden, zuerst von "les Vernêts" nach Versoix, danach war Bellevue für kurze Zeit ihr neues Heim, dann Bois d'avault und ein paar Jahre danach Genthod-le-Haut. Schliesslich folgte der letzte Umzug, diesmal ins eigene Zuhause, "La Pastorale", in Genthod in ein renovierungsbedürftiges Haus, das im Familienkreis aus eigener Kraft umund ausgebaut werden musste. Dazu kam eine sorgfältig geplante und mit grossem Aufwand erstellte, weitläufige Zwingeranlage für die eigene Zucht und für ein renommiertes Hundeferienheim für betuchte, noble internationale Kundschaft aus der Genferseeregion. Neben seinen drei Vollämtern, Züchter, Abrichter und Hunde-5- Stern-Hotelier, die er alle mehr als erfolgreich ausübte, reichte die Zeit auch noch für ein paar unbezahlte Ämtli zu Gunsten des Boxer Clubs, der SKG und der FCI. Wer Zeit hat, liest weiter, es lohnt sich und ist beeindruckend: Spezialrichter für Boxer und Bernhardiner, Ausstellungsrichter der FCI- Gruppen FCI, Wesensrichter, 14 Jahre Körmeisterobmann, 25 Jahre Zuchtleiter, Leistungsrichter, 12 Jahre Obmann für das Leistungswesen SBC, TKGS-Präsident und Chef Sanitätshundewesen der SKG/TKGS, 8 Jahre Chef des Schweizer-Teams der FCI- Europa-Meisterschaft. Seine Arbeit als

61 Köpfe, die den SBC prägten 61 internationaler Richter machte ihn und damit unseren Club in der halben Welt bekannt. Er wurde für sein Schaffen auf allen Ebenen auch reichlich belohnt, weniger in harter Währung als mit Achtung, Wertschätzung, Ernennung zum Ehrenmitglied der SKG und des SBC und Einladungen zum Richten in aller Herren Länder. Geradezu umwerfend war seine Ernte an Siegerpokalen für Schönheit und Leistung. Als Höhepunkt seiner Zuchterfolge dürfen ohne Zweifel "Miss des Vernêts" und "Vico des Vernêts" genannt werden. Vico war nicht nur internationaler Champion (Sieger Schweiz, Frankreich, Monaco) 3 mal "best of breed", er war auch als einziger Boxer unter lauter Deutschen Schäfern mit Prädikat "vorzüglich" als dritter auf dem Podest der CACIT- Prüfung in Monza "Miss des Vernêt" holte europaweit 10 CACIB und 5 RCACIB, war neben dem Titel "Internationaler Champion" auch "Championne suisse" "Championne de France, Monaco und Innsbruck". Daneben Schweizermeisterin IPO 3, und SanH III. Der einzige Boxer, der den "Otto Mayer-Preis Bester Hund des Jahres, SBC" sowohl für Schönheit, wie für Leistung gewonnen hat. 2005: Edouard Gutknecht blickt mit 90 Jahren auf ein erfülltes erfolgreiches kynologisches Leben zurück Die wohl höchste Auszeichnung, die Gutknechts Zwinger "des Vernêts" je erhalten hat, war der Besuch des Belgischen Königs SM Léopold III zusammen mit Prinzesse de Réthy, dann die Ferienaufenthalte der Hunde der belgischen Königsfamilie im Hôtel de la Pastorale und schliesslich die Einladung an den belgischen Königshof. Wahrlich, das entschädigt auch ein bisschen für den enormen Aufwand und pausenlosen Einsatz als passionierter, gewiefter Kynologe zum Nutzen seines Zwingers "des Vernêts", im Interesse des Schweizer Boxer Clubs und zum Wohl der Rasse.

62 62 Köpfe, die den SBC prägten Im Gegensatz zu Mensch und Tier ist die Prägephase eines Clubs nie abgeschlossen Um einen Club mitzuprägen und mitzuformen braucht es mehr, als bloss Mitglied zu sein, den Jahresbeitrag prompt zu bezahlen und ab und zu an einer Clubveranstaltung seiner Wahl als Helfer, Konsument oder Schlachtenbummler teilzunehmen. Das alles ist zwar für den Bestand eines Clubs wichtig. Aber um ihm Format zu verleihen und Leben einzuhauchen, reicht das nicht. Es braucht Idealisten, die über einen längeren Zeitraum ihre Freizeit, ihren Enthusiasmus und ihre Talente und Ressourcen in das Unternehmen einbringen und so der Gemeinschaft den nötigen Schub und eben das sogenannte Gesicht verleihen. In den Ortsgruppen hat es Dutzende solcher Lokomotiven, die im Rahmen ihres Aktionsradius geschätzt und geehrt werden. Wir wollen hier aber ein paar Menschen ehren, die ausserhalb des Ortsgruppengeschehens zum Wohle des SBC gewirkt und dessen guter Ruf durch ihre Arbeit und ihre Erfolge bewusst oder unbewusst positiv beeinflusst haben. Nachdem ich die drei Urgesteine des SBC, J. Stähli-Rebmann, Boxer- Mayer und Edouard Gutknecht zu Beginn dieses Kapitels porträtiert habe, gebe ich nun aus einleuchtendem Grund den Züchterinnen und Züchtern den Vorrang vor den Präsidenten und Funktionären. Ohne die letzteren gäbe es schlimmstenfalls keinen Boxer Club, ohne Züchterinnen und Züchter aber gäbe es keine Boxer. Dazu fällt mir das Loriot zugeschriebene Bonmot, auf den Boxer umgedichtet, ein: Ein Leben ohne Boxer ist möglich, aber sinnlos. Also, wir wollen ein sinnvolles Leben mit Boxern. Daher : Vorhang auf für eine Auswahl an Züchtern, die durch berühmte Boxer aus ihrem Zwinger oder auch durch ihre langjährigen Frondienste zu Gunsten des SBC ins Geschichtsbuch unseres Clubs gehören und hier stellvertretend für all die vielen Züchter stehen, die über ein Jahrhundert unserem Club das Objekt unseres Begehrens, charakterfeste, gesunde und schöne Boxer, so reichlich beschert haben. Es braucht die Züchter Adolf Freitag war in den 40er- und 50er Jahren einer der profiliertesten, aktivsten SBC Mitglieder: Züchter, Zuchtleiter, Richter, Richterobmann. Als Körmeisterobmann schuf er 1954 das erste Zucht u. Körreglement mit Wesensprüfung, das Nachfolger Gutknecht 1956 in die Tat umsetzte. Adolf Freitag, Zwinger vom Goldbrunnen, ist weniger durch seine selbst gezüchteten Hunde in die Geschichte eingegangen, als durch die Erkenntnis, die er daraus gewonnen und zum Wohle des Clubs umgesetzt hat. Er hat eng mit Otto Boxer -Mayer zusammengearbeitet und hat als Pionier des Fotografierens all die wertvollen frühen Boxeraufnahmen gemacht, die teilweise in dieser Festschrift zu sehen sind. Wer weiss wie schwer es ist, Hunde zu fotografieren und dies mit moderner Ausrüstung der hat bestenfalls eine leise Ahnung, welches Kunststück Freitag in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit seiner Apparatur vollbracht hat. Die Schwerfälligkeit der damaligen Fototechnik ist wohl auch der Grund, weshalb die Boxer auf diesen Bildern mehrheitlich die Rute senkten (Unlust). Die durften sich sicherlich zehn Minuten lang nicht bewegen, bis der böse Mann unter dem schwarzen Tuch endlich den Vogel abgeschossen hatte. Freitag hat früh in den 40er Jahren das Richterhandwerk erlernt, wurde Leistungs- und Zuchtrichter und hat später als Zuchtleiter dem SBC das erste Reglement zur Zuchtselektion mit Formwert- und Wesensbeurteilung gebracht. Ein grosser Schritt in die richtige Richtung war getan. Für kurze Zeit war Adolf Freitag gleichzeitig Züchter, Richterobmann, Zuchtleiter und Körmeisterobmann in einer Person. Das nenne ich Freizeitgestaltung. Margarita Berger bei einem Interview mit Doris Schläppi fürs Züchterbulletin 12/1983 zum Anlass: 30 Jahre Zwinger von Zorn (hier mit ihrer Annette v. Wichtelwald im Arm) - Das Kronjuwel ihrer Zucht war die zweifache Deutsche Bundessiergerin Youcka v. Zorn. (mehr dazu im Textteil) Margarita Berger, Zwinger von Zorn, war besser bekannt als Rita Berger und war auch nicht eigentlich zornig. Das mit dem Zwingernamen war so: Rita Berger erfüllte sich 1948 einen lang ersehnten Jugendwunsch und kaufte sich ihren ersten Boxer. In der Folge besuchte sie jede erdenkliche Boxer-Zuchtschau und Hundeausstellung im Ursprungsland der Rasse und in allen Ländern darum herum, natürlich auch in der Schweiz. Sie genoss speziell die langen Diskussionen und Fachsimpeleien an den Abenden vor den Ausstellungen, die sie inspirierten, berühmte Zuchtlinien und ihre Früchte in Theorie und Praxis nach zu verfolgen und schliesslich selber auch Züchterin zu werden. Was Wunder, dass es ihr die von Dom -Linie ganz speziell angetan hatte. Sie kaufte sich 1950 eine Hündin namens Astrid v. Waltersgraben, die noch Lustig v. Dom und dessen Vater Zorn von Dom zu ihren Ahnen zählte. Warum sie ihren Zwinger von Zorn und nicht von Lustig oder fertig Lustig getauft hat, können Sie Rita Berger

63 Köpfe, die den SBC prägten an einer der 100-Jahre-Jubiläums- Veranstaltungen selber fragen. Sie ist nämlich, obwohl nicht mehr ganz jung, noch gerne und oft dabei, wenn es irgendwo nach Boxer riecht. - Ihre Hündin deckte sie 1953 mit Virtus v. Freienfeld, einem Rüden mit ähnlicher Blutlinie und hatte auf Anhieb Erfolg. Insgesamt züchtete sie nicht viele Würfe, aber das Resultat hatte es in sich. Kurz zusammengefasst heisst das: Von insgesamt 44 aufgezogenen Welpen wurden 27 im In- und Ausland ausgestellt und 24 davon waren v -Hunde. Die Krone des Erfolgs setzte sie sich mit ihrer Hündin Youcka v. Zorn auf. Diese Marathon-Siegerin wurde Championne von Frankreich, Italien und der Schweiz und erreichte zwei Jahre hintereinander im Ursprungsland der Rasse den Titel Deutsche Bundessiegerin. Das war keine schlechte Reklame, weder für Rita Berger noch für den Schweizerischen Boxer Club. Rita Berger ist inzwischen wie wir alle ein paar Jährchen älter und beschaulicher geworden, aber wenn s irgendwo nach Boxer tönt oder riecht, ist sie schneller zur Stelle als man von Zorn sagen kann. Sie erhebt das Glas auf den 100. Geburtstag des SBC Helga Parenti-Adami, die promintente Deutsch/Italienisch/Schweizerische Richterin und Züchterin der bekannten Linie di San Leonardo In der Schweiz lebte sie in Caslano im Ticino. Auf dem Bild zu Besuch bei Frau Hofmann in Zuoz Helga Parenti-Adami, Zwinger di San Leonardo, Caslano, TI: - Unsere berühmteste (Wahl-)Tessinerin war eine noble Kynologin, Nobel in Herkunft, Aussehen und Gesinnung. Ursprünglich Deutsche, wurde sie durch Heirat Italienerin und zugleich auch Pferdezüchterin (ihr Herr Gemahl pflegte ein Gestüt) um schliesslich den Herbst des Lebens zusammen mit dem Herrn Gemahl da zu verbringen, wo es sich am schönsten lebt, nämlich im Tessin, in der Schweiz. Sie hatte ein sicheres Auge für harmonische Form und Bewegung, für Stil und Schönheit und schärfte es mit der Erfahrung in der Pferdezucht. Sie interessierte sich für Boxer in einem Ausmass, dass sie die deutsche Richterausbildung absolvierte und eine begehrte, von Deutschland anerkannte Richterin wurde. Sie hat wenige, aber hervorragend selektierte, legendäre Boxer gezüchtet wie z.b. die unvergessene Elettra di San Leonardo. Ginette Hufschmid schrieb zu Elettra im Nachruf zu Frau Parenti-Adamis Tod in der Dezember- 63 ausgabe 2004 von BOXER: Nebst den Titeln, welche sich Elettra holte, Deutsche Klubsiegerin, Bundessiegerin, Schweizer Champion und Italienischer Champion, wurde sie an der ATIBOX in Giessen im Jahre 1963 zur Vizesiegerin hinter Godewind v. Dom erkürt. Zu dieser Zeit gab es jeweils nur einen einzigen ATIBOX- Sieger. Erwähnen möchte ich auch Erasmus di San Leonardo, denn aus dieser Linie ging eine der bekanntesten Zuchtstätten der Schweiz hervor: Der Zwinger von Hofmannstal. [Ende Zitat] Bruno & Anne-Marie Leuthold, Zwinger von der Klause in Niederglatt ZH: - Während Tierarzt in spe Leuthold im Tierspital Selnau Zürich ein Klinik-Praktikum absolvierte, wurde eine Boxerhündin Namens Wanda ohne Nachname oder Adelstitel, ganz einfach nur Wanda mit Beinbruch eingeliefert und fachmännisch versorgt, aber vom Besitzer nicht mehr abgeholt. Wanda brauchte nach der Rekonvaleszenzphase ein neues Heim und einen neuen Chef. Während der Genesung im Spital liess sie ihren ganzen Charme spielen und wickelte sich einen Tierarzt um den Finger respektive um die heilende Pfote. Sie haben es erraten, der glückliche neue Chef war Bruno Leuthold. Von da an machten sie kompromisslos gemeinsame Sache. Das konnte auch eine Hochzeit mit Anne-Marie & Bruno Leuthold haben in ihrem Zwinger von der Klause viele international beachtete SpitzenBoxer gezüchtet und damit auch dem Ansehen der Schweizer Boxerzucht gedient. Burton v.d. Klause war der grosse Star und Vererber aus Leutholds Zucht

64 64 Köpfe, die den SBC prägten Anne-Marie nicht ändern und so zogen sie denn zu dritt in völliger Harmonie in die Flitterwochen. Ihrem ausnehmend einnehmenden Wesen konnte sich auch die Braut nicht entziehen. Im Restaurant Schlossgarten in Kilchberg, wo Bruno Leuthold mit dem Wirt und Boxerzüchter Maissen und weiteren Hündelern wie der Strässle, der Farner und der Boxer-Mayer einmal wöchentlich am Stammtisch sass, wurde die Idee und ebenso die dazu passende Hündin geboren; der Tierarzt Leuthold sollte und wollte Boxerzüchter werden. Perry vom Schlossgarten hiess die Hündin, die dann 1956 zusammen mit Bruno und Anne-Marie Leuthold den Zwinger von der Klause begründete. In kurzer Zeit war der Zwinger von Erfolg gekrönt. Bruno Leuthold wurde Zuchtrichter, und die Leutholds knüpften freundschaftliche Bande über die Landesgrenze hinaus, speziell nach Italien und Österreich. Champions aus diesem Zwinger förderten nicht nur Leutholds guten Ruf als Spitzenzüchter im In- und Ausland, sie trugen als europäische Spitzentiere aus einem Schweizer-Zwinger, auch zum Renommee der Schweizer Boxerzucht Tierarzt Bruno Leuthold war auch ein international geschätzter Ausstellungs-Richter. Er pflegte spezielle Beziehungen zu Italien und Oesterreich. Hier nach dem Richten im Schmucken Bellagio in Italien GRÜEZI, BONJOUR, BENVENUTI, WELCOME: So wird man bei keinem Züchter willkommen geheissen ausser bei Rosine Hofmann, im Zwinger von Hofmannstal (Quizfrage: Wo sitzt der wachhabende Boxer?) bei. Tuffy, Oliver, Begum und allen voran Burton v.d. Klause waren einige der Champions aus Niederglatt. Speziell Burton wurde auch im Ausland erfolgreich als Deckrüde verwendet und brachte seinerseits Champions wie Oruscha ad Pontem Isis, Lerry v.d. Boxerau, L Burton du Chemin Fleuri und Nutella du Chemin Fleuri. In den 70er Jahren sprach man in Europa mit grossem Respekt vom Zwinger von der Klause. Rosine Hofmann, Boxerzucht von Hofmannstal, Obermumpf AG: Wenn man von Süden her in die Heimat des Zwingers von Hofmannstal, nach Obermumpf kommt, sieht man als erstes das Haus von Rosine Hofmann mit dem grossen Garten und dem schönen Umschwung und eine blumengeschmückte, grosse Tafel mit der Begrüssung in 5 Sprachen, alles schön übereinander: Grüezi, Bonjour, Benvenuti, Welcome und darunter wohl nochmals das gleiche auf Japanisch. Das nenne ich einen freundlichen Empfang. So wurde ich weltweit noch in keinem Boxerzwinger begrüsst. Falls Sie s nicht glauben, finden Sie in diesem Kapitel den bildlichen Beweis. Wenn heute die Frage lautet, welches ist die wichtigste Zuchtstätte für Boxer in der Schweiz, heisst meine Antwort ohne Zögern: Boxerzucht von Hofmannstal. Das ist auch leicht zu belegen. Ich werde den Beweis gleich führen, doch vorher lassen Sie mich etwas zu Frau Hofmanns kynologischem Werdegang und zum Zwingernamen sagen: Rosine Hofmann wuchs in Rheinfelden mit Boxern auf, die offensichtlich sehr früh einen prägenden Einfluss auf die spätere Züchterin ausgeübt haben dürften. Ihre Ehe, respektive der Beruf ihres Gemahls, Dr. med. Kaspar Hofmann, führte sie zunächst in die St. Johann-Vorstadt in Basel, wo das Halten von Boxern schwierig gewesen wäre. Aber ein Leben ohne Hund war auch nicht das Wahre, drum gabs fürs Erste einen quartiertauglichen, dafür bissigen Cocker Spaniel. Wenig später zogen Hofmanns nach Amriswil am Bodensee. Da waren die Voraussetzungen zum Halten von Boxern wieder gegeben. Durch ihre Affinität zu Boxern entstand bald Kontakt zu Boxerleuten aus der Region, dabei auch zu Züchter Gabathuler aus Sevelen (SG) mit seinem Boxerzwinger von Werdenberg. Wie das Schicksal es vorbestimmt hatte, war Rosine Hofmann bald Besitzerin von gleich zwei Werdenberg-Boxern. Zum zur Zucht zugelassenen Rüden kam Fanny von Werdenberg. Die beiden vertrugen sich gut, sehr gut sogar, wie wir bereits erahnen können. Es kam der Sommer 1962 und Hofmanns samt Kindern, einem Boxerrüden und einer gegen gerade beginnende Läufigkeit vom Tierarzt gespritzte Boxerhündin, zogen in die Ferien. Wie in anderen Jahren war ihr Ziel ihr Ferienhaus im Unterengadin, das

65 Köpfe, die den SBC prägten 65 Exkalibur v. Hofmannstal entspricht dem Rassestandard in hohem Masse 44 Jahre lang züchtet die ebenso unermüdliche wie erfolgreiche Boxerzüchterin Rosine Hofmann Boxer auf hohem Nieveau, die meiste Zeit auf sich allein gestellt. Trotzdem, oder gerade deswegen, sieht man sie auf jeder Zuchtschau, IHA im In- und Ausland und an vielen Zuchttauglichkeitsprüfungen, auch wenn sie keine eigenen Hunde vorzuführen hat. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit Boxer schauen, beurteilen und vergleichen, heisst das Geheimnis des geschulten Auges der Meisterin. etwas ausserhalb Zuoz an einem wildromantischen kleinen Tobel mit Wildbach liegt. Die Kinder der Umgebung nannten diesen einladenden Treffpunkt vor Hofmanns Haus schlicht Hofmanns Täli. Sie empfanden es als paradiesischen Spielplatz, Hofmanns zwei Boxer offensichtlich auch. Sie paarten sich voller Lust am 26. Tag nach erfolgtem chemischem Läufigkeitsabbruch im Hofmans Täli. Gynäkologe Hofmann, eiligst herbeigerufen, entschied, dieser Akt bleibe ohne Konsequenzen, was sich spätestens nach 6-7 Wochen als Irrtum herausstellte. In diesen Tagen gab es noch die Institution der Notankörung. Der St.Galler-OG Präsident Zurlinden und der damalige Körmeister Wildhaber, ebenfalls aus St. Gallen, nahmen diese Prüfung vor und Hofmanns konnten das Resultat der befleckten Empfängnis im Schweizerischen Hundestammbuch (SHSB) eintragen lassen. Dazu brauchten sie einen Zwingernamen. Ihnen fiel dabei nichts Besseres ein als die Wahrheit, der Tatort: Die Welpen kamen vom Hofmanns Täli. Sie schönten die Wahrheit noch ein bisschen und entschieden sich für den Zwingernamen von Hofmannstal : tönt doch gut, oder etwa nicht? Eigentlich wollten Hofmanns gar nicht Hunde züchten, aber nur so zum Abgewöhnen, liess Rosine ihre Fanny von Werdenberg, die man bei Hofmanns Zeya rief, diesmal mit Argus v. Witwald, dem europaweit meist prämierten Rüden wie lange Zeit in Inseraten zu lesen war ganz formell und korrekt decken. Daraus entstand unter anderen, die Hündin Nuschka. Nun war s passiert, Nuschka war schön und Rosine Hofmann wollte mehr. Ein glücklicher Zufall bescherte ihr die Bekanntschaft mit Helga Parenti und ihrem Rüden, Erasmus di San Leonardo, ein auch in Deutschland viel beachteter guter Vererber. Rosine Rosine Hofmann und Zuchtleiter Martin Schläppi auf Zwingervisite bei Irma Halters POPTIME-Zwinger in Gontenschwil AG Eine vorzügliche Hündin betreut einen vielversprechenden Wurf. Durch wünschenswerte Zusammenarbeit profitiert Jeder von Jedem. Portrait von Exkalibur von Hofmannstal, einer der edelsten unter Rosine Hofmanns Champions Marvin v. Hofmannstal, einer der jüngsten Stars aus dieser Linie. Im Phaenotyp dem Älteren ebenbürtig

66 66 Köpfe, die den SBC prägten Hofmann entschloss sich zur Paarung Nuschka v. Hofmannstal mit Erasmus di San Leonardo. Daraus resultierte wiederum eine sehr schöne und wie sich herausstellen sollte, gute Vererberin Ona von Hofmannstal. Die wiederum, paarte sie mit dem deutschen Boris v. Spessarttor, einem erfolgreichen Rüden nach Witherford Hot Chestnut aus Malia di San Leonardo. Daraus schliesslich, resultierte Hofmanns erster berühmter Spitzenrüde Robin v. Hofmannstal. Rosine Hofmann hatte es längst definitiv gepackt. Mit Umsicht und Weitblick hegte und pflegte sie diese, ihre Erfolgslinie, bis zum heutigen Tag. Rosine Hofmann ging in ihrem Hobby auf, nahm viel in Kauf, opferte viel und wurde dafür in 44 jähriger Zucht aus über 90 Würfen mit einer Vielzahl weltweit bekannter Sieger, Champions und begehrter Spitzen-Boxer belohnt. Stellvertretend für alle hier noch nicht erwähnten Siegerhunde sei nachfolgend eine weitere, kleine Auswahl der edlen Hofmannstaler genannt: Sultan, Zubin, Flurin, Gioya, Exkalibur, Jakoba, Tessa, Junior, Chaplin und neben Exkalibur mein junger Favorit, Marvin von Hofmannstal. Frau Rosine Hofmann hat nicht nur länger als alle mir bekannten Boxerzüchter gezüchtet, sie hat früh ein hohes Niveau erreicht und ist ihrer Linie über all die Jahre erfolgreich treu geblieben. Sie betreibt, auch heute im Jubiläumsjahr, den renommiertesten Boxerzwinger der Schweiz. Im Reistel, ob Gontenschwil AG: Poptime s Hideaway. Hier im Häuslein am Berg haust Irma Halter mit ihren vielen Boxern im Grünen, völlig der Boxerei hingegeben wie weiland Friederun Stockmann Irma Halter, Zwinger von Poptime, Gontenschwil: Neben Frau Hofmann bringt Irma Halter schon seit Jahren die meisten vorzüglichen Schweizer- Boxer an Ausstellungen und Zuchtschauen der Schweiz und des umliegenden Auslandes. Ihre Hunde sind qualitativ und quantitativ stark an unseren Zuchttauglichkeitsprüfungen vertreten. Will heissen, sie sorgt für qualitativ hoch stehenden Nachwuchs für unsere Zucht. Sie hat mit ähnlicher Akribie und ebenfalls aussergewöhnlicher Ausdauer und mit viel materiellem Aufwand eine erkennbar eigenständige Zuchtlinie aufgebaut. Die vielen Erfolge auf den grossen europäischen und schweizerischen Ausstellungen und Zuchtschauen geben ihr Recht und motivieren sie, ihrer Linie treu zu bleiben. Meine Favoritenhündin aus dem Poptimezwinger, die Dubai v. Poptime ist hier abgebildet. Hermann Fiechter, Zwinger v. Grünenberg, Melchnau: Er hat als 22 Jahre junger Mann und gelernter Landwirt den stattlichen Hof seines Vaters in Melchnau übernommen und sich 10 Jahre danach entschieden, einen Boxer anzuschaffen und sich als Ergänzung zu seinem Umgang mit Grosstieren, quasi als Hobby nebenbei, der Boxerzucht zu widmen fiel mit einem ersten Wurf der Startschuss zur Boxerzucht vom Grünenberg. Eine grosszügig ausgelegte Zwingeranlage erlaubte es ihm, bei Bedarf und Gelegenheit mehrere Zuchthündinnen und mehrere Würfe gleichzeitig und trotzdem artgerecht zu halten und aufzuziehen. Mit dem Zuchterfolg erwachte auch sein vertieftes Interesse an der Kynologie. Angespornt durch den allseits bekannten und geschätzten Züchter und Richter Walter Knaus, Zwinger von der Schlossgrotte, Aarau, liess sich Hermann Fiechter zuerst zum Wesensrichter und praktisch anschliessend zum Ausstellungs- respektive Zuchtrichter ausbilden wählte ihn die DV des SBC zum Wesensrichter und 1979 zum Zuchtrichter. Er war somit auch Körmeister, wurde 1984 in die Körkommission und 1988 zum Körmeisterobmann gewählt. Parallel dazu hat er im Zwinger von Grünenberg in den vergangenen 37 Jahren um die 100 Würfe gezüchtet. Es gibt Grünenberg-Boxer mit internationalen und nationalen Championtiteln. Seine Fiechter-Düsen, wie die Grünenbergerboxer ihres legendären Temperaments wegen oft scherzhaft genannt wurden, fanden oft Interessenten unter den sehr aktiven Gebrauchshundeführern mit Ambitionen auf Pokale im Leistungssport. Eine Gruppe von erfolgreichen Züchterinnen, die neben der Pflege ihrer Zwinger stets Zeit fanden, uneigennützig über lange Jahre dem SBC in der Zuchtadministration, Zwingerkontrolle, Welpenvermittlung und Zuchtinformation zu dienen, haben erheblich dazu beigetragen, dass der SBC heute als solid etablierter kynologischer Verein in der Fachwelt einen hohen Stellenwert hat und die verdiente Anerkennung geniesst. Es sind dies die Züchterinnen (mit ihren Partnern und Familien im Hintergrund): Anni Scherrer, Zwinger vom Belpberg, auf dem (CH 3124) Belpberg: Anni Scherrer war langjährige Regionalzuchtwartin, Welpenvermittlerin für die deutsche Schweiz, Mitglied der Kör- und Zuchtkommission und in dieser Funktion Verbindungsstelle zwischen SBC-Züchtern und der SKG-Stammbuchverwaltung. Zusammen mit Ehegatten Paul, züchtete sie seit 1976 in kleinem familiären Rahmen in optimaler Umgebung und Einrichtung, eine beachtliche Anzahl

67 Köpfe, die den SBC prägten 67 Irma Halter, Zwinger von Poptime ist eine engagierte Vollblutzüchterin, die ähnlich Frau Hofmann, von der sie viel gelernt hat, ihre eigene Erfolgslinie gefunden hat und sie bringt Jahr für Jahr mit grossem Erfolg Spitzen-Boxer an internationale Ausstellungen und Zuchtschauen im In und Ausland. Irma Halter 2002 mit einer ihrer künftigen Zuchthündinnen an der Ausdauerprüfung in Bern. Der tierärztliche 3 x Gratis-Checkup, hier die Schlussuntersuchung durch Frau Dr. Ruth Bolleter Fiechter, die s sehr genau nimmt, ist ein Gratisservice des Boxer Clubs für alle, die klug genug sind, davon zu profitieren. Dubai v. Poptime: So sieht heute eine vorzügliche Boxerhündin aus. (z.z. meine Favoritin aus diesem Zwinger) Rosy Moosmann (nicht zu verwechseln mit Stockmann) mit ihrem Zwinger du Boîka, mit ihrer Meute hier zum Familienportrait versammelt, ist nicht nur eine langjährige gute Züchterin, Hundeführerin und Ausbildnerin, sie ist die wichtigste Stütze und Eckpfeiler des SBC in der Waadt. Trotz ihren Erfolgen nimmt sie sich massenhaft Zeit für Ehrenämter zu Gunsten des SBC. Ihre Erfahrung in der Zucht reicht zurück ins Jahr 1977 Hermann Fiechter, Zwinger v. Grünenberg. Richter, Körmeister-Obmann, züchtete in 37 Jahren um die 100 Würfe. Seine temperamentvollen Fiechter-Düsen sind unter Leistungssportlern Legende. Anni & Paul Scherrer, Boxerzwinger v. Belpberg, wo seit 1976 zahlreiche schöne, gesunde Welpen zur Welt kamen und wie im Paradies aufwuchsen. Anni und Paul nutzten die Prägungsphase optimal. Welpen vom Belpberg wurden speziell auch punkto Wesen so aufs Leben vorbereitet, dass, ob Spitzen-V-Tier oder Familienhund, auch ein hundefeindlicher Blick-Redaktor einen Belpberg- Boxer ins Herz schliessen würde. Boxer, die als Welpen in ihrer Prägungsphase herausragend auf ihr späteres Leben vorbereitet und geprägt wurden. Eines dieser Prachtexemplare, die Hündin Nana nennen wir Schläppis unser Eigen. Für mich ist sie das Beste, was mir in meiner bald 40 jährigen Boxerkarriere passiert ist. Schade, dass die Belpberger ihre Zucht 2003 (vorläufig?) eingestellt haben, denn Nana wird im Jubiläumsjahr ihren 10. Geburtstag feiern. Rosy Moosmann, Zwinger du Boîka, Goumoens-le-Jux VD: Rosy wurde ebenfalls mit der Einführung des Regionalzuchtwartmodells 1989 zur Regionalzuchtwartin und Welpenvermittlerin für die französische Schweiz gewählt. Auf ihrem Bauernhof auf dem Plateau zwischen Léman und Lac Neuchâtel gedeihen seit 1977 im Zwinger du Boîka wesensstarke, gesunde Boxer, die Rosy später gerne in den Händen passionierter Leistungshündeler sieht. Sie selber hat einige davon selber ausgebildet und ist denn auch schon seit 1991 Moniteur, das heisst Ausbildnerin und Übungsleiterin in der OG Waadt. Sie ist zur Zeit sicherlich der wichtigste Eckpfeiler des SBC im Kanton und ihre züchterischen und ausbildnerischen Aktivitäten führt sie zur Zeit ohne sichtbare Ermüdungserscheinungen Erfolg versprechend fort, hinüber ins nächste Jahrhundert der SBC Geschichte. Hoch möge sie leben, und vor allem lang. Inge Frick, Zwinger von Marchbach, CH 4108 Witterswil SO: Die dritte im Bunde der 1989 gewählten Regionalzuchtwartinnen war Inge Frick. Ihr Zwinger von Marchbach war der jüngste dieser Gruppe, was allerdings absolut nichts über die Qualität dieser Zuchtstätte und ihrer Boxer aussagt. Im Gegenteil, Inge Frick war und ist experimentierfreudig, scheute und scheut weder Aufwand noch Risiko und wurde schon früh mit Schweizerchampions dafür belohnt. Sie hat zudem ohne Murren zusätzliche Kontrollregionen zurücktretender Zuchtwartinnen übernommen und betreut

68 68 Köpfe, die den SBC prägten heute einen beträchtlichen Teil der Boxerzüchter in der Schweiz. Der Zeitaufwand und die Fahrdistanzen sind erheblich. Und trotzdem hat sie 2004 von Anni Scherrer auch noch die Aufgabe der Welpenvermittlung für die Deutschschweiz übernommen. Eine Aufgabe, die einer Kombination von Sorgentelefon und Kynologischer Beratungsstelle gleich kommt und mehrmals wöchentlich abends ein weiteres Stück Freizeit absorbiert. Ich hoffe, dass die Kör- und Zuchtkommission realisiert, was sie an Inge Frick (und übrigens auch an Rosy Moosmann) hat und die beiden auch entsprechend auf Händen trägt. Doris & Martin Schläppi, Zwinger von Flamberg, CH 3322 Mattstetten BE: Als wir 1972 nach Mattstetten in ein eigenes Haus zogen, lösten wir ein unseren Kindern vorher einmal leichtsinnig gemachtes Versprechen ein und entschlossen uns deshalb unserer 1. Boxerhündin Zita ein einziges mal zu Mutterfreuden zu verhelfen. Wenn schon, dann gerade richtig mit Körprüfung und Zwingername und so. Das ging alles mehr oder weniger reibungslos über die Bühne und aus unserem einmaligen Wurf im Jahre 1974, wurde ein gemeinsames Hobby, das uns danach während 27 Jahren mit Unterbrüchen 27 Würfe bescherte, der letzte im Jahre Im Zwinger war Ehemann Martin nicht in der Geschäftsleitung, eher Angestellter mit Gewinnbeteiligung. Deshalb brach er aus und wurde 1982 SBC-Zuchtleiter und Verleger seiner Monatsschrift Züchter-Bulletin, von der noch die Rede sein wird. Da änderten die Vorzeichen. Hier war nun der Gemahl endlich wieder der Chef und die Gemahlin wurde hinter der Kulisse zur Co-Redakteurin, Maschinenschreiberin, Lektorin, Deck-, Wurflisten- und Statistik-Verfasserin, Logistikerin (es waren jeden Monat 350 Bulletins zu verpacken, zu adressieren und nach Postleitzahlen zu sortieren), und zudem war sie Welpenvermittlungsstelle, Sorgentelefon und administrative Anlaufstelle für das Zuchtwesen des SBC. Es gab jährlich administrativ 50 bis 60 Würfe zu betreuen und Regionalzuchtwartinnen gabs damals noch nicht. Blumen gabs für diese Ämtli wenige, und die wenigen die kamen, gingen meistens an den Herrn Zuchtleiter und Verleger. Adolf Fischer 2. Weltkrieg-Präsident : Er hat Einiges über seine Amtszeit geschrieben, (siehe Texteil im Kapitel Geschichte ) aber nichts über sich selbst. Er war nach Martin Plüss jener Präsident, der die Festung am längsten gehalten hat. Er wurde mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt. Mit der Führung steht und fällt die Einheit und Identität eines grossen Verbandes Unter der oberen Führung verstehen wir die Zentralpräsidenten, die das Orchester dirigieren sowie Fachspezialistinnen und Spezialisten, quasi die Solisten und ersten Geiger, welche die Musik machen respektive die Fachbereiche betreuen wie z.b. das Ausstellungs-, Zucht- und Körwesen, Information und Werbung nach innen und aussen und nicht zuletzt das Leistungs- und Ausbildungswesen. Fünf Zentralpräsidenten haben im Verlaufe ihrer Amtszeit auf unterschiedliche Weise einen stark prägenden Einfluss auf unseren Club ausgeübt. Über den Gründer, J. Stähli-Rebmann haben wir zu Beginn dieses Kapitels berichtet. Der zweite starke Mann war Adolf Fischer, der den Club mit fester Hand zwischen während 10 Jahren ohne nennenswerte Erschütterungen durch den zweiten Weltkrieg geführt hat sprang er nochmals als Übergangspräsident in die Bresche, als der Club führerlos zu werden drohte. Er ist dafür mit der Ehrenmitgliedschaft des SBC geehrt und im vorgehenden Kapitel in Dankbarkeit in Erinnerung gerufen worden. Er hat über seine Amtszeit einiges geschrieben, was in das Kapitel 5 eingeflossen ist. Leider hat in der SBC- Geschichte niemand über Adolf Fischer selber geschrieben. Darum erschöpft sich unser Bericht über ihn mit dem nochmaligen besten Dank für seine besonnene und aufopfernde Präsidentschaft. Martin Plüss, Ehrenpräsident SBC, Ehrenpräsident Ortsgruppe Bern: Obwohl man sich das bei all den verdienten Ehrentiteln kaum vorstellen kann, hat auch Martin Plüss vor langer Zeit einmal klein angefangen. Im Gegensatz zum Durchschnittsmenschen gings bei ihm aber schneller bergauf. Mit Schäferhunden im Elternhaus glücklich aufgewachsen, ist er als eigenständig denkender Erwachsener hundologisch gesehen schnell klüger geworden. Früh hat er erkannt, dass der

69 Köpfe, die den SBC prägten 69 Hund aller Hunde der Boxer ist. So kam in seiner jungen Ehe mit Lilo dem wahren Geheimnis seines Erfolgs als Begleiter, Beschützer und Seelenwärmer der Familie 1969 der erste Boxer ins Haus. Er erfüllte eigentlich sämtliche Wünsche und Vorstellungen der Familie, wollte aber fach- und artgerecht erzogen und ausgebildet werden. So wurden Martin und Lilo Plüss 1970 Mitglied der OG Bern des SBC. Bereits in den ersten Tagen nach seiner Aufnahme konnte man ihn beim Aufstellen unserer ersten Clubhütte gut gebrauchen. Peter Inge Frick, Zwinger v. Marchbach, dynamische, experimentierfreudige Erfolgszüchterin, die trotzdem stets Zeit frei macht für arbeitsintensive Ehrenämter und so nahe bei Ginette Hufschmid wohnt, dass sie stets die erste ist, die angerufen wird, wenn neue Arbeit in der Luft liegt. Doris Schläppi, Zwinger von Flamberg, züchtete seit 1974 in 32 Jahren 27 Würfe. Sie vertritt hier die engagierte Hobby-Züchterin, die sich immer wieder zu wenig dankbaren Ämtli hinter den Kulissen überreden lässt. Sie war quasi Vorgängerin der Regionalzuchtwartinnen im Administrativbereich und administrierte über Jahre Schweizer Boxerwürfe pro Jahr. Dazu kam die Tipperei fürs Züchter-Bulletin. Denver (nicht aus Colorado, sondern in Witterswil) von Marchbach, ist Inge Fricks neuste Zuchthoffnung und Anwärterin auf einen Championtitel. Nana v. Belpberg, eine vorzügliche Hündin in Formwert und Wesen. Schläppis letzte Zuchthündin im Flamberg-Zwinger Martin Plüss EHRENPRÄSIDENT DES SBC, auch Ehrenpräsident der OG Bern, übernahm die Führung des SBC ( ) in bewegten Zeiten, glättete Wogen, baute Brücken und leitete souverän eine lange Epoche friedlicher Konsolidierung. Er ist auch im Jubiläumsjahr das noch weitaus aktivste Ehrenmitglied des SBC Martin Schläppi, der Zuchtleiter bei der absolut objektiven Zwingerkontrolle und Wurfabnahme im Zwinger v. Flamberg Martin Plüss trägt nicht immer Kravatte. Das tat er nur, wenn er uns von der Kanzel herunter beeindrucken wollte. Im übrigen ist er ein Arbeitshündeler wie Du und ich. Diese Sequenz Abliegen frei bringt es an den Tag. Fräulein Joy nimmt sich als Ehrenpräsidentenhund heraus, zu stehen, während die gewöhnlichen Boxer liegen müssen.

70 70 Köpfe, die den SBC prägten Läderach schrieb in einer späteren Laudatio: Von Beruf Bauführer, war er besser im Befehlen als im Arbeiten. Weil sich die Plüss so gut einführten, wurden 1971 Martin gleich Hüttenwart und Lilo Hüttenwirtin. Auf diese Weise im Vorstand gelandet, wurden seine Führungseigenschaften rasch offensichtlich und der Sprung ins OG-Präsidium war keine Frage von Jahren, sondern lediglich von Monaten. Ein Jahr später wir schrieben 1972 stand er der 135 Mitglieder zählenden Ortsgruppe Bern als Präsident vor. Was er in den folgenden 14 Jahren an der Spitze dieser OG alles zustande brachte, wird vielleicht einmal in einem Band seiner Memoiren zu lesen sein. Mit nur einem Präsidentenjob, nur einem auszubildenden Boxer und nur einem Beruf im Nebenamt, war Martin Plüss selbstverständlich wirklich nicht ausgelastet. Als Bernervertreter trat er nun auch im Zentralvorstand des SBC aktiv in Erscheinung. Auch hier fiel er bald als Führernatur und konzilianter Brückenbauer auf, während sich damals die Zentralpräsidenten in immer kürzeren Intervallen ablösten. Sein Schicksal war vorgezeichnet: Die Delegierten des SBC wählten Martin Plüss 1977 provisorisch zum Zentralpräsidenten. Das Provisorium dauerte dank seinen Führungsqualitäten 14 Jahre, bis und mit Was er erreichte und wie sich der Club unter seiner Führung entwickelte, können Sie im Kapitel 5, Die Geschichte des SBC nachlesen. Hier nur so viel: Kein Präsident vor und nach ihm hat über so lange Zeit eine so grosse Stabilität und Ausgewogenheit im SBC zu bewirken vemocht. Es gab auch zu seiner Zeit notorische Streithähne. Martin Plüss behielt sie mit dem gleichen Rezept unter Kontrolle, mit dem er seine Hunde führte: Wenige, klare Spielregeln, klare Kommandos und diese mit liebevoller Konsequenz durchgesetzt. Strafen meist sinnlos, Belohnung äusserst motivierend! Martin Plüss ist auch heute noch das aktivste Ehrenmitglied, das ich kenne! Pius Hollenstein, Zentralpräsident von 1991 bis 1996, Ehrenmitglied des SBC, der legendäre Schwerarbeiter, der Mann der schnellen Entschlüsse und kompromisslosen Taten. Im Wirtschaftsleben würde man diesen Managertyp den neoliberalen Sanierer nennen. Auch er ein Mann mit steiler, vielseitiger kynologischer Karriere, die mit dem Rücktritt vom Zentralpräsidium alles andere als beendet war. Nun stieg er ohne Unterbruch als Zuchtleiter erneut ins Rennen und half in der Kör- und Zuchtkommission, neue Erkenntnisse der Wesensbeurteilung umzusetzen. In seiner Präsidialzeit sah er seine erste Aufgabe in der Sanierung der Clubfinanzen, die in den vergangenen Jahren des langsamen, aber stetigen Mitgliederschwundes wegen arg strapaziert wurden. In der kynologischen Welt hatte der Trend zum modischen Familienhund langsam, aber merklich vom Boxer zum Labrador und Golden Retriever gewechselt. Die Zeiten der über 2'000 Mitgliederbeiträge waren vorbei. Pius machte sich bei der Straffung der in den Boomjahren entstandenen kostspieligen Gepflogenheiten und der radikalen Trennung von Notwendigem und lediglich Wünschbarem nicht nur Freunde. Er war eben der Macher, an dem wirklich kein Diplomat verloren gegangen war. Pius Hollenstein führte als wichtigste Neuerung und eigentliches Denkmal seiner Amtszeit den Club ins Computer-Zeitalter, beschaffte eine erste EDV-Anlage und ein Programm, welches das Rechnungswesen, die Beitragsabwicklung und die Mitgliederverwaltung zentral zusammenlegte. Er betreut dieses System bis in die Gegenwart. Begonnen hat Pius Hollensteins Karriere ähnlich und gleich steil wie die von Martin Plüss: 1978 Eintritt in die OG St. Gallen, 1979 Wahl in den OG-Vorstand als Kassier wird Pius OG-Präsident und bleibt es für die folgenden 10 Jahre. Auch hier ist die OG-Karriere nicht zu Ende. Er bleibt im Vorstand, zuerst als Beisitzer, dann von 1997 bis ins vergangene Jahr wiederum als Kassier und während all diesen Jahren stets als brillanter Organisator und Koordinator von Grossanlässen wie die viel erwähnten Clubsieger-, Jahressieger- und ATIBOX-Zuchtschauen und -Tagungen. Im Moment hat er sich de jure zurückgezogen, aber wenn es irgendwo brennt, ist er auf den ersten Hilferuf wieder zur Stelle. Man kann ihn eben brauchen, den Chef des Thurgauer Strassenverkehrsamtes, aber so zur Erholung vom Amt braucht er halt auch den Stress, der ihm vom SBC immer wieder gerne geliefert wird. Also, ruft ihn ruhig, wenn ihr etwas braucht! Nach einem kurzen Interregnum durch Zentralpräsident Hanspeter Blaser aus Herisau, der sein Amt so reibungslos versehen hat, dass es an sich nichts aufregendes zu berichten gibt, sind wir schliesslich beim gegenwärtig amtierenden Zentralpräsidenten angelangt: Patrick Andina, Zürich, seit dem Jahr 2000 Zentralpräsident der Gegenwart, hat dank der Gunst des Schicksals das Privileg, den Schweizerischen Boxer Club an seinem 100. Geburtstag zu präsidieren und behutsam und mit Umsicht ins nächste Jahrhundert hinüber zu begleiten. Wir hätten uns dazu keinen Würdigeren oder Geeigneteren wünschen können. Er hat für sich das Führungsprinzip verinnerlicht, welches das Erfolgsprinzip aller guten Führer ist: Bei meinem Interview hat er mir auf die Frage Worin siehst Du Deine Hauptaufgabe als SBC-Präsident? geantwortet: - (Ich gebe hier seine Worte aus meinen Interviewnotizen wieder) [Zitat]: Ich denke an eine Hauptaufgabe eines Präsidenten, die nicht im Pflichtenheft des SBC- Präsidenten steht, für mich aber essentiell ist. Ich sehe meine Hauptaufgabe darin, das Umfeld für alle Vorstandsmitglieder und Funktionäre zu schaffen, welches eine effiziente, zielorientierte und möglichst reibungslose Zusammenarbeit ermöglicht. Meine persönlichen Erfahrungen im Vorstand des SBC haben mich gelehrt, dass die

71 Köpfe, die den SBC prägten Vorstandsmitglieder dann effizient arbeiten, wenn sie motiviert sind und sich auf ihre Aufgaben konzentrieren können. Dies bedingt klare Strukturen und Regeln, deren Einhaltung und Umsetzung der Verantwortung und Kontrolle des Zentralpräsidenten unterliegen. Wenn ich die Konstanz innerhalb des Vorstandes der letzten Jahre betrachte, darf ich mit einiger Genugtuung feststellen, dass uns diese PIUS der 1. von Hollenstein: Der An und Zupacker vom Dienst war nach steilster OG- Karriere Zentralpräsident , sanierte die Clubkasse und führte die Informatik im Clubbüro ein. 97 mutierte er danach nahtlos zum Zuchtleiter. Sein Zwinger von Siebenfirst war Hoflieferant bei Zentralpräsidenten. Der Jubiläumspräsident trauert dem seinen immer noch nach. Über seine weiteren Meriten lesen Sie im Textteil mehr. nicht immer ganz leichte Aufgabe zum grössten Teil geglückt ist. [Ende Zitat] Im Neigungswinkel der kynologischen Karriere scheinen sich alle zum Präsidenten prädestinierten Böxeler stark zu gleichen. Im Hause Andina, zum Beispiel, war der Boxer vor Patrick da, was Patricks Affinität zur Rasse hinlänglich erklärt. Der enge Kontakt zu dieser Spezies Hund brach auch während seiner langen Ausbildung nie ab. So kam es denn auch, dass er 1992 dem Boxer Club beitrat und ein Jahr darauf bereits zum Zentralkassier avancierte, 1997 nahtlos zum Vize-Zentralpräsidenten befördert wurde, um aus logischer Konsequenz heraus im Jahre 2000 auf dem Zentralpräsidentenstuhl zu landen. Jetzt, da er hier angekommen ist, wo er hingehört, wünschen wir ihm die Einsicht, dass er die Clubleitung zum Wohle von uns allen noch ein paar Jahre ins nächste Boxerjahrhundert beibehalten sollte. Patrick Andinas Meriten datieren zunächst einmal zurück in seine Zeit als Zentralkassier, als er unter Präsident Hollenstein führend an der Sanierung der Clubfinanzen beteiligt war, die sich in einer Weise erholten, welche die beachtliche und äusserst sinnvolle Subventionierung einer breit angelegten Boxer-Herzuntersuchungs-Aktion in den Uni-Veterinärkliniken Zürich und Bern ermöglichte. Im Übrigen war es eben sein souveräner, Anteil nehmender und für alle Belange zugänglicher Führungsstil, der uns Funktionärinnen und Funktionären Flügel verlieh. Es war für mich eine gute, eine sehr erspriessliche Zeit, die ich unter seiner Führung erlebte. Ich wünsche, dass noch viele Böxeler über lange Zeit von einem solchen Klima im Club profitieren können werden. 71 Zuchtrichter-Obmann Rino Menghini aus Basel hatte dieses Amt allerdings nur zwischen inne, war aber vorher bereits ein angesehener, weltoffener und geselliger Zuchtrichter. Er hat offensichtlich auch Boxer gezüchtet. Darüber mehr als seinen Zwingernamen zu erfahren, ist mir in der verfügbaren Zeit nicht gelungen. Sein Zwinger hiess von Linden. Zudem stand Menghini unter dem Ruf, schweizweit der beste Ohrencoupeur zu sein. Ob das damit zusammenhing, dass er Schuhmachermeister war und deshalb keine Probleme beim kreativen Zuschneiden von feinem Leder hatte, bleibe der Fantasie des Lesers überlassen. Auch der Autor des Buches Der Deutsche Boxer in der Schweiz, Urs Ochsenbein, erwähnt Menghini sogar mit Bild drückt sich aber sybillinisch um Einzelheiten zu Menghinis Verdiensten. Ochsenbein schreibt [Zitat]: Rino Menghini, Basel, war international anerkannter Ausstellungsrichter. Er setzte sich buchstäblich ohne Rücksicht auf (eigene) Verluste für das Boxerwesen ein. Da er auch eine vorzügliche Feder führte und zudem von Beruf Schuhmachermeister war, könnte man ihn füglich den Hans Sachs der Boxerwelt nennen. [Ende Zitat] Was ich noch in Erfahrung bringen konnte ist, dass er in Basel ein eigenes Geschäft gehabt haben und später Produktionsleiter bei der Bata-Schuhfabrik, Möhlin gewesen sein soll. Wie dem auch sei, sein Ruf als unbestechlicher Ausstellungsrichter ist ihm geblieben und bleibt ihm auf sicher. Patrick Andina ist der Jubiläums-Zentralpräsident und umsichtige Führer, der seinen Club mit Bedacht ins und durch das Jubiläumsjahr führt. Patrick mit noch steilerer Karriere (bitte lesen Sie im Textteil) als Pius, war zuvor Zentralkassier und Vizepräsident und leitete unter Pius die Sanierung. Er ist der leise, würdige Präsident für ein lautes fröhliches aber würdiges Jubiläumsjahr! Rino Menghini, eine charismatische Erscheinung zu seiner Zeit. Sein Ruf als internationaler Ausstellungsrichter ist auch heute nicht verblasst. Der immer noch zirkulierende Menghini-Wanderpreis für Leistung und ein ebenbürtiger für Ausstellungserfolge, sorgen dafür dass Menghinis Name immer noch allseits bekannt ist.

72 72 Köpfe, die den SBC prägten Otto Portmann, Zürich: Körmeister-Obmann, Ausstellungsrichter seit 1963, Leistungsrichter seit 1964 und Ehrenmitglied im SBC, dazu selbsternannter Wesensrichter. Die Schaffung eines Anforderungsprofils und die Einführung einer Prüfung für Wesensrichter waren sein Verdienst. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden erfahrene Hündeler und Ausstellungsrichter ohne Prüfung zu Wesensrichtern ernannt. Er überarbeitete in seiner Amtszeit auch das Kör- und Zuchtreglement und schaffte die Notengebung in der Wesensprüfung ab. Er stiess in den frühen 50er Jahren vom SC herkommend zur OG Zürich des Boxer Clubs. wo er aktiv an der Hundeausbildung teilnahm. Er führte, wie er im Buch zum 75. Jubiläum selber schrieb, 3 Boxer bis zur Schutzhundklasse III. Otto Portmann war das Alphatier in Reinkultur. In den 70er- bis 80er-Jahren, nach seiner Wahl zum Körmeister-Obmann, beherrschte er die Schweizer Boxerszene ausserhalb der Ortsgruppen nach Belieben. Ihm war egal, wer unter ihm Zentralpräsident oder sonst irgendetwas war. Er hatte auch seine Lieblingsfeinde, ich war einer davon trat er vom Amt des Körmeister-Obmanns zurück und trat auch als Richter nicht mehr in Erscheinung. Irgendwann in den Neunzigerjahren oder kurz nach dem Jahrtausendwechsel, zog er sich vollständig aus dem kynologischen Geschehen zurück und brach bewusst jeden Kontakt zum SBC und zu seiner Ortsgruppe ab. Er verstarb, ohne dass der Boxer Club direkt davon Kenntnis erhalten hat. Ein letztes darf Otto Portmann für sich in Anspruch nehmen, wer immer ihn hautnah erlebt hat, nahm einen prägenden Eindruck mit nach Hause. Otto Portmann Leistungs und Ausstellungsrichter und zwischen Körmeisterobmann, Alphatier und Platzhirsch im SBC. Wo er auftrat dominierte er nach Belieben und verfehlte es selten, beim Publikum einen prägenden Eindruck zu hinterlassen. Roland Huber, Neuchâtel: Ehrenmitglied SBC, Ehrenpräsident OG Neuchâtel, Vize-Zentralpräsident, Ortsgruppengründer, Ausstellungsrichter und 20 Jahre lang Mitglied der Körund Zuchtkommission des SBC. Roland Huber wurde am 6. Juni 1927 in eine Familie mit Boxern geboren. Dass Boxer seine Favoriten wurden, bedarf somit keiner weiteren Erklärung. Er hat aber zu seinem Verhältnis zum Boxer etwas Schönes und Eindrückliches gesagt: Der Boxer ist der Hund, der der menschlichen Seele am nächsten kommt. Das ist wohl der schönste Grund, sein Leben mit Boxern und Boxerfreunden zu teilen, den ich jemals gehört habe. Über Roland Hubers Einstieg in den Boxer Club und seine unübertroffene Blitzkarriere vom Neuling zum Clubpräsidenten in weniger als 12 Monaten, habe ich bereits im Kapitel Geschichte des SBC geschrieben. Was ich Ihnen, liebe Leser vorenthalten habe, sind Hubers züchterische Demarchen. Er durchlief alle Hindernisse von der Ankörung, über die Partnersuche bis zur Wahl des Zwingernamens, der da lautet: de Béacédo und die Vornamen seiner drei Kinder darin verewigt, nämlich Béatrice, Cécile et Dominique. Mit einem so schönen Namen wie diesem, muss der erste und einzige Wurf eine Otto Portmann Leistungs und Ausstellungsrichter und zwischen Körmeisterobmann, Alphatier und Platzhirsch im SBC. Wo er auftrat dominierte er nach Belieben und verfehlte es selten, beim Publikum einen prägenden Eindruck zu hinterlassen. Das Duo Portmann und Huber war an Körtagen in den 80er-Jahren häufig anzutreffen. Hier 84 im Le Chanet (NE) hoch über der Stadt, sagt Otto Portmann einem Kandidaten was Sache ist und findet in Roland Huber einen aufmerksamen Zuhörer. Dem Gesichtsausdruck Ottos zu entnehmen, gab s Probleme. Le Chanet 1984: Körtag organisiert von der OG NE Richter Roland Huber diktiert Formwert-Merkmale eines zu beurteilenden Boxers. Wenns Schreibarbeit gab, war ABRA-KADABRA - Ginette Hufschmid schon da, zuverlässig, flink und unentbehrlich.

73 Köpfe, die den SBC prägten 73 Ginette - Frau SBC - Hufschmid wird Ehrenmitglied lange vor dem Erreichen ihres Zeniths. Um es schneller auf den Punkt zu bringen, würde man am besten aufzählen, was sie noch nicht ist und was sie noch nicht macht. Roland Huber aus Neuchâtel durchlief eine hochrangige kynologische Karriere. Kaum im SBC gründete und präsidierte er die OG NE, wurde Ausstellungsrichter, später -Obmann, Zentralvizepräsident und Ehrenpräsident der OG Neuchâtel. Er war der elegante, stets comm-il-faut gekleidete Richter mit viel savoir-vivre und einem eloquenten, freundlichen Stil. Speziell auch im Umgang mit mit Novizen-Ausstellern, die nicht realisierten, dass an einer Zuchtschau der Begriff schön auf den Hund zutrifft, der dem Rassestandard entspricht, den sie nicht kennen. Roland Huber einen Hund vorführen, hiess auch immer etwas dazu lernen. Sensation geworden sein. Nicht nur züchterisch war Roland Huber tätig, auch in Sachen Leistungsprüfung bewies er mit einem seiner Hunde, dass neben unteren Stufen auch Schutzhund III ein erreichbares Ziel ist. Roland Huber ist einer dieser in Ehren ergrauten, gut erhaltenen Senioren aus der französischen Schweiz, die die frühen Zeiten unseres Clubs aktiv miterlebt und mitgestaltet haben. Als Ehrenmitglied wird er mit Freude und Genugtuung an der 100 Jahre SBC Jubiläumsfeier und an den weiteren Jubiläumsanlässen teilnehmen. Elisabeth Hurni, Ebikon LU, Ehrenmitglied SBC, langjähriges ZA Mitglied, Delegierte des SBC im Vorstand der ATIBOX, Ausstellungsmacherin der Sonderklasse. Elisabeth Hurni und ihr Ehemann Walter waren während zwei Jahrzehnten Gründer und Zugpferde der OG Urschweiz und des Boxerwesens in der Innerschweiz. Ihr Enthusiasmus war ansteckend und verantwortlich für eine ganze Anzahl Boxer Zuchtschauen inklusive ATIBOX- Anlässen in der Schweiz. Frau Hurni war in Sachen Ausstellungsorganisation die Vorgängerin von Ginette Elisabeth Hurni, langjähriges ZA-Mitglied, ATIBOX-Finanzministerin und als Ausstellungsmacherin Vorbild und Vorgängerin von Ginette Hufschmid, sagte, ähnlich wie Ginette, nie nein, wenn sie gerufen wurde. Und sie wurde oft, aber nur gerufen, wenns viel Arbeit gab. Da machte sie die Ausstellungen am liebsten selber, da fielen wenigstens Lorbeeren in Form von Anerkennung von auswärts an. Hufschmid. Es gab keinen Anlass im SBC wo man nicht schnell Frau Hurni zu Hilfe rief. Das Mitgliederwesen betreute sie fast zwei Jahrzehnte lang zum Teil während der Zeit des Aufschwungs des Clubs auf maximal Mitglieder und dann halt auch wieder im schwierigeren Zeitraum des langsamen, aber kontinuierlichen Mitgliederschwundes, zurück auf eine immer noch respektable, gut verkraftbare Grösse. Elisabeth Hurni steht hier auch stellvertretend für alle ZA-Mitarbeiterinnen, welche ebenfalls über viele Jahre die Last der Knochenarbeit hinter den Kulissen getragen haben. Ihnen allen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Die meiste Arbeit der Führung findet nicht an der Front, sondern am Pult im Sitzungszimmer oder im think-tank wie hier im Architekturbüro Suter & Partner, wo s um die Planung der Wiedergeburt der Zeitschrift BOXER geht. Ramon Nyffeler ist überzeugt, Ginette Hufschmid mehr als nachdenklich. Die Denkfabrik hinter einer grossen Jahressieger-Zuchtschau, besteht oft, oder fast immer aus Ginette Hufschmid und Gisela Tschabold, beide ziemlich stressresistent. Hier gibt Gisela Tschabold der OK-Präsi-dentin und Speakerin Ginette die letzten Erläuterungen über die nächsten Schritte und den weiteren Ablauf der Schau Ein andermal gilt es ein Züchterseminar zum Thema kongenitale Herzerkrankungen zu organisieren. Da ist die Kör und Zuchtkommission gefordert. Hier zahlen die Organisatoren auch noch das Schulgeld, denn Referenten an der Uni.Vet.Klinik gibt's nicht umsonst.

74 74 Köpfe, die den SBC prägten Zunächst die formellen Titel: Zuchtrichterin, Zuchtrichter-Obfrau, Wesensrichterin, ADP-Richterin, Körmeisterin, Körmeisterobfrau a.i., Präsidentin der Kör- und Zuchtkommission, Präsidentin der Ortsgruppe Beider Basel, Vorstandsmitglied der ATI- BOX, Bereich Finanzen. Wenn sie das alles auf ihrem Briefkopf aufführen würde, müsste sie den Brieftext auf die Rückseite schreiben. Noch nicht erwähnt habe ich die inoffiziell offiziellen Jobs einer Eventmanagerin und Ausstellungsmacherin. Darüber habe ich mich bereits im vorderen Kapitel kurz geäussert. Ihre Geschichte im Telegrammstil: Als junges Mädchen verliebte sie sich nicht in den Nachbarn, sondern in dessen Hund, einen Boxer. Mit 18 Jahren kaufte sie sich den Boxerwelpen Aki v. Richenthal vom Stiftenlohn. Als ihr Böxi anfing, sie zu erziehen, und in ihrer Abwesenheit aus dem Büchergestell den Grafen von Monte Christo in Leder aussuchte und fertig las suchte sie Hilfe im Hundeclub Birsfelden. Die kriegte sie, A) von einem dortigen Ausbildner namens Sepp Hufschmid mit Deutschem Schäfer und B) etwas später vom Vereinsvorstand des Boxer Clubs Beider Basel, der ihr den Sekretärposten schmackhaft machte. Bingo! Sie war drin in der Hundologie, fing an zu organisieren, zuerst den Club, dann Ausstellungen und so. Sie arbeitete für alle: Dem Ausstellungsrichter-Obmann Franz Wildhaber organisierte sie Ausstellungen, für Otto Portmann organisierte sie die Körtage und deren Administration, für Roland Huber schrieb sie die Richterberichte an Ausstellungen und Körtagen (siehe Bild). Unbewusst hatte sie das Erfolgsrezept gefunden, das da lautet: sich unentbehrlich machen. Heute ist sie und macht sie so ungefähr alles, was die Hundologie so an Jobs zu bieten hat, ausser vielleicht Schutzdiensthelfer. Ausstellungen organisieren und im Ring stehen und richten von Allschwil bis Lissabon das ist ihre Passion, ihr Lebenselixier. Der liebe Gott möge in ihr diesen Trieb möglichst lange wach halten im eminenten Interesse des Schweizerischen Boxer Clubs. Was nützen grosse Taten, wenn niemand sie zur Kenntnis nimmt? Es braucht das Medium Information! Um ein Kommunikationsvakuum erst gar nicht aufkommen zu lassen, gibt es beim SBC ein respektables Informationswesen nach innen und aussen gerichtet in Form von Zeitschriften und Berichterstattern, Reportern, Redaktoren, Homepage-Webmasterinnen und Verleger. Sie sind das SBC- Nervensystem, das für Kommunikation sorgt, vom Zentralpräsidenten und seinen Funktionären hin zu den 13 Ortsgruppen, zwischen denselben und auch werbewirksam nach draussen zu Kynologen und interessierten Menschen, die noch nicht wissen, dass sie dereinst im Boxer Club landen werden. Von den Exponenten dieser Spezies ist hier die Rede: Martin Schläppi (Jahrgang 1935, im Unruhestand), Ehrenmitglied, ehemals mit so vielen Titeln und Chargen ausgestattet, dass sogar Ginette vor Neid erblassen könnte. Ich fange deshalb gar nicht erst an mit Aufzählen. Mein kynologischer Lebenslauf liest sich wie Christian Andersens Märchen Hans Dampf in allen Gassen oder ist das von Trudi Gerster? Hier kommt das Interview mit mir selber: Frage: Herr Schläppi, wie sind sie auf den Hund gekommen? Antwort: Zuerst lange gar nicht. Ich wollte schon als Kind keinen Hund, sondern einen Boxer. Dieser Wunsch scheiterte klar an der Abwehrhaltung des gestrengen Herrn Vaters. So fing ich eben klein an und baute mir eine Weinbergschneckenzucht auf, die mich bald nicht mehr ganz ausfüllte. Ich steigerte mich zu weissen Mäusen, diese Zucht, obwohl quantitativ enorm erfolgreich, scheiterte wiederum am Nervenzusammenbruch meiner liebenden, in Sachen Geruchsemissionen aber begrenzt toleranten Mutter. Mäuse waren out, ich aber nicht. Ich liess mir eine Ziege schenken (wohlwollend distanzierte Zustimmung und Unterstützung vom Vater) züchtete 3 Generationen Saanenziegen und lernte Ziegenkäse produzieren. Dann plötzlich nervte das Stallausmisten vor dem Frühstück und vor der Schule. Ziegen waren out. Grosse Pause Ausbildung Militär Wanderjahre - bis viel später meine ehemalige Schulfreundin und künftige Gemahlin einen Affen (Meerkatze eingebrachtes Frauengut) mit in die Ehe brachte. Das ging ein paar Jahre gut, obwohl Zuchtversuche an der mangelnden Zuneigung des ausgewählten Spitzen-V-Zuchtaffen scheiterten. Nun wars endlich Zeit (wir schrieben das Jahr 1969) für unseren ersten Boxer, die Hündin Zita von Maiacker, Vater Tasso von der Herrschaft, Mutter Gerda (schon wieder eine von ) Maienfeld, alles lauter Adelige, wir waren beeindruckt. Dass der Urgrossvater Romeo von Dom war, beeindruckte mich erst später. Unsere Töchter, denen unsere Zuchtversuche mit der Äffin Mucha nicht verborgen geblieben waren, schlugen vor, züchten wir doch mit der Zita. Wohin das führte, schildere ich in klinischen Details in der Festschrift zum 125. SBC- Jubiläum. Für heute resumiere ich im Telegrammstil: 1974 wurde ich Züchter und übernahm 1982 den Posten des Zuchtleiters von Edouard Gutknecht. (Später wurde ich zusammen mit Ginette auch Zuchtrichter, Wesensrichter, Körmeister, -Obmann, Präsident der KZK und schliesslich Instruktorenrichter der TKGS, Bereich Ausdauerprüfungen) - Als Zuchtleiter fehlte mir als erstes ein Kommunikationsmittel um mit meinen Züchterinnen und Züchtern in ständigem, regem Kontakt zu sein. So entstand mein Züchter- Bulletin, das bereits mehrfach erwähnt worden ist. Es blieb 6 Jahre am Leben und ging mit meiner Demission als Zuchtleiter zusammen mit mir vorübergehend in die Versenkung, bis der rührige vormalige Übersetzer und Hyperkynologe Bernard Fuger (er

75 Köpfe, die den SBC prägten 75 Jubiläum 1.Jahr ZüBü: Das Team: v.l.n.r. M.Schläppi, Doris Schläppi und die Übersetzer Simone und Jean-Claude Jeanneret Martin Schläppi, Präsident der Kör u. Zuchtkommision gibt der Gesundheitsförderung Priorität. Dazu gehört die Anregung der OGs zur Organisation von Lauftrainings und ADPs. Hier liegt der Einsatz für einmal ausserhalb des SBC. Er amtiert als Richter an der ADP des kynologischen Vereins Maladorf-Buchs SG. Das erschöpft sich nicht in Papierkram. Er verbringt die meiste Zeit per Fahrrad auf der Laufstrecke. Eine Führung, die etwas bewirken will, braucht auch funtionierende Informationsinstrumente. Ein solches Instrument fehlte dem 1982 gewählten Zuchtleiter Martin Schläppi was ihn veranlasste ab sofort in Eigenregie ein monatliches Züchter-Bulletin herauszugeben. Das ging zwar anfänglich noch ohne Computer Ruth Righenzi, Lehrerin und Direktionssekretärin übersetzte fürs Bulletin von 1984 bis 1986, dann wurde es auch ihr zuviel. Bernard & Natalie Fuger wurden unsere welschen Redaktionspartner bis im März 1988 das Bulletin eingestellt wurde. wurde in kürzester Zeit so ziemlich alles, was man in der Kynologie so werden kann), es zusammen mit Bernhard Suter, einem versierten alten Fuchs und Böxeler, aus der Versenkung zurückholte und die beiden B zusammen das Bulletin zu der ausgewachsenen Zeitschrift BOXER ausbauten, die mit einer Auflage von gut 500 Exemplaren über 15 Jahre das Informationsbedürfnis rund um den SBC zu befriedigen vermochte. So reiche ich denn den Stab weiter an Bernhard Suter: Bernhard Suter, langjähriges Mitglied des SBC und des Boxer-Klub e.v. München, Gruppe Lörrach, Hundeführer mit diversen Leistungsprüfungen bis und mit IPO3, einziger prominenter Berner, der seinen Hund mit in die noble, geschichtsträchtige Berner Bellevuebar, mitten unter die Classe In Bernhard Suter, Architekt mit eigenem Büro in Bern und der nötigen Infrastruktur fand Fuger, der das Züchterbulletin wieder beleben wollte, den idealen Partner und Verleger, denn Suter war nicht nur kreativer Philanthrop, er war auch passionierter Boxerliebhaber Und hier die Infrastruktur : Der Herr Verleger Suter bringt ein Rauchopfer dar und denkt fest nach, während die Infrastruktur die Büetz macht. Katrin Binggeli, seine Geschäftspartnerin und Regine Rutishauser, seine Lebenspartnerin und ebenfalls langjährige Boxerfrau und SBC-Mitglied, sind mit Korrekturlesearbeiten, jetzt nicht mehr für BOXER, sondern für diese Festschrift beschäftigt.

76 76 Köpfe, die den SBC prägten So sah das Monatsheft aus. Die ersten 2 Jahre schrieben Zuchtleiter und Gemahlin vierhändig auf der Schreibmaschine bis 1984 der 1. PC ins Haus kam. Das Heft war zweisprachig. Die franz.-übersetzung besorgten uns während den ersten 2 Jahren die Jeannerets aus Gals. Wir waren ein gutes Team Erschien die erste Edition BOXER als Monatsheft in professioneller Aufmachung. Das Projekt war erfolgreich und erreichte im Verlaufe weniger Jahre eine Auflage von rund 550 Exemplaren Politique nehmen durfte. Man zeigte mit leicht hochgezogenen Brauen Verständnis, sein Boxer Ali war ja schliesslich auch nur ein Mensch. Nun wäre es unfair allen andern gegenüber, in deren Lebenslauf ich aus dem Nähkästlein geplaudert habe, wenn ich Bernhard einfach so nur als IPO 3-Hündeler darstellen würde, ohne zuerst in die Niederungen seiner ersten zarten Bande zum Boxer einzutauchen: Suters hatten einen Boxer namens Fränzi, dem Namen nach zu schliessen eine Hündin, die den Gymeler Bernhard überall hin begleitete. In die Bellevuebar hatten beide keinen Zutritt, dafür ins Kino. Da schauten sich die beiden Sissi die Kaiserin an, während Vater Suter zu Hause überzeugt und erfreut war, dass Bernhard die Zeit fand, in den Boxer- Club zu gehen und Fränzi zu einem Vorzeigeboxer zu erziehen. Mutter Suter verzieh ihm auch, dass er ob so viel Hundeschule das Blockflötenüben schwer vernachlässigte. Gut 20 Jahre sind es her, dass Bernhard später mit seinem Boxer Golo v. Grafensprung (WT / SHSB 398'487) den Boxerclub von hinten aufrollte, in Deutschland die ZTP- und ADP absolvierte, die Leistungsprüfungsleiter bis SchH III und IPO 3 empor kletterte und obendrauf noch Schweizer Schönheitssieger wurde. Mit so einem Palmarès hatte Golo natürlich auch Zugang zur Bellevuebar. Wie mir Bernhard kürzlich vertraulich zuflüsterte, hat er Golos Decktaxen als Defizitgarantie für die Zeitschrift BOXER auf die hohe Kante gelegt. Über BOXER habe ich genügend berichtet. Für uns alle ist die Zeitschrift noch stark in Erinnerung, und für spätere Historiker ist sie in der Schweizerischen Landesbibliothek hinterlegt. Zudem besteht für BOXER die Möglichkeit einer baldigen Auferstehung, welche wir einer weiteren journalistischen Arbeitsbiene verdanken dürfen, falls sie Realität wird. Die Rede ist von Ramon le Chien Nyffeler. Mehr über Ramon im nächsten Abschnitt. - Bernhard Suters Bedarf an BOXER-Literatur ist für die unmittelbare Zukunft gedeckt. Die Freizeit der letzten vier Monate verbrachte er mehrheitlich mit der Gestaltung der Festschrift, die sie gerade in Händen halten. Ramon Nyffeler, Mitglied des Zentralvorstandes des SBC, Rédacteur der Boxer-Seite im offiziellen Organ der SKG in der Romandie, Cynologie Romande und bis letztes Jahr Sekretär der Ortsgruppe Genève. Ramon Nyffeler hat den gleichen Jahrgang wie ich (1935). Er ist also demzufolge noch ziemlich jung und unverbraucht, eine Voraussetzung, die er gut wird brauchen können in seinem Unternehmen zur Wiederbelebung von BOXER. Falls Sie ihm zum Geburtstag eine Glückwunsch- und Aufmunterungskarte senden wollen, lässt sich das Datum gut merken, es ist der amerikanische Independence Day, mehr kann ich aus Datenschutzgründen nicht sagen. Sein Leben mit Boxern begann 1978 mit der Suche nach einem mittelgrossen, auch Eindruck erweckenden, gesellschaftstauglichen Begleiter und Hüter sowie Beschützer von Familie, Haus und Grundstück. Dass er dabei auf den Boxer gekommen ist, spricht für seinen klaren, unvoreingenommenen Verstand. Der Boxer kam und trat 1979 zusammen mit Ramon dem Boxer Club de Genève bei und von da an gings nur noch in eine Richtung, nämlich nach oben. 14 Jahre und einen Hund später packte es Ramon in Sachen Leistungssport. Mit Garou, seinem zweiten Boxer, war er ein unermüdlicher Schüler und Hundeführer in den Disziplinen Begleithund, Sanitätshund und Fährtenhund, wo die beiden auch erfolgreich Prüfungen absolvierten, die mit AKZ-Medaillen belohnt wurden. (AKZ ist die Abkürzung für Ausbildungskennzeichen). Die letzten fünf Monate musste sein Hund etwas zurückstehen, denn in dieser Zeit bombardierte ich ihn im Wochenrhythmus mit Texten zu dieser Festschrift, die er mit viel Liebe zum Detail in wohlklingendes, gut lesbares Französisch übersetzt hat. Er ist

77 Köpfe, die den SBC prägten 77 Ramon Nyffeler, seit 2000 ein neuer Stern am Presse-Himmel. Rédacteur Cynologie Romande springt auch bei BOXER als Übersetzer in die Lücke. Nun will er BOXER zur Auferstehung verhelfen ein dermassen liebenswürdiger und ausgeglichener Mensch, dass er noch kein einziges mal gestöhnt hat, sondern mir im Gegenteil noch jedes Mal vielen Dank sagte, wenn ich ihn wieder mit weiteren 10 Seiten Text zum Übersetzen eindeckte. Wir waren und sind ein gut eingespieltes Trio, Ramon Nyffeler, Bernhard Suter und ich. Ich kriege jetzt schon Entzugserscheinungen, wenn ich daran denke, dass unser Gesellenstück mittlerweile die Produktionsstrasse durchlaufen hat und heute als gedruckte Festschrift vor uns auf dem Tisch liegt. Gisela Tschabold, < ch >; Webmasterin und Betreuerin unseres Internetauftritts und unserer Homepage, dem dynamischen Schaufenster des SBC. Noch vor ein paar Jahren, als Ginette laut von einer Homepage träumte, habe ich gewarnt und abgeraten. Ich ging davon aus, dass dieses Boxer-Schaufenster mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach der ersten enthusiastischen Eruption unbearbeitet und hoffnungslos überholt, kontraproduktiv für den Boxer Club vor sich hin dümpeln dürfte. Das Schicksal so vieler solcher Sites. Ich habe mich so grundlegend getäuscht, dass ich Asche auf mein Ramon Nyffeler weiss, ein Redaktor ist nicht nur ein Schreibtischtäter, er gehört mit Fotoapparat und Notizblock bewaffnet auch hinaus ins Feld, da wo das Objekt unserer Träume, der BOXER zu finden ist Gisela Tschabold, die Homepage-Managerin oder Webmasterin im Fachjargon: Noch eine Schreibtischtäterin die auch überall im Feld anzutreffen ist. Hier als Ringsekretärin an der Jahressieger-Zuchtschau 2005 in Allschwil-Basel. Sie gehört zur Spezies unterbezahlte, wenig honoriertespitzenkraft. Vasella sollte mit ihr teilen. Haupt streue und mich hiermit in aller Form bei Gisela Tschabold entschuldige. Was sie hier leistet Sisyphus grüsst aus dem Hades ein mindestens wöchentliches, wenn nicht tägliches Reinemachen und Aktualisieren, durchgeführt von einer einzigen Person, das hängt an. Und doch muss es pausenlos gemacht werden. Hier liegt eines der Geheimnisse einer guten Informationsplattform, und das sage ich allen, die es noch nicht wissen diese Homepage ist nicht nur brauchbar, sie ist sogar sehr gut und nützlich! Es ist zu erwarten und für alle Printmedien zu befürchten, dass in nicht allzu weiter Ferne die Mehrheit der 1'100 Boxerclub-Mitglieder Zugang zu diesem Medium haben und sich nur noch über diesen Weg informieren werden. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, bleibt dabei und ist schnell und umfassend orientiert, immer vorausgesetzt, dass wir zu Gisela Tschabold Sorge tragen und die Site ihr Niveau und ihre Aktualität aufrecht erhalten kann. Über das Informationswesen und die Werbung im Boxer Club zu sprechen, ohne die beiden Publizisten und Werber, Urs Ochsenbein und Wolf Steiger, Verfasser und Gestalter des Buches Der Deutsche Boxer in der Schweiz erwähnt zu haben, wäre ein Sakrileg. Urs Ochsenbein und Wolf Steiger, beide aus downtown Switzerland, sprich Zürich, dem Ursprung unseres Clubs, waren beide über lange Zeit Werber für die Sache des Boxers, Urs Ochsenbein speziell mit Lehrbüchern im Bereich Hundeerziehung, wo er viele Beispiele gekonnt an einem Boxer demonstrierte. Es sei hier auch daran erinnert, dass er in der Schweiz das Katastrophenhundewesen aufgebaut und beim Roten Kreuz und der Katastrophenhilfe eingeführt hat. Wolf Steiger, das Auge. Zentralvizepräsident, Präsident der OG Zürich und Redaktor bei HUNDE der SKG, war ausserhalb Zürichs selten anders zu sehen als mit der Kamera am Auge. Seine Beobachtungsgabe und der Stil seiner gut formulierten Berichte und Reportagen gingen weit über das Übliche hinaus und sicherten dem Boxer seine verdiente Präsenz in der Presse.

78 78 Köpfe, die den SBC prägten Urs Ochsenbein, Verfasser kynologischer Lehrbücher und des Buches Der Deutsche Boxer in der Schweiz hat für den Ruf des Boxers mehr getan, als die meisten unter uns. Wolf Steiger als Redaktor der SKG- Zeitschrift HUNDE, wo er dem Boxer immer wieder verdienten Platz im redaktionellen Teil einräumte, immer der Grösse und Wichtigkeit unseres Rasseclubs angemessen. Beide waren sie zu ihrer Zeit Ausbildner und Übungsleiter und Wolf Steiger zudem auch jahrelang Präsident der OG Zürich und zuletzt Vize-Zentralpräsident des SBC. Weder sie noch die zentrale Clubleitung waren je an einem gigantischen Wachstum unseres Clubs interessiert. Wir alle waren uns aber immer einig, dass der SBC aber eine gewisse Grösse oder kritische Masse braucht um ausserhalb des SBC oder gar der Kynologie zur Kenntnis genommen zu werden und ein Wort mitreden zu können. Wir finden auch, dass wenn wir etwas gut machen, die Welt davon erfahren sollte. Urs Ochsenbein und Wolf Steiger waren in ihrer Zeit von ihrem Auftrag beseelt und bemühten sich darum, dass der Schweizerische Boxer Club auch extern zur Kenntnis genommen worden ist. Das haben sie erreicht. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank. Tut Gutes und sprecht darüber Wenn wir schon davon sprechen, dass die Umwelt von unseren guten Taten und Leistungen Kenntnis nehmen soll, müssen wir sie zuerst erbringen. Das tun wir auch. Unter Leistungen verstehen wir hier im Moment Hundesport, Leistungen der Hunde, die mittels Ausbildung durch die Hundeführer bis hin zur Prüfungsreife aufgebaut werden. Hunde auszubilden, ist die eine Seite der Medaille, Hundeführerinnen und Führer anzuleiten, wie sie ihre Boxer erziehen und Ausbilden können, ist die gewichtige Kehrseite. Das ist nicht nur ein zeitintensives Unterfangen, das psychologisches Geschick verlangt, das ist hohe Schule und Kunst zugleich. Die grosse, nie endende Arbeit ist im wesentlichen die Grund- und Hauptaufgabe, um nicht zu sagen die Daseinsberechtigung der Ortsgruppen, die dafür mehr oder weniger gut ausgebildete und mehr oder weniger erfahrene Übungsleiter, geeignetes Übungsgelände und die benötigte Ausrüstung zur Verfügung stellen. Um diese wichtigste Gruppe der OG- Kader, eine Art Schwerarbeiter im Erziehungssektor, schweizweit auf eine Linie zu bringen, ihnen neue Erkenntnisse und Ausbildungshilfen zugänglich zu machen und sie in ihren Bemühungen mit Fachkompetenz zu unterstützen, gibt es unter den nationalen Funktionären den Obmann oder die Obfrau für das Leistungswesen, welchen neben anderen Pflichten diese Monsteraufgabe zufällt. Hier ehren wir langjährige Clubmitglieder, die sich an diese Aufgabe herangewagt haben. Daneben solche, die die Früchte der Walter Hurni, OG-Urschweiz-Gründer und Präsident, Wesensrichter und Führer eines der letzten vorzüglichen Boxer-Polizei- Diensthunde in Luzern, Gino v. Maienfeld. Die 2 hätten mehr Stoff für gute Berichte auf Lager gehabt, aber unsere Informationsmedien haben sie zu spät oder gar nicht bemerkt. Walter Hurni war zusammen mit Gemahlin Elisabeth der Motor und Promotor des Boxerwesens in der Innerschweiz und mehrerer grosser Zuchtschauen des SBC. Ausbildung geerntet oder neue Trends in die Ausbildung getragen haben. Walter Hurni, Gründer der OG Urschweiz, Wesensrichter, passionierter und erfahrener Hundeführer und Ausbildner, hat während den 60erund bis in die 80er-Jahre nicht nur die OG Urschweiz leistungsmässig auf Vordermann gebracht, er war auch ein Pionier und Rufer in der Wüste in Sachen breitere und umfassendere Beurteilung des komplexen Wesens unserer Boxer. Er war zu früh, er wurde nicht erhört. Sepp Hufschmid, Obmann für das Leistungswesen und Wesensrichter. Sepp kam als Ausbildner ursprünglich vom Schäfer her auf den Sepp Hufschmid, Obmann Leistungswesen und Wesensrichter, hier 1984 mit Wesensrichter Daniel Giroud im Chanet ob Neuenburg anlässlich eines Körtages. Seine Bemühungen galten stets der Vereinheitlichung der Ausbildungsmethoden innerhalb des SBC

79 Köpfe, die den SBC prägten Sepp nimmts heute etwas ruhiger, ist aber stets da, wenn er gebraucht wird Boxer und es ist stark anzunehmen, dass bei Sepps Umerziehung von Schäfer auf Boxer die Gemahlin ihre Hand nicht zu knapp im Spiel gehabt haben dürfte. Zusammen hatten die Hufschmids nach Ginettes Aki v. Richenthal noch vier durch Ginette sorgsam ausgewählte Boxer. Es waren dies Lerry von Kornberg, der mit 2½ Jahren an einer Vergiftung starb, dann David von Monacum, besser bekannt als Dave, danach Henry v.d. Raufbolden und heute Ravel du Val d Europe. Sepp hat Dave und Henry fachgerecht auf Prüfungsstufe 3 aufgebaut und erfolgreich abgeführt. Alle drei, Dave, Henry und nun Ravel wurden nationale und internationale Champions und gefragte Deckrüden. Sepp hat während seiner Amtszeit versucht, die heterogene Landschaft der Ausbildung in den Ortsgruppen etwas zu vereinheitlichen und die Übungsleiter auf eine einheitliche Aufbaumethode zu trimmen. Das Unterfangen war ein Kampf gegen Windmühlen, doch nach und nach stellten sich in Form von Siegen an internationalen Meisterschaften auch Erfolge ein. Sepp geniesst heute ein gemächliches Rentnerdasein, packt hier und dort zu, wo seine Hilfe gebraucht und geschätzt wird und be- Neue erfolgreiche Obfrau für das Leistungswesen ist seit 2000 Ursula Mengisen (hier mit Kadi v. Kantonseck ) Sie macht stets vor, was sie von ihren Schülern verlangt. Ursula Mengisen ist eine Art Hundeflüstererin (Kater Mikesch ist das egal, so lange der Platz an ihrer Brust frei ist). Sie ist einfühlsam, leise und hat die liebevolle Konsequenz, auch einen harten Boxer wie Xandu zu kontrollieren. Man sieht, er weiss das und benimmt sich. trachtet die Sache mit einem Augenzwinkern gelassen mit etwas Distanz zur kynologischen Gefahrenzone. 79 Ursula Mengisen, ab 2000 Obfrau für das Leistungswesen, Mitglied des Zentralvorstandes. Erfolgreiche Hundeführerin und Ausbildnerin aus Passion. Zu Höchstleistungen angespornt, konkurrenziert und unterstützt durch ihren Ehepartner und allseits bekannten Spitzen-Hundeführer, ATIBOX- Weltmeister und talentierten Ausbilder Heinz Mengisen, der sich zur Zeit zwar gerade vom Boxer- zum Schäferhündeler zurückentwickelt. (Was beweist, jeder macht Fehler.) Über Ursulas ausserordentlichen, zielführenden und flächendeckenden Einsatz als Ausbildnerin von Hundeführern mit einem Leistungsziel aus der ganzen Schweiz, habe ich im vorgängigen Kapitel berichtet. Ich nenne sie an dieser Das Geheimnis hinter Ursulas Fachkompetenz ist mindestens teilweise ihr Ehemann, Heinz Mengisen, der in der Welt der Kynologie nicht vorgestellt werden muss. Hier mit Hutsch, mit dem er Teile seiner Welt-, Europa und Schweizer-Meistertitel in allen Sparten bis Klasse 3 geholt hat. Er gibt sein profundes Wissen auch gerne weiter, wenn er merkt, dass ein ernsthafter Hundeführer auch bereit ist, seine Anregungen kompetent und mit Ausdauer umzusetzen. Heinz Mengisen hat den Ruf des Boxers als Gebrauchshund gefördert und gemehrt. Im Leben von Ursula Mengisen gehören die Nachmittage den Hunden. Der Trainingsplatz hinter dem Hause zeigt, was Boxer am liebsten tun: in kurzen Einsatzintervallen zusammen mit der Meisterin spielerisch etwas lernen, oder freudig vorzeigen, was sie schon können. Dies ist die schönste Mensch-Hund-Beziehung, die ich kenne.

80 80 Köpfe, die den SBC prägten Stelle gerne noch ein mal, weil sie aus meiner Sicht in den rund 40 Jahren - die ich miterlebt habe - die einzige ist, die das Wunder zu Stande gebracht hat, über 6 Jahre eine Trainingsgruppe und Nationalmannschaft aufzubauen und am Leben zu erhalten. Dass die starken Übungsleiter der Ortsgruppen ihrem Ruf nicht gefolgt sind, ist bedauerlich, aber nicht wirklich überraschend. Ich habe läuten hören, dass sie sich mit Rücktrittsgedanken befasst. Wer auch immer in ihre Fussstapfen treten wird, wird eine grosse Schuhnummer brauchen und lange Schritte nehmen müssen, um eine ähnlich lange und erfolgreiche Wegstrecke zurück zu legen wie Ursula Mengisen. Einen Geheimtipp habe ich noch: Ursula wird weder ihren Boxer verkaufen noch den Hundesport aufgeben. Wer also kompetente Hilfe in der Ausbildung braucht und nicht weiss, wohin sich wenden: Ursula hat einen Trainingsplatz vor oder hinter dem Haus, wie man es nimmt, weiss fast immer Rat und sie steht im Telefonbuch. Martin Schläppi, zum letzen: TKGS- Instruktorenrichter für Ausdauerprüfungen: Dieser Titel gibt mir die Gelegenheit noch ein Wort über eine neue Hundesportart und über den Stellenwert der Gesundheit unserer Hunde zu verlieren. Die Ausdauerprüfung, die wir im Grundsatz dem Boxer-Klub e. V. München abgekupfert haben, ist bei uns zum gleichen Zeitpunkt eingeführt worden, wie das zweistufige Zuchtselektionsmodell. Für die Basisselektionsstufe, die ZTP 1 wurde die ADP nicht obligatorisch erklärt, jedoch von der Kör- und Zuchtkommission wärmstens empfohlen. Für die Stufe 2, die so genannte Kör- und Leistungszuchtstufe ist sie obligatorisch. Zum ursprünglichen Sinn dieser Prüfung steht in der PO88 der TKGS: [Zitat] Die Grundlage zu jeglichem längerfristigen Erfolg in der Kynologie ist die Gesundheit unserer Hunde. Wir wollen dieser Erkenntnis Rechnung tragen und mit einem pragmatischen, sportlichen Test etwas über die Gesundheit und Belastbarkeit der Hauptorgane unserer Hunde wie Herz, Atemwege, Gebäude und Gangwerk erfahren und robuste, gesunde Tiere auszeichnen. Daher unterstützen wir den massvollen, sukzessiven Aufbau eines Lauftrainings aller Junghunde frühestens ab dem 12. Lebensmonat und die Durchführung von Ausdauer-Prüfungen in Form einer Laufleistung über eine Strecke von 20km in einem Lauftempo von rund km/h frühestens ab dem 16. Lebensmonat. Die Lokalsektionen der SKG und die Ortsgruppen der Rasseclubs werden ermuntert, massvolle Lauftrainings als Teil ihrer Trainingsangebote in ihr Programm aufzunehmen und unter der Aufsicht der TKGS auch Ausdauerprüfungen durchzuführen. [Ende Zitat] In Deutschland sind die ADP für alle zur Zucht vorgesehenen Hunde Pflicht, der Ablauf erfolgt sehr nüchtern und unspektakulär. Wir dagegen sehen darin eine attraktive Hundesportdisziplin mit relativ niedriger Eintrittsschwelle, sofern Hund und Führer gerne laufen und Radfahren. Dazu sehen wir sie als eine Dienstleistung, die wir für Hunde aller Rassen offen halten und dazu eine generelle tierärztliche Untersuchung und Begleitung anbieten. Während die Freiwilligkeit dazu führt, dass viele Züchter aus Scheu vor dem Aufbautraining per Fahrrad weg bleiben, hat die Prüfung ein breites Teilnehmerfeld mit unterschiedlichsten Interessenten angezogen. Von der Marathonläuferin über den Freizeitradfahrer mit Hund bis zu Einsteigern in den Hundesport, denen bei allen übrigen Disziplinen die Eintrittshürde zu hoch war, ist alles vertreten. Wenn solche Einsteiger Spass hatten, wird in mindestens einigen davon die Lust auf mehr geweckt und sie steigen ein und steigen auf: Begleithund, Fährtenhund, Agility und was der Möglichkeiten mehr sind. Am Schluss profitieren von unserer ADP alle: Die Boxer können ihre Form und Ausdauer an anderen Rassen messen. Der Club erhält tierärztliche Informationen über den Gesundheitszustand und die Fitness der Rasse auch im Vergleich mit andern Rassen. Die Teilnehmer erhalten einen gratis Gesundheitstest und die Tierärzte haben für einmal die Gelegenheit, fast ausschliesslich gesunde Hunde zu untersuchen und den relativen Leistungsabbau gesunder Hunde während einer Laufleistung von 20 km zu beobachten. Die Stimmung an diesen Prüfungen ist vorwiegend fröhlich, obwohl den Teams eine Leistung abverlangt wird. Wer besteht, bekommt den Eintrag ins Leistungsheft und eine AKZ- Medaille. Der Volksfestcharakter des Anlasses nach erfüllter Prüfung wird allseits geschätzt und ist die beste Werbung für diesen neuen Sport, der - neben der Beurteilung der gesundheitlichen Zuchttauglichkeit - Hund und Hundeführer zu mehr Bewegung animieren will.

81 Köpfe, die den SBC prägten 81 Wir sind unseren Hunden in vielen Dingen überlegen, aber in Sachen Geruchsinn, Gerüche aufnehmen und im Gehirn analysieren, sind sie uns so haushoch überlegen, dass wir sie auch dann immer wieder unterschätzen, wenn wir ihnen sehr viel zutrauen. Wenn sie einmal begriffen haben, was wir in Sachen Sucharbeit von ihnen wollen, fährten sie mit solcher Inbrunst, dass einem warm ums Herz wird. Unsere immer wieder erstaunte Freude an ihrer Leistung, ist für sie motivierender Lohn. Sind Sie schon einmal ihrem Hund auf einer Nachtfährte gefolgt, ohne etwas zu sehen? Das Gefühl von Vertrauen, das sie am Ziel überkommt, ist beglückend und überwältigend. Fährtenarbeit ist ein wichtiger Bestandteil moderner Hundeausbildung und nimmt auch bei Mengisens einen breiten Raum ein. Zusammen mit dem Boxer etwas spielerisch unternehmen und dabei Synergien in Fitness und Gesundheit erlangen, ist der Sinn und Zweck der Hundeausbildung und der Leistungsprüfungen. Therese Roth, Zwinger d Chenous CH 1433 Suchy an der ADP 2004 in Bern. Die Hündin hat bereits 15 km hinter sich und zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Nach 20 km muss sie (siehe Demo M. Schläppi) in einer rasch abfolgenden Unterordnung ihre verbliebene Reaktionsfähigkeit und ihren Erschöpfungsgrad unter Beweis stellen. Am Schluss, nach 20 km Leistungslauf eine kurze Erfrischung, eine kurze Unterordnung als Reaktionstest, die tierärztliche Schlussuntersuchung und danach ab in die Festhütte zum Lunch und stundenlanger angeregter Diskussion. Bild: Arpad Toth mit Aramis, dem Irish Setter Rüden, das Team aus St. Gallen, das bisher alle in Bern abgehaltenen BOXER-ADPs mitgelaufen ist.

82 82 Köpfe, die den SBC prägten

83 Ortsgruppen 83 Die Ortsgruppen das Fundament des Schweizer Boxer Clubs

84 84 Ortsgruppen Amtierender Präsident: René Thönen Eggenacherstrasse 50, 4663 Aarburg Tel. P: / G: Ortsgruppe Aargau Gründungsjahr 1927 Präsidenten der Ortsgruppe: Kurt Fritz 1931 Dr. med.vet. Friedrich Aeberhard 1932 Emil Risi Walter Moser W. Widmer Willy Suter Josef Zehnder ( Zentralpräsident SBC) Max Hediger A. Müller H. Morosoli Jakob Rösti Heinz Steinmann René Thönen Herr Josef Zehnder wurde EHREN- PRÄSIDENT der OG Walter Knaus, Züchter + Richter, Ehrenmitglied des SBC Rolf & Trudi Spillmann empfehlen seit 28 Jahren Rolfs Boxertränke als bestes Lokal auf dem Platz (Gault Millau 13 Pt) Die OG zählt heute rund 100 Mitglieder Clubhaus zum 75. Geburtstag der OG OG Übungsplatz / A.M. Konrad feiert Schweizermeistertitel IPO3 Spitzen-Chef und Restaurateur Rolf Spillmann OG Präsident René & Yvonne Thönen Hauptübungsleiter Willy Buser Gruppenübungsleiterin Magdalena Buser

85 Ortsgruppen Ortsgruppe beider Basel Gründungsjahr Amtierende Präsidentin: Ginette Hufschmid Dittingerstrasse 17, 4053 Basel Tel. P / G / Fax Clubhaus von der Strasse her gesehen mit gedecktem Vorplatz Clubhaus mit Übungsgelände Das grosszügige Übungsgelände hat schon manche grosse Zuchtschau beherbergt Präsidenten der Ortsgruppe: Dr. jur. Willy Madöry Paul Zuber Hans Müller Rino Menghini Othmar Wohlfart Rino Menghini 1959 Martin Schnepp Kurt Gürtler Hans Müller 1967 Robert Schweizer Paul Zimmermann Heinz Merzweiler Werner Ammann Wir ehren speziell: Paul Zimmermann, Vollblutkynologe, auch Leistungsrichter SKG Heinz Merzweiler, Zentralpräsident, Ehrenmitglied SBC Ginette Hufschmid erhielt 2004 die Ehrenmitgliedschaft des SBC Übungs- und Prüfungsbetrieb der OG ist offen für alle Rassen Aufbautraining: In einer Sekunde folgt Jeanette Schneider ihrem Rex im Freisprung über die Hürd Unsere OG Präsidentin Ginette Hufschmid An Masterbrain Helmut Thoma s Relativitätsformel Alter x Leistung x Schönheit, kommt kein Veteran vorbei

86 86 Ortsgruppen Amtierender Präsident: Hans Zürcher Tillierstrasse 34, 3005 Bern Tel. P Ortsgruppe Bern Gründungsjahr 1926 Im Chez Max wird im Sommer auch im Garten serviert Clubhaus Struchismoos Uettligen Bettina Zürcher mit ihrem original Belpberger an der Arbeit Der SBC Ortsgruppe Bern feiert im Jahr 2006 den 80. Geburtstag Bestand heute: 130 Mitglieder. Den Höchstbestand erreichten wir 1978 mit 253 Mitgliedern Die bisherigen OG-Präsidenten: Ernst Bieri Dr. E. Schmid Instr. Oberst Niklaus Stucki Charles Brand, Drogist A. Wild Dr. Hans Jenzer Fritz Blaser Willy Sahli 1958 Ernst Kuchen Hermann Brand Max H. Isler Werner Lüthi Hans Marty, dipl.ing. ETH 1969 Thomas Imhof Kurt Loosli Martin Plüss (Ehrenpräsident OG + SBC) Fridolin Schär (Vorher Hüttenwart + -Wirt) Fridolin Knobel Gottfried Zaugg Hans Zürcher Edy Rhyn, unser allzu früh verstorbene r Übungsleiter Schönes grosses Übungsgelände. Hagmanns dynamische Ganztagesübung mit Tempo und Pfiff Aufsteiger des Jahres: Max Keiser s chex MAX (Gault Millau 14 Pt) Lilo Plüss, des Ehrenpräsidenten charmante Geheimwaffe Präsident Hans Zürcher stösst mit Ehrenpräsident Martin Plüss auf den 80. Geburtstag der Ortsgruppe Bern an. Die Durststrecke ist mehr als einen Drink wert. Es lebe die Boxerei. Fridolin Schär, langjähriger OG Präsident und Hüttenwart

87 Ortsgruppen 87 Ortsgruppe Genève Gründungsjahr 1937 Amtierender Präsident: Michel Jacquemettaz case postale 136, 1219 Le Lignon Tel. P Alois Gutknecht, Initiator, Gründer und Förderer der OG Unser 32 jähriges Clubhaus im "Bois d' Humilly" Auf Initiative und unter Leitung unseres Gründers Alois Gutknecht (Bild rechts) wurde im März 1937 in Genève die Gruppe BOXER CLUB RO- MAND gegründet. Sie umfasste die Kantone Genf, Waadt, Wallis und Neuchâtel. v.l.n.r.: Martin Schmitt, Jo & Jacques Mauron, Roland Schilling Übungsleite Dominique Legendre, unsere neue Ausstellungsrichterin Training auf dem von Bäumen umstellten Übungsplatz Unser Präsident Michel Jacquemettaz: IPO 1, ATIBOX 2005 Patrick Bulliard, IPO 2 an der ATIBOX 2005 Augsburg (D) Rechts: Joy de la Favorite Int. Champion, Schweizer Champion, Lux. Champion, links daneben ihre Tochter Opale du Clos Charmant, Championne von Luxembourg, beide Boxer gehören der Richterin Dominique Legendre Die bisherigen OG-Präsidenten: Alois Gutknecht Gründer und Motivator René Ducret (wurde Ehrenpräsident) Georges Hermenjeat R. Zehfus Claude Choitel 1973 C. Piazenza Martin Schmitt Jean-Pierre Bedoni Martin Schmitt Pierre Rose Charles Humbert-Droz Michel Jacquemettaz In seinen besten Zeiten zählte die Gruppe 140 Mitglieder, heute noch 67. Henri Samuel Voutaz war Zentralpräsident des SBC und René Ducret war Ausstellungsrichter-Obmann (Chef des juges). Ed. Gutknecht ist Ehrenmitglied des SBC und der OG Genève. Seine Verdienste werden in einem eigenen Kapitel geehrt. Genève ist die Gruppe mit dem aktivsten Gebrauchshundewesen. Régis Comte, J. Barbero, M. Jacquemettaz, P. Bulliard und Charles Humber-Droz haben alle bereits an ATIBOX Leistungsprüfungen teilgenommen.

88 88 Ortsgruppen Amtierende Präsidentin: Iris Storchenegger Feldweg 1, 8566 Neuwilen Tel. P / G / Fax Ortsgruppe Kreuzlingen Gründungsjahr 1990 Treffpunkt beim Übungsplatz, bereit zum Einsatz Präsidenten der Ortsgruppe: Rolf Germann 1994 Iris Storchenegger Untergruppe der OG St. Gallen Edi Lüthi, Hubert Aebischer und Mathis Hanselmann gründen mit 9 weiteren Böxelern die Dressurgruppe Kreuzlingen, die vereinsrechtlich zur Ortsgruppe St. Gallen gehörte, bis sie sich im 1990 mit rund 30 Mitgliedern aus der Region selbständig machte. Seit Jahren bewegt sich der Bestand zwischen 55 u. 65. Unsere Gruppe ist aus einer Dressurgruppe entstanden. Wir legen deshalb bis heute den Schwerpunkt unserer Aktivitäten auf Leistungssport. Wir haben eine Anzahl erfolgreicher Hundeführerinnen und Hundeführer, die ihre Hunde mehrmals erfolgreich bis in die Stufe 3 abgeführt haben: z.b. Allen voran der zweimalige Schweizermeister Edi Lüthi, aber auch Ruth Schläppi und Hubert Aebischer. Unser Übungsplatz liegt direkt beim Restaurant Landhaus in 8585 Schönenbaumgarten, welches uns als Clublokal und Treffpunkt dient. Jährlich wiederkehrend führen wir jeweils anfangs Juli den BOXER- SPRINT, ein Plauschhunderennen für Jedermann durch. - Jeden Herbst, erste Hälfte September findet unsere Herbstprüfung statt. Wir haben zwar kein Clubhaus, dafür leben wir am Bodensee wie der liebe Gott in Frankreich Spielerisch freudige Ausbildung sehen wir als die Hauptaufgabe und Diesntleistung unserer Ortsgruppe. Iris Storchenegger an der SanH-Prüfung anlässlich der Siegertitelprüfung vom November 1986 in Kappel Die Präsidentin und SBC-Zuchtleiterin mit ihren Hunden

89 Ortsgruppen Ortsgruppe Neuchâtel Gründungsjahr Amtierender Präsident: Daniel Meyer Gbg.de l'hôpital 11, 2000 Neuchâtel Tel. % Die Ortsgruppe Neuchâtel gibt es seit Sie hat ihr Übungsgelände hoch oben über der Stadt und dem Neuenburgersee auf dem Gelände einer ehemaligen Schule im Le Chanet. Ein kleines Clubhaus befindet sich etwas weiter unten am Sonnenhang, ganz in der Nähe. Initiator und Gründervater, Mentor und Motor der OG war Roland Huber heute Ehrenmitglied und Doyen der Gruppe Das schöne Übungsgelände "Le Chanet" 1984 Körtag im "Chanet" v.l.n.r: Otto Krütli LU, Frau H. Murer SG, Otto Portmann ZH, Rosi Moosmann VD Der Richter Roland Huber kontrolliert die Augenfarbe einer angehenden Zuchthündin von Eugen Brühwiler Die Gruppe zählte bei der Gründung 23 Mitglieder, auf dem Höhepunkt 82 und heute 35 Boxerliebhaber Die bisherigen OG-Präsidenten: Roland Huber Michel Bertohud 1983 Pierre Gilli Walter Loosli 1995 Claude A. Müller Walter Loosli Daniel Meyer Die Gruppe Neuchâtel hat eine Reihe erfolgreiche Hunde und Führer hervorgebracht, die bis SchH Stufe 3 Prüfungen absolviert haben. Wir erinnern an Guy, Müller, Loosli, Tinguely und Huber. Wir haben unser Gelände dem SBC auch immer wieder für Körtage und Leistungsprüfungen zur Verfügung gestellt. Daniel Meyer, aktueller Präsident der Gruppe Roland Huber, Ehrenpräsident und Doyen 1998 CH-Meisterschaften in Bern: Daniel Meyer holt sich seine gewonnene Trophäe Präsident Meyer bei Apportierübung vor seinem Haus

90 90 Ortsgruppen Amtierender Präsident: Paul Eitel Wallierhofstrasse 15, Postfach, 4533 Riedholz Tel. P / G / Fax Ortsgruppe Olten Gründungsjahr 1973 Aarelauf in der Nähe des ehemaligen Übungsgeländes Die Ortsgruppe OLTEN, eine Unternehmung mit rosiger Vergangenheit, grauer Gegenwart und nebliger Zukunft. Die Gruppe war in den 50er Jahren eine kleine Dressurgruppe mit einem halben Dutzend Hundeführern aus der Umgebung von Olten und gehörte als Untergruppe zur OG- Solothurn. Der Bestand an Hunden und Hundeführern wuchs über die Jahre ständig und erreichte im Personen. Das war Grund genug, sich von Solothurn zu lösen. Sie wurden selbständig. In dieser Zeit war die OG unter Gustav Adolf Diehr sehr unternehmungslustig und erfolgreich. Die OG verfügte an der Aare bei Aarburg über einen lauschigen Übungsplatz mit kleinem Clubhaus und wurde öfter Gastgeberin für den übrigen SBC, sei es für Körtage oder Leistungsprüfungen. Sachte ging der Elan verloren und heute genügt sich die Gruppe in gelegentlichen Höcks oder Abendessen. Es gibt keinen Übungsplatz, keine Clubhütte, 13 Mitglieder und wenig Hoffnung auf bessere Zeiten. Der Verfasser dieser Festschrift erinnert sich gerne an die Körtage und Leistungsprüfungen an der Aare bei Aarburg, speziell auch an die Siegertitelprüfung 1984, die Bern mit einem grossen Kontingent beschickte. Er leiht Olten gerne ein paar graue Bilder aus seinem Archiv, da die Gruppe über keine Fotos verfügt. Ich danke Cristina Schatzmann für die Club internen Informationen. Schloss Aarburg (in der Nähe des Übungsplatzes) Das Bernerkontingent kam mit Startenden und mit Schlachtenbummlern angereist. Hier auf dem Bild v.l.n.r.: Rosmarie Lang, Hansjörg Geissbühler, Edy Rhyn, Marlis Geissbühler und Helga Rhyn Die bisherigen OG-Präsidenten: Gustav Ad. Diehr Peter Hostettler Ruedi Lanz Jacques Rüdin Paul Eitel Die grosse SBC-Siegertitelprüfung Olten 1984, Richter Balbiani prüft einen IPO- Seitentransport

91 Ortsgruppen Ortsgruppe Solothurn- Kappel Gründungsjahr Amtierende Präsidentin: Mirjam Dupenthaler Bahnhofstrasse 107, 5075 Hornussen Tel Tel. G Dr schönschti Üebigsplatz Da ist er nochmals, dr schönschti Üebigsplatz Rangverkündigung SanH Schweizermeisterschaft Richtertisch anlässlich der SBC Schweizermeisterschaft 1986 Der Kanton Solothurn ist kein grosser Kanton. Trotzdem gibt es in Solothurn als einzigem Kanton 2 ½ Ortsgruppen. Das Pikante daran ist, dass die beiden offiziellen OGs Solothurn und Olten seit langem praktisch keine Aktivitäten zu Gunsten des Boxers entwickeln, so wie es ihre Statuten vorsehen. Die einzige Gruppe, die funktioniert, ist die Dressurgruppe Kappel, die als Untergruppe zu Solothurn verstanden werden kann. Diese Gruppe hingegen ist sehr aktiv, hat einen guten Übungsplatz und eine gute Clubhütte und eine ganze Anzahl aktive Hundeführer. Die Gruppe nennt sich BOXER- CLUB SOLOTHURN, Ortsgruppe Kappel und hat sogar ein eigenes Club- Lied und das geht so: Wo isch dr tölschti Boxerclub? Är isch im Gäu! Wo lyt dr schönschti Üebigsplatz? Är lyt im Gäu! Wär het di beschte Hundefüehrer bis Schutzhund drei? Die alli si im Gäu dehei! Alle Achtung, damit wäre wohl alles gesagt. Die bisherigen OG-Präsidenten: Keine Angaben Hüttenwart Bruno

92 92 Ortsgruppen AmtierendeR Präsident: Valo Decasper Zwyssigstr. 2, 9000 St. Gallen Tel , Handy Ortsgruppe St.Gallen Gründungsjahr 1954 Die Ortsgruppe St. Gallen wurde 1954 in der Stadt im Hotel Hecht von einer 4er-Bande mit Dame gegründet: Angeführt von A. Zurlinden, beschlossen A. Wettlach, Frau R. Mettler und A. Achaz sich aus der Umarmung der Gruppe Rätikon zu lösen und eine eigenständige Ortsgruppe zu werden. Wenn die St. Galler etwas tun, dann tun sie es richtig, gross, schnell und gut. Das war zur Gründungszeit so, das ist auch heute zur Zeit der ATIBOX- Grossanlässe und Schweizermeisterschaften nicht anders. Wenn der Chef ruft, kommen alle und packen an. Mitgliederbestand heute: 125 Wir haben einen schönen Übungsplatz in Roggwil, ( einen bessern findst du nicht. ) Unser Clublokal in einem umgebauten Bauernhaus am Rande des Übungsplatzes Pius die Lokomotive Hollenstein vor dem Eingang zum Clublokal Clubrestaurant mit 45 Sitzplätzen Übungsbetrieb: Valo Decasper im Ring leitet ein Gewöhnungstraining Am Mittwochabend besuchen ca bis 15 Teams die Übungen Präsidenten der Ortsgruppe: A. Zurlinden B. Hürzeler Franz Wildhaber W. Rohner U. Eichenberger Pius Hollenstein H.P. Blaser Roland Hödel Valo Decasper ATIBOX Welthundeausstellung 2001: 450 Boxer in den Ringen ATIBOX 2001: Blick von Zuschauertribüne aus auf Ringe und Zeltstadt

93 Ortsgruppen 93 Ortsgruppe Ticino Gründungsjahr 1966 Amtierender Präsident: Nino Tarchini Via Ressiga 28 CH-6983 Magliaso Tel / Fax / Wir tun alles für unsere Boxer und sie tun alles für uns Hier findet die Siesta in Basel an der Jahressieger-Zuchtschau 2005 statt Nino Tarchini ist Übersetzer für die grosse Zahl italienischer Ausstellungsbesucher Richterin Helga Parenti (CH) und Richter Helmut Göbel (D) in Aktion an der ATIBOX-Schau 1985 im Tessin Nino Tarchini, seit 1996 Präsident der Ortsgruppe Ticino Noch ein renomierter Richter, Dr. Eugenio Lesma aus Italien 10 Präsidentinnen und Präsidenten in 40 Jahren Signora Mimi Halder René Bosshard Piero Gervasoni Angelo Conti Franco Rezzonico Signora Renée Stamm Aldo Casartelli Raymond Stalder Signora Sybilla Pianella Nino Tarchini Willkommen beim Gruppo Ticino. Wir Ticinesi sitzen zentral in Gottes kleinem Paradies. Im Rücken den schützenden San Gottardo, vor uns die Laghi di Lugano und Maggiore und wir mitten drin. Es ist der Rest der Welt, der abgelegen liegt. Rund 110 Boxer und ihre Besitzer haben das bemerkt und sind Mitglieder des Gruppo Ticino geworden, also nochmals: BENVENUTI NEL TICI- NO! Wir betreiben in Rivera auf unserem Trainingsplatz Ausbildung mit dem Ziel der Verbesserung des Zusammenlebens von Mensch und Hund. Wir sind stolz auf unsere 40 jährige Tradition und denken auch gerne zurück an die grossen ATIBOX- Zuchtschauen, bei denen wir die ganze europäische Boxerprominenz im Ticino zu Gast hatten. Wer einmal bei uns war, kommt immer wieder!

94 94 Ortsgruppen Amtierender Präsident: Fritz Fellmann Schmiedgasse 1, 6247 Schötz Tel. P / G Ortsgruppe Urschweiz Gründungsjahr 1963 Walter Hurni, Gründervater und Motor der OG Die Ortsgruppe Urschweiz wurde am 30. März 1963 in Luzern gegründet. Initianten, Förderer und Zugpferde waren Walter und Elisabeth Hurni aus Ebikon. Zusammen mit 24 Gründungsmitgliedern bauten Hurnis eine Regionalgruppe auf, die auf dem Höhepunkt Mitglieder zählte. Heute halten noch rund 60 Boxerfreunde der OG die Treue. Wunderschönes Übungs und Fährtengelände direkt neben dem Clubhaus (in Stadtnähe Emmen) Petra Wermelinger mit Chirocco v. Marchbach beim Fährten unter Aufsicht von Altmeister Otto Krütli Bisherige OG-Präsidenten Walter Hurni Georg Klas Heinz Schuler Otto Krütli Max Deuber Fritz Fellmann Godi Mattmann mit Rüde Kahn v. Aargauer-Stein ein verschworenes Team auf dem Schwebebalken Und zum Schluss ein flottes Dog-Tänzchen mit Julie Krütli Atibox-Schau 1974 Ebikon: Walter Hurni gratuliert Josef Waldhammer zum Atibox-Sieger Carlo v. Henningshof Elisabeth Hurni, Miss ATIBOX, Organisatorin von vielen Grossanlässen innerhalb und ausserhalb der Gruppe Nach der Arbeit die Schlacht am kalten Buffet Otto Krütli mit Zubin v. Hofmannstal. Otto wurde 1993 in Bielefeld mit Hunter v.drimborn Europameister in SchH 3 Karin Rezewski (D) Richterin an der ATIBOX- Schau 1978 in Stans wo 220 Boxer vorgeführt wurden.

95 Ortsgruppen 95 Ortsgruppe Waadt Gründungsjahr 1961 Amtierende Präsidentin: Elisabeth Bonzon Chemin de l Ormet 5, 1024 Ecublens Tel. P / Fax Gründervater und Unternehmer in jeder Beziehung, Albert Heusser BOXER BIER Die Gruppe und der SBC haben ihm viel zu verdanken Elisabeth Bonzon, Präsidentin, mit ihrem CH- Champion Pirko v. Santana Körtag : Das Herbstlaub auf dem Übungsplatz wartet noch auf einen eisernen Besen Rosi Moosmann, Übungsleiterin, Züchterin, Macherin, heute Eckpfeiler des SBC im Kanton Waadt Clubhaus und Übungsplatz in Ecublens au bord de la Venoge einem lauschigen Flüsschen Suzanne Rochat, initiative Züchterin aus St. Prex, assistiert bei der Sélection in Ecublens, hier vor dem Eingang zum Clubhaus der OG Charles Falconnier, alter nobler Routinier, langjähriger OG-Präsident und Vizepräsident sowie Ehrenmitglied des SBC Die Gründung unserer Gruppe fand am 24. Februar 1961 aufgrund der Initiative unseres Gründers und Unternehmers Albert Heusser in Lausanne statt. Damals waren 27 Boxerfreunde in unserer Gruppe versammelt. Die Zahl stieg bis 1973 rapide an und erreichte auf dem Höhepunkt 118 Mitglieder. Heute zählt unsere Gruppe 67 Boxerliebhaber. Im lauschigen Wäldchen, das den Übungsplatz an der Venoge umgibt, lässt sich vortrefflich mit Boxern arbeiten. Man kann aber auch als Zuschauer oder Helfer an der Sélection teilnehmen. Körtag 1/2000: Suzanne Rochat und Zuchtrichterin Ginette Hufschmid vermessen eine angehende Zuchthündin vor den Toren des Clubhauses in Ecublens Präsidenten, die die Gruppe führten: 1961 Henri Randin Albert Heusser, später auch Vizepräsident SBC Charles Falconnier, spät er Vizepräsident und Ehrenmitglied des SBC Raymond Rubin Elisabeth Bonzon, spä ter Vizepräsidentin SBC

96 96 Ortsgruppen Amtierender Präsident: Hanspeter Kull Rebbergstrasse 32, 8102 Oberengstringen Tel. P / G , Natel Ortsgruppe Zürich Gründungsjahr 1906 / 1926 Unser Club, der BOXER CLUB ZÜRICH, im Jahre 1910 Vorstandssitzung vor Ort. Heute ist der Vorstand so gross, wie der ganze Club zur Gründungszeit Unser Clubhaus ob Aesch bei Birmensdorf BOXER CLUB ZÜRICH? oder OG ZÜRICH? Die Antwort ist: BEIDES: Zürich ist die Wiege des Schweizerischen Boxer Clubs. Dieser wurde am 7. September 1906 im Herzen der Stadt Zürich von 11 Unentwegten gegründet wurde das Ortsgruppenmodell eingeführt und Zürich wurde vom Boxer Club zur Ortsgruppe Zürich Die OG wuchs und wuchs und zählte auf dem Höhepunkt ( ) 355 Mitglieder. Heute gibt es in der OG Zürich noch 140 Boxerfreunde. Stolz sind wir heute noch auf unser Mitglied Urs Ochsenbein, der für die Sache des Boxers Ausserordentliches geleistet hat. Er war Hundeführer, Ausbildner und Lehrbuchverfasser der nicht nur selber Schweizermeister war, sondern der Schweiz das Katastrophen- und Rettungshundewesen gebracht hat. Unsere bisherigen OG-Präöidenten: H. Bögli Th. Schällebaum A Ehrbahr H. Nüssli H. Meister W. Lüthi W. Kägi 1980 N. Thut A. Diezi E. Hoyer W. Steiger H.P. Kull Hans Peter Kull, unser amtierender OG Präsi- Grossbetrieb am Körtag 1985 Anne-Marie & Bruno Leuthold, der OG berühmteste Züchter von der Klause Wolf Steiger, ehem. OG Präsident u. Redaktor SKG HUNDE Körtag 1985 in Aesch: Körmeisterobmann Otto Portmann, Schreiberin Ginette Hufschmid und Richter, Tierarzt Bruno Leuthold Clubhaus ganz in Weiss und dies nicht nur zur Sommerszeit, nein auch im Winter, wenn es schneit

97 Ortsgruppen 97 Nachwort Im abschliessenden Kapitel hatten die Ortsgruppen das Wort. Sie sind das Fundament und die Substanz unseres Clubs. Wer seinen Boxer artgerecht und umsichtig halten, erziehen und vielleicht auch spielerisch ausbilden und sinnvoll beschäftigen will, kommt vor allem mit der Ortsgruppe seiner Region in Kontakt. Sein Bild vom Boxer Club wird vornehmlich von Geiste und der Qualität der Ortsgruppe bestimmt, der er angehört. Wir, der Boxer Club, sind dann ein guter Club, wenn es unseren Ortsgruppen gelingt, die Wünsche und Bedürfnisse jedes Einzelnen zu erkennen und zu befriedigen. Das ist harte anspruchsvolle Arbeit und wird meistens von einem kleinen Kern von leidenschaftlich engagierten Kynologen in Fronarbeit geleistet, ohne die die Gruppen nicht lebensfähig wären. Aber unsere Gruppen leben, wie die bunten Ortsgruppen-Seiten beweisen. So können wir diesem 100 jährigen Gebäude attestieren, dass Fundament, Stützmauern und Dach nach 100 Jahren mehr als nur intakt sind und unser Club in guter Form das nächste Jahrhundert in Angriff nehmen kann. Die Chronisten haben geschrieben, was sie in den Analen der 100 jährigen Geschichte des Schweizerischen Boxer Clubs gesehen und aufgegriffen haben. Sie kamen als gute Bekannte zusammen, verbrachten ein paar Monate zusammen in Archiven, am Computer und hinter Lexika. Die gemeinsame Arbeit hat sie zusammengeschweisst und aus guten Bekannten, sind Freunde geworden. Nun legen sie Griffel und Gänsekiel beiseite und widmen sich künftig wieder mehr ihren Boxern, die im vergangenen Winter mehr als nur ein wenig zu kurz gekommen sind. Bernhard Suter Gestaltung und Laout Martin Schläppi Texte und Bilder Ramon Nyffeler Übersetzungen D/F

98 Der offizielle Rassestandard F.C.I. -Standard Nr. 144/ / D 99 Deutscher Boxer Der offizielle Rassestandard Ursprung Publikation Verwendung Klassifikation FCI Deutschland (Datum der Publikation des gültigen Originalstandards ) Begleit-Schutz und Gebrauchshund. Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde und andere Rassen. Sektion 2.1 Molossoide, doggenartige Hunde. Mit Arbeitsprüfung. Kurzer geschichtlicher Überblick Boxer vor hundert Jahren Als unmittelbarer Vorfahre des Boxers gilt der kleine bzw. Brabanter Bullenbeisser. Die damalige Zucht der Bullenbeisser lag meistens in den Händen von Jägern, denen er zur Jagd diente. Seine Aufgabe war es, das von den Hetzhunden getriebene Wild zu packen und festzuhalten bis der Jäger kam und die Beute erlegte. Für diese Aufgabe musste der Hund ein möglichst breites Maul mit breitem Zahnstand haben, um sich richtig festzubeissen und auch festzuhalten. Jeder Bullenbeisser, der diese Merkmale hatte, war für seine Aufgabe am besten geeignet und kam somit auch zur Weiterzucht, die früher nur nach der Tätigkeit und dem Verwendungszweck erfolgte. So wurde auch eine Zuchtauslese betrieben, die einen breitschnauzigen Hund mit aufgestülptem Nasenschwamm hervorbrachte. Allgemeines Erscheinungsbild Boxer heute vorzügliche Hunde, dem FCI-Rassestandard entsprechend Der Boxer ist ein mittelgrosser, glatthaariger, stämmiger Hund mit kurzem, quadratischem Gebäude und starken Knochen. Die Muskulatur ist trocken, kräftig entwickelt und plastisch hervortretend. Die Bewegungen sind lebhaft, voll Kraft und Adel. Der Boxer darf weder plump oder schwerfällig, noch leibarm oder windig erscheinen Wichtige Massverhältnisse (Proportionen) a) Länge des Gebäudes : Widerristhöhe; das Gebäude ist quadratisch, d.h die Begrenzungslinien, eine waagerechte den Rücken und je eine senkrechte die Bugspitze bzw. die Sitzbeinhöcker berührend, bilden ein Quadrat. b) Brusttiefe : Widerristhöhe; die Brust reicht bis zu den Ellenbogen. Die Brusttiefe beträgt die Hälfte der Widerristhöhe. c) Länge des Nasenrückens : Länge des Kopfes; die Länge des Nasenrückens verhält sich zur Länge des Oberkopfes wie 1 : 2 (gemessen von der Nasenkuppe bis zum inneren Augenwinkel bzw. vom inneren Augenwinkel bis zum Hinterhauptbein). Verhalten / Charakter Der Boxer soll nervenstark, selbstbewusst, ruhig und ausgeglichen sein. Sein Wesen ist von allergrösster Wichtigkeit und bedarf sorgsamster Pflege. Seine Anhänglichkeit und Treue gegenüber seinem Herrn und dem ganzen Haus, seine Wachsamkeit und sein unerschrockener Mut als Verteidiger sind von Alters her berühmt. Er ist harmlos in der Familie, aber misstrauisch gegenüber Fremden, heiter und freundlich beim Spiel, aber furchtlos im Ernst. Er ist leicht auszubilden vermögens seiner Bereitschaft zur Unterordnung, seines Schneides und Mutes,

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