Nach Hause telefonieren
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- Nora Fürst
- vor 10 Jahren
- Abrufe
Transkript
1 Technische Universität Berlin FG Security in Telecommunications Matthias Lange, Nach Hause telefonieren Wie funktioniert eigentlich Mobilfunk? Technisches Seminar DESY, Zeuthen Weiss
2 Agenda Geschichte des Mobilfunks Aufbau eines Handys Aufbau des Mobilfunknetzes Sicherheitsproblematiken
3 Technische Universität Berlin FG Security in Telecommunications Geschichte des Mobilfunks
4 Ein Herr, der vor ihnen auf dem Trottoir langfuhr, trat plötzlich aufs Pflaster, zog einen Telefonhörer aus der Manteltasche, sprach eine Nummer hinein und rief: Gertrud, hör mal, ich komme heute eine Stunde später zum Mittagessen. Ich will vorher noch ins Laboratorium. Wiedersehen, Schatz! Dann steckte er sein Taschentelefon wieder weg, trat aufs laufende Band, las in einem Buch und fuhr seiner Wege. Erich Kästner (1932, Der 35. Mai)
5 A- und B-Netz A-Netz ab 1958 Analog Handvermittelt 150 MHz Band 1977 eingestellt B-Netz Analog in Betrieb Selbstwählverkehr Region-Vorwahl nötig 150 MHz Band
6 C-Netz C-Netz Ab 1985 Zellulares Netz Weniger Sendeleistung Daten- (DATEX) und Faxverbindungen möglich 450 MHz Band Ende 2000 eingestellt
7 GSM-Netze 1982 Gründung der Group Spéciale Mobile (GSM) Digitales Netz 900 MHz Band Funkverfahren TDMA 1991 in Genf GSM-Pilotnetz Weltweiter Standard für mobile Telefonie Offizielle Einführung ab 1992 mit dem D-Netz D1 (Telekom) und D2 (Mannesmann) Ab 1994 E-Netz im 1800 MHz Band E-Plus Viag Interkom (ab 1998)
8 UMTS & LTE UMTS - Universal Mobile Telecommunication System Neue Funkzugriffstechnik (WCDMA) Erhöhung der Datenübertragungsrate Sicherheit Ausbaustufen HSDPA (14,4Mbit/s) und HSUPA (5,8Mbit/s) LTE Long Term Evolution Für schnelle Datendienste (bis 300Mbit/s) IP basiert 800 MHz Band (digitale Dividende)
9 Technische Universität Berlin FG Security in Telecommunications Aufbau eines Handys
10 Außen Display Lautsprecher Mikrofon Kamera Tastatur Antenne
11 Innen Zwei Prozessoren Anwendungsprozessor Basebandprozessor Sensoren GPS Beschleunigung Gyroskop Bluetooth WLAN Flash-Speicher
12 Anwendungsprozessor System on a chip mit ARM-Kern Inzwischen auch Mehrkernsysteme Leistungsfähiger Graphikprozessor Plattform für das Telefonbetriebssystem ios, Android, Symbian Herstellerspezifische Betriebssysteme
13 Baseband Schnittstelle zum Mobilfunknetzwerk ARM-Prozessor Eigenes Echtzeit-Betriebssystem DSP Sprachkodierung Steuerung der Funkschnittstelle Häufig eigenes Mikrofon Nur wenige Hersteller Zertifizierung von Hard- und Software zwingend Per serieller Schnittstelle am Anwendungsprozessor angeschlossen Hayes-Kommandosatz (AT)
14 Technische Universität Berlin FG Security in Telecommunications Aufbau des Mobilfunknetzes
15 MS: Mobile Station BTS: Base Transceiver Station Basisstation BSC: Base Station Controller TRAU: Transcoder Rate Adaption Unit MSC: Mobile Switching Center Vermittlungsstelle VLR: Visitor Location Register Wer ist wo? HLR: Home Location Register Zentrale Nutzerdatenbank AUC: Authentication Center Nutzerauthentifizierung AUC BTS HLR MSC TRAU BSC BTS VLR MSC MS
16 Wie wird also telefoniert?
17 Handy verbindet sich mit Basisstation Austausch eines Sitzungsschlüssels Aufenthaltsort wird im VLR gespeichert Wählen der Telefonnummer Wird von der Telefonanwendung eingelesen ATD zum Baseband Antwort CONNECT Mikrofon wird eingeschaltet Baseband schickt die Anfrage an das Mobilfunknetzwerk AUC BTS HLR MSC TRAU BSC BTS VLR MSC MS
18 MSC fragt beim HLR nach, ob der Angerufene existiert MSC fragt beim VLR nach der Zelle des Angerufenen Verbindungsaufbau Angerufene bekommt Anruf signalisiert Telefonanwendung schickt an das Baseband ATA Antwort CONNECT Mikrofon wird eingeschaltet AUC HLR MSC TRAU BSC VLR MSC Gertrud, hör mal, ich komme heute eine Stunde später zum Mittagessen. BTS BTS MS
19 Technische Universität Berlin FG Security in Telecommunications Sicherheitsproblematiken
20 Sicherheitsuntersuchungen GSM Spezifikationen nicht öffentlich zugänglich Security by obscurity Durch Patente geschützt Bislang teure Spezialhardware für Untersuchungen nötig Patente laufen aus Open-Source-Projekte machen Untersuchungen möglich OpenBTS OpenBSC OsmocomBB
21 SMS of Death Billige sog. Feature Phones Proprietäre Betriebssysteme Selten oder keine Aktualisierungen Abschießen des Telefons mit einer speziell aufbereiteten SMS Unterschiedlich starke Effekte Alle Hersteller betroffen Auch Smartphones betroffen iphone SMS Bug 2009 Schutz nur durch Updates der Software möglich Netzbetreiber könnte SMS-Nachrichten automatisch filtern
22 Abhören von Gesprächen Mit teurer Spezialausrüstung wohl schon lange möglich Verschlüsselung zwischen Handy und Basisstation A5/0 keine Verschlüsselung A5/1 geknackt, Dekodierung in Echtzeit mit Hilfe sog. Rainbow Tables A5/2 schwächere A5/1 Variante für Export, geknackt, seit 2007 verboten A5/3 nicht geknackt, aber zahlreiche Schwachpunkte bekannt
23 Man in the middle -Angriff Basisstation authentifiziert sich nicht gegenüber dem Handy böse Basisstation fängt den Verbindungsaufbau ab und stiehlt den Sitzungsschlüssel Angreifer hat alle Möglichkeiten die das Opfer hat Mitlauschen ein- und ausgehender Anrufe Anrufe auf Kosten des Opfers Transparente Modifikation von z.b. SMS Empfang von SMS (mtan)
24 Technische Universität Berlin FG Security in Telecommunications Fragen? Danke!
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