RFID Technik. RFID = Radio Frequency Identification. Schema: RFID System

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Transkript:

RFID-Technologie

RFID Technik RFID = Radio Frequency Identification RFID steht für Radiofrequenz-Identifikation. Mit dieser Technik werden Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt von einem Datenträger, dem sog. Transponder oder Tag zu einem RFID-Lesegerät und umgekehrt übertragen. Der Begriff Transponder setzt sich aus den englischen Worten Transmitter (Sender) und Responder (der Antwortende) zusammen. Schema: RFID System

RFID System Das RFID Lesegerät fungiert als Sende- und Empfangseinheit, indem es ein elektromagnetisches Feld erzeugt. Dieses wird von der Antenne des Transponders (z.b. ein Etikett) empfangen und lädt dessen Energiespeicher auf. Dadurch wird der im Transponder enthaltene Microchip aktiviert und kann über die Antenne Befehle vom Lesegerät empfangen und aussenden. Beim Antwortvorgang strahlt der Transponder kein eigenes magnetisches Feld aus, sondern moduliertdas Magnetfeld des Lesegeräts. Dieser Vorgang wiederholt sich solange sich Transponder und Lesegerät in räumlicher Nähe zueinander befinden oder ein daran gekoppeltes System den entsprechenden Befehl dazu ausspricht.

Einsatz und Vorteile für den Industriebetrieb: Schnellere und transparente Warenströme in der Produktion an Host in bestehendem Rechnersystem) Senkung der Lagerbestände und damit Reduktion manueller Tätigkeiten Zuverlässigere Technologie als Barcode Kontrolle von Flüssigkeitsständen beim Befüllen von Behältern (automatisches Befüllen) der Kapitalbindung (Anbindung

http://www.swr.de/wissen/technik-forschung/rfid/-/id=4282360/nid=4282360/did=6901120/1mdnl2x/index.html Im Reich der funkenden Etiketten Sie stecken in Kleidungsstücken, in Eintrittskarten und auch im neuen Personalausweis: RFID-Chips. Winzig klein, mittlerweile kostengünstig herzustellen - und für manchen Datenschützer ein Albtraum. Denn mit den Funkchips lassen sich auch Menschen überwachen. Der Chip - ein winziger schwarzer Punkt

Es ist ein Traum für jeden Einzelhändler: Ein Karton wird angeliefert, ein kurzer Scan mit dem Lesegerät und schon zeigt das Display an, ob die Menge an roten T-Shirts in Größe 40 drin ist, die bestellt war. Dank RFID-Technik hat jedes Produkt eine individuelle Identifikationsnummer, der Weg der Ware kann von der Produktion bis zum Verkauf nachvollzogen werden. RFID steht für Radio Frequency Identification, das Erkennen von Objekten über Funk, berührungslos und ohne Sichtkontakt - sprich: Der Karton mit Waren muss nicht geöffnet werden, um den Inhalt zu scannen. Die Händler bekommen einen schnelleren Überblick über ihren Gesamtbestand, außerdem können sie mithilfe der Funkchips ihre Ware sichern. Längst finden sich die Funkchips auch in unserem Alltag: Der Einlass zum Konzert geht schneller, wenn in jedem Ticket ein Chip integriert ist, in der Bibliothek lassen sich falsch eingeräumte Bücher einfacher wiederfinden, der Skipass wird am Lift automatisch gescannt. In der Massentierhaltung ist der RFID-Chip im Ohr oder unter die Haut der Tiere längst Standard. Handelsriesen, allen voran die Metro Gruppe, haben Pilotprojekte mit elektronischen RFID-Etiketten laufen.

Im Einzelhandel könnten RFID-Chips den Barcode ersetzen. Während ein Barcode heute üblicherweise 44 Bit Informationen enthält, können komplexere Schaltungen mit einigen tausend Transistoren bis zu 128 Bit Speicherkapazität realisieren. Auch intelligente Preisschilder sind eine Vision: Auf deren Display kann über Funk der Preis kurz vor Ladenschluss reduziert werden. Die Müllabführ kann über RFID-Chips die Füllhöhe der Mülltonnen kontrollieren und Müllgebühren entsprechend abrechnen.

Seit einiger Zeit gibt es auf dem Markt RFID-Funkarmbänder, die Eltern ihren Kindern an den Arm binden können, um sie per Empfänger an belebten öffentlichen Orten wie Einkaufszentren oder Badestränden zu orten und wiederzufinden. Die Geschichte der RFID geht auf eine militärische Nutzung zurück. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges benutzte das US-amerikanische Militär ein System zur Freund-Feind-Erkennung von Flugzeugen, das nach dem Prinzip der Modulation eines reflektierten RADAR-Signals funktionierte. Die von ihm benutzten Transponder waren allerdings sehr große und unhandliche Experimentieranordnungen, die kommerziell genutzten Systeme waren wegen des Aufbaus auf der RADARTechnologie ebenfalls in ihrer Größe nicht mit heutigen RFID-Systemen vergleichbar. Zu Beginn des Kalten Krieges sorgte eine Wanze für Aufregung, die nach einem RFIDähnlichen Prinzip arbeitete. Russische Schulkinder überreichten dem US-Botschafter in der Sowjetunion 1945 ein hölzernes Wappen der Vereinigten Staaten, in dem 1952 eine von Leon Theremin entwickelte passive Abhöreinrichtung entdeckt wurde. Dabei handelte es sich um einen Mikrowellenresonator, der über Radiofrequenz mit Energie versorgt wurde und ein moduliertes Signal zurücksandte. Die passive Konstruktion wurde von außerhalb des Botschaftsgeländes angefunkt und machte die Wanze über Jahre unentdeckbar.

Die einfachsten Transponder unterscheiden sich von allen anderen sehr stark dadurch, dass sie nicht einmal einen Transponderchip beinhalten. Es handelt sich dabei um Transponder, die in elektronischen Warensicherungssystemen (Electronic Article Surveillance, EAS) in Kaufhäusern verwendet werden. Diese Transponder bestehen lediglich aus einem Schwingkreis, dessen Resonanzfrequenz der Betriebsfrequenz des Lesegerätes entspricht. Bewegt sich ein solcher Transponder durch die Antennen des Systems, so entzieht er diesem Energie, was an den Lesegeräten detektiert wird. Die Transponder werden an der Kasse durch die Zerstörung der Spule oder des Kondensators (z. B. durch Überspannung) deaktiviert. Aufgrund der Tatsache, dass die Transponder nur entweder aktiv oder deaktiv sein können, also zwei Zustände speichern, werden sie als 1-bit-Transponder bezeichnet.

weitere Informationen aus Quelle: http://www.datenschutz.rlp.de/de/wissenschaftspreis/bisherige_arbeiten/2010_arbeit_lindlahr_william.pdf

detailliertere Angaben zur Funktion:

Ein RFID-System besteht aus zwei Teilen: dem RFID-Chip als Sender und dem Lesegerät. Auf jedem RFID-Chip, auch Tag genannt (engl. Etikett), wird bei der Herstellung eine weltweit einmalige Nummer gespeichert. Über ein Lesegerät wird diese per Funk erfasst und an eine Datenbank weitergeleitet. Dort wird der Code mit Informationen, die in der Datenbank hinterlegt sind, verknüpft. Je nach verwendeter Technik können Lesegeräte Tags im Abstand von bis zu mehreren Metern erkennen und deren Daten abrufen.

Die RFID-Technologie umfasst mit ihrem Frequenzbereich von 3 khz bis 300GHz einen breiten Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums. In niedrigeren Frequenzbereichen (3 khz bis 30MHz) hat sich der Einsatz von Spulenantennen mit induktiver Kopplung oder von kapazitiven Koppelelementen bewährt (der hier betrachtete übliche Etiketten-Abstand ). Die Reichweite eines induktiv gekoppelten RFID-Systems beträgt bei 30MHz etwa 1,6m und nimmt bei höheren Frequenzen schnell ab.

Zutrittskontrolle:

Zum Datenschutz: Auslesen der Daten - ohne Wissen der Verbraucher Der große Vorteil der Technik ist auch gleichzeitig das größte Problem aus Sicht von Datenschützern: RFID-Chips können jederzeit ausgelesen werden, ohne dass der Besitzer es merkt. Um das zu verhindern, fordert die rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerin Margit Conrad jetzt Regeln für Kennzeichnung und Datenschutz, wenn RFID-Anwendungen eingesetzt werden, mit denen Verbraucher in Berührung kommen. Längst geht es dabei auch um personenbezogene Daten: Beim elektronischen Personalausweis, der im 2010 eingeführt wurde, sind alle Ausweisdaten auf dem Chip gespeichert. Aber auch ohne dass solche Informationen direkt gespeichert werden, betrachtet der Bürgerrechtsverein FoeBuD die Verbreitung der neuen Technik mit Argwohn: Man könne mit den "Schnüffel-Chips" zum Beispiel Personen beim Einkaufen beeinflussen, sagt Vorsitzende Rena Tangens: "Die Handelskette Marktkauf hat damit experimentiert, hat Einkaufswagen mit RFID-Chips versehen und die Werbung, die in Displays in den Regalen gezeigt wird, auf den jeweiligen Wagen abgestimmt."

Damit lasse sich nicht nur erforschen, welche Art von Werbung am besten wirkt. "Wenn man dann an der Kasse auch noch mit EC-Karte zahlt oder eine Kundenkarte vorzeigt was würde passieren, wenn man diese Daten dann mit der jeweiligen Person verknüpfen würde?, beschreibt Rena Tangens ein Szenario. "Marktkauf sagt zwar: 'Das tun wir nicht.' Aber niemand kann garantieren, dass es nicht in Zukunft passiert." Personen-Überwachungper Chip im Jackett? Auch überwachtes Reisen ist für den FoeBuD vorstellbar: Die "Bahncard 100" enthalte bereits einen RFID-Chip. In Zukunft könnten beispielsweise mit Lesegeräte an den Bahnsteigen nachvollzogen werden, wer zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort war. Beim Bekleidungsunternehmen Gerry Weber, das gerade dabei ist, seine Ware flächendeckend mit den Funkchips auszustatten, sollen die Kunden zwar im Laden und auf den Pflegeetiketten, in denen sich der Funkchip befindet, darüber informiert werden, dass RFID-Technik eingesetzt wird - aber das Etikett abzuschneiden und den Chip zu entsorgen, will man den Käufern überlassen. "Das kann nicht sein", sagt Rena Tangens - "die Textilunternehmen müssen sich verpflichten, die Chips an der Kasse zu entfernen. Das kann nicht in der Verantwortung der Kundinnen und Kunden liegen." Sie hält auch freiwillige Selbstverpflichtungen der Firmen für nicht ausreichend und plädiert für eine gesetzliche Regelung innerhalb des Bundesdatenschutzgesetzes. Bisher gibt es zu dem Thema lediglich eine Empfehlung der Europäischen Kommission.

Wo RFID drin ist, muss nicht RFID draufstehen Die Kennzeichnung ist freiwillig - und das EPC-Logo unbekannt Außerdem ist es derzeit dem Hersteller überlassen, ob er überhaupt auf die Funkchips hinweist. Es gibt dafür zwar ein Symbol, es darf aber bezweifelt werden, dass die Verbraucher es in Zusammenhang mit RFID bringen: Das EPC(Elektronischer Produktcode)-Logo. Und weil die Chips winzig sind, sind sie ansonsten nur schwer zu entdecken. Um auf Nummer sicher zu gehen und einen möglicherweise versteckten Chip im Etikett zu zerstören, empfiehlt Rena Tangens, das Produkt kurz in die Mikrowelle zu legen. "Auf niedrigster Stufe, einmal ganz kurz ein- und wieder ausschalten. Danach funktioniert der Chip nicht mehr." Und bei Gerry Weber heißt es, der Chip habe sowieso nur eine geringe Haltbarkeit: "Nach ein paar Mal waschen gibt es einen Kurzschluss in der Antenne". Eine Lösung für die Zukunft kann das auch nicht sein.