B.Th.-Programm. Thomas Kinker



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ΤΠΟΤΡΓΔΙΟ ΠΑΙΓΔΙΑ ΚΑΙ ΠΟΛΙΣΙΜΟΤ ΓΙΔΤΘΤΝΗ ΜΔΗ ΔΚΠΑΙΓΔΤΗ ΚΡΑΣΙΚΑ ΙΝΣΙΣΟΤΣΑ ΔΠΙΜΟΡΦΩΗ ΣΕΛΙΚΕ ΕΝΙΑΙΕ ΓΡΑΠΣΕ ΕΞΕΣΑΕΙ ΥΟΛΙΚΗ ΥΡΟΝΙΑ

Transkript:

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 1 Übungen Exegese Altes Testament B.Th.-Programm Thomas Kinker Übersicht über die einzelnen Übungen Übung 1: Alttestamentlicher Erzähltext Gen 22... 2 Übung 2: Poetischer Text Ps 32... 6 Übung 3: Prophetischer Text Jes 49,1-9a... 10 Vorbemerkungen Seitenangaben zum Umfang einzelner Übungen beziehen sich immer auf einzeilig und 12 Punkt Schriftgröße bei normalem Rand (2-2,5 cm). Insgesamt gilt das Motto: Fasse Dich kurz! Bitte keine Schachtel- und Endlossätze, keine Exkurse ins Unendliche usw. Bei den Übungen sind mindestens vier Bibelkommentare (davon ein historisch-kritischer) zu verwenden (und ggf. zu besprechen). 1 Bitte eine Übung nach der anderen einreichen, wenn sie jeweils fertig sind, und nicht erst alle Übungen am Schluss. So lassen sich Missverständnisse gleich ausräumen! Literaturangaben Vorbemerkung zu den Preisangaben: Preise für deutsche Bücher haben eine Preisbindung, sind somit fest. Preise für englischsprachige Bücher sind Tagespreise nach www.amazon.de. Preise ohne Gewähr und, wenn nicht anders angegeben, nach www.amazon.de [Stand 2.1.03] Zugrunde gelegtes AT: Revidierte Elberfelder Übersetzung Bitte mit Luther 84 und einer zeitgenössischen Übersetzung (z.b. Hoffnung für alle) vergleichen! 1 Beim jeweiligen Betreuer sind Kopien aus Bibelkommentaren zu jeder Übung ausleihbar.

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 2 empfohlen: Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel. Altes und Neues Testament revidierte Fassung, R. Brockhaus: Wuppertal 2005 [2373 S. 49,90 sehr zu empfehlen für diejenigen, die kein Griechisch oder Hebräisch können, aber doch erfahren wollen, was im Grundtext steht; enthält Sprachschlüssel zu AT und NT] Übung 1: Alttestamentlicher Erzähltext Gen 22 Gen 22,8 Da sagte Abraham: Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander. (REÜ) 1. Überblick Vorsicht: Wissen Sie etwa schon im Voraus, was der Text sagt? Verschaffen Sie sich einen allgemeinen Überblick. Lesen Sie den Text mehrmals, am Besten in unterschiedlichen Übersetzungen. Was fällt spontan auf? Wo ergeben sich spontan Verständnis-, wo theologische Fragen oder Probleme? Dabei ist zu beachten: Wenn Sie hier Fragen stellen, sollten sie diese auch im Laufe der Exegese beantworten! Dann ist zu klären: - Welche Art von Dokument liegt vor: Poesie oder Prosa? Ist der Text einheitlich? - Bestimmen Sie die (hauptsächliche) Literaturgattung! (Erzähltext, Prophetie, Weisheit usw.) - Gibt es literarische Unterarten (z.b. Brief, Gleichnis...) 2. Einleitungsfragen 2 Wer schrieb diesen Text und wann? An wen und zu welchem Zweck wurde der Text verfasst? 3. Der gesamte Abschnitt (Perikope) und Skopus 3 Bestimmen Sie den Perikopenumfang! Formulieren Sie den Skopus! 2 3 Hilfsmittel: eine Einleitung zum AT, z.b. G.L. Archer, Einleitung in das Alte Testament, 2 Bände, VLM: Bad Liebenzell 1987/1989 [vergriffen]; dasselbe in Englisch: G.L. Archer, A Survey of Old Testament Introduction, Moody 1996 (2. erweiterte Ausgabe) zu bevorzugen ist die englische Ausgabe. Umfang: Fasse dich kurz, ein bis zwei Seiten genügen. Hilfsmittel: das entsprechende Kapitel in Th. Kinker, Die Bibel verstehen und auslegen. Ein praktischer Hermeneutikkurs, VKW: Bonn 2003

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 3 Wie ist der Gedankengang (kurz in eigenen Worten)? Wie verläuft der Spannungsbogen (Spannung aufbauen, Höhepunkt...)? Gliedern Sie den Text! 4. Kontext 4 Bestimmen Sie folgende Arten von Kontext (Zusammenhang) von V 8: a) unmittelbarer Kontext Einbettung in die Perikope b) Kontext des Abschnittes bzw. der Perikope Stellung in der Abrahamsgeschichte c) Kontext im ganzen Buch Gen d) Kontext innerhalb des AT e) Kontext innerhalb der gesamten Bibel f) Heilsgeschichtlicher Kontext Dabei ist auch anzugeben, welche Rolle der Vers, der Abschnitt bzw. die Abrahamsgeschichte im jeweiligen Kontext spielt. 5. Parallelen Welche biblischen Parallelen bzw. Paralleltexte (z.b. Kön Chr erzählen das gleiche Ereignis) gibt es für den gesamten Abschnitt? 6. Analyse des Textes Notieren Sie Leitwörter und Wiederholungen! Wozu dienen die Wiederholungen? Wo gibt es gravierende Unterschiede zwischen der Revidierten Elberfelder, der Luther 84 und der zeitgenössischen Übersetzungen? Hier ist die empfohlene Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel wertvolles Hilfsmittel. 7. Einzelauslegung Legen Sie Vers für Vers einzeln aus (Motto: Fasse Dich kurz!). Gibt es Verse, die schwer verständlich sind? Bitte erklären! Hinweis: Stellen Sie bitte vor jeden Vers Ihre Übersetzung dieses Verses dies erhöht die Lesbarkeit und Verständlichkeit Ihrer Ausführungen! 4 Hilfsmittel: das entsprechende Kapitel in Th. Kinker, Die Bibel verstehen und auslegen. Ein praktischer Hermeneutikkurs, a.a.o.

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 4 Dabei sind mindestens vier Bibelkommentare (davon ein historisch-kritischer) zu verwenden (und ggf. zu besprechen). Gehen Sie dabei auch bei jedem Vers auf folgende Punkte ein: a) Welche biblischen Parallelen bzw. Paralleltexte gibt es für wichtige einzelne Verse? Sind es echte Parallelen oder unterschiedliche Aspekte eines Themas? b) Untersuchen Sie den historisch-kulturellen Hintergrund. Welche kulturellen bzw. historischen Punkte müssen erklärt werden, weil sie heute nicht mehr so einfach verständlich sind? Ist eine zeitlos gültige Wahrheit in kultureller Form verpackt? Wenn ja wie kann diese auf heute übertragen werden? c) Gibt es Bilder oder sonstige Sprachfiguren und Stilmittel im Text? Bitte erklären Sie diese! d) Theologische Analyse Überlegen Sie bitte zuerst selbst, welche theologischen Fragen der Text aufwirft. Stop erst überlegen, dann nächste Seite lesen!

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 5 Klären Sie dann bitte folgende Fragen: a) Nach V 1 versuchte Gott den Abraham, nach Jak 1,14 versucht Gott niemand, im Vaterunser bitten wir Gott, uns nicht in Versuchung zu führen. b) Wo liegt der Berg Morija, und welche Bedeutung hat dies? c) Auf welcher Grundlage geschieht hier ein Opfer vor dem Bundesschluss am Sinai (mit seiner Opfergesetzgebung)? Mit anderen Worten: Wie kommt Abraham dazu zu opfern und mit welchem Ziel tut er dies? d) Was meint Gott fürchten (V 12)? e) Wie kommt es, dass Gott auf der einen Seite Menschenopfer absolut verbietet und auf der anderen Seite hier eines verlangt? f) Weshalb wollte Abraham etwas tun, was an sich gegen Gottes Willen war (denn Isaak war der von Gott gegebene Nachkomme), auf der anderen Seite aber von Gott verlangt wurde? 8. Anwendung Wie wenden Sie diesen Text auf Ihr privates (Glaubens-)Leben an, wie z.b. in einer Bibelarbeit oder Predigt? Anmerkung: Eine Anwendung sollte v.a. mit dem Skopus im Einklang sein. 9. Schlusswort bzw. Zusammenfassung Skizzieren Sie kurz die Hauptaussagen des Textes! Welche Rolle nimmt dieser Text in der Hl. Schrift ein?

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 6 Übung 2: Poetischer Text Ps 32 Ps 32,1f [Von David. Ein Weisheitslied.] Wohl dem, dessen Frevel vergeben und dessen Sünde bedeckt ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt und dessen Herz keine Falschheit kennt. 1. Überblick Vorsicht: Wissen Sie etwa schon im Voraus, was der Text sagt? Verschaffen Sie sich einen allgemeinen Überblick. Lesen Sie den Text mehrmals, am Besten in unterschiedlichen Übersetzungen. Was fällt spontan auf? Wo ergeben sich spontan Verständnis-, wo theologische Fragen oder Probleme? Dabei ist zu beachten: Wenn Sie hier Fragen stellen, sollten sie diese auch im Laufe der Exegese beantworten! Dann ist zu klären: - Welche Art von Dokument liegt vor: Poesie oder Prosa? Ist der Text einheitlich? - Bestimmen Sie die (hauptsächliche) Literaturgattung! (Erzähltext, Prophetie, Weisheit usw.) - Gibt es literarische Unterarten (z.b. Brief, Gleichnis...) 2. Einleitungsfragen 5 Wer schrieb diesen Text und wann (zu diskutieren: von David in V 1)? Aus welchem Anlass geschah dies? An wen und zu welchem Zweck wurde der Text verfasst? Hilfe: Hängt Ps 32 mit Ps 51 zusammen oder nicht? 3. Skopus, Gedankengang, Gliederung 6 Formulieren Sie den Skopus! Wie ist der Gedankengang (kurz in eigenen Worten)? Welche Gattung ist dieser Ps 32? Findet sich ein Aufbau, der dieser Gattung entspricht? 7 Gliedern Sie den Text! 5 6 7 Hilfsmittel: eine Einleitung zum AT, z.b. G.L. Archer, Einleitung in das Alte Testament, 2 Bände, VLM: Bad Liebenzell 1987/1989 [vergriffen]; dasselbe in Englisch: G.L. Archer, A Survey of Old Testament Introduction, Moody 1996 (2. erweiterte Ausgabe) zu bevorzugen ist die englische Ausgabe. Umfang: Fasse dich kurz, ein bis zwei Seiten genügen. Hilfsmittel: das entsprechende Kapitel in Th. Kinker, Die Bibel verstehen und auslegen. Ein praktischer Hermeneutikkurs, a.a.o. vgl. den Abschnitt zu Poetische Texte in Th. Kinker, Die Bibel verstehen und auslegen. Ein praktischer Hermeneutikkurs, a.a.o.

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 7 4. Kontext 8 Bestimmen Sie folgende Arten von Kontext (Zusammenhang) von V 1f a) unmittelbarer Kontext b) geschichtlicher Kontext des Psalms (Rolle im Leben Davids, falls bekannt) c) Kontext im ganzen Psalter d) Kontext innerhalb des AT e) Kontext innerhalb der gesamten Bibel f) Heilsgeschichtlicher Kontext 5. Parallelen Welche biblischen Parallelen bzw. Paralleltexte (z.b. Kön Chr erzählen das gleiche Ereignis) gibt es für den gesamten Abschnitt? Unterschiede? 6. Analyse des Textes Notieren Sie Leitwörter und Wiederholungen! Wozu dienen die Wiederholungen? Wo gibt es gravierende Unterschiede zwischen der Revidierten Elberfelder, der Luther 84 und der zeitgenössischen Übersetzungen? Hier ist die empfohlene Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel wertvolles Hilfsmittel. 7. Einzelauslegung Legen Sie Vers für Vers einzeln aus (Motto: Fasse Dich kurz!). Gibt es Verse, die schwer verständlich sind? Bitte erklären! Hinweis: Stellen Sie bitte vor jeden Vers Ihre Übersetzung dieses Verses dies erhöht die Lesbarkeit und Verständlichkeit Ihrer Ausführungen! Dabei sind mindestens vier Bibelkommentare (davon ein historisch-kritischer) zu verwenden (und ggf. zu besprechen). 8 Hilfsmittel: das entsprechende Kapitel in Th. Kinker, Die Bibel verstehen und auslegen. Ein praktischer Hermeneutikkurs, a.a.o.

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 8 Gehen Sie dabei auch bei jedem Vers auf folgende Punkte ein: a) Welche biblischen Parallelen bzw. Paralleltexte gibt es für wichtige einzelne Verse? Sind es echte Parallelen oder unterschiedliche Aspekte eines Themas? b) Untersuchen Sie den historisch-kulturellen Hintergrund. Welche kulturellen bzw. historischen Punkte müssen erklärt werden, weil sie heute nicht mehr so einfach verständlich sind? Ist eine zeitlos gültige Wahrheit in kultureller Form verpackt? Wenn ja wie kann diese auf heute übertragen werden? c) Gibt es Bilder oder sonstige Sprachfiguren und Stilmittel im Text? Bitte erklären Sie diese! d) Theologische Analyse Überlegen Sie bitte zuerst selbst, welche theologischen Fragen der Text aufwirft. Stop erst überlegen, dann nächste Seite lesen!

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 9 Klären Sie dann bitte folgende Fragen: a) Woher weiß David, dass ihm vergeben ist? Auf welcher Basis geschieht Vergebung im AT? b) Und wenn ein Frommer doch untergeht (V 6)? c) Vor was schützt Gott in V 7 (zu beachten: Kontext!)? d) Wer spricht in V 8 Gott oder David? Vgl. hierzu v.a. Ps 51,15. Wie würden Sie V 8 in Bezug auf die Lehre von der Geistesleitung auslegen, je nachdem wie Sie die erste Frage beantwortet haben? Siehe auch die Auslegung von Delitzsch: V. 8-10. Es ist nicht J[ahweh], welcher hier in Erwiderung der bisher an ihn gerichteten Rede das Wort ergreift. Der Angeredete müsste dann der D[avid] sein... Er selbst ists der nun direkt den Lehrerton (vgl. 34,12) anstimmt. Was David 51,15 verspricht, setzt er hier ins Werk: Unterweisung der Sünder im Heilsweg. 9 e) Wie lenkt Gott Menschen, d.h. wie gebraucht er Zaum und Zügel (V 9)? f) Wann kann man mitjubeln, d.h. wann hat man ein reines Herz (V 11)? Oder anders gefragt: Kann man sicher sein, ein solches zu haben? 8. Anwendung Wie wenden Sie diesen Text auf Ihr privates (Glaubens-)Leben an, wie z.b. in einer Bibelarbeit oder Predigt? Anmerkung: Eine Anwendung sollte v.a. mit dem Skopus im Einklang sein. 9. (kurzes und prägnantes) Schlusswort bzw. Zusammenfassung Skizzieren Sie kurz die Hauptaussage(n) des Textes! Welche Rolle nimmt dieser Text in der Hl. Schrift ein? 9 F. Delitzsch, Die Psalmen, Brunnen: Gießen / Basel 1984, S. 265

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 10 Übung 3: Prophetischer Text Jes 49 Jes 49,6 Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht. 1. Überblick Vorsicht: Wissen Sie etwa schon im Voraus, was der Text sagt? Verschaffen Sie sich einen allgemeinen Überblick. Lesen Sie den Text mehrmals, am Besten in unterschiedlichen Übersetzungen. Was fällt spontan auf? Wo ergeben sich spontan Verständnis-, wo theologische Fragen oder Probleme? Dabei ist zu beachten: Wenn Sie hier Fragen stellen, sollten sie diese auch im Laufe der Exegese beantworten! Dann ist zu klären: - Welche Art von Dokument liegt vor: Poesie oder Prosa? Ist der Text einheitlich? - Bestimmen Sie die (hauptsächliche) Literaturgattung! (Erzähltext, Prophetie, Weisheit usw.) - Gibt es literarische Unterarten (z.b. Brief, Gleichnis...) 2. Einleitungsfragen 10 Wer schrieb diesen Text und wann? Aus welchem Anlass geschah dies? An wen und zu welchem Zweck wurde der Text verfasst? Hilfe: Welche Ahnaltspunkte finden sich im Text bzw. im Buch? 3. Abgrenzung der Perikope, Skopus, Gedankengang, Gliederung 11 Begründen Sie, weshalb die Perikope von V 1-9a geht (so z.b. die Einheitsübersetzung), oder verändern Sie den Umfang (mit Begründung). Formulieren Sie den Skopus! Wie ist der Gedankengang (kurz in eigenen Worten)? Welche Gattung ist dieser Text? Findet sich ein Aufbau, der dieser Gattung entspricht? 12 Gliedern Sie den Text! 10 11 12 Hilfsmittel: eine Einleitung zum AT, z.b. G.L. Archer, Einleitung in das Alte Testament, 2 Bände, VLM: Bad Liebenzell 1987/1989 [vergriffen]; dasselbe in Englisch: G.L. Archer, A Survey of Old Testament Introduction, Moody 1996 (2. erweiterte Ausgabe) zu bevorzugen ist die englische Ausgabe. Umfang: Fasse dich kurz, ein bis zwei Seiten genügen. Hilfsmittel: das entsprechende Kapitel in Th. Kinker, Die Bibel verstehen und auslegen. Ein praktischer Hermeneutikkurs, a.a.o. vgl. den entsprechenden Abschnitt Prophetie und Apokalypse Grundlegende Arten von Prophetie in Th. Kinker, Die Bibel verstehen und auslegen. Ein praktischer Hermeneutikkurs, a.a.o.

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 11 4. Kontext 13 Bestimmen Sie folgende Arten von Kontext von V 6 a) unmittelbarer Kontext b) Kontext im ganzen Buch Jes c) Kontext innerhalb des AT d) Kontext innerhalb der gesamten Bibel e) Heilsgeschichtlicher Kontext 5. Parallelen Welche biblischen Parallelen gibt es für den gesamten Abschnitt? 6. Analyse des Textes Notieren Sie Leitwörter und Wiederholungen! Wozu dienen die Wiederholungen? Wo gibt es gravierende Unterschiede zwischen der Revidierten Elberfelder, der Luther 84 und der zeitgenössischen Übersetzungen? Hier ist die empfohlene Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel wertvolles Hilfsmittel. 7. Einzelauslegung Legen Sie Vers für Vers einzeln aus (Motto: Fasse Dich kurz!). Gibt es Verse, die schwer verständlich sind? Bitte erklären! Hinweis: Stellen Sie bitte vor jeden Vers Ihre Übersetzung dieses Verses dies erhöht die Lesbarkeit und Verständlichkeit Ihrer Ausführungen! Dabei sind mindestens vier Bibelkommentare (davon ein historisch-kritischer) zu verwenden (und ggf. zu besprechen). 13 Hilfsmittel: das entsprechende Kapitel in Th. Kinker, Die Bibel verstehen und auslegen. Ein praktischer Hermeneutikkurs, a.a.o.

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 12 Gehen Sie dabei auch bei jedem Vers auf folgende Punkte ein: a) Welche biblischen Parallelen bzw. Paralleltexte gibt es für wichtige einzelne Verse? Sind es echte Parallelen oder unterschiedliche Aspekte eines Themas? b) Untersuchen Sie den historisch-kulturellen Hintergrund. Welche kulturellen bzw. historischen Punkte müssen erklärt werden, weil sie heute nicht mehr so einfach verständlich sind? Ist eine zeitlos gültige Wahrheit in kultureller Form verpackt? Wenn ja wie kann diese auf heute übertragen werden? c) Gibt es Bilder oder sonstige Sprachfiguren und Stilmittel im Text? Bitte erklären Sie diese! d) Theologische Analyse Überlegen Sie bitte zuerst selbst, welche theologischen Fragen der Text aufwirft. Stop erst überlegen, dann nächste Seite lesen!

Übungen Exegese AT B.Th. Seite 13 Klären Sie dann bitte folgende Fragen: Erklären Sie in V 1 die Berufung im Mutterleib Wie hat sich Gott an seinem Knecht Israel verherrlicht? Was bedeutet V 4 im Leben Jesu? Welche große alttestamentliche Linie ist in V 4f angedeutet? Ist die Heidenmission (V 6) ein Thema des AT? Wenn ja wer hat im AT den Auftrag dazu? Wer ist im NT das Licht der Nationen? Weshalb ist der Knecht Jahwes ein ganz und gar Verachteter, ein Verabscheuter der Nation (V 7)? Wie erfüllt sich die Ehrung durch die Könige von V 7? Wann wurde der Knecht des Herrn erhört (V 8)? Wie wurde der Knecht des Herrn zum Bund des Volkes gemacht (V 8)? Wie erfüllt sich V 9a? Was bedeutet dies im Blick auf die Verheißungen an Israel (Wiederaufrichtung des Landes, Erbteil etc.)? Erklären Sie, welche beiden Hauptlinien bzgl. des Messias hier im Text zu finden sind und wo diese beiden Linien genauer ausgeführt werden. 8. Anwendung Wie wenden Sie diesen Text auf Ihr privates (Glaubens-)Leben an, wie z.b. in einer Bibelarbeit oder Predigt? Anmerkung: Eine Anwendung sollte v.a. mit dem Skopus im Einklang sein. 9. (kurzes und prägnantes) Schlusswort bzw. Zusammenfassung Skizzieren Sie kurz die Hauptaussage(n) des Textes! Welche Rolle nimmt dieser Text in der Hl. Schrift ein?