1 Alpha- Live Kurs 2013 Referat: Was kann mir Gewissheit im Glauben geben? (Jürg Buchegger) Paulus schreibt in 2. Korintherbrief 5, 17: Wenn also jemand in Christus ist, dann ist das neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Alles aber kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt hat... Wer ist ein Christ? Was ist ein Christ? In unserer Gesellschaft hat der Begriff Christ ganz unterschiedlich Bedeutungen. Am krassesten ist vielleicht die Einstellung von Muslimen, die nach Europa kommen: Für sie sind alle Menschen, die hier leben und sich nicht zum Islam bekennen, Christen. Sie meinen, wir seien eine christliche Gesellschaft. Entsprechend verachten sie den christlichen Glauben: Wenn das christlich ist, was man alles in dieser Gesellschaft vorfindet, dann muss christlicher Glaube etwas schlechtes sein: Keine Gottesfurcht, kein Anstand, Egoismus, zerfallende Familien, Unordnung in Geschlechterfragen, Geldliebe, keine Beachtung von religiösen Regeln usw. Was ist ein Christ? Fragen wir Menschen auf der Strasse danach, so würden wir ganz unterschiedliche Antworten erhalten: Würden Sie sich als Christ bezeichnen? Antworten: - nein, ich gehe nicht in die Kirche - ja, ich glaube an Schutzengel - Ja, ich versuche mein Bestes zu geben, christlich zu leben. - nein, ich bin unreligiös - ja, ich glaube auch an etwas Höheres - ja, ich bin Mitglied der Kirche - ich denke schon - Möglicherweise schon - Ich hoffe es Sehr unterschiedlich sind die Antworten, vielleicht auch unter uns. Vielleicht redet Ihr nachher darüber in den Gruppen. Einfach gesagt und von den Grundlagen des Glaubens her definiert, lautet die Antwort auf die Frage: Wer ist ein Christ? Jemand, der Christus nachfolgt / Jemand, der durch den Sohn Gottes eine Beziehung zu Gott hat. Jeder Mensch erfährt etwas anders, wie er in diese Beziehung hineinfindet. Aber eines geht allem voraus. Paulus schreibt das so: Alles aber kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt hat... Die Initiative geht von Gott aus. Er will unser Gott sein und uns zu seinen Kindern machen. Er will uns und seine ganze Schöpfung wieder an sein Herz ziehen. Er will, dass Himmel und Erde nicht länger getrennt sind. Dafür tut er alles. Wir haben das in den letzten zwei Referaten gehört. Kurz gesagt: Gott hat uns in Christus mit sich versöhnt! Er hat die Initiative ergriffen: Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu Eigen gar, eh ich dich
2 kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. (Paul Gerhardt im Weihnachtslied: Ich steh an deiner Krippen hier.) Das ist gut zu wissen. Gott will. Wie es dann dazu kommt, dass auch in unserem Leben sich etwas bewegt; wie wir uns zu ihm hin bewegen und eine bewusste Beziehung zu ihm erhalten, das ist bei jedem etwas anders: Bei den einen ist es ein schlagartiges Erlebnis, eine augenblickliche Veränderung. Bei anderen ist eher ein Prozess, wie ein Weg, der hineinmündet in dem Moment, wo sie ihr Leben in die Hand von Jesus legen: Herr Jesus, da bin ich! Du wartest schon lange auf mich. Da bin ich endlich. Ich will von jetzt an mit dir leben. Wichtig ist einfach, dass wir Jesus Christus als unseren Erlöser und Herrn annehmen. Die ihn aber aufnahmen, denen gar er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen die an seinen Namen glauben. Joh 1, 12. Wie aber kommt es dazu, dass wir wirklich zum Glauben kommen? Unter Glauben versteht man ja auch mancherlei, z.b. Nicht-Wissen, Gefühl, Vertrauen. Es gibt eine gute Definition: Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis, durch welche ich alles für wahr halte, was Gott uns in seinem Wort geoffenbart hat, sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durch das Evangelium in mir wirkt, dass nicht allein anderen, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt ist, aus lauter Gnade, allein um den Verdienstes Christi willen. (HK 21) Ausgedeutscht könnten wir sagen: Glauben ist etwas, was mich als ganze Person betrifft, meinen Verstand und mein Herz, meinen Willen. Mein Innerstes wird von außen berührt, nämlich von Gott selbst und mir gehen die Augen auf: Ich merke: das gilt für mich persönlich und jetzt kann ich es annehmen, ergreifen. Dann kommt auch eine Gewissheit in mein Leben: Ich darf dann sagen: Ich bin Gott-sei-Dank Christ, endlich Christ. Was für ein Geschenk! Was für ein Vorrecht! Die Bibel macht klar, dass wir gewiss werden dürfen im Glauben. Ich zitiere nur ein Wort aus 1. Johannes 3, 1: Seht, welch ein Liebe hat uns der Vater gegeben, dass wir Kinder Gottes heißen und wir sind es. Worauf gründet sich diese Gewissheit? Wie ein Fotostativ (Mitnehmen!) auf drei Beinen steht, so beruht unsere Gewissheit über unsere Beziehung zu Gott, über unseren Status vor Gott auf dem Handeln des dreieinigen Gottes: Auf den Verheißungen,
3 die der Vater uns in seinem Wort (=Bibel) gibt; auf der Lebenshingabe seine Sohnes am Kreuz und auf der Gewissheit, die der Heilige Geist in unseren Herzen wirkt. 1. Das Wort Gottes Sollten Sie mich fragen, ob ich verheiratet bin, dann kann ich auf unser Familienbüchlein zurückgreifen: Dort steht: Jürg Hermann Buchegger, verheiratet seit 5. Juli 1980 mit Sylvia, geb. Brütsch. Sollten Sie mich fragen, ob ich Christ bin, dann werde ich Sie ebenfalls auf ein Dokument hinweisen, nämlich die Bibel. Unsere Erkenntnis von Gott gründet im Wort der Bibel. Sie beruht auf Tatsachen und nicht auf Gefühlen. Müssten wir uns auf unsere Gefühle verlassen, wäre das eine ziemliche Berg- und Talfahrt. Wir haben Höhen und Tiefen, je nachdem, was uns gerade beeinflusst. Gefühle sind wechselhaft und trügerisch. Die Worte der Bibel, die Verheißungen Gottes verändern sich nicht. Darum ist es für einen Christen wichtig, seinen Glauben auf Gottes Wort zu gründen. Ich möchte einige Worte aufzählen, die eine solche feste Grundlage bilden: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus gerettet werden. (Apg 16, 31). Christus spricht: Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, werde ich kommen und mit ihm zusammen essen und er mit mir. (Offb 3, 20) Wer den Namen des Herrn Jesus anruft, der wird gerettet werden. Röm 10, 13. Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren werde, sondern das ewige Leben habe. Joh 3, 16 Es geht also um eine Entscheidung zum Glauben, um einen bewussten Akt des Glaubens, um ein Ja-Sagen zu dem, was Gott für uns alles getan hat, um unser himmlischer Vater zu sein und uns zu seinen Kindern zu machen. Gott lässt uns die Einladung überbringen. Immer wieder erzählt Jesus in seinen Gleichnissen, dass eine grosse Einladung an alle Menschen ergeht: Die einen nehmen die Einladung an und andere bleiben bei sich selbst und wollen sie nicht annehmen. Wir können das auch so sagen: Es geht darum, Jesus in sein Leben aufzunehmen, ihm dir Tür zu öffnen, zum Glauben zu kommen. Gemeint ist immer das Gleiche: Gott bittet uns, sein Lebensangebot anzunehmen und wir können, ja sollen dieses Lebensangebot im Glauben annehmen. Jesus verspricht den Menschen, die ihm vertrauen und auf seine Stimme hören: Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt. (Mt 28, 20). Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. All das ist mit einer großen Verheißung verbunden: Ich gebe ihnen das ewige Leben und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. (Joh 10, 28). Ewiges Leben ist eine neue Qualität Leben. Es ist die Beziehung zu Gott, eine Beziehung, die bis in die Ewigkeit hineinreicht. Es ist eine tiefe und unerschütterliche Sache: Keine Macht der Welt kann uns von der Liebe Gottes scheiden, die Gott uns in Jesus Christus geschenkt hat. Als Christ lebe ich nun in einer neuen Beziehung zu Gott, die ich bisher ohne Christus nicht gekannt habe. Dabei darf ich mich auf seine Zusagen verlassen. Nicht
4 auf meine Gefühle, sondern auf sein Wort! Ich nehme mich also selbst gar nicht so wichtig, sondern ich nehme Gott bei seinem Wort. 2. Das Werk Jesu Noch einmal zum Bild der Ehe. Auf die Frage, ob ich weiss, dass ich verheiratet bin, kann ich auf ein Ereignis hinweisen, welches sich am 5. Juli 1980 zugetragen hat: unsere Hochzeit. Ähnlich verhält es sich auch mit der Frage, woher ich weiss, dass ich Christ bin. Ich kann auf ein geschichtliches Ereignis verweisen, auf den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus. Das zweite Bein des Fotostativs sind daher die Taten von Jesus Christus, insbesondere sein Tod am Kreuz. Das Grossartige dabei ist, dass meine Gewissheit nicht von mir abhängt, auch nicht von meinem grossen Glauben (der eben oft ganz flackrig ist). Sie hängt allein an dem, was Jesus für mich getan hat. Durch seinen Tod am Kreuz hat er uns das ewige Leben zum Geschenk gemacht. Und ein Geschenk kann man sich nun mal nicht verdienen: Man kann es nur dankbar annehmen. Alles fängt mir der Liebe Gottes an: Gottes Liebe geht all unserem Lieben und Glauben voraus: Er hat uns zuerst geliebt und darum für uns Jesus in die Welt gesandt. Wir können uns das nicht verdienen. Wir können nicht eine Leiter in den Himmel bauen und uns dazu hocharbeiten. Wenn wir schon von Verdienst reden wollen, dann nur davon, dass wir es verdient hätten, für immer von Gott getrennt zu leben. Wir sind vor Gott davon gelaufen. Wir sind unsere eigenen Wege gegangen. Im Buch Jesaja Kapitel 53 wird diagnostiziert, wie es um uns steht: Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen eigenen Weg. Aber der HERR lud all unsere Schuld auf ihn. Wir sind selber schuld! Wir haben nicht nach Gott gefragt. Stattdessen haben wir uns an uns selbst und unsere Pläne und Gedanken verloren. Das trennte uns von Gott. Das ist einer der Gründe, weshalb Gott uns manchmal so weit erscheint. Jesus dagegen hat nicht so gelebt. Er war der erste Mensch, der von ganzen Herzen auf Gott hörte und seinen Willen tat, voller Liebe, voller Freude. Zwischen ihm und Gott stand kein Hindernis. Am Kreuz hat Gott unsere Fehler und unser Versagen auf Jesus geladen. Das ist der Grund, warum Jesus am Kreuz schrie: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! In diesem Augeblick wandte sich Gott von ihm ab aber nicht wegen seiner Sünden, sondern wegen unseren Sünden. Jetzt war die Wand zwischen uns und Gott niedergerissen. Das sollen wir nun annehmen. Wir sollen annehmen, dass Gott und Jesus so etwas getan haben, damit wir nicht verloren gehen. Wer das annimmt im Glauben, der ist frei: über dem sagt Gott: Du bist gerecht! Da gibt es nichts mehr in deinem Leben, was dich von mir trennt. Du, ich habe alles getan, damit wir zusammen kommen können. Das ist also der Grund, warum wir gewiss sein können, dass ewige Leben zu haben: Weil Jesus für uns gestorben ist. Ich bin immer etwas misstrauisch, wenn ich höre, dass etwas umsonst ist. Das ewige Leben gibt es umsonst für uns, aber es war nicht billig. Es hat Jesus das Leben gekostet. Wir empfangen dieses Geschenk, wenn wir umkehren und glauben.
5 Umkehren, Busse tun das ist ein wichtiger Begriff in der Bibel: Er heißt nichts anderes als dass wir die Waffen strecken, uns ergeben und uns entschuldigen; erkennen, dass wir bisher auf dem Holzweg waren und bereit sein, noch einmal neu anzufangen. Mit der Gewissheit ist es so: Sie hat ihren festen Grund in dem, was Gott für uns getan hat. Im Bild: Wenn ich auf eine Klettertour gehe und in eine Felswand steige, dann hänge ich nicht an mir selbst, dann hänge ich am Seil und dieses Seil ist entweder mit einem tiefen Haken im Fels festgemacht oder der Bergführer geht voran und hält mich: Ich bin gehalten. Das ist meine Sicherheit. Selbst wenn ich ausgleite und die Kraft mich verlässt, ich bin dort gehalten. Das ist der Grund der Gewissheit. 3. Der Heilige Geist wirkt Gewissheit in uns Wir werden am 2. November ausführlich darüber sprechen, wer der Heilige Geist ist und was er in unserem Leben bewirken will. Darum hier in aller Kürze, was der Heilige Geist bezüglich Glaubensgewissheit in uns wirken will: Der Heilige Geist wirkt das Vertrauen auf Gott in unserem Herzen. Der gleiche Heilige Geist wirkt in uns die Gewissheit, dass wir Gott gehören dürfen. Wenn jemand Christ wird, kommt Gottes Geist und wohnt in ihm. In den Worten von Röm. 8, 14-16: Denn die vom Geist Gottes getrieben werden, das sind Söhne und Töchter Gottes. 15Ihr habt doch nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, um wiederum in Furcht zu leben; nein, ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! 16Eben dieser Geist bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Der Heilige Geist legt ein tiefes Vertrauen zu Gott in unsere Herzen. Durch ihn lernen wir Gott als Vater kennen und kommen als seine Kinder zu ihm. Ja, er legt die Gewissheit in uns, dass er uns nicht loslässt. Wenn er uns erst einmal ergriffen hat, dann lässt er uns nicht mehr fallen. Gottes Söhne und Töchter zu sein, Vergebung unser Schuld haben, das ist sicherer als alles andere: sicherer als unser Arbeitsplatz, unsere Gesundheit, unsere menschlichen Beziehungen. Wenn das alles zerbrechen würde, - keiner von uns wünscht sich das so dürfen wir wissen, dass Gott seine Beziehung zu uns nicht abbricht. Vielleicht sind Sie skeptisch und denken, das klingt ja schön und gut. Aber ich kann das nicht glauben. Und überhaupt: Gott wird doch so einen wie mich sowieso nicht wollen. Ich habe doch nie nach ihm gefragt bisher. Wenn ich auspacken müsste vor ihm, ich würde ja nicht fertig: da ist soviel, das ich kaputt gemacht habe und das auch an mir kaputt ist. Da kann ich nur sagen, was Jesus selbst total klar gemacht hat mit seinem ganzen Leben und Sterben: es gibt nichts und niemanden, der ihn davon abhalten könnte, Kontakt mit Ihnen aufzunehmen. Gleichgültig, wie viel Müll sich in Ihrem Leben angehäuft hat; ganz gleich, wie weit Sie sich von ihm wegbewegt haben in den letzten Jahren, wie oft Sie ihn enttäuscht haben Jesus kennt sich aus mit solchen Menschen. So waren auch die Menschen, die er zu seinem Freundeskreis zählte. Jesus
6 sagt: Alle, die an mich glauben, sollen das ewige Leben haben. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen. Auf sein Wort, auf sein Versprechen dürfen wir bauen. Sie dürfen also Gott um seinen Heiligen Geist bitten! Sie werden erleben, wie er Ihr Leben verändert. Da ist mit einem Mal eine Liebe zu Gott und der Wunsch ihn besser kennenzulernen. Da ist der Wunsch, die Bibel zu lesen. Da ist die Bereitschaft zu vergeben, ein neues Mitgefühl für andere. Da ist ein Vertrauen, das die Angst vertreibt: Mein Leben ist in Gottes Hand. Und die tiefe dankbare Gewissheit: Ich bin Gottes Kind, sein Sohn, seine Tochter. Schauen wir noch einmal das Fotostativ an: Wenn alle drei Beine ausgefahren sind, ist es stabil. Was kann mir Gewissheit im Glauben geben? Antwort: 1. Das Wort Gottes: Der bekannte Theologe Karl Barth wurde einmal gefragt, wie er denn seine 12- bändige Dogmatik zusammenfassen würde. Er antwortete mit dem Kinderlied: Jesus loves me, this I know, cause the Bible tells me so. (Jesus liebt mich ganz gewiss, denn die Bibel sagt mir dies). Nicht mein Gefühl sagt mir das, sondern Gottes Wort! 2. Was Jesus für mich vollbracht hat, in seinem Leben und Sterben. Da hat er sich für mich entschieden. Als Jesus sprach: Es ist vollbracht!, da hat er auch an michgedacht. 3. Der Heilige Geist wirkt Gewissheit in mir. Er ist es, der mich mit Gott verbindet und in mir Glauben bewirkt und erhält.