Inhalt. Vorwort... 9 Einleitung... 11



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Transkript:

5 Inhalt Vorwort........................................................ 9 Einleitung...................................................... 11 1 Einführung in die Bibelkunde des Alten und Neuen Testaments.............................. 14 1.1 anfang und Ende der Bibel............................... 14 1.2 Qur an und Bibel........................................ 18 1.3 antike Bibelübersetzungen............................... 21 1.4 Deutsche Bibelübersetzungen............................. 21 1.5 kanon: Die Sammlung der biblischen Schriften............. 26 1.6 Leitfaden 1.............................................. 31 1.7 Literatur................................................ 33 2 Genesis bis Deuteronomium: Der Pentateuch.... 34 2.1 Einführung in den Pentateuch (1.-5. Mose)................. 34 2.2 Genesis (1. Mose)........................................ 37 2.3 Exodus (2. Mose)......................................... 51 2.4 Levitikus (3. Mose)....................................... 57 2.5 numeri (4. Mose)........................................ 60 2.6 Deuteronomium (5. Mose)................................ 64 2.7 Leitfaden 2.............................................. 67 2.8 Literatur................................................ 70 3 Das deuteronomistische Geschichtswerk......... 71 3.1 Einführung in das deuteronomistische Geschichtswerk...... 71 3.2 Josua................................................... 74 3.3 Richter................................................. 78 3.4 samuel (1. und 2. Samuel)................................ 81 3.5 könige (1. und 2. Könige)................................. 84 3.6 Leitfaden 3.............................................. 88 3.7 Literatur................................................ 90

6 I n h a l t 4 Das chronistische Geschichtswerk und andere nachexilische Literatur..................... 91 4.1 Einführung............................................. 91 4.2 Chronik (1. und 2. Chronik)............................... 93 4.3 Esra.................................................... 97 4.4 nehemia............................................... 101 4.5 Haggai................................................. 104 4.6 sacharja I (Protosacharja: Sacharja 1-8).................... 105 4.7 Rut.................................................... 107 4.8 Ester.................................................. 109 4.9 Jona................................................... 110 4.10 Leitfaden 4............................................. 111 4.11 Literatur............................................... 114 5 Die Dichtung Israels................................ 115 5.1 Einführung in die hebräische Poesie...................... 115 5.2 Hiob................................................... 118 5.3 Psalmen............................................... 121 5.4 sprüche............................................... 124 5.5 Prediger............................................... 126 5.6 Hohelied............................................... 130 5.7 Leitfaden 5............................................. 131 5.8 Literatur............................................... 133 6 Die Prophetie des 8. Jahrhunderts................ 134 6.1 Einführung in die Prophetie............................. 134 6.2 Jesaja I (Protejesaja: Jesaja 1-39).......................... 138 6.3 Hosea................................................. 143 6.4 amos.................................................. 144 6.5 micha................................................. 146 6.6 Leitfaden 6............................................. 148 6.7 Literatur............................................... 150 7 Die Prophetie vom 7. bis zum 2. Jahrhundert v. Chr............................... 151 7.1 Einführung............................................ 151 7.2 Jeremia................................................ 153 7.3 klagelieder............................................. 158 7.4 Ezechiel............................................... 159 7.5 Jesaja II (Deuterojesaja: Jesaja 40-55)...................... 164 7.6 Jesaja III (Tritojesaja: Jesaja 56-66)........................ 166

7 7.7 sacharja II und III (Deutero- und Tritosacharja: Sacharja 9-11 u. 12)........... 167 7.8 maleachi............................................... 168 7.9 Die Komposition des Zwölfprophetenbuches und die übrigen Propheten.............................. 170 7.10 Leitfaden 7............................................. 173 7.11 Literatur............................................... 175 8 Das Markusevangelium............................ 176 8.1 Einführung in die synoptischen Evangelien............... 176 8.2 Formen der synoptischen Tradition....................... 178 8.3 Gliederung............................................. 182 8.4 Inhalt und Aufbau...................................... 183 8.5 Wichtige Themen....................................... 189 8.6 Leitfaden 8............................................. 191 8.7 Literatur............................................... 193 9 Das Lukasevangelium.............................. 194 9.1 Einführung............................................ 194 9.2 Gliederung............................................. 197 9.3 Inhalt und Aufbau...................................... 198 9.4 Wichtige Themen....................................... 206 9.5 Leitfaden 9............................................. 208 9.6 Literatur............................................... 209 10 Das Matthäusevangelium.......................... 210 10.1 Einführung............................................ 210 10.2 Gliederung............................................. 213 10.3 Inhalt und Aufbau...................................... 214 10.4 Wichtige Themen....................................... 222 10.5 Leitfaden 10............................................ 223 10.6 Literatur............................................... 224 11 Das Johannesevangelium und die drei Johannesbriefe............................ 225 11.1 Einführung............................................ 225 11.2 Gliederung............................................. 228 11.3 Inhalt................................................. 228 11.4 Wichtige Themen....................................... 234 11.5 Die Johannesbriefe (1.-3. Johannesbrief)................... 236 11.6 Leitfaden 11............................................ 237 11.7 Literatur............................................... 239

8 I n h a l t 12 Die Apostelgeschichte............................. 240 12.1 Einführung in die Paulusüberlieferung................... 240 12.2 Gliederung............................................. 242 12.3 Inhalt und Aufbau der Apostelgeschichte 1-15 (Petrusteil)... 243 12.4 Inhalt und Aufbau der Apostelgeschichte 16-28 (Paulusteil). 246 12.5 Erzählungen der Paulustradition......................... 248 12.6 Leitfaden 12............................................ 250 12.7 Literatur............................................... 251 13 Die Paulusbriefe und die übrigen Schriften des Neuen Testaments............................. 252 13.1 Einführung in die Paulusbriefe........................... 252 13.2 Der erste Thessalonicherbrief............................ 254 13.3 Der Philipperbrief und der Brief an Philemon.............. 255 13.4 Der erste Korintherbrief................................. 257 13.5 Der zweite Korintherbrief............................... 260 13.6 Der Galaterbrief........................................ 263 13.7 Der Römerbrief......................................... 266 13.8 Deuteropaulinen und Pastoralbriefe...................... 269 13.9 Die übrigen Schriften des Neuen Testaments.............. 271 13.10 Leitfaden 13............................................ 273 13.11 Literatur............................................... 275 14 Die apokalyptische Literatur...................... 276 14.1 Einführung in die apokalyptische Literatur................ 276 14.2 Das Buch des Propheten Daniel.......................... 278 14.3 Die Offenbarung des Johannes........................... 282 14.4 Leitfaden 14............................................ 286 14.5 Literatur............................................... 287 15 Wissensstandards in Bibelkunde.................. 288 Weiterführende Literaturhinweise................................. 292 Glossar....................................................... 294 Abbildungs- und Quellennachweis.................................. 297 Register....................................................... 299 Übersicht in der Reihenfolge der biblischen Bücher..................... 301

34 2 Genesis bis Deuteronomium: Der Pentateuch Inhalt 2.1 Einführung in den Pentateuch (1.-5. Mose) 34 2.2 Genesis (1. Mose) 37 2.3 Exodus (2. Mose) 51 2.4 Levitikus (3. Mose) 57 2.5 Numeri (4. Mose) 60 2.6 Deuteronomium (5. Mose) 64 2.7 Leitfaden 2 67 2.8 Literatur 70 2.1 Einführung in den Pentateuch (1.-5. Mose) Die fünf Bücher Mose werden in der alttestamentlichen Wissenschaft mit dem griechischen Wort Pentateuch (das/der Fünfteilige) bezeichnet. Die hebräische Bibel spricht von der Tora (Weisung). In diesen Büchern sind die wichtigsten Geschichtstraditionen und Gesetzesüberlieferungen Israels zusammengestellt. Bei der Lektüre des Textes merkt man allerdings sehr schnell, dass es sich nicht um ein Werk handelt, das aus einer Hand stammt. Vielmehr sind sehr unterschiedliche Textformen und Erzählzusammenhänge in einen übergeordneten Erzählrahmen gestellt. Dieser Erzählrahmen unterstreicht zwei Sachverhalte: Die geschichtliche Führung Israels durch den Gott Israels von Abraham bis zur Landnahme Der Empfang des Religionsgesetzes Israels am Sinai a) Die Führung Israels Mit Abraham beginnt ein Erzählzusammenhang, der von der Führung

E i n f ü h r u n g i n d e n P e n t a t e u c h 35 Israels durch seinen Gott berichtet. Er findet sein Ziel mit der Ansiedlung des Volkes Israel im Land Kanaan. Dieser Erzählzusammenhang spannt sich über die Grenzen des Pentateuch hinaus und bezieht noch das Josuabuch mit ein. Deswegen spricht man hinsichtlich des Erzählzusammenhangs von Hexateuch (der/das Sechsteilige). Andererseits sind die Kapitel 1 11 der Genesis hier nicht miteinbezogen. Sie berichten von der so genannten Urgeschichte, der Schöpfung und der Entwicklung der Menschheit vor der Berufung Abrahams. So scheint es, dass diese Kapitel erst später vorangestellt wurden, um die Erzählung von der Erwählung Israels mit den Erinnerungen an die Anfänge der Menschheit zu ergänzen. Die einzelnen Abschnitte innerhalb des Pentateuchs werden durch verschiedene leitende Erzählmotive bestimmt, die in der folgenden Tabelle notiert sind: Biblischer Text Inhalt/Thema Erzählmotive Gen 1-11 Urgeschichte Schuld und Strafe Gen 12-36 und 38 Erzelterngeschichte/ Vätergeschichte Verheißung von Nachkommenschaft, Land und Segen Gen 37-50 Josefsgeschichte Wie kam Israel nach Ägypten? Ex 1-15 Auszug aus Ägypten Gott erwählt sein Volk Ex 15,22-18,27 Wüstenwanderung Motiv des Murrens Ex 19,1 - Num 10,10 Aufenthalt am Sinai Gott gibt seinem Volk die Tora Num 10,11-36,13 Wiederaufnahme der Wanderung Motiv des Murrens Dtn 1-30 Abschiedsrede Mose Mose gibt erneut die Tora bekannt Dtn 31-34 Tod des Mose Tod des Mose b) Empfang des Gesetzes Bereits die grobe Übersicht über den Erzählzusammenhang des Pentateuch zeigt, welche große Bedeutung der zweite zentrale Gegenstand des Pentateuch, die rechtliche Überlieferung, hat: Der Aufenthalt am Sinai nimmt mit Ex 19 Num 10,10 den größten in sich geschlossenen narrativen Raum ein. Hier wird die Gesetzesüberlieferung Israels in aller Ausführlichkeit und mit einigen Wiederholungen vorgetragen. Und noch an einer zweiten Stelle wird der Erzählzusammenhang zugunsten der Gesetzesüberlieferung unterbrochen, und zwar kurz vor dem Einzug in das Land, das Gott für sein Volk vorgesehen hat. Das 5. Buch Mose, das Deuteronomium (Gesetzeswiederholung), befasst sich mit der erneuten Einschärfung, Wiederholung und sozialen Akzentuierung des Gesetzes Israels. Im Pentateuch werden drei große rechtliche Texte in die Erzählung eingebettet, die jeweils eine von der Entstehung des Pentateuchs unabhängige Vorgeschichte haben:

36 D e r P e n t a t e u c h Rechtssammlungen im Pentateuch 1. Das Bundesbuch (Ex 20,22-23,19) 2. Das Heiligkeitsgesetz (Lev 17-26) 3. Das deuteronomische Gesetz (Dtn 12-25) Diese drei Gesetzescorpora überschneiden sich inhaltlich, setzen aber auch eigene Akzente. Die älteste Gesetzessammlung ist wohl das Bundesbuch Ex 20,22-23,19. Die dort enthaltenen Rechtsregeln werden im Heiligkeitsgesetz Lev 17-26 erweitert und in einen größeren theologischen Zusammenhang gestellt. Parallel dazu knüpft auch das deuteronomische Gesetz an die Rechtstexte des Bundesbuches an und entwickelt sie weiter zu einer sozialen Utopie, in der gemeinschaftsverträgliche Eigentums- und Herrschaftsverhältnisse im Mittelpunkt stehen. Im Alten Orient haben Gesetzessammlungen programmatischen Charakter. Das gilt auch für die alttestamentlichen Gesetzescorpora. Sie beschreiben eher eine Idealität, die anzustreben ist, als eine Realität, die vorausgesetzt wird. Abb. 2 Entstehung des Hexateuch (Gen-Jos).

G e n e s i s 37 Entstehung der Geschichtsüberlieferung Gen bis 2. Kön (Münsteraner Pentateuchmodell). Abb. 3 Genesis (1. Mose) Einführung in die Genesis 2.2 2.2.1 Die Genesis ist ein Kranz von Sagen. So beschreibt Hermann Gunkel (1862-1932) das erste Buch Mose, die Genesis. Ihm gelingt es mit dieser Formulierung, die auffällige Spannung zwischen dem teilweise lockeren Zusammenhang der einzelnen Textteile zueinander ( Kranz ) und die innere Geschlossenheit der einzelnen Erzählungen ( Sagen ) zu verdeutlichen. Seine Beobachtungen kann jeder Leser der Genesis nachvollziehen. Die Genesis beginnt mit dem Bericht über die Schöpfung in sieben Tagen (1,1-2,4a), dann bricht der Erzählzusammenhang ab und in 2,4b ( Es war zu der Zeit, da Gott der Herr Erde und Himmel machte... ) wird unbeholfen zu einer zweiten Erzählung von der Schöpfung übergeleitet, die sich in Inhalt und Sprache deutlich von der ersten unterscheidet, dennoch aber für sich betrachtet auch ein ganz eigenes Meisterwerk der sprachlichen, diesmal narrativen Gestaltung ist. Man sollte sich bei der Lektüre der Genesis einen Sachverhalt immer wieder klar machen: Der Gesamtzusammenhang der Texte ist locker, teilweise brüchig, bisweilen eine bloße Aneinanderreihung. Die ein-

38 D e r P e n t a t e u c h zelnen Texte hingegen bieten Inhalte, die jeweils eigene Welten zu erschließen vermögen und sich für immer neue Deutungen anbieten. Und dennoch ist auch der Gesamtzusammenhang letztlich mehr als ein Kranz im Sinne einer gedankenlosen Zusammenfügung von Einzelteilen. Es ist von besonderem Gewicht, dass die Genesis alle berichteten Ereignisse in eine zeitliche Abfolge stellt und einen Anfang dieser Abfolge benennt: die Schöpfung. Von diesem Anfang her wird eine ununterbrochene Entwicklung (Abstammungslisten, so genannte Genealogien) konstruiert und damit die Idee entfaltet, dass sich die Beziehung Gottes zu seiner Schöpfung in der Geschichte entwickelt. Wer einen Anfang denken kann, öffnet die Geschichte als Raum göttlichen und menschlichen Handelns und erwartet, dass in der Spannung zwischen Vergangenheit und Zukunft wirklich Neues geschehen wird. Die Genesis beginnt mit der Schöpfung, die in zwei Berichten vorgetragen wird: 1,1-2,4a: Weltschöpfung mit dem Ziel des Sabbat 2,4b-3,24: Menschenschöpfung und Paradieserzählung Dann folgt direkt die Erzählung von Kains Brudermord, die überleitet zu genealogischen Listen. Es sind diese Genealogien, die den Eindruck des geschichtlichen Nacheinanders erwecken und auch tatsächlich bewusst erzeugen. Sie verbinden die Erzählungen der Urgeschichte miteinander, indem sie ihre Handlungsträger durch Abstammungslisten in eine Generationenfolge bringen. Schöpfung, Paradies, Vertreibung, Brudermord, Sintflut und Turmbau zu Babel sind je für sich grundlegende Erzählungen der Menschheit, die nicht notwendig aufeinander folgen müssen. Die Genealogien stellen sie in dieses Nacheinander und richten sie auf den einen Menschen aus, der am Anfang des Glaubens Israels steht: Abraham. Die Abrahamsgestalt eröffnet einen neuen Kranz von Erzählungen: die Erzeltern- oder Vätergeschichten. Auch hier sind Texte durch die Geschlechterfolge (Abraham, Isaak, Jakob, zwölf Söhne Jakobs) zusammengefügt, die teilweise voneinander unabhängig entstanden sind. Die Jakobserzählung nimmt den breitesten Raum ein. Sie erstreckt sich letztlich von der Geburt Jakobs (Gen 25) bis zu seinem Begräbnis (Gen 50) und integriert zudem die kunstvolle Josefsgeschichte (Gem 37-50). 2.2.2 Gliederung der Genesis 1-11: Urgeschichte 1,1-2,4a Der erste (priesterschriftliche) Schöpfungsbericht 2,4b-3,24 Der zweite Schöpfungsbericht