Armicarb. Abgabe: frei



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Kontakt-Fungizid gegen Apfelschorf, sowie gegen Oidium und Botrytis an Weinreben Wasserlösliches Pulver (SP) Pfl.Reg.Nr.: 3398 Wirkstoff und Wirkstoffgehalt: 850 g/kg Kaliumhydrogencarbonate Armicarb Zugelassene Anwendungsbestimmungen: Liefereinheit und Gebindeform: 4 x 5 kg Abgabe: frei Abstandsauflagen: 1 m (Regelabstand) 1 m (Abdriftminderungsklasse 50 %) 1 m (Abdriftminderungsklasse 75 %) 1 m (Abdriftminderungsklasse 90 %) 1. Indikation: Schadorganismus/Zweckbestimmung: Schorf (Venturia inaequalis) zur Befallsminderung Kultur/Objekt: Apfel Einsatzgebiet: Obstbau Aufwandmenge(n): Max. 5 kg/ha 2,5 kg/ha/m Kronenhohe Wasseraufwandmenge: 500 L/ha/m Kronenhohe Anwendungszeitpunkt(e): Bei Befallsbeginn, Stadium 10 (Mausohrstadium: grüne Blattspitzen überragen Knospenschuppen um 10 mm; erste Blatter spreizen sich ab) bis Stadium 60 (Erste Blüten offen) und Stadium 69 (Ende der Blüte) bis Stadium 87 (Pflückreife: Früchte sind ausreichend entwickelt und haben noch eine gute Lagerfähigkeit) Max. Anzahl der Anwendungen: 8 Zeitlicher Abstand in Tagen: 7 2. Indikation: Schadorganismus/Zweckbestimmung: Echter Mehltau (Oidium) [Uncinula necator] zur Befallsminderung Kultur/Objekt: Weinreben Einsatzgebiet: Weinbau Aufwandmenge(n): Max. 5,0 kg/ha Wasseraufwandmenge: 1000 L/ha (Berechnungsbasis) Anwendungszeitpunkt(e): Bei Befallsbeginn, Stadium 15 (5 Laubblätter entfaltet) bis Sta- 26

dium 85 (Weichwerden der Beeren) Max. Anzahl der Anwendungen: 6 Zeitlicher Abstand in Tagen: 7 10 3. Indikation: Schadorganismus/Zweckbestimmung: Grauschimmel (Botrytis cinerea) zur Befallsminderung Kultur/Objekt: Weinreben Einsatzgebiet: Weinbau Aufwandmenge(n): Max. 5,0 kg/ha Wasseraufwandmenge: 1.000 L/ha (Berechnungsbasis) Anwendungszeitpunkt(e): Bei Befallsbeginn, Stadium 69 (Ende der Blüte) bis Stadium 89 (Vollreife der Beeren) Max. Anzahl der Anwendungen: 6 Zeitlicher Abstand in Tagen: 10 14 Sonstige Auflagen und Hinweise Für die 1. Indikation: Insgesamt nicht mehr als 8 Anwendungen pro Kultur und Vegetationsperiode. Für die 2., 3. Indikation: Insgesamt nicht mehr als 6 Anwendungen pro Kultur und Vegetationsperiode. Für alle Anwendungen gilt: Maximale Anwendungskonzentration: 1 % Schaden an der Kultur möglich. Mögliche Schäden aufgrund mangelnder Wirksamkeit liegen im Verantwortungsbereich des Anwenders. Der Anwender muss die Wirksamkeit vor der Anwendung unter seinen betriebsspezifischen Bedingungen prüfen. Bei wiederholten Anwendungen des Mittels oder von Mitteln derselben Wirkstoffgruppe können Wirkungsminderungen eintreten oder eingetreten sein. Um Resistenzbildungen vorzubeugen, das Mittel möglichst im Wechsel mit Mitteln aus anderen Wirkstoffgruppen verwenden. Für die 2. Indikation: In Abhängigkeit von der Bestandsdichte und dem Entwicklungsstadium der Kulturpflanze werden folgende Aufwandmengen festgelegt: BBCHEntwicklungsstadium Aufwandmenge bis Stadium 61 (Austrieb bis Beginn der Blute) 2,0-2,5 kg/ha bis Stadium 71 (bis Fruchtansatz) 2,5-5,0 kg/ha ab Stadium 71 (ab Fruchtansatz) 4,0-5,0 kg/ha Für die 3. Indikation: In Abhängigkeit von der Bestandsdichte und dem Entwicklungsstadium der Kulturpflanze werden folgende Aufwandmengen festgelegt: 27

BBCHEntwicklungsstadium Aufwandmenge bis Stadium 71 (bis Fruchtansatz) 2,5-4,0 kg/ha ab Stadium 71 (ab Fruchtansatz) 4,0-5,0 kg/ha Gebrauchsanweisung Armicarb ist ein Kontakt-Fungizid gegen Apfelschorf, sowie gegen Oidium und Botrytis und sollte als 0,5 %ige Lösung ausgebracht werden. Wirkungsweise Kaliumhydrogencarbonate = KaliumBikarbonat ist ein Multisite-Kontaktfungizid, welches durch die Veränderung des ph-werts und des osmotischen Druckes sowie durch die direkte Ionen-Wirkung des Bikarbonats die Sporen und das Myzelium der Schadpilze stört und abtötet. Armicarb wirkt präventiv und leicht kurativ. Präventive Armicarb-Spritzungen vor oder bis zum Auftreten der ersten Symptome gewährleisten die beste Wirkung des Produkts und somit einen guten Schutz der Kultur. Gegenüber Kalium-Bicarbonat sind bis dato keine Resistenzen aufgetreten, weshalb sich Armicarb in Fungizid-Programmen hervorragend fur eine Antiresistenz-Strategie eignet. Armicarb besteht aus Kalium- und Bikarbonat-Ionen, welche natürlich vorkommen. Sohin entstehen zudem keine messbaren respektive von natürlichen Stoffen zu unterscheidenden Rückstände. Armicarb eignet sich deshalb ideal fur den Einsatz in der zweiten Saisonhälfte bis vor der Ernte zur Vermeidung von Pflanzenschutzmittelruckstanden. Anwendung Obstbau Armicarb kann in gestressten Bestanden und bei der Behandlung von reifen Fruchten unter bestimmten Witterungsbedingungen (heiße Tage, Trockenheit) zu Lentizellenröte fuhren. Baume mit tiefem Behang nicht mit Armicarb behandeln. Die Sorten Otava und Topaz nicht behandeln (Berostungsgefahr). Zur gleichzeitigen Erfassung von Echtem Mehltau, zur Verbesserung der Schorfwirkung und zur Verhinderung von Fruchtberostung Armicarb im Kernobst in Tankmischungen mit 0.2 % Netzschwefel einsetzen. Anwendung Weinbau Armicarb ist mit Fungiziden gegen den Falschen Mehltau mischbar. Behandlungsintervalle von mindestens 8 Tagen einhalten. Armicarb kann mit kupferhaltigen Fungiziden gemischt werden, wobei die Kupfer-Aufwandmenge bis auf die Hälfte reduziert werden kann. Der Einsatz von Armicarb im Weinbau bewirkt eine Veränderung der Farbe der Traubenhaut, dies hat jedoch keinerlei negativen Einfluss auf die Kelterung und auf den Geschmack des Weines. Armicarb bei hoher Luftfeuchtigkeit spritzen (morgens und abends). Mischbarkeit Armicarb ist nicht mit kupferhaltigen Produkten oder löslichen Düngern, Netzmitteln, EC-formulierten Pflanzenschutzmitteln, sowie basischen Mitteln (z.b. Wasserenthärtern) mischbar! Auflagen der Mischpartner beachten! Mischbrühen sofort verwenden. Die Herabsetzung des ph-wertes der Spritzbrühe kann einen Wirkungsverlust des Produkts nach sich ziehen. Armicarb nicht in Tankmischungen mit Ca-Chlorid einsetzen und einen Spitzabstand mit Ca-Chlorid von 56 Tagen einhalten. Falls Armicarb in Spritzfolgen mit Tonerdepräparaten oder Biotechnologischen Bakteriziden eingesetzt wird, ist vor und nach einer Behandlung mindestens ein Tag Wartefrist einzuhalten. 28

Witterungseinflüsse Armicarb ist gut regenfest, wenn der Spritzbelag einmal angetrocknet ist. Übersteigt die nachfolgende Regenmenge jedoch 20 mm, so ist der Spritzbelag zu erneuern. Behandlungen je nach Witterung und Infektionsdruck alle 7 bzw. 10 bis 12 Tage wiederholen. Bei Tagestemperaturen über 25 C am Abend oder am frühen Morgen behandeln. Erste Hilfe Massnahmen Vergiftungsinformationszentrale: Telefon: 01/4064343 Nach Einatmen: Betroffene Person aus der Gefahrenzone bringen. Symptomatische Behandlung. Nach Hautkontakt: Kontaminierte Kleidung entfernen. Betroffene Hautpartien sorgfältig mit Wasser spülen. Nach Augenkontakt: Feste Reste entfernen. Sofort mit sauberem Wasser (drucklos, wenn möglich lauwarm) ausspülen. Augenlider zum Spulen immer wieder öffnen. Nach Verschlucken: Falls Verschlucken erfolgte, kein Erbrechen herbeiführen. Ist die Person bei Bewusstsein, Trinkwasser verabreichen. Niemals bewusstlosen Personen Flüssigkeiten oral zuführen. Wichtigste akute und verzögert auftretende Symptome und Wirkungen: Augen: Moderate Irritationen möglich. Effekte sind reversibel und werden durch Waschen minimiert. Haut: Leichte Irritation ist möglich durch andauernden, wiederholten oder verdeckten Kontakt. Verschlucken: Das Verschlucken von großen Mengen kann Unwohlsein und innere Verletzungen auslösen. Einatmen: Einatmen des Staubs kann Irritationen in der Nase, Rachen oder Lungen auslösen. Hinweise auf ärztliche Soforthilfe oder Spezialbehandlung: Sofortige Medizinische Betreuung ist nicht erforderlich. Ein Arzt ist beizuziehen, falls Symptome andauern oder sich entwickeln. Sicherheitshinweise Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder Kennzeichnungsetikett bereithalten. Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen. Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanweisung einzuhalten. Mittel und/oder dessen Behälter nicht in Gewässer gelangen lassen. (Ausbringungsgeräte nicht in unmittelbarer Nähe von Oberflächengewässern reinigen/ indirekte Eintrage über Hof- und Straßenablaufe verhindern.) Zum Schutz von Gewässerorganismen nicht auf versiegelten Oberflächen wie Asphalt, Beton, Kopfsteinpflaster (Gleisanlagen) bzw. in anderen Fällen, die ein hohes Abschwemmungsrisiko bergen, ausbringen Lagerungshinweise Das Produkt ist unter Standardbedingungen lagerfähig. 29

Hinweis für den Käufer / Gewährleistung Alle von uns gelieferten Waren entsprechen höchsten Qualitätsstandards und sind für die vorgeschlagenen Anwendungsfälle passend. Da wir aber keine Kontrolle über die Lagerung, Handhabung, Herstellung von Mischungen, weiters die Wetterbedingungen vor, während oder nach der Anwendung und in Folge auf die Wirksamkeit der Produkte haben, sind alle Anspruche, auch für Folgeschäden jeder Art, ausgeschlossen Hersteller: Agronaturalis LTD Suite B, Crown House, 2 Southampton Road, Ringwood, BH241 1 HY, UK Zulassungsinhaber und für die Endkennzeichnung verantwortlich: St. Peter Hauptstraße 117 A-8042 Graz 30