Seite 1 von 8 Entscheidungshilfe Heizsysteme Die richtige Heizung am richtigen Ort
1. Die richtige Heizung am richtigen Ort Seite 2 von 8 In der Schweiz entfallen mehr als 40% des Energieverbrauchs und des CO2- Ausstosses auf die Gebäudeheizung und die Warmwasserproduktion. Der Heizenergiebedarf der Privathaushalte liegt bei 65%. Die Heizkosten belasten das Budget der Haushalte und die Emissionen belasten die Umwelt. Der CO2-Ausstoss, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und damit vom Ausland müssen reduziert werden. Stromsparen ist ebenso ein aktuelles Thema, da das Parlament den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat. Holz bietet sich als lokaler und erneuerbarer Energieträger an, doch reicht das jährlich nachwachsende Volumen von 10 Millionen Kubikmetern nicht aus um entstehende Lücken zu schliessen, obwohl zurzeit nur rund 50 % der nachwachsenden Holzmenge genutzt werden. Aus den erwähnten Gründen ist der Gebäudeheizung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Folgende Ziele stehen dabei im Vordergrund: Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energieträgern: Sonne, Wärme aus Boden, Wasser und Umgebungsluft Verbesserung der Wirkungseffizienz von Brennstoffen: Heizöl, Erdgas, Biogas und Holz Sanierung von Gebäuden, die zu viel Energie verbrauchen 60% wurden vor der ersten Ölkrise gebaut und sind besonders schlecht isoliert Förderung des Ausbaus von Fernwärme-Anlagen in Ballungsgebieten Planung von gebietsabhängigen Heizungsanlagen und Nutzung von lokal verfügbaren und erneuerbaren Energieträgern Welches nun die richtige Heizung ist, hängt von der Liegenschaft, den lokal verfügbaren Energieträgern und der geografischen Lage ab. 2. Entscheidungsgrundlagen Bei der Planung eines Neubaus oder der Modernisierung eines Eigenheims stehen Sie vor der Frage, welches Heizsystem Sie wählen sollen. Dabei gilt es, Investitionskosten, Energiekosten, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit in ein optimales Verhältnis zu bringen.
Seite 3 von 8 In der Regel haben Sie für die Modernisierungsmassnahmen ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Überlegen Sie sich bei einem Neubau, wie viel Ihnen ein energetisch hochwertiges Gebäude wert ist. Bei einer Heizungsmodernisierung geht es um die Frage, ob Sie einen Teil des Budgets in energetische Massnahmen der Gebäudehülle stecken können (z. B. Fenstersanierung, Fassadendämmung etc.). Entsprechende Investitionen senken den Gesamtenergieverbrauch während der gesamten Lebensdauer der Heizung. Angesichts steigender Energiepreise kann sich eine solche Investition auszahlen. Energieeffizienz senkt den Verbrauch Um zukünftige Engpässe zu verhindern, muss unsere Gesellschaft den Energieverbrauch senken. Das ist heute ohne Komforteinbusse möglich. Für die Wahl Ihrer Heizung bedeutet dies: Wählen Sie nicht das günstigste Produkt, sondern die modernste Technologie, welche die zugeführte Energie möglichst vollständig in Nutzwärme umwandelt. Achten Sie auf einen niedrigen Stromverbrauch. Und sorgen Sie für die professionelle Wartung der Anlage, sobald sie in Betrieb ist. Auf die Umwelt achten Hier müssen Schadstoffemissionen, CO2- Ausstoss und Stromverbrauch gegeneinander abgewogen werden. Der CO2- Ausstoss wird durch den Umstieg auf einen erneuerbaren Energieträger eliminiert. Aber auch die Erhöhung der Energieeffizienz senkt den CO2-Ausstoss. Bei der Heizungsmodernisierung kann es oft sinnvoller Optimierung der Energieeffizienz Heizkessel richtig dimensionieren (nicht zu gross), modernes Produkt mit gutem Wirkungsgrad wählen! Hydraulischer Abgleich der Anlage ausführen lassen (gleichmässige Druckverhältnisse im Wärmeverteilsystem) Zentralheizung mit niedrigen Vorlauftemperaturen betreiben (z. B. mit Boden- oder Wandheizung) Bei der Altbaumodernisierung: Gebäudehülle und Fenster isolieren! Kriterien bei der Wahl des Heizsystems Ist mein Haus ans Erdgasnetz angeschlossen? Ist Platz für ein Brennstofflager vorhanden (Öltank, Holz- oder Pelletslager)? Wie gross ist der Energiebedarf? Kann eine Solaranlage für die Brauchwassererwärmung eingebaut werden (Lage und Ausrichtung des Gebäudes etc.)? Wie wichtig ist mir der Umweltaspekt (CO2 und Luftschadstoffe)? Will ich eine stromarme Heizung? Welches Heizsystem ist vor der Modernisierung vorhanden? sein, die Kosten eines Umstiegs auf einen anderen Energieträger zu vermeiden und das eingesparte Kapital in die Gebäudesanierung zu investieren.
3. Heizsysteme im Vergleich Seite 4 von 8 Heizen mit Öl In Kombination mit einer modernen Heizungsanlage und einem energetisch guten Gebäude macht Heizöl auch in ökologischer Hinsicht Sinn. Es bietet eine schadstoffarme Verbrennung. Und der Öltank sorgt für hohe Versorgungssicherheit. Hauptvorteil: tiefe Investitionskosten. Heizen mit Erdgas oder Biogas Erdgas hat einen relativ niedrigen CO2- Anteil, Biogas ist CO2-neutral. Eine Gasheizung bietet eine schadstoffarme Verbrennung, ist platzsparend und eignet sich auch für dezentrale Lösungen (z. B. bei Stockwerkeigentum). Auch hier fallen geringe Investitionskosten an. Ein modulierender Heizkessel der Stand der Technik Wer die Heizung modernisieren will, sollte (vor allem bei Erdgas als Brennstoff) einen modulierenden Heizkessel einbauen. Modulierend" heisst dabei, dass die Brennstoffzufuhr verändert werden kann, d.h. je nach den Erfordernissen in einem gewissen Bereich verringert oder erhöht werden kann. bei Gaskesseln durch Verkleinerung der Brennerflamme oder Ansteuerung von weniger Brenndüsen bei Ölkesseln durch Verkleinerung der Brennerflamme bei Pelletskesseln und Hackschnitzelkesseln durch Reduzierung der Brennstoffzufuhr (indem sich die Zufuhrschnecke langsamer dreht) Heizen mit Holz Holz ist eine einheimische und nachwachsende Heizenergie. Hauptvorteil: Holz ist CO2-neutral. Denn das genutzte Holz wächst nach und bindet dabei gleich viel CO2, wie beim Verbrennen freigesetzt wird. Holz wächst vor unserer Haustür. Die Transportwege sind kurz, die Wertschöpfungskette fällt ganz im Inland an. In die Holzenergienutzung investiertes Kapital bleibt in der Region wirksam und trägt zur Schaffung und Erhaltung von Arbeits-
Seite 5 von 8 plätzen bei. Damit erhöht die Nutzung von Holz unsere energiepolitische Unabhängigkeit und stärkt die Volkswirtschaft. Moderne, korrekt betriebene Holzheizungen sorgen für eine schadstoffarme Verbrennung und bleiben deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten der Luftreinhalteverordnung. Heizen mit Umweltwärme und Strom Eine Wärmepumpe macht Umweltwärme mittels Strom für Heizzwecke nutzbar. Von erneuerbarer Energie kann nur dann gesprochen werden, wenn die Wärmepumpe mit Ökostrom betrieben wird. Die Investition ist recht kostspielig und der erforderliche Stromanteil von 20 35 % in Zukunft möglicherweise problematisch. Wärmepumpen wandeln die im Erdreich, im Grundwasser oder in der Luft gespeicherte Sonnenenergie in Heizwärme um. Durch die Nutzung kostenloser Umweltwärme bieten sie ein überdurchschnittlich gutes Verhältnis zwischen eingesetzter Energie und gewonnener Heizwärme. Moderne Wärmepumpen können aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie ein Mehrfaches an Nutzenergie gewinnen. Wenn die Voraussetzungen stimmen, liefert die Umwelt bis zu 75 % der Energie für Heizung und Warmwasser. Nur ein Viertel kommt durch den Einsatz von Strom hinzu. Brauchwasser mit Solarenergie Wer die Energie der Sonne nutzt, belastet die Umwelt nicht. Das ist nicht nur konkreter Klimaschutz, sondern auch eine gute Investition. Denn die Energie der Sonne ist gratis. Seit der Einführung der CO2-Abgabe auf nicht erneuerbaren Energieträger gehören Solaranlagenbesitzer zu den doppelten Gewinnern. Thermische Solarenergie (Solarkollektoren auf dem Hausdach) können mit allen hier vorgestellten Heizungen ideal kombiniert werden. Die kostenlose Sonnenenergie übernimmt den grössten Teil der Brauchwassererwärmung und kann sofern grosszügig dimensioniert sogar die Heizung unterstützen.
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4. Persönliche Notizen Seite 7 von 8
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