profi PRAXISTEST Hauer, Hydrac, MX, Quicke, Stoll, Trima und Zenz im Vergleich: Sieben im Sechskampf Welcher Frontlader hebt am meisten, welcher am höchsten? Wie groß sind die Kippwinkel und wie genau die Parallelführung? Im ersten Teil unseres Vergleichstests gehen die sieben Frontlader im modernen Sechskampf an den Start. Noch nie wurden von profi mehrere Frontlader im Vergleich getestet. Denn die Leistungsdaten und Handhabung werden sehr vom Schlepper beeinflusst, an den der Frontlader angebaut ist. Dankenswerterweise hat Claas uns im vergangenen Jahr sechs gleiche und identisch ausgestattete Schlepper zur Verfügung gestellt. Die Claas Ares 557 mit 74 kw/100 PS Nennleistung (nach ECE R 24) waren vorne mit 480/65 R 28 und hinten mit 600/65 R 38 bereift. Den Luftdruck hatten wir mit 2 bzw. 1,6 bar eingestellt. Die Arbeitshydrau lik arbeitete einheitlich mit einer gemessenen Förderleistung von 105 l/min bei 200 bar. Für den Anbau der Frontlader waren die jeweiligen Hersteller verantwortlich. Die Testkandidaten... Für unseren Vergleichstest im Sommer 2007 haben sechs Hersteller diese sieben Frontlader ins Rennen geschickt: Alö: Trima +4.0P und Quicke Q 55, Hauer: P-O-M S 110, Hydrac: AL 2300 P, MX: T10, Stoll: Robust F 35 HDPM, Zenz: Super 160 P....und ihre Ausstattung Alle Schwingen verfügten über einen dritten Ölkreislauf für hydraulische Werkzeugfunktionen und eine mechanische Parallelführung. Nur MX setzt seit jeher auf die hydraulische Parallelführung mit zwei Zylindern. Ihre Werkzeuge koppelten die Lader per Euronorm-Schnellwechselrahmen, jeder Hersteller lieferte seine eigenen Werkzeuge für den Test. Weitere Ausstattungsmerkmale aller Lader waren eine abschaltbare Schwingungsdämpfung, eine Multikupplung für die Ölschläuche beim Schwingenanbau, ein bowdenzugbedientes Steuergerät mit Multifunktionshebel, eine Abstützung der Koppelkonsole zur Schlepperhinterachse sowie ein Anfahrschutz vor der Schlepperhaube. Eine Besonderheit hat der AL 2300 P von Hydrac zu bieten: Sein Auto-Lock -System erlaubt den An- und Abbau der Schwinge, ohne vom Schlepper absteigen zu müssen. Jeder Hersteller verfolgt bei der Konstruktion seines Frontladers seine eigene Philosophie: Beim fast baugleichen Quicke- und Trima- Lader von Alö sind zwei unterschiedlich stark dimen sionierte C-Profile ineinandergeschoben und miteinander verschweißt. Vorne sind beide Holme mit einem speziell geformten Querrohr verbunden. Das Spalier der Testkandidaten von vorne nach hinten: Stoll, Hydrac, Quicke, Hauer, MX, Zenz und Trima. Fotos: Tovornik
Alö ging mit zwei fast baugleichen Ladern an den Start: Hier der Trima +4.0P mit längerer Anbaukonsole für mehr Reichweite......hier der Quicke Q 55. Beide Lader konnten vor allem bei den Reißkräften und der Schwingungsdämpfung punkten. Hauer verschweißt bei seinem Holm zwei C-Profile mit identischen Abmessungen. Die beiden Schwingenholme sind im vorderen Bereich über ein rundes Rohr verbunden, das sich zur zusätzlichen Versteifung auf beiden Seiten auf weiter hinten eingeschweißten Rohrstücken abstützt. Die beiden Schwingenholme von Hydrac bestehen ebenfalls aus je zwei miteinander verschweißten C-Profilen. Als Quertraverse setzt man auf ein Rundrohr vorne. Bei MX besteht der Holm aus C-Profilen, dessen offene Seiten (vor dem Knick außen, hinter dem Knick innen) mit aufgeschweißten Platten verschlossen ist. Im Schwingenknick überlappen die Platten, um hier die Stabilität weiter zu erhöhen. Vorne sind die Holme über ein ovales, nach hinten verstrebtes Rohr verbunden. Stoll kantet die Holme aus einem Stück und schweißt sie auf der Unterseite zusammen. Als Verstrebung dient vorne ebenfalls ein durchgehendes ovales Rohr. Bei Zenz bestehen die Schwingenholme aus zwei gleich dimensionierten, ineinandergeschobenen und verschweißten C-Profilen. Für Verwindungssteifheit sorgen ein durchgehendes und ein nur innen verschweißtes Rundrohr. Alle Lader sind den technischen Angaben zufolge aus hochwertigen Feinkornstählen gefertigt. Die Maße der Schwingen, ihre Gewichte und Zylinderbestückungen sind zusammen mit den Messdaten in der Tabelle Messwerte im Vergleich aufgeführt. Auffällig war das mit nur 500 kg relativ geringe Gewicht des Robust F 35 von Stoll. Dahinter rangierte der MX T10 mit 560 kg, während die anderen Schwingen ohne Werkzeug und Anbaukonsole mit Gewichten zwischen 620 kg und 660 kg recht eng beieinanderlagen. Ein Wort zur nutzbaren Ölmenge an den Anschlüssen für die dritte Funktion: Zum Antrieb z.b. eines Kehrbesens kommt bei den Ladern von Hauer und Stoll mit 77 l/min die größte Ölmenge vorne an. Das Mittelfeld bilden Trima, Quicke, Hydrac und Zenz mit 60 l/min. Die mit 55 l/min geringste Ölmenge ließ der MX-Lader durch. Disziplin 1 I Kräftig heben und reißen Die Hubkraft der Frontlader (Kraft der Schwingenzylinder) haben wir auf einer Brückenwaage in verschiedenen Höhen gemessen, 60 cm vor dem Rücken der jeweils mitgelieferten Palettengabel. Alle Testkandidaten bis auf den MX T10 erzielen ihre maximale Hubkraft in Bodennähe. Mit über 2 800 dan hatte hier der Lader von Hydrac mit Abstand die Nase vorn und konnte seinen Vorsprung auch bis etwa 2 m Hubhöhe halten. Auf Platz zwei folgte der Zenz Super mit auch sehr guten 2 600 dan. Während beide Alö-Schwingen und der Stoll Robust mit über 2 300 dan noch deutlich TESTURTEILE I So bewertet profi die sieben Frontlader Technische im Vergleich Daten und Messwerte Alö Alö Hauer Hydrac MX Stoll Robust Zenz Trima +4.0P Quicke Q 55 P-O-M S 110 AL 2300 P T10 F 35 HDPM Super 160 P Maximale Hubkraft B B Z BB Z B BB Durchgehende Hubkraft B B Z Z B BB Z Aufbrech-/Reißkraft BB BB Z B Z BB B Hubhöhe B B BB Z BB BB BB Ausschütthöhe Z Z Z Z BB BB BB Ausschüttweite B Z BB BB Z B BB Schürftiefe B B B B B BB BB Ankippwinkel Z Z B E Z BB BB Auskippwinkel B B B BB B B B Parallelführung der Schaufel Z Z B E Z / EE 1) E E Parallelführung der Palettengabel E E B B EE / BB 1) B B Hub-/Senkgeschwindigkeit B B BB B BB BB B Kippgeschwindigkeit Z Z B Z BB Z B Schwingungsdämpfung BB BB Z Z B BB B Hydraulik-Dichtheit E B E E EE Z Z Nutzbare Ölmenge, 3. Kreis B B BB B Z BB B Benotung: BB = sehr gut; B = gut; Z = durchschnittlich; E = weist Mängel auf; EE = weist erhebliche Mängel auf; 1) Schaufelstellung/Palettenstellung 21
profi PRAXISTEST über 2 t (1 kg = 0,981 dan) heben, fällt es den Ladern von Hauer mit 2 100 dan und MX mit knapp 2 000 dan schon etwas schwerer. Allerdings kann man beim MX T10 die Hubkraft durch Umstecken des Parallelführungs-Zylinders von der Schaufel- in die Palettenstellung um rund 200 dan erhöhen. Um bei diesen hohen Hubkräften die Bodenhaftung nicht zu verlieren, ist ein Gegengewicht im Hubwerk erforderlich. Wir haben mit einem 1 620 kg schweren Betongewicht prima arbeiten können. Der Vorderachse und den Frontreifen des Schleppers zuliebe sollte man beim Verfahren von großen Lasten den Luftdruck entsprechend anpassen und vor allem auf schlechteren Wegstrecken langsam fahren. Allerdings verträgt die Vorderachse des Ares 557 laut Claas statische Belastungen bis zu 19 t bei Geschwindigkeiten unterhalb von 7 km/h. Neben der maximalen interessierte uns die durchgehende Hubkraft, auch wenn in den meisten Fällen die höchsten Kräfte am Boden benötigt werden. Der MX T10 Hauer erzielte mit dem P-O-M S 110 bei der Hubhöhe, Ausschüttweite und nutzbaren Ölmenge für hydraulische Werkzeuge Bestnoten. Der AL 2300 P von Hydrac erzielte die höchste Hubkraft und lag auch bei der Ausschüttweite und dem Auskippwinkel ganz vorne. stellte in 3,30 m Hubhöhe mit 1 950 dan in etwa die gleiche Kraft wie am Boden zur Verfügung. Das Umstecken des Parallelführungs-Zylinders brachte hier keinen höheren Wert mehr. Damit steht der MX-Lader im Vergleich zu den anderen Testkandidaten gut da und hebt ähnlich viel wie die beiden Alö-Frontlader. Lediglich der Stoll Robust kommt hier mit 2 100 dan auf einen noch höheren Wert. Mit jeweils geringem Abstand folgen dem MX-Lader der Zenz Super 160 P, der Hydrac AL 2300 P und der Hauer P-O-M S 110 mit einer durchgehenden Hubkraft zwischen 1 790 und 1 860 dan. Die Aufbrech- oder Reißkraft (Kraft der Kippzylinder) ist wichtig, um die Schaufel auch dann füllen zu können, wenn es am Erdhaufen mal etwas schwerer geht. Hier waren die beiden Alö-Frontlader mit über 2 600 dan unschlag bar. Auf Platz zwei folgte der Stoll Robust mit immer noch sehr guten 2 470 dan. Im Mittelfeld landeten nach unseren Messungen die Lader von Zenz und Hydrac mit 2 060 bzw. 1 910 dan. Dahinter rangierten MX und Hauer mit bescheideneren Aufbrechkräften von rund 1 800 dan. Disziplin 2 I Hoch heben, weit reichen Die maximale Hubhöhe wird allgemein im Drehpunkt des Geräteanbaurahmens gemessen. Die Grenze von 4 m und mehr erreichten hier die Frontlader von Hauer, Mailleux und Stoll, der Super 160 P von Zenz schaffte sogar 4,05 m. Im Mittelfeld liegen der Tri- DIE KRÄFTE IM VERGLEICH I Messungen der Hubkräfte 60 cm und der Aufbrechkräfte 80 cm vor dem Rücken der Palettengabel 3500 Hubkraft in: 0,30 m Höhe 0,90 m Höhe 1,50 m Höhe 2,10 m Höhe 2,70 m Höhe 3,30 m Höhe Aufbrechkraft 3000 2500 2000 1500 1000 500 0 Trima +4.0P Quicke Q 55 P-O-M S 110 AL 2300 P T10 1) T10 2) Robust F 35 HDPM Super 160 P Alö Alö Hauer Hydrac MX MX Stoll Zenz 1) Palettenführung in Schaufelstellung; 2) Palettenführung in Palettenstellung 22
MESSWERTE IM VERGLEICH I Frontlader im Test angebaut an Claas Ares 557 mit 200 bar Öldruck und 105 l/min Ölfördermenge, Bereifung 480/65 R 28 (vorne, 2,0 bar), 600/65 R 38 (hinten, 1,6 bar) Alö Alö Hauer Hydrac MX Stoll Robust Zenz Trima +4.0P Quicke Q 55 P-O-M S 110 AL 2300 P T10 F 35 HDPM Super 160 P Gewichte und Abmessungen Gewicht der Schwinge 620 kg 630 kg 630 kg 660 kg 560 kg 500 kg 620 kg Hubzylinder 40/80 mm 40/80 mm 40/75 mm 40/80 mm 45/70 mm 48/75 mm 40/80 mm Kippzylinder 40/80 mm 40/80 mm 40/75 mm 40/80 mm 40/70 mm 40/75 mm 40/80 mm Höhe Schwingendrehpunkt 1,83 m 1,83 m 1,87 m 2,00 m 1,83 m 1,93 m 1,90 m Abstand Drehpunkt zur Vorderachse 0,53 m 0,71 m 0,53 m 0,64 m 0,75 m 0,56 m 0,53 m Schwingenlänge 2,67 m 2,67 m 2,70 m 2,72 m 2,80 m 2,72 m 2,79 m Abstand der Schwingenholme 1,04 m 1,04 m 0,92 m 0,99 m 1,04 m 0,92 m 0,93 m Nutzbare Ölmenge, 3. Kreis 60 l/min 60 l/min 77 l/min 60 l/min 55 l/min 77 l/min 60 l/min Kräfte 1) Maximale Hubkraft in 0,30 m Höhe 2 360 dan 2 360 dan 2 100 dan 2 860 dan 1 980 dan 2) 2 330 dan 2 640 dan Durchgehende Hubkraft 1 940 dan 1 940 dan 1 790 dan 1 810 dan 1 950 dan 2 100 dan 1 860 dan Aufbrech-/Reißkraft 2 670 dan 2 670 dan 1 820 dan 1 910 dan 1 800 dan 2 470 dan 2 060 dan Höhen und Weiten 3) Hubhöhe 3,96 m 3,96 m 4,00 m 3,88 m 4) 4,03 m 4,00 m 4,05 m Überladehöhe 3,64 m 3,64 m 3,71 m 3,67 m 3,77 m 3,87 m 3,83 m Ausschütthöhe, 40 Auskippwinkel 3,04 m 3,04 m 3,08 m 3,09 m 3,27 m 3,21 m 3,23 m Ausschütthöhe, max. Auskippwinkel 2,88 m 2,88 m 2,94 m 2,89 m 4) 3,17 m 3,06 m 3,06 m Ausschüttweite, 40 Auskippwinkel 1,03 m 0,80 m 1,17 m 1,25 m 4) 0,81 m 1,05 m 1,30 m Länge der Schaufelgrundfläche 67 cm 67 cm 73 cm 62 cm 44 cm 5) 81 cm 67 cm Schürftiefe 19 cm 19 cm 18 cm 14 cm 16 cm 20 cm 21 cm Kippwinkel Gesamter Kippbereich 158 158 165 136 185 159 172 Ankippwinkel am Boden 42 6) 42 6) 48 38 41 52 52 Auskippwinkel bei max. Hubhöhe 56 56 53 68 54 52 57 Parallelführung Palettengabel + 11 + 11 + 6-2 + 21 (+ 1 ) 7) + 4 + 4 Universalschaufel + 10 + 10 + 6-7 + 11 (- 27 ) 7) - 6 bis + 4-6 Hub-, Senk- und Kippzeiten 8) Hubgeschwindigkeit 0,78 m/s 0,78 m/s 0,84 m/s 0,72 m/s 0,79 m/s 0,82 m/s 0,80 m/s Senkgeschwindigkeit 1,02 m/s 1,02 m/s 1,16 m/s 0,97 m/s 1,18 m/s 1,17 m/s 1,06 m/s Ankippgeschwindigkeit 48 /s 48 /s 59 /s 37 /s 69 /s 53 /s 61 /s Auskippgeschwindigkeit 51 /s 51 /s 61 /s 34 (50) /s 9) 93 /s 55 /s 64 /s Schwingungsdämpfung Schwingungsweg ohne Last 10) 3 cm 3 cm 5 cm <1 cm <1 cm 6 cm <1 cm Schwingungsweg mit 1 000 kg Last 10) 6 cm 6 cm 10 cm 2 cm 4 cm 6 cm 8 cm Dichtheit der Hydraulik Absenkprobe 13 h 11) 25 cm 7 cm 22 cm 21 cm 38 cm 11 cm 15 cm 1) Hubkraft 60 cm vor dem Rücken der Palettengabel, Aufbrechkraft 80 cm vor dem Rücken der Palettengabel (Kippwinkel des Werkzeugträgers auf waagerechte Schaufel eingestellt); 2) Wert bei Parallelführung in Schaufelstellung, 2 210 dan in Palettenstellung; 3) Hubhöhe im Werkzeugdrehpunkt, Überladehöhe mit waagerechter Schaufel, Ausschütthöhe mit Universalschaufel; 4) XL -Schwinge laut Hydrac mit 4,10 m Hubhöhe, 3,13 m Ausschütthöhe, 1,17 m Ausschüttweite; 5) Schaufel rund, schlecht messbar; 6) 55 bei 0,50 m Hubhöhe (Herstellerangabe); 7) Wert in Klammern für Parallelführung in Gabelstellung, sonst in Schaufelstellung; 8) bei 1 500 min -1 Motordrehzahl; 9) Wert in Klammern mit Eilgangventil (Herstellerangabe); 10) im Gerätedrehpunkt gemessen bei 5 km/h über eine 10 cm hohe und 15 cm breite Schwelle; 11) Weg, den der maximal angehobene Lader mit leerer, waagerecht ausgerichteter Schaufel im Gerätedrehpunkt nach 13 h absackt. 23
profi PRAXISTEST ma und Quicke von Alö, während die AL- Schwinge von Hydrac mit 3,88 m doch recht deutlich dahinter rangiert. Den AL 2300 P gibt es allerdings auch als XL-Schwinge, die laut Hydrac bei etwas weniger Hubkraft auf 4,10 m Hubhöhe kommt. Die Überladehöhen (waagerechte Schaufelgrundfläche) betrugen zwischen 3,64 (Alö) und 3,87 m (Stoll). Beim Beladen von Anhängern ist die maximale Ausschütthöhe bei 40 Auskippwinkel der Schaufel entscheidend. Die Spitzengruppe mit MX, Stoll und Zenz schaffte hier Höhen von über 3,20 m, während die Schwingen von Alö, Hauer und Hydrac unterhalb von 3,10 m blieben. Hier hat die Schaufel großen Einfluss: Je kürzer sie ist, desto größer ist die Ausschütthöhe. Die Reichweite der Frontlader wird von der Schwingengeometrie bestimmt. Die Kombination aus Schwingenlänge und Position des Drehpunktes sowie die Hubhöhe beeinflussen die Reichweite, die wir als Ausschüttweite gemessen haben. Das ist der Abstand zwischen Schaufelschürfschiene und Schleppervorderkante bei maximaler Hubhöhe und 40 Auskippwinkel. Bei den baugleichen Ladern von Alö differierte die Ausschüttweite um 23 cm. Denn der Trima war für größere Anhänger mit einer nach vorne verlängerten Anbaukonsole ausgestattet. Nur 80 cm Über lade weite beim Quicke Q 55 und MX T10 sind nicht die Welt, sondern allenfalls für eine bessere Gewichtsverteilung des Schleppers vorteilhaft. Dann kommt man mit gut 1 m (Trima, Stoll) schon etwas weiter. Mit 1,30 m hatte Zenz die größte Weite zu bieten, dicht gefolgt von Hydrac mit 1,25 m. Im Mittelfeld rangierte Hauer mit 1,17 m. Bei der Schürftiefe reichte die Spanne bei waagerechter Schaufelgrundfläche von gut 13 cm (Hydrac) bis über 20 cm (Zenz). Diese Unterschiede sind zu vernachlässigen. Denn kippt man die Schaufel nur ein wenig weiter aus, vergrößert sich der Wert schnell auf das gewünschte Maß. Disziplin 3 I Geräte führen Sehr gute Bewertungen erhielt der T10 von MX bei der Hub- und Ausschütthöhe sowie bei den Arbeitsgeschwindigkeiten. Der Robust F 35 HDPM von Stoll glänzte mit exzellenten Werten unter anderem bei der durchgehenden Hubkraft, der Ausschütthöhe dem Ankippwinkel und der nutzbaren Ölmenge. Große Kippwinkel sind mit das A und O. Denn die Schaufel soll sich gut füllen lassen hierfür haben wir den maximalen Ankippwinkel am Boden gemessen. Und auch klebriges Gut soll möglichst vollständig aus der Schaufel gleiten hier gilt der Auskippwinkel bei maximaler Hubhöhe als Maßstab. Unterm Strich am besten war hier der Frontlader von Zenz mit 52 Ankippwinkel und 57 Auskippwinkel gefallen. Auf Platz zwei landete nach unserer Messung der Stoll-Lader mit gleichem Ankippwinkel, aber schon um 5 geringerem Auskippwinkel. Auch bei Hauer gehen die Ankipp- und Auskippwinkel mit 48 und 53 in Ordnung. Platz vier belegen die beiden Alö-Lader mit guten Auskippwinkeln von 56, aber nur befriedigenden Ankippwinkeln von 42, gefolgt von MX mit Winkeln von 41 beim Anund 54 beim Auskippen. Bei diesen drei Ladern kann der Ankippwinkel jedoch mit dem Joystick nach Anheben der Schwinge weiter vergrößert werden wegen der hydraulischen Parallelführung abhängig von der Hubhöhe bei MX, bei Alö bis 55 in 0,50 m Hubhöhe. Der Hydrac AL 2300 bietet mit 68 einen sensationell guten Auskippwinkel, der das Entleeren klebriger Güter sehr vereinfacht. Doch leider lässt sich die Schaufel bei nur 38 Ankippwinkel kaum richtig füllen. Mit der Parallelführung soll die aufgenommene Last verlustfrei angehoben werden. Wir haben die Genauigkeit überprüft bei am Boden waagerechter Palettengabel und maximal angekippter Schaufel. Ein gemeinsames sehr gut für die Ausrichtung von Schaufel und Palettengabel konnten wir hier nicht vergeben. Die noch genaueste Parallelführung der Palettengabel zeigten Hydrac, Stoll und Zenz. Während Stoll und Zenz die Gabel um 4 weiter ankippen, kippt der Hydrac-Lader die Gabel geringfügig um 2 weiter aus. Bei Hauer beträgt die Abweichung + 6. Spätestens bei den Alö-Ladern mit + 11 und bei MX mit sogar + 21 ist ein sicheres Anheben ohne Nachregulieren kaum möglich. Alö verfolgt hier die Philosophie, dass man mit geraden Zinken unter die Palette fährt und ohne Nachausrichten anhebt. Da dann die Schlepperreifen sowie die Vorderachsfederung einfedern und der Boden unter Umständen nachgibt, soll das weitere Ankippen des Werkzeugs hier für eine sichere Palettenführung nach oben führen. Rieselverluste z.b. beim Getreideverladen gibt es am ehesten bei den Ladern von Hydrac, Stoll und Zenz, wenn man sich auf die Parallelführung verlässt. Denn sie kippen die Schaufel um 7 bzw. 6 weiter aus. Am unruhigsten wird die Stoll-Schaufel geführt, die beim Anheben später dann um + 4 weiter ankippt. Die Abweichungen um + 6 bis + 11 bei Alö, Hauer und MX sind nach unserer Meinung dagegen eher zu to- 24
lerieren. Denn die Schaufel wird im hinteren Bereich meist nicht komplett gefüllt, so dass Rieselverluste an der Schaufelrückseite eher selten sind. Eine Besonderheit hat die Parallelführung von MX zu bieten. Der Zylinder für die Parallelführung lässt sich am Koppelturm auf Gabelbetrieb umstecken leider zu umständlich. Damit führt der MX T10 die Palettengabel mit nur + 1 Abweichung super parallel nach oben. Die Arbeit mit der Schaufel ist in dieser Stellung jedoch nicht zu empfehlen, da sie um 27 ausgekippt wird. Disziplin 4 I Schnell arbeiten Wer schnell arbeitet, hat auch schnell Feierabend. Gemäß dieser Devise haben wir die Geschwindigkeiten beim Heben, Senken, Ankippen und Auskippen gemessen. Dabei haben wir die Motoren der Claas-Schlepper mit einer Drehzahl von 1 500 U/min arbeiten lassen. Hubgeschwindigkeiten zwischen 0,72 m/s (Hydrac) und 0,84 m/s (Hauer) zeugen von schnellen Ladern, die Differenz beträgt gerade mal 12 cm pro Sekunde, was nicht wirklich viel ist. Denn in rund 5 Sekunden heben alle Fabrikate ihre Lader komplett an. Das Gleiche gilt auch für die Senkgeschwindigkeiten, die wir unter Druck und nicht in der Schwimmstellung gemessen haben. Hier beträgt der Unterschied zwischen dem schnellsten (MX mit 1,18 m/s) und dem langsamsten Lader (Hydrac mit 0,97 m/s) allerdings schon 21 cm pro Sekunde. Noch größer sind die Unterschiede bei den Kippgeschwindigkeiten. Hier schlägt MX alle Rekorde. Der T10, der mit 185 auch den größten Kippbereich aufweist, steht beim Ankippen mit 69 /s und beim Auskippen mit sogar 93 /s an der Spitze. Alö, Hau- er, Stoll und Zenz bilden mit Geschwindigkeiten von 48 bis 61 /s beim Ankippen und 51 bis 64 /s beim Auskippen das Mittelfeld. Beim Hydrac AL 2300 haben wir Geschwindigkeiten von nur 37 /s beim Ankippen und 34 /s beim Auskippen gemessen. Mit dem serienmäßigen Eilgangventil (Hydrac verwendet keine Gleichlaufzylinder) hätten wir laut Hersteller zumindest 40 % schneller abkippen und so auf Werte von rund 50 /s kommen müssen. Anscheinend war das manuell zu bedienende Ventil vorne an der Quertraverse unseres Kandidaten defekt. Sowohl bei der maximalen Hubkraft als auch beim Ankippwinkel sowie den Höhen und Weiten konnte der Zenz Super 160 P mit sehr guten Ergebnissen auf warten. Disziplin 5 I Schwingungen dämpfen Alle Testlader waren mit einer Schwingungsdämpfung ausgestattet, die z.b. für genaues Arbeiten mit der Palettengabel auch abgestellt werden kann elektrisch aus der Kabine beim Quicke und bei Hydrac, manuell bei den anderen Frontladern. Während die Schwingen von Alö, Hauer, Hydrac und Stoll mit zwei Stickstoffblasen ausgestattet waren, arbeiteten die Lader von MX und Zenz mit einer Blase. Nachdem uns bei der täglichen Arbeit Unterschiede aufgefallen waren, haben wir die Dämpfung überprüft. Dazu wurde der Gerätedrehpunkt auf 50 cm über den Boden abgesenkt und mit einem Kabelbinder die Einfederung des Hubzylinders beim Überfahren eines Hindernisses markiert. Anschließend haben wir die Schwinge bis zur Markierung abgesenkt und die Höhendifferenz des Drehpunktes erfasst. Wie erwartet, zeigen unsere Messwerte ein unterschiedliches Dämpfungsverhalten. Mit nur 2 cm Schwingungsweg bestätigte unsere Messung die auch vom Gefühl her mäßige Dämpfung des mit 1 000 kg belasteten AL 2300 P von Hydrac. Im leeren Zustand war aufgrund der Einfederung von weniger als 1 cm eine Dämpfung kaum spürbar. Laut Hydrac ist das System aufgrund der hohen Hubkräfte stärker vorgespannt. Auch bei den Ladern von MX und Zenz hätten wir ohne Last etwas mehr Dämpfung erwartet. Mit 1 000 kg Last auf der Gabel war der MX T10 mit nur 4 cm Schwingungsweg immer noch relativ hart, während der Super 160 P von Zenz mit 8 cm Weg deutlich angenehmer dämpfte. Die gute subjektive Dämpfung der beiden Alö-Schwingen wird durch unsere Messungen mit 3 bzw. 6 cm Schwingungsweg bestätigt. Interessanterweise federte der Robust von Stoll, der auch gefühlsmäßig einen guten Eindruck hinterließ, sowohl mit unbelasteter als auch mit belasteter Gabel gleich weit ein. Offensichtlich sind hier die zwei Blasen unterschiedlich vorgespannt. Nur bei Hauer harmonierten die guten Messwerte mit 5 und 10 cm Schwingungsweg nicht mit den Erfahrungen der verschiedenen Fahrer. Die gefühlt eher steife Dämpfung resultiert hier wohl daraus, dass die Schwinge beim Überfahren der Unebenheit immer nur einmal nachfedert. Disziplin 6 I Dicht halten Jeder Frontlader sackt im Lauf der Zeit ab, wenn der Schlepper (verbotenerweise) mit angehobener Schwinge abgestellt wird. Denn die allgemein eingesetzten Schieberventile dichten nie hundertprozentig ab das betrifft das Hauptsteuergerät und die internen Ventile. Wir haben nachgemessen und alle ganz ausgehobenen Lader mit leerer, waagerechter Schaufel über Nacht stehen lassen. Nach 13 Stunden haben wir die verbliebene Hubhöhe im Gerätedrehpunkt bestimmt. Danach sackte der Quicke-Lader um 5 cm ab, gefolgt von Stoll mit 11 und Zenz mit 15 cm. Um mehr als 20 cm gaben die Schwingen von Hydrac, Hauer und der Trima von Alö nach. Mit 38 cm verlor der MX-Lader am meisten an Hubhöhe. Aber: 25 cm beim Trima und nur 7 cm beim baugleichen Quicke zeigen, dass die Fertigungstoleranzen hier wohl bedeutender sind als die Unterschiede zwischen den Frontlader-Fabrikaten. Gottfried Eikel In der nächsten Ausgabe (profi 3/2008) lesen Sie, wie die sieben Frontlader bei der Bewertung von Handhabung, Komfort und Übersicht abgeschnitten haben. 25