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Transkript:

Polizeiliche Kriminalstatistik Kreis Dithmarschen 2014 www.polizei.schleswig-holstein.de

Polizeiliche Kriminalstatistik Kreis Dithmarschen 2014 3

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Inhaltsverzeichnis Allgemeine Hinweise 6 1 Statistik im Überblick 7 1.1. Gesamtkriminalität 7 1.2. Aufgeklärte Fälle und Aufklärungsquote 8 1.3. Häufigkeitszahlen 8 1.4. Tatverdächtige 9 1.5. Schaden 10 2 Regionale Verteilung 11 3 Einzelne Delikte 12 3.1. Allgemeine Betrachtung 12 3.2. Straftaten gegen das Leben 12 3.3. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 13 3.4. Rohheitsdelikte 13 3.5. Brandstiftungen 14 3.6. Diebstahl 14 3.7. Vermögens- und Fälschungsdelikte 16 3.8. Wirtschaftskriminalität 17 3.9. Rauschgiftdelikte 17 4 Jugendkriminalität 18 5 Ausländerkriminalität 20 6 Opfer 20 7 Sonstiges 20 8 Fazit 21 9 Anlage1 23 5

Allgemeine Hinweise Allgemeine Hinweise Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasst alle Straftaten mit Ausnahme von Staatsschutzdelikten Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden und Verstößen gegen strafrechtliche Landesnebengesetze. Dabei können selbstverständlich nur die Straftaten erfasst werden, die der Polizei bekannt werden; es handelt sich also um eine Hellfeldstatistik. Belastbare Aussagen über die tatsächliche Zahl und die Struktur der Straftaten (also der Summe von Hell- und Dunkelfeld) sind aus der polizeilichen Kriminalstatistik allein nicht möglich. Viele Delikte werden aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Anzeige gebracht. Ein unmittelbarer Rückschluss aus gestiegenen Fallzahlen auf eine tatsächlich gestiegene Kriminalität ist daher nicht absolut zulässig. Vielmehr kann es sein und kriminologische Untersuchungen sprechen dafür - dass sich in Teilen lediglich das Anzeigeverhalten geändert hat. Es handelt es bei der polizeilichen Kriminalstatistik um eine Ausgangsstatistik. Das bedeutet, die Taten werden statistisch erfasst, wenn der polizeiliche Ermittlungsvorgang an die Staatsanwaltschaft abgegeben wird. Erfassungszeitpunkt und Tatzeitpunkt sind also in der Regel nicht identisch. Je nach Umfang der Ermittlungen ist es durchaus möglich, dass Taten, die im Jahre 2013 (oder vorher) begangen wurden, erst 2014 in die polizeiliche Kriminalstatistik einfließen und somit als Delikte aus 2014 gewertet werden. In der Anlage (Pkt. 9, S. 24) sind einige Hinweise und Erklärungen zu Begriffen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik angefügt. 6

1 Statistik im Überblick 1 Statistik im Überblick 1.1. Gesamtkriminalität Diagramm 1: Kreis Dithmarschen - Zahl der Straftaten 2005-2014 gemeldete Fälle aufgeklärte Fälle 16000 47,46% 14000 46,76% 47,90% 47,30% 49,09% 12000 10000 4171 4421 4352 4589 4322 49,75% 3984 49,10% 4036 47,00% 3690 47,90% 3472 51,50% 3701 8000 6000 4000 8920 9229 9206 9669 8804 8008 8215 7852 7248 7189 2000 0 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Im Jahre 2014 sinkt die Anzahl der Straftaten zumindest leicht weiter dem Trend der letzten Jahre folgend wird zum wiederholten Male der niedrigste Stand seit 1980 erreicht. Im Jahr 2014 wurden im Kreis Dithmarschen 7.189 Straftaten (2013: 7.248) statistisch erfasst. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort und zeigt einen neuen Tiefststand. Im Vergleich zu 2013 sank die Zahl der Straftaten noch einmal geringfügig um 59 Fälle (-0,8%). Im Gegensatz dazu ist die Anzahl der Straftaten im gesamten Land Schleswig-Holstein um 1,2% auf 202.301 Straftaten angewachsen. Dies ist jedoch in erster Linie damit zu erklären, dass in Folge der verstärkten Zuwanderung von Flüchtlingen die Anzahl der Verstöße gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU stark angestiegen ist. Ohne diese Taten ist auch auf Landesebene ein Rückgang der registrierten Straftaten um 0,6% zu verzeichnen. Die Zahl der aufgeklärten Straftaten in Dithmarschen konnte gesteigert werden. 229 aufgeklärte Fälle mehr bedeuten einen Anstieg um 6,6%. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen ist geringfügig gesunken. Es wurden 2014 insgesamt 2.787 Tatverdächtige ermittelt, das sind 39 weniger als im Vorjahr (-1,4%). 7

1 Statistik im Überblick 1.2. Aufgeklärte Fälle und Aufklärungsquote Die Aufklärungsquote konnte erneut deutlich gesteigert werden. Im Jahre 2014 konnten 51,5% der Straftaten aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der insgesamt gemeldeten Straftaten zur Zahl der aufgeklärten Straftaten. Die Aufklärungsquote lag 2014 bei 51,5% und verzeichnete somit gegenüber 2013 einen Anstieg um 3,6 Prozentpunkte. Erstmals seit über zehn Jahren ist es damit gelungen, wieder mehr als die Hälfte der erfassten Straftaten aufzuklären. Bei der Betrachtung der Aufklärungsquote ist stets zu berücksichtigen, dass sich Veränderungen in einzelnen Deliktsbereichen unterschiedlich stark auf die Aufklärungsquote auswirken. In einigen Bereichen werden die Täter sozusagen direkt mitgeliefert (z.b. Teile der Rauschgiftkriminalität, bestimmte Fälle von Rohheitsdelikten). In anderen Deliktsfeldern ist es ungleich schwieriger, Täter zu ermitteln, wenn diese kaum Spuren hinterlassen oder die Spuren durch die Tat zerstört werden (z.b. bei Einbruchdiebstahl oder Brandstiftung). Die Aufklärungsquote liegt im Landesdurchschnitt bei 51,2%. Auf Landesebene ist die Anzahl der aufgeklärten Fälle um 2,6% (+2.633) auf 103.647 Fälle gestiegen. Diagramm 2: Kreis Dithmarschen - Entwicklung der Aufklärungsquote 2005-2014 Auklärungsquote 52% 51,50% 51% 50% 49% 49,09% 49,80% 49,10% 48% 47% 46% 46,76% 47,90% 47,30% 47,46% 47,00% 47,90% 45% 44% 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 1.3. Häufigkeitszahlen Auch im Jahre 2014 bleibt der Kreis Dithmarschen weiterhin auf einem sehr guten Platz 3 im Vergleich der Kriminalitäts-Häufigkeitszahlen von Kreisen und kreisfreien Städten. Dies bestätigt den Trend der letzten Jahre. Die Häufigkeitszahl der Stadt Heide ist ebenfalls gesunken. Die Häufigkeitszahl (= die hochgerechnete Anzahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner) für den Kreis Dithmar- schen lag 2014 bei 5.419 und bleibt damit gegenüber 5.415 im Vorjahr auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Die Häufigkeitszahl für den Kreis Dithmarschen liegt seit Jahren deutlich unter der des Landes Schleswig-Holstein (2014: 7.184), d.h., die Gefahr, im Kreis Dithmarschen Opfer einer Straftat zu werden, ist deutlich geringer als im Landesdurchschnitt. 8

1 Statistik im Überblick Diagramm 3: Häufigkeitszahlen in den Kreisen und kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins 11.616 5.185 Nordfriesland Flensburg Schleswig-Flensburg 5.613 5.676 10.094 5.016 Rendsburg-Eckernförde Kiel Plön Dithmarschen Ostholstein 5.419 Neumünster 7.132 16.972 Steinburg Segeberg Lübeck 11.696 6.003 Pinneberg Stormarn Herzogtum-Lauenburg 6.757 6.012 5.718 5.699 Die Häufigkeitszahl für die Stadt Heide ist erneut gesunken. Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr (- 1.092 Punkte) sank die Häufigkeitszahl im Vergleich zum Jahr 2013 noch einmal um 72 Punkte auf 10.362. Die Gesamtzahl der Straftaten ist dabei mit 2.187 nahezu gleich geblieben (+ 7). Im Vergleich aller Städte und Gemeinden ab 10.000 Einwohner verbessert sich Heide damit sogar um einen vom 9. auf den 10. Platz. Besonders unter Berücksichtigung der Zentrumslage, die Heide innerhalb von Dithmarschen einnimmt, ist dies ein sehr guter Wert. 1.4. Tatverdächtige Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen ist erneut leicht rückläufig. Es wurden 2014 insgesamt 2.787 (2.826) Tatverdächtige ermittelt. Das sind 39 Tatverdächtige weniger als im Jahr 2013, das stellt eine Abnahme von 1,4 % dar. Gleichzeitig ist die Zahl der aufgeklärten Fälle um 229 (6,6%) gestiegen. Die Anzahl der Tatverdächtigen, die auch Konsumenten harter Drogen sind, steigt nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr wieder leicht an. In 203 Fällen (7,3% der ermittelten Tatverdächtigen) fielen Konsumenten harter Drogen als Tatverdächtige auf. In absoluten Zahlen bedeutet dies einen Anstieg um 32 gegenüber einem vorjährigen Rückgang um 31. Die Anzahl der durch diese Gruppierung begangenen Straftaten stieg ebenfalls leicht an. 343 der aufgeklärten Fälle (9,3% ggü. 6,9% im Vorjahr) wurden durch Konsumenten harter Drogen begangen, ein Zuwachs um 102 Fälle. Im Gegensatz dazu hält der rückläufige Trend bei der Betrachtung der Tatverdächtigen, die bei der Tat unter Alkoholeinfluss standen, auch 2014 an. 9

1 Statistik im Überblick In 491 Fällen standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss. Dieses sind 54 Fälle weniger als im Vorjahr. Das sind 17,6% aller Tatverdächtigen (2013: 19,3%). Auch weiterhin spielt der Konsum von Alkohol bei der Begehung von Straftaten eine nicht unerhebliche Rolle. Die Anzahl der zuvor bereits bekannten Straftäter ist wieder angestiegen. In 1.971 Fällen (53,3% der aufgeklärten Taten) waren die Tatverdächtigen bereits in der Vergangenheit als Straftäter in Erscheinung getreten. Dies sind 185 Fälle mehr als im Vorjahr (Hier werden die Fälle gezählt, nicht die Tatverdächtigen. 1 TV kann hier mehrere Fälle begangen haben, wird bei den TV aber nur einmal gezählt.). Damit gilt auch weiterhin, dass in mehr als der Hälfte der aufgeklärten Fälle die Tatverdächtigen der Polizei bereits vorher als Straftäter bekannt waren. 1 Million (2013 ca. 0,6 Millionen ). Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte insgesamt ist ein Rückgang der Gesamtschadenssumme von 2,5 Mio auf 1,5 Mio erkennbar. (Der Betrugsbereich ist in weiten Teilen der Wirtschaftskriminalität zuzurechnen, es erfolgt jedoch eine differenzierte Erfassung.) Die Schadenssummen im Diebstahlsbereich sind nach einem Rückgang im Vorjahr wieder angestiegen. Mehr als 3/4 der Summe ist dem Diebstahl unter erschwerenden Umständen zuzurechnen. Die Verteilung der Geschlechter zeigt kaum Veränderungen. ¾ der Tatverdächtigen sind männlichen Geschlechts. 2.080 (74,6%) der ermittelten Tatverdächtigen waren männlich, 707 (25,3%) weiblich. Beide Werte sind hier weiterhin konstant, die Veränderungen sind nur geringfügig. Zu der Gruppe der jugendlichen Mehrfach- und Intensivtäter wird gesondert eine Aussage unter Pkt. 3 dieser Auswertung getroffen. 1.5. Schaden Die Schadenssumme, die durch Straftaten unmittelbar verursacht wird, ist 2014 nach einem Rückgang 2013 wieder angewachsen. Durch die 2014 im Kreis Dithmarschen statistisch erfassten Straftaten wurde ein Gesamtschaden von 7.471.694 (6.519.110 ) verursacht. Im Vergleich zum Vorjahr erhöht sich die Schadenssumme um knapp eine Million (genau: 952.584 ), das sind 14,6 % mehr. Das durchschnittliche Niveau bleibt hier in den vergangenen Jahren gleich. Einen großen Teil des Gesamtschadens machen die Bereiche der Wirtschafts- sowie der Diebstahlskriminalität aus. Die Gesamtschadenssumme teilt sich im Wesentlichen wie folgt auf: Auf den Diebstahlsbereich entfällt ein Schaden von ca. 3,9 Millionen (2013: 2,9 Millionen ), die Wirtschaftskriminalität verursachte einen Schaden von ca. 2,4 Millionen (Vorjahr 2,7 Mio. ), der Betrugsbereich ca. 10

2 Regionale Verteilung 2 Regionale Verteilung In allen Bereichen des täglichen Lebens Schule, Beruf, Freizeit, Kultur - bildet eine Stadt in der Lage wie die Kreisstadt Heide den Mittel- und Anziehungspunkt für den gesamten umliegenden, ländlichen Raum. Dies gilt ebenso für den Bereich der Kriminalität, was sich zwangsläufig in der Verteilung der Straftaten widerspiegelt. Diese Anziehungskraft lässt sich in der folgenden Grafik bei allen Mittel-, Unter-zentren und ländlichen Zentralorten erkennen. Diagramm 4: Regionale Verteilung der Straftaten 2014 in Dithmarschen Brunsbüttel 778 Marne 302 Burg 191 Albersdorf 209 Meldorf 544 Büsum 475 Lunden 170 Heide 2187 0 500 1000 1500 2000 2500 11

3 einzelne DeliKte 3 Einzelne Delikte 3.1. Allgemeine Betrachtung Die Diebstahlskriminalität insgesamt nimmt 2014 weiter ab. Der Anteil der Vermögens- und Fälschungsdelikte, Sachbeschädigungen und Rohheitsdelikte an der Gesamtkriminalität in Dithmarschen verändert sich erneut nur unwesentlich im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtkriminalität des Kreises Dithmarschen ist zu knapp 46% (3.286 Fälle) deutlich durch Diebstahlsdelikte gekennzeichnet (2013: 47%, 3.402 Fälle). Dahinter finden sich die Vermögens- und Fälschungsdelikte (975 Fälle), Rohheitsdelikte (934 Fälle) und die Sachbeschädigungen (909 Fälle). Diagramm 5: Kreis Dithmarschen - Straftatenanteil 2014 Rauschgiftdelikte 3% sonstige 12% schwerer Diebstahl 23% Rohheitsdelikte 13% Vermögens-/ Fälschungsdelikte 13% einfacher Diebstahl 23% Sachbeschädigung 13% 3.2. Straftaten gegen das Leben In 2014 wurden im Kreis Dithmarschen 4 Straftaten gegen das Leben in der Kriminalitätsstatistik erfasst, ein Fall mehr als im Vorjahr. Auch 2014 konnten alle Fälle aufgeklärt werden. Es handelte sich hierbei in zwei Fällen um versuchte Tötungsdelikte. Beide Täter wurden ermittelt und zwischenzeitlich bereits rechtskräftig verurteilt. Zudem wurden zwei Fälle von fahrlässiger Tötung erfasst. zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen werden konnten(siehe auch allgemeine Hinweise, S. 3). Fälle dieser Art werden in der Regel nicht durch die hiesige Kriminalpolizeistelle, sondern durch das Kommissariat 1 ( Mordkommission ) der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe bearbeitet. Ein weiteres Tötungsdelikt aus 2014, dem der Inhaber eines Lebensmittelgeschäftes in Heide zum Opfer fiel, wurde erst 2015 statistisch erfasst, da die Ermittlungen erst 12

3 Einzelne Delikte 3.3. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Die Zahl der Sexualstraftaten ist 2014 erneut gesunken. Im Kreis Dithmarschen wurden 2014 insgesamt 80 Sexualdelikte registriert, von denen konnten 70 Fälle aufgeklärt werden konnten. Erfreulich ist, dass hier mittlerweile wieder das niedrige Niveau von vor drei Jahren erreicht wurde. Die Schwerpunkte liegen in diesem Deliktsbereich beim sexuellen Missbrauch von Kindern (26 Fälle, +2), bei Vergewaltigungen (13 Fälle, +4) und im Bereich der sexuellen Nötigung (7 Fälle, -9). Dazu kommen 17 Fälle der exhibitionistischen Handlungen sowie 9 Fälle exhibitionistischer Handlungen vor Kindern. des Besitzes kinderpornographischer Schriften (-3) sowie 5 Fälle des Verbreitens zu Buche. Die Aufklärungsquote liegt mit 87,5% weiter auf einem hohen Niveau. Bei Sexualdelikten, in denen Kinder Opfer wurden, konnten 23 der 26 Fälle (88,5%) aufgeklärt werden. In Fällen, die nicht aufgeklärt werden konnten, wurde häufig das Internet als Tatmittel genutzt. Hier gestalten sich die Ermittlungen ungleich schwieriger, daher ist die Zahl der aufgeklärten Fälle auch in Teilen geringer. Der Bereich der Kinderpornographie ist weiterhin nur schwach ausgeprägt. Es schlagen in 2014 lediglich 4 Fälle Diagramm 6: Zahl der Sexualstraftaten - Kreis Dithmarschen 2005-2014 gemeldete Fälle Aufkärungsquote 140 120 100 80 60 40 20 0 81,7% 83,3% 86,8% 88,8% 89,8% 87,5% 78,9% 78,7% 72,5% 74,0% 131 109 100 90 90 83 80 108 88 80 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 100% 80% 60% 40% 20% 0% 3.4. Rohheitsdelikte Die Rohheitsdelikte nahmen im Kreis Dithmarschen nach einem Zuwachs im Vorjahr wieder deutlich ab. Innerhalb dieser Gruppe bilden die Körperverletzungsdelikte weiter den absoluten Schwerpunkt. Mit 934 Fällen wurden im Jahr 2014 insgesamt 96 Taten oder 9,3% weniger Rohheitsdelikte als im Vorjahr registriert (Land: -6,2%). 696 dieser Delikte waren Körperverletzungen (- 81 zum Vorjahr), davon 548 einfache (-48) und 108 (-18) schwere bzw. gefährliche Körperverletzungen. Schwere Körperverletzungen qualifizieren sich durch die mit der Körperverletzung verbundenen gesundheitlichen Folgen, gefährliche Körperverletzungen durch die Art und Weise der Ausführung. Besonders der erneute Rückgang bei diesen schwerwiegenderen Taten ist positiv herauszustellen. Einen zahlenmäßigen (leichten) Anstieg im Bereich der Rohheitsdelikte verzeichnen wir lediglich beim Tatbestand der Bedrohung (von 101 auf 108 Fälle) und bei der Nötigung (nicht im Straßenverkehr) von 37 auf 39 Fälle im Jahre 2014. Positiv zu bemerken ist erneut ein leichter Rückgang bei qualifizierten Körperverletzungen auf öffentlichen Plätzen. Konstant geblieben ist der Umstand, dass knapp die Hälfte der Tatverdächtigen einer Körperverletzung bereits vorher 13

3 Einzelne Delikte Diagramm 7: Zahl der Raubstraftaten - Kreis Dithmarschen 2005-2014 gemeldete Fälle Aufklärungsquote 70 60 50 40 30 20 10 0 72,3% 62,5% 57,8% 60,0% 55,6% 48,9% 50,9% 41,7% 43,5% 43,1% 45 45 36 65 47 48 46 55 58 45 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% polizeilich aufgefallen war und 35,4% (Vorjahr: 40,8%) von ihnen unter Alkoholeinfluss standen. Die Anzahl der Raubdelikte sinkt erfreulich (-13 Taten). Besonders die Anzahl der Raubtaten in der Öffentlichkeit ist um fast 2/3 gesunken(von 39 auf 16 Taten). Die Aufklärungsquote bei Raubtaten ist auf 55,6% gestiegen. Erfahrungsgemäß führen die geringe Anzahl von Hinweisen und eine eher ungenaue Täterbeschreibung bei Raubtaten insbesondere im öffentlichen Bereich - zu erheblichen Erschwernissen bei den Ermittlungen. Zu den genannten Taten kommen noch 3 Fälle von Freiheitsberaubung sowie 20 Fälle von Nachstellung (Stalking) in diesen Bereich (Vorjahr 27). Die Aufklärungsquote bei den Rohheitsdelikten insgesamt stieg leicht auf den guten Stand von 90,8%. Das bedeutet, dass, wie schon in den Vorjahren, auch 2014 9 von 10 Fällen im Bereich der Rohheitsdelikte aufgeklärt werden konnten. 3.5. Brandstiftungen Im Jahr 2014 wurden im Kreisgebiet 56 (2013: 42) Brandstiftungen erfasst. In 46 Fällen wurde wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung oder wegen des Herbeiführens einer Brandgefahr ermittelt, ein Anstieg um 14 Fälle (43,7%) gegenüber 2014. Maßgeblichen Anteil an diesem Anstieg hatte eine Serie von Brandlegungen bis zum Herbst vergangenen Jahres, deren Haupttäter erst vor Kurzem in erster Instanz verurteilt worden sind. Weiterhin wurden in 22 Fällen Ermittlungen aufgenommen, die letztendlich eine technische Ursache ohne schuldhaftes Verhalten als Brandursache ergaben, gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 20 Fälle. 3.6. Diebstahl Die Zahl der Diebstähle insgesamt fällt weiter. Anzahl der schweren Fälle des Diebstahls bleibt unverändert. Anzahl der Fahrraddiebstähle bleibt unverändert. Diebstähle aus Wohnungen insgesamt stagnieren, aber Anzahl der Tageswohnungseinbrüche steigt sichtbar. Mit 45,7% (2013: 46,9%) aller registrierten Straftaten waren auch 2014 die Diebstähle das die Polizeiliche Kriminalstatistik quantitativ beherrschende Deliktsfeld. Nach 2013 konnte auch 2014 ein erneutes Absinken registriert werden. Im 10-Jahres-Vergleich stellt der Wert von 3.286 Diebstählen den niedrigsten dar. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich steigt gegenüber den Vorjahren auf 26,4% und liegt damit sogar über dem Landeswert von 24,0 %. Bei den Diebstahlstaten wird zwischen schweren und einfachen Diebstählen unterschieden. Dabei zeigen sich der einfache Diebstahl mit 1.640 Taten (2013: 1.757) und der schwere Diebstahl mit 1.646 Taten (2013: 1.645) mittlerweile mit nahezu identischen Zahlen. Die Veränderung des zahlenmäßigen Abstandes zwischen schwerem und einfachem Diebstahl ist u.a. ein Indiz dafür, dass die Bürger 14

3 einzelne DeliKte Diagramm 8: Zahl der Diebstähle - Kreis Dithmarschen 2005-2014 5000 4500 4000 3500 3000 2500 2000 1500 1000 500 0 gemeldete Fälle Aufklärungsquote 28,2% 27,4% 26,8% 26,8% 26,4% 23,7% 24,4% 24,6% 23,4% 22,5% 4175 4244 4125 4674 3846 3350 3677 3723 3402 3286 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% deutlich größere Anstrengungen unternehmen, um ihr Hab und Gut gegen Wegnahme zu sichern als früher, ein gutes Zeichen. Einfache Diebstähle sind durch das bloße Wegnehmen erfüllt, wie beim Ladendiebstahl. Schwere Diebstähle beinhalten stets eine Qualifizierung, hier muss vor der Wegnahme ein weiteres Hindernis/eine Sicherung beseitigt werden, wie bei einem Einbruch. Die Anzahl der Ladendiebstähle ist angestiegen (+37 Fälle, gesamt 425 Fälle). Nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr von fast einem Fünftel der Fälle bleiben die Zahlen beim Fahrraddiebstahl fast unverändert bei 614 gemeldeten Taten gegenüber 620 in 2013. Die Anzahl der Diebstähle aus Wohnungen blieb insgesamt fast identisch (von 475 auf 483 Fälle). Die statistisch erfassten Zahlen zum Wohnungseinbruchdiebstahl sind um 40 Fälle auf 394 angestiegen (+11,3%). Innerhalb dieser Deliktsgruppe haben sich zudem Verschiebungen ergeben, was die Tatzeiten angeht. Der Tageswohnungseinbruch, also die Begehung eines Wohnungseinbruchdiebstahls zwischen 06:00 und 21:00 Uhr, steigt zahlenmäßig deutlich an auf insgesamt 127 Taten (+56). Ausschlaggebend für diesen Anstieg ist u.a. eine Serie von Taten, die im Winter 2013/2014 ihren Anfang nahm und größtenteils von einer inzwischen identifizierten und verurteilten Tätergruppe begangen wurde. Dies begründet auch einen Anstieg der Aufklärungsquote in diesem Bereich um erstaunliche 175%! Diagramm 9: Anteile der einzelnen Diebstahlsdelikte an Gesamtkriminalität 2014 insgesamt sonstiger Diebstahl (- 4,1%) 1075; 32,7% Diebstahl "rund ums Kfz" (- 13,9%) 428; 13% Fahrraddiebstahl (- 0,9%) 614; 18,7% Diebstahl in/aus Wohnungen (+1,7 %) 483; 14,7% Ladendiebstahl (+9,5 %) 425; 12,9% Diebstahl i./a. Dienst-, Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen (-13,3%) 261; 7,9% 15

3 Einzelne Delikte Die Problematik der Tageswohnungseinbrüche wird weiterhin auch auf Landesebene priorisiert betrachtet und führte erneut zur Aufklärung von Tatserien und zur Festnahme von Tatverdächtigen. Angepasst an die allgemeine Lage wurden auch in Dithmarschen Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Bürger getroffen. Diebstähle aus Firmen, Arztpraxen und Büros haben in 2014 erneut abgenommen (261 in 2014 zu 301 in 2013). Die Diebstähle rund um das Kfz teilen sich auf in Diebstähle an und aus Kfz (398 Fälle, -69 zum Vorjahr) und Diebstähle von Kfz (30 Taten, unverändert ggü. 2013). 3.7. Vermögens- und Fälschungsdelikte Diagramm 10: Vermögens/ Fälschungsdelikte - Kreis Dithmarschen 2005-2014 gemeldete Fälle Aufklärungsquote 1800 1600 1400 68,7% 74,2% 75,2% 68,8% 68,1% 68,5% 72,0% 76,1% 80,9% 82,1% 90% 80% 70% 1200 60% 1000 50% 800 600 400 1278 1479 1590 1328 1261 1189 1188 922 933 975 40% 30% 20% 200 10% 0 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0% Die Anzahl der erfassten Straftaten bei den Vermögensund Fälschungsdelikten steigt nur leicht an. Die Betrugsdelikte dominieren hier weiter deutlich. Internetkriminalität bleibt ein dynamisches Aufgabenfeld der Polizei. Im Jahr 2014 wurden in Dithmarschen 975 Straftaten (2013: 933) aus dem Deliktsbereich Vermögens- und Fälschungsdelikte registriert. Die Zahl der aufgeklärten Fälle in diesem Deliktsfeld stieg stärker als die Gesamtzahl der Taten (von 755 auf 800), wodurch die Aufklärungsquote nochmals von 80,9% auf 82,1% gesteigert werden konnte. Die Betrugsdelikte machen auch weiterhin den größten Anteil der Straftaten in diesem Bereich aus. Auch hier ist ein leichter Anstieg zu verzeichen. 710 Taten aus 2014 stehen hier 672 Delikten aus dem Jahre 2013 gegenüber. Die Nutzung des Mediums Internet zur Begehung von Straftaten aller Art steigt nach einem Vorjahres-Minus wieder an. Die Fallzahlen steigen von 312 in 2013 auf 326 in 2013, ein Anstieg um 4,4%. Einen echten Schwerpunkt in diesem Feld bilden hier die Fälle des Waren- und Warenkreditbetruges (67% der Fälle), d.h. die Fälle, in denen z.b. über das Internet Waren angeboten und nicht geliefert oder gekauft, aber nicht bezahlt werden. Die statistisch erfassten Zahlen können hier nur zum Teil die Wirklichkeit abbilden. Nur, wenn auch der Tatort bei diesen Fällen in Deutschland anzunehmen ist, wird der Fall statistisch erfasst. Taten, die ihren Ursprung mit großer Wahrscheinlichkeit im Ausland haben, fließen zahlenmäßig nicht in die PKS ein. Hier gibt es mit Beginn des Jahres 2015 eine Änderung durch Einführung einer gesonderten Statistik, so dass zukünftig detaillierter erfasst werden kann. 16

3 Einzelne Delikte 3.8. Wirtschaftskriminalität Im Jahre 2014 wurden 107 48 Fälle der Wirtschaftskriminalität erfasst, das ist ein deutlicher Anstieg um 59 Fälle (122,9%). Dieser Zuwachs ist einem Anstieg der als Wirtschaftskriminalität erfassten Fälle des Betruges von 4 auf 44 Fälle geschuldet. Es ist unverändert so, dass dieser Bereich nur einen quantitativ kleinen Teil der Gesamtkriminalität (1,5%) ausmacht. Allerdings ist der volkswirtschaftliche Schaden immer noch sehr groß: Mit knapp 2,4 Mio ist die Schadenssumme leicht gesunken (-0,3 Mio ). Damit verursachte die Wirtschaftskriminalität aber immer noch 32% des gesamten durch Kriminalität entstandenen Schadens. Die Bearbeitung dieser Delikte erfolgt in erster Linie beim Kommissariat 3 der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe. 3.9. Rauschgiftdelikte Im Kreis Dithmarschen stieg die Zahl der Fälle von Rauschgiftkriminalität wieder an. Im Jahr 2014 wurde in 242 (2013: 181) Fällen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, die Aufklärungsquote blieb mit 95,9% auf einem hohen Niveau. Der Handel mit und der Konsum von Cannabis steht hier weiterhin mengenmäßig deutlich im Vordergrund; bei den Fällen des Handels mit Betäubungsmitteln ist ein Rückgang zu verzeichnen. Hier wurden 21 Fälle in 2014 erfasst (2013: 32 Fälle). Die Aufklärungsquote liegt hier naturgemäß sehr hoch, in 2014 konnten alle erfassten Fälle auch aufgeklärt werden, somit liegt die Aufklärungsquote bei 100 %. In der Nutzung der illegalen Substanzen folgen hinter Cannabis mit deutlichem Abstand - Amphetamine und Kokain, lediglich vereinzelte Fälle von Heroin. Im Jahr 2014 gab es erfreulicherweise im Kreis Dithmarschen keinen Todesfall durch die Einnahme von Betäubungsmitteln. Diagramm 11: Rauschgiftdelikte - Kreis Dithmarschen 2005-2014 Rauschgiftdelikte 400 350 370 300 250 200 243 262 301 283 288 247 237 242 150 181 100 50 0 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 17

4 JugEnDkRiminAlität 4 Jugendkriminalität Die Zahl von Tatverdächtigen unter 21 Jahren nimmt weiter ab. Trotzdem ist diese Altersgruppe im Verhältnis zur Wohnbevölkerung Dithmarschens immer noch stark überrepräsentiert. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist auch im Jahr 2014 weiter rückläufig. Sie liegt nun bei 688 und hat damit um 59 Tatverdächtige abgenommen. Der stärkste Rückgang ist bei den Jugendlichen zu verzeichnen (von 355 auf 307). Dieses Alterssegment der 14- bis 18-Jährigen bleibt aber trotzdem die Hauptgruppe der ermittelten Tatverdächtigen. Die Zahl der auffällig gewordenen Heranwachsenden (296) ab 18 bis unter 21 bleibt nahezu gleich (-1). Erfreulich ist der erneut gefallene Wert von 85 polizeilich auffällig gewordenen Kindern, also im Alter von unter 14 Jahren (93). Die weiblichen Tatverdächtigen unter 21 Jahren machen einen Anteil von 25,1% aus (2013: 23,4%). Der Anteil der jungen Tatverdächtigen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen ist zwar zurückgegangen, im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung sind sie aber weiterhin stark überrepräsentiert. Diese 3 Gruppen repräsentieren 24,6% (2013: 26,4%) der ermittelten Tatverdächtigen insgesamt, aber nur 20,5% der gesamten Bevölkerung Dithmarschens. Werden alle Kinder unter 7 Jahren aus dieser Berechnung unberück- Diagramm 12: Tatverdächtige Kinder, Jugendliche und Heranwachsende 2005-2014 Kinder Jugendliche Heranwachsende 600 495 99 487 507 497 391 375 366 338 400 216 142 176 164 170 154 154 93 85 452 561 500 400 300 385 400 347 417 327 355 297 307 296 200 100 0 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 18

4 JugEnDkRiminAlität sichtigt gelassen, so liegt der Anteil an der Gesamtbevölkerung Dithmarschens sogar nur bei 14,9%. Bei den Erwachsenen fällt besonders die Altersgruppe ab 21 bis unter 30 Jahren mit 646 Tatverdächtigen auf. Die Altersgruppen ab 30 bis unter 40 Jahre mit 452 Tatverdächtigen und die Gruppe ab 40 bis unter 50 Jahre mit 467 Tatverdächtigen folgen. Bedenkt man, dass es sich hierbei jeweils um 10-Jahres-Bereiche handelt, wird der starke Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden (4-bzw. 3-Jahres-Abschnitte) umso deutlicher. Jugendtypische Delikte sind auch 2013: Sachbeschädigung (44,4% der Tatverdächtigen waren unter 21 Jahren, -4,6 Prozentpunkte zu 2013), Rohheitsdelikte insgesamt (23,8% unter 21 Jahren, -1,5 Prozentpunkte zu 2013) davon Raub (34,5% unter 21 Jahren, -24,8 Prozentpunkte zu 2013), Diebstahl (33,2% unter 21 Jahren, zu 2013-6,1 Prozentpunkte, bei schweren Fällen 32,1%, zu 2013-8,1 Prozentpunkte) sowie schwere bzw. gefährliche Körperverletzung (23,9% aller registrierten Tatverdächtigen waren bei diesen Delikten unter 21 Jahren, zu 2013-11,2 Prozentpunkte). Seit 2008 werden jugendliche Mehrfach- und Intensivtäter im Kreis Dithmarschen zentral durch die Ermittlungsgruppe Jugend bei der Kriminalpolizeistelle Heide bearbeitet. Die Definition und Erfassung dieser Mehrfach- und Intensivtäter erfolgt landesweit durch ein Punktesystem, das eine einheitliche Darstellung ermöglicht. Aktuell umfasst dieser Personenkreis in Dithmarschen 26 Personen. In enger Abstimmung mit Justiz und Jugendhilfe gelingt auf diesem Wege eine schnelle Reaktion auf delinquentes Verhalten junger Menschen. Diagramm 13: Anteil der unter 21-Jährigen an allen Tatverdächtigen 2014 (in Klammern: Anteil an der Wohnbevölkerung, Stand: 31.12.2013) Kinder (12,1%) 3% Jugendliche (4,9%) 11% Heranwachsende (3,5%) 10,6% Erwachsene (79,6%) 75,3% 19

5 Ausländerkriminalität / 6 Opfer / 7 Sonstiges 5 Ausländerkriminalität Der Anteil der Nichtdeutschen an den Tatverdächtigen im Kreis Dithmarschen insgesamt betrug 2014 9,4% (zuvor 8,2%), es wurden 263 nichtdeutsche TV er-fasst (zuvor 231). Berücksichtigt man den Bevölkerungsanteil von nichtdeutschen Bürgern von 3,5%, so ist diese Bevölkerungsgruppe in der PKS weiterhin überrepräsentiert. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass es diverse Straftatbestände gibt, die ausschließlich von Ausländern begangen werden können (z.b. Verstöße ge-gen das Ausländergesetz, illegaler Aufenthalt etc.). 6 Opfer Die Altersgruppe der unter 21-jährigen ist auch bei Opfern überrepräsentiert. Die Altersgruppe der über 60-jährigen ist bei den Opfern deutlich unterre-präsentiert. Insbesondere Jugendliche und Heranwachsende sind nicht nur als Tatverdächtige, sondern auch als Opfer überrepräsentiert. Berücksichtigt man die Bevölkerungszahlen dieser Altersgruppen im Kreis Dith-marschen, so wird deutlich, dass das Gefahrenpotenzial, Opfer einer Straftat zu werden, bei unter 21-Jährigen im Vergleich zu anderen Bevölkerungsteilen am höchsten ist. Der Bevölkerungsanteil der Kinder liegt bei 12,1%, der Jugendli-chen bei 4,9% und der Heranwachsenden bei 3,5%. Insgesamt ergibt dies einen Anteil von 20,5%, der aber 30,1% aller Opfer darstellt. Von allen erfassten 1.235 Opfern (2013: 1.389 Personen) sind 6,9% Kinder, 11,4% Jugendliche und 11,8% Heranwachsende. Somit sind 30,1% der Opfer unter 21 Jahre alt, im Bereich der Rohheitsdelikte sind es 28,6%. Die Bevölkerungsgruppe der Menschen ab 60 Jahren macht 6,3% aller erfass-ten Opfer aus. Im Bereich der Rohheitsdelikte sind es 6,8%. Demgegenüber steht ein Bevölkerungsanteil dieser Gruppe von 31,4%. Eine besondere Gefährdung der Senioren kann statistisch daher nicht festgestellt werden. 7 Sonstiges Die Zahl der Todesermittlungen ist angestiegen. Neben den statistisch erfassten Straftaten waren polizeiliche Ermittlungen in 159 (2013: 149) Todesfällen erforderlich. In 76 (66) Fällen war das Ergebnis der Ermittlungen ein Suizid, in 56 (51) Fällen lag eine natürliche Todesursache vor. In weiteren 27 (32) Fällen war ein eigenes fahrlässiges Verschulden todesursächlich. In 267 (2013: 263) Fällen wurden Fahndungen nach abgängigen Personen oder Vermissten aufgenommen. Damit ist die Zahl fast unverändert. Weiterhin stellen in diesem Bereich die Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren mit 136 (148) Fällen die größte Gruppe, bei den Jungen gleichen Alters liegt die Zahl bei 43 (57). Die Bearbeitung von Fällen, in denen Personen abgängig oder vermisst sind, bleibt nahezu gleich. Darüber hinaus wurde in 26 (55) Brandfällen, in denen eine technische bzw. natürliche Brandursache ohne schuldhaftes Verhalten festgestellt wurde, ermittelt. 20

8 Fazit 8 Fazit Die Fallzahlen für den Kreis Dithmarschen sind weiter gesunken (-0,8%) und stellen mit 7.189 Straftaten erneut den niedrigsten Wert seit 1980 dar. Landesweit steigen die Fallzahlen erstmalig wieder um 1,2%. Ohne die speziellen Verstöße gegen u.a. das Aufenthaltsgesetz sinken die Fallzahlen auch auf Landesebene um 0,6%. Es wurden 3.701 Taten aufgeklärt, dabei wurden 2.787 Tatverdächtige ermittelt. Diebstahlsdelikte insgesamt sinken weiter ab. Die Anzahl der Tageswohnungseinbrüche steigt deutlich. Vermögens- und Fälschungsdelikten steigen nur leicht. Rohheitsdelikte nehmen deutlich ab. Die Aufklärungsquote steigt weiter deutlich auf 51,5%. Gemessen an der Häufigkeitszahl belegt Dithmarschen auch in 2013 die 3. von 15 Stellen und steht somit auf Platz 3 der sichersten Landkreise. Für die Stadt Heide ist bei der Häufigkeitszahl ein erneuter erfreulicher Rückgang erkennbar. Weiterhin spielt Alkohol bei der Begehung von Straftaten, insbesondere von Rohheitsdelikten, eine große Rolle. In 203 Fällen handelte es sich bei den Tatverdächtigen um Konsumenten harter Drogen. Diese Zahl steigt wieder an. Mehr als die Hälfte aller Tatverdächtigen ist schon mehrmals polizeilich in Erscheinung getreten. 3 von 4 Tatverdächtigen sind männlich. Das Verhältnis bleibt unverändert. Die Mehrheit aller Straftaten sind Diebstahlsdelikte. Diese sind 2014 weiter gesunken, wobei das Verhältnis von einfachen und schweren Diebstahlstaten nahezu ausgeglichen ist. Die Anzahl der Diebstahlstaten aus Wohnungen ist annähernd gleich geblieben. Die absoluten Zahlen sind in diesem Bereich immer noch verhältnismäßig niedrig, besonders im Vergleich mit anderen Landkreisen. Jedoch ist die Zahl der Tageswohnungseinbrüche angestiegen. Ein landesweites Bekämpfungskonzept wird fortgeführt und zeigt Erfolge in Form deutlicher erhöhter Aufklärungszahlen. Die Anzahl der Fahrraddiebstähle stagniert, die der Ladendiebstähle steigt leicht. Rohheitsdelikte sinken deutlich, dabei bilden die Körperverletzungen den absoluten Schwerpunkt. 9 von 10 Rohheitsdelikten werden aufgeklärt. Qualifizierte Körperverletzungen auf öffentlichen Plätzen nehmen weiter leicht ab. Die Jugendkriminalität bleibt weiterhin ein Schwerpunkt polizeilicher Arbeit. Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist auch in 2014 erneut gesunken. Jugendtypische Delikte sind auch in 2014 unverändert: Sachbeschädigung Raub Diebstahl sowie schwere bzw. gefährliche Körperverletzung. Die intensive und täterorientierte Vorgehensweise im Bereich der Jugendkriminalität seit 2008 hat sich bewährt und wird natürlich durch die Ermittlungsgruppe Jugend der Kriminalpolizeistelle Heide fortgesetzt. Trotzdem sind die Tatverdächtigen unter 21 Jahren im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung immer noch deutlich überrepräsentiert. Gleichzeitig stellt diese Altersgruppe mehr als 30% der Opfer von Straftaten. Es wird also weiterhin unsere Aufgabe sein, uns um die Gruppe der jungen Dithmarscher Bürger ganz besonders zu kümmern. Die Zahl der Vermisstenfälle (fast ausschließlich junge Menschen, überwiegend Mädchen) ist 2014 nahezu unverändert. Ein Großteil dieser Fälle findet sich in der Zahl der Wohngruppen und Unterbringungsplätze für Kinder und Jugendliche in Dithmarschen wieder. Auch hier sind wir im engen Dialog mit den Verantwortlichen mit dem Ziel, schnell reagieren zu können. Auch dies ist ein Aufgabenschwerpunkt der Ermittlungsgruppe Jugend. Das Internet als Schauplatz und Werkzeug für Straftaten spielt eine zunehmend größere Rolle. Die Herausforderung für die Strafverfolgungsbehörden, hier auf Augenhöhe mit dem polizeilichen Gegenüber zu sein, bleibt bestehen. Wir, die Polizei im Kreis Dithmarschen, werden unseren Teil dafür tun, die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft zu gewährleisten. Dazu hoffen wir, bei 21

8 Fazit unseren Bemühungen weiterhin auf die Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Bevölkerung des Kreises Dithmarschen, ihren Behörden und Institutionen zählen zu können. Denis Butgereit Kriminaloberrat und Leiter der Kriminalpolizeistelle Heide 22

9 Anlage1 9 Anlage1 Begriffe: Häufigkeitszahl: Zahl der Straftaten in einem bestimmten Raum, hochgerechnet auf 100.000 gemeldete Einwohner Kinder: unter 14 Jahren Jugendliche: 14 bis unter 18 Jahren Heranwachsende: 18 bis unter 21 Jahre Rohheitsdelikte: Raubdelikte Körperverletzungsdelikte Straftaten gegen die persönliche Freiheit (Freiheitsberaubung, Nötigung, Bedrohung) Gefährliche Körperverletzung: Verletzung eines anderen Menschen durch Waffen oder gefährliches Werkzeug Schwere Körperverletzung: Körperverletzung mit schweren Folgen, z. B. dem Verlust der Zeugungsfähigkeit, der Sehfähigkeit, des Gehörs oder eines wichtigen Körperteils Tageswohnungseinbrüche: Einbrüche in Wohnungen in der Zeit von 06.00 bis 21.00 Uhr Sonstiger Betrug: Leistungsbetrug Leistungskreditbetrug Arbeitsvermittlungsbetrug Versicherungsbetrug Computerbetrug Provisionsbetrug Sozialleistungs- und Sozialversicherungsbetrug Kontrolldelikt: Die Rauschgiftkriminalität spielt sich überwiegend im Verborgenen ab; es gibt keine klassische Täter-/Opfer-Situation, aus der heraus Straftaten angezeigt werden. Deshalb muss sich die Polizei alles, was sie über dieses Deliktsfeld weiß, durch eigene Ermittlungen in der Szene erarbeiten. Der Umfang dieser Erkenntnisse ist unmittelbar von der Verfolgungsintensität abhängig, die letztlich auch durch den Personaleinsatz begrenzt ist. 23

9 Anlage1 24

Herausgeber Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein Polizeidirektion Itzehoe Große Paaschburg 66, 25524 Itzehoe Ansprechpartnerin Merle Neufeld pressestelle.itzehoe@polizei.landsh.de Telefon (04821) 602 2010 Foto Landespolizei Schleswig-Holstein März 2015 Die Landespolizei im Internet www.polizei.schleswig-holstein.de