Musikschule. Instrumente Holzblasinstrumente Die Holzblasinstrumente werden wiederum in zwei große Gruppen unterteilt: - Instrumente mit Anblasloch (Flöten) und - Rohrblattinstrumente. Die Flöten werden wieder unterschieden in Querflöten und Längsflöten (Blockflöten). Rohrblattinstrumente: - mit einfachem Rohrblatt: - Klarinette - Saxophon - mit doppeltem Rohrblatt - Fagott - Oboe Alle Instrumente hatten ursprünglich nur Grifflöcher, die mit den Fingerkuppen abgedeckt wurden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann man durch Klappen die Instrumente grifftechnisch zu vereinfachen. Blockflöte Die Blockflöte dient heute hauptsächlich der Musikerziehung (auch bei uns), obwohl sie durchaus solistisch eingesetzt werden kann. Sie ist ein sehr altes Instrument und war schon im Orient lange vor unserer Zeitrechnung bekannt. Zwischendurch war sie vergessen und erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie in Deutschland praktisch als historisches Instrument wieder eingeführt. Im Unterricht wird die Sopranflöte verwendet. Die anderen Blockflöten (Sopran-, Alt-, Tenor-, Bassflöte) sind für Quartette fortgeschrittener Schüler.
Einsatzmöglichkeiten: Schulmusik, Barockorchester, Hausmusik, erstes Instrument für den Anfänger. Die Noten werden im Violinschlüssel geschrieben. Fagott Das Fagott ist ein Holzblasinstrument in der Tenor- und Basslage, es wird mit einem Doppelrohrblatt gespielt, das so ähnlich aussieht wie das der Oboe. Es besteht aus Tonlöchern und Klappen, um die Töne zu verändern. Das Fagott besteht in der Regel aus Ahorn und ist 1,35 m hoch und die Gesamtlänge beträgt 2,59 m, da sie aus zwei Röhren resultiert, die nebeneinander liegen. Mitte des 17. Jahrhunderts begannen Instrumentenbauer, das heutige Fagott herzustellen. Im Laufe der Zeit bekam es mehr Klappen und Tonlöcher hinzu für die Chromatik und höheren Töne. Endgültig reformiert wurde die Bauart dann 1830. Im Orchester, Klassik, Kammermusik, solistisch. Das Fagott wird oft für skurrile oder komische Effekte genutzt, z.b. bei Zeichentrickfilmen oder wenn etwas besonders hervorgehoben werden soll. Klarinette
Der Name des Instruments wird darauf zurückgeführt, dass sie im hohen Register ähnlich schrill klingt wie die hohen Clarin- Trompeten. Aufbau: Der Korpus besteht meist aus Grenadillholz, oft auch aus Buchsbaum oder Ebenholz. Der Klappenmechanismus ist aus Neusilber, Messing, Silber oder Gold. Gesamtlänge: ca. 66 cm. Das Mundstück besteht selten aus Holz, eher aus Kunststoff wie Ebonit oder Acryl, Glas oder Metall. Die Klarinette ist mit einem Mundstück mit einfachem Rohrblatt ausgestattet. Das Blatt besteht aus Rohrholz. Wie funktioniert das Spielen? Durch den Luftstrom in das Instrument beginnt das am Mundstück befestigte Rohrblatt hin- und herzuschnellen. Durch Öffnen und Schließen der Einblasritze stößt man einen Ton an. Durch Schließen und Öffnen der Tonlöcher und Klappen verände man die Töne. Im Orchester üblich ist die B-Klarinette. Auch die Es-Klarinette, die kleiner und höher gestimmt ist sowie die Bass- Klarinette, die größer und tiefer gestimmt ist, kommen zum Einsatz. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Klarinetten, die aber selten gespielt werden, z.b. in der Klassik. Die Es-Klarinette kann beim Erlernen eine Übergangslösung zur B-Klarinette bei zu kurzen Fingern sein. Die Klarinette gibt es schon seit der Antike. Sie war damals das Instrument der Schlangenbeschwörer. Durch viele Veränderungen über die Jahre, wie z.b. der Form, die Hinzugabe von Klappen und Polstern entstand 1839 das heutige Standardinstrument. Die Klarinette wird von der Klassik, Sinfonieorchester über Jazz oder auch solistisch gespielt. Im Orchester und bei der Unterhaltungsmusik ist sie nicht mehr wegzudenken. Oboe
Die Oboe gibt es seit der Antike. Im Mittelalter war die Urahnin der Oboe die Schalmei. Im 17. Jahrhundert erhielt sie ihre Form und wurde weiterentwickelt (enger mensuriert und mit Mechanik Klappen und Löcher versehen). Sie besteht aus Buchsbaum oder Ebenholz. Das Mundstück besteht aus einem doppelten Rohrblatt. Das Doppelrohrblatt besteht aus zwei aufeinandergebundenen schmalen Pfahlrohrblättern. Diese werden mit den Lippen aufeinander gepresst und mit dem Atem in Schwingungen versetzt, die auf die im Instrument enthaltene Luftsäule übertragen werden. Solistisch, Kammermusik, Klassik, Orchester. Querflöte Die Querflöte wurde früher aus Holz gefertigt, daher zählt sie zu den Holzblasinstrumenten. Heute werden sie aus Silber, Gold, vergoldetes Silber, Weißgold, Neusilber gefertigt. Bei der Querflöte entsteht der Ton im Rohr dadurch, dass der geblasene Luftstrom an einer scharfen Kante gebrochen wird. Durch diese Kante wird die Luft im Instrument in Schwingungen versetzt. Durch Öffnen und Schließen der Grifflöcher kann man die Tonhöhe verändern. Ihr Ton ist weich und gefühlsbetont. Die Flöte gibt es schon seit dem 1. oder 2. Jahrhundert vor Christus. Seither hat sie sich sehr verändert. Damals wurde sie nach links gehalten und hatte nur wenige Tonlöcher. Heute wird sie nach rechts gehalten und hat mehrere Klappen und Löcher für mehr und umfangreichere Töne. Die heutige Form entwickelte Theobald Böhm (zylindrisch mit chromatischem Klappensystem, d.h. alle halben und ganzen Töne können gespielt werden). Alle modernen Flöten sind heute so genannte Böhmflöten.
Gespielt wird die Flöte sowohl in der Klassik, Barock- und Kammermusik bis hin zum Modernen und im Orchester. Auch solistisch sehr oft zu hören. Als Zweitinstrument kann die Piccolo-Flöte erlernt werden, sie ist kleiner und höher gestimmt. Sie ist noch aus einem 70- Mann-Orchester herauszuhören, da der Ton sehr schrill klingt. Saxophon Erfunden von Adolphe Sax um 1840. Ursprünglich gedacht im Sinfonieorchester, wurde das Saxophon zunächst aber in der Marsch- und Militärmusik zum Einsatz gebracht. Erst mit dem Jazz ist es populär geworden. Inzwischen wird es überall in der Tanz- und Konzertmusik oder solistisch gespielt. Wegen der Art der Tonerzeugung durch ein Rohrblattmundstück, gleich wie bei der Klarinette, wird das Saxophon zu den Holzinstrumenten gezählt. Die Klangfarbe hält die Mitte zwischen Blech- und Holzblasinstrumenten. Es hat einen ausdrucksvollen, aber weichen Ton. Der Fingersatz ähnelt der Klarinette, ebenfalls sind Klappen vorhanden. Häufige Formen des Saxophons: Altsaxophon, Tenorsaxophon, Baritonsaxophon und Sopransaxophon. Solistisch, Kammermusik, Klassik, Orchester, Saxophonformation, Konzert, Jazz, Big Band.