Lotte. Günther. meander

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Transkript:

Lotte Günther meander

Lotte Günther

Detail Detail

Detail

Detail Detail

Unvermittelt Erzählen Es dreht sich, funkelt und flimmert. Lotte Günthers Ausstellung meander fängt einen in der Dunkelheit ein und nimmt den Besucher mit auf eine unendliche Reise. Beflügelt von der Leichtigkeit ihrer abstrakten Werke und losgelöst von jeglicher außerbildlichen Referenz, eröffnet sie im Besucher eine Welt der Gedankenspiele und Zusammenschlüsse. Sie erweist eindrucksvoll, dass Malerei schwerelos sein kann, ohne ins Dekorative abzudriften. In sich verschlungene Achten wuchern über ihre Leinwände und formen die Installationen in meander. Wir betreten eines der Universen Lotte Günthers. Die sich langsam drehenden Installationen werfen ein Spiel aus Schatten und Lichtstreifen auf die Wände und uns als Besucher. Großzügig lädt sie uns ein. Leicht und leise werden wir Teil. Es ist eine seltsame Stimmung: Ruhig durch die zentrierte Komposition und gleichsam faszinierend und aufregend durch die Reflexionen. Man befindet sich in einer merkwürdigen Schwebe zwischen dem Funkeln der Sterne und dem Lichtspiel unter Wasser. Tatsächlich stehen wir in der HB55 Kunstfabrik, aber wohin einen Lotte Günther mitnimmt, was sie in einem weckt, das bleibt den persönlichen Wünschen und Assoziationen freigestellt. Vergeblich bleibt die Suche nach Hinweisen auf das Motiv, das die Künstlerin zum Werk bewegte. Lotte Günther fordert den Betrachter heraus. Wo es keinerlei inhaltliche Verweise gibt, versucht man vergeblich zu verstehen. Das äußerste Zugeständnis, das sie macht, ist einen Werkzyklus in einem Ausstellungskontext zu verdichten und zu betiteln. Ihre Werke lassen Bernard Frizes Malerei anklingen, sind farbenfroh, leicht und intensiv. Sie sind aktiv. Wir mäandern mit der malerischen Geste, können ihr in ihrer Konsequenz folgen. Technik und der Prozess lassen sich über das Raster entdecken, bleiben im Gegensatz zu Frize jedoch nur zumeist nachvollziehbar. Im Gewirr der vielschichtigen und verschlungenen Komposition ist der Betrachter eingeladen, sich zu verlieren. Kraftvoll flimmern die Grund- und Neonfarben vor uns. Gefangen von der Bewegung können wir im Taumel der wiederholten und verschlungenen Gesten den eigenen Assoziationsketten freien Lauf zu lassen. Lotte Günther ermutigt uns mit ihren Werken in einen Dialog zu treten. Ein besonderer Mut liegt auch in ihrer malerischen Position, geht sie doch stringent ins Leichte und Bunte. Sie zeigt uns, dass die hohe Kunst nicht im Konzept bzw. Inhalt stecken muss, sondern leicht daher kommen kann. Je näher man ihrer Malerei kommt, desto deutlicher wird jedoch, dass die Umsetzung dieser schillernden Werke keinesfalls leichtfertig passiert. Ihre Werke haben System. Die Raster entstehen in mühsamer Wiederholung ein und derselben Geste, nie perfekt, nie identisch. Vielleicht liegt genau in diesen Details, dem leisen Hang zum Unvollkommenen, die Möglichkeit der fast schon romantischen Identifikation. Vieles ist durchscheinend und lichtdurchflutet. Sei es die Bewegung der Module auf der Leinwand oder das Lichtspiel der Installationen, Lotte Günther nimmt uns mit, gebannt lassen wir uns bewegen und spüren den Reflexionen nach. Kerstin Godschalk

Ohne Titel _ 2015 _ Polysterolspiegel, Acrylfarbe, Nieten, Drehmotoren, Pinspots, LED-Streifen _ Ausstellungsansicht _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin

Ausstellungsansicht _ meander _ HB55 Kunstfabrik _ 2015 Ohne Titel _ 2015 _ Eitempera und Ölfarbe auf Baumwolle _ 42 x 35 cm _ Ausstellungsansicht _ meander _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin (links)

Ohne Titel _ 2014/2015 _ Eitempera und Ölfarbe auf Baumwolle _ 170 x 230 cm

Ohne Titel _ 2012/2014 _ Ölfarbe auf Baumwolle _ 180 x 170 cm _ Ausstellungsansicht _ meander _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin Ohne Titel _ 2015 _ Eitempera und Ölfarbe auf Baumwolle _ 70 x 100 cm _ Ausstellungsansicht _ meander _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin (rechts)

Ohne Titel _ 2015 _ Eitempera und Acrylfarbe auf Baumwolle _ 42 x 35 cm _ Ausstellungsansicht _ meander _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin Ohne Titel _ 2012/2015 _ Acrylfarbe und Ölfarbe auf Baumwolle _ 160 x 150 cm _ Ausstellungsansicht _ meander _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin

Ohne Titel _ 2015 _ Eitempera und Öl auf Baumwolle _ 70 x 100 cm _ Ausstellungsansicht _ meander _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin Ohne Titel _ 2015 _ Eitempera auf Baumwolle _ 200 x 160 cm _ Ausstellungsansicht _ meander _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin (links)

Ohne Titel _ 2014 _ Acrylfarbe auf Organzastoffen, Kupferrohr, Ösen, Befestigungsringe _ Größe variabel hier ca. 150 x 300 x 400

Ohne Titel _ 2015 _ Satinbänder und Holzleisten _ 290 x 200 x 20 cm _ Ausstellungsansicht _ blühen _ cleartext _ Berlin

Ohne Titel _ 2014 _ Tusche und Acrylfarbe auf Seide, Chiffon und Organza, Windmaschine _ ca. 400 x 400 x 700 cm _ Ausstellungsansicht _ la mer _ HB55 Kunstfabrik _ Berlin

Ohne Titel _ 2011/2014 _ Keramik, Acrylfarbe _ ca. 38 x 50 cm Ohne Titel _ 2015 _ Acrylfarbe auf Frischhaltefolie _ ca. 250 cm x 600 cm _ Ausstellungsansicht _ Fassaden _ Galerie BestregARTs _ Frankfurt a. M. Ohne Titel _ 2013 _ Filzstift und Wasser auf Papier _ 21 x 29,7 cm _ Detail (rechts)

Ohne Titel _ 2014 _ Paintmarker auf A3 Zeichenkarton, UV Schutz-Firnis _ 99 Blätter, Maße variabel _ hier: 207,9 cm x 588 cm (über Eck) _ Ausstellungsansicht _ blühen _ cleartext _ Berlin

Lotte Günther www.lotteguenther.de *1983 in Heidelberg _ lebt und arbeitet in Berlin Studium 2011 Diplom Freie Bildende Kunst, Kunsthochschule Mainz 2010 2011 Universität der Künste Berlin (Gaststudium bei Prof. Pia Fries) 2009 École Supérieure des Beaux-Arts de Toulouse (bei Prof. Katharina Schmidt) Erstes Staatsexamen (Bildende Kunst, Germanistik), Kunsthochschule Mainz, Johannes Gutenberg-Universität Mainz 2004 2011 Kunsthochschule Mainz (bei Prof. Winfried Virnich) Einzelausstellungen (Auswahl) 2015 meander, HB55 Kunstfabrik, Berlin blühen, cleartext, Berlin 2014 neon, Galerie du Haut Pavé, Paris la mer, HB55 Kunstfabrik Berlin 2013 COLOR THE SPACE!, Galerie des Arts Plastiques, Université Paris 8, Saint-Denis, Frankreich Silver Lining, HB55 Kunstfabrik, Berlin 2009 entrevues, Museum im Alten Rathaus, Neckargemünd Stipendien 2015 Katalogförderung der Union Investment Stiftung 2014 Stipendium der August Müller Stiftung zur Förderung junger Künstler 2013 Cité Internationale des Arts Paris (6 monatiges Stipendium, Rheinland-Pfalz) 2012 Goldrausch Künstlerinnenprojekt, Berlin 2009 Erasmus-Stipendium, École Supérieure des Beaux-Arts de Toulouse 2008 Förderungsstipendium der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Kataloge 2015 Lotte Günther, meander, Berlin 2015 2014 Lotte Günther, Lichtbunt, Bad Ems 2014 2012 Lotte Günther, Flirrende Felder, Goldrausch 2012, Berlin 2012 Projekt 2010 2012 Künstlerische Mitarbeit am deutsch-französischen Kooperationsprojekt MALEREI2020PEINTURE, Kunsthochschule Mainz Gruppenausstellungen (Auswahl) 2015 Fassaden, Galerie BestregARTs, Frankfurt a. Main De RDV en RDV, Galerie du Haut Pavé, Paris, Frankreich 2014 Lotte Günther, Sandra Heinz, Marlon Wobst, Made in Balmoral, Bad Ems Emy-Roeder-Preis 2014, Kunstverein Ludwigshafen 2013 Belastungsmarke, Team Titanic, Berlin Macht Kunst, Deutsche Bank KunstHalle, Berlin Phantomlike, Kreuzberg Pavillon Berlin 2012 PEINTURE2020MALEREI, L.A.C. Lieu d Art Contemporain, Narbonne, Sigean, Frankreich Rita, sagen Sie jetzt nichts! Goldrausch 2012, Kunstverein Tiergarten Galerie Nord, Berlin Drawing Show: No Illusion, Kreuzberg Pavillon, Kassel MALEREI2020PEINTURE, Ludwig Museum, Koblenz situ, HB55 Kunstfabrik, Berlin 2011 Free Piece, galerie oqbo, Berlin en haut, École Supérieure des Beaux-Arts de Toulouse, Frankreich Lichtberg Herzberg, HB55 Kunstfabrik, Berlin Ins Blaue Un voyage sans destination, Centre d Art Contemporain du Parc Saint Léger à Pougues-les-Eaux, Frankreich 2010 EP, limbus europae, Berlin 2008 fail better, Kunsthalle Mainz Fieber tief in den Taschen, Schloß Waldthausen, Mainz Impressum Herausgeber HB55 Kunstfabrik Herzbergstr. 55, 10365 Berlin, www.hb55.de Text Kerstin Godschalk Lektorat Marlene Günther Gestaltung Lotte Günther Fotografie Lotte Günther Druck H. Heenemann Druck Berlin 2015 Lotte Günther, Kerstin Godschalk Herzlichen Dank an: Cornelia Saalfrank, Union Investment Stiftung, Kerstin Godschalk und Marlene Günther. Umschlag: Atelieransicht _ August 2015; Innen: Ohne Titel _ 2015 _ Polysterolspiegel, Acrylfarbe, Nieten, Drehmotoren, Pinspots _ Detail