PLUGIN HANDBUCH. mpressor

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PLUGIN HANDBUCH mpressor

HALLO ERST MAL grundlagen Zunächst einmal vielen Dank für dein Interesse am mpressor plugin! Der virtuelle mpressor ist die originalgetreue Emulation unseres berühmten Kreativ-Kompressors. In aufwändiger Detailarbeit wurden seine diskreten analogen Schaltungen und sein besonderer Charakter in Software übersetzt... Das Resultat ist in hochwertiger Universalkompressor und ein dynamisches Effektgerät eine mächtige Erweiterung des Potenzials deiner Host-Software. Der mpressor ist in den Formaten RTAS, VST, AU und TDM verfügbar. Das plugin verfügt über sämtliche Funktionen der Hardware, die frei miteinander kombiniert werden können: Auto Fast für Attack garantiert für ein sorgenfreies Leben auch bei längeren Attackzeiten. Die Anti Log-Funktion bietet eine alternative Releasekurve und sorgt damit für Pumpen auf Knopfdruck. Neben normalen Ratios können auch negative Werte eingestellt werden, wodurch in Kombination mit dem extrem schnellen Attack völlig neue Hüllkurven entstehen. Der Gain Reduction Limiter reguliert die virtuelle Steuerspannung und hält damit auch extremste Einstellungen unabhängig von Threshold und Ratio im Zaum. Ein zusätzliches Filter eignet sich bestens dazu, das komprimierte Signal auch in seinem Klangcharakter zu verändern. Für weitere Flexibilität sorgt die Möglichkeit, den mpressor über einen externen Sidechain zu steuern und ihn dadurch richtig grooven zu lassen. Was auch immer gerade benötigt wird: ein hochwertiger Summenkompressor, ein flexibles Werkzeug für Einzelsignale oder ein inspirierendes dynamisches Effektgerät mpressor aktivieren, fertig. Hab viel Spaß damit! handbuch version 1.0 grundlagen - hallo erst mal 2

INSTALLATION grundlagen ILOK ERFORDERLICH Der mpressor benötigt einen ilok. Das ist ein Multiplattform USB-Dongle, der mit Mac OS und Microsoft Windows funktioniert. Ein ilok kann mehr als 100 Lizenzen von verschiedenen Herstellern verwalten. Er ist kein Bestandteil unserer Software und muss separat erworben werden. Das dazugehörige ilok Web-Account ist jedoch kostenlos. Weitere Informationen hierzu gibt es unter www.ilok.com. SYSTEMVORAUSSETZUNGEN Die folgenden Spezifikationen stellen das absolute Minimum dar; wir empfehlen einen deutlich leistungsstärkeren Rechner: Mac Intel oder PPC CPU (mindestens 1 GHz) 256 MB RAM Mac OS X 10.4 oder höher Pro Tools 7.0 oder höher oder VST/AUkompatibler Host PC Intel-kompatible CPU (mindestens 1 GHz) 256 MB RAM Windows 2000 oder höher Pro Tools 7.0/höher oder VST-kompatibler Host Natürlich wird auch eine adäquate Audio I/O- Lösung (Soundkarte, AD/DA-Wandler) benötigt. Die TDM-Version setzt eine Pro Tools HD-kompatible DSP-Karte voraus. DOWNLOAD-VERSION GEKAUFT? 1. Sicherstellen, dass der aktuelle ilok-treiber installiert ist (Download unter www.ilok.com). 2. Nach dem Kauf erhältst du von uns eine Bestätigung per Email, dass die Lizenz in deinem ilok-account zur Verfügung steht. 3. Logge dich unter www.ilok.com in deinen Account ein und übertrage die Lizenz von dort aus auf deinen USB-Dongle. 4. Solltest du die mpressor-software noch nicht installiert haben, kannst du die aktuellen Installer unter www.elysia.de herunterladen. BOX-VERSION GEKAUFT? 1. Sicherstellen, dass der aktuelle ilok-treiber installiert ist (Download unter www.ilok.com). 2. Sende eine Email mit dem Registrierungscode auf der Rückseite der Box und deiner ilok User ID an software@elysia.com. 3. Kurz darauf erhältst du von uns eine Email, die den Transfer der Lizenz in deinen ilok- Account bestätigt. 4. Logge dich unter www.ilok.com in deinen Account ein und übertrage die Lizenz von dort aus auf deinen USB-Dongle. 5. Die aktuellste Version unserer Software-Installer kannst du jederzeit unter www.elyisa. de herunterladen. WO FINDE ICH DAS PLUGIN? Die verschiedenen Host-Programme listen das mpressor Plugin in unterschiedlichen Fenstern: Pro Tools (RTAS/TDM) Dynamics u mpressor Logic (AU) Audio Units u elysia u mpressor Cubase/Nuendo (VST 3) Dynamics u ///mpressor Cubase/Nuendo (VST 2 Standard-Version) elysia u elysia mpressor Cubase/Nuendo (VST 2 Sidechain-Version) elysia u elysia mpressor sc (Solltest du dich über die verschiedenen VST- Versionen wundern: Der Grund für die drei Varianten liegt in der Art, wie VST die Sidechain- Funktion des mpressors ansteuert. Mehr dazu auf den Seiten 8 und 9. Übrigens werden alle drei VST-Versionen nach einer Standard-Installation auf deinem System zur Verfügung stehen.) SOFTWARE-VERSION Ein Klick auf das elysia Logo zeigt die installierte Version des Plugins und die Leute, die das Projekt auf die Beine gestellt haben. grundlagen - installation 3

BESONDERHEITEN grundlagen TRUE EMULATION Wie würde der Hardware mpressor überhaupt in Software übersetzt? Tatsächlich ist das Plugin das Resultat eines langen und komplizierten Entwicklungsprozesses... hier also nur ein kurzer Überblick: Eine komplexe analoge Hardware in digitalen Code umzusetzen ist nicht gerade eine triviale Angelegenheit, insbesondere dann, wenn die Vorlage wie der mpressor vollständig diskret aufgebaut ist. Die erste wichtige Aufgabe in einem solchen Projekt besteht darin, die elektronische Schaltung in einzelne Funktionsblöcke zu zerlegen. Diese werden dann Schritt für Schritt in Software übersetzt und zusammengefügt. Dieses erste Ergebnis wird genau durchgemessen und mit der Hardware verglichen, was wiederum zu einem aufwändigen und sehr detailreichen Anpassungsprozess führt. Die Arbeit an der Benutzeroberfläche (Fotografie, Retusche, Rendern) findet parallel dazu statt. Am Ende steht die finale Abstimmung sämtlicher Regler, damit sich die Software auch wirklich wie ein echter mpressor anfühlt. Schließlich wird der fertige Code noch auf unterschiedliche Plugin-Interfaces (RTAS/VST/AU/TDM) portiert und installationsfähig gemacht. OVERSAMPLING Das mpressor Plugin profitiert gleich zweifach von einer höheren Samplerate: Erstens kann es schneller auf Veränderungen des Quellsignals reagieren, was besonders bei schnellen Attackzeiten hilft. Zweitens ist die generierte virtuelle Steuerspannung und damit auch das Regelverhalten des Kompressors genauer, weil nun deutlich mehr Messpunkte zur Auswertung bereit stehen. Um diese Vorteile auch bei niedrigeren Abtastraten nutzen zu können, verwendet das mpressor plugin internes Oversampling. Dabei wird die Samplerate eines Projekts innerhalb des Plugins mit einem bestimmten Faktor multipliziert, ohne dass das komplette Projekt mit einer höheren Frequenz gefahren werden müsste. Dieses Verfahren braucht zwar ein gewisses Maß an CPU-Leistung, aber das klangliche Ergebnis spricht für sich. Das mpressor Plugin verwendet Oversampling nach folgenden Regeln: Projekt-Samplerate kleiner als 50 khz: 4x Oversampling Projekt-Samplerate kleiner als 100 khz: 2x Oversampling Projekt-Samplerate höher als 100 khz: Kein Oversampling MAUSRAD-UNTERSTÜTZUNG Die Regler des mpressors müssen nicht unbedingt angeklickt und gezogen werden. Sie lassen sich alternativ auch einfach mit dem Mausrad bedienen und zwar ohne sie vorher anklicken zu müssen! Folgende Kombinationen stellen zusätzliche Eingabehilfen dar: Feinabstimmung VST Shift + Mausrad AU Shift + Mausrad RTAS/TDM Ctrl/Cmd + Mausrad Standardwert VST Ctrl/Cmd + Mausklick AU Alt + Mausklick RTAS/TDM Alt + Mausklick Linear/Zirkulär VST Alt grundlagen - besonderheiten 4

ÜBERSICHT funktionen Link: verbindet den linken und rechten Kanal im Stereomodus. Active: schaltet das Plugin von Bypass nach Active. GRL: zeigt Aktivität des Gain Reduction Limiters an. Meter: zeigt die Reduzierung des Pegels in db an. Threshold: Überschreitet der Eingangspegel diese Schwelle, startet die Kompression. SC Extern: ein zusätzlicher Eingang für den Sidechain. Durch diese Funktion kann ein in den entsprechenden Bus gespeistes externes Signal die Kompression steuern. Attack: das Einschwingverhalten des Kompressors. Bestimmt die Reaktionszeit des mpressors auf Signalspitzen. Auto Fast: eine Halb-Automation. Durch diese Funktion wird die Attack-Zeit bei schnellen und lauten Signalimpulsen automatisch verkürzt. Release: die Rücklaufzeit bestimmt die Zeitspanne, die der Kompressor nach einer Pegelreduktion von 6 db für die Rückkehr auf den Nominalpegel benötigt. Anti Log: eine alternative Charakteristik der Release-Kurve. Schaltet von einem linearen in einen antilogarithmischen Verlauf um. Ratio: das Verhältnis von Eingangs- zu Ausgangspegel. Als besondere Spezialität des mpressors können auch negative Ratios eingestellt werden. funktionen - übersicht 5

ÜBERSICHT funktionen EQ Gain: die Charakteristik des Niveau- Filters. Werte zwischen Mitte und Linksanschlag heben Bässe an und senken Höhen ab (zwischen Mitte und rechts umgekehrt). On: aktiviert das Niveau-Filter. Dieser spezielle EQ befindet sich im Signalpfad hinter der Kompressor-Sektion, damit er die eigentliche Kompression nicht beeinflusst. EQ Freq: die Centerfrequenz des Niveau-Filters. Um diesen Wert herum werden Höhen abgesenkt und Bässe angehoben bzw. umgekehrt. x10: verschiebt den Frequenzbereich des Niveau-Filters. Die Werte von 26 Hz bis 2,2 khz werden um den Faktor 10 nach 260 Hz bis 22 khz erhöht. GR Limit: für die Begrenzung der Steuerspannung. Dieser neuartige Limiter liegt nicht etwa wie üblich im Audiopfad, sondern im Regelweg des Kompressors. On: aktiviert den Gain Reduction Limiter. Gain: die Aufholverstärkung des Kompressors. Diese findet im mpressor bereits in der Eingangstufe statt das ganze Plugin kann so gezielt heißer angefahren werden. funktionen - übersicht 6

THRESHOLD funktionen Der Threshold bestimmt den Arbeitspunkt des Kompressors: wenn der Eingangspegel den mit diesem Regler eingestellten Wert überschreitet, setzt die Kompression ein. Dabei sind die Einstellungen von Threshold und Ratio immer zusammen zu betrachten: Bei hohen Ratio-Werten wird sich der Threshold in der Regel im unteren Bereich bewegen, um nicht zu viel Gain Reduction zu erzeugen. Bei niedrigeren Ratio-Einstellungen wird der Threshold dann meistens weiter nach rechts gedreht. Der gesamte Bereich ist mit insgesamt 34 db so gewählt, dass über den ganzen Regelweg von sehr feinfühligen bis zu extremen Einstellungen alles möglich ist. Das Diagramm auf der rechten Seite zeigt verschiedene Einstellungen dieses Arbeitspunktes. db Verschiedene Thresholds bei gleicher Ratio db funktionen - threshold 7

SIDECHAIN funktionen Die Aktivierung der SC Extern-Funktion führt dazu, dass die Kompression nicht mehr durch das Eingangssignal, sondern durch ein zusätzliches Signal gesteuert wird, welches in einen gesondertes Bus eingespeist wird. Hinweis: Die verwendete Host-Software muss diese Funktionalität unterstützen! Wenn dem Sidechain kein eigener Bus zugewiesen ist, führt die Aktivierung der SC Extern-Funktion nicht zu den gewünschten Resultaten. Wenn das Eingangssignal des mpressors dupliziert, mit einem EQ bearbeitet und dann dem Sidechain zugeführt wird, ist das Ergebnis eine frequenzabhängige Kompression. Oder man sendet nur die Bass Drum eines Songs in den externen Sidechain, und der komplette Track bewegt sich dynamisch im Takt der Musik... Der externe Sidechain verfügt über einen festen High Pass-Filter mit einer Grenzfrequenz von 80 Hz und einer Flankensteilheit von 6 db. Dadurch verringert sich der Einfluss der tiefen Frequenzen auf die gesamte Kompression um ein gewisses Maß und hält dadurch den Effekt so ausbalanciert wie möglich. Sidechain Bus: Zuweisung in Pro Tools Sidechain Bus: Zuweisung in Cubase (VST 3) Sidechain Bus: Zuweisung in Logic funktionen - sidechain 8

SIDECHAIN funktionen Nun wissen wir also, dass viele Host-Programme die Sidechain-Funktion des mpressors unterstützen. In Pro Tools und Logic muss hierfür lediglich der SC Extern-Schalter am mpressor betätigt und ein zugehöriger Bus über das entsprechende Auswahlfenster zugewiesen werden. Seit der Einführung von VST 3 ist der Einsatz der Sidechain-Funktion mit Cubase und Nuendo (ab Version 4) genauso einfach. Nicht vergessen, VST 2 und VST 3 liegen in unterschiedlichen Fenstern des Hosts: Cubase/Nuendo (VST 3) Dynamics u ///mpressor Cubase/Nuendo (VST 2) elysia u elysia mpressor / elysia mpressor sc Aber warum gibt es überhaupt eine elysia mpressor sc Version? Ein VST-basierter Host, der den VST 3 Standard nicht unterstützt, kann den externen Sidechain nicht direkt über die Bedienoberfläche eines Plugins ansprechen. Hier kommt der elysia mpressor sc ins Spiel. Er verfügt über vier Eingänge (Audio L+R plus Sidechain L+R). Leider sprechen verschiedene Hosts diese vier Kanäle häufig unterschiedlich an. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir hier nicht alle denkbaren Möglichkeiten aufführen. Eine Internetsuche Hostname + Sidechain führt in der Regel schnell zu den gewünschten Informationen. Falls dein Host die Sidechain-Funktion des mpressors überhaupt nicht unterstützt, verwende einfach das normale mpressor Plugin ohne die SC-Erweiterung. funktionen - sidechain 9

ATTACK funktionen Die Attack-Zeitkonstante ist ein enorm wichtiger, aber oft auch problematischer Parameter für das Regelverhalten eines Kompressors: Wählt man eine sehr schnelle Einstellung, kann der Kompressor die kurzen Spitzen zwar erfolgreich abfangen, allerdings wird auch der ausklingende Ton beeinflusst und produziert eventuell hörbare Verzerrungen. Längere Attack-Zeiten hingegen reduzieren die Verzerrungen zwar deutlich, allerdings ist der Kompressor jetzt zu träge, um auf schnelle Impulse reagieren zu können. Hier greift nun die Auto Fast-Funktion ein. Ist diese aktiviert, wird die Attack-Zeit bei einem schnellen und lauten Signalimpuls automatisch verkürzt. Der Kompressor regelt schnell zurück und verhindert ein Durchschlüpfen des Signals. Direkt nach diesem Vorgang geht die Attack- Zeit auf ihren eingestellten Wert zurück. Damit wird der Kompressor immer nur dann schnell, wenn es wirklich notwendig ist. Aus diesem Grund setzt die Schaltung auch nur bei kurzen, lauten Impulsen ein; für den Rest der Zeit bleibt der mit dem Regler eingestellte Wert gültig. db Standard Attack (dunkel) und Auto Fast (hell) sek funktionen - attack 10

RELEASE funktionen Die Release-Zeit ist hingegen dafür verantwortlich, wie auffällig oder unauffällig der Regelvorgang zu hören ist. Ist beispielsweise ein eher dezentes Verhalten gefragt, werden die Release- Kurven häufig logarithmisch oder linear gewählt. Bei einem solchen logarithmischen Release werden die Zeiten umso kürzer, je höher die Reduktion des Pegels ist. Das hat den Vorteil, dass kurze, laute Spitzen (wie z.b. bei Drums) eine schnelle Release-Zeit haben, und das restliche Programm-Material langsamer bearbeitet wird. Wenn es jedoch um gewollt auffällige und kreative Kompression geht, die auch neue Sounds ermöglichen soll, macht es durchaus Sinn, das Ganze kurzerhand auf den Kopf zu stellen. Daher lässt sich beim mpressor die Release-Kurve von linear nach antilogarithmisch umschalten. Im Anti Log-Modus des mpressors verläuft die Kurve also genau umgekehrt: Wenn nach einer Überschreitung des Threshold die Kompression einsetzt, so ist die Release-Zeit erst einmal länger. Wenn dann das Eingangssignal deutlich zurückgeht, wird auch die Release-Zeit wieder schneller. db Linearer Release (dunkel) und Anti Log (hell) sek funktionen - release 11

RATIO funktionen Der mpressor ist ein typischer Hardknee-Kompressor, was sich im Diagram auf der rechten Seite sehr anschaulich darstellt. Sobald der Threshold-Wert überschritten wird, setzt die Kompression sofort mit der vollen eingestellten Ratio ein. Im Vergleich zu Softknee-Kennlinien ist die Kompression eher auffällig und hörbar. Darüber hinaus bietet der mpressor auch negative Ratios - aber was genau bedeutet das? Bei einer negativen Ratio knickt die Kennlinie ab und kehrt wieder nach unten zurück. Je lauter bei einer solchen Einstellung das Eingangssignal wird, desto leiser wird das Ausgangssignal perfekt für abgefahrene Kompressionseffekte. Um die teilweise extreme Zerstörung in den Griff zu bekommen, bietet sich der Einsatz des Gain Reduction Limiters an. Dieses besondere Feature des mpressors mag in der Theorie vielleicht ein wenig komplex erscheinen. Daher am besten gleich einmal mit ein paar Schlagzeug-Samples ausprobieren, und schon wird alles klar... db Verschiedene Ratios inkl. negativen Werten db funktionen - ratio 12

NIVEAU FILTER funktionen Dieses Filter eignet sich besonders für nuancierte Veränderungen des tonalen Charakters. Seine Hauptaufgabe ist die Veränderung des Verhältnisses zwischen hohen und tiefen Frequenzen. Die Funktionsweise gleicht einer Waage: Um eine einstellbare Centerfrequenz herum werden je nach EQ Gain-Einstellung die hohen Frequenzen verstärkt und die tiefen Anteile gleichzeitig abgesenkt (oder umgekehrt). In den extremen Einstellungen des EQ Gain- Reglers verändert sich die Charakteristik in ein Hoch- bzw. Tiefpassfilter. db EQ Gain zwischen 0 und Hi-Position @ 500 Hz Hz db EQ Gain zwischen 0 und Lo-Position @ 1.5 khz Hz funktionen - niveau filter 13

GAIN REDUCTION LIMITER funktionen Eine Spezialität des mpressors ist der Gain Reduction Limiter. Dieser liegt nicht etwa wie sonst üblich im Audiopfad, sondern im Regelweg des Kompressors. Der Effekt: Egal, wie hoch der Pegel des Eingangssignals ist ab der mit dem GR Limit-Regler eingestellten Schwelle findet keine stärkere Kompression mehr statt. db db Laute Stellen im Mix können ihre Dynamik behalten, und auch Effekte sind möglich, indem nur die leisen Signale lauter gemacht werden, ohne die eigentliche Dynamik zu verändern. sek Kompressionsverlauf bei verschiedenen GRL-Einstellungen Ratio bei verschiedenen GRL-Einstellungen db funktionen - gain reduction limiter 14

GAIN funktionen Der Gain-Regler gleicht den Unterschied zwischen dem komprimierten und damit leiseren und dem Originalsignal aus. Auch hier bietet der mpressor wieder eine Besonderheit: Je mehr Pegel mit diesem Regler eingestellt wird, desto mehr Harmonische werden produziert. Diese Funktion befindet sich direkt in der Eingangsstufe, wodurch die zusätzlichen Harmonischen das komplette Plugin durchlaufen. Das Diagramm auf der rechten Seite zeigt das Sättigungsverhalten des mpressors bei steigenden Pegeln. Es wird deutlich, wie die ursprüngliche Sinuswelle kantiger wird und stärker in Richtung Rechtecksignal geht. Die dadurch entstehenden Harmonischen erzeugen ein volleres Klangbild. Wenn das Signal möglichst clean bleiben soll, ist von hohen Gain-Einstellungen mit dem mpressor abzuraten. Anstelle dessen sollte ein einfaches Gain-Plugin der Host-Software verwendet werden. Wenn aber zusätzliche Harmonische genau ins Konzept passen, kann man einen hohen Gain-Wert mit dem mpressor einstellen und den Gesamtpegel wiederum mit einem Gain-Plugin zurücknehmen. V sek Sättigungs-Charakteristik bei unterschiedlichen Pegeln funktionen - gain 15

LINK MONO ACTIVE funktionen LINK Im Link-Modus verwendet der mpressor die Signale aus dem linken und rechten Kanal, um daraus eine gemeinsame virtuelle Steuerspannung für beide Kanäle zu erzeugen (also ein echter Stereokompressor). Wenn der Link-Modus nicht aktiv ist, kann man sich das Plugin als Dual Mono Kompressor vorstellen, das verschiedene virtuelle Steuerspannungen bei gleichen Regler-Einstellungen erzeugt. Aber welchen Sinn macht das? Die Antwort liegt darin, dass ein Stereokompressor im ungelinkten Modus unter Umständen lebendiger klingen kann. Das liegt dann daran, dass die beiden Kanäle zwar mit den gleichen Einstellungen, aber auf der Grundlage unterschiedlicher Signale komprimiert werden. MONO In einer Monospur steht die Link-Funktion natürlich nicht zur Verfügung: ACTIVE Hinter diesem Knopf verbirgt sich kein großes Geheimnis: er schaltet den mpressor in den Signalweg (weiße LED leuchtet) oder in den Bypass (LED aus). Übrigens: Bei einem Hardware mpressor ist die Gain Reduction-Anzeige auch im Bypass aktiv. Aus technischen Gründen ist das bei der Software nicht der Fall. funktionen - link mono active 16

STANDARD COMPRESSION einstellungen * * Durch die gute Abstimmung seiner Parameter eignet sich der mpressor hervorragend für viele Standard-Anwendungen im Studioalltag. Für die normale Kompression von Gesang, Chören, Gitarre, Schlagzeug, Keyboard etc. bieten sich die oben abgebildeten Einstellungen als Ausgangsposition an. Moderate Ratios von 1:2 bis 1:5 und Release- Zeiten um die 300 ms bieten eine gute Basis für weitere Variationen der Parameter. Mit dem Threshold-Regler wird dann die gewünschte Gain Reduction eingestellt. Mach dir dabei bewusst, dass der mpressor auf einer Hard Knee-Kennlinie basiert. Wenn subtile Kompressionsergebnisse gewünscht werden, sollten demnach auch moderate Einstellungen verwendet werden. Je nach Grundmaterial können auch der EQ und der Gain Reduction Limiter sehr gewinnbringend eingesetzt werden. Es lohnt sich also, diesen interessanten Features des mpressors ein wenig Zeit zu widmen, um ihre Wirkung genauer kennen zu lernen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass der mpressor eine sehr weite Spanne an möglichen Einstellungen hat. Krasse Settings mit z.b. extrem schnellen Attackzeiten und/oder negativen Ratios erzeugen entsprechend krasse Ergebnisse! Das klingt natürlich in vielen Fällen sehr interessant, ist aber bestimmt nicht immer gewünscht. Der mpressor setzt deine Einstellungen wirklich 1:1 um eine Tatsache, an die man sich vielleicht ein wenig gewöhnen muss ;-) * Alle hier vorgeschlagenen Einstellungen müssen an das jeweilige Material angepasst werden insbesondere Threshold und Ratio! einstellungen - standard compression 17

BIG DRUMS einstellungen Hier wird ein kompletter Schlagzeug-Mix mit dem mpressor bearbeitet. Die Attack-Zeit bestimmt, wie stark die Transienten zu hören sind. Bei kurzen Einstellungen werden nur die ersten Millisekunden betont; bei längeren Zeiten wird immer mehr das originale Verhalten hörbar. Mit dem Release-Regler kann nun die Lautheit eingestellt werden (je kürzer desto lauter), und mit längeren Einstellungen lässt sich darüber hinaus auch der Groove des Tracks beeinflussen. Bei hohen Ratio-Werten wird der Effekt immer extremer. Zusätzlich könnte noch der GR Limiter eingesetzt werden, um bei sehr dynamischen Drums die maximale Reduktion zu begrenzen. Das Schlagzeug klingt dann sehr druckvoll; mit schönen Attacks, die sich gut durchsetzen. Zusätzlich entsteht ein erhöhter Raumanteil, der das Ganze sehr laut und voll klingen lässt. Von unseren Hardware-Kunden haben wir zum mpressor viel positives Feedback bekommen, aber ein Kommentar taucht beinahe jedes mal auf: The mpressor is killer on drums! Dem können wir nur zustimmen. Also einfach mal ein paar besonders gute Drum-Samples heraussuchen und diese durch den Kompressor schicken. Dabei geht es nicht nur um die Kompression allein, sondern auch um Räumlichkeit, Transienten und Klangstruktur... All das lässt sich mit dem mpressor auf interessante Weise beeinflussen unbedingt ausprobieren! einstellungen - big drums 18

SMASHED DRUMS einstellungen Soll ein Schlagzeug extrem komprimiert und laut klingen, kann mit dieser Einstellung beinahe das gesamte Signal limitiert werden es bleibt kaum noch Dynamik übrig. Die Auto Fast-Funktion für den Attack-Parameter lässt den mpressor schnell, aber verzerrungsarm arbeiten, und schnelle Release-Zeiten von 50 ms sind für die Lautheit verantwortlich. Der Ratio-Regler steht auf 1:10, was den mpressor als eine Art schneller Brickwall-Limiter arbeiten lässt. Mit dieser Einstellung klingt das Schlagzeug wie mit Raum-Mikrofonen aufgenommen: wenig Transienten, viel Raumanteil sowie ausklingende Toms und Becken. Wenn man hiermit ein wenig experimentiert, stellt man schnell fest, dass sich der mpressor auch als eine andere Art von Hallprozessor einsetzen lässt. Übrigens, keine Angst vor extremen Einstellungen! Mit der folgenden Maßnahme bleibt alles unter Kontrolle: Sende das komprimierte Signal auf einen separaten Bus und mische diesen nach Bedarf zum Original. Das Resultat ist die typische Parallel- Kompression, die sich für genau diesen Einsatz einer großen Beliebtheit erfreut. Denke daran, dass höhere Einstellungen des Gain-Reglers zusätzliche Harmonische erzeugen, die ebenfalls zu einem starken Sound beitragen können. Falls du einen Stereotrack bearbeitest, kann es durchaus sinnvoll sein, die Link-Funktion versuchsweise zu deaktivieren. Der linke und der rechte Kanal werden dann nicht mehr exakt gleich komprimiert, was neues Leben in einen heftig komprimierten Track bringen kann. einstellungen - smashed drums 19

REVERSE SOUNDS einstellungen Jetzt wird es spannend! Durch die negativen Ratios sind mit dem mpressor auch sehr abgefahrene Effekte möglich: Signale klingen wie rückwärts herum abgespielt und werden im Verlauf lauter. Sehr laute Eingangs-Signale werden sehr leise gemacht und erzeugen dadurch den Rückwärtseffekt. Dabei wird die Auto Fast-Funktion für den Attack-Parameter genutzt, um den Regelvorgang schnell und verzerrungsfrei auszuführen. Die Position des Release-Reglers bestimmt, mit welcher Charakteristik der Sound lauter wird. Zusätzlich sollte auch einmal der Anti Log-Modus ausprobiert werden, durch den der Rückwärtseffekt noch stärker wird. Hierbei ist ein guter Abgleich zwischen Threshold, Release und Ratio nötig. Oft geht die Gain Reduction bei solchen Einstellungen über Werte von 20 db hinaus, wodurch entsprechend hohe Einstellungen des Gain-Reglers notwendig werden. Hier zeigt sich wieder, dass der mpressor nicht nur als reines Dynamikwerkzeug, tsondern auch als vielfältiges Effektgerät überzeugt. Probiere die vorgeschlagenen Einstellungen einmal mit Percussion oder einem Slap Bass aus hättest du solche Ergebnisse erwartet? Der mpressor ist also auch perfekt dazu geeignet, Samples so richtig durch die Magel zu drehen. Nun noch Modulation, Verzerrung und Delay nach Geschmack hinzufügen fertig! einstellungen - reverse sounds 20

TRANSIENT ENHANCER einstellungen Eine besondere Anwendung ist die Betonung von Transienten zu Beginn eines Tones, Akkordes etc. Dabei kommt dem Gain Reduction Limiter eine besondere Bedeutung zu. Bei den eingestellten Parametern handelt es sich um eine eher starke Kompression mit schnelleren Release-Zeiten und sogar negativen Ratios. Ohne den Limiter würde das Signal zu stark komprimiert werden; 10 bis 15 db an Gain Reduction wären dann keine Seltenheit. Nun kommt aber der Limiter ins Spiel, indem er die Reduktion auf z.b. 6 db begrenzt. Wird nun der Gain-Regler auch auf 6 db gestellt, wird das Signal am Beginn um 6 db verstärkt und im weiteren Verlauf auf 0 db gehalten. Eine so bearbeitete Orgel zum Beispiel klingt knackiger, weil die Attacks nun betont werden. Und egal, ob nur eine Taste oder ein ganzer Akkord gespielt wird: Die Lautstärke am Ausgang bleibt immer gleich, wodurch das Resultat nicht nach typischer Kompression klingt. Dieses Beispiel zeigt, dass der mpressor einen starken Einfluss auf die komplette Hüllkurve eines Signals ausüben kann. Nimm dir ein wenig Zeit, um die Auswirkungen der einzelnen Parameter zu verstehen, und schon kannst du den mpressor nicht nur als Kompressor, sondern auch als Envelope Shaper einsetzen. Und wenn die Hüllkurve erst mal stimmt, kann der Niveau Filter dem bearbeiteten Signal anschließend noch das gewisse Etwas verleihen... einstellungen - transient enhancer 21

GROOVE DUCKING einstellungen Mit dem externen Sidechain kann man gezielt sehr groovige Effekte erzielen. Man hört diesen Effekt immer wieder in zahlreichen Produktionen, ohne sich manchmal so richtig darüber bewusst zu sein (manchmal ist es allerdings kaum zu überhören ;-) In diesem Beispiel wird der Sidechain von einem rhythmischen Signal wie z.b. einer 4/4tel Bass Drum angesteuert. Im Audiopfad können dann beliebige Sounds anliegen, die im Rhythmus der Bass Drum reduziert werden und im Takt grooven. Speziell mit dem Release-Parameter lässt sich das Timing an das Song-Tempo anpassen, wobei der Anti Log-Modus sehr interessante Variationen bietet. Wird z.b. eine 16tel HiHat auf diese Weise bearbeitet, bekommt diese einen schön lebendigen Groove. Auch Bass-Sounds können so stärker betont werden, da durch das Ducking mehr Platz im Mix entsteht und der Fokus stärker auf der 4/4tel Bass Drum liegt. Ist der mpressor in einer Subguppe der Host- Software aktiv, lassen sich auch Gruppen von verschiedenen Sounds durch den externen Sidechain triggern. Die kreativen Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt. Die Kompression kann mit oder gegen den Takt laufen, was natürlich im laufenden Betrieb verändert werden kann. Einzelnen Instrumenten wird passend zum Rhythmus mehr Platz im Mix verschafft. Statische Sounds klingen auf einmal lebendig und richtig interessant! einstellungen - groove ducking 22

NEGATIVE GATING einstellungen Eine interessante Variante des Groove Duckings ist das Negative Gating, bei dem schnellere Release-Zeiten und auch der Anti Log-Modus benötigt werden. Auch höhere Ratios sind hierbei typisch. Liegt als Triggersignal z.b. eine Bass Drum im Sidechain an, so zieht der Kompressor das anliegende Audiosignal sehr weit herunter und macht dabei Pegel-Reduktionen von bis zu 30 und 40 db. Ist das Triggersignal dann ausgeklungen, wird die Gain Reduction durch die Anti Log-Funktion für einen Moment gehalten und schnellt dann rapide wieder zurück. Durch diese spezielle Hüllkurve wirkt der Effekt beinahe wie ein Gate allerdings mit dem Unterschied, dass das Signal leiser gemacht und nicht vollständig ausgeblendet wird. Dabei sollte man beachten, dass das Triggersignal einen gleichmäßigen Anschlag und Pegel hat, damit der Effekt möglichst konstant bleibt. Solche extremen Einstellungen eignen sich natürlich nicht für normale Kompressionsaufgaben. Auf der Suche nach spannenden rhythmischen Effekten wird man beim Negative Gating jedoch bestimmt fündig. einstellungen - negative gating 23

DUCKING FX einstellungen Wird der mpressor zusammen mit einem Effektgerät wie Reverb, Delay oder Chorus benutzt, so ergeben sich sehr spannende Resultate. Das Besondere dabei ist, dass die Kompression erst nach dem Effekt erfolgt. Der extrene Sidechain hingegen wird mit dem originalen, trockenen Signal gespeist, welches auch am Eingang des Effektgeräts anliegt. Wird z.b. ein Schlagzeug mit einem Hall versehen, kann der Nachhall extrem stark komprimiert werden, wobei dieser dann bei sehr lauten Stellen zunächst fast komplett verschwindet. Es klingt anders, als wenn der Nachhall ohne den Einsatz des externen Sidechain-Eingangs komprimiert würde, weil er nun von der Dynamik des ursprünglichen Signals abhängig ist. Auch ein E-Piano, welches mit Chorus und Delay bearbeitet wird, profitiert davon: Wenn das Piano ausklingt, wird der Chorus/Delay-Effekt immer lauter. Wichtig ist, dass die Effektgeräte alle nur das reine Effektsignal (100 % wet) ausgeben und parallel zum trockenen Signal hinzugemischt werden. Wenn noch nicht ganz klar ist, worum es hierbei genau geht, kann man sich das Ganze auch wie eine Automation des Effektkanals vorstellen dieses Mal jedoch nicht von einem Fader gesteuert, sondern durch eine vom mpressor gesteuerte Rhythmusautomatik mit den eingestellten Werten als Basis. Schon aufgrund des Spaßfaktors solltest du diese Anwendung unbedingt einmal ausprobiert haben! einstellungen - ducking fx 24

DISTORTED COMPRESSION einstellungen Durch das Einstellen von sehr schnellen Zeitkonstanten lässt sich der mpressor auch dazu missbrauchen, speziell verzerrte Sounds zu produzieren. Dabei wird der Attack-Regler auf sein Minimum von 0,01 ms gestellt, und die Release- Zeit liegt ebenfalls beim schnellsten Wert von 5,0 ms. Damit wird der Kompressor so schnell, dass fast jede einzelne Wellenform separat komprimiert und verbogen wird. Das Ergebnis klingt wie ein Verzerrer, allerdings ohne den sonst so lästigen Nachteil, dass das Grundrauschen des Eingangs-Signals verstärkt wird. Der Effekt kann durch einen hohen Gain-Wert und die dadurch gesteigerte THD (Total Harmonic Distortion) noch zusätzlich verstärkt werden. Wenn dadurch jedoch ein zu großer Ausgangspegel entsteht, kann dieser mit einem einfachen Gain-Plugin der Hostsoftware wieder auf ein normales Niveau zurückgefahren werden. Setzt man nun noch das Niveau-Filter als Low Pass ein, klingt das Ganze wunderbar nach LoFi. Insbesondere Bass und Schlagzeug sind ideal für die Bearbeitung durch diese Art der Verzerrung geeignet. Diese charakteristischen Sounds eignen sich insbesondere für Ambient, Trip Hop und elektronische Musik überhaupt. einstellungen - distorted compression 25

DELAY LOOPS einstellungen Delay und Kompressor im Loop macht das überhaupt Sinn? Und ob, denn diese Schleifen sind eine wahre Fundgrube für abgefahrene Sounds! Dazu wird zunächst ein AUX Bus (sagen wir AUX 1) auf den Eingang des mpressors gelegt. Der Aussgang des mpressors wird an den Eingang eines nachfolgenden Delays gesendet. Das Delay muss auf 100 % wet eingestellt sein, damit der Ausgang nur das reine Effektsignal ausgibt. Genau dieser Ausgang des Delays wird nun abgehört gleichzeitig auch nach AUX 1 geroutet! Jetzt senden wir ein beliebiges Signal nach AUX 1. Wird der Gain-Regler des Kompressors so eingestellt, dass jede Wiederholung des Delays zunächst immer lauter wird, entsteht schließlich eine durch den Kompressor stabil gehaltene Feedback-Schleife. Wird nun das Niveau-Filter genutzt, um den Frequenzgang zu verbiegen, entstehen sehr noisige, pumpende und atmende Loops, die sich dauernd verändern. Bei sehr kurzen Delay-Zeiten von 5 bis 30 ms sind auch oszillierende Töne möglich, die ähnlich wie ein Synthesizer klingen. Dreht man nun an den Reglern des Niveau-Filters, wird bei jeder Wiederholung des Delays der Frequenzgang neu verschoben. Wenn Feedback-Loops nichts Neues für dich sind, wirst du mit diesem Setup keine großen Schwierigkeiten haben. Wenn es jedoch am Anfang Probleme bereitet, gib nicht auf: Man muss ein wenig experimentieren, bis es richtig läuft. Die Soundbeispiele auf unserer Website vermitteln einen ersten Eindruck, wie so etwas klingt und was man damit tun kann. einstellungen - delay loops 26

FREQUENCY COMPRESSION einstellungen Durch den externen Sidechain ist auch eine frequenzselektive Kompression möglich. Dabei reagiert der Kompressor je nach Einstellung gezielt stärker oder schwächer auf bestimmte Frequenzbereiche. Eine der typischsten Anwendungen dieser Technik ist das De-essing. Dabei wird das Eingangssignal vor dem mpressor parallel abgezweigt und in einen Equalizer geschickt, wo die S-Laute stark angehoben und alle anderen Frequenzbereiche abgesenkt werden. Dieses bearbeitete Signal wird dann in den externen Sidechain des Kompressors eingespeist, worauf dieser nur noch auf starke S-Laute im Signal reagiert. Je nach Einstellung des EQs lassen sich auch Kombinationen von normaler Kompression und De-essing einsetzen, wenn lediglich die Frequenzen der S-Laute angehoben werden. Eine andere Anwendung ist das Absenken des Bassbereichs, so dass laute und tiefe Bässe die Kompression nicht mehr so stark dominieren und dadurch eine insgesamt höhere Lautheit erzielt wird. Wenn ein Mix viel Energie und starke Impulse in den tiefen Frequenzen aufweist, kommt es häufig zu folgendem Problem: Der Mix pumpt, weil die Kompression des kompletten Mixes zu stark durch den Bassbereich gesteuert wird. Diese und ähnliche Probleme lassen sich mit frequenzselektiver Kompression in der Regel effektiv aus dem Weg räumen. einstellungen - frequency compression 27

MIX BUSS einstellungen Auch beim Einsatz als hochwertiger Mix Buss- Kompressor kann sich der mpressor bewähren insbesondere, wenn es um die heftigeren Musikrichtungen wie Rock und Elektronik geht. Einige Hardware-User setzen den mpressor sogar für Mastering-Anwendungen ein. Hierbei sollte allerdings immer bedacht werden, dass der mpressor eine Hard Knee-Kennlinie hat und der Gain-Regler zusätzliche THD generiert. Wenn also eher unauffällige Resultate gewünscht werden, sind entsprechend vorsichtige Einstellungen die wichtigste Voraussetzung. Wird der mpressor schon zu Beginn einer Mischung eingesetzt, wird man seinen Mix automatisch an den dadurch entstehenden Sound anpassen. So werden die einzelnen Lautstärkeverhältnisse von vornherein optimal auf den aktiven Kompressor abgestimmt. Besonders dann, wenn sich der gesamte Grundsound vom Standard anderer Produktionen abheben soll, macht diese Vorgehensweise Sinn. Soll zum Beispiel ein Track sehr pumpend und groovend klingen, werden die Drums lauter als normal abgemischt, so dass diese die Kompression dominieren. Alle anderen, leiser gemischten Instrumente grooven dann in Abhängigkeit mit den Drums und werden dadurch sehr lebendig. Von hier an möchten wir dich ermutigen, in allen nur erdenklichen Weisen mit dem mpressor zu experimentieren. Es gibt viele interessante Möglichkeiten und spannende Sounds zu entdecken. Wir wünschen dir viel Spaß dabei! einstellungen - mix buss 28

KONTAKt informationen Solltest du Fragen haben oder individuellen Rat benötigen, lass es uns bitte wissen. Wir werden uns umgehend um dein Anliegen kümmern. In der Zeit zwischen 10:00 und 18:00 Uhr MEZ (09:00 und 17:00 Uhr UTC/GMT) sind wir telefonisch erreichbar. Und natürlich per Email! elysia GmbH Ringstraße 82 41334 Nettetal Deutschland Tel: +49 2157 126040 Fax: +49 2157 126312 info@elysia.de www.elysia.de Geschäftsführer: Ruben Tilgner & Dominik Klaßen Registergericht: Krefeld, Deutschland Registernummer: HRB 10987 UStID: DE247353545 WEEE ID: DE94572736 Die Informationen in diesem Dokument können sich jederzeit ohne weitere Vorankündigung ändern und stellen in keiner Weise eine Verpflichtung von Seiten des Herstellers dar. In Bezug auf Qualität, Eignung oder Aussagekraft für einen bestimmten Einsatz dieses Dokuments werden keinerlei direkte oder indirekte Garantien gegeben. Der Hersteller behält sich das Recht vor, den Inhalt dieses Dokuments und der zugehörigen Produkte jeder Zeit zu ändern, ohne zu einer Benachrichtigung verpflichtet zu sein. In keinem Fall haftet der Hersteller für Schäden jedweder Art, die aus dem Einsatz, oder der Unfähigkeit, dieses Produkts oder die Dokumentation einsetzen zu können, erwachsen. Dieses Dokument enthält Informationen, die dem Urheberrecht unterliegen. Alle Rechte, technische Änderungen und Druckfehler vorbehalten. Kein Teil oder Auszug dieses Handbuchs darf kopiert oder gesendet werden, in irgendeiner Form oder für irgendeinen Zweck, ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Urheberrechtsinhabers. elysia und mpressor sind eingetragene Marken der elysia GmbH. Weitere Produkt- und Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Dokument genannt werden, dienen ausschließlich dem Zweck der Identifikation und sind Eigentum der jeweiligen Besitzer. informationen - kontakt 29

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