MERKBLATT ÜBER GRENZABSTÄNDE

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Transkript:

28. März 2012 MERKBLATT ÜBER GRENZABSTÄNDE FÜR GRÜNHECKEN, BÄUME UND ÜBRIGE EINFRIEDUNGEN Grünhecken und Bäume A) Gesetzliche Grundlage Die Grenzabstände für Grünhecken und Bäume sind im kantonalen Einführungsgesetz zum Zivilgesetzbuch (EG ZGB) in den 128-134 (C. Nachbarrecht) geregelt. Es handelt sich also um Privatrecht. B) Zuständigkeit bei Reklamationen betreffend ungenügenden Abständen Da es sich bei Grenzabständen für Bäume und Grünhecken nicht um öffentlich-rechtliche, sondern um zivilrechtliche Vorschriften handelt, ist weder die Abteilung der noch die Baudirektion des Kantons für deren Vollzug zuständig. Ist eine gütliche Regelung zwischen den betreffenden Nachbarn nicht möglich, können folgende weitere Schritte erwogen werden: a) Eingeschriebener Brief an den Eigentümer der Nachbarparzelle mit dem Hinweis darauf, dass die Abstände gemäss Gesetz nicht eingehalten sind und mit der Bitte, den ungesetzlichen Zustand innert Frist zu beenden. b) Eventuell Erkundigung hinsichtlich des weiteren Vorgehens bei der unentgeltlichen Rechtsauskunft des Bezirksgerichtes Liestal, Tel. 061 552 57 94. c) Falls der fehlbare Nachbar nichts unternimmt, ist der nächste Schritt der Einigungsversuch beim Friedensrichter. Dieser kann schriftlich oder mündlich kontaktiert werden (www.bl.ch). d) Wenn keine Einigung zustande kommt, ist eine Klage auf Beseitigung bzw. Zurücksetzung der Bäume oder Grünhecken beim Bezirksgericht Liestal einzureichen. Eine solche Klage muss gemäss 133 Absatz 2 des Einführungsgesetzes zum ZGB innerhalb von 10 Jahren seit der Pflanzung eingereicht werden. Grammontstrasse 1 4415 Lausen Tel. 061 926 92 77 Fax 061 926 92 61 bau-unterhalt@lausen.bl.ch www.lausen.ch

C) Vorgehen zwischen Nachbarn Ohne anders lautende Absprache der betroffenen Eigentümer gelten folgende gesetzliche Abstände: a) Grünhecken b) Zwergobstbäume und andere Gartenbäume, Ziersträucher, kleine Zierbäume und Reben c) Einzelne Waldbäume und grosse Zierbäume (Pappeln, Kastanien, Nussbäume etc.) d) Obstbäume (Äpfel, Birnen, Kirschen etc.) Nicht näher als 60 cm von der Grenze und nicht höher als ihre dreifache Distanz von derselben. Nicht näher als 50 cm an die Nachbargrenze. Auf öffentlichen Plätzen und in Gartenanlagen um Wohnhäuser nicht näher als 6 m. In offenem Land und gegenüber Reben nicht näher als 6 m, in offenen Baumgärten und Pflanzplätzen nicht näher als 2 m.

Übrige Einfriedungen (Stützmauern, Gartenzäune etc.) A) Gesetzliche Grundlage Für die übrigen Einfriedungen (nicht Grünhecken) gelten die 92, 93 und 99 (siehe Anhang) des kantonalen Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG). Für Einfriedungen (Gartenzäune) entlang Gemeindestrassen muss beim Gemeinderat ein Einfriedungsgesuch eingereicht werden. Hier handelt es sich um öffentliches Recht. B) Bewilligungserfordernis in der 1. Gemäss 92 der Verordnung zum kantonalen Raumplanungs- und Baugesetz (RBV) wurde die Bewilligung für Einfriedungen innerhalb des Baugebietes an die Gemeinden delegiert. 2. Gemäss 22 des Strassenreglements der sind Einfriedungen längs Verkehrsanlagen der Bewilligungspflicht unterstellt. 3. Damit eine Einfriedung bewilligt werden kann, sind folgende Vorschriften zu beachten: - Einfriedungen dürfen das Mass von 1.20 m ab Strassen- oder Trottoirhöhe nicht übersteigen. - Höhere Einfriedungen müssen um das doppelte Mass ihrer Überhöhung zurückversetzt werden (Beispiel: Höhe 1.50 m: gesetzlicher Abstand = 2 x 30 cm = 60 cm). - Sind Stützmauern vorhanden, so gilt die Höhe von 1.20 m inkl. Stützmauer. - Einfriedungen dürfen die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen und die Übersicht nicht behindern. - Türen und Tore dürfen nur gegen die Strasse hin aufgehen, wenn sie in geöffnetem Zustand nicht in deren Profil hineinragen. - Bei Hydrantenanlagen muss die Einfriedung so ausgeführt werden, dass ein problemloses Bedienen derselben gewährleistet ist. 4. Wo Strassenlinien festgelegt sind, dürfen Einfriedungen nicht vor dieser Linie errichtet werden. Ist keine Strassenlinie festgelegt, gilt der Strassenrand als Strassenlinie. C) Vorgehen zwischen Nachbarn Gegenüber den Nachbarn dürfen Einfriedungen, welche die Höhe von 1.20 m nicht übersteigen, an die Grenze oder mit schriftlicher Zustimmung auf die Grenze gestellt werden. Die Höhe von Einfriedungen wird vom tiefer liegenden Grundstück aus gemessen. Im Übrigen wird auf 92 RBG verwiesen. Diese Einfriedungen sind nicht bewilligungspflichtig. Dieses Auskunftsblatt erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist ein Hilfsmittel mit dem Ziel, den Interessenten die gesetzlichen Grundlagen, die geltenden Grenzabstände und Lösungsmöglichkeiten bei Auseinandersetzungen aufzuzeigen.

ANHANG ZUM MERKBLATT Grenzabstände für Grünhecken, Bäume und übrige Einfriedungen Gesetzliche Grundlagen Einführungsgesetz zum ZGB (Privatrecht)/ In Kraft seit 1. August 2007 130 Einfriedungen 1 Grünhecken dürfen gegen den Willen der nachbarlichen Grundeigentümerschaft nicht näher als sechzig Zentimeter von der Grenze und nicht höher als ihre dreifache Distanz von derselben gehalten werden. 2 Für andere Einfriedungen gelten die Bestimmungen des Raumplanungs- und Baugesetzes vom 8. Januar 1998 (RBG). 131 Pflanzen 1 Zwergobstbäume, andere Gartenbäume, Ziersträucher, kleine Zierbäume sowie Reben dürfen nicht näher als einen halben Meter von der Nachbargrenze entfernt gepflanzt werden. 2 Einzelne Waldbäume, grosse Zierbäume (wie Pappeln, Kastanienbäume und dergleichen), sowie Nussbäume dürfen auf öffentlichen Plätzen und in privaten Gartenanlagen um Wohnhäuser nicht näher als sechs Meter von der Nachbargrenze entfernt gepflanzt werden. 3 Obstbäume (Äpfel, Birnen, Kirschen usw.) dürfen in offenem Land und gegenüber Reben nicht näher als sechs Meter, in offenen Baumgärten und Pflanzplätzen nicht näher als zwei Meter von der Nachbargrenze entfernt gepflanzt werden. 4 Überragende Äste und eindringende Wurzeln fruchttragender Bäume hat die Nachbarschaft, soweit sie dadurch in der Benützung ihres Landes nicht gehindert wird, zu dulden. Sie hat aber ein Recht auf die an den überragenden Ästen wachsenden Früchte (Anries). 132 Wald 1 Soweit Wald an Wald grenzt, ist die Marchlinie auf einen halben Meter nach jeder Seite hin offen zu halten. Dieser Abstand gilt auch für Neuanpflanzungen von Wald gegenüber bestehendem Wald einer anderen Eigentümerschaft. 2 Soweit Wald an Kulturland grenzt, ist für neue Waldanlagen auf bisher landwirtschaftlich genutztem Boden ein Abstand von sechs Metern von den Nachbargrundstücken, gegenüber Reben ein solcher von zehn Metern einzuhalten. 133 Abweichende Vereinbarungen, Klage auf Beseitigung 1 Im Einverständnis mit der Nachbarschaft kann von den Abstandsvorschriften gemäss 130 und 131 dieses Gesetzes abgewichen werden. Diese Vereinbarungen bedürfen zur Gültigkeit der öffentlichen Beurkundung und der Eintragung als Dienstbarkeit im Grundbuch. 2 Klagen auf Beseitigung bzw. Zurücksetzung von neu gepflanzten Bäumen können nur während zehn Jahren seit der Pflanzung angehoben werden.

134 Bäume längs öffentlicher Strassen und Plätze 1 Gegenüber Kantons- und Gemeindestrassen soll die Entfernung der Bäume vier Meter vom Strassenrand betragen; Ausnahmen können durch die Bau- und Umweltschutzdirektion bzw. durch den Gemeinderat gestattet werden. Der Strassenverkehr darf in keiner Weise beeinträchtigt werden. 2 Kanton und Gemeinden sind berechtigt, öffentlichen Strassen und Plätzen entlang Bäume zu pflanzen, auch wenn die in 131 und 132 dieses Gesetzes vorgeschriebenen Abstände von den Nachbargrundstücken nicht vorhanden sind. (Die Höhe der Grünhecken wird gemäss geltender Praxis der Bezirksgerichte unmittelbar beim Standort der betreffenden Pflanze gemessen, unabhängig davon, ob es sich um gewachsenes oder aufgeschüttetes Terrain handelt.)

Kantonales Baugesetz (Öffentliches Recht) / In Kraft seit 1. Januar 1999 92 Stützmauern und Einfriedungen 1 Stützmauern und Einfriedungen, welche die Höhe von 1,2 m nicht übersteigen, dürfen an die Grenze oder mit schriftlicher Zustimmung der Nachbarschaft halbscheidig auf die Grenze gestellt werden. 2 Ohne schriftliche Zustimmung der Nachbarschaft müssen höhere Stützmauern und Einfriedungen um das doppelte Mass ihrer Überhöhung von der Grenze zurückgestellt werden. 3 Für Stützmauern und Einfriedungen, die keinen Durchblick gewähren und die Höhe von 2,5m überschreiten, gelten die Abstandsvorschriften zwischen Nachbargundstücken. 4 Die Höhe der Stützmauern und Einfriedungen wird vom tiefer liegenden Terrain gemessen. 5 Für Grünhecken gelten die Vorschriften des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch. 93 Abgrabungen und Aufschüttungen 1 Abgrabungen und Aufschüttungen, die nicht durch eine Stützmauer gesichert sind, dürfen das Nachbargrundstück nicht unzumutbar beeinträchtigen und müssen einen Abstand von 0,6 m zur Grenze einhalten. Mit schriftlicher Zustimmung der Nachbarschaft kann von dieser Abstandsvorschrift abgewichen werden. 2 Stützmauern, steile Böschungen und sonstige bauliche Anlagen, bei denen eine Absturzgefahr besteht, sind mit den notwendigen Abschrankungen zu versehen. Diese unterliegen nicht den Abstandsvorschriften. 99 Stützmauern, Einfriedungen, Abgrabungen und Aufschüttungen im Bereich von Verkehrsflächen 1 Stützmauern, Einfriedungen, Abgrabungen und Aufschüttungen entlang von Verkehrsflächen unterliegen den Abstandsvorschriften zwischen Nachbargrundstücken. 2 Massgebend ist die Strassenlinie oder, wo keine festgelegt ist, die Grundstücksgrenze. 3 Wo Strassenlinien festgelegt sind, dürfen Stützmauern, Einfriedungen, Abgrabungen und Aufschüttungen nicht vor dieser Linie errichtet werden. 4 Stützmauern, Einfriedungen, Abgrabungen und Aufschüttungen für den öffentlichen Strassen- und Wasserbau unterliegen nicht den Abstandsvorschriften dieses Gesetzes. Dies gilt auch für Stützmauern, Aufschüttungen und Anlagen Privater, die nachweisbar dem Lärmschutz (Lärmschutzwände) dienen. Der Regierungsrat regelt in der Verordnung die Voraussetzungen, die in diesem Falle lärmschutzmässig erfüllt sein müssen. Grenzabstände, Stützmauern, Fundamente, Abgrabungen, Aufschüttungen Gemäss 57 der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz gelten für zustimmungsbedürftige bauliche Vorkehrungen wie Stützmauern, Fundamente, Abgrabungen und Aufschüttungen ( 92 Absätze 1 und 2, 1 93 Absatz 1 RBG) folgende Bestimmungen: 1 Stützmauern, Fundamente, Abgrabungen und Aufschüttungen dürfen mit schriftlicher Zustimmung des Nachbarn beliebig nahe an die Grenze gestellt werden. 2 Stimmt ein Nachbar einem geringeren Grenzabstand zu, erhält er gleichzeitig das Recht, eine gleiche Baute mit demselben Grenzabstand an der gegenüberliegenden Seite auf seiner Parzelle zu errichten. 3 Für Nebenbauten im Sinne dieser Bestimmung, die nachweislich während mindestens drei Jahren ohne Zustimmung des Nachbarn unbeanstandet bestehen, gilt die Zustimmung als stillschweigend erteilt. Dies gilt auch für andere zustimmungsbedürftige bauliche Vorkehrungen wie Stützmauern, Fundamente, Abgrabungen und Aufschüttungen ( 92 Absätze 1 und 2, 193 Absatz 1 RBG). 4 Der Grenzabstand von Schwimmbassins darf ohne schriftliche Zustimmung der Nachbarschaft nicht weniger als 2 m betragen.