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Kampfregeln 2014 2016

Inhalt 1. Technische Bewertung Ippon Yuko Landung in der Brücke 2. Strafen Allgemein Shido Hansoku-Make 3. Osaekomi, Kansetsu-Waza und Shime-Waza 4. Die Verbeugung 5. Dauer der Wettkämpfe 6. Kampfrichter und Außenrichter Textquelle: IJF, Ljubljana 28.10.2013, Übersetzung aus dem Englischen von Stephan Bode Bildquelle: IJF-Veröffentlichung vom 04.11.2013 Text in Rot: Neue Regeln oder neue Regelinterprätation gegenüber IJF Testing Rules 2013 zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 2

1. Technische Bewertung Ippon Um dem Ippon mehr Wert zu geben und nur Techniken mit einem wirklichen Aufschlag auf dem Rücken zu berücksichtigen. Wenn der Fall gerollt ist, ohne wirklichen Aufschlag, ist es nicht möglich Ippon anzunehmen. Landung in der Brücke Alle Situationen, in denen ein Kämpfer in der Brücke landet, sollen mit Ippon bewertet werden. Diese Entscheidung wird für die Sicherheit der Kämpfer getroffen, sodass sie nicht versuchen einer Technik zu entkommen, indem sie ihre Wirbelsäule gefährden. Brücke bedeutet, Kopf auf der Matte, beide Füße oder mindestens ein Fuß auf der Matte. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 3

Yuko 1. Technische Bewertung Wenn ein Kämpfer seinen Gegner mit Kontrolle wirft, und der Gegner auf die Seite des Oberkörpers fällt, sollte es Yuko sein. (Artikel 24a) zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 4

Allgemein 2. Strafen Es können bis zu drei Shidos ausgesprochen werden; der vierte wird Hansoku-Make sein. Shidos ergeben keine Wertungspunkte für den Gegner Am Ende des Kampfes, wenn die Wertungen auf der Wertungstafel gleich sind, gewinnt der Kämpfer mit weniger Shidos Wenn der Kampf in Golden Score weitergeht, verliert derjenige, der den ersten/nächsten Shido bekommt, oder es gewinnt derjenige, der zuerst eine Wertung erzielt. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 5

2. Strafen Der Kämpfer, der einen Shido verdient, bekommt ihn an der Stelle ausgesprochen, an der die Kämpfer sich gerade befinden. Die Kämpfer müssen nicht zu ihrer Ausgangsposition zurück (Matte Shido Hajime), außer wenn ein Shido für das Verlassen der Matte gegeben wird. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 6

Shido 2. Strafen Den Griff des Gegners mit beiden Händen lösen. Beide Hände an einer Hand/einem Arm. (Abb. 1) Es ist nicht verboten, den Griff des Gegners zu lösen, wenn eine der beiden Hände am eigenen Judogi ist (Abb. 2). zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 7

Shido 2. Strafen Es ist verboten, den Griff hinter dem eigenen Knie zu lösen (Abb. 3 und 4). zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 8

Shido 2. Strafen Es ist verboten, den Griff des Gegners durch Wegschlagen zu lösen (Abb. 5). Den Gegner ohne anzugreifen mit einer oder beiden Händen in eine abgebeugte Position zu zwingen, wird mit Shido für blockendes Verhalten bestraft (Abb. 6). zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 9

Shido 2. Strafen Das Revers des Judogis abdecken, um den Griff zu verhindern. Es ist verboten, die Griffe des Gegners ohne eigene Angriffsabsichten mit einer Hand oder beiden Händen zu blockieren (Abb. 7 und 8). zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 10

Shido 2. Strafen Cross Grip muss sofort von einem Angriff gefolgt werden (Abb. 9 und 10). zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 11

Shido 2. Strafen Die Kampfrichter sollten den Kämpfer konsequent bestrafen, der nicht schnell Kumi-Kata einnimmt oder versucht, nicht vom Gegner gefasst zu werden (Abb 11 und 12). Wenn ein Kämpfer in einer Griffphase 2 x den Griff löst, wird er beim dritten Mal mit Shido bestraft. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 12

Shido 2. Strafen Pistolengriff und Taschengriff am Ärmelende, ohne sofortigen Angriff, werden mit Shido bestraft. Den Gegner zum Wurf zu umklammern (Bear Hug). Es ist kein Shido, wenn der Kämpfer vorher mindestens mit einer Hand Kumi-Kata hat. Wird nicht bestraft, wenn Tori vorher mit einer Hand am Judogi gefasst hat und die zweite Hand zur Wurfausführung nachfasst zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 13

Shido 2. Strafen Das Handgelenk oder die Hand des Gegners zu fassen, nur um den Griff oder Angriff von ihm zu verhindern, wird mit Shido bestraft. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 14

Shido 2. Strafen Scheinangriff wird mit Shido bestraft. Scheinangriffe werden definiert: Tori hat keine Wurfabsicht Tori greift ohne Kumi-Kata an oder lässt sofort los. Tori macht einen einzelnen Angriff oder mehrere Angriffe, ohne Ukes Gleichgewicht zu brechen. Tori setzt ein Bein zwischen Ukes Beine, um die Möglichkeit eines Angriffs zu blockieren. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 15

Shido 2. Strafen Einen Fuß außerhalb der Kampffläche zu haben, ohne sofort anzugreifen oder ohne ihn sofort nach innen zu stellen, wird mit Shido bestraft. Beide Füße außerhalb der Kampffläche (ohne Aktion) wird mit Shido bestraft. Wenn der Kämpfer von seinem Gegner aus der Kampffläche geschoben wird, wird der Gegner mit Shido bestraft. (Wenn die Kämpfer die Kampffläche verlassen, sollen sie nicht bestraft werden, wenn der Angriff von einer gültigen Position ausgeführt wurde). zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 16

2. Strafen Hansoku-Make Alle Angriffe oder alles Blocken mit einer oder zwei Händen oder mit einem oder zwei Armen unterhalb des Gürtels wird mit Hansoku-make bestraft. Es ist nur möglich das Bein zu fassen, wenn die beiden Gegner in einer klaren Ne-Waza Position sind und die Tachi-Waza Aktion zu Ende ist. In Ne-Waza ist der Griff unterhalb des Gürtels weiterhin erlaubt. (Ne- Waza bedeutet, dass es für keinen der beiden Kämpfer mehr möglich ist zu werfen). Nicht im IJF-Regeltext, aber auf den IJF Video-Clips und gültig: Hat Tori beide Hände an Ukes Judogi (Ärmel und/oder Revers), so kann er, bei der Ausführung einer Technik, mit dem Arm Ukes Bein/e berühren. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 17

2. Strafen Hansoku-Make zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 18

3. Osaekomi, Kansetsu-Waza und Shime-Waza Osaekomi Wertung: 10 Sekunden Yuko, 15 Sekunden Waza-Ari, 20 Sekunden Ippon. Osaekomi läuft außerhalb der Kampffläche weiter, solange er innerhalb angesagt wurde. Der Haltegriff sollte jedoch auf dem Teil der Wettkampffläche stattfinden (Wettkampffläche = Kampffläche + Sicherheitsfläche). Wird die benachbarte Kampffläche oder die Fläche hinter der Sicherheitsfläche erreicht, so gibt der Kampfrichter Matte. Ergreift Uke den Mattenrand (letzte Mattenreihe), um beispielsweise das Herausschieben aus der Wettkampffläche zu erleichtern, so wird Uke mit Shido bestraft (u.u. Sono-mama). Wenn eine Wurfaktion auf der Sicherheitsfläche endet und einer der Kämpfer sofort Osaekomi, Kansetsu-Waza oder Shime-Waza anwendet, dann ist diese Technik gültig. Wenn während Ne-Waza Uke die Kontrolle mit einer dieser Techniken übernimmt (mit kontinuierlichem Erfolg) soll es gültig sein. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 19

3. Osaekomi, Kansetsu-Waza und Shime-Waza Kansetsu-Waza und Shime-Waza, innerhalb begonnen und als wirksam erkannt, können weitergeführt werden, selbst wenn beide Kämpfer außerhalb sind. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 20

3. Osaekomi, Kansetsu-Waza und Shime-Waza Der Kämpfer, der Osaekomi ansetzt, muss seinen Körper in Kesa-, Shiho- oder Ura- Position haben, vergleichbar den Techniken Kesa-Gatame, Kami- Shiho-Gatame oder Ura-Gatame. Die Ura-Position ist jetzt gültig. (Artikel 26) Artikel 27: Die Punkte 14 und 18 werden strikt eingehalten. Shime-Waza mit dem eigenen Gürtel, dem Gürtel des Gegners, dem Ende der Jacke oder nur mit den Fingern, ist nicht erlaubt. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 21

4. Die Verbeugung Wenn die Kämpfer die Matte betreten, sollten sie gleichzeitig zum Eingang der Kampffläche gehen und sich zueinander verbeugen, wenn sie diese betreten. Die Wettkämpfer dürfen sich vor Kampfbeginn nicht die Hände schütteln; keine Bestrafung (Abb. 28). Wenn die Athleten die Matte verlassen, muss ihr Judogi ordentlich sein und die Athleten dürfen keinen Teil des Judogi oder des Gürtels verändern, bevor sie die Wettkampffläche verlassen haben. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 22

5. Dauer der Wettkämpfe Kein Zeitlimit für Golden Score (Hantei ist abgeschafft) Wettkampfzeit ist: Männer 5 Minuten Frauen 4 Minuten zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 23

6. Kampfrichter und Außenrichter International und Bundesebene Ein Kampfrichter auf der Matte, der über Funk (wenn vorhanden) mit zwei Kampfrichtern am Tisch verbunden ist, die ihn mit einem Video-CARE-System unterstützen. Ein Rotationssystem wird eingerichtet, um die Neutralität der Kampfrichter sicherzustellen. Die IJF-Jury wird nur dann eingreifen, wenn ein Fehler gemacht wird, der berichtigt werden muss. Das Eingreifen und die Änderung der Entscheidung der Kampfrichter wird nur in Ausnahmefällen vorgenommen. Die IJF-Jury wird nur dann eingreifen, wenn sie es für notwendig erachtet. Es gibt keine Einspruchsmöglichkeit für Coaches, aber sie können zum Tisch der IJF-Jury kommen, um den Grund für die Änderung der Entscheidung anzuschauen. In der Bundesliga wird wie bisher einheitlich mit einem Dreier- Kampfrichterteam geschiedst. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 24

6. Kampfrichter und Außenrichter Gruppenebene Es kann nur dann mit einem Mattenkampfrichter geschiedst werden, wenn auf allen Matten ein CARE System zum Einsatz kommt. Sonst wie auf Landesebene und darunter. Landesebene und darunter Es wird wie bisher mit einem Mattenkampfrichter und zwei auf der Matte platzierten Außenrichtern geschiedst. Ein CARE System ist nicht notwendig, kann aber zur Unterstützung des Kampfrichterteams eingesetzt werden. zusammengestellt von A. Lippeck, WJV 25