Verarbeitungshinweise

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Transkript:

Verarbeitungshinweise Diese Verarbeitungshinweise gelten für die Produkte Original Wasserstrich Backstein Klinker, Industrieklinker und Agrarklinker der KG (siehe Produktblätter unter ). Baustelle: Sachgerechte Anlieferung und Lagerung von Mauerziegel (Original Wasserstrich Backstein Klinker, Industrieklinker und Agrarklinker) und Mörtel schützen das Baumaterial von Anfang an vor Verunreinigungen und Feuchtigkeit. Grundregeln der Verarbeitung: (DIN 1053 bzw. DIN 1996) Die wichtigsten Regeln zur sicheren und schonenden Verarbeitung von Klinkern lassen sich wie folgt zusammenfassen: Gütegesicherte, normgerechte Klinker für zusammenhängende Bauabschnitte bestellen und bodenfrei lagern. Klinker aus mehreren Paketen gleichzeitig verarbeiten, um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erreichen, d.h. aus mindestens drei bis fünf Paletten quermischen. Das sogenannte»giebelweise vermauern«vermeiden, d.h. Klinkerflächen am Gebäude gleichzeitig beginnen. Geeignete Vormauermörtel passend zum Klinker verarbeiten. Vormauermörtel nach den Hinweisen des Mörtelherstellers zur Verarbeitung gerecht einstellen. Steine vollfugig vermauern und Mörtelbrücken vermeiden. Fugenglattstrich nach dem Anziehen ausführen. Trockene Beton- und Mörtelreste mit Holzspatel und Wurzelbürste entfernen. Frisches Mauerwerk, Steine, Mörtel und Dämmung vor Verschmutzung schützen. Frisches Mauerwerk bei Arbeitsunterbrechungen vor Regen und Sonne schützen (2 bis 4 Tage), bis der Mörtel ausreichend Festigkeit gebildet hat. Wasser von Dachkonstruktionen oder höheren Einbauten durch Regenrinnen ableiten. Bei längeren Arbeitspausen das erste Gerüstbrett hochstellen oder entfernen. Vor dem Fugen Mauerwerk durch Abspritzen mit klarem Wasser oder Dampfstrahlen reinigen. Fugmörtel beim nachträglichen Verfugen sorgfältig verdichten. Schnelles Austrocknen der Fugen sowie starke Beregnung nach Fugarbeiten durch Schutzmaßnahmen oder Bewässern vermeiden. Bei Regen und Frost sollte nicht gemauert werden. Durchgehende Temperaturen von + 5 C.

Stein und Mörtel: Für die Vermauerung von Klinkern sind die handwerklichen Regeln einzuhalten, wie sie in der DIN 1053-1 bzw. DIN 1996 festgehalten sind. Diese umfassen die Einhaltung des Mindest-Überbindemaßes der Steinschichten und die Positionierung von Dehnungsfugen. Weiterhin müssen Stein (Saugfähigkeit) und Mörtel (Plastizität, Wasserrückhaltevermögen) aufeinander abgestimmt sein. Für die Vermauerung sind Mörtel der Mörtelgruppe MG II oder IIa zu verwenden. Die Vermauerung muss vollfugig und haftschlüssig erfolgen Hohlräume in der Vermörtelung führen zu schädigendem Wasserstau. Wasser und Mörtel: Klinker sollen nur trocken vermauert werden. Auf Grund ihres geringen Saugvermögens neigen diese zum Schwimmen. Es ist daher zweckmäßig, die Plastizität des Mörtels etwas herabzusetzen. Ein zu steifer Mörtel kann dazu führen, dass die für die Festigkeit des Mörtels erforderliche Hydration (Erhärtung der Zemente durch Wasser) nicht vollständig erfolgt. Fehlender Haftverbund ermöglicht das Eindringen von Regenwasser in das Mauerwerk. Umgekehrt ist Mörtel so einzustellen, dass er nicht wässert. Bei der Verarbeitung eines wässernden Mörtels kann kalkhaltiges Wasser zu Verschmutzungen an der Klinkerfassade führen. Die Konsistenz des Mörtels sollte so beschaffen sein, dass er nicht auf der Rückseite der Vorsatzschalen abbricht. Das Abbinden des Mörtels braucht Zeit (2 bis 4 Tage je nach Witterung). Vorzeitiger Entzug von Mörtelwasser durch Witterungseinflüsse ist unbedingt zu vermeiden. Andererseits sind Ziegel vor und während der Verarbeitung vor starkem Schlagregen zu schützen. Dies gilt ebenso für frisch fertig gestelltes Mauerwerk, bis der Trocknungsund Härtungsprozess abgeschlossen ist. Danach ist der Mörtel wasserfest. Bei Regen und Frost sollte nicht gemauert werden. Qualitätskriterium der zweischaligen Wand: Ganz entscheidend für die Funktionsfähigkeit und Haltbarkeit des Mauerwerks sind die Mörteleigenschaften und die Verarbeitung von Mauer- und Fugmörtel. Der weitaus größte Teil von Schäden am Sichtmauerwerk beruht auf der fehlerhaften Vermörtelung oder Verfugung.

Fugenglattstrich: Beim Fugenglattstrich werden Mauern und Verfugen in einem Arbeitsgang durchgeführt. Ergebnis sind homogene und haftschlüssige Fugen. Der Fugenglattstrich sollte erfolgen, wenn der Mörtel der Randzone gerade begonnen hat anzusteifen. Um ein einheitliches Fugenbild zu erreichen, ist in gleichmäßig angesteiftem Mörtelzustand zu strukturieren. Die Dicken von Lager- und Stoßfugen sind unter Beachtung der Maßabweichungen der Steine vorausschauend auszuführen. Ein im Fugenglattstrich ausgeführtes Sichtmauerwerk zeigt eine geringere Wasseraufnahme als ein Mauerwerk mit nachträglicher Verfugung. Nachträgliches Verfugen: Bei dieser Methode werden die Fugen nach dem Vermauern 15 bis 20 mm tief flankenfrei ausgekratzt; die Fassade wird in einem späteren Arbeitsgang komplett verfugt. Als Fugmörtel sind nach DIN 1053-1 bzw. DIN 1996 Mörtel der Mörtelgruppe IIa und III einzusetzen. Die Verwendung der Mörtelgruppe III ist nicht zu empfehlen: Verarbeitung und Verdichtung sind auf Grund der geringen Elastizität problematisch und führen häufig zu Schwindrissen. Daher sind Mörtel der Mörtelgruppen II und IIa vorzuziehen. Sichtmauerwerk muss vor dem nachträglichen Verfugen gereinigt werden. Das Reinigen bringt eine erhebliche Menge Wasser auf und in das frische Mauerwerk. Unsachgemäße Reinigung insbesondere mit salzsäurehaltigen Zusätzen fördert die Gefahr von Ausblühungen. Die Ausführung verlangt höchste Sorgfalt. Empfehlenswert ist daher, auf die nachträgliche Verfugung zu verzichten. Die Gefahr von Verschmutzungen ist groß, weil beim Vermauern eine spätere Reinigung vorausgesetzt wird, folglich die Achtsamkeit nachlässt. Da der Fugmörtel erst nach dem Abbinden des Mauermörtels eingebracht wird, kann eine haftschlüssige Verbindung zu Mauermörtel und Stein erschwert werden. Die nachträgliche Verfugung verursacht außerdem vermeidbare Kosten. Durch Auskratzen, Reinigung, Verfugung und zusätzliche Gerüstvorhaltung liegen die Baukosten meistens höher als beim Fugenglattstrich. Verschmutzungsarten: Die Reinigung von Fassaden wird notwendig: bei Verunreinigung durch Mörtel und Bindemittel vor der nachträglichen Verfugung bei Ausblühungen bei Kalkauslaugungen und Kalkaussinterungen

Vermeidung von Verschmutzungen: Verunreinigungen durch Mörtelreste bleiben beim Vermauern nicht aus. Dennoch sparen Vorsorgemaßnahmen erheblichen Aufwand bei der stets notwendigen Reinigung. Außerdem wird das frische Mauerwerk von Beeinträchtigungen durch größere Wassermengen und Reinigungsmittel verschont. Die beste und billigste Reinigung ist die sofortige Beseitigung der frischen Mörtelreste. Mörtelkästen sollen entweder mit genügendem Abstand von der Fassade aufgestellt oder das Mauerwerk durch Folien vor Mörtelspritzern geschützt werden. Bei Arbeitsunterbrechungen sollten Gerüste gereinigt und das innere Gerüstbrett hochgestellt werden. Empfehlenswert ist es, das Mauerwerk durch Folien vor Witterungseinflüssen zu schützen. Trockene Reinigung: Die Reinigung muss in jedem Fall mit der trockenen Entfernung loser und gröberer Mörtelverschmutzungen beginnen, um die folgende nasse Reinigung zu erleichtern. Zudem wird so die Einwirkungszeit von Reinigungsmitteln vermindert. Zum Entfernen grober Verschmutzungen werden auf glatten Ziegelflächen Spatel, bei rauen Flächen Holzbrettchen und in beiden Fällen Wurzelbürsten verwendet. Nassreinigung und Vornässen: Die Nassreinigung beginnt stets mit dem Vornässen. Dies soll die Aufnahme von mit Säure versetztem Reinigungswasser durch das Mauerwerk ausschließen. Beim Vornässen soll die Wassersättigung der Sichtflächen so hoch sein, dass für die gesamte Zeit der Reinigung und des Nachwässerns die Wandoberflächen nass bleiben. Der Arbeitsgang soll stets von unten nach oben erfolgen, damit abgespülte Substanzen nicht von tiefer liegendem und trockenem Mauerwerk aufgesogen werden können. Eine Alternative zur herkömmlichen Nassreinigung ist die Dampfstrahl-Reinigung.

Absäuern: DIE VERWENDUNG VON SALZSÄUREHALTIGEN KLINKERREINIGERN IST NICHT ERLAUBT. Es stehen auch vergleichsweise milde Reinigungsmittel mit meist organischen Sulfonsäuren zur Verfügung. Bei diesen Mitteln sind die Gefahren der Salzbildung bei Falschanwendung vergleichsweise gering. Grundsätzlich ist ein Reinigungsversuch durchzuführen nach Angaben des Klinkerreinigungsherstellers. Nachwaschen: Ob bei nachträglicher Verfugung oder»frisch in Frisch«-Verarbeitung: In jedem Fall muss das Mauerwerk nachgewaschen werden, um gelöste Stoffe und Reinigungswasser abzuspülen. Das Nachwaschen muss unmittelbar nach der Reinigung mit viel fließendem Wasser erfolgen. Ansonsten können gelöste Stoffe von trocknendem Mauerwerk wieder aufgesogen werden. Entfernung von Kalkauslaugungen und -aussinterungen: Zur Beseitigung alter Kalkauslaugungen und -aussinterungen können spezielle chemische Reinigungsmittel verwendet werden. Bitte wenden Sie sich an einschlägig bekannte Unternehmen aus dem Bereich Fassadensanierung/reinigung.