Predigt zum 22. Sonntag nach Trinitatis

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Transkript:

Predigt zum 22. Sonntag nach Trinitatis Kanzelgruß: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinde: Amen Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Höret Gottes Wort für diese Predigt aus dem Matthäusevangelium im 18. Kapitel: 15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. 17 Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner. 18 Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein. 19 Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. 20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Wir beten: Lieber himmlischer Vater, schenke uns deinen Heiligen Geist, damit dein Wort in unseren Herzen Frucht bringt zum ewigen Leben. Gemeinde: Amen. 1

Liebe Gemeinde! Wir wollen Gottes Wort unter den drei Aussagen betrachten: 1. Vom Umgang mit Schuld in der Gemeinde, 2. Das Ziel ist nicht Verurteilen, sondern Vergeben, 3. Die Grundlage unserer Versöhnungsbemühungen ist Jesus selbst I. Vom Umgang mit Schuld in der Gemeinde In der Kirche möchten wir denken, dass die Liebe alles lenkt und regelt. Doch oft genug erleben wir, dass es nicht funktioniert. Und dann gibt es einen enttäuschten Aufschrei: So was in der Kirche! Wie die miteinander umgehen, das ist ja fast genauso wie in der Politik. Oder: Das hätten wir von dem aber nicht erwartet, wo der doch jeden Sonntag in die Kirche geht! Die Tatsache, dass auch Christen sich falsch verhalten, ist aber kein Anzeichen des drohenden Untergangs des christlichen Abendlandes. Den können wir eher an anderen Merkmalen feststellen. Wir erfahren in unserem Predigttext von Matthäus, dass es offensichtlich von Beginn an in den christlichen Gemeinden sehr schwere Konflikte gab. Wir erfahren leider zu unserer Ernüchterung, dass Menschen auch in christlichen Gemeinden und christlichen Familien schuldig werden ja auch aneinander schuldig werden und das, seit es die Kirche gibt. Die Fragen, die Jesus im Matthäusevangelium behandelt, lauten: Wie gehen wir damit um, wenn ein Christ ganz offensichtlich Schuld auf sich geladen hat? Wie verhalten wir uns, wenn wir erfahren, dass ein Mitchrist ganz deutlich ein Gebot übertritt, zum Beispiel wenn er betrogen hat oder jemandem bewusst sehr weh getan hat? Der Weg, der am meisten beschritten, aber am wenigsten hilfreich ist, ist der: Wir reden mit einem Dritten über den, der sich falsch verhält, aber nicht mit ihm selbst. Dieser Weg ist zwar verlockend, aber nicht hilfreich. 2

Jesus gebietet uns folgenden Weg, wie wir damit umgehen sollen, wenn ein Mitchrist schuldig wird. Besonders dann wenn er an dir schuldig wird. Es ist ein Weg in drei Schritten: 1. Der erste Schritt ist der direkte Gang zu dem Menschen, mit dem du einen Konflikt hast. Wenn du unter vier Augen das Problem, das du beim anderen wahrgenommen hast, ansprichst, hast du eine reelle Chance, dass das Problem geklärt werden kann. Wir wählen diesen Schritt oft nicht, weil wir befürchten, dass wir auf massiven Widerstand stoßen oder gar einen Gegenangriff hinnehmen müssen. Jesus sagt, wenn du auf ein offenes Ohr triffst und auf Einsicht, dann hast du einen Bruder gewonnen. D.h. dann hast du nicht nur Recht bekommen, sondern viel mehr. Dann hast du ein Vertrauensverhältnis gewonnen. Denn wenn du unter vier Augen ein heikles Thema ansprichst, kann es gut sein, dass es gelingt und eine neue tiefe Beziehung schafft. Jesus weist uns aber auch auf die realistische Möglichkeit hin, dass es schief gehen kann. Damit musst du auch rechnen. 2. Dann soll der zweite Schritt folgen: Du nimmst einen oder zwei Zeugen mit und versuchst noch mal ein Gespräch in aller Ruhe mit allen Fakten. Wieder soll versucht werden, ein Vergehen nicht öffentlich zu machen, sondern die Einsicht durch ein Gespräch zu erreichen nun allerdings mit Zeugen, damit hinterher nicht behauptet werden kann: Das habe ich nie gesagt! 3. Erst wenn das auch nichts fruchtet, soll der Vorgang öffentlich gemacht werden das heißt vor die Gemeindeversammlung gebracht werden. Das sieht Jesus als allerletzte Möglichkeit an. Dabei wird alles auf eine Karte gesetzt: Entweder der Beschuldigte zeigt Reue oder er wird ausgeschlossen. II. Das Ziel ist nicht Verurteilen, sondern Vergeben Liebe Gemeinde, soweit das biblische Konfliktmanagement. Ist das für uns heute vorstellbar? 3

Der erste Schritt im Konflikt ist durchaus vorstellbar, wenn es auch immer wieder eine große Überwindung kostet, direkt zu dem Menschen zu gehen, mit dem ich einen Konflikt habe und diesen offen anzusprechen. Der zweite Schritt, noch einen oder zwei Zeugen zu dem Gespräch mitzunehmen, ist noch schwieriger, aber auch noch vorstellbar. Am schwierigsten erscheint uns gewiss der dritte Schritt, nämlich dass ein Vergehen eines Menschen in der Gemeinde öffentlich gemacht wird. Dieses Öffentlichmachen von persönlicher Schuld in der Gemeindeversammlung ist heute nur noch schwer vorstellbar. Und das hat gute Gründe. Wenn wir an die Kirchenzuchtverfahren der letzten Jahrhunderte denken, ist uns nicht wohl dabei. Wir erinnern uns, wie zum Beispiel junge Frauen öffentlich angeprangert und gedemütigt wurden, weil sie ein uneheliches Kind bekamen. Oft wurde gleich der dritte Schritt angewendet, damit das Kirchenrecht ausgeübt werden konnte und die Sünder ihre Strafe bekamen. Aber darum geht es Jesus gar nicht. Es geht ihm nicht um die gerechte Verurteilung von Schuldigen, sondern ganz im Gegenteil um das Wiedergewinnen von Menschen, die sich verrannt haben. Unmittelbar vor unserem Predigttext erzählt uns Jesus das Gleichnis vom verlorenen Schaf mit der ganz klaren Aussage, dass wir uns freuen sollen über jedes verirrte Schaf, das wir wieder gefunden haben. Ganz gewiss geht es dabei nicht um Strafe, sondern um die Freude, wenn ein verlorenes Schaf zurückkehrt. Liebe Gemeinde, das Ziel des biblischen Konfliktmanagements ist niemals die gerechte Bestrafung, sondern immer die Vergebung, die auf die Einsicht folgt. Immer ist das Ziel die Erhaltung und Stärkung der Gemeinschaft. Da braucht es oft viel Weisheit, im richtigen Moment die richtigen Worte und den richtigen Ton zu treffen. Das kennen wir alle: wenn du im falschen Moment noch dazu den falschen Ton anschlägst dann kann das, was du dem anderen sagen willst, noch so richtig sein du wirst trotzdem nur auf taube Ohren oder sogar auf Widerstand stoßen. Wenn du dagegen im richtigen Moment den richtigen Ton triffst, kann eine Kritik von deinem Gegenüber positiv aufgenommen werden. 4

Dazu braucht es viel Weisheit und Achtsamkeit, die wir uns von dem erbitten können, der uns Mut macht, unsere Konflikte direkt unter vier Augen anzusprechen von Jesus selbst. III. Die Grundlage unserer Versöhnungsbemühungen ist Jesus selbst Jesus ist die Grundlage, auf der wir in der christlichen Gemeinde und Familie mutig unsere Kritik an den Mann oder an die Frau bringen können. Jesus macht uns Mut, auf seine Gegenwart zu vertrauen. Er sagt uns, dass er mitten unter uns ist, wenn sich Christen in seinem Namen versammeln. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen so hat Jesus selbst es seinen Jüngern verheißen. Was bedeutet das für die Probleme, die wir Christen miteinander haben? Was bedeutet das im Blick darauf, dass auch wir Christen uns gegenseitig wehtun und aneinander schuldig werden? Jesus macht dir Mut, direkt zu deinem Bruder oder deiner Schwester zu gehen und ihm oder ihr unter vier Augen zu sagen, was du nicht in Ordnung findest statt mit Dritten darüber zu reden. Jesus macht dir gewiss, dass du nicht allein in ein solches Gespräch gehst. Er geht mit dir. Er, der zu Recht bringen und heilen will. Er, der nicht verurteilen und bestrafen will - sondern der heilen will die zerbrochenen Herzens sind, und ihre Wunden verbinden will. So lautete unser heutiger Hallelujavers aus Psalm 147. Liebe Gemeinde, unser Herr Jesus Christus verheißt uns, dass wir in der christlichen Gemeinde Unglaubliches miteinander erreichen können, wenn wir in seinem Geist eins werden. Er sagt am Ende unseres Textes: Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. 5

Liebe Brüder und Schwestern, das ist eine wunderbare Verheißung. Sie macht uns Mut, darauf zu vertrauen, dass Vergebung und Versöhnung möglich ist unter Menschen, die aneinander schuldig geworden sind. Vorausgesetzt, das Ziel ist nicht Recht haben wollen, sondern sich zu versöhnen. Und vorausgesetzt, es kommt zur Einsicht. Darum lasst uns unseren Herrn Jesus Christus immer wieder bitten: um die Einsicht, dass wir alle Sünder sind und auf Vergebung angewiesen sind, um Vergebung von Gott und auch untereinander. Das soll uns barmherzig stimmen, so wie auch unser himmlischer Vater barmherzig ist. Wenn wir im Vaterunser beten: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern dann soll uns deutlich werden, dass wir alle von der Barmherzigkeit abhängig sind. Wir sind darauf angewiesen, dass Gott uns mit barmherzigen Augen anschaut und uns unsere Schuld vergibt. Diese barmherzigen Augen möge Gott jedem von uns schenken, damit wir ein weites Herz bekommen für die Menschen, mit denen wir leben. Dann werden wir ihre Fehler nicht mehr gnadenlos markieren und bestrafen, sondern sie mit der gleichen Barmherzigkeit ansehen, die auch wir selbst gern erfahren. Und dann kann es sein, dass wir erleben können: Die Liebe regelt doch ganz viel unter Brüdern und Schwestern in einer christlichen Gemeinde oder Familie. Dazu gebe Gott uns seine Gnade. Amen Wir beten: Lieber himmlischer Vater, wir bitten dich: vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern, damit unsere Gemeinschaft nicht zerbricht, sondern gestärkt wird durch Jesus Christus, unsern Herrn. Gemeinde: Amen Kanzelsegen: Gemeinde: Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, regiere und bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen Liedvorschläge: Wie ein Fest nach langer Trauer CoSi 271 So jemand spricht: Ich liebe Gott ELKG 523 6

Verfasser: P. Uwe Fischer Tränkelücke 6 34212 Melsungen T: 05661-2221 e-mail: Melsungen@selk.de 7