Die Republik Niger Indoudou Niger ist ein dünn besiedelter Flächenstaat in der Sahara, Sahel- und Sudanzone mit einer Fläche von 1.267.000 qkm und etwa 12 Mio Einwohnern. Das jährliche Bevölkerungswachstum von 3,5% ist weltweit mit das Höchste. Ca. 60% der Einwohner Nigers sind jünger als 17 Jahre. Nicht einmal 25% aller Kinder können - vor allem auf Grund von Lehrermangel - eine Schule besuchen.
Wie alles anfing: 1996 übernahm Frau Saupp als Klassenlehrerin eine erste Grundschulklasse. Ebenfalls 1996 nahm die Grundschule in Indoudou auf Druck der Bevölkerung in ehemaligen Projektgebäuden ihren Betrieb auf. Erste Briefe mit Zeichnungen, kurzen Informationen und Photos links eines der Ersten, das heute noch im Lehrerzimmer in Indoudou hängt wurden von der damaligen Klasse 1 b nach Afrika geschickt. Dies war der Beginn einer Klassen- Partnerschaft mit dem Austausch sehr vieler Informationen und kleinen Geschenken. Ab dem Jahr 2000 wurde diese Partnerschaft mit den jeweiligen Grundschulklassen von Frau Maier weitergeführt.
15. Mai 2004: Schulfest Die bisherige Klassenpartnerschaft wird durch Beschluss der Schulkonferenz zu einer Schulpartnerschaft erhoben. Der Erlös des Schulfestes von 3.000,- wird für die Grundschule Indoudou zur Verfügung gestellt. 09. August 2004: Entwicklungshelfer Thomas Knoll in Rottenburg Thomas Knoll, der als Entwicklungshelfer für den Deutschen Entwicklungsdienst in Agadez arbeitet, informiert sich bei Mitgliedern der Deutsch-Nigrischen Freundschaftsgesellschaft über die Schulpartnerschaft. Er erklärt sich bereit, die gespendete Summe mit nach Indoudou zu nehmen und gemeinsam mit dem Elternbeirat der Grundschule Indoudou für eine sinnvolle Verwendung der Mittel zu sorgen.
Wieder zurück in Indoudou erzählt Thomas Knoll Eltern, Lehrern und Schülern vom Schulfest in Rottenburg, der Entscheidung der Schulkonferenz und der Bereitstellung der großzügigen Spende.
Angesichts der ständig steigenden Schülerzahlen wird beschlossen, zunächst einmal Schulbücher für alle Klassen, Hefte, Stifte, Kreide, Tafelfarbe, Klebstoff und Lineale zu kaufen. Der Elternbeirat berät gemeinsam mit der Schulleitung über die Verwendung der Spendenmittel.
Die Lehrbücher werden alle durch einen Hinweis auf die Herkunft der Spenden gekennzeichnet.
Die Materialen werden zur Schule gebracht und für die Übergabe zur Besichtigung ausgestellt.
Anlässlich einer Schulfeier am 17. Februar 2005 konnte das gesamte Material an die Schule übergeben werden.
Die Schüler der Grundschule Indoudou bedanken sich recht herzlich bei ihren Freunden von der CJL in Rottenburg.
Für die 2. Hälfte der Spendensumme werden dringende Reparaturen an den Schulgebäuden vorgenommen. Vor allem ist das Dach an einem Schulgebäude durch einen Sturm sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, es regnet durch, das Dach droht einzustürzen.
Gemeinsam mit Elternvertretern, Dorfchef und Lehrern wird dem Schuldirektor das Geld für die dringenden Reparaturen übergeben und eine Urkunde ausgestellt.
Die Bevölkerung von Indoudou hat sich verpflichtet, einen Teil der Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen. Sämtliche bauliche Mängel sollten nach Möglichkeit vor Beginn der Regenzeit behoben werden um die Schäden nicht noch größer werden zu lassen.
Bei einem Besuch im November 2005 in Indoudou hatte ich Gelegenheit, die frisch renovierten Klassenräume zu besichtigen. Die Reparaturarbeiten konnten wie geplant vor der Regenzeit fertig gestellt werden. Die Dächer sind jetzt dicht, die Gebäude insgesamt wieder in sehr gutem Zustand.
Ebenfalls fertig gestellt und ihrer Benutzung übergeben waren 2 Latrinen auf dem Schulgelände. Da es vorher keine Einrichtung dieser Art gab, war dies eine Maßnahme, die die hygienischen Bedingungen rund um die Schule erheblich verbessert hat.
Ein Teil des im Februar 2005 übergebenen Schulmaterials wurde von den Schülerinnen und Schülern schon eifrig benutzt. Was aktuell noch nicht benötigt wird ist, nach Klassenstufen geordnet und beschriftet, im Lehrerzimmer übersichtlich gelagert.
Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Schulleitung, sowie die Elternvertreter der Grundschule in Indoudou haben mich beauftragt ihren Dank und ihre Grüße an die Carl-Joseph-Leiprecht-Schule in Rottenburg zu übermitteln.
Wir brauchen neue Ideen, wie man etwas verändern kann. Geld und Material zu schicken reicht nicht aus, um Probleme zu lösen im Gegenteil: oft werden sie dadurch erst geschaffen. Wir brauchen eine Veränderung von Einstellungen und Sichtweisen. Das ist der Weg, um andere Kulturen zu verstehen. Änderungen gehen über Verständnis und Freundschaft. Alfred Ouoba, Künstler aus Burkina Faso