21. Mobile Kommunikation



Ähnliche Dokumente
Grundkurs Mobile Kornrnuni kationssysterne

IT-Sicherheit. Jun.-Prof. Dr. Gábor Erdélyi. Siegen, 26. Januar 2016 WS 2015/2016

INFORMATION: WIE FUNKTIONIERT TELEFONIEREN

WLAN vs. UMTS. Partnerschaft oder Konkurrenz? René Büst Rechnernetze & Datenübertragung Sommersemester by René Büst

Überblick über Mobilfunk-Standards. Roland Pfeiffer 5. Vorlesung

Quelle: Stand April 2002

Wireless LAN. Hauptseminarvortrag Wireless LAN Martin Hoffmann. 1. Grundlegende Aspekte Technik

Elektromagnetische Felder in Büros und ähnlichen Räumen

Grundkurs Mobile Kommunikationssysteme

Datenübertragung. Vorlage für den Informatikunterricht. Mag. Otto Dolinsek

Michael Uhl, Vortrag Mobilfunknetze Freitag, Mobilfunknetze. 2G bis B3G

Lokalisierungstechnologien

Wireless Local Area Network (Internet Mobil) Zengyu Lu

Virtuelle Präsenz. Sicherheit und Privatsphäre in WLAN Technik. Xu,Wenjia. Sicherheit und Privatsphäre 1

Grundkurs Mobile Kommunikationssysteme

Energieeffiziente Empfänger in Sensornetzwerken

20. Modems für "die letze Meile"

GSM. Global System for Mobile Communication. André Grüneberg Friedemar Blohm 15. Oktober 2002

Wireless LAN. Goodbye Kabelsalat!

Aufgabe 12.1b: Mobilfunknetzwerke

Seminar Mobile Systems

Sicherheitsanforderungen in naher Zukunft

Mobilkommunikationsnetze - GSM/UTMS/LTE -

Voice over IP (VoIP) PING e.v. Weiterbildung Blitzvortrag. Dennis Heitmann

The Aftermath of UMTS

Breitbandkabel kann viel mehr als DSL

Genereller Aufbau von Funknetzen. WLAN: IEEE b. Drahtloses Ethernet. Entwurfsziele für drahtlose Netze (WLAN/WPAN)

Referenzen [1] J. Schiller, Mobile Communications, 2nd Ed., Pearson, [2] wikipedia, DECT, März 2011,

Was ist Mobilkommunikation

Prinzipien der Signalaufbereitung im UMTS Mobilfunk

Lawful Interception (LI) für IP basierte Dienste. Standardisierung bei ETSI

Spread Spectrum. Frequency Hopping Spread Spectrum (FHSS) Grundlagen der Rechnernetze Medienzugriffskontrolle 82

Mobility Management in Wireless Networks

Folgende Voraussetzungen für die Konfiguration müssen erfüllt sein:

Lösungskatalog. com.sat IP Twist. Lösungsportfolio Sonderlösungen. Schwetzinger Str. 19 D Viernheim

GSM für die Lehre Basisstation, IMSI-Catcher und Monitordevices aus Standardkomponenten selbst gebaut

OmniAccess Wireless. Remote Access Point Lösung

Drahtlose Netze: WLAN , Bluetooth, HIPERLAN, WATM

DMR Technische Grundlagen

Infrastrukturen I Kommunikationsdienste für Ubiquitous Computing

Drahtlose Kommunikation Teil 3. Dipl.-Inf. J. Richling Wintersemester 2003/2004

Drahtlose Kommunikation in sicherheitskritischen Systemen

Der erste Funktelefondienst wurde angeboten. Erste Versuche mit Funktelefonen machte man. a) in Taxis. b) in 1. Klasse Zugwaggons. c) auf Schiffen.

Einleitung Grundlagen GSM Versuchsnetz Implementierung Zusammenfassung. Studienarbeit

MicroLink dlan Wireless

Lasttests zur Verifizierung der Diensteverfügbarkeit von Airborne GSM Systemen im Flugzeug

Mobilfunkdienste und -netze. Kommunikationsnetze. Drahtlose Infrastrukturnetze Aufbau. Drahtlose Infrastrukturnetze

HowTo: Einrichtung & Management von APs mittels des DWC-1000

Systeme II. Christian Schindelhauer Sommersemester Vorlesung

mvox Breitband Internet für den ländlichen Raum

Kodierung. Ziele. Spielarten des GSM. Luftschnittstelle Macht die Nordic PPT der CEPT einen Vorschlag kompatiblilität mit ISDN roaming

Modulation und Kanalzugriffsverfahren in Mobilfunknetzen. Hauptseminar Maik Bloß

Der wesentliche Unterschied eines Mobilfunknetzes zum Festnetz besteht darin, daß seine Endgeräte mobil sind.

Handshake von SIM und GSM Basisstation

Bluetooth. Eine Einführung. Copyright Fachhochschule Solothurn 10.Okt D. Binggeli 1

Hochverfügbarkeits-Szenarien

Flash-OFDM FMC FOMA. A. Schempp (DCS, DCP, DCF, DCE)

Jacek Biala. Mobilfunk und Intelligente Netze. Grundlagen und Realisierung mobiler Kommunikation. 3vieweg

c f 10. Grundlagen der Funktechnik 10.1 Elektromagnetische Wellen

TV Internet Multimedia

Wireless LAN. nach IEEE

Bitübertragungsschicht

Sicherheit ist jederzeit gewährleistet - dieser Repeater unterstützt mit WEP, WPA und WPA2 modernste Verschlüsselungsstandards.

7 Das Mobilfunknetz. 7.1 Einführung Übersicht Mobilkommunikationssysteme. 7.1 Einführung 493

WLAN Best Practice. Von der Anforderung bis zum Betrieb in Gebäuden Willi Bartsch. Netze BW GmbH Teamleiter NetzwerkService

Drei Megatrends zeigen den Bedarf für eine neue Mobilfunkgeneration

Inhalt. ===!" Deutsche

Einsatzpotenziale von m-business

Wireless IP: WLAN versus UMTS/GPRS

Software zur Anbindung Ihrer Maschinen über Wireless- (GPRS/EDGE) und Breitbandanbindungen (DSL, LAN)

Christoph Fischer. DFKI Intelligente Netze. Optimierte Kanalauswahl in lokalen Funknetzen mittels SINR-basierter Algorithmen

Multicast Security Group Key Management Architecture (MSEC GKMArch)

UMTS - Ein Kurs. Universal Mobile Telecommunications System

Themen. Wireless LAN. Repeater, Hub, Bridge, Switch, Router, Gateway

BAT300. WLAN Access Point. WLAN Access Point BAT300-Rail

4.4.2 Amtsberg 60. Amtsberg. Einwohner: Einwohner / km²: 177

Nachrichtentechnik. Martin Werner. Eine Einführung für alle Studiengänge 7., erweiterte und aktualisierte Auflage Mit 284 Abbildungen und 47 Tabellen

Grundkurs Mobile Kommunikationssysteme

Die Schicht unterhalb von GSM/UMTS, DSL, WLAN & DVB

WLAN. 1. Definition. 3. Nutzungsmöglichkeiten

Entstehung und Historie von GSM

Netzwerktechnologie 2 Sommersemester 2004

Fallstudie HP Unified WLAN Lösung

MULTINETWORKING MEHR ALS NUR EIN NETZWERK. Oktober 2010

Mobilfunk unter der Lupe Machen Sie sich selbst ein Bild Informationen zum Thema Handy und Handymasten

Embedded Systems. Initiative. Embedded Systems Initiative. Hohe Datenrate und Zuverlässigkeit bei drahtlosen Multimediasystemen

ADSL über ISDN-Basisanschlüsse

Entfernungsabhängige Dämpfung begrenzt die Signalausbreitung zwischen Sender

Wireless & Management

INCAS GmbH Europark Fichtenhain A 15 D Krefeld Germany. fon +49 (0) fax +49 (0)

Themen. MAC Teilschicht. Ethernet. Stefan Szalowski Rechnernetze MAC Teilschicht

Standortbericht bintec elmeg GmbH

Transkript:

21. Mobile Kommunikation 21.1 Überblick Historische Vorläufersysteme: - Betriebsfunk, Dezentrale Paketfunknetze, Modacom Dienst bei 433 MHz, C-Netz... Mobile & digitale Telefonnetze mit festen Basisstationen: - D1/D2/E+ Netze digital & zellulär (GSM), - DECT für Schnurlostelephone & -daten, - verschiedene Systeme in USA, - UMTS... Lokale Funknetze / WLANs: - IEEE 802.11x (USA..), HiperLAN2 (ETSI), Bluetooth,..., - Dezentrale oder zentrale Zugangssteuerung, Zugangspunkte zum Festnetz, - 1,2-32 Mbit/sec (Nettodatenrate), Zellengrösse 10-300m, 2,4 bzw. 5 GHz. Satelliten: - Rundfunk, Navigation, Telephon, Daten. Infrarotübertragung als Alternative. 1 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.2 Vergleich IEEE 802.11 versus Hiperlan 2 Standard Recommend. 802.11 802.11b 802.11a HiperLAN2 Radio Spectrum 2.4 GHz 2.4 GHz 5 GHz 5 GHz ~Max physical rate 2 Mb/s 11 Mbit/s 54 Mb/s 54 Mb/s ~Max data rate, layer 3 1.2 Mb/s 5 Mb/s 32 Mb/s 32 Mb/s Medium access Carrier sense CSMA/CA CSMA/CA TDMA/TDD Connectivity Conn.-less Conn.-less Conn.-less Connection-oriented Multicast Ja Ja Ja Ja QoS support PCF PCF PCF RSVP/DiffServ Authentication Keine Keine Keine NAI/IEEE address/x.509 Encryption 40-bit RC4 40/128-bit 40/128-bit DES, 3DES (56/112) Handover support spezial spezial spezial Standard for Ethernet Fixed network support Ethernet Ethernet Ethernet Ethernet, IP, ATM, UMTS Frequency selection DSSS or Frequenz-H. DSSS Single Carrier Single Carrier, dynamic sel. (http://www.hiperlan2.com, 2003), www.abcdata.de/wlan_standards_einleitung.htm 2 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.3 Mobilfunk nach GSM-Empfehlung = Global System for Mobile Communication. 21.3.1 Zelluläre Topologie Wieso zellulär? - Asymmetrische Leistung von Basisstation & Mobile, - Gerätedichte bestimmt Zellgröße (0,5..35 km), - Frequency reuse in übernächster Zelle, - Adaptive Steuerung der Sendeleistung. Zelltopologie, - Simulation & Messungen in gegebener Landschaft, - Evtl. Antennen mit Richtcharakteristik, - hexagonale Struktur nur theoretisch. Handover zur nächsten Zelle: - mobile Einheit wählt welche Zelle, - auch während eines Gesprächs, - pro Zelle eine Basisstation. 3 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.3.2 GSM-Netzarchitektur Abkürzungen ("Kürzelinflation"): - MSC - Mobile Switching Center - BTS - Base Transceiver Station, - BSC - Base Station Controller - BSS - Base Station Subsystem - IWF - InterWorking Function - MS - Mobile Station BTS BSC MSC BTS BTS BSC MSC PSTN /ISDN BTS BTS BSC MSC BSC BTS BTS 4 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

Übertragungskanäle: - "Bm": Sprachkanal brutto 22,8 Kbit/sec, - "Bm": Datenkanal mit netto 9600 Bit/sec, - "Lm": evtl. Sprache oder Daten mit halber Rate, - "Dm": Signalisierung & Messages mit ~750 B/s. Teledienste (Teleservices): - Sprache inkl. Notrufe, - Datenruf mit 9600 bit/sec, - Short Message Services / SMS, - Multimedia Messages / MMS, - Wireless Web Access Protocol / WAP Übertragungsdienste (Bearer service): - 13 kbps Sprache, 300 9600 Bps Daten: - Packet- & PAD Zugang zu X.25 (PSPDN), - IWF mit ISDN & CSPDN, synchron / asynchron, - Kanalbündelung für höhere Datenraten (HSCSD, GPRS, Edge..) 1*Bm + 1*Dm => oder 2*Lm + 1*Dm 5 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.3.3 GSM Funkkanalorganisation & Frequenzaufteilung Richtungstrennung im Frequenzbereich (D-Netze, E-Netze hoehere Fr.): - MS-BS: 890-915 MHz, BS-MS: 935-960 MHz In jede Richtung 124 Trägerfrequenzen: - jeweils pro Basisstation (-Überlappung), Frequenzabstand 200 KHz, - um die Mehrwegeausbreitung zu kompensieren 217 Frequenzwechsel pro Sec. - 270,833 kbit/sec pro Trägerfrequenz, TDMA-Rahmen: - 217 pro Sekunde (4,615 msec), - 1 normaler Zeitschlitz pro Gespräch, - 8 Zeitschlitze pro Rahmen (je 577 µsec), - auf 25 normale Rahmen folgt ein Kontrollrahmen, - brutto (~150 * 217) Bits/sec, netto ~13 kbps für Sprache. 4 Typen von Zeitschlitzen: - Normaler Burst für Nutzinformation, - Synchronisier Burst für die Rahmensynchr., - Frequenzkorrektur zur Feinabstimmung, - Verkürzter access Burst zur Anmeldung. 6 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

- Viele Subkanaäle im Überrahmen. "Nachrichtentechnische Kaskade": - FDMA 124-fach, - TDMA 8-fach, - Blockung 2-fach, - Interleaving 8-fach, - Überrahmen / 26, upstream 270,833 kbit/s downstream 935-960 MHz 890-915 MHz 200 khz TDMA-Rahmen (217 pro Sec.) 8 Zeitschl. pro TDMA-Rahmen 57 Bit Daten 26 Bit Training 57 Bit Daten 1 normaler Zeitschlitz 7 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess 1 Überrahmen

Funkkanäle sind besonders unzuverlässig: - Gleichkanalstörungen aus Nachbarzellen, - Mehrwegausbreitung, Dopplereffekte, - Abschattung, Dispersion. Frequenzhüpfen als Abhilfe (Slow frequency hopping): - 217 mal pro Sekunde, - destruktive Interferenz ist selten, - Konflikte mit Nachbarzellen nicht auf jeder Frequenz. Verschachtelung der Gesprächspakete (Interleaving),: - Verteilt stossartiger Störungen zum Beispiel über 8 TDMA-Slots, - Verzögerung entsprechend 8 TDMA Rahmen unvermeidlich. Datenkanäle mit gleichmässiger Redundanz: - Faltungscode mit (51% Redundanz), - Prüfsumme (40 Bits von 224), - Radio Link Protokoll (RLP). 8 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.3.4 Redundante Sprachcodierung anschliessend an optimales Codec, unterschiedlich relevante Bitklassen. 50 Bits (1a) 132 Bits (1b) 78 Bits (2) Blocksicherung 50 3 132 4 Faltungscode (r=0,5 ; K=5 ) 13 kbps Sprachcodec (LPC) PCM Abtastung 8 Bit, 8000 mal pro Sekunde 378 78 Interleaving (z.b. 8 fach: 5,13,21,29 453) nachfolgender Block 57 Training 57 9 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.3.5 GSM Schnittstellen Interworking Funktion zum festen Netz: - Anpassung der Sprachcodierung, - Bitratenadaptierung TE MT Mensch-Maschine Schnittstelle Mobilstation Telematikdienst Übertragungsdienst (bearer ) Basisstation Mobilfunk- Verm. IWF Festes Netz, z.b.isdn Basisstation Mobilfunk- Verm. "GSM"-"PLMN" NT 10 TE Mensch-Maschine Schnittstelle Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.3.6 Teilnehmeradressierung: Mobile Teiln. ISDN Nummer (MSISDN): - Country Code / Heimat-Netz Nummer, - Vorwahl / Ortsnetzkennung -> HLR index, - Teilnehmer-Nummer lokal, - verankert in einer Einsteckkarte. Internationale Mobilstationsnummer: - Country Code / Heimat-Netz Nummer, - Vorwahl / Ortsnetzkennung -> HLR index, - Teilnehmer-Identität, - auch als Diebstahlsicherung. Mobile Station roaming number: - Country Code, fremdes Netz, - Vorwahl / Ortsnetzkennung -> VLR index, - temporäre Teilnehmer-Nummer aus der Sicht des Netzes. 11 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.3.7 Roaming: Home Location Register in jeder Mobilfunkvermittlung: Visitor Location Register für netzfremde Besucher, Entgelt für Nutzung ausländischer Netze? erlaubt Entgegennehmen von Anrufen, herumstreunende Teilnehmer, Anmeldung im fremden Netz, BSS Verm. VLR Verm. BSS HLR 12 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.3.8 Handover: - impliziert durch zelluläre Organisation - nicht zu verwechseln mit Roaming, - internes Handover: unter Verantwortung der Basisstation, - extern unter Einbezug der Vermittlung, Vertraulichkeit ist wünschenswert für - für Gesprächsinhalt und für den Aufenthaltsort der Teilnehmer BSS interne Weitergabe BSS Verm. externe Weitergabe BSS Verm. 13 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.4 DECT (=Digital Enhanced Cordless Telephone) url: www.dms.it/tecnical/dect/dect.htm Drahtlose Kommunikation im lokalen Bereich: - 100 m innerhalb von Gebäuden, 500 m im Freien, - maximal 120 Kanäle à 32 kbps. Netztopologie: - Verbindung zum Festnetz und zu anderen Mobilteilen über Basisstation, - Zelluläre Netzstruktur für höhere Teilnehmerzahlen möglich, - über Basisstation oder Peer-to-Peer (ad-hoc) Rechnernetze. Primär für Telephonbetrieb: - Gute Sprachqualität (digitales Verfahren), - Sprachcodierung: ADPCM, G.721 (ITU), - "Air Interface": ETS 300.175-x. Datenkommunikation: - n * 32 KBit/sec, Zugang zum ISDN mit 64 KBit/sec, - Kleinere Datenrate pro Kanal als W-LAN. - Gutes Real-Time Verhalten. - Synergien mit Telephon. 14 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.4.1 Szenarien: Private Haushalte: Schnurlose Ergänzung für PBX. "Letzte Meile" zum Teilnehmer: Öffentliche Telephonversorgung in Ballungsräumen: Legende: - RFP: Radio Fixed Part, - WRS: Drahtlose Relais Station, - CTA: Customer Teleph. Adapter. - CCFP: PBX, Common Control Fixed part 15 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.4.2 FDMA/TDMA-Konzept: 100 Rahmen pro Sekunde & Frequenz. 2 * 12 Zeitschlitze pro Rahmen. 320 Nutzbits pro Zeitschlitz. 10 Trägerfrequenzen. 16 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.4.3 Technische Kenngrössen: Charakteristiken: - Datenrate: 32 KBit/sec - Kanäle: 120 Duplexkanäle - Frequenz: 1880-1900 MHz (Europa) - Träger: maximal 10 Trägerfrequenzen - Rahmen: 100 / sec je Trägerfrequenz - Leistung: 10 mw (max. 250 mw) - Zeitschlitze: 24 pro Rahmen - Reichweite: 50-500 m "DECT Application Profiles": - gap: minimale Anforderungen für Sprache - iip: ISDN Anbindung (Telephon) - gip: GSM interworking Profile - mmap: Multimedia Access Profile - rap: Öffentlicher Telefondienst - ctm: Benutzermobilität im Intelligenten Netz. Einfache Basisstationen unterstützen nur 1 Trägerfrequenz gleichzeitig. 17 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.4.4 DECT Architekturmodell: Vergleichbar und angelehnt an ISDN Protokollstack. Netzwerkebene für Signalisierung, Autorisierung, Handover zw. Zellen. Dezentrale Mediumszugangssteuerung: - Beacon Funktion der Basisstation... 18 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.5 CDMA (= Code Division Multiple Access) 21.5.1 Zugriffsdimensionen für Mobilfunknetze Zeitschlitze: TDMA (Time Division Multiple Access). Spreizspektrum: CDMA (Code Division Multiple Access), Trägerfrequenzen: FDMA (Freq. Division Multiple Access), Funkzellen, Abstrahlwinkel: SDMA (Space Division Mult. Acc.), Nutzung mehrerer Multiplex-Dimensionen: Standard GSM DECT IS-95 UMTS 802.11x Bluetooth SDMA FDMA TDMA CDMA CSMA + + + - - + - + - - + - - + - + - + + - + + - + + + + + - - 19 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.5.2 Spreizspektrumtechnik: IS-95A als Vorläufer-Standard; Konkurrenz zu GSM in den US. Anwendungsbereiche: - Mobilfunksysteme der 3. Generation, - global positioning System (GPS), - militärische Funkgeräte, - drahtlose LANs. Vorteile: - Geringere Batteriebelastung, - Asynchroner Betrieb der Endgeräte, - Bessere Ausnutzung des verfügbaren Radio-Spektrums, - Unterschiedliche Datenraten auf gemeinsamem Kanal sind möglich, - Durch Mehrwegausbreitung entstehendes Fading wird reduziert, Varianten zur Spektrumsspreizung: - "Slow Frequency Hopping" (GSM: 217 Hz), - "Fast Frequency Hopping" (1 Symbol/Hop), - "Direct Sequence F... " (<<1 Symbol/Hop). 20 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.5.3 Allgemeines Prinzip der Spektrumsspreizung: Lösungsansatz: - Aufweiten des Übertragungsspektrums, - gemeinsame Nutzung des Spektrums, - spezifische Frequenzfolge pro Nutzer, - synchrone Decodierung. Auf einer Frequenz auftretende Störungen werden unterdrückt. Nutzsignal kann schwächer als der im Kanal vorhandene Rauschpegel ausfallen (Geheimhaltung). Gespreiztes Signal Empfangenes Sig. Nutzsignal f f Störung f f Decodiertes Signal 21 f Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.5.4 Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS, zb. IS-95) Jeder Teilnehmer erhält eine separate Zufallszahl als Code (z.b. 64 Bit). Nutzsignal wird mit dem Code "zerhackt": Chiprate: - Bitrate mit welcher der Code getaktet wird, - IS-95 zum Beispiel mit 1,2288 MBit/Sekunde, - ein Chip ist ein Bit der Codesequenz. 64 Bit Code 1,2288 Mbps 19,2 kbps Nutzsignal XOR 22 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

Faltungscodierer als Vorstufe: - erhöht Sprachbitrate von 9,6 auf 19,2 kbps, - Verschränkt die einzelnen Bits (Interleaving). Übertragung des gespreizten Signales: - nach entsprechender Filterung, - Bandbreite ca. 1.3 MHz. Für öffentlichen Telephondienst: - Keine Frequenzen in Europa. - 45 MHz Trägerseparation, - 1,3 MHz Bandbreite. - 806-890 MHz, PCS: - Personal Comm. Systems - Für schnurlose Telephone: - 1850-1990 MHz, - 80 MHz Trägerseparation, - 1,3 MHz Bandbreite. 1,3 MHz ~850 MHz Upstream Downstream 45 Mhz 10 khz f 23 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess

21.5.5 Empfang von CDMA Kanälen: Sendeleistung wird auf ein breiteres Frequenzband verteilt: - aufwendige Verarbeitung im Empfänger (Processing Gain). - niedriges S/N Verhältnis zulässig, Synchrone Decodierung: - Empfänger muss auf die Chip-Folge synchronisieren, - evtl. mehrere Mobilstationen simultan decodieren => "Joint Detection": - BS kennt alle Teilnehmercodes, - Basisstation bedient viele Teilnehmer, - in jedem Kanal fremde Beiträge subtrahieren, - ergibt verbesserte Detektion in der BS, - verlangt grosse Rechenleistung. "CODE Division Multiple Access", - dient der Adressierung des Teilnehmers, - ist Grundlage für das Multiplexprinzip, - dient der Verschlüsselung. DSSS Signal nur zu erkennen, wenn Frequenzcodierung bekannt. 24 Rechnernetze II, So 2004, VS Infvormatik, Uni Ulm, P. Schulthess