Anleitung Plissee-Vasen
Plissée-Vasen Material Papierbogen, Kunststoffflasche oder Glas Werkzeug Falzbein, Schere, Lineal/Geodreieck, Bleistift, Klebestift oder doppelseitiges Klebeband mittlere Schwierigkeit Diese Falttechnik ist etwas zeitaufwändig und erfordert sorgfältiges Arbeiten, bringt allerdings auch sehr schöne Ergebnisse. Durch kleine Veränderungen bei Papiergröße und Anordnung und Anzahl der Falten ergeben sich interessante Variationen. Das Papier bildet hier natürlich nicht die eigentliche Vase, sondern nur die dekorative Hülle für eine Kunststoffflasche oder ein Glas. Mit transparentem oder transluzentem Papier lassen sich auch sehr schöne Hüllen für Windlichter oder Lampions herstellen. Grundsätzlich sollte das gewählte Papier nicht zu dünn oder zu dick sein, und über eine gewisse Festigkeit verfügen, ohne dabei zu spröde zu sein. Wir haben z.b. Einbandpapier für Bücher (Grammatur 120g/m²) und farbiges Transparentpapier (Grammatur 90g/m²) verwendet. Ein Falzbein ist bei diesen Faltobjekten unerlässlich, da die Falten unbedingt scharf und präzise sein sollten, sonst lässt sich die fertige Gestalt nicht sauber ausformen.
Für einen ersten Versuch und um das Prinzip der Falttechnik nachzuvollziehen wird ein Streifen geeignetes Papier 100cm x 17cm benötigt. Der Papierstreifen muss zunächst mittig gefaltet werden. Dazu werden die beiden kurzen äußeren Kanten übereinandergelegt, das Papier zur Mitte hin glattgestrichen und mit dem Falzbein scharf gefaltet. Der Papierstreifen wird im nächsten Schritt in vier gleiche Teile geteilt. Die kurzen äußeren Kanten genau auf die Mittelfalte legen, das Papier nach außen glatt streichen und scharf falten. Der geviertelte Papierstreifen wird dann in acht Teile geteilt. Dazu werden die äußeren kurzen Kanten jeweils genau auf die Viertelfalten gelegt, das Papier glatt gestrichen und scharf gefaltet. Der geachtelte Papierstreifen wird dann in sechzehn Teile geteilt. Dazu werden die äußeren kurzen Kanten jeweils genau auf die Achtelfalten gelegt, das Papier glatt gestrichen und scharf gefaltet. Nach demselben Prinzip wird der Papierstreifen in 32 gleiche Teile geteilt. Es ist wichtig, dass die Falten scharf und präzise sind. Vor dem nächsten Arbeitsschritt muss das Blatt gewendet werden!
Auf dem gewendeten Papierbogen wird nun mit zwei parallelen Linien die Position, die Länge und der Winkel der diagonalen Falten bestimmt. Wenn der Abstand der beiden Linien der Breite der 32tel entspricht, beträgt der Winkel der Diagonalfalten 90, ist der Abstand grösser wird der Winkel spitzer. Ein geringerer Abstand führt zu stumpfen Winkeln. Nun werden die diagonalen Knicke angelegt. Im Zick-Zack wird jeweils in einem 32tel von einer Linie zur anderen Linie scharf gefaltet. Es ist wichtig, dass die Falten nur zwischen den Linien verlaufen, da sich sonst später die Gestalt nicht sauber formen lässt. Je präziser hier gearbeitet wird, desto leichter lassen sich später die Knicke formen. Wenn alle Diagonalen im Zick-Zack gefaltet sind, kann die Fläche in eine dreidimensionale Form gebracht werden. Dazu wird der Papierbogen nochmals gewendet. Dann werden die 32tel Falten wieder nachgefaltet, und zwar abwechselnd als Bergfalte und als Talfalte. Dort wo die 32tel-Falten auf die diagonalen Falten treffen, ändern sie jeweils ihre Ausrichtung, aus Bergfalten werden Talfalten und umgekehrt. Stück für Stück entsteht oben abgebildete Figur. Sie lässt sich wie eine Ziehharmonika zusammenschieben oder auseinander ziehen. So sieht die Figur von Innen aus. Bevor sie zusammenmontiert wird, sollten sämtliche Falten, Knicke und Spitzen noch mal mit dem Falzbein sauber nachgezogen bzw. modelliert werden. Die Montage ist vergleichsweise leicht, die Endstücke der Figur müssen überlappend verbunden werden. Dazu kann Klebestift oder doppelseitiges Klebeband verwendet werden. Grafikklammern erleichtern die Arbeit. Die Plissée-Hülle für eine Vase ist fertig, jetzt wird noch ein Gefäß zur Aufnahme von Wasser benötigt, z.b. eine Plastikflasche oder ein Glas.
Das Bild zeigt die fertige Figur bzw. Plissée-Hülle aus einfachem weißem Papier. Die parallelen Hilfslinien vom Anfang waren mittig positioniert, d.h. sie hatten denselben Abstand zum Rand. Der Abstand zwischen den Linien entsprach der Breite der 32tel-Teile, d.h. der Winkel der Diagonalen beträgt 90. Wenn diese Übungsfigur erfolgreich gefaltet wurde, kann mit farbigem Papier weiter experimentiert und ausprobiert werden.
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