Kompaktlautsprecher Teltow Die Teltow ein Lautsprecher mit Aha Effekt. Aber was ist das für ein Effekt? Ganz einfach, wenn man diese Box hört dann denkt man an eine große Standbox. So gewaltig ist die Dynamik, die von dem Lautsprecher ausgeht. Selbst leise Passagen werden akkurat wiedergegeben ganz abgesehen vom Schalldruck, der bei hoher Lautstärke wirkt. Aber was hat das alles mit Teltow zu tun? Der Konstrukteur der Box kommt aus Bremen und zusammen gebaut wurde die Box in Teltow, einem Ort ganz nah bei Berlin. Da der Name Bremen - Teltow ein wenig zu umfangreich ist, hat man sich schlicht und einfach auf Teltow geeinigt. Nun gibt es im Internet sicherlich eine Vielzahl vergleichbarer Boxen. Warum sollte man eigentlich diese nachbauen? Um die Frage zu klären, reicht ein Blick auf die verwendeten SICA- Chassis. Der Hersteller SICA ist in der Selbstbauszene noch wenig bekannt und das völlig zu unrecht. SICA ist eine italienische Firma, die noch in Europa produziert. Deren langjährige Erfahrung im Lautsprecherbau garantiert eine hohe Qualität zum günstigen Preis. In der Beschreibung der Chassis können Sie sich gern davon überzeugen. Aber vorerst zu unserem Pflichtenheft. Ein Lautsprecher unter 20 Litern Innenvolumen, der Tiefgang hat und der pegelfest ist. Da gibt es wahrhaftig einen 17 er, der das kann. Es ist der SICA 6 H 1,5 CP. Der Aufbau und die techn. Daten der Chassis Die Chassis im Detail: LP 90.28/N92 TW, 8 Ohm Z = 8 Ohm, F s = 600 Hz, Belastbarkeit = 50 W/120 W (Nenn/Musik) Re = 6,0 Ohm, Kennschalldruck = 94,4 db (bei 2,83V, 1m), Membranmaterial = Gewebe, Magnet = Neodym, Frequenzbereich: 1500 20000Hz, Außendurchm. = 90 mm, Durchmesser der = 28 mm Schwingspule Gewicht = 0,41 kg Der SICA Hochtöner ist sehr kompakt im Aufbau. Die Frontplatte besteht aus Druckguss mit einem Durchmesser von 90 mm. Die Kalotte misst trotz des kleinen Durchmessers immerhin 28 mm. Möglich wird dies durch einen kräftigen Neodym-Antrieb. Der Konstruktion nach ist das Chassis für einen hohen Schalldruck konzipiert. Der hohe Schalldruck wird unter anderem durch die Richtwirkung der Schallführung erzeugt. In unserem Fall entsteht daher der Vorteil, dass die Kanteneffekte gering bleiben. Für breite Fasen der Gehäusekanten gibt es einfach keine Notwendigkeit.
Das bedämpfte Kammervolumen sorgt für einen außergewöhnlichen Tiefgang, ersichtlich durch die tiefe Resonanzfrequenz von 600 Hz. Die Klirrfaktoren K2 und K3 liegen oberhalb von 1600 Hz selbst bei 100 db im nichthörbaren Bereich (siehe Datenblatt von HiFi Selbstbau). 6 H 1,5 CP 8 Ohm Z = 8 Ohm F s = 47 Hz Re = 6,1 Ohm Belastbarkeit = 100 W/200 W (Nenn/Musik Qms = 3,49 Qes = 0,46 Qts = 0,4 Vas = 15,0 L Sd = 122,7 cm 2 Xmax. = +/- 4,7 mm Kennschalldruck = 88,5 db (2,83V; 1m) Frequenzbereich: 40 3000 Hz Magnet = Ferrit Gewicht = 1,6 kg Bereits bei der ersten Tuchfühlung sieht man, dieses Chassis ist kein Leichtgewicht. Ein stabiler, sehr fein gefächerter Alu-Druckgußkorb trägt einen schwergewichtigen Ferritmagneten von immerhin 515 g. Mit 112 mm Durchmesser und einer Höhe von 20 mm ist der Magnet zur 1,5 Zoll Schwingspule ausreichend dimensioniert. Der Polkern ist durchbohrt und wird somit entlüftet, gleichzeitig sind oberhalb der Zentrierspinne breite Entlüftungsrippen im Korb vorhanden. So gesehen hängt die Zentrierspinne frei in der Luft, damit entsteht absolut kein Widerstand. Weiterhin besitzt das Chassis eine beschichtete Papiermembran mit einer inversen Staubschutzkalotte. So wird die Membran bei kleiner zusätzlicher Masse optimal stabilisiert. Die doppelt gerollte Gummisicke gestattet einen maximalen Hub von +/-4,7 mm. Die Frequenzweiche Bei der Festlegung der Trennfrequenz hat der Konstrukteur das Abstrahlverhalten besonders berücksichtigt. Theoretisch könnte der Hochtöner bereits bei 1600 Hz übernehmen. Da das Abstrahlverhalten und der Phasenverlauf jedoch bei 2,2 khz am besten zueinander passen, wurde die Trennung auf diesen Wert festgelegt. Anbei der Frequenzgang unter Winkeln:
An und für sich ein sehr ausgewogenes Abstrahlverhalten. Die kleine Senke bei 1200 Hz hat mit der Weichengestaltung nichts zu tun, sondern ist ein Ergebnis der Kantendiffraktion. Eine Verbesserung wäre nur mittels Schallführungen möglich, deren Aufwand in unserem Fall in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Nun kommen wir zum Aufbau der Frequenzweiche. Üblicherweise wurde eine 12 db/oktave Passivweiche verwendet. Die Bauteile sind dem Intertechnik Programm entnommen. Da im Original die Weichenbauteile in einem externen Gehäuse untergebracht wurden, musste man sich um Mikrofonieeffekte keine Gedanken machen. Anders verhält es sich beim internen Einbau. Hier empfehlen wir Backlackspulen der Fa. Mundorf, die durch ihren massiv verklebten Aufbau unempfindlich gegenüber hohen Schalldrücken reagieren. Unser Lautsprecher ist nämlich wahrhaftig kein Leisetreter. Bei 40 Hz kann das Chassis immerhin 100 db erzeugen, da sind innerhalb des Gehäuses schon über 130 db Schalldruck vorhanden, die die Spulen gewaltig durchrütteln. Dämmung und Bedämpfung Hier wurden letztlich alle Register gezogen. Gehäuseresonanzen konnten durch Verstrebungen bereits im Keim erstickt werden. Zusätzlich erfolgte eine Auskleidung der Wandungen mit Noppenschaum. Und den dann immer noch versteckten Gehäuseresonanzen wurde mit mehreren internen Rohr- Resonatoren das Fürchten gelehrt. Die Resonatoren nach Rainer Feile aka ton-feile werden abgekürzt IRR genannt.
Das Funktionsprinzip ist einfach. Die IRR s saugen die stehenden Wellen in der Höhe und der Tiefe des Gehäuses. Verwendung finden Elektroinstallationsrohre M25 aus dem Baumarkt, die einseitig verschlossen werden. Die Länge der IRR s entspricht jeweils der halben Höhe bzw. Tiefe des Gehäuses. Die IRRs werden homöopathisch mit Polyesterwatte bedämpft. Beim Einbringen des Dämmmaterials ist darauf zu achten, dass die Watte möglichst gleichmäßig im IRR verteilt wird. Sind alle IRR s vorbereitet und das Gehäuse trocken, können die IRR s mittels Heißkleber im Gehäuse eingeklebt werden. Näheres zur Entwicklung des IRR kann man auf folgender Seite erfahren: http://www.hififorum.de/viewthread-104-22246.html#16 Nachfolgend ist die Wirkung der IRR auch mittels Messung nachweisbar.
Und zu guter Letzt ergibt sich eine tadellose Impedanzkurve: Klang Ohne die allgemein gebräuchliche Lobhudelei zu verwenden, kann man durchaus von einem sehr ausgewogenen Klangbild sprechen. Da der Klirrfaktor der Chassis nur eine geringe Pegelabhängigkeit aufzeigt, kann diese Box auch einige Gemeinheiten ertragen. Ein sehr kräftiger und dynamischer Bass bildet mit verfärbungsfreien Mitten ein beeindruckendes Gesamtbild. Die breite Abstrahlcharakteristik gestattet einen unverfälschten Klang, selbst wenn man sich nicht direkt im Stereodreieck aufhält. Technische Daten der Lautsprecherbox Konstruktion: Oliver Martin Prinzip: 2 Wege Bassreflexbox Nennimpedanz: 8 Ohm Belastbarkeit (Musik): 120 W Übertragungsbereich: 40 20000Hz (-3dB) Kennschalldruck: 88 db Maximalpegel (1m): 100 db (zwischen 40 Hz 20000 Hz) Empfohlene Raumgröße: 16 35 qm Reflexrohr: BR/HP 50 Abmessungen (HxBxT): 370 mm x 230 mm x 287 mm Nettovolumen: 15,0 Liter Material: MDF, 20 mm
Weitere Messungen Frequenzgang auf Achse: Wasserfall: Maximalschalldruck simuliert: