Das Bisotherm-Mauerwerk - ein idealer Putzgrund! Technische Information Die haufwerksporige Oberfläche der Bisotherm-Wand eignet sich hervorragend sowohl für zweilagigen Außenputz wie auch für einlagigen Innenputz. Das Saugvermögen (Kapillarität) der Bisotherm-Steine und des Bisotherm-Mörtels (Leichtmauermörtel, Dünnbettmörtel) sind sehr gering. Darüber hinaus haben Steine und Mörtel ein sehr günstiges Dampfdiffusionsverhalten, so dass anfallende Feuchtigkeit, z.b. in Bad oder Küche, durch das Dampfdruckgefälle schnell ins Freie abtransportiert werden kann. Dies bedeutet gleichzeitig eine schnelle Austrocknung und geringe Restfeuchte der Wand. Bei Beachtung der nachfolgenden Empfehlungen bleiben diese positiven Bisotherm- Eigenschaften erhalten. Es ist grundsätzlich nach DIN V 18550: 2005-04 Putz und Putzsysteme - Ausführung mit mineralischem Putz nach DIN EN 998-1: 2003-09 Putzmörtel zu verputzen! Das Bisotherm-Mauerwerk muss vor Aufbringen des Putzes sauber, trocken, staubfrei und tragfähig sein. Bei der Ausführung der Putzarbeiten und bis zum Erhärten des Putzes muss die Luft- und Bauteiloberflächentemperatur über + 5 C liegen. Eine Vorbehandlung der Bisotherm-Wand innen oder außen durch Vorspritzen oder Vornässen kann normalerweise entfallen (Ausnahme: sehr heiße Witterung im Sommer). Durch die geringe kapillare Saugfähigkeit wird dem Putz nicht das zum Abbinden benötigte Wasser vorzeitig entzogen. Außerdem ist die rauhe Bisotherm-Oberfläche ein idealer Putzträger, in den sich der Putz regelrecht "verkrallen" kann. Offene Stoßfugen bis 5 mm Breite sind tolerierbar. Sollte die Fuge durch nicht knirsch, d. h. nicht vollständig aneinandergestoßene Steine breiter als 5 mm sein, so muss der entstandene Spalt mit Bisotherm-Leichtmauermörtel geschlossen werden. Das Gleiche gilt für Mörteltaschen und Verzahnungen (Tiefe 10 mm) an Wandenden und Mauerecken sowie Fehlstellen in der Wand. Diese müssen ausreichend lang vor dem geschlossen werden. Als Richtwert gilt 1 Tag je mm Dicke, d.h. zum Beispiel bei Tiefe 10 mm = 10 Tage Standzeit. Für den Außensockelputz im spritzwassergefährdeten Bereich sind die Anforderungen der DIN V 18550 zu beachten. Außensockelputz muss ausreichend fest, wasserabweisend und widerstandsfähig gegen Feuchte und Frost sein. Auf Bisotherm-Außenwandbaustoffen mit Steinen der Festigkeitsklasse 6 empfehlen wir Außensockelputze der Kategorie CS III nach DIN EN 998-1 (Druckfestigkeit 3,5 bis 7,5 N/mm²). Seite 1 von 6 03 2010
Technische Information Auf Bisotherm-Außenbaustoffen mit Steinen der Festigkeitsklasse 6 sind auch Aussensockelputze der Kategorie CS IV nach DIN EN 998-1, Druckfestigkeit >6N/mm² verwendbar. Für Kelleraußenwandputze gilt das zuvor Gesagte für den Außensockelputz entsprechend. Kellerwandaußenputz im erdberührten Bereich muss nach DIN V 18195 zusätzlich abgedichtet werden. Vermeidung von Putzrissen Rissgefährdete Bereiche sind unabhängig von der Mauerwerksart z. B. - Fensterbrüstungen (belastetes Pfeilermauerwerk und unbelastetes Brüstungsmauerwerk) - einspringende Ecken an Öffnungen - Höhenversprünge - leichte, nicht tragende Trennwände, die infolge von Deckendurchbiegungen Belastungen erfahren - Wechsel des Putzgrundes, z. B. Mauerwerk/Dämmplatte - Einbauteile, wie Stürze, Rolladenkästen, Deckenrandelemente etc. Um eventuell auftretende Risse zu vermeiden, empfehlen wir, diese rissgefährdeten Bereiche mit einem alkalibeständigem Armierungsgewebe nach DIN V 18550 zu überdecken. Das Gewebe ist in die obere Unterputzschicht straff und faltenfrei einzubetten, um die entstehenden Scherkräfte aufzunehmen, im Bereich von Brüstungen senkrecht zum möglichen Rißverlauf, also im Winkel von 45 zur Lagerfuge. Die Stoßstellen sind mind. 10 cm zu überlappen; bei Leicht-Unterputzen 50 cm Überdeckungsbreite vorsehen. Bei Fassaden-Mischmauerwerk, z. B. verschiedene Steinarten mit unterschiedlichen Verformungseigenschaften in einer Wand, welches möglichst vermieden werden sollte, muss an den entsprechenden Stellen zusätzlich ein Spritzbewurf und/oder Gewebe aufgebracht werden. Abb. 1: Schematische Darstellung von Putzbewehrung Seite 2 von 6 03 2010
Verarbeitungshinweise für zweilagigen Außenputz Technische Information Ein zweilagiger Außenputz sollte mit rein mineralischen Putzgrundstoffen ausgeführt werden. Zur Vermeidung von Schäden auf hochwärmedämmendem Bisotherm- Mauerwerk sollten die in Tabelle V2 angegebenen Putzeigenschaften eingehalten werden. Wir empfehlen die Verwendung von güteüberwachten Leichtputzsystemen nach DIN V 18550, sogenannte mineralische Leichtputze. Leichtputze sind in ihrer Festigkeit nach oben auf 5 N/mm² begrenzt. Sie sind somit weicher eingestellt, was bei der Herstellung von Baustellenputzen nach DIN V 18550-2, Tab.3 nicht zielsicher gewährleistet werden kann. Leichtputzsysteme sind besser auf leichtes, hochwärmedämmendes Bisotherm-Mauerwerk abgestimmt. Die einzelnen Putzlagen werden mit der Maschine oder von Hand gleichmäßig dick aufgebracht und ebenmäßig verzogen oder verrieben. Bewährt hat es sich, den Unterputz nass in nass aufzutragen. Auf Bisotherm-Mauerwerk können - je nachdem welche optische Gestaltungen erzielt werden sollen - fast alle dick- und dünnschichtigen Oberputze verwendet werden. Um eine rissfreie Oberfläche zu gewährleisten, ist jedoch darauf zu achten, dass bei Oberputzen mit feiner Körnung < 2 mm ein sehr sicherer und ebenmäßiger Unterbau erforderlich ist. Insbesondere Putze, die geglättet oder fein gefilzt oder in der sogenannten Wischtechnik ausgeführt werden, sind sehr empfindlich, da auf diesen Flächen auch feinste Haarrisse zu erkennen sind. Es empfiehlt sich grundsätzlich, vor dem Oberputz einen Armierungsputz mit Gewebeeinlage aufzubringen oder einen Putz mit größerer Körnung zu verwenden. Hier sind die mit der Wischtechnik gelieferten Systemkomponenten, auch die Grundierung, anzuwenden. Dunkle Oberputze (Hellbezugswert < 30) heizen sich stark auf, Oberflächentemperaturen von 70 C sind keine Seltenheit, sodass es zu erheblichen thermischen Spannungen im Fassadenputz kommen kann. Daher sollten solche Putze nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Oberputze sollten in ihren Diffusionseigenschaften auf den Untergrund abgestimmt sein. Daher sollten mineralische Putze, Silikat- oder Silikonharzputze verwendet werden, die diffusionsoffen und gleichzeitig wasserabweisend eingestellt sind. Eingefärbte mineralische Oberputze sollten mit einem sogenannten Egalisationsanstrich versehen werden, der eventuelle Farbungleichmäßigkeiten ausgleicht. Bei stärkerer Exposition des Gebäudes (z. B. starker Bewitterung) hat es sich bewährt, anstatt eines solchen einlagigen Anstrichs, ein Anstrichsystem zu verwenden, das aus mindestens zwei Schichten besteht (Fassadenfarbe). Hier ist das Merkblatt Egalisationsanstrich auf mineralischen Edelputzen zu beachten. Seite 3 von 6 03 2010
Technische Information Tab. V1: Putzdicken für Innen- und Außenputz nach DIN V 18550 und DIN EN 998-1 Putz Mittlere Putzdicke in mm Mehrlagiger Außenputz 20 a) (Dicke des Systems aus Unter- und Oberputz) Innenputz (bei mehrlagigem Innenputz Dicke des Systems aus 15 a) Unter- und Oberputz) Einlagiger Innenputz aus Werk-Trockenmörtel 10 a) Dünnlagenputz (innen) 3 5 Wärmedämmputzsystem Unterputz 20 und 100 Oberputz 8 b) Ausgleichsputz 4 (falls vorhanden) a) An einzelnen Stellen darf die mittlere Putzdicke um bis zu 5mm unterschritten werden. b) Dicke des Oberputzes einschießlich eines ggf. aufgebrachten Ausgleichsputzes; Mindestdicke 6mm; _ Höchstdicke 12mm. In Tabelle V1 sind die mittleren Putzdicken für die unterschiedlichen Putzweisen zusammengefasst. Für die Erfüllung besonderer Anforderungen können auch andere Dicken erforderlich werden. Bei der Ausführung von Wärmedämmputzen muss der Unterputz mindestens 20mm und soll in der Regel höchstens 100mm dick sein. Bei größeren Dicken sind besondere Maßnahmen erforderlich. Tab. V2: Anforderungen an Außenleichtputze (Unterputze) Typ I + Typ II auf Bisotherm-Mauerwerk Eigenschaft Größe Druckfestigkeitsklasse (CS I / CS II) 1... 5,0 N/mm² Biegezugfestigkeit 1,5 N/mm² E-Modul 1.000 bis 5.000 N/mm² Trockenrohdichte 500... 1.300 kg/m³ Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl 20 Leichtputze des Typs II werden von der Putzindustrie als sogenannte Faserleichtputze angeboten. Die rein mineralischen, diffusionsoffenen und faserverstärkten Putze zeichnen sich durch geringe Rohdichte, niedrigen E-Modul und somit durch spannungsarmes Verhalten und hohe Elastizität aus. Seite 4 von 6 03 2010
Technische Information Tab. V3: Eignung mineralischer Außenputze (Unterputze) auf Untergründen auf Bisotherm-Mauerwerk: ( ) bedingt geeignet, ( ) geeignet, ( ) besonders geeignet, (-) ungeeignet Untergrund Mauerwerk aus Leichtbetonsteinen Schichthöhe 25 cm Wärmeleitfähigkeit λr (W/mK) > 0,18 Normalputz 0,12... 0,18 - < 0,12 - Mauerwerk aus Leichtbetonsteinen mit Wärmedämmfüllung Mauerwerk aus Leichtbetonsteinen Schichthöhe 50 cm Wärmeleitfähigkeit λr (W/mK) > 0,18 0,12... 0,18 - < 0,12 - Fertigteile aus Mauersteinen (Mauertafeln) 0,18 < 0,18 - Haufwerksporige Wandelemente Rohdichteklasse < 1,0 kg/dm³ Rohdichteklasse 1,0... 2,0 kg/dm³ Normalbeton 1,8 kg/dm³ Typ I Leichtputz Typ II Dämmputz Zur Erhöhung der Sicherheit gegen Schlagregen kann dem Oberputz ein hydrophobierendes Mittel zugegeben werden (Herstellerangaben beachten, siehe auch Hinweise zum Sockelputz weiter oben!). Zum Überstreichen der Putzoberfläche sind acrylhaltige Mittel nicht geeignet. Seite 5 von 6 03 2010
Verarbeitungshinweise für einlagigen Innenputz Technische Information Der Innenputz ist grundsätzlich nach DIN V 18550 auszuführen. Es können einlagige oder zweilagige Putzsysteme ausgeführt werden. Es sind alle gängigen Innenputze geeignet: Gipsgebundene Putze, z. B. Kalk-Gips-Putze zum Glätten oder Filzen Kalk- bzw. Kalk-Zementgebundene Putze (Normal- und Leichtputze) Lehmgebundene Putze Weitere zulässige Putze sind in DIN V 18550 sowie nachfolgender Tabelle aufgeführt. Tab. V4: Mineralische Putzsysteme für Innenputze auf Bisotherm-Mauerwerk Anforderung bzw. Putzanwendung Geeignete Putzsysteme 1) Üblichen Beanspruchung 2) Erhöhte Abriebfestigkeit (z.b. Treppenhäuser, Flure öffentlicher Gebäude u.a.) Feuchträume Ein- und mehrlagige Putzsysteme der Mörtelgruppen P Ic Leichtputz, Kalk- o. Kalkzementmörtel P II Leichtputz, Kalk- o. Kalkzementmörtel (Druckfestigkeit 5 N/mm² 3) ) P IVa, b, c Gips- o. Gipskalkmörtel Ein- und mehrlagige Putzsysteme der Mörtelgruppen P II Leichtputz, Kalk- o. Kalkzementmörtel (Druckfestigkeit 5 N/mm² 3) ) P IVa, b, c Gips- o. Gipskalkmörtel Es kommen die gleichen Putzsysteme zur Anwendung wie bei Außenwandputzen (s. Tab. V3) 1) Gemäß DIN V 18550-1, Tabelle 1 und DIN V 18550-2, Tabelle 2 2) Schließt die Anwendung in häuslichen Küchen und Bädern bei üblicher Beanspruchung ein 3) Ermittelt an Prismen gemäß DIN V 18550-3 Empfehlung: Neben DIN V 18550 empfehlen wir zusätzlich die Merkblätter: Leitlinien für das von Mauerwerk und Beton, Herausgeber: Industrieverband Werkmörtel e.v., Duisburg und die ergänzenden Erläuterungen von Leichtbeton und Beton - ist doch ganz leicht des Bundesverbandes der Leichtbetonindustrie e. V., Neuwied. Und das Merkblatt Egalisationsanstrich auf mineralischen Edelputzen des Bundesverband der Deutschen Mörtelindustrie e.v. Seite 6 von 6 03 2010