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Transkript:

Rosa Barba THE HIDDEN CONFERENCE: ABOUT THE DISCONTINUOUS HISTORY OF THINGS WE SEE AND DON T SEE, 2010 Filminstallation, 35-mm-Film, Farbe, Lichtton, 13:40 min (Filmstills) Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie. Erworben durch die Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst Kat. 1 Ernst Ludwig KIRCHNER Hiero Mit glyphen Beiträgen von Rosa Barba und Rudolf Stingel Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie Für die Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, herausgegeben von Joachim Jäger Mit Vorworten von Udo Kittelmann und Gabriele Quandt sowie Beiträgen von Tom Holert, Joachim Jäger, Felix Krämer und Hanna Strzoda

16 22 32 76 108 148 174 176 181 182 184 GruSSwort Vorwort Strichmuster Luftschatten Hieroglyphen Befreiung zum Kubischen. Carl Einsteins Negerplastik E. L. Kirchner Die Fabrikmarke meiner Kunst Davoser Robinsonade Die Hieroglyphen der Atelierecke Biografie Verzeichnis der ausgestellten Werke Literatur Bildnachweis Impressum Gabriele Quandt Udo Kittelmann Joachim Jäger Tom Holert Felix Krämer Hanna Strzoda Janina Dahlmanns

GruSSwort Über die letzten zurückliegenden Jahre hinweg zeigte die Nationalgalerie an ihren verschiedenen Häusern immer wieder in beein druckenden Ausstellungspräsentationen ihre umfangreichen und in ihrer Vielfalt einzigartigen Sammlungsbestände. Dieser Reichtum, besonders im Bereich der»klassischen Moderne«, barg manche Überraschung in sich, Vieles war unbekannt und erlangte erst durch diese Ausstellungen wieder Aufmerksamkeit, Manches konnte wiederentdeckt werden, was zuvor in den Depots lange verborgen war. Diese Ausstellungen haben auch nochmals dringlich die Notwendigkeit eines»museums des 20. Jahrhunderts«in Erweiterung und im Zusammenschluss mit der Neuen Nationalgalerie sehr überzeugend unterstrichen. Der so eindrucksvolle Kunstschatz der Nationalgalerie bedarf dabei nicht nur einem angemessenen und nachhaltigen Museumsgebäude, vielmehr bedarf dieser weiterhin einer systematischen Erforschung, wie wir es zurückblickend schon sehen und erfahren konnten. Scheint diese doch noch nicht abgeschlossen, wie man noch vor kurzem in der 17

sogenannten»neuen Galerie«im Hamburger Bahnhof anlässlich der Sammlungspräsentation»Die schwarzen Jahre«aufs Neue wieder einmal erfahren konnte. Mit der Ausstellung»Ernst Ludwig Kirchner: Hieroglyphen«beleuchtet die Nationalgalerie genau an diesem Ausstellungsort, dem»museum der Gegenwart«, einen ihrer bedeutendsten Sammlungsschwerpunkte und fügt damit der Aufarbeitung ihrer Sammlungsgeschichte ein weiteres Kapitel zu. Der Maler, Grafiker und Bildhauer Ernst Ludwig Kirchner zählt zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionismus und er schuf beginnend mit seinem Umzug nach Berlin 1911 einige seiner bedeutendsten Bilder, die geprägt sind von einer»sinnlichen Lust am Gesehenen als Ursprung aller bildenden Kunst von Anfang an«, wie es Kirchner einmal notierte. Kaum ein Museum in Deutschland kann den Reichtum im Schaffen von Kirchner so eindrücklich von seinem Beginn bis zum Spätwerk wiedergeben wie die Nationalgalerie, die in ihrem Sammlungsbestand 17 Werke des Künstlers hat. 18 19 Darunter das Porträt von Erna Schilling, deren Bekanntschaft Kirchner gleich nach seiner Übersiedlung nach Berlin machte und die ihm als Lebensgefährtin bis zu seinem Tod 1938 zur Seite stand. Dieses Bild gilt längst als ein Meisterwerk des expressionistischen Menschenbildes und es ist das erste Kirchner-Gemälde, das die Freunde der National galerie 1989 für die Nationalgalerie erworben haben. 2013 konnten die Freunde aus den Mitteln der Erbschaft von Manuela Müller den Kirchner-Bestand der Nationalgalerie mit dem Portrait von Max Liebermann aus dem Jahre 1926/28 wiederum bedeutungsvoll ergänzen. Dass dieses Bild im Rahmen der Ausstellung erstmalig der breiten Öffentlichkeit präsentiert wird, ist ein weiterer Grund sich auf diese Ausstellung zu freuen! Die bewegende Präsentation dieses Sammlungsbestandes verdanken wir Udo Kittelmann, Joachim Jäger und dem ganzen Team der Neuen Nationalgalerie, die mit der»neuen Galerie«im Hamburger Bahnhof eine spannende Interims-Bleibe gefunden hat. Für die organisatorische Umsetzung

und die Kommunikation der Ausstellung, die wie gewohnt in den Händen des Vereins-Teams liegt, danken wir André Odier, Katharina von Chlebowski, Lutz Driever, Marie-Helene Probst und Carlo Paulus für ihren Einsatz. Freuen wir uns darauf, den vertrauten Werken in dieser Fülle und angereichert um neue Blickwinkel wieder zu begegnen. Gabriele Quandt Vorsitzende Verein der Freunde der Nationalgalerie 20