Neue Lichtsignale Digitale Ansteuerung der Form- und Lichtsignale alter Bauart Digitale Ansteuerung der neuen Lichtsignale mit dem Keyboard Digitale Ansteuerung der neuen Lichtsignale mit Mtrack Gleisplanbeispiel Vorsignale Einstellen der Digital-Adresse über Mtrack Friedrich Bollow, Braunschweig 2004 1
Neue Lichtsignale Mit den neuen Lichtsignalen hat Märklin den Digital- Decoder und den Lichtsignal-Decoder in ein System integriert. Die Einstellung der Digital-Adresse erfolgt nicht mehr über einen DIL-Schalter sondern über einen Programmiervorgang. Entfallen ist auch ein Verdrahtungsproblem an den Digital-Decodern, Polaritäten von Schaltausgängen müssen nicht mehr beachtet werden. Die Eignung der Lichtsignale für die Mtrack-Betriebssoftware (Version 3.2) wird hier dargestellt. Digitale Ansteuerung der Form- und Lichtsignale alter Bauart Unterschiede in der Ansteuerung gab es bei den Formsignalen und bei den Lichtsignalen älterer Bauart nicht, die Signale wurden elektromechanisch über Doppelspulenantriebe oder bei 3-begriffigen Signalen über Antriebe mit einer dritten Spule geschaltet. Entsprechend wurden die Antriebe mit dem Impuls-Decoder k83 verbunden. Wollte der Modellbahner Lichtsignale mit allen vorkommenden Signalbildern einsetzen, wurde er bei Märklin nicht bedient, Fremdfabrikate gibt es jedoch in genügender Auswahl. Besonders erwähnt werden soll hier das Ausfahrsignal, welches mit integriertem Schutzsignal für Rangierfahrten innerhalb des Bahnhofs ausgestattet ist. Dazu kommt noch die Signalisierung von Hp 00 (zwei rote Lampen) und Hp 0 (eine rote Lampe). Für diese Signalbilder ist jedoch ein Signaldecoder notwendig. In dem MIBA-Beitrag Mit Logik-Gattern Lichtsignale schalten (In: MIBA, 46.Jg., Nr.1, 1/1994, 36-43) hat sich der Autor ausführlich mit dem Lichtsignaldecoder auseinander gesetzt und alle notwendigen Schaltungen veröffentlicht. Die digitale Ansteuerung erfolgte über den Relais-Schaltdecoder k84. Preiswerter ist die digitale Ansteuerung mit dem kompatiblen EDiTS-Decoder (Zeitschrift Elektor) möglich. Ein gewichtiger Unterschied ist mit der Ansteuerung über den Decoder k84 zu berücksichtigen. Während bei den 3-begriffigen Signalen die Rückstellung aus den Fahrtbegriffen über eine Spule (und damit einen Decoderausgang) erfolgte, war dies bei den 3- und mehrbegriffigen Signalen mit Signaldecoder so nicht möglich, jeder Ausgang des Schaltdecoders k84 muss individuell zurückgestellt werden. Diese Unterschiede in der Ansteuerung sind in Mtrack berücksichtigt, alle Original- Signalkomponenten und die Fabrikate mit Signaldecoder können richtig angesteuert werden. 2
Digitale Ansteuerung der neuen Lichtsignale mit dem Keyboard Die 2-begriffigen Signale werden über ein Tastenpaar am Keyboard geschaltet. Das 3-begriffige Hauptsignal (Hp 0,, ) wird mit einem Tastenpaar und der grünen Taste des folgenden Tastenpaares geschaltet. Die rote freie Taste muss funktionslos bleiben. Drei-begriffige Hauptsignale mit Schutzsignal sind nicht im Angebot, es muss das 4- begriffige Hauptsignal (74394) verwendet werden. Es wird je nach Einsatzort entweder oder verwendet. Das 4-begriffige Hauptsignal (Hp 00,,, Hp 0 mit Sh 1) wird durch zwei nebeneinanderliegende Tastenpaare am Keyboard geschaltet. Der Betrieb der Signale erfolgt in den Beispielen mit folgenden Adressen: Signaltyp Adressen Keyboard (Gruppe 5, Adressen 65 80) Einfahrsignal (74393) 65 und 66 1 rot 1 grün Hp 0 Ausfahrsignal (74394) 2 grün 73 und 74 9 rot 9 grün 10 rot 10 grün Hp 00 Hp 0 mit Sh 1 Die Rückstellung eines Fahrtbegriffs auf Hp 00 erfolgt auch für die Rangierfahrt (Hp 0 mit Sh 1) damit in einer dritten Variante, bisher war für das Schutzsignal ein eigenes Tastenpaar notwendig, jetzt nur noch eine Taste. Interessanter als die Tastenbedienung ist die Einbeziehung der Signale in die Fahrstraßen des Gleisbildstellwerks. Dabei werden selbsttätig die richtigen Signale und Signalbilder gewählt sowie nach der Zug- oder Rangierfahrt die Signale selbsttätig auf Hp 0 bzw. Hp 00 oder Sh 0 zurückgesetzt. Digitale Ansteuerung der neuen Lichtsignale mit Mtrack Die Betriebsmöglichkeiten der neuen Lichtsignale mit Mtrack zeigt die Tabelle. Typ Hp0 Hp1 Hp2 Hp00 Sh1 Sh0 Vr0 Vr1 Vr2 76391 [ [ ja 76393 [ [ [ ja 76394 [ [ [ [ [ Hp 00,, : ja 76383 [ [ [ ja 76395 [ [ [ [ [ ja 76397 [ [ [ [ [ [ ja 76371 [ [ ja 76372 [ [ ja Der Signaltyp 76394 wird mit der Mtrack-Version 3.3 voll unterstützt werden. 3
Test der Signalbilder mit M-Kommando Alle Signalbilder können nach der Einstellung der Digital-Adresse über das M- Kommando eingestellt werden. Bei der Einbindung der Signale in die Mtrack- Betriebsabläufe (reale Anlagensignale) sind die Signale nur über die Signalnamen steuerbar, das M-Kommando mit den passenden Adressen erzeugt dann die Fehlermeldung 16. Mit dem Gleisbildeditor werden an die zu testenden Signale zunächst keine Adressen zugewiesen. Deshalb empfehlen sich folgende Schritte bei der Inbetriebnahme der Signale: Einstellung der Digital-Adresse (Signalsteuermodul ist in der Verpackung) Entfernen des Signalsteuermoduls aus der Verpackung (Adressierbrücke wird entfernt) Test des Signals mit dem Keyboard oder mit dem Mtrack-M-Kommando Aufruf des Gleisbildeditors und Eintragen der Signaladressen Signaltest durch Fahrstraßenaufbau und Fahrstraßenabbau Die 2-begriffigen Signale gehen mit dem Mx+ Kommando in Fahrstellung und mit dem Mx- Kommando in Haltstellung. Das x kennzeichnet die Adresse im Digital- System. Die Signalbegriffe der 3- und 4-begriffigen Signale werden nach Tabelle eingestellt: Signaltyp Adressen M-Kommando Einfahrsignal (76393) 65 und 66 M65- M65+ Hp 0 Ausfahrsignal (76394) M66-73 und 74 M73- M73+ M74- M74+ Hp 00 Hp 0 mit Sh 1 4
Gleisplanbeispiel Das Signal B (Einfahrsignal) und das Signal P2 (Ausfahrsignal mit Schutzsignal 22) sind real vorhanden, die anderen Signale sind Signaldummys, die auf dem Gleisbildmonitor vorhanden sind, nicht aber auf der Anlage. In Gleis 1 sind die Schutzsignale 12 und 13 den Signalen N1 und P1 zugeordnet, in Gleis 2 hat das Signal N2 das Signal 21 und Signal P2 das Signal 22 im Signalschirm. Die mit dem Gleisbildeditor vorgenommenen Einträge zeigt die Tabelle: Signal Eintrag 11 (11 ) 5 N1 (N1 ) 12 5 _ P1 (P1 ) 13 5 _ 14 (14 ) 5 B (B ) 65_ +66 5 _ N2 (N2 ) 21 5 _ P2 (P2 ) 73_ +74 22 5 _ Das Ausfahrsignal P2 ist vom Typ 76394 und zeigt mit Mtrack 3.2 die drei Signalbilder für Zugfahrstraßen Hp 00, und. Das Signalbild für Rangierfahrstraßen Hp 00 mit Sh 1 ist derzeit noch nicht in die selbsttätigen Funktionsabläufe eingebunden. Dennoch können alle Signalbilder gezeigt werden, wenn das Signal P2 im Gleisbildeditor als Signaldummy markiert wird und die M-Kommandos in die Fahrstraßenmakros integriert werden. Bei der zuggesteuerten Fahrstraßenauflösung nimmt das Signal auch selbsttätig wieder Hp 00 an, wenn in der Fahrstraßendatei nach dem Doppelpunkt das M-Kommando für die Hp 00-Stellung eingesetzt wird. In der Mtrack-Version 3.3 ist dieser Funktionsersatz nicht mehr erforderlich. Vorsignale Vorsignale dienen real zur Ankündigung des Signalbildes eines folgenden Hauptsignals, sie sind im Bremswegabstand vor dem Hauptsignal angeordnet. Lichtvorsignale am Mast eines Hauptsignals werden mit den Signalbildern Hp 00 und Hp 0 dunkelgeschaltet. Vorsignale spiegeln wenn verschiedene Signalbegriffe angezeigt werden können den zu erwartenden Signalbegriff des zugeordneten Hauptsignals 5
wieder und werden im Regelfall nicht gesondert bedient sondern vom Hauptsignal gesteuert. Bei Mtrack sind Vorsignale deshalb nicht auf dem Gleisbild eingetragen, sie werden mit den Hauptsignalen gesteuert. Das Gleiche gilt für die neuen Lichtsignale, Vorsignale sind am Signalsteuermodul des Hauptsignals angeschlossen. Am Vorsignalstandpunkt ist aber ein Rückmeldeabschnitt vorteilhaft, denn bei Halt zeigendem Hauptsignal wird hier der Bremsvorgang durch eine kleinere Fahrstufe eingeleitet. Einstellen der Digital-Adresse über Mtrack Als Adressen für den Signaltyp 76394 sollen 68 und 69 vergeben werden. 1. Bei ausgeschalteter Anlage Signalsteuermodul in die Verpackung (mit Blechstreifen) einlegen 2. Anlage einschalten 3. Mtrack Betriebssoftware starten, Initialisierung von Anlage und Gleisbild abwarten 4. Uhr stoppen, keine Betriebsfunktionen ausführen 5. Kommando Q0 geben 6. Kommando Q1 geben und innerhalb der nächsten 30 s... 7. Kommando M68+ geben (die weiteren Kommandos sind nicht mehr zeitgebunden) 8. Kommando M69+ geben 9. Anlage ausschalten 10. Signalsteuermodul aus der Verpackung nehmen 11. Anlage einschalten 12. Signal mit M-Kommandos testen: Ausfahrsignal (76394) M68- M68+ M69- M69+ Hp 00 Hp 0 mit Sh 1 Hinweis: Die Einstellung der Digital-Adresse erfolgte bei den Tests zunächst mit dem Keyboard nach Anleitung zum Signal 76394 auf Seite 16. Die Anleitung ist jedoch nicht widerspruchsfrei und das Verhalten der LEDs beim Programmiervorgang ist nicht so wie dort beschrieben, der Programmiervorgang aber erfolgreich. Ob das hier beschriebene Verfahren mit den Mtrack-M-Kommandos immer funktioniert, muss beobachtet werden. Exakte technische Angaben zum Programmiervorgang sind nicht bekannt. Dem Autor sind keine Fehler bei der Adresseinstellung mit den M-Kommandos aufgefallen. Wenn Schritt 12 nicht funktioniert, gilt: Noch einmal von vorn anfangen. Das Einlegen des Signalsteuermoduls in die Verpackung mit dem Blechstreifen ist fummelig und nur mit einem Hilfswerkzeug (kleiner Schraubendreher) auszuführen. Natürlich darf man das Herausnehmen aus dieser Verpackung vor Betriebsbeginn nicht vergessen. 6