Einfluss von Industrie 4.0 auf die Standortbestimmung für die Industriegüterproduktion. Bachelorarbeit

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1 Einfluss von Industrie 4.0 auf die Standortbestimmung für die Industriegüterproduktion Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Science (B. Sc.) im Studiengang Wirtschaftswissenschaft der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover vorgelegt von: Name: Grasmeyer Vorname: Sandra Geb. am: In: Hannover Prüfer: Prof. Dr. M. H. Breitner Hannover, den* *(Datum der Beendigung der Arbeit)

2 Inhaltsverzeichnis Tabellenverzeichnis... II Abkürzungsverzeichnis... III 1 Einleitung Relevanz und Motivation Aufbau der Arbeit Grundlagen Industrie Begriffsabgrenzung und Definition Technologische Grundlagen der Industrie Industriegüterproduktion und Umsetzung von Industrie Grundlagen zur Standortbestimmung Definitionen Standortfaktoren Standortwahl Industriestandorttheorie nach Alfred Weber Optimierungsmodelle Standortbestimmung für die Industriegüterproduktion Relevante Standortfaktoren der Industriegüterproduktion Kriterien für einen Standortfaktorenkatalog Standortfaktorenkatalog Limitationen Zusammenfassung und Ausblick Literaturverzeichnis Anhang Ehrenwörtliche Erklärung I

3 1 Einleitung Mit dem Internet der Dinge steht die Wirtschaft an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution. Die vierte industrielle Revolution trägt den Namen Industrie 4.0 und ist ein Zukunftsprojekt der deutschen Bundesregierung. Es soll dazu dienen den Produktionsstandort Deutschland auch in Zukunft zu sichern und im Wettbewerb gegen die Niedriglohnländer soll Deutschland wettbewerbsfähig bleiben (vgl. Plattform Industrie , S. 10; Bauernhansl et al. 2014, S. 633). 1.1 Relevanz und Motivation Für Unternehmen ist es wichtig einen guten Standort für ihre unternehmerischen Tätigkeiten zu finden. Mit theoretischen Modellen wurde zunächst von Standortforschern versucht die Verteilung landwirtschaftlicher Betriebe zu begründen und später durch den Industrialisierungsprozess trat die Standortwahl von Industriebetrieben in den Mittelpunkt der Standortforschung. Ziel war es, Erklärungsansätze für Standortentscheidungen von Industriebetrieben zu finden. Jeder neue Standort für die Produktion, Verwaltung oder andere Teile der Unternehmung stellt eine Investition dar. Diese Investition sollte vorab gut durchdacht und geplant werden, da jede Investition ein Risiko ist. Fehlinvestitionen könnten für ein Unternehmen negative Auswirkungen haben. Es zeigt sich, dass Regionen, die dem wirtschaftlichen und technischen Wandel nicht folgen, beim Standortwettbewerb nicht mithalten können. Dagegen profitieren Regionen, die mit den veränderten Standortanforderungen wachsen. Zum Beispiel ist das Silicon Valley durch die Ballung von hochtechnologischen Unternehmen in Verbindung mit hochmoderner Kommunikationstechnologie und attraktiver Lebensqualität erfolgreich und steigert die Innovationskraft (vgl. Schultz 2014, S. 295). Unternehmen können nicht losgelöst von ihrem geografischen Raum agieren. Sie stehen mit ihrem Standort in einem Abhängigkeitsverhältnis. Unternehmen sind auf räumliche Gegebenheiten wie z.b. eine gute Infrastrukturanbindung und ein ausreichendes Angebot an Arbeitskräften angewiesen. 1

4 Die Standortwahl ist eine Entscheidung mit langfristiger Wirkung, welche über Erfolg oder Misserfolg eines Betriebes wesentlich mitbestimmen kann (vgl. Liefner und Schätzl 2012, S. 10). Der Standort einer Fabrik hat genau wie ein Produkt einen Lebenszyklus. Ein Produkt wird geplant, entwickelt, hergestellt, produziert, benutzt, repariert und am Ende des Lebenszyklus verschrottet oder recycelt (vgl. Plattform Industrie , S. 49). Auch der Standort der Fabrik muss geplant werden. Nach der Standortfindung wird die Fabrik gebaut, der Anlauf der Produktion muss realisiert werden, es muss produziert werden, man muss sie Instandhalten, optimieren, und am Ende des Lebenszyklus modernisieren, demontieren oder verkaufen (vgl. Bauernhansl et al. 2014, S. 371). Die Abbildung 1 verdeutlicht den Lebenszyklus eines Standortes und eines Produktes. Abbildung 1: Lebenszyklus in der Produktion Quelle 1: Eigene Darstellung in Anlehnung an Plattform Industrie , S. 49; Bauernhansl et al. 2014, S. 371 In dieser Arbeit wird die erste Stufe des Lebenszyklus, die Standortplanung und genauer die Standortwahl von potentiellen verfügbaren Standorte, für eine Industriegüterproduktion näher betrachtet. Mit dem Begriff Industrie 4.0 werden häufig weitere Begriffe, wie Internet der Dinge, Cyber Physical Systems (CPS) und Data Mining, verwendet. Es soll eine Vernetzung beim Herstellungsprozess über Mensch, Maschine und Produkt über Schnittstellen zum Internet entstehen (vgl. Plattform Industrie , S. 8). Durch die 2

5 Vernetzung entstehen intelligente Produkte und neue Verfahren und Prozesse in einer intelligenten Fabrik, die sogenannte Smart Factory. In dieser Arbeit soll untersucht werden ob die technologischen Anforderungen der Industrie 4.0 Einfluss auf die Standortwahl hat. Die Forschungsfragen für diese Arbeit sind: Haben die technologischen Anforderungen der Industrie 4.0 Einfluss auf die Standortwahl? Verändert die Industrie 4.0 die Gewichtung der Standortfaktoren für Industrieunternehmen? 1.2 Aufbau der Arbeit Im zweiten Kapitel werden zunächst die Grundlagen für die Industrie 4.0 erläutert. Es werden die wichtigsten technologischen Anforderungen an die Industrie 4.0 definiert und die Umsetzung von Industrie 4.0 in einer Industriegüterproduktion dargestellt. Im dritten Kapitel werden die Grundlagen für die Standortwahl erläutert und die Begriffe definiert. Auf Grundlage der Kapitel zwei und drei, werden dann im vierten Kapitel die Standortfaktoren für eine Industriegüterproduktion bestimmt. Im fünften Kapitel wird dieser erarbeitete Standortfaktorenkatalog erläutert und wie er in der Praxis eingesetzt werden kann. Im sechsten Kapitel werden Handlungsempfehlungen die aufbauend auf den Standortkatalog gegeben und weiterhin Grenzen für die Standortbestimmung genannt. Im letzten Kapitel folgt eine Zusammenfassung und ein Ausblick. Der Aufbau der Arbeit kann in der Abbildung 2 auf der folgenden Seite entnommen werden. 3

6 Abbildung 2: Aufbau der Arbeit Einleitung Problemstellung der Arbeit Motivation und Zielsetzung Aufbau der Arbeit Industrie 4.0 Grundlagen zur Industrie 4.0 Standortplanung Grundlagen zur Standortplanung Ergebnis Wichtige Standortfaktoren Standortfaktorenkatalog Limitationen Grenzen der Standortplanung Fazit Zusammenfassung und Ausblick Quelle 2: Eigene Darstellung 4

7 7 Zusammenfassung und Ausblick Die vierte industrielle Revolution bringt in der Industriegüterproduktion komplexe Veränderung in der IT-Infrastruktur mit sich. Auch die Anforderungen an den Arbeitnehmer hinsichtlich ihrer Qualifikationen und ihrer Arbeitsaufgaben in der Produktion werden sich verändern. Damit die Industrie 4.0 gelingt braucht ein Industrieunternehmen qualifizierte Arbeitskräfte. Damit die vernetzte Produktion von den qualifizierten Fachkräften gesteuert werden kann, bekommen die weichen Standortfaktoren eine große Wichtigkeit in der Standortwahl zugesprochen. Auch in Unternehmensbefragungen werden die weichen Standortfaktoren als genauso wichtig angesehen wie die harten Standortfaktoren. Sogar emotionale Werte, wie Unternehmenshistorie, fließen in die Standortentscheidungen mit ein. Allerdings kann durch das Internet der Dinge und die Vernetzung der Produkte, Maschinen und der Arbeitskraft über Schnittstellen zum Internet ganze Produktionsanlagen aus der Ferne gesteuert werden. So kann die in der Vergangenheit seltene Ressource einer hoch qualifizierten Arbeitskraft auch in der Ferne arbeiten. Ebenso können Arbeitskräfte vor Ort über das Internet innerhalb kürzester Zeit mit der hoch qualifizierten Fachkraft Fragen und Probleme klären. Damit dies geling muss an dem Standort eine hohe Breitbandverfügbarkeit sein. Die Industrie 4.0 soll Innovativ sein und über den Herstellungsprozess der Industriegüter hinausgehen. Damit dieser Ansatz umgesetzt werden kann und ein Unternehmen schnell Zugang zu neuen Technologien hat, sollte der Standort in der Nähe von Forschungszentren liegen. Durch die Nähe zum Forschungszentrum (z.b. Universitäten und Fachhochschulen) profitiert das Unternehmen nicht nur über das Wissen, sondern kann gleichzeitig den Fortbestand an qualifizierten Fachkräften sichern. 39

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