Systemprogrammierung
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- Annegret Klein
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1 Systemprogrammierung Dateisystem 2./5. Februar 2009 Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A - 1
2 15 Implementierung von Dateien 15Implementierung von Dateien Überblick Medien Speicherung von Dateien Freispeicherverwaltung Beispiele: Dateisysteme unter UNIX und Windows Dateisysteme mit Fehlererholung Datensicherung Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-2
3 15.1Medien 1 Festplatten 15 Implementierung von Dateien 15.1 Medien Häufigstes Medium zum Speichern von Dateien Aufbau einer Festplatte Schreib-, Lesekopf Sektoren Zylinder Spur Plattenarme Kopf schwebt auf Luftpolster Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-3
4 1 Festplatten (2) 15 Implementierung von Dateien 15.1 Medien Sektoraufbau Spur Sektor Lücke Schreib- Lesekopf Breite der Spur: 5 10 µm Präambel 4096 Datenbits ECC Spuren pro Zentimeter: Breite einzelner Bits: 0,1 0,2 µm nach Tanenbaum/Goodman 1999 Zonen Mehrere Zylinder (10 30) bilden eine Zone mit gleicher Sektorenanzahl (bessere Plattenausnutzung) Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-4
5 1 Festplatten (3) 15 Implementierung von Dateien 15.1 Medien Datenblätter von drei Beispielplatten Plattentyp Fujitsu M2344 (1987) Seagate Cheetah Seagate Barracuda Kapazität 690 MB 300 GB 400 GB Platten/Köpfe 8 / 28 4 / Zylinderzahl Sektoren Cache - 4 MB 8 MB Posititionier -zeiten Spur zu Spur 4 ms 0,5 ms - mittlere 16 ms 5,3 ms 8 ms maximale 33 ms 10,3 ms - Transferrate 2,4 MB/s 320 MB/s -150 MB/s Rotationsgeschw U/min U/min U/min eine Plattenumdrehung 16 ms 6 ms 8 ms Stromaufnahme? W 12,8 W Januar 2009: Kapazität bis 2 TB, bis U/min, Transferrate bis 1,6 GB/s Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-5
6 1 Festplatten (4) 15 Implementierung von Dateien 15.1 Medien Zugriffsmerkmale blockorientierter und wahlfreier Zugriff Blockgröße zwischen 32 und 4096 Bytes (typisch 512 Bytes) Zugriff erfordert Positionierung des Schwenkarms auf den richtigen Zylinder und Warten auf den entsprechenden Sektor heutige Platten haben internen Cache und verbergen die Hardware-Details Blöcke sind üblicherweise nummeriert früher getrennte Nummerierung: Zylindernummer, Sektornummer heute durchgehende Nummerierung der Blöcke Kompatibilität zu alten Betriebssystemen wird durch logical CHS (Cylinder/Head/Sector)-Umrechnung hergestellt Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-6
7 2 CD-ROM 15 Implementierung von Dateien 15.1 Medien Aufbau einer CD Spirale, beginnend im Inneren Umdrehungen (600 pro mm) Gesamtlänge 5,6 km Pit Land Pit: Vertiefung, die von einem Laser abgetastet werden kann Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-7
8 2 CD-ROM (2) 15 Implementierung von Dateien 15.1 Medien Kodierung Symbol: ein Byte wird mit 14 Bits kodiert (kann bereits bis zu zwei Bitfehler korrigieren) Frame: 42 Symbole werden zusammengefasst (192 Datenbits, 396 Fehlerkorrekturbits) Sektor: 98 Frames werden zusammengefasst (16 Bytes Präambel, 2048 Datenbytes, 288 Bytes Fehlerkorrektur) Effizienz: 7203 Bytes transportieren 2048 Nutzbytes Transferrate Single-Speed-Laufwerk: 75 Sektoren pro Sekunde ( Bytes pro Sekunde) 40-fach-Laufwerk: 3000 Sektoren pro Sekunde ( Bytes pro Sekunde) 52-fach-Laufwerk: Bytes pro Sekunde Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-8
9 2 CD-ROM (3) 15 Implementierung von Dateien 15.1 Medien Kapazität ca. 650 MB Varianten CD-R (Recordable): einmal beschreibbar CD-RW (Rewritable): mehrfach beschreibbar DVD (Digital Versatile Disk) kleinere Pits, engere Spirale, andere Laserlichtfarbe einseitig oder zweiseitig beschrieben ein- oder zweischichtig beschrieben Kapazität: 4,7 bis 17 GB Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-9
10 15.2Speicherung von Dateien 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien Dateien benötigen oft mehr als einen Block auf der Festplatte Welche Blöcke werden für die Speicherung einer Datei verwendet? 1 Kontinuierliche Speicherung Datei wird in Blöcken mit aufsteigenden Blocknummern gespeichert Nummer des ersten Blocks und Anzahl der Folgeblöcke muss gespeichert werden Vorteile Zugriff auf alle Blöcke mit minimaler Positionierzeit des Schwenkarms Schneller direkter Zugriff auf bestimmter Dateiposition Einsatz z. B. bei Systemen mit Echtzeitanforderungen Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-10
11 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien 1 Kontinuierliche Speicherung (2) Probleme Finden des freien Platzes auf der Festplatte (Menge aufeinanderfolgender und freier Plattenblöcke) Fragmentierungsproblem (Verschnitt: nicht nutzbare Plattenblöcke; siehe auch Speicherverwaltung) Größe bei neuen Dateien oft nicht im Voraus bekannt Erweitern ist problematisch Umkopieren, falls kein freier angrenzender Block mehr verfügbar Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-11
12 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien 1 Kontinuierliche Speicherung (3) Variation Unterteilen einer Datei in Folgen von Blöcken (Chunks, Extents) Blockfolgen werden kontinuierlich gespeichert Pro Datei muss erster Block und Länge jedes einzelnen Chunks gespeichert werden Problem Verschnitt innerhalb einer Folge (siehe auch Speicherverwaltung: interner Verschnitt bei Seitenadressierung) Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-12
13 2 Verkettete Speicherung 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien Blöcke einer Datei sind verkettet z. B. Commodore Systeme (CBM 64 etc.) Blockgröße 256 Bytes die ersten zwei Bytes bezeichnen Spur- und Sektornummer des nächsten Blocks wenn Spurnummer gleich Null: letzter Block 254 Bytes Nutzdaten Datei kann wachsen und verlängert werden Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-13
14 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien 2 Verkettete Speicherung (2) Probleme Speicher für Verzeigerung geht von den Nutzdaten im Block ab (ungünstig im Zusammenhang mit Paging: Seite würde immer aus Teilen von zwei Plattenblöcken bestehen) Fehleranfälligkeit: Datei ist nicht restaurierbar, falls einmal Verzeigerung fehlerhaft schlechter direkter Zugriff auf bestimmte Dateiposition häufiges Positionieren des Schreib-, Lesekopfs bei verstreuten Datenblöcken Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-14
15 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien 2 Verkettete Speicherung (3) Verkettung wird in speziellen Plattenblocks gespeichert FAT-Ansatz (FAT: File Allocation Table), z. B. MS-DOS, Windows 95 FAT-Block Blöcke der Datei: 3, 8, 1, 9 erster Dateiblock Vorteile kompletter Inhalt des Datenblocks ist nutzbar (günstig bei Paging) mehrfache Speicherung der FAT möglich: Einschränkung der Fehleranfälligkeit Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-15
16 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien 2 Verkettete Speicherung (4) Probleme mindestens ein zusätzlicher Block muss geladen werden (Caching der FAT zur Effizienzsteigerung nötig) FAT enthält Verkettungen für alle Dateien: das Laden der FAT-Blöcke lädt auch nicht benötigte Informationen aufwändige Suche nach dem zugehörigen Datenblock bei bekannter Position in der Datei häufiges Positionieren des Schreib-, Lesekopfs bei verstreuten Datenblöcken Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-16
17 3 Indiziertes Speichern 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien Spezieller Plattenblock enthält Blocknummern der Datenblocks einer Datei Indexblock Blöcke der Datei: 3, 8, 1, erster Dateiblock Problem feste Anzahl von Blöcken im Indexblock Verschnitt bei kleinen Dateien Erweiterung nötig für große Dateien Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-17
18 3 Indiziertes Speichern (2) 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien Beispiel UNIX Inode direkt 0 direkt 1 Datenblöcke direkt 9... einfach indirekt zweifach indirekt dreifach indirekt Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-18
19 3 Indiziertes Speichern (3) 15 Implementierung von Dateien 15.2 Speicherung von Dateien Einsatz von mehreren Stufen der Indizierung Inode benötigt sowieso einen Block auf der Platte (Verschnitt unproblematisch bei kleinen Dateien) durch mehrere Stufen der Indizierung auch große Dateien adressierbar Nachteil mehrere Blöcke müssen geladen werden (nur bei langen Dateien) Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-19
20 15.3Freispeicherverwaltung 15 Implementierung von Dateien 15.3 Freispeicherverwaltung Prinzipiell ähnlich wie Verwaltung von freiem Hauptspeicher Bitvektoren zeigen für jeden Block Belegung an verkettete Listen repräsentieren freie Blöcke Verkettung kann in den freien Blöcken vorgenommen werden Optimierung: aufeinanderfolgende Blöcke werden nicht einzeln aufgenommen, sondern als Stück verwaltet Optimierung: ein freier Block enthält viele Blocknummern weiterer freier Blöcke und evtl. die Blocknummer eines weiteren Blocks mit den Nummern freier Blöcke Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-20
21 15.4Beispiel: UNIX File Systems 1 System V File System 15 Implementierung von Dateien 15.4 Beispiel: UNIX File Systems Blockorganisation isize Inodes Super Block Datenblöcke (Dateien, Kataloge, Indexblöcke) Boot Block Boot Block enthält Informationen zum Laden eines initialen Programms Super Block enthält Verwaltungsinformation für ein Dateisystem Anzahl der Blöcke, Anzahl der Inodes Anzahl und Liste freier Blöcke und freier Inodes Attribute (z.b. Modified flag) Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-21
22 15 Implementierung von Dateien 15.4 Beispiel: UNIX File Systems 2 BSD 4.2 (Berkeley Fast File System) Blockorganisation erste Zylindergruppe zweite Zylindergruppe Boot Block Inodes Super Block Cylinder Group Block Datenblöcke Zylindergruppe: Menge aufeinanderfolgender Zylinder (häufig 16) Kopie des Super Blocks in jeder Zylindergruppe freie Inodes u. freie Datenblöcke werden im Cylinder Group Block gehalten eine Datei wird möglichst innerhalb einer Zylindergruppe gespeichert Vorteil: kürzere Positionierungszeiten Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-22
23 3 Linux EXT2 File System 15 Implementierung von Dateien 15.4 Beispiel: UNIX File Systems Blockorganisation erste Blockgruppe zweite Blockgruppe Boot Block Super Block Cylinder Group Block Inodes Datenblöcke Bitmaps (Blöcke, Inodes) Blockgruppe: Menge aufeinanderfolgender Blöcke Ähnliches Layout wie BSD FFS Blockgruppen unabhängig von Zylindern Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-23
24 15.5Beispiel: Windows NT (NTFS) 15 Implementierung von Dateien 15.5 Beispiel: Windows NT (NTFS) Dateisystem für Windows NT Datei beliebiger Inhalt; für das Betriebssystem ist der Inhalt transparent Rechte verknüpft mit NT-Benutzern und -Gruppen Datei kann automatisch komprimiert oder verschlüsselt gespeichert werden große Dateien bis zu 2 64 Bytes lang Hard links: mehrere Einträge derselben Datei in verschiedenen Katalogen möglich Dateiinhalt: Sammlung von Streams Stream: einfache, unstrukturierte Folge von Bytes "normaler Inhalt" = unbenannter Stream (default stream) dynamisch erweiterbar Syntax: dateiname:streamname Jürgen Kleinöder Universität Erlangen-Nürnberg Informatik 4, 2009 WS 2008/09 Systemprogrammierung (15-FS.fm ) A 15-24
Systemprogrammierung
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