Ausbildungsbehelf Strassenrettung
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- Agnes Gärtner
- vor 9 Jahren
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1 Ausbildungsbehelf Strassenrettung Grundsätzlicher Einsatzablauf: - Genaue Pagerablesung vornehmen! - 1. Offizier im Depot ist Einsatzleiter - KOWA mit 3 Personen (Fahrer, Einsatzleiter und weiterer AdF {wenn möglich Zentralist})! Wenn besetzt, abfahren (Vorsprung für Einweisung und REKO) - 1. Chauffeur TLF besetzen, 2. Chauffeur RW besetzen - Ausfahren restlicher Fahrzeuge im Konvoi! - Bereits während der Fahrt zum Einsatzort, Ausrüsten mit Gummihandschuhen! Am Schadenplatz: Aus Sicht Einsatzleiter: - nach Eintreffen auf dem Unfallplatz, Kontaktaufnahme mit Polizei, Sanität oder Anwesenden Passanten, REKO.. - KOWA muss besetzt bleiben! - Einweisung der nachfolgenden Fahrzeuge durch 3. AdF in KOWA, nach Angaben des Einsatzleiters - Vorab komplette Strassensperrung veranlassen (wenn möglich sofort), sicher bis Einsatzfahrzeuge platziert sind! Je nach Situation kann der Verkehr in einer zweiten Phase entsprechend am Unfallort vorbeigeleitet werden! - Übersicht über Ausmass des Unfalls verschaffen! Entschlussfassung! 1. Schadenplatzorganisation - Strassensicherung (Persönliche Sicherheit steht immer im Vordergrund) - Betreuung der Verletzten Personen. Betreuung in Absprache mit dem Rettungsteam! Allenfalls umgehend und in den meisten Fällen Halskragen anbringen - Brandschutz (je nach Situation) erstellen (im Minimum Schnellangriff und Pulverlöscher). Bei grossen Mengen Benzin, Schaumteppich legen...! - Fahrzeuge stromlos machen (Batterie abklemmen), wenn dies ohne weiteres möglich ist (sicher aber Zündung ausschalten)! - Ausleuchtung des Schadenplatzes sicherstellen - Betreuungsöffnungen verschaffen (möglichst Patientenschonend) - Bereitstellungsplatz für Medizinisches Material (abstand zum Fahrzeug mind. 5 m) - Bereitstellungsplatz für Bergungswerkzeug (abstand zum Fahrzeug mind. 5 m) - Stromzufuhr zu Rettungsgeräten sicherstellen - Wenn möglich schonungsvolle Patientenbergung! - Ruhiges Arbeiten in Trupps (2 Mann), möglichst wenig Personen am Fahrzeug!!!! - Absperren des Schadenplatzes (gegen Gaffer etc.)
2 2. Technische Rettungsmassnahmen - Airbag Sicherung anbringen - Probelauf der Bergungswerkzeuge am Bereitstellungsplatz - Wenn möglich nur ein Werkzeug (Spreizer oder Schere) am Fahrzeug - Ein Werkzeugführer, ein Bergungsoffizier beim Fahrzeug. Der Werkzeugführer setzt die Arbeiten entsprechend um, die vom Offizier gefordert werden! - Fahrzeug unterbauen (möglichst erschütterungsfrei machen) - Scheiben entfernen (falls notwendig, oder von Vorteil für die Bergung)! Achtung!!!! Schützen von Patient und Betreuer (Glassplitter- und staub) - Öffnen der Türen mit Spreizer! Grundsätzlich am Türscharnier! Motorhaube und Kotflügel zusammenpressen um Öffnung für Spreizerspitzen zu erhalten! - Entfernen des Daches! Folgende Schnitte werden, wenn möglich genau in aufsteigender Weise vorgenommen: A-Säule B-Säule C-Säule Wenn möglich ca cm der A-Säule bestehen lassen, damit der Rettungs-Zylinder angesetzt werden kann! Immer auf der Patientenseite b i! Wenn möglich Gurt auch mitschneiden. Auf Gurtmontageplatte achten beim Schneiden! Eventuell gibt es eine D- Säule (bei Kombis). Diese am Schluss bearbeiten! Komplettes Dach entfernen! Immer nach hinten!! Auf Glas und Hydraulikschläuche achten (Stolpergefahr!!!) Bergung immer in Absprache mit Rettungssanitäter oder Notarzt!!!!
3 - Wenn zu wenig Beinfreiheit, Habegger, Rettungszylinder, Spreizer oder Kettensatz einsetzen, um eingeklemmte Beine zu befreien! - Allenfalls weitere Befreiungsschnitte anbringen: Sitz schneiden, bei zweitürigen Fahrzeugen allenfalls spezielle Schnitte vornehmen (Befreiungsöffnung!!) 3. Bergung resp. Befreiung des Patienten In Zusammenarbeit und in Absprache mit den Nothilfeorganen die Bergung des Patienten vornehmen! Folgende Bergemittel können eingesetzt werden: - KED (Kendrick-Extrication-Device) (siehe separate Ausbildungsseiten) - Rettungsbrett - Vakuummatratze - Schaufelbahre - Bergerbahre Wenn der Patient geborgen und der Rettungsorganisation übergeben wurde, in Absprache mit den Polizeiorganen die Räumung der Unfallstelle in die Wege leiten! 4. Technische Angaben der verschiedenen Geräte Hydraulisches Rettungsgerät LUKAS Unser Rettungsgerät ermöglicht den gleichzeitigen Einsatz von Schere und Spreizer oder von Zylinder! Die beiden Bedienhebel an der Rückseite des Ventils sind vor der Inbetriebnahme (nach Retablierung) auf Stellung T (Tank)! In dieser Stellung können die Rettungsgeräte nicht bedient werden. Nachdem der Elektromotor per Schalter gestartet wurde, müssen beide Hebel in die Stellung A (Arbeit) gebracht werden! Für den Werkzeugwechsel soll der entsprechende Hebel (gelber oder roter Schlauch) auf Stellung T umgestellt werden um ein problemloses Wechseln der Geräte zu ermöglichen!
4 Spreizer LSP 40EN Der Spreizer entwickelt an den Spitzen 4 to Spreizkraft! Maximale Spreizkraft ist 23 to! Die max. Öffnungsweite beträgt 72 cm! Die Multifunktionsspitze ermöglicht 4 Funktionen: Spreizen, Quetschen, Schälen und die Aufnahme des Kettensatzes KSS 20. Schneidgerät LS 330EN Die Schere hat eine maximale Kraft von ca. 44 to (an der Bolzenschneidkante. Die Öffnungsweite beträgt ca. 23 cm! Es ist aufgrund der grossen Schneidkraft zu empfehlen, jeweils in mehreren Schnittanläufen, wenn immer möglich möglichst nah am Drehpunkt zu Schneiden. So erzielt man die besten Resultate!! Hydraulikzylinder LTR 6/570 Unser Hydraulikzylinder ist teleskopierbar und erreicht einen maximalen Hub von 570 mm! Die eingefahrene Länge beträgt 460mm. Die minimale Kraft beträgt 6 t. Maximal 19 t. Das Gewicht liegt bei 16,9 kg. Pedalschneider LSH 3 Der Pedalschneider ermöglicht das schneiden von Vollstahl bis 12 mm! Pedale, Steuerräder und Ganghebel... Seitenverstrebungen und Nackenstützen. Schneiden von Gitterstäben etc. Habegger, Titanverankerung und Umlenkrollen Der Habegger wird eingesetzt um das Fahrzeug zu sichern, zu bergen, zu stabilisieren oder zu strecken. Mit der Umlenkrolle kann ich die Zugkraft verstärken! Die Titanverankerung kann eingesetzt werden, wenn kein Sicherungspunkt vorhanden ist. Achtung!!! Nie an Fahrzeugen, Seile oder Struppen zur Sicherung des Unfallfzg. anbringen!!!
5 5. Einsatzschema (normal) bei Verkehrsunfall 1 Einsatzleiter, 2 Brandschutz Schnellangriff, 3 Brandschutz Unterstützung, 4 Brandschutz/Pulverlöscher, 5 Bergungswerkzeug Spreizer, 6 Bergungswerkzeug Schere, 7 Truppführer Bergung, 8 Maschinist Rüstwagen, 9 Maschinist Tanklöschfahrzeug, 10 Verkehrsdienst. Es fehlt: Patientenbetreuung durch Sanität und Feuerwehr 6. Schwerer Rettungsdienst (Lastwagenbergung) Sind schwere Fahrzeuge (Lastwagen, schwere Lieferwagen etc.) am Unfall beteiligt, sind einige Punkte speziell zu beachten: - das Abstellen des Dieselbetriebenen Fahrzeugs kann nicht in jedem Fall mittels Zündschlüssel vorgenommen werden. Folgende Alternativen stehen zur Verfügung: o Abstellen mittels Staudruckbremse (Motorbremse) o Abstellen mittels Abwürgen (grosser Gang wählen), bei Fzg mit Automatikgetriebe nicht möglich... o Hauptschalter ausserhalb Kabine (vorwiegend bei Fzg. mit orangen Tafeln) o Abstellen mittels zubringen von CO2 (Löscher) in die Ansauganlage! - Sämtliche Bauteile sind schwerer als bei herkömmlichen Fahrzeugen (Türen, Frontscheibe etc.) - Grosse Arbeitshöhe (Arbeitsplattform oder dergleichen einsetzen) - Sitz- und Lenkradverstellung kann Bergung vereinfachen - Achtung... Luftgefederte Kabine resp. Chassis, kann Bergung erschweren! - Kabine gegen herunterklappen (Kabinen Kippeinrichtung) sichern!!!! - Auf Beladung des LKW s achten (Gefahrengut, ungesicherte Ladung, etc.) IMMER GILT!!! Unter Berücksichtigung der eigenen Sicherheit! Wir sind auf der Strasse...!
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