Polizeiliche Kriminalstatistik 2014
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- Ulrich Biermann
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2 Polizeiliche Kriminalstatistik 2014
3 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
4 IMPRESSUM ANSPRECHPARTNER POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014 VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT Polizeipräsident Franz Lutz HERAUSGEBER Polizeipräsidium Stuttgart Hahnemannstraße Stuttgart REDAKTION Christof Glos, Erich Drexler, Andreas Villinger Führungs- und Einsatzstab Einsatz / Kriminalitätsbekämpfung Telefon Fax [email protected] Internet POLIZEIPRÄSIDIUM STUTTGART, MÄRZ 2015 GRAFISCHE GESTALTUNG UND LAYOUT Stefan Keilbach, Thomas Ulmer Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit DRUCK UND HERSTELLUNG Harry Dirks, Uta Lechner, Hausdruckerei POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
5 INHALTSVERZEICHNIS DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE GRUNDSÄTZLICHES INHALTE... 6 AUSSAGEKRAFT STRAFTATENÜBERBLICK STRAFTATEN IM LANGZEITVERGLEICH... 7 ANTEILE AN DER GESAMTKRIMINALITÄT... 8 STRAFTATEN MIT AUFFÄLLIGEN ZU- ODER ABNAHMEN... 8 HÄUFIGKEITSZAHL... 9 AUFKLÄRUNGSQUOTE TATORTE UND TATZEITEN DELIKTSGRUPPEN IM EINZELNEN STRAFTATEN GEGEN DAS LEBEN STRAFTATEN GEGEN DIE SEXUELLE SELBSTBESTIMMUNG RAUBDELIKTE KÖRPERVERLETZUNGSDELIKTE DIEBSTAHLSDELIKTE Diebstahl in/aus Büro-/Lagerräume(n) Diebstahl in/aus Gaststätten/Hotels Diebstahl in/aus Wohnung Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen Taschendiebstahl Diebstahl von Kraftwagen Diebstahl von Mopeds und Krafträdern Fahrraddiebstahl Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln VERMÖGENS- UND FÄLSCHUNGSDELIKTE Betrugsverfahren Veruntreuung Unterschlagung Urkundenfälschung GELD- UND WERTZEICHENFÄLSCHUNG WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT SONSTIGE STRAFTATBESTÄNDE Sachbeschädigung Beleidigung Widerstand gegen die Staatsgewalt Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz/EU Rauschgiftkriminalität POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
6 4. SUMMENSCHLÜSSEL GEWALTKRIMINALITÄT AGGRESSIONSDELIKTE IM ÖFFENTLICHEN RAUM STRAßENKRIMINALITÄT COMPUTERKRIMINALITÄT UND CYBERCRIME TATVERDÄCHTIGE ENTWICKLUNG DER TATVERDÄCHTIGENZAHLEN GESCHLECHTVERTEILUNG ALTERSSTRUKTUR TATVERDÄCHTIGEN-WOHNORT-BEZIEHUNG BEVÖLKERUNGSANTEILE DER TATVERDÄCHTIGENGRUPPEN IN STUTTGART ALKOHOLISIERUNG NICHTDEUTSCHE TATVERDÄCHTIGE ANTEIL DER NICHTDEUTSCHEN BEVÖLKERUNG ENTWICKLUNG DER TATVERDÄCHTIGENZAHLEN NATIONALITÄTEN TATVERDÄCHTIGENANTEILE NATIONALITÄTEN ERHEBLICHE ZUNAHMEN VERZERRUNGSFAKTOREN JUGENDKRIMINALITÄT ANTEIL DER TATVERDÄCHTIGEN UNTER 21 JAHRE WOHNORT DER TATVERDÄCHTIGEN U ALKOHOLISIERUNG DER TATVERDÄCHTIGEN U GESCHLECHTSSPEZIFISCHE BETRACHTUNG ANTEIL DER NICHTDEUTSCHEN AN DER JUGENDKRIMINALITÄT STRAFTATEN MIT HOHEM ANTEIL VON TATVERDÄCHTIGEN U OPFER ENTWICKLUNG DER OPFERZAHLEN ALTERSSTRUKTUR GESCHLECHTERVERTEILUNG GEWALTKRIMINALITÄT UND STRAßENKRIMINALITÄT OPFER-TATVERDÄCHTIGEN-BEZIEHUNG NATIONALITÄT DER OPFER POLIZEIBEAMTE ALS OPFER VON GEWALT PRÄVENTION ZIVILCOURAGE FÜHRUNGS- UND EINSATZANORDNUNG (FEA) BRENNPUNKTE EVENTSZENE/VOLKS- UND FRÜHLINGSFEST PRÄVENTION ALKOHOLBEDINGTER JUGENDKRIMINALITÄT (PAJ) FÜHRUNGS- UND EINSATZKONZEPTION (FEA) KERMIT PROJEKT HERAUSFORDERUNG GEWALT POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
7 PROJEKT WEHR DICH MIT KÖPFCHEN WOHNUNGSEINBRUCH TASCHENDIEBSTAHL GLOSSAR ANLAGEN POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
8 DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE 1 1 Vorjahreswerte in Klammern. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
9 1. GRUNDSÄTZLICHES 1.1 INHALTE Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine sogenannte Ausgangsstatistik 2. Sie wird seit 1971 bundeseinheitlich geführt und umfasst alle der Polizei bekannt gewordenen Vorgänge, die den Verdacht eines Vergehens oder Verbrechens rechtfertigen, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche. Nicht enthalten sind Ordnungswidrigkeiten sowie Staatsschutz- und Verkehrsdelikte (mit Ausnahme von Verstößen gegen die 315, 315b, 316c StGB und 22a StVG). Ebenfalls nicht registriert werden Straftaten, die außerhalb des Geltungsbereichs der Strafgesetze der Bundesrepublik Deutschland begangen werden, selbst wenn sie hier zur Anzeige gebracht wurden. Die Entwicklung der Staatsschutzdelikte wird im Jahresbericht Politisch motivierte Kriminalität des Landeskriminalamts Baden-Württemberg veröffentlicht, die Entwicklung der Verkehrsstraftaten in der Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Stuttgart. 1.2 AUSSAGEKRAFT Die Aussagekraft der PKS wird besonders dadurch eingeschränkt, dass nur die Straftaten abgebildet werden können, die der Polizei bekannt werden (Hellfeld). Folgende Einflussfaktoren können sich auf die statistische Erfassung in der PKS auswirken: Anzeigeverhalten der Bevölkerung (z. B. Versicherungsaspekte) und Unternehmen (z. B. Arbeitsintensität von Ladendetektiven und Fahrausweisprüfern), Änderungen der Rechtslage, politische und demographische en (z. B. Bevölkerungsstruktur), neue Kriminalitätsformen und Zunahmen oder Abnahmen von Tatgelegenheitsstrukturen, Ausmaß polizeilicher Kontrollmaßnahmen, echte Kriminalitätsänderung. Die Registrierung von Straftaten erfolgt erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen und Abgabe des Vorganges an die Staatsanwaltschaft (Ausgangsstatistik). Die Aktualität der PKS kann daher durch die Ermittlungsdauer von Straftaten gemindert werden. Unter den genannten Gesichtspunkten bietet die PKS kein getreues Spiegelbild von der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität. 2 Definition siehe Glossar, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
10 STRAFTATENÜBERBLICK 2.1 STRAFTATEN IM LANGZEITVERGLEICH Im ersten Jahr der PKS (1971) wurden in Stuttgart Straftaten polizeilich erfasst. In den Folgejahren stieg die Anzahl der registrierten Fälle bis zu Beginn der neunziger Jahre auf über Straftaten kontinuierlich an. Nach einem Rückgang auf knapp Delikte in den Jahren nach der Jahrtausendwende, bewegten sich die Zahlen von 2010 bis 2013 nahezu gleichbleibend bei knapp unter Straftaten. Nach einer geringen Abnahme der Fallzahlen im Jahr 2013, ist für das Berichtsjahr eine Zunahme um Fälle oder um 5,6 % auf einen Zehnjahreshöchststand von Straftaten zu verzeichnen. Straftatenentwicklung in Stuttgart in den vergangenen 20 Jahren *) 2004*) *) Die Umstellung auf ein neues Landessystem (von der Landesdatenhaltung PAD/MOD auf POLAS BW) hat dazu geführt, dass 2003 nicht sämtliche Fälle erfasst werden konnten. In der Folge fielen die Daten für das Jahr 2003 zu niedrig und die für das Jahr 2004 zu hoch aus. In der Landeshauptstadt Stuttgart wurden im vergangenen Jahr 10,4 % der landesweit registrierten Straftaten ( Fälle/+3,2 %) erfasst. Demgegenüber wohnen in Stuttgart lediglich 5,7 % der Landesbevölkerung. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
11 2.2 ANTEILE AN DER GESAMTKRIMINALITÄT Sonstige 22,5% Rohheitsdelikte 14,2% Rauschgiftdelikte 7,1% Sexualdelikte 1,0% Tötungsdelikte 0,06% Diebstahl (einfacher und schwerer) 33,0% Vermögens- und Fälschungsdelikte 22,2% 2.3 STRAFTATEN MIT AUFFÄLLIGEN ZU- ODER ABNAHMEN Die Zunahme der Straftaten um Fälle ging im Wesentlichen zurück auf die Fallzahlsteigerungen der Diebstahls- und Rauschgiftkriminalität sowie der Verstöße nach dem Aufenthalts-/Asylverfahrensgesetz. Auffällige Zunahmen Diebstahl (gesamt) Fälle + 9,6 % Aufenthalts-/Asylverfahrensgesetz Fälle + 108,8 % Rauschgiftkriminalität Fälle + 27,0 % Taschendiebstahl Fälle + 34,5 % Auffällige Abnahmen Sachbeschädigung Fälle - 12,0 % Urkundenfälschung Fälle - 22,5 % Untreue Fälle - 71,7 % 8 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
12 2.4 HÄUFIGKEITSZAHL 3 ANLAGE 1 Die Anzahl der Straftaten pro Einwohner (Häufigkeitszahl oder Kriminalitätsrate) lag im Berichtsjahr bei gegenüber im Vorjahr. Es handelt sich um den vierthöchsten Wert der vergangenen 20 Jahre. Landesweit erhöhte sich die Häufigkeitszahl ebenfalls auf Straftaten pro Einwohner. Zwar ging im landesweiten Vergleich zum Vorjahr die Häufigkeitszahl in den Stadtkreisen 4 Mannheim und Karlsruhe leicht zurück, doch bleibt die Einordnung Stuttgarts unverändert. Häufigkeitszahl Gesamtkriminalität 2014 im Städtevergleich "Stadtkreise Baden-Württemberg" Definition siehe Glossar, Seite Es handelt sich um die acht einwohnerstärksten Städte in Baden-Württemberg mit über Einwohnern. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
13 Frankfurt am Main Köln Berlin Düsseldorf Hannover Dortmund Hamburg Leipzig Bremen Dresden Duisburg Essen Stuttgart Nürnberg München Im bundesweiten Großstadtvergleich 5 der Kriminalitätsbelastung nimmt Stuttgart weiterhin den drittbesten Platz ein, wobei zu berücksichtigen ist, dass von den anderen Großstädten derzeit lediglich die Vorjahreszahlen 2013 herangezogen werden können. Häufigkeitszahl Gesamtkriminalität 2013 im bundesdeutschen Städtevergleich (Bundesweite Zahlen aus 2014 liegen noch nicht vor) : Alle deutschen Städte mit mehr als Einwohnern. Duisburg ( Einwohner) wird aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den Vorjahren in der Übersicht belassen. 10 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
14 2.5 AUFKLÄRUNGSQUOTE ANLAGE 2 Von den registrierten Straftaten wurden Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote stieg um 0,3 %-Punkte auf 62,2 %. Im landesweiten Vergleich der Stadtkreise 6 konnte Stuttgart nach Ulm die zweitbeste Aufklärungsquote erreichen. Sie lag 3,3 %-Punkte über dem landesweiten Durchschnitt von 58,9 %. Aufklärungsquote Gesamtkriminalität 2014 in % im Städtevergleich "Stadtkreise Baden-Württemberg" 64,2 62,2 60,9 57,9 56,0 56,0 54,5 53,4 6 Es handelt sich um die acht einwohnerstärksten Städte in Baden-Württemberg mit über Einwohnern. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
15 Hannover Nürnberg München Stuttgart Frankfurt am Main Duisburg Dortmund Dresden Bremen Essen Leipzig Düsseldorf Berlin Hamburg Köln Im Bundesvergleich aller Großstädte 7 mit mehr als Einwohnern hat Stuttgart die viertbeste Aufklärungsquote vorzuweisen, wobei lediglich die Werte aus dem Jahr 2013 verglichen werden konnten. Die Daten der anderen Großstädte liegen aus 2014 noch nicht vor. Aufklärungsquote Gesamtkriminalität 2013 in % im bundesdeutschen Städtevergleich (Bundesweite Zahlen aus 2014 liegen noch nicht vor) 2014: 62,2 62,6 62,6 62,5 61,9 60,2 52,6 52,5 50,1 49,4 49,0 46,6 44,8 43,7 43,7 42,9 7 Alle deutschen Städte mit mehr als Einwohnern. Duisburg ( Einwohner) wird aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den Vorjahren in der Übersicht belassen. 12 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
16 2.6 TATORTE UND TATZEITEN TATORTE ANLAGE 3 Bei näherer Betrachtung der Straftatenverteilung auf das Stadtgebiet wird deutlich, dass die Stadtbezirke Stuttgart-Mitte und Bad Cannstatt ein höheres Fallaufkommen aufweisen als die anderen 21 Bezirke. 44 % der registrierten Kriminalität entfielen auf die beiden genannten Stadtbezirke. Das geringste Fallaufkommen (unter 550 registrierte Straftaten) war in den Stadtbezirken Birkach (198 Fälle), Münster (238), Obertürkheim (353), Botnang (392) und Stammheim (509) zu verzeichnen. Die Verteilung des Straftatenaufkommens zeigt folgende Übersicht. Kriminalität nach Stadtbezirken Fallzahlen 2014 Stammheim Zuffenhausen Mühlhausen Münster Weilimdorf Feuerbach Bad Cannstatt Nord Untertürkheim Botnang West Mitte Ost Wangen Obertürkheim Süd Hedelfingen Vaihingen Degerloch Sillenbuch Möhringen Birkach Plieningen Das vermehrte Fallaufkommen in Stuttgart-Mitte liegt darin begründet, dass dort zahlreiche Anlässe 8 oder die Infrastruktur mit überproportional vielen Geschäften zu einer Vielzahl von Tatgelegenheiten und schließlich zu einer erhöhten Kriminalitätsbelastung führen. Hinzu kommt, dass sich an den Wochenenden bis in die Morgenstunden besonders viele Menschen aus Stuttgart, aber auch aus den Nachbarregionen, in der Innenstadt 8 Gemeint sind exemplarisch die Eventszene, der Weihnachtsmarkt und weitere Veranstaltungen mit einem hohen Besucheraufkommen. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
17 aufhalten. Auch in Bad Cannstatt tragen eine Vielzahl von gesellschaftlichen Ereignissen 9 zu einer erhöhten Kriminalitätsbelastung bei. Unter den Besuchern beider Bezirke befinden sich in der Regel viele junge Menschen, die tendenziell mehr Straftaten begehen als lebensältere Personen. Zudem wird vor allem in der Eventszene viel Alkohol konsumiert, der enthemmt und Personen schneller straffällig werden lässt. Der Alkoholkonsum bewirkt aber auch, dass Betrunkene aus Tätersicht zu willkommenen Opfern werden. TATZEITEN Um die Kriminalitätsbelastung in der Stuttgarter Innenstadt besser bewerten zu können, wurden unter anderem die Deliktsbereiche Raub/räuberische Erpressung und gefährliche/schwere Körperverletzung unter dem Summenschlüssel Gewaltkriminalität zusammengefasst und näher beleuchtet. 38,6 % dieser Delikte wurden im Stadtbezirk Mitte begangen. Die meisten Straftaten ereigneten sich in den Nachtstunden von Freitag bis Sonntagmorgen. Die detaillierte Auswertung der Tatzeiten zeigen nachfolgende Diagramme. SONNTAG SAMSTAG MONTAG DIENSTAG MITTWOCH Gewaltkriminalität im Stadtbezirk Mitte -nach Wochentag FREITAG DONNERSTAG oder Gewaltkriminalität im Stadtbezirk Mitte -nach Uhrzeit Beispielsweise das Volks- und Frühlingsfest sowie zahlreiche Konzerte und Fußballspiele. 14 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
18 Auch in Bad Cannstatt wurde im Berichtsjahr eine Häufung der Gewaltkriminalität an den Wochenenden festgestellt, mit einer deutlichen Zunahme der Fallzahlen um 23 Uhr. Um diese Uhrzeit stieg die Gewaltkriminalität um 28 Fälle auf 75 Straftaten an. MAßNAHMEN Die Stuttgarter Polizei hat auf die negativen Auswirkungen der Eventszene in der Stuttgarter Innenstadt mit der Führungs- und Einsatzkonzeption Brennpunkte 10 reagiert. Seit dem Sommer 2012 wird damit dem ausufernden Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und den damit zusammenhängenden Problemlagen durch verstärkte Polizeipräsenz begegnet. Auch in Bad Cannstatt wird auf die Gewaltkriminalität anlassbezogen, auf Grundlage fortlaufender Auswertungen des Kriminalitätsaufkommens, durch verstärkte Polizeipräsenz reagiert. 10 Offizielle Bezeichnung: Maßnahmen gegen Störungen der öffentlichen Sicherheit im öffentlichen Raum durch Einzelpersonen oder Personengruppen, siehe Erläuterungen zur Konzeption auf Seite 82 f. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
19 3. DELIKTSGRUPPEN IM EINZELNEN 3.1 STRAFTATEN GEGEN DAS LEBEN In 2014 wurden 37 Straftaten gegen das Leben registriert, davon fünf vollendete und zehn versuchte Morde. Von den 37 erfassten Fällen blieben 29 (78,4 %) beim Versuch. Landesweit gingen die Straftaten gegen das Leben um 9,9 % (36 Fälle) auf 326 Delikte zurück. Straftaten gegen das Leben Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle Jahresvergleich Die Komplexität und Intensität der Ermittlungen in diesem Bereich bringt es mitunter mit sich, dass zwischen der Tatentdeckung und der Erfassung des Delikts in der PKS eine erhebliche Zeitspanne liegen kann. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass elf der Fälle bereits in den Vorjahren geschahen. In 2014 ereigneten sich in Stuttgart nachfolgende herausragende Fälle. Tötungsdelikt in Stuttgart-Ost, Am Mühlkanal Vermutlich in der Nacht vom auf den tötete ein 40-jähriger Mann bei einem Besuch seinen 38-jährigen Bruder mit mehreren Messerstichen. Bei dem Beschuldigten wurde eine psychische Erkrankung festgestellt. Er wurde mittlerweile aufgrund eines richterlichen Beschlusses in einer Klinik für Psychiatrie untergebracht. Tötungsdelikt in Stuttgart-Mitte, Ulrichstraße Am wurde ein 50-jähriger Mann tot in seiner Wohnung in der Ulrichstraße aufgefunden. Bei der am darauffolgenden Tag durchgeführten Obduktion wurde festgestellt, dass das Opfer erstochen wurde. Durch die Sonderkommission Ulrich konnte ein 16 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
20 47-jähriger, aus dem Irak stammender Mann, als dringend tatverdächtig ermittelt werden. Der Tatverdächtige befindet sich seither auf der Flucht. Zwei Leichen in Koffern in den Unteren Schlossgartenanlagen aufgefunden Am Nachmittag des fanden Passanten zwei Reisekoffer hinter einer Sichtund Lärmschutzwand in den Unteren Schlossgartenanlagen. Nach dem Öffnen der Koffer wurden zwei Leichen festgestellt, die offensichtlich durch stumpfe und scharfe Gewalteinwirkung zu Tode kamen. Bei den Opfern handelt es sich um einen 50-jährigen Mann und eine 47-jährige Frau aus der Obdachlosenszene. Die Ermittlungen der Sonderkommission Damm führten zu einem 48-jährigen Tatverdächtigen, der die Getöteten aus dem Milieu kannte. Dieser befindet sich seit dem 17. Juni 2014 in Untersuchungshaft. Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Stuttgart hat im Februar 2015 begonnen. Nachträglich geklärter Doppelmord Am wurde in einem nordöstlich von Bangkok gelegenen Nationalpark ein männliches Skelett aufgefunden. Polizeiliche Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem Toten um einen 40-jährigen Mann aus Stuttgart handelte. Im Rahmen der weiteren Überprüfungen wurde festgestellt, dass die 66-jährige Mutter und der 72-jährige Vater des verstorbenen Mannes verschwunden waren. Aufgrund umfangreicher Ermittlungen konnten schließlich am auf einem Gartengrundstück in Bretten die sterblichen Überreste der Eltern in einem ein Meter tiefen Grab aufgefunden werden. Nach dem derzeitigen Stand der polizeilichen Ermittlungen besteht der dringende Verdacht, dass der 40-jährige, vermutlich am , seine Eltern in deren Wohnung in Stuttgart-Münster tötete und anschließend auf das Gartengrundstück der Familie in Bretten verbrachte und sie dort begrub. Nachdem er das Vermögen der Familie aufgebraucht hatte, wählte er offensichtlich im Juli 2014 den Freitod in Thailand. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote ist bei Tötungsdelikten erfahrungsgemäß sehr hoch. So konnten 34 der 37 Fälle geklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 91,9 % (2013: 96,0 %) entspricht. Zurückzuführen sind die hohen Werte zum einen auf intensive Ermittlungen nach Bekanntwerden dieser schweren Straftaten. Zum anderen lagen in 51,3 % der Fälle Beziehungstaten vor, die eine Klärung des Sachverhalts begünstigten. Die landesweite Aufklärungsquote betrug 96,9 % (2013: 96,7 %). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
21 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Straftaten gegen das Leben (einschließlich Versuche) Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt davon: , , ,3 o Mord , , ,0 o Totschlag ,9-2 -9, ,1 o Fahrlässige Tötung , , ,0 o Abbruch der Schwangerschaft TATVERDÄCHTIGE Zu den 37 Straftaten gegen das Leben wurden 45 Tatverdächtige ermittelt; 41 männliche und vier weibliche. Als Tatverdächtige wurden ein Jugendlicher, neun Heranwachsende und 35 Erwachsene erfasst. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 46,7 %. OPFER Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung 11 Delikt Opfer gesamt davon Ehe, Partnerschaft, Familie Soziale Beziehung Formell 12 Informell 13 Keine Beziehung unklar m w m w m w m w m w m w Gesamt davon: o Mord o Totschlag o Fahrlässige Tötung o Abbruch der Schwangerschaft Kein Opferdelikt Es wurden 39 Opfer registriert, wovon 19 Männer (48,7 %) keine Vorbeziehung zur Täterschaft hatten. TODESERMITTLUNGSVERFAHREN Die Kriminalpolizei ermittelte auch in Fällen mit zunächst unklarer Todesart und bei Unfällen (hiervon ausgenommen sind Verkehrsunfälle). In 2014 wurden 468 (2013: 467) Todesermittlungsverfahren bearbeitet, denen nach Abschluss der Ermittlungen keine Straftaten zugrunde lagen. 11 Nachfolgend steht m für männlich und w für weiblich. 12 Bereich der sozialen Beziehungen in formellen Institutionen, Organisationen und Gruppen, z. B. Lehrer-Schüler, Arzt- Patient. 13 Das Opfer steht in einem freundschaftlichen oder bekanntschaftlichen Verhältnis zum Tatverdächtigen. 18 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
22 SUIZID Selbsttötungen werden ebenfalls nicht in der PKS ausgewiesen. Dennoch werden auch diese Fälle von der Kriminalpolizei untersucht. Im vergangenen Jahr wurden 76 Suizide registriert. 229 Fälle von versuchten Selbsttötungen bzw. Suizidandrohungen zogen polizeiliche Maßnahmen nach sich. RAUSCHGIFTTOTE In 2014 sind in Stuttgart, wie im Vorjahr, zwölf Menschen am Konsum von Drogen verstorben Siehe auch Ziffer 3.9.5, Seite 54. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
23 3.2 STRAFTATEN GEGEN DIE SEXUELLE SELBSTBESTIMMUNG Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung haben erneut zugenommen und stiegen im vergangenen Jahr um 2,3 % oder 13 Delikte auf 585 Fälle an. In einer 10-Jahresbetrachtung ist dies der höchste Wert. Er liegt 15,0 % über dem Durchschnitt von 509 Fällen. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle Landesweit war dagegen ein leichter Rückgang der Fallzahlen um 0,5 % oder 24 Delikte auf Straftaten zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die intensiven und komplexen Ermittlungen zur Bekämpfung von Sexualstraftaten führen regelmäßig zu hohen Aufklärungsquoten. Im Berichtsjahr wurden 78,3 % (2013: 74,7 %) der bekannt gewordenen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgeklärt. Dies entspricht der höchsten Aufklärungsquote der vergangenen zwanzig Jahren. Landesweit wurden 79,1 % der Fälle aufgeklärt (2013: 80,6 %). 20 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
24 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Gesamt davon: Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (einschließlich Versuche) Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,1 o Vergewaltigung/Sexuelle Nötigung ,0-2 -1, ,9 o Sonstige sexuelle Nötigung , , ,3 o Sexueller Missbrauch von Kindern , ,7-2 -2,1 o Exhibitionistische Handlungen , , ,8 o Ausnutzung sexueller Neigungen , , ,9 davon: Prostitution , , ,4 o Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger und Förderung der Prostitution o Zuhälterei , , ,0 o Verbreitung pornografischer Schriften , , ,2 davon: Erwerb/Besitz/Verbreitung von Kinderpornografie , , ,2 Die Steigerung der Fallzahlen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ist insbesondere auf die gestiegene Anzahl von exhibitionistischen Handlungen vor Kindern (24 Fälle) zurückzuführen. Das Deliktsfeld Ausnutzung sexueller Neigungen ist gegenüber 2013 um 14,8 % auf 179 Fälle zurückgegangen. 129 dieser 179 registrierten Straftaten betrafen die verbotene Prostitution, die vorrangig durch Polizeikontrollen im Leonhardsviertel festgestellt wurden. TATVERDÄCHTIGE Insgesamt konnten 324 Tatverdächtige ermittelt werden (2013: 332). Es handelte sich nahezu ausschließlich um Männer mit Ausnahme des Deliktsbereichs Ausnutzung sexueller Neigungen, der Verstöße der verbotenen Prostitution umfasst. 62 der Tatverdächtigen (19,1 %) waren unter 21 Jahre (2013: 17,5 %) alt. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
25 OPFER Gesamt davon: Delikt o Vergewaltigung/Sexuelle Nötigung Opfer gesamt Tatverdächtigen-Opfer-Beziehung davon Ehe, Partnerschaft, Familie Soziale Beziehung Formell 15 Informell 16 Keine Beziehung unklar m w m w m w m w m w m w o Sonstige sexuelle Nötigung o Sexueller Missbrauch von Kindern o Exhibitionistische Handlungen o Zuhälterei ,3 % der 480 Opfer hatten keine Vorbeziehung zum Täter. Bei den exhibitionistischen Handlungen bestand zu 95,7 % und beim sexuellen Missbrauch von Kindern 17 bei über der Hälfte der registrierten Straftaten (57,9 %) keine Vorbeziehung zum Täter. Anders sieht es bei den Vergewaltigungen aus, wo rund zwei Drittel der Fälle (67,6 %) Beziehungs- oder Bekanntschaftstaten waren. 81,3 % der Opfer waren weiblich, 18,7 % männlich. Rund ein Viertel (128 Personen oder 26,6 %) der 480 Opfer waren Kinder, 7,5 % waren Jugendliche (36), 13,3 % Heranwachsende (64) und 52,5 % Erwachsene (252). 15 Bereich der sozialen Beziehungen in formellen Institutionen, Organisationen und Gruppen, z. B. Lehrer-Schüler, Arzt- Patient. 16 Das Opfer steht in einem freundschaftlichen oder bekanntschaftlichen Verhältnis zum Tatverdächtigen. 17 Zu beachten ist auch hier, dass Fälle des Exhibitionismus zum Nachteil von Kindern als sexueller Missbrauch erfasst werden. 22 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
26 3.3 RAUBDELIKTE Im Berichtsjahr war ein erneuter Rückgang der Raubdelikte und zwar um 4,0 % oder 23 Fälle auf 553 Straftaten zu verzeichnen. Hierbei konnten insbesondere rückgängige Fallzahlen beim Handtaschenraub und den sonstigen Raubüberfällen auf öffentlichen Straßen festgestellt werden. Landesweit ist ein vergleichbarer Rückgang der Raubdelikte von 3,6 % auf Straftaten zu verzeichnen. Raubdelikte 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote lag mit 47,4 % unter dem Vorjahreswert von 53,3 %. Landesweit wurden 56,2 % (2013: 57,3 %) der Fälle aufgeklärt. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
27 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Gesamt davon: Raub/Räuberische Erpressung (einschließlich Versuche) Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,9 o auf Geldinstitute/Poststellen , o auf sonstige Zahlstellen/ Geschäfte , , ,0 o auf Geld- und Werttransporte o Räub. Angriff auf Kraftfahrer , ,0 o Handtaschenraub ,8-2 -6,3-3 -9,1 o Sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen , , ,2 o Raub in Wohnung , ,0-1 -5,6 In einer Mehrzahl der Fälle wurden Bargeld, Mobiltelefone und Geldbörsen geraubt. TATVERDÄCHTIGE Gesamt davon: Altersgruppe Raubdelikte Altersstruktur der Tatverdächtigen absolut in % absolut in % absolut in % , , ,1 o Kinder 6 1,8 18 4, ,7 o Jugendliche 63 19, , ,2 o Heranwachsende 47 14, , ,2 o Unter 21-Jährige gesamt , , ,5 o Erwachsene , ,8-4 -1,8 Im Berichtsjahr konnten 330 Tatverdächtige ermittelt werden. Der Rückgang ist vorwiegend bei den Tatverdächtigen U21 festzustellen, deren Anteil von 47,2 % auf 35,2 % sank, während der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen bei vergleichbaren absoluten Zahlen um 12 % anstieg. Von den 330 Tatverdächtigen waren 286 (86,7 %) männlich. OPFER Im Berichtsjahr waren 25,9 % der Opfer Frauen (2013: 32,7 %). Mit 90,6 % deutlich überrepräsentiert sind weibliche Opfer naturgemäß beim Handtaschenraub sowie mit 50,0 % beim Raub auf sonstige Zahlstellen und Geschäfte. 24 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
28 3.4 KÖRPERVERLETZUNGSDELIKTE Nach einem deutlichen Rückgang der Fallzahlen im Vorjahr, ist in 2014 wieder ein Anstieg der Körperverletzungsdelikte um 5,8 % oder 382 Fälle auf Straftaten zu verzeichnen. Dies ist in einem 10-Jahresvergleich nach 2012 die zweithöchste Anzahl an Körperverletzungsdelikten. Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle Körperverletzungsdelikte 10-Jahresvergleich Landesweit wurde eine Zunahme um 1,7 % (907 Fälle) auf Straftaten registriert. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote ist um 0,9 %-Punkte geringfügig auf 86,3 % (Vorjahr 87,2 %) gesunken. In Baden-Württemberg wurden 90,5 % (2013: 90,2 %) der Körperverletzungsdelikte aufgeklärt. ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Gesamt davon: o Körperverletzung mit Todesfolge Körperverletzungsdelikte (einschließlich Versuche) Delikt o Gefährliche und schwere Körperverletzung o Misshandlung von Schutzbefohlenen o (Vorsätzl. leichte) Körperverletzung o Fahrlässige Körperverletzung 2014/ / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , , , , , , , , , , , , , , , , ,1 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
29 Bei den Körperverletzungsdelikten resultiert der Anstieg zum Vorjahr aus den Zuwächsen bei der vorsätzlichen leichten Körperverletzung um 4,3 % auf Fälle und bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung um 12,8 % auf Fälle. Der Anteil der vorsätzlichen leichten Körperverletzung liegt bei 71,4 % an allen Körperverletzungsdelikten; der Anteil der gefährlichen/schweren Körperverletzung bei 25,4 %. TATVERDÄCHTIGE Gesamt davon: Körperverletzungsdelikte Altersstruktur Tatverdächtige Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,1 o Kinder , , ,6 o Jugendliche , , ,3 o Heranwachsende , , ,7 o Unter 21-Jährige gesamt , , ,9 o Erwachsene , , ,6 Ein Blick auf die Verteilung der Altersgruppen zeigt, dass 79,7 % der Körperverletzungsdelikte durch Erwachsene begangen wurden, während der Anteil der Tatverdächtigen U21 20,3 % betrug. Die Altersgruppe U21 war somit mit einem Bevölkerungsanteil von 18,2 % in Stuttgart leicht überrepräsentiert. 82,6 % der Tatverdächtigen waren Männer, bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung gar 86,4 %. Während der Anteil der weiblichen Tatverdächtigen deliktsübergreifend bei 23,3 % lag, waren sie in den Bereichen fahrlässige Körperverletzung (32,9 %) und Misshandlung von Schutzbefohlenen (40,0 %) deutlich überproportional vertreten. 26 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
30 OPFER Die Zahl der Opfer ist gegenüber 2013 um 6,3 % auf gestiegen. Körperverletzungsdelikte - Opfer gesamt (absolut) Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,5 davon o Kinder , , ,7 o Jugendliche , , ,1 o Heranwachsende , , ,0 o unter 21 Jahre gesamt , , ,7 o Erwachsene , , ,0 Bei den einzelnen Altersgruppen gab es im Vorjahresvergleich eine Zunahme von 28,7 % der Opfergruppe Kinder. Geringe Anstiege der Opferzahlen waren zudem bei den Heranwachsenden (3,3 %) und den Erwachsenen (6,9 %) zu verzeichnen. Bei den Jugendlichen kam es zu einer Abnahme des Anteils von 8,1 %. Gesamt davon: Delikt o Körperverletzung mit Todesfolge o Gefährliche und schwere Körperverletzung o Misshandlung von Schutzbefohlenen o (Vorsätzl. leichte) Körperverletzung Opfer gesamt Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung davon Ehe, Partnerschaft, Familie Soziale Beziehung Formell 18 Informell 19 Keine Beziehung unklar m w m w m w m w m w m w o Fahrlässige Körperverletzung ,6 % der Opfer waren weiblich, was in etwa den Vorjahreswerten entspricht (30,2 %). In 64,2 % (59,6 %) der Fälle kannte das Opfer den Täter nicht. Dieser Wert hat in den vergangenen zehn Jahren zugenommen (2005: 47,4 %). Betrachtet man die Vorbeziehung der männlichen Opfer wird deutlich, dass 72,7 % keine Vorbeziehung zum Täter hatten. Bei den Frauen lag der Anteil bei 43,9 %. Sie hatten folglich häufiger eine Vorbeziehung. Dies spiegelt die Erkenntnisse aus dem Bereich der häuslichen Gewalt wider. Im Berichtsjahr waren hier mehrheitlich (76,7 %) Frauen Opfer. Die Zahlen lassen den Schluss zu, dass die Gefahr, Opfer eines Körperverletzungsdeliktes im öffentlichen Raum zu werden, für Männer wesentlich höher ist. 18 Bereich der sozialen Beziehungen in formellen Institutionen, Organisationen und Gruppen, z. B. Lehrer-Schüler, Arzt- Patient. 19 Das Opfer steht in einem freundschaftlichen oder bekanntschaftlichen Verhältnis zum Tatverdächtigen. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
31 3.5 DIEBSTAHLSDELIKTE Die Diebstahlsdelikte sind in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich um über 23% angestiegen. Im vergangenen Jahr nahmen die Fallzahlen um Fälle (+9,6 %) auf Straftaten zu. Davon entfielen Fälle auf den einfachen und Delikte auf den schweren Diebstahl. Der einfache Diebstahl hat folglich um 6,1 % (789 Fälle) und der schwere Diebstahl um 17,7 % (987 Fälle) zugenommen. Bei der Gesamtanzahl der Diebstahlsdelikte handelt sich um den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Der Anstieg beim Diebstahl resultiert vornehmlich aus dem Anstieg des Wohnungseinbruchsdiebstahls um 13,8 % auf Fälle, des Taschendiebstahls um 36,1 % auf Fälle, des Fahrraddiebstahls um 23,4 % auf Fälle sowie des Diebstahls an/aus Kraftfahrzeugen um 19,3 % auf Fälle. Straftaten (gesamt) Diebstahlsdelikte 10-Jahresvergleich aufgeklärte Fälle Landesweit war ebenfalls ein Anstieg der Fallzahlen um Straftaten bzw. 4,1 % auf Fälle zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote lag bei 31,7 % (2013: 32,4 %) und damit leicht über dem landesweiten Niveau von 30,4 % (2013: 30,9 %). 28 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
32 Tatobjekte Erlangtes Gut ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Einfacher und schwerer Diebstahl (einschließlich Versuche) Gesamt davon: Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,4 o von Kraftwagen , , ,4 o von Mopeds und Krafträdern , , ,2 o von Fahrrädern , , ,9 o von unbaren Zahlungsmitteln , , ,0 o in/aus Büro-/Lagerräumen , , ,3 o in/aus Gaststätten/Hotels , , ,1 o in/aus Warenhäusern/ Verkaufsräumen davon einfacher Ladendiebstahl , , , , , ,8 o in/aus Wohnräumen , , ,0 o in/aus Boden-/Kellerräumen , , ,7 o in/aus Neubauten/Baustellen , , ,3 o an/aus Kraftfahrzeugen *) , , ,5 o Taschendiebstahl , , ,9 *) Mit den Vorjahren aufgrund der Zusammenführung zweier Deliktsbereiche im Jahr 2012 nur bedingt vergleichbar. ANLAGE 4 Der im Berichtsjahr durch Diebstahlskriminalität entstandene Schaden belief sich auf Euro (2013: Euro) und sank somit um Euro. Unabhängig davon stellt die Schadenssumme in 2014 die zweithöchste der vergangenen zehn Jahre dar DIEBSTAHL IN/AUS BÜRO-/LAGERRÄUME(N) In 2014 wurden Diebstähle in/aus Büro- und Lagerräume(n) registriert, 11 Fälle bzw. 0,9 % mehr als im Vorjahr. 783 der Fälle und damit 3 % mehr als noch im Vorjahr waren dem schweren Diebstahl zuzurechnen. Dies entspricht einem Anteil von 65,4 % aller Diebstähle in/aus Büround Lagerräume(n). Lediglich bei etwas mehr als einem Drittel der Straftaten lagen keine erschwerten Umstände vor. Die Aufklärungsquote lag lediglich bei 11,0 % (2013: 19,9 %) DIEBSTAHL IN/AUS GASTSTÄTTEN/HOTELS Im Berichtsjahr wurden Diebstähle in/aus Gaststätten und Hotels registriert. Dies entspricht einer Abnahme von 146 Fällen (-10,7 %). 289 der Fälle sind dem schweren Diebstahl zuzurechnen, was dem Vorjahresniveau entspricht. Der einfache Diebstahl in/aus Gaststätten und Hotels hat um 13,6 % bzw. 146 Fälle abgenommen. In einer Mehrzahl der Fälle wurden Bargeld und Mobiltelefone entwendet. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
33 Die Aufklärungsquote lag bei 14,3 % (2013: 12,2 %) DIEBSTAHL IN/AUS WOHNUNG Beim Diebstahl in/aus Wohnraum stieg die Anzahl der erfassten Straftaten gegenüber 2013 um 13,8 % (201 Fälle) auf Delikte an. Von den erfassten Fällen sind dem schweren Diebstahl aus Wohnraum zuzuordnen. Gegenüber 2013 entspricht dies einer Zunahme von 252 Fällen bzw. 24,6 %. Damit liegen die Fallzahlen im zweiten Jahr in Folge deutlich über der 1.000er Grenze und 61,6 % über dem 10-Jahresdurchschnitt von 790 Fällen. Straftaten (gesamt) Schwerer Diebstahl aus Wohnraum 10-Jahresvergleich aufgeklärte Fälle Landesweit ist eine Zunahme der Wohnungseinbrüche um 19,4 % auf (11.295) Fälle zu verzeichnen. 30 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
34 Häufigkeitszahl Schwerer Diebstahl aus Wohnung 2014 im Städtevergleich "Stadtkreise Baden-Württemberg" In einem Städtevergleich 20 der Häufigkeitszahlen des Wohnungseinbruchsdiebstahls reiht sich Stuttgart nach Ulm und Mannheim ein. In einem Vergleich der Häufigkeitszahlen zwischen Stuttgart und den umliegenden Städten spiegelt sich die Attraktivität der Landeshauptstadt aus Tätersicht wider. Während im Berichtsjahr Stuttgart eine Häufigkeitszahl von 211 Wohnungseinbruchsdiebstähle aufwies, wurden in Waiblingen 148, in Ludwigsburg 139, in Böblingen 128, in Leonberg 128 und in Esslingen am Neckar 122 Wohnungseinbruchsdiebstähle pro Einwohner registriert. BEGEHUNGSWEISE, STEHLGUT Die häufigste Tatbegehungsweise war das Aufhebeln von Türen oder Fenstern (77,2 %), gefolgt vom gewaltsamen Einwirken auf Schließzylinder von Zugangstüren (8,5 %) und dem Einschlagen von Scheiben (6,9 %). Es wurden unter anderem 770 Einbrüche in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern und weitere 284 in Einfamilienhäuser registriert. In einer Mehrzahl der Wohnungseinbrüche entwendeten die Täter Schmuckgegenstände, Bargeld sowie technische Geräte wie Laptops, Digitalkameras und Mobiltelefone. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote beim schweren Diebstahl aus Wohnung konnte erneut verbessert werden und lag mit 17,6 % (225 Fälle) deutlich über dem Vorjahreswert von 11,7 %. Der 10-Jahresdurchschnitt liegt bei 15,5 %. Zu den 225 geklärten Fällen konnten 88 Tatver- 20 Es handelt sich um die acht einwohnerstärksten Städte in Baden-Württemberg. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
35 dächtige ermittelt werden, von denen 67 eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit hatten. Über 40 % dieser nichtdeutschen Tatverdächtigen waren serbischer oder georgischer Nationalität. 63 der 88 ermittelten Tatverdächtigen hatten zur Tatzeit keinen festen Wohnsitz in Stuttgart. Durch Ermittlungen wurde bekannt, dass nicht ortsansässige Täter bei einem längeren Aufenthalt in Stuttgart regelmäßig von sogenannten Residenten bei der Beschaffung von Wohnraum, Fahrzeugen und Telekommunikationsmitteln Unterstützung fanden. Landesweit war eine Aufklärungsquote von 14,0 % (2013: 10,9 %) zu verzeichnen. Der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre beträgt hier 16,0 %. VERSUCHTE WOHNUNGSEINBRÜCHE Der Anteil der versuchten Wohnungseinbrüche lag im Berichtsjahr bei 41,0 % (2013: 44,0 %). In 524 Fällen blieb es aufgrund des Einbruchsschutzes oder der frühzeitigen Tatentdeckung durch Bewohner oder eines aufmerksamen Umfeldes beim Einbruchsversuch. Die hohe Versuchsquote entspricht dem landesweiten Trend. TATORTE Die Tatorte verteilten sich über das ganze Stadtgebiet, überproportional belastet waren jedoch die Stadtbezirke Vaihingen (144 Fälle) und Bad Cannstatt (139 Fälle), gefolgt von Stuttgart-Ost (109 Fälle), -West (107 Fälle), -Nord (103 Fälle) und -Süd (99 Fälle). 54,9 % der schweren Diebstähle aus Wohnraum entfielen auf die vorstehenden sechs Stadtbezirke. Die stärksten Zunahmen waren in Vaihingen (+ 93 Fälle), Stuttgart-Ost (+39 Fälle) und Stuttgart-Nord (+34 Fälle) festzustellen. Zu Rückgängen kam es insbesondere in Sillenbuch (-30 Fälle) und Mühlhausen (-25 Fälle). Am wenigsten Einbrüche ereigneten sich in Münster (4 Fälle), in Birkach (8), in Plieningen (13) und in Hedelfingen (15). 32 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
36 Wohnungseinbruchsdiebstahl nach Stadtbezirken Stammheim Zuffenhausen Mühlhausen Münster Weilimdorf Feuerbach Bad Cannstatt Nord Untertürkheim Botnang West Mitte Ost Wangen Obertürkheim Süd Hedelfingen Vaihingen Degerloch Sillenbuch Möhringen Birkach Plieningen Die Landeshauptstadt bietet günstige Tatgelegenheitsstrukturen, da neben der Verkehrsinfrastruktur auch eine Vielzahl lukrativer Tatobjekte auf einer vergleichsweise kleinen Fläche vorhanden ist. Tatbegünstigend wirken sich zudem die fehlende soziale Kontrolle und die günstige Erreichbarkeit von Autobahnen, Bundesstraßen sowie Zugangsmöglichkeiten zum öffentlichen Personennahverkehr (U- und S-Bahn) aus. TATZEITEN In 2014 wurden im vierten Quartal, vor allem im November, die meisten Einbrüche registriert. Die Fallbelastung der Wochentage war gleichmäßig verteilt. Ein Einbruchstag ließ sich nicht feststellen. Knapp die Hälfte der Wohnungseinbrüche wurden -wie im Vorjahrtagsüber begangen. Insgesamt ist festzustellen, dass die Täter in aller Regel die Abwesenheit der Bewohner zur Tatbegehung ausnutzen. POLIZEILICHE MAßNAHMEN Die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen basiert auf einer zwischen Schutz- und Kriminalpolizei abgestimmten Konzeption. Auf Grundlage der tagesaktuellen Auswerteergebnisse der Koordinierungsstelle führten die Polizeireviere und die Einsatzhundertschaft zusätzliche Fahrzeug- und Fußstreifen durch, um den Fahndungs- und Ermittlungsdruck zu erhöhen. Die damit einhergehenden Kontrollen erfolgten mit der Zielrichtung, Erkennt- POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
37 nisse zu Tätern und von ihnen genutzten Verkehrsmitteln, gefährdeten Einbruchsobjekten und zum Verbleib von Diebesgut zu gewinnen. Die Streifentätigkeit wurde zudem mit Präventivmaßnahmen kombiniert. 21 Seit Dezember 2014 wird das Polizeipräsidium Stuttgart bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs durch das Polizeipräsidium Einsatz unterstützt. Bei Vorliegen von Verdachtsmomenten erfolgte die Durchführung von verdeckten Maßnahmen mit dem Ziel der Täterfestnahme und gerichtsfesten Überführung. Die Bearbeitung von Wohnungseinbrüchen, unterstützt durch eine intensive Spurensicherung und Auswertung, erfolgte für ganz Stuttgart zentral durch die Kriminalpolizei. Regelmäßige Gespräche der Leiter der Polizeireviere mit Bezirksvorstehern und die Teilnahme an Sitzungen diverser örtlicher Gremien gewährleisteten, dass die Polizei Informationen möglichst bürgernah erheben und anbieten kann DIEBSTAHL AN/AUS KRAFTFAHRZEUGEN Die beiden Deliktsbereiche des Diebstahls in/aus und an Kraftfahrzeugen wurden 2012 zusammengeführt. Die neue Bezeichnung lautet seither Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen. Zur besseren Übersicht wurden die Werte der Vorjahre ebenfalls verrechnet. Der Vergleich ist aber nur bedingt aussagekräftig. In 2014 kam es zu insgesamt Fällen des Diebstahls an/aus Kraftfahrzeugen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 289 Fällen bzw. 19,3 %. 805 Fälle sind dem schweren Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen und 984 Fälle dem leichten Diebstahl zuzurechnen. Der schwere Diebstahl hat gegenüber dem Vorjahr um 124 (18,2 %) und der leichte Diebstahl um 165 Fälle (20,1 %) zugenommen. Die Gesamtzahl von Straftaten liegt leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (1.806 Fälle). 21 Siehe Ziffer 9.8, Seite 84 f. 34 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
38 erfasste Fälle Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen 10-Jahresvergleich geklärte Fälle Zu- und Abnahmen in diesem Deliktsbereich sind stark von Tatserien geprägt. Im Vorjahr konnte durch die Ermittlungsgruppe Blocker 86 Fälle in der Stuttgarter Innenstadt aufgeklärt werden. Im Berichtsjahr wurden 13 Kleinserien ausermittelt, die mit zwei bis acht schweren Diebstählen Eingang in die PKS fanden. Entwendet wurden hauptsächlich Geldbörsen mit Inhalt, amtliche Kennzeichen und Mobiltelefone. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote lag beim Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen bei 12,7 %. Sie nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 %-Punkte zu TASCHENDIEBSTAHL 22 Im Berichtsjahr wurden Taschendiebstähle 23 erfasst, 597 Fälle mehr als Dies entspricht einer Zunahme um 36,1 % und dem absoluten Höchststand im 10- Jahresvergleich. Die Fälle liegen 86,9 % über dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre von Straftaten. 285 oder 12,6 % der erfassten Taschendiebstähle bearbeitete die Bundespolizeiinspektion Stuttgart. 22 Definition siehe Glossar, Seite Enthält auch Fälle mit erschwerten Umständen. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
39 Straftaten (gesamt) Taschendiebstahl 10-Jahresvergleich aufgeklärte Fälle Landesweit stiegen die Fallzahlen um 17,1 % bzw. 574 Fälle auf Taschendiebstähle. Bei der Betrachtung der Häufigkeitszahlen im Städtevergleich 24 befindet sich Stuttgart an fünfter Position vor Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg. Häufigkeitszahl Taschendiebstahl 2014 im Städtevergleich "Stadtkreise Baden-Württemberg" Es handelt sich um die acht einwohnerstärksten Städte in Baden-Württemberg. 36 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
40 Die Aufklärungsquote belief sich auf 6,5 % (2013: 4,7 %). Landesweit konnten 5,7 % (2013: 6,5 %) der Taschendiebstähle aufgeklärt werden. Vor dem Hintergrund der geringen Aufklärungsquote können Ausführungen zu den Täterprofilen nur mit eingeschränkter Aussagekraft erfolgen. Unter den bekanntgewordenen Tatverdächtigen finden sich sowohl reisende, professionell agierende Personen, vorwiegend aus dem südosteuropäischen Raum, die in belebten Fußgängerzonen, Kaufhäusern, Supermärkten und bei Veranstaltungen die Diebstähle begehen als auch unprofessionell agierende junge Täter aus dem nordafrikanischen Raum (Maghreb-Staaten). Letztere sind im Wesentlichen in der Vergnügungsszene aktiv. Eine Auswertung der Tatzeiten zeigt, dass die Taschendiebstähle am Nachmittag/Abend zwischen 16:00 und 21:00 Uhr sowie in den Nachtstunden von 01:00 Uhr bis 05:00 Uhr zugenommen haben. Die Täter erlangten zumeist mitgeführtes Bargeld und Mobiltelefone. Der leichtfertige Umgang mit hochpreisigen Smartphones oder der starke Alkoholisierungsgrad von Opfer in der Vergnügungsszene erleichtern den Diebstahl. Durch hochwertiges Diebesgut steigt die Anzeigenbereitschaft der Geschädigten, was eine Aufhellung des Dunkelfeldes zur Folge haben kann. POLIZEILICHE MAßNAHMEN Im Berichtsjahr wurden durch die Organisationseinheit Zentrale Ermittlungen und die Polizeireviere, mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Einsatz, sowohl offene als auch verdeckte Maßnahmen zur Bekämpfung der Taschendiebstahlskriminalität durchgeführt. Neben den geplanten Einsätzen wurden bei aktuellen Fällen umgehend Sofortmaßnahmen mit dem Ziel der Täterergreifung und Verhinderung weiterer Taten eingeleitet. Nach Bekanntwerden der Häufung von Taschendiebstählen in Gaststätten und Discotheken in der Innenstadt, wurde durch die Einsetzung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe der Polizeireviere 1 und 2 reagiert. Bis Ende 2014 konnten sechs Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen werden. Auf die Ausführungen zu den Präventionsmaßnahmen wird verwiesen DIEBSTAHL VON KRAFTWAGEN Im Berichtsjahr gelangten 86 Diebstähle von Kraftwagen zur Anzeige. Dies waren sechs Fälle oder 6,5 % weniger als Die Aufklärungsquote lag bei 46,5 % (2013: 54,3 %) DIEBSTAHL VON MOPEDS UND KRAFTRÄDERN In 2014 wurden 83 Diebstähle von Mopeds und Krafträdern registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Abnahme von 18 Fällen bzw. 17,8 %. 25 Siehe Ziffer 9.9, Seite 85. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
41 Die Aufklärungsquote betrug 16,9 % (2013: 30,7 %) FAHRRADDIEBSTAHL Im zurückliegenden Jahr setzte sich die wellenartige Fallzahlenentwicklung der Fahrraddiebstähle fort. Nach einem Rückgang im Vorjahr, ist in 2014 ein Anstieg um 213 Delikte oder 23,4 % auf Straftaten zu verzeichnen. 50 % der entwendeten Fahrräder waren Mountainbikes. Ein Viertel aller Fahrräder hatten einen Wert von mindestens 700 Euro. Die Aufklärungsquote lag bei 7,8 % (2013: 10,3 %) DIEBSTAHL VON UNBAREN ZAHLUNGSMITTELN Im Berichtsjahr gelangten Diebstähle von unbaren Zahlungsmitteln zur Anzeige. Dies waren 162 Fälle oder 8,3 % mehr als dieser Fälle wurden im Zusammenhang mit Taschendiebstählen registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 46,5 % (2013: 54,3 %). 38 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
42 3.6 VERMÖGENS- UND FÄLSCHUNGSDELIKTE Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten zeigt sich eine geringe Abnahme um 1,8 % bzw. 255 Fälle auf Straftaten. In einer 10-Jahresbetrachtung liegt die Gesamtzahl unter dem Durchschnitt von Straftaten. Betrug Vermögens-/ Fälschungsdelikte Vermögens- und Fälschungsdelikte 10-Jahresvergleich Landesweit war eine Zunahme um 2,8 % (3.340 Fälle) auf Straftaten zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Vermögens- und Fälschungsdelikte weisen regelmäßig eine hohe Aufklärungsquote auf. Sie lag im Berichtsjahr bei 86,8 % (2013: 87,3 %), landesweit betrug sie 80,8 % (2013: 79,7 %). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
43 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Gesamt davon: Vermögens- und Fälschungsdelikte (einschließlich Versuche) Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,9 o Betrug , , ,8 davon: Erschleichen von Leistungen , , ,3 Waren- und Warenkreditbetrug , , ,0 Sonstiger Betrug , , ,0 o Veruntreuung , , ,6 o Unterschlagung , , ,5 o Urkundenfälschung , , ,5 o Geld- und Wertzeichenfälschung , , ,3 o Insolvenzstraftaten , , , BETRUGSVERFAHREN Der überwiegende Teil der Vermögens- und Fälschungsdelikte (83,0 %) entfällt auf die Betrugsdelikte. In den zurückliegenden Jahren lag der Anteil regelmäßig bei über 80 %. ERSCHLEICHEN VON LEISTUNGEN Innerhalb der Betrugsverfahren machte wiederum der Deliktsbereich Erschleichen von Leistungen mit 62,6 % den größten Anteil aus, ähnlich wie im Vorjahr mit 61,4 %. Gegenüber 2013 ist eine Zunahme von 159 Fällen (+2,3 %) auf Straftaten zu registrieren. Dieser Wert liegt wiederum über dem 10-Jahresdurchschnitt von Fällen. Da es sich beim Erschleichen von Leistungen um Holkriminalität 26 handelt, ist das Fallaufkommen stark abhängig von der Anzahl bzw. Intensität der durchgeführten Kontrollen bzw. dem Anzeigeverhalten. Diese Überprüfungen werden überwiegend vom Prüfpersonal der Deutschen Bahn und der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) durchgeführt. Zumeist werden die Fälle der SSB durch das Polizeipräsidium Stuttgart bearbeitet, die der Deutschen Bahn durch die Bundespolizei (Bearbeitungsanteil 22,2 %). Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Stuttgarter Ordnungspartnerschaft durch die öffentlichen Verkehrsbetriebe, in Kooperation mit der Polizei, vier (2013: 5) SSB- Großkontrollen. Hierbei wurden Fahrgäste kontrolliert. Es kam zu Beanstandungen, was einem Anteil von 5,6 % (2013: 5,7 %) der kontrollierten Personen entspricht. Das Polizeipräsidium Stuttgart beteiligte sich zudem an Seminaren für jugendliche Schwarzfahrer. Werden Jugendliche mehrmals ohne gültigen Fahrschein im öffentlichen Personennahverkehr angetroffen und sind nicht anderweitig strafrechtlich in Erscheinung 26 Definition siehe Glossar, Seite 88 f. 40 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
44 getreten, kann das Strafverfahren durch die Teilnahme an einem Tagesseminar auf Grundlage des Jugendgerichtsgesetzes eingestellt werden. WAREN- UND WARENKREDITBETRUG Der Waren- und Warenkreditbetrug hatte im Berichtsjahr einen Anteil von 11,4 % (2013: 12,7 %) an den Betrugsdelikten. Er nahm um 137 Fälle bzw. 9,5 % auf Straftaten ab. BETRUG MITTELS RECHTSWIDRIG ERLANGTER UNBARER ZAHLUNGSMITTEL Nach Rückgängen in den vergangenen Jahren war 2014 erstmals wieder ein Anstieg um 57 Fälle bzw. 10,7 % zu verzeichnen. Von den 590 Delikten sind überwiegend Debitkarten 27 mit PIN (Geheimzahl) betroffen VERUNTREUUNG Die Anzahl der Veruntreuungen ging um 24,5 % (101 Fälle) auf 311 Straftaten zurück. Im Berichtsjahr fanden drei Kleinserien mit 14, elf und zehn Fällen Eingang in die PKS. Bei zweien dieser Vorgänge ging es um das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt mit einem Gesamtschaden von 1,6 Millionen Euro UNTERSCHLAGUNG Im vergangenen Jahr wurden Unterschlagungen registriert, 3,3 % (38 Fälle) mehr als Besonders häufig wurden Bargeld, Mobiltelefone und ganze Geldbörse mit Inhalt erlangt. In einer Mehrzahl handelte es sich um Fundsachen URKUNDENFÄLSCHUNG In 2014 fanden 640 Urkundenfälschungen Eingang in die PKS, 186 Fälle oder 22,5 % weniger als im Vorjahr. Während die sonstigen Urkundenfälschungen um 273 Straftaten und der Missbrauch von Ausweispapieren um 151 Fälle auf 119 Straftaten zurückgingen, musste ein erheblicher Anstieg der Fallzahlen der Rezeptfälschungen zur Erlangung von Ausweichmitteln um 67 Fälle bzw. 231,0 % auf 96 Straftaten festgestellt werden. 3.7 GELD- UND WERTZEICHENFÄLSCHUNG Die Geld- und Wertzeichenfälschungen sind erheblich um 48,8 % bzw. 60 Fälle auf 63 Straftaten zurückgegangen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung hauptsächlich auf einen Rückgang der Fallzahlen bei den Zahlungskartendelikten 28 von 90 auf 14 Fälle (-4,4 %). Bei den erfassten Geld- und Wertpapierfälschungen war eine leichte Zunahme der Fallzahlen um 14 Fälle auf 49 Straftaten zu verzeichnen. Der Rückgang der Geld- und Wertzeichenfälschungen spiegelt allerdings nicht die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung wider. Nach einer vom Fachdezernat geführten Gesamtübersicht wurden im Berichtsjahr 27 Definition siehe Glossar, Seite Straftaten gemäß 152a, b StGB. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
45 1.022 Anhaltefälle 29 unterschiedlicher Währungen und Werte festgestellt. Das entspricht einer Zunahme von 436 Anhaltefällen (+74,4 %) im Vergleich zum Vorjahr. 3.8 WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT 30 Die Fallzahlen der Wirtschaftskriminalität gingen im Rahmen der üblichen Schwankungen auf 668 Fälle zurück. Gegenüber 2013 entspricht dies einer Abnahme von 89 Fällen (- 11,8 %). Die Fallentwicklung in diesem Deliktsbereich ist sehr stark von Serien- und Großverfahren geprägt kam es zu einer Serie mit Fällen und 2009 zu einer weiteren mit Straftaten. Diese Entwicklung wirkt sich erheblich auf die Darstellung der Fallzahlen im 10-Jahresvergleich aus. Wirtschaftskriminalität 10-Jahresvergleich Landesweit gingen die Fallzahlen um 47 Straftaten auf Fälle (-0,6 %) zurück. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote betrug im vergangenen Jahr 97,0 % (2013: 99,1 %). Landesweit lag sie bei 97,4 % (2013: 96,8 %). 29 Anhaltefälle werden nicht in der PKS ausgewiesen. 30 Definition siehe Glossar, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
46 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Gesamt davon: Wirtschaftskriminalität (einschließlich Versuche) Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,8 o Wirtschaftskriminalität bei Betrug , , ,0 o Insolvenzstraftaten , , ,3 o Wirtschaftskriminalität im Anlageund Finanzierungsbereich , , ,9 o Wettbewerbsdelikte , , ,0 o Wirtschaftskriminalität im Zusammenhang mit Arbeitsverhältnissen o Betrug und Untreue im Zusammen hang mit Beteiligungen und Kapitalanlagen , , , , , ,2 Hinweis: Keine Summenbildung der Deliktsgruppen wegen möglicher Deliktsüberschneidungen (Mehrfacherfassungen). SCHADEN 31 DURCH WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT Der Anteil der Wirtschaftskriminalität an der Gesamtkriminalität ist traditionell sehr gering und lag im Berichtsjahr bei lediglich 1,1 % (Vorjahr 1,3 %). Dennoch verursacht die Wirtschaftskriminalität den Großteil der jährlich registrierten Schadenssummen. Entscheidend bei der Betrachtung der Schadenszahlen ist auch hier die Zuordnung zu Großserien. In 2014 wies die Wirtschaftskriminalität einen Schaden in Höhe von Euro (2013: Euro) aus, was einem Anteil von 96,5 % am Schaden aller registrierten Straftaten entspricht. Ursächlich für die erhebliche Abweichung im Vergleich zu den Vorjahren war das am eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue bzw. der Beihilfe zur Untreue im Zusammenhang mit dem Erwerb von EnBW- Aktien. Nach Abschluss der Ermittlungen und Übermittlung des Vorganges durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg an die Staatsanwaltschaft Stuttgart, erfolgte die Erfassung mit einer Schadenssumme von über 775 Mio. Euro in der PKS. Aufgrund des Tatortprinzips wurde der Fall dem Polizeipräsidium Stuttgart zugeschrieben. Die Staatsanwaltschaft stellte im Berichtsjahr das Strafverfahren ein, der Fall und die Schadenssumme verblieben nach den Richtlinien zur Erfassung in der PKS. Die nachfolgende 10- Jahresübersicht wurde um den betreffenden Fall bereinigt, um die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren zu gewährleisten. 31 Definition siehe Glossar, Seite 91. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
47 Straftaten gesamt Wirtschaftskriminalität Wirtschaftskriminalität Schadenssummen in Millionen (gerundet) FINANZERMITTLUNGEN Der Rechtsgrundsatz Verbrechen darf sich nicht lohnen findet seinen Niederschlag in der Gewinnabschöpfung. Die Einbehaltung von Vermögensvorteilen, welche durch Straftaten erzielt werden, erfolgt auch bei Verfahren, die nicht der Wirtschaftskriminalität zuzuordnen sind. Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten konnten im Berichtsjahr in 787 Verfahren Vermögenswerte im Wert von Euro gesichert werden. Zur Rückgewinnungshilfe wurden Euro und zum Zwecke des Verfalls Euro sichergestellt oder beschlagnahmt. Gleichwohl lag die Summe der gesicherten Vermögenswerte erheblich unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang liegt darin begründet, dass seit Januar 2014 die Großverfahren der Wirtschaftskriminalität und die begleitenden Finanzermittlungen durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg zentral bearbeitet werden. Die hierdurch erlangten Vermögenswerte werden folglich in der Statistik des Landeskriminalamts ausgewiesen. Finanzermittlungen Jahr Anzahl der Verfahren gesicherte Vermögenswerte gesamt davon Rückgewinnungshilfe Verfall POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
48 3.9 SONSTIGE STRAFTATBESTÄNDE Die sonstigen Straftatbestände enthalten Delikte, die einem der zuvor aufgeführten Bereiche nicht zugeordnet werden können. Unterschieden wird hierbei zwischen sonstigen Straftatbeständen des Strafgesetzbuches (StGB), und jenen, die in den strafrechtlichen Nebengesetzen enthalten sind. ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Sonstige Straftatbestände (einschließlich Versuche) Delikt Sonstige Straftatbestände StGB davon: 2014/ / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,1 o Erpressung , , ,1 o Widerstand gegen die Staatsgewalt , , ,7 o Vortäuschen einer Straftat ,6-2 -2, ,9 o Begünstigung/Hehlerei , , ,3 o Brandstiftung , , ,6 o Unterhaltspflichtverletzung , , ,7 o Beleidigung , , ,1 o Sachbeschädigung , , ,1 2. Strafrechtliche Nebengesetze davon: o Nebengesetze auf dem Wirtschaftssektor o Aufenthalts-/ Asylverfahrensgesetz o Waffen-/ Kriegswaffenkontrollgesetz , , , , , , , , , , , ,4 o Rauschgiftdelikte , , ,5 o Nebengesetze auf dem Umweltsektor , , ,0 SONSTIGE STRAFTATBESTÄNDE DES STGB ANLAGE 5 Die sonstigen Straftatbestände des StGB machten im Berichtsjahr Fälle aus. Mit einem Minus von 6,2 % bzw. 737 Straftaten stellt der Wert einen Tiefstand der vergangenen zehn Jahre dar. Landesweit war ebenfalls eine Abnahme um 3,1 % oder Fälle auf Straftaten zu verzeichnen. Die beiden am häufigsten vertretenen Straftatenschlüssel sind die Sachbeschädigungen mit einem Anteil von 52,5 %, gefolgt von den Beleidigungsdelikten, die 26,7 % ausmachten. Die Aufklärungsquote lag bei 52,4 % und damit 2,6 %-Punkte über dem Vorjahresniveau. Landesweit wurden im Berichtsjahr 50,2 % (2013: 48,3 %) der sonstigen Straftatbestände nach dem StGB aufgeklärt. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
49 3.9.1 SACHBESCHÄDIGUNG Die Anzahl der Sachbeschädigungen war im Berichtsjahr um 12 % auf Fälle zurückgegangen. In einer 10-Jahresbetrachtung liegt der Wert deutlich unter dem Durchschnitt von Straftaten. Eine detaillierte Darstellung des Deliktfeldes zeigt nachfolgende Tabelle: Sachbeschädigung gesamt davon: Sachbeschädigung - Straftatenschlüssel Delikt o Gemeinschädliche Sachbeschädigung (einschl. Graffiti) 2013/2012 absolut in % , ,9 o Sachbeschädigung (politisch) ,5 o Sachbeschädigung an Kfz (einschl. Graffiti) o Sachbeschädigung durch Graffiti (einschl. an Kfz und gemeinschädlich) , ,5 Die landesweiten Fallzahlen waren um 5,2 % bzw Fälle auf Straftaten ebenfalls rückläufig. 18,7 % der Fälle konnten in der Landeshauptstadt aufgeklärt werden (2013: 19,4 %). Der leichte Rückgang der Aufklärungsquote ist dem Umstand geschuldet, dass in 2014 zwei Serien mit 53 und 37 Fällen bislang unaufgeklärt blieben. Landesweit wurden 20,8 % (2013: 19,5 %) aufgeklärte Fälle registriert BELEIDIGUNG Nach einem Rückgang der Fallzahlen in 2013 ist im Berichtsjahr ein Anstieg von 238 Fällen (+8,7 %) auf Straftaten zu verzeichnen. Es handelt sich hierbei um den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Landesweit nahmen die Fälle um 897 (+3,7 %) auf Straftaten ebenfalls zu. Die Aufklärungsquote lag deliktsspezifisch bei 93,0 % (2013: 93,6 %). Landesweit waren 93,5 % (2013: 93,1 %) aufgeklärte Beleidigungen zu verzeichnen WIDERSTAND GEGEN DIE STAATSGEWALT 32 Die Anzahl der unter dem Gruppenschlüssel Widerstand gegen die Staatsgewalt registrierten Straftaten nahm im Berichtsjahr um 61 Fälle bzw. 24,4 % auf 311 Straftaten zu. In diesem Gruppenschlüssel ist mit einem Anteil von 96,8 % (301 Fälle) der Straftatenschlüssel Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte enthalten. Die Zunahme dieses Deliktsfeldes beträgt 26,5 % bzw. 63 Fälle. 32 Erläuterung siehe Glossar, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
50 Als Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte wird eine gegen einen Polizeivollzugsbeamten gerichtete Handlung nur registriert, wenn keine weitere Straftat begangen wurde oder wenn die Strafandrohung des Widerstandes gegen Polizeivollzugsbeamte über die eines weiteren Delikts hinausgeht. Neben den 301 registrierten Widerstandshandlungen wurden im Berichtsjahr zusätzlich 533 Opferdelikte zum Nachteil von Polizeivollzugsbeamten registriert, die unter diversen Straftatbeständen, z. B. als Körperverletzung, Eingang in die PKS fanden. Ein Vergleich mit dem Vorjahr zeigt bei den genannten Opferdelikten ebenfalls eine Zunahme von 51 Fällen bzw. 10,6 %. Landesweit war bei den Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamten gegenüber 2013 eine Zunahme um 54 Fälle bzw. 4,1 % auf Straftaten festzustellen. Bei den Opferdelikten zum Nachteil von Polizeivollzugsbeamten war ebenfalls ein Anstieg um 116 Fälle oder 5,1 % auf Straftaten zu verzeichnen. Eine Sonderauswertung der Widerstandsdelikte in der Landeshauptstadt ergab, dass 89,0 % der Tatverdächtigen männlich waren (2013: 88,5 %). Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug 36,9 %. Sie waren in diesem Bereich somit unterrepräsentiert, da ihr Anteil bei allen in 2014 registrierten Tatverdächtigen 44,9 % 33 betrug. Auch der Anteil der unter 21-jährigen Tatverdächtigen war leicht unterrepräsentiert. Er belief sich im Bereich der Widerstände gegen Polizeivollzugsbeamte auf 20,7 %, bei der Gesamtkriminalität jedoch auf 23,1 %. 76,9 % der Tatverdächtigen waren der Polizei bereits wegen einer zuvor begangenen Straftat sowie 11,4 % der Tatverdächtigen als Konsumenten harter Drogen bekannt. Bei 66,2 % der auffälligen Personen konnte zum Tatzeitpunkt eine Alkoholbeeinflussung festgestellt werden. 40,5 % der Widerstandshandlungen gegen Polizeivollzugsbeamte fanden in den Nächten von Freitag bis Sonntag statt. Knapp die Hälfte der Widerstände ereignete sich demnach innerhalb dieser 30 Stunden bei einer Wochenstundenzahl von 168. In 2014 gab es ein versuchtes Tötungsdelikt zum Nachteil von Polizeibeamten. Im Kapitel 8, Ziffer 8.7 werden die Maßnahmen erläutert, die sowohl das Land Baden- Württemberg als auch die Polizei Stuttgart initiiert haben, um diesem Trend entgegenzuwirken. 33 Bereinigt um Verstöße nach dem AufenthG/AsylVfG verbleiben 41,3 %. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
51 STRAFRECHTLICHE NEBENGESETZE Im Berichtsjahr wurden Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze erfasst. Die Zunahme gegenüber 2013 betrug 39,8 % bzw Fälle. Es handelt sich um das höchste Fallaufkommen der vergangenen zehn Jahre. ANLAGE 6 Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf Fallsteigerungen bei den Verstößen gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz/EU (Anteil 61,3 %) und auf die Zunahme der Rauschgiftkriminalität (Anteil 28,5 %) zurückzuführen. Landesweit war bei den strafrechtlichen Nebengesetzen ebenfalls eine Steigerung der Fallzahlen um 19,0 % bzw Fälle auf Straftaten zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote betrug insgesamt 88,2 % (2013: 88,0 %). In Baden-Württemberg lag sie bei 95,0 % (2013: 94,9 %) AUFENTHALTS-, ASYLVERFAHRENS- UND FREIZÜGIGKEITSGESETZ/EU Im Berichtsjahr kam es in diesem Deliktsfeld zu einem erheblichen Anstieg der Fallzahlen von Straftaten (+108,8 %) auf insgesamt Fälle. In der 10-Jahres-betrachtung wurde ein Höchststand erreicht. Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz/EU 10-Jahresvergleich aufgeklärte Fälle Straftaten (gesamt) Landesweit war ebenfalls eine Zunahme um 64,6 % oder Fälle auf Straftaten zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote lag in der Landeshauptstadt bei 93,4 % (2013: 88,1 %). In Baden- Württemberg wurden 98,4 % (2013: 97,8 %) der Taten aufgeklärt. 48 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
52 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE AufenthG/AsylVfG/FreizügG/EU davon: Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz/EU Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,0 o Unerlaubte Einreise (GrÜ) , , ,5 o Einschleusen , , ,6 o Erschleichen Aufenthalt/Scheinehe , , ,2 o Gewerbsmäßiges Einschleusen 92b AuslG , , ,3 o Straftaten gegen 84, 85 AsylVfG , , ,3 o Unerlaubter Aufenthalt (AufenthG) , , ,1 o 9 FreizügG/EU , , ,0 o Sonstige Straftaten AufenthG/AsylVfG , , ,0 Die erheblichen Zunahmen des unerlaubten Aufenthalts nach dem AufenthG spiegelt die stark zunehmende Migration in die Bundesrepublik und nach Stuttgart wider. Die damit vermehrte Vorsprache durch Asylbegehrende gegenüber Polizeibediensteten führte zum Fallzahlenanstieg beim unerlaubten Aufenthalt. 805 Fälle dieses Delikts wurden durch die Bundespolizei mit ihrer Zuständigkeit am Hauptbahnhof bearbeitet. Die Tatverdächtigenstruktur des Gruppenschlüssels zeigt folgende Übersicht Tatverdächtige gesamt davon: AufenthG/AsylVfG/FreizügG/EU Anzahl nach Geschlecht (absolut) Anteil Geschlecht von gesamt in % Anteil der Altersgruppen männlich weiblich männlich weiblich absolut in % ,5 17, o Kinder ,4 31,6 38 1,7 o Jugendliche ,2 11, ,7 o Heranwachsende ,3 12, ,1 o Unter 21-Jährige gesamt ,4 13, ,5 o Erwachsene ,0 19, ,5 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
53 3.9.5 RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT Unter dem Schlüssel Rauschgiftkriminalität werden alle Rauschgiftdelikte und Fälle der direkten Beschaffungskriminalität erfasst. 34 Der Deliktsbereich verzeichnete erneut einen deutlichen Anstieg von 27,0 % (2013: 25,9%) oder 950 Fälle auf Straftaten. Die Fallzahlen lagen im Berichtsjahr 46,8 % ( Fälle) über dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre von Fällen. Straftaten gesamt Straftaten geklärt Rauschgiftkriminalität 10-Jahresvergleich Landesweit nahm die Rauschgiftkriminalität um 12,4 % oder Fälle auf Delikte zu. Die Aufklärungsquote betrug in Stuttgart 85,8 % (2013: 87,5 %). Der hohe Wert ist darauf zurückzuführen, dass Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zumeist bei Personenkontrollen oder nach aufwändigen Ermittlungen festgestellt werden und der Tatverdächtige folglich bekannt ist. 34 Erläuterung siehe Glossar, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
54 Die im Berichtsjahr regelmäßig durchgeführten Personenkontrollen zur Bekämpfung der Straßen- und Drogenkriminalität erfolgten mit dem Ziel, eine offene Drogenszene bzw. die Etablierung von Drogenumschlagplätzen zu verhindern. Einschlägige Orte wurden fortlaufend beobachtet und auf en zeitnah reagiert. Die Anordnungen der Einsatzkonzeption Brennpunkte haben in diesem Zusammenhang weiterhin ihre Gültigkeit. 35 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Rauschgiftkriminalität gesamt davon: Anteile der einzelnen BtM-Deliktsgruppen Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,0 o Illegaler Besitz/Erwerb , , ,5 o Illegaler Handel/Schmuggel , , ,2 o Illegale Einfuhr in nicht geringer Menge , , ,6 o Sonstiger Verstoß gegen das BtMG , , ,1 davon: Unerlaubte(r) Handel/Herstellung/Abgabe/ Besitz in nicht geringer Menge , , ,9 o Direkte Beschaffungskriminalität , , ,6 Von den 115 Straftaten der direkten Beschaffungskriminalität entfielen 96 Fälle auf die Rezeptfälschung zur Erlangung von Ausweichmitteln. Diese nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 67 Fälle bzw. 231,0 % zu. TATVERDÄCHTIGE Gesamt davon: Tatverdächtige Anteile der einzelnen Altersgruppen Altersgruppen absolut zum Vergleich: Altersverteilung "Straftaten gesamt" in % In % in % in % o Kinder 7 0,2 0,3 2,2 2,2 o Jugendliche ,8 13,6 9,0 9,7 o Heranwachsende ,4 20,3 11,9 11,9 o Unter 21-Jährige gesamt ,4 34,2 23,1 23,8 o Erwachsene ,6 65,8 76,9 76,2 Es wurden Tatverdächtige ermittelt. Dies sind 15,3 % oder 586 Personen mehr als ,6 % waren Erwachsene und 32,4 % Personen der Altersgruppe U21. Hier ergaben sich nahezu keine en zum Vorjahr. Es wurde sieben tatverdächtige Kinder (2013: 9) registriert. 35 Näheres hierzu siehe Kapitel 9 - Prävention, Seite 82 f. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
55 Der Anteil der weiblichen Tatverdächtigen bewegte sich mit 10,6 % leicht unter dem Vorjahresniveau von 11,5 %. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg er von 30,6 % auf 36,1 %. Beide Gruppen bleiben unterrepräsentiert im Verhältnis zu Ihrer Belastung bei den Gesamtstraftaten von 23,3 % bzw. 44,9 % 36. Allerdings waren die nichtdeutschen Tatverdächtigen in den Deliktsbereichen illegaler Handel/Schmuggel, Illegale Einfuhr und sonstige Verstöße gegen das BtMG, ohne Berücksichtigung des illegalen Besitzes/Erwerbs, deutlich höher belastet. Hier hatten von den 524 ermittelten Personen 264 (50,4 %) eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit (2013: 44,8 %). RAUSCHGIFTDELIKTE NACH DROGENART 73,5 % und damit ein Großteil der Fälle wurde im Berichtsjahr durch den illegalen Besitz und Erwerb von Cannabisprodukten begangen. Dieser Wert ist nahezu identisch mit dem Vorjahr (74,2 %). Delikt Rauschgiftdelikte gesamt davon: Anteile der Rauschgiftarten 2014 Illegaler Besitz und Erwerb von BtM absolut in % %-Anteil Vorjahr Illegale(r) Handel/Einfuhr/Anbau/ Besitz in nicht geringer Menge absolut in % %-Anteil Vorjahr ,0 (100,0) ,0 (100,0) o Heroin 59 1,6 (2,1) 40 5,3 (5,8) o Kokain 128 3,6 (4,6) 92 12,3 (10,3) o LSD 4 0,1 (0,1) 0 0,0 (0,0) o Amphetamin ,1 (9,9) 84 11,2 (10,2) o Ecstasy -Amphetaminderivate- 23 0,6 (4,0) 7 0,9 (8,8) o Cannabis ,5 (74,2) ,3 (49,6) o sonstige Betäubungsmittel 162 4,5 (5,1) 37 4,9 (6,1) "RG-Delikte ohne definierte Drogenart" (5,1) 91 12,1 (9,2) Die hohen Fallzahlen des illegalen Besitzes/Erwerbs von Cannabis und die einhergehenden erheblichen Sicherstellungsmengen können angesichts einer breiten Legalisierungsdiskussion auch mit einem sinkenden Unrechtsbewusstsein zusammenhängen. 36 Bereinigt um Verstöße nach dem AufenthG/AsylVfG verbleiben 41,3 %. 52 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
56 SICHERGESTELLTE BETÄUBUNGSMITTEL BtM-Sicherstellungen BtM-Arten Gewicht / /2010 absolut in % absolut in % Haschisch kg 2,738 1,053 28,18 +1, ,0-25,44-90,3 Marihuana kg 23,614 26,337 49,66-2,72-10,3-26,05-52,4 Heroin kg 0,954 1,473 0,32-0,52-35,2 +0, ,1 Kokain kg 0,78 3,567 2,03-2,79-78,1-1,25-61,6 LSD Stück , ,0 Amphetamin kg 4,225 2,14 1,89 +2,09 +97,4 +2, ,5 Ecstasy Stück , ,2 Methamphetamin/ Crystal kg 0,031 *) *) *) *) *) *) Methadon ml 465,00 218,00 287, ,0 +113, ,0 Subutex Stück ,0 +17, ,3 *) Kein Referenzwert vorhanden, da neue Substanz in Stuttgart. Bei den sichergestellten bzw. beschlagnahmten Betäubungsmitteln dominieren auch im Berichtsjahr die Cannabisprodukte mit leichten en zum Vorjahr. Steigerungsraten waren bei den Amphetaminen sowie bei Ecstasy und Methadon zu verzeichnen, während die Substanzen Kokain und Heroin rückläufig waren. Schwankungen bei den Sicherstellungsmengen basieren häufig auf Großsicherstellungen im Rahmen einzelner Strafverfahren und lassen nicht immer Rückschlüsse auf die örtliche Drogenszene zu. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
57 RAUSCHGIFTTOTE Im Berichtsjahr gab es in Stuttgart, wie in den beiden Jahren zuvor, zwölf Rauschgifttote. Häufig führte eine Mischintoxikation in Verbindung mit einem schlechten Allgemeinzustand (infolge eines Langzeitkonsums) zum Tode. In drei Fällen war eine Überdosis Kokain todesursächlich. Rauschgifttote in Stuttgart 10-Jahresvergleich Landesweit wurden 136 Rauschgifttote und damit 15 mehr als 2013 registriert. 54 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
58 4. SUMMENSCHLÜSSEL GEWALTKRIMINALITÄT 38 Im Berichtsjahr wurden unter dem Summenschlüssel Gewaltkriminalität Fälle erfasst. Dies entspricht einer Zunahme von 195 Straftaten oder 8,6 %. Die gefährlichen und schweren Körperverletzungen machten einen Anteil von 71,6 % aller Gewaltdelikte aus. Im 10-Jahresvergleich liegt der Summenschlüssel in 2014 leicht über dem Durchschnitt von Fällen. erfasste Fälle Gewaltkriminalität 10-Jahresvergleich aufgeklärt Landesweit blieben die Fallzahlen mit einem geringen Anstieg von 13 Fällen auf Gewaltdelikte nahezu unverändert. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote entsprach mit 71,0 % dem Vorjahresniveau (2013: 71,1 %). Landesweit betrug sie 78,6 % (2013: 78,1 %). 37 Definition siehe Glossar, Seite Definition siehe Glossar, Seite 88. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
59 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Der Summenschlüssel Gewaltkriminalität umfasst mehrere Deliktsbereiche, auf die bereits im Kapitel 3 näher eingegangen wurde. Gewaltkriminalität gesamt davon: Gewaltkriminalität (einschließlich Versuche) Delikt /2013 in % 2014/2010 in % 2014/2005 in % , , ,7 o Mord , , ,0 o Totschlag ,9-2 -9, ,1 o Vergewaltigung/Sex. Nötigung ,0-2 -1, ,9 o Raub/Räuberische Erpressung , , ,9 o Körperverletzung mit Todesfolge o Gefährliche und schwere Körperverletzung o Erpresserischer Menschenraub , , , o Geiselnahme o Angriff auf den Luft- und Seeverkehr TATVERDÄCHTIGE Tatverdächtigenstruktur Gewaltkriminalität - Verteilung nach Altersgruppen Vergleichswert bezieht sich auf "Tatverdächtige - Straftaten gesamt" Altersgruppe absolut in % absolut in % absolut absolut absolut Vergleichswert Vergleichswert Tatverdächtige gesamt davon: ,0 (100,0) ,0 (100,0) o Kinder 84 3,7 (2,2) 55 2,5 (2,2) o Jugendliche ,2 (9,0) ,5 (9,7) o Heranwachsende ,8 (11,9) ,0 (11,9) o Unter 21-Jährige gesamt ,8 (23,1) ,0 (23,8) o Erwachsene ,2 (76,9) ,0 (76,2) Bei den Altersgruppen kam es zu leichten Verschiebungen. Die U21-Tatverdächtigen waren, bezogen auf ihr Anteil von 23,1 % an der Gesamtkriminalität, in allen Altersklassen erneut leicht überrepräsentiert. 39 Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen machte bei der Gewaltkriminalität 44,0 % aus. Ihre Anzahl (994) ist gegenüber 2013 zwar leicht gestiegen, der Anteil blieb jedoch auf Vorjahresniveau. Bezogen auf alle in 2014 erfassten Fälle, stellten sie 44,9 % 40 der Tatverdächtigen. 39 Im Kapitel 7 - Jugendkriminalität wird die Gewaltkriminalität von Menschen unter 21 Jahren näher beleuchtet. 40 Bereinigt um Verstöße nach dem AufenthG/AsylVfG verbleiben 41,3 %. 56 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
60 ALKOHOLISIERUNG In 2014 standen 43,5 % der ermittelten Tatverdächtigen bei der Tatausführung unter Alkoholbeeinflussung. Verglichen mit der Gesamtkriminalität (18,8 %) war der Anteil erneut mehr als doppelt so hoch. Betrachtet man die Geschlechterverteilung, so zeigt sich, dass 45,9 % der männlichen und 27,0 % der weiblichen Tatverdächtigen alkoholisiert waren (2013: 46,2 % bzw. 31,0 %). Zieht man abermals den Vergleich zur gesamten Kriminalität (21,8 % bzw. 8,9 %), fällt der Anteil bei den Männern deutlich höher, bei den Frauen fast viermal so hoch aus. OPFER Opfer gesamt davon: Altersgruppe Opferstruktur nach Altersgruppe und Geschlecht Opfer gesamt Gewaltkriminalität männlich weiblich absolut in % absolut in % absolut in % , , ,4 o Kinder , , ,6 o Jugendliche , , ,6 o Heranwachsende , , ,5 o Unter 21-Jährige gesamt , , ,0 o Erwachsene , , ,6 Im Berichtsjahr wurden Menschen Opfer von Gewaltkriminalität. Dies waren 11,7 % mehr als ,5 % der Opfer waren unter 21 Jahre alt. Sie sind damit nicht nur als Täter, sondern auch als Opfer der Gewaltkriminalität überrepräsentiert. Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt nur 19,5 %. In 2014 sank der Anteil weiblicher Opfer um 1,7 %-Punkte auf 24,2 %, der von männlichen Opfern stieg dementsprechend auf 75,8 %. SCHUSSWAFFE In lediglich 16 Fällen, also bei nur 0,6 % der Gewaltdelikte, drohte der Täter mit einer Schusswaffe. In 9 Fällen kam es zur Schussabgabe AGGRESSIONSDELIKTE IM ÖFFENTLICHEN RAUM 42 Der Summenschlüssel Aggressionsdelikte beinhaltet Straftaten, die in der Öffentlichkeit begangen werden und deshalb das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung besonders stark beeinträchtigen. Dazu zählen die vorsätzlichen leichten Körperverletzungen sowie die Delikte, die im Summenschlüssel Gewaltkriminalität enthalten sind. 41 Acht der neun Taten wurden mit Softair-, Schreckschuss oder CO2-Waffen begangen. In einem Fall wurde bei einer Beziehungstat eine scharfe Schusswaffe (Revolver) verwendet. 42 Definition siehe Glossar, Seite 86. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
61 In 2014 wurden Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum erfasst. Dies sind 6,6 % bzw. 235 Fälle mehr als Im 5-Jahresvergleich ist die Anzahl der Fälle um 9,0 % gestiegen. Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum 5-Jahresvergleich Aggressionsdelikte gesamt Aufgeklärte Fälle Landesweit war im Berichtsjahr ein geringer Anstieg der Aggressionsdelikte von 0,2 % auf Fälle zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote betrug 79,3 %, was gegenüber 2013 eine leichte Abnahme um 1,1 %-Punkte darstellt. Landesweit war die Aufklärungsquote mit 82,1 % (2013: 82,0 %) etwas höher. 58 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
62 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum (einschließlich Versuche) Delikt / /2010 absolut in % absolut in % Aggressionsdelikte gesamt davon: , ,0 o Gewaltkriminalität , ,1 o einfache Körperverletzung , ,9 ANLAGE 7 Eine detaillierte Darstellung befindet sich in der Anlage. TATVERDÄCHTIGE Es wurden Tatverdächtige ermittelt. Hiervon waren 401 weiblich (13,2 %) und männlich (86,8 %). Gegenüber 2013 ist der Anteil der Frauen um 0,9 %-Punkte zugenommen. 836 und damit 27,6 % der Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt. Hier ist nach einem erheblichen Rückgang im Jahr 2013 eine leichte Zunahme um 0,4 %-Punkte zu verzeichnen. Nach wie vor waren die unter 21-jährigen Tatverdächtigen jedoch bei den Aggressionsdelikten überproportional vertreten, da ihr Anteil an der Gesamtkriminalität lediglich 23,1 % betrug. Von diesen 836 Tatverdächtigen U21 waren 82,1 % männlich und 17,9 % weiblich. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug über alle Altersgruppen hinweg 37,2 % (1.127 Personen). Dies sind 1,5 %-Punkte weniger als Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtkriminalität von 44,9 % 45 sind sie bei den Aggressionsdelikten unterrepräsentiert. 25,3 % der nichtdeutschen Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt. Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität betrug 20,3 % 46. ALKOHOLISIERUNG Von den ermittelten Tatverdächtigen standen oder 51,6 % zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss. Von den Tatverdächtigen U21 waren 44,6 % zum Tatzeitpunkt alkoholisiert. Im Vergleich dazu waren landesweit lediglich 30,9 % der Tatverdächtigen U21 alkoholisiert. 43 Siehe Ziffer 4.1, Seite Siehe Ziffer 3.4, Seite Bereinigt um Verstöße nach dem AufenthG/AsylVfG verbleiben 41,3 %. 46 Bereinigt um Verstöße nach dem AufenthG/AsylVfG verbleiben 19,0 %. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
63 4.3 STRAßENKRIMINALITÄT 47 Die Straßenkriminalität stieg im Berichtsjahr um 10,7 % bzw. 898 Fälle auf Straftaten. Es handelt sich hierbei um den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Er liegt 12,3 % oder Fälle über dem 10-Jahresdurchschnitt von Straftaten. Straftaten gesamt Straßenkriminalität 10-Jahresvergleich aufgeklärte Fälle Die Zunahme geht im Wesentlichen zurück auf die Fallsteigerungen beim Taschendiebstahl und Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen sowie auf die Entwicklung bei der gefährlichen/schweren Körperverletzung. Landesweit stiegen die Fallzahlen um 2,2 % bzw Straftaten auf Fälle. AUFKLÄRUNGSQUOTE Im Jahr 2014 wurden Fälle aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 18,6 % entspricht (2013: 19,9 %). Im Land sank sie leicht auf 15,8 %. 47 Definition siehe Glossar, Seite 92 f. 60 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
64 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Der Summenschlüssel Straßenkriminalität setzt sich aus verschiedenen Deliktsbereichen zusammen. Straßenkriminalität (einschließlich Versuche) Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt davon: , , ,1 o Vergewaltigung überfallartig/einzeltäter , , ,0 o Vergewaltigung überfallartig/gruppe , o Exhibitionistische Handlungen , , ,8 o Straßenraub , , ,3 o Schwere / gefährliche Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen , , ,9 o Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen , , ,7 o Diebstahl von Kraftfahrzeugen , , ,3 o Diebstahl von Moped/Kraftrad , , ,2 o Diebstahl von Fahrrad , , ,9 o Diebstahl von/aus Automat , , ,1 o Taschendiebstahl , , ,9 o Landfriedensbruch , ,7 o Sachbeschädigung an Kraftfahrzeug , , ,5 o Sonstige Sachbeschädigung auf Straßen/Wegen und Plätzen Hinweise: , , ,0 - Eine Summenbildung der einzelnen Bereiche ist nicht zulässig, da es Überschneidungen einzelner Deliktsgruppen gibt. - In 2012 wurden die Deliktsbereiche des Diebstahls in/aus Kraftfahrzeugen und an Kraftfahrzeugen zusammengeführt. Die neue Bezeichnung lautet an/aus Kraftfahrzeugen. Die Werte für die Vorjahre wurden angepasst. GEFÄHRLICHE/SCHWERE KÖRPERVERLETZUNG AUF STRAßEN / WEGEN UND PLÄTZEN In 2008 wurden die Erfassungskriterien der gefährlichen und schweren Körperverletzung auf Straßen/Wegen/Plätzen geändert. Diese Anpassung führte zu einem statistischen Anstieg der Fallzahlen, ohne dass eine echte Zunahme der Kriminalität zugrunde lag. In der Langzeitbetrachtung ist dies zu berücksichtigen. Nach dem Höchstwert im Jahr 2012 (932 Fälle) ist im vergangenen Jahr ein Anstieg der Fallzahlen um 16,6 % bzw. 117 Fälle auf 822 Straftaten zu verzeichnen. SACHBESCHÄDIGUNG AN KRAFTFAHRZEUGEN In 2014 sind die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen um 285 Fälle bzw. 10,7 % auf Straftaten zurückgegangen. Weitere im Summenschlüssel enthaltene Deliktebereiche wurden bereits an anderer Stelle erörtert. Ausführungen zum Taschendiebstahl befinden sich auf Seite 34 ff., zum Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen auf Seite 33 ff., zum Straßenraub auf Seite 22 ff. und die exhibitionistischen Handlungen sind auf Seite 19 ff. thematisiert. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
65 TATVERDÄCHTIGE Straßenkriminalität - Altersstruktur Altersgruppe Tatverdächtige gesamt davon: 2014/ / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,4 o Kinder , , ,3 o Jugendliche , , ,7 o Heranwachsende , , ,3 o Unter 21-Jährige gesamt , , ,7 o Erwachsene , , ,1 Die Zahl der Tatverdächtigen ist 2014 um 12,1% auf angestiegen. 574 und damit 31,3 % der ermittelten Personen waren unter 21 Jahre alt. Dies sind 5,3 %-Punkte weniger als Bei der Auswertung der vorliegenden Tatverdächtigenzahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass über 80 % der Fälle nicht geklärt werden konnten und der Aussagegehalt daher eingeschränkt bleibt. 62 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
66 4.4 COMPUTERKRIMINALITÄT UND CYBERCRIME 48 Der Summenschlüssel Computerkriminalität umfasst alle Straftaten, die unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) oder gegen diese begangen werden. Die Zusammensetzung des Summenschlüssels Cybercrime bezieht sich auf spezielle Phänomene und Ausprägungen dieser Kriminalitätsform, bei denen Elemente der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) wesentlich für die Tatausführung sind. Durch die Möglichkeiten des Internets passieren die Taten regelmäßig im virtuellen Raum. Bei einer Betrachtung der Fallzahlen ist zu berücksichtigen, dass nach den derzeit gültigen PKS- Richtlinien nur Straftaten in der PKS erfasst werden, die in der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden ( 3, 4 Strafgesetzbuch sog. Territorialitäts- und Flaggenprinzip). Dies hat zur Folge, dass Tathandlungen, die im Ausland erfolgten, keinen Eingang in die PKS fanden. In der Landeshauptstadt wurden 2014 somit nur 238 Fälle von Cybercrime registriert. Dies entspricht einem leichten Anstieg um 7,7 % oder 17 Straftaten. Bei der Computerkriminalität war dagegen ein geringfügiger Rückgang um 2,5 % bzw. 13 Taten auf 501 Fälle zu verzeichnen. In beiden Bereichen ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. Zur besseren Veranschaulichung des Deliktsfeldes, werden nachfolgend zwei Fälle aus 2014 näher beschrieben. Computerbetrug, Datenveränderung, Ausspähung von Daten Durch insgesamt 31 nicht autorisierte Online-Einzelbuchungen vom Konto eines Stuttgarter Bürgers erfolgte im Juni 2014 die Verfügung von Euro auf ein Konto in Dortmund. Die Summe wurde dort kurze Zeit später über ein mit Falschpersonalien eröffneten Empfänger-Konto abgehoben. Ermittlungen ergaben, dass die Überweisungen auf das Täterkonto mittels PIN-/TAN-Verwaltung erfolgten. Für den Tattag waren Änderungen der Sicherheitseinstellungen des Geschädigten-Kontos festzustellen, die Online-Banking PIN sowie die für das mtan-verfahren erforderliche Mobilfunknummer waren verändert. Der Aktivierungscode für die neue Handynummer wurde knapp drei Stunden vor den Überweisungen geändert. Der Brief mit dem Aktivierungscode war in Stuttgart aus dem Briefkasten geholt bzw. abgefangen worden. Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen führten zu einer aus dem Bereich Bottrop stammenden Familie (Vater 55 Jahre, Söhne 27 und 19 Jahre alt), die arbeitsteilig und gewerbsmäßig vorging. Die Staatsanwaltschaft Köln hat zwischenzeitlich wegen weiterer Fälle im Bundesgebiet ein Sammelverfahren eingeleitet und auch den Stuttgarter Vorgang hinzugezogen. Haftbefehle wurden erlassen, die Ermittlungen dauern an. Erpressung, Computersabotage Anfang Oktober 2014 erlangten Täter mittels SQL-Injektion 49 Zugang zum Server eines Stuttgarter Unternehmens und kopierten Daten. Anschließend wurde das Unternehmen 48 Definition siehe Glossar, Seite SQL ist eine Datenbanksprache. SQL-Injektion bezeichnet das Ausnutzen einer Sicherheitslücke in Zusammenhang mit SQL-Datenbanken. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
67 zur Zahlung von zwei Bitcoins 50 (ca. 600 Euro) aufgefordert, um durch die Zahlung die Veröffentlichung des Datenverlustes zu verhindern. Angriffe dieser Art erfolgten mittels Spezialsoftware und zielten auf im Expertenbereich bekannte Schwachstellen bei Server-Systemen ab. Die Spuren führten in mehrere Staaten und auch ins Tor-Netzwerk 51. Bundesweit wurden fünf weitere Vorgänge mit vergleichbarem Begehungsstandard zugeordnet. 50 Definition siehe Glossar, Seite Es handelt sich hierbei um eine Anonymisierungsanwendung, die es ermöglicht, die Identität im Netz zu verbergen. 64 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
68 5. TATVERDÄCHTIGE ENTWICKLUNG DER TATVERDÄCHTIGENZAHLEN In 2014 wurden zu den geklärten Straftaten insgesamt Tatverdächtige ermittelt. Ihre Anzahl hat im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 % oder Personen zugenommen. Es handelt sich um die höchste Anzahl an ermittelten Tatverdächtigen der vergangenen zehn Jahre. 5.2 GESCHLECHTVERTEILUNG Geschlechterverteilung der Tatverdächtigen 2014 Altersgruppe absolut davon männlich in % zum Vorjahr in %-Punkten davon weiblich in % zum Vorjahr in %-Punkten Tatverdächtige gesamt davon: ,7 +0, ,3-0,9 o Kinder ,5-0, ,7-0,0 o Jugendliche ,9-0, ,1-0,1 o Heranwachsende ,2 +0, ,7-0,2 o Unter 21-Jährige gesamt ,5-0, ,5-0,4 o Erwachsene ,2 +1, ,8-0,6 Von den Tatverdächtigen waren (76,7 %) männlich und (23,3%) weiblich. Der Anteil aller männlichen Tatverdächtigen hat im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 %-Punkte zugenommen. Die Zunahmen beziehen sich ganz überwiegend auf die erwachsenen Tatverdächtigen. 5.3 ALTERSSTRUKTUR Die Altersstruktur der Tatverdächtigen zeigt folgende Übersicht: Altersstruktur der Tatverdächtigen Altersgruppe absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % Tatverdächtige gesamt davon: , , , ,0 o Kinder 596 2, , , ,5 o Jugendliche , , , ,7 o Heranwachsende , , , ,9 o Unter 21-Jährige gesamt , , , ,1 o Erwachsene , , , ,9 Im 10-Jahresvergleich ergaben sich lediglich geringfügige Verschiebungen zwischen den Altersgruppen. Der Anteil der tatverdächtigen Senioren (über 60 Jahre) betrug 5,3 % und blieb im Vergleich zu den Vorjahren nahezu unverändert. 52 Definition siehe Glossar, Seite 93 f. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
69 5.4 TATVERDÄCHTIGEN-WOHNORT-BEZIEHUNG 53 In 2014 waren 53,1 % der ermittelten Tatverdächtigen in Stuttgart wohnhaft. Im Vorjahr wurde noch ein Anteil von 55,2 % und in 2010 von 60,0 % registriert. 29,8 % der Tatverdächtigen waren innerhalb Baden-Württembergs polizeilich gemeldet, 5,0 % in anderen Bundesländern, 2,4 % hatten ihren Wohnsitz im Ausland und 12,1 % keinen festen Wohnsitz vorzuweisen. ANLAGE BEVÖLKERUNGSANTEILE DER TATVERDÄCHTIGENGRUPPEN IN STUTTGART Gegenüberstellung Tatverdächtige Wohnort (Stuttgart) nach Altersgruppen 2014 (einschließlich Kinder unter 8 Jahren) 71,6% Tatverdächtige (alle) Einwohner (alle) 58,4% 23,4% 2,2% 4,8% 9,0% 11,9% 3,3% 3,0% 5,3% Kinder (bis 14 Jahre) -strafunmündig- Jugendliche (14 bis 18 Jahre) Heranwachsende (18 bis 21 Jahre) Erwachsene (21 bis 60 Jahre) Erwachsene (ab 60 Jahre) Die Gegenüberstellung der Bevölkerungsanteile Stuttgarts und der Tatverdächtigenzahlen zeigt, dass in 2014 der Anteil der tatverdächtigen Jugendlichen und Heranwachsenden statistisch gesehen drei Mal höher war, als ihr Bevölkerungsanteil (9,0 % zu 3,3 % bzw. 11,9% zu 3,0 %). Allerdings haben insgesamt 48,1 % der Tatverdächtigen unter 21 Jahren haben ihre Straftaten in der Landeshauptstadt begangen, ohne dort wohnhaft zu sein. 5.6 ALKOHOLISIERUNG In 2014 waren 18,8 % aller Tatverdächtigen bei der Tatbegehung alkoholisiert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 0,8 %-Punkte. 53 Aufgrund von Wohnsitzwechseln einzelner Tatverdächtiger ergibt die Summe der einzelnen Kategorien einen Wert von 102,4 % (2013: 102,2 %). 66 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
70 6. NICHTDEUTSCHE TATVERDÄCHTIGE VORBEMERKUNG In der PKS werden nur die Personen als nichtdeutsche Tatverdächtige erfasst, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Bei doppelter Staatsbürgerschaft gilt - soweit vorhanden - die deutsche. Hinzu kommt, dass tatverdächtige Ausländer in der PKS nicht danach unterschieden werden, ob diese ihren Wohnort in Stuttgart haben oder ob es sich um Touristen bzw. durchreisende Ausländer handelt. Aussagen zu deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund können der PKS nicht entnommen werden. Weitere Verzerrungsfaktoren sind am Ende dieses Kapitels unter Ziffer 6.7 erläutert. 6.1 ANTEIL DER NICHTDEUTSCHEN BEVÖLKERUNG Im vergangenen Jahr besaßen (22,1 %) der in Stuttgart polizeilich gemeldete Personen eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit. Dieser Wert liegt 0,6 %- Punkte über der Vorjahreszahl. Zu den größten nichtdeutschen Bevölkerungsgruppen zählten türkische Staatsangehörige, gefolgt von Personen mit griechischer, mit italienischer und mit kroatischer Staatsangehörigkeit ENTWICKLUNG DER TATVERDÄCHTIGENZAHLEN Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist im Berichtsjahr um Personen oder 17,9 % auf gestiegen. 44,9 % aller Tatverdächtigen waren somit nichtdeutscher Nationalität, 4,6 %-Punkte mehr als im Vorjahr. Bei dem Anteil handelt es sich um den höchsten Wert der vergangenen 20 Jahre. Nach der Bereinigung der Tatverdächtigenzahlen um die Verstöße nach dem Aufenthaltsund Asylverfahrensgesetz verbleiben nichtdeutsche Tatverdächtige. Im Vergleich zum Vorjahr war auch hier eine Zunahme um 883 Personen oder 9,1 % zu verzeichnen. Der bereinigte Anteil der nichtdeutschen von allen erfassten Tatverdächtigen betrug 41,3 % und war im Vorjahresvergleich um 2,6 %-Punkte gestiegen. Nachfolgende Diagramme zeigen die Entwicklung der Anteile nichtdeutscher Tatverdächtiger gesamt und bereinigt 56 im Verhältnis zur Gesamtzahl der registrierten Tatverdächtigen. Der Verlauf beider Liniendiagramme im 5-Jahresvergleich war ab 2011 kontinuierlich ansteigend. 54 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: Die Zahlen enthalten die polizeilich gemeldeten Personen, dagegen keine Touristen, Pendler sowie illegale Nichtdeutsche u. a. 55 Quelle der Staatsangehörigkeiten: Ausländerzentralregister. 56 Herausgerechnet wurden die Verstöße nach dem Aufenthaltsgesetz und Asylverfahrensgesetz, die ausschließlich von Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit begangen werden können und die mehrheitlich auf die globalen Flüchtlingsbewegungen zurückzuführen waren. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
71 Anteile nichtdeutscher Tatverdächtiger in % 50,0 45,0 +4,6 % 44,9 40,3 40,0 37,4 37,3 38,2 38,7 +2,6 % 41,3 35,0 36,1 36,0 36,8 30,0 25, LH Stuttgart gesamt LH Stuttgart bereinigt 68 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
72 6.3 NATIONALITÄTEN TATVERDÄCHTIGENANTEILE In nachfolgender Übersicht werden die Nationalitäten der Tatverdächtigen aufgeführt, die im Berichtsjahr mindestens einen Anteil von einem Prozent der nichtdeutschen Tatverdächtigen ausmachten. In der Tabelle sind Nationalitäten enthalten, die als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland kamen und allein wegen der Einreise bzw. des Aufenthalts gegen einschlägige Vorschriften verstießen. Darüber hinaus waren sie strafrechtlich unauffällig. Aus diesem Grund wurden im nachfolgenden Textteil Tatverdächtige, die wegen ausländerrechtlicher Verstöße registriert wurden, gesondert ausgewiesen. Staatsangehörigkeit Nichtdeutsche Tatverdächtige nach Nationalität (Anteile in %) Nichtdeutsche Tatverdächtige gesamt *) davon absolut in % 100,0 100,0 100,0 100, ,0 (10.414) (9.935) (9.630) (9.734) o Türkei ,9 17,8 20,4 21,6 22,4 o Italien 919 7,5 8,4 9,0 8,8 9,0 o Rumänien 911 7,4 8,5 6,3 4,9 4,0 o Syrien 646 5,3 0,6 0,4 0,2 0,3 o Griechenland 606 4,9 5,6 5,9 5,9 6,0 o Kroatien 447 3,6 4,0 4,5 4,9 4,9 o Serbien und Montenegro **) 440 3,6 4,7 3,8 4,7 4,6 o Polen 397 3,2 3,0 3,2 3,0 2,5 o Kosovo 375 3,1 2,7 2,4 1,9 2,0 o Algerien 309 2,5 1,9 1,3 1,1 1,1 o Bosnien und Herzegowina 280 2,3 2,4 2,9 2,9 2,8 o Georgien 255 2,1 1,2 0,4 0,4 0,4 o Irak 232 1,9 2,2 2,5 2,5 2,9 o Eritrea 217 1,8 0,2 0,2 0,3 0,2 o Gambia 216 1,8 0,4 0,2 0,3 0,4 o Portugal 211 1,7 2,3 2,3 2,5 2,5 o Ungarn 211 1,7 2,1 1,9 1,2 1,1 o Bulgarien 197 1,6 1,9 1,7 1,7 1,2 o Afghanistan 172 1,4 1,1 1,0 1,2 0,7 o Vereinigte Staaten von Amerika 143 1,2 1,3 1,3 1,5 1,4 o Pakistan 141 1,1 1,1 0,8 0,7 0,6 o Marokko 135 1,1 1,2 1,0 1,0 1,0 o Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik 132 1,1 1,0 0,9 1,0 0,9 o Russische Föderation 123 1,0 1,2 1,1 1,1 1,4 o Frankreich 119 1,0 1,2 1,2 1,1 1,0 o Indien 118 1,0 1,0 0,9 0,7 0,6 *) Einschließlich ungeklärte Staatsangehörigkeiten sowie Staatenlose. **) 2012 wurde der Staatsangehörigkeitsschlüssel Serbien eingeführt. Zur besseren Vergleichbarkeit mit den Vorjahren wurden beide Staaten zusammengefasst. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
73 TÜRKISCHE TATVERDÄCHTIGE In 2014 wurden Tatverdächtige mit türkischer Staatsangehörigkeit registriert. Ungeachtet eines Rückgangs - entgegen des Trends - um 102 Tatverdächtige oder 6,0 % im Vergleich zum Vorjahr, stellte diese Bevölkerungsgruppe mit 13,9 % nach wie vor den größten Anteil aller nichtdeutschen Tatverdächtigen. In der Bevölkerungsstatistik machten türkische Staatsangehörige 14,3 % der in Stuttgart polizeilich gemeldeten nichtdeutschen Bevölkerung aus. Bereinigt man die Tatverdächtigenzahlen um die Personen, die aufgrund aufenthaltsrechtlicher Verstöße Eingang in die PKS fanden, so verbleiben Tatverdächtige. Im Berichtsjahr traten 489 türkische Staatsangehörige (2013: 486) wegen Körperverletzungsdelikten und 348 (2013: 417) aufgrund von Leistungserschleichungen in Erscheinung. 204 Tatverdächtige (2013: 168) wurden im Zusammenhang mit Rauschgiftkriminalität festgestellt. ITALIENISCHE TATVERDÄCHTIGE Im Berichtsjahr wurden 919 italienische Tatverdächtige registriert, 47 Personen oder 5,4 % mehr als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 7,5 % der nichtdeutschen Tatverdächtigen stellten sie die zweitgrößte Gruppe dar. Demgegenüber repräsentierten italienische Staatsangehörige in Stuttgart 9,8 % der nichtdeutschen Bevölkerung. Sie waren demnach unter Berücksichtigung ihres Bevölkerungsanteils leicht unterrepräsentiert. Im Berichtsjahr war lediglich ein Tatverdächtiger wegen einem aufenthaltsrechtlichen Verstoß strafrechtlich aufgefallen. Deliktisch auffällig waren italienische Staatsangehörige unter anderem in nachfolgenden Bereichen: 228 (2013: 204) Tatverdächtige wurden wegen Leistungserschleichung registriert, gefolgt von 208 Personen (2013: 225) wegen Körperverletzungsdelikten, 175 italienische Tatverdächtige (2013: 164) entfielen auf die Diebstahlskriminalität und 127 Personen (2013: 92) traten mit Rauschgiftkriminalität in Erscheinung. RUMÄNISCHE TATVERDÄCHTIGE In 2014 wurden 911 rumänische Tatverdächtige in Stuttgart registriert. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer Zunahme um 31 Personen oder 3,5 %. Die rumänischen Staatsangehörigen machten 2,9 % der nichtdeutschen Stuttgarter Wohnbevölkerung aus, jedoch 7,4 % der nichtdeutschen Tatverdächtigen. Dieser Vergleich lässt den Schluss zu, dass es sich mehrheitlich um reisende Täter handeln dürfte. Bereits 2012 wurde in diesem Zusammenhang auf Reisebewegungen im Rahmen der Freizügigkeit nach der EU- Osterweiterung hingewiesen. Von den 911 Tatverdächtigen fiel nur eine Personen wegen eines aufenthaltsrechtlichen Verstoßes auf. Weitere 361 Tatverdächtige traten wegen Diebstahlsdelikten in Erscheinung (2013: 395), gefolgt von 278 Tatverdächtigen wegen Leistungserschleichung (2013: 228) und 92 Personen wurden wegen Körperverletzungsdelikten strafrechtlich auffällig (2013: 66). 70 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
74 6.4 NATIONALITÄTEN ERHEBLICHE ZUNAHMEN Nachfolgende Übersicht zeigt die fünf bedeutendsten Zunahmen nach Nationalitäten bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen. Erhebliche Zunahmen bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen Staatsangehörigkeit / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % Nichtdeutsche Tatverdächtige gesamt davon: , , ,9 o Syrien o Eritrea o Gambia o Georgien o Algerien , SYRISCHE UND ERITREISCHE TATVERDÄCHTIGE Auffällige Zunahmen gab es bei beiden Nationen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass in rund 90 % der Fälle Straftaten nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz durch die Einreise nach Deutschland bzw. den Aufenthalt in Stuttgart vorlagen. Darüber hinaus traten diese Nationen in strafrechtlicher Hinsicht kaum in Erscheinung. GAMBISCHE TATVERDÄCHTIGE In 2014 wurden 216 gambische Tatverdächtige gezählt und damit 171 Personen oder 380 % mehr als im Vorjahr. Auch diese Gruppe machte 1,8 % aller nichtdeutschen Tatverdächtigen aus. Polizeilich gemeldet waren in Stuttgart lediglich 0,07 % der nichtdeutschen Bevölkerung. Von den 216 Tatverdächtigen fielen 61 Personen (2013: 19) wegen aufenthaltsrechtlicher Verstöße auf, während 113 Tatverdächtige (2013: 15) wegen Rauschgiftkriminalität strafrechtlich in Erscheinung traten. Weitere 43 Tatverdächtige (2013: 7) wurden wegen Leistungserschleichung zur Anzeige gebracht. GEORGISCHE TATVERDÄCHTIGE Insgesamt 255 georgische Staatsangehörige wurden in 2014 als Tatverdächtige registriert und somit 380 % oder 171 Personen mehr als im Vorjahr. Sie machten 2,1 % aller nichtdeutschen Tatverdächtigen aus, aber lediglich 0,34 % der nichtdeutschen Stuttgarter Bevölkerung. 40 Personen wurden im Berichtszeitraum wegen aufenthaltsrechtlicher Verstöße auffällig (2013: 25). Dagegen waren 163 Personen wegen Diebstahlsdelikten in Erscheinung getreten (2013: 69). 71 Personen gelangten wegen Leistungserschleichung zur Anzeige (2013: 21). ALGERISCHE TATVERDÄCHTIGE Im Berichtsjahr wurden 309 algerische Tatverdächtige festgestellt. Dies entsprach einer Zunahme um 60,1 % oder 116 Tatverdächtige im Vergleich zu Sie machten 2,1 % aller nichtdeutschen Tatverdächtigen aus, in der Landeshauptstadt wiesen sie POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
75 dagegen lediglich einen Anteil von 0,24 % der nichtdeutschen Wohnbevölkerung auf. Im Berichtsjahr gelangten 80 Personen (2013: 51) wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylverfahrensgesetz und 125 Tatverdächtige (2013: 75) wegen Diebstahlsdelikten zur Anzeige. 65 Personen (2013: 46) wurden wegen Leistungserschleichung und 53 algerische Staatsangehörige (2013: 34) wegen Rauschgiftkriminalität auffällig. 6.5 VERZERRUNGSFAKTOREN Jede Statistik bedarf einer Bewertung, da die reine Erfassung von Zahlen die Wirklichkeit nicht beziehungsweise verzerrt abbildet. Was die Statistiker als Verzerrungsfaktoren bezeichnen, ist für Soziologen und Kriminologen bereits ein Teil der Analyse. Dies gilt insbesondere bei der Suche nach den Ursachen der Ausländerkriminalität bzw. den Ursachen des überproportionalen Anteils von Ausländern in der PKS. Im Weiteren werden einige Faktoren kurz erläutert. ALLGEMEIN KRIMINALITÄTSFÖRDERNDE FAKTOREN Kriminalitätsfördernde Faktoren wie Arbeitslosigkeit und der Mangel an Ausbildungsplätzen, aber auch soziale Schichtung, Zugang zu Bildungseinrichtungen sowie Altersschichtung sind sowohl für nichtdeutsche als auch deutsche Tatverdächtige als gleichermaßen relevant anzusehen. SOZIALSTRUKTUR In sozial benachteiligten Schichten wird erfahrungsgemäß mehr Kriminalität festgestellt als in sozial besser gestellten Bevölkerungsteilen. Neben Wohlstand, Arbeit und Bildung können in der Regel auch immer noch Herkunft und Volksgruppenzugehörigkeit den Platz in der Gesellschaft bestimmen. ALTERSSTRUKTUR Jugendliche und Heranwachsende sind von jeher höher kriminalitätsbelastet als ältere Generationen. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen U21 in Relation zu ihrem Bevölkerungsanteil ist höher als bei den jungen deutschen Tatverdächtigen. 57 Auch Jugendliche und Heranwachsende speziell des männlichen Geschlechts, die ohnehin stärker durch Kriminalität auffallen, sind bei der hier lebenden ausländischen Wohnbevölkerung leicht überrepräsentiert. Da sowohl vor unterschiedlichen wirtschaftlichen, sozialen und demographischen Hintergründen nicht vergleichbare Bevölkerungsgruppen in Relation gesetzt werden, sind nur zurückhaltende Schlussfolgerungen angebracht. ERWERB DER DEUTSCHEN STAATSBÜRGERSCHAFT Ausländer können die deutsche Staatsbürgerschaft nur erhalten, wenn sie nicht wegen einer schweren Straftat verurteilt wurden. Selbiges ist erst möglich, wenn die Verurteilung 57 Näheres hierzu unter Ziffer 7.5, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
76 verjährt ist und aus dem Bundeszentralregister entfernt wurde. Folglich dürften nur gesetzestreue Personen oder die, die geringfügige Straftaten begangen haben, Deutsche werden. Die weniger gesetzestreuen Personen, bei denen zudem die Wahrscheinlichkeit höher sein könnte, Straftaten wieder zu begehen, bleiben Nichtdeutsche und könnten somit die Statistik einseitig beeinflussen. WOHNORT BALLUNGSRAUM Personen mit Migrationshintergrund, Spätaussiedler und Ausländer wohnen überproportional häufig in Ballungszentren. Dort ist die Kriminalitätsbelastung - auch die der deutschen Bevölkerung - größer als in ländlichen Regionen. Anonymität, Tatgelegenheit, Wohnsituation, mangelnde soziale Kontrolle (in den Familien) können als kriminalitätsfördernde Faktoren eine Rolle spielen. BERECHNUNGSMODUS Zu den nichtdeutschen Tatverdächtigen gehören auch die Personen, die sich illegal hier aufhalten sowie Touristen, Stationierungsstreitkräfte und deren Angehörige. Ausländerspezifische Straftaten, wie Verstöße gegen das Aufenthalts- oder Asylverfahrensgesetz, fließen in die Straftatenerfassung der nichtdeutschen Tatverdächtigen ein und belasten diese somit einseitig, obwohl sie nur von diesen begangen werden können. KULTURELLE GRÜNDE Unterschiedliche Kulturen und Religionen führen mitunter zu anderen Verhaltensweisen, Lebenseinstellungen und Rechtsauffassungen, wie sie im deutschen Rechts- und Wertesystem als sozial adäquat gelten (zum Beispiel: Wiederherstellung der Familienehre, Zwangsheirat, Gleichstellung von Mann und Frau). Die Beibehaltung kultureller und religiöser Traditionen aus den Heimatländern kann ein Hemmnis für ein sozial angepasstes und den Rechtsnormen unseres Landes entsprechendes Verhalten mancher Ausländer darstellen. ERMITTLUNGSERSCHWERNISSE BEI TATVERDÄCHTIGEN AUSLÄNDERN Ethnische Gruppierungen schotten sich oftmals gegen äußere Einflüsse und Eingriffe, vor allem gegen Justiz und Ordnungsbehörden, ab. Aber auch sprachliche Barrieren erschweren die Ermittlungsarbeit. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
77 7. JUGENDKRIMINALITÄT Unter Jugendkriminalität wird die Delinquenz aller Personen unter 21 Jahren (Jungtäter) erfasst. In Stuttgart repräsentierte diese Altersgruppe im Jahr ,2 % der Wohnbevölkerung (2013: 18,3 %). 7.1 ANTEIL DER TATVERDÄCHTIGEN UNTER 21 JAHRE 23,1 % (6.297 Personen) aller in 2014 ermittelten Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt. Dies entspricht einer Abnahme um 0,7 %-Punkte zum Vorjahr. Landesweit verlief die Entwicklung ähnlich. Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahre lag dort in 2014 bei 24,0 % (2013: 24,4 %). Jugendkriminalität in Stuttgart und Baden-Württemberg 10-Jahresvergleich (Anteile der Tatverdächtigen U21 an Gesamt) Angaben in % Anteil TV U21 Stuttgart Anteil TV U21 BW 28,4 28,3 28,7 28,4 28,4 27,8 26,9 25,4 25,0 25,5 25,2 24,1 24,6 26,8 25,5 23,8 23,8 24,4 24,0 23, POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
78 ALTERSSTRUKTUR JUNGER TATVERDÄCHTIGER Altersgruppe Tatverdächtige gesamt davon: absolut Altersstruktur junger Tatverdächtiger (Bezugsgröße: Tatverdächtige gesamt) /2013 in absolut absolut %-Punkten Anteil in % Anteil in % Anteil in % 2014/2010 in %-Punkten , , , o Kinder 596 2, , ,2-0,0-1,0 o Jugendliche , , ,7-0,7-1,7 o Heranwachsende , , ,3-0,0 +0,6 o unter 21-Jährige gesamt , , ,2-0,7-2,2 Während der prozentuale Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren gesunken ist, nahm deren Anzahl um 151 Personen zu. Im Berichtsjahr waren 262 Personen weniger als vor fünf Jahren zu verzeichnen, was einem Rückgang um 4 % entspricht. Die Anzahl aller Tatverdächtigen hat im gleichen Zeitraum um 5,0 % zugenommen (von auf ). 7.2 WOHNORT DER TATVERDÄCHTIGEN U21 Die Tatort-Wohnort-Beziehung der U21-Tatverdächtigen wurde bereits im Kapitel 5 - Tatverdächtige 58 thematisiert. Demnach beging knapp die Hälfte der jungen Tatverdächtigen Straftaten in der Landeshauptstadt, ohne in Stuttgart wohnhaft zu sein. Eine Verteilung nach dem Einzugsbereich zeigt nachfolgende Übersicht. Gesamt davon: Wohnort Wohnortbeziehung der Tatverdächtigen U21 mit Tatort Stuttgart 59 Anzahl Kinder Jugendliche Heranwachsende U21 gesamt Anteil in % (Bezugsgröße: Altersgruppe) Anzahl Anteil in % (Bezugsgröße: Altersgruppe) Anzahl Anteil in % (Bezugsgröße: Altersgruppe) Anzahl Anteil in % (Bezugsgröße: Altersgruppe) , , , ,0 o Stadtkreis Stuttgart , , , ,5 o Landkreis Böblingen 8 1,3 97 3, , ,1 o Landkreis Esslingen 15 2, , , ,8 o Landkreis Göppingen 2 0,3 26 1,0 49 1,4 77 1,2 o Landkreis Ludwigsburg 19 3, , , ,4 o Landkreis Rems-Murr-Kreis 17 2, , , ,8 o Sonstige 64 10, , , ,2 7.3 ALKOHOLISIERUNG DER TATVERDÄCHTIGEN U21 Das tatsächliche Ausmaß der unter Alkoholeinfluss begangenen Straftaten kann in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht erfasst werden, da Aussagen zur Alkoholbeeinflussung nur bei geklärten Taten möglich sind. Zudem wird ein Teil der Tatverdächtigen erst zu 58 Siehe Ziffer 5.4, Seite Die Zahlen basieren auf einer Sonderauswertung. Sie fallen wegen Wohnsitzwechseln von Tatverdächtigen im Berichtszeitraum höher aus als die Werte der Standardtabellen (siehe Altersstruktur). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
79 einem späteren Verfahrenszeitpunkt ermittelt, weshalb ggf. keine Anhaltspunkte zur Alkoholbeeinflussung mehr gewonnen werden können. Die Anzahl der festgestellten Alkoholisierungen bei den Tatverdächtigen lag bei 18,8 % (2013: 19,6 %), bei den Jungtätern unter 21 Jahren deliktsübergreifend jedoch nur bei 15,6 % (2013: 18,3%). Die Zahlen waren somit das dritte Jahr in Folge rückläufig. In 2014 wurden drei alkoholisierte Kinder als Tatverdächtige registriert (2013: 0). Bei den Jugendlichen waren es hingegen 10,1 % (2013: 11,5 %) und bei den Heranwachsenden 22,5 % (2013: 25,4 %). 7.4 GESCHLECHTSSPEZIFISCHE BETRACHTUNG Geschlechtsspezifische Betrachtung (Bezugsgröße: Tatverdächtige gesamt) Altersgruppe absolut davon männlich in % zum Vorjahr in %-Punkten davon weiblich in % zum Vorjahr in %-Punkten Tatverdächtige gesamt davon: ,7 +0, ,3-0,9 o Kinder ,5-0, ,7-0,0 o Jugendliche ,9-0, ,1-0,1 o Heranwachsende ,2 +0, ,7-0,2 o unter 21-jährige gesamt ,5-0, ,5-0, (16,5 %) der Tatverdächtigen unter 21 Jahren waren Männer und (6,5 %) Frauen. Der Anteil der männlichen Tatverdächtigen unter 21 Jahren hat im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,4 %-Punkte abgenommen. 7.5 ANTEIL DER NICHTDEUTSCHEN AN DER JUGENDKRIMINALITÄT Die Anzahl der registrierten nichtdeutschen Tatverdächtigen unter den registrierten Jungtätern hat im Berichtsjahr um 363 Personen auf zugenommen. Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen dieser Altersgruppe betrug 39,5 % und damit 5,0 %-Punkte mehr als im Vorjahr. Im Verhältnis zum Anteil dieser Altersgruppe in der Wohnbevölkerung (15,3 %) bleiben sie damit überrepräsentiert. ANLAGE 9 Anteile der nichtdeutschen und deutschen Tatverdächtigen U21 mit den Anteilen an der Wohnbevölkerung Altersgruppe TV (gesamt) davon deutsche TV absolut in % Anteil an Wohnbevölkerung in % davon nichtdeutsche TV absolut in % Anteil an Wohnbevölkerung in % o Kinder ,0 89, ,0 10,2 o Jugendliche ,1 74, ,9 25,2 o Heranwachsende ,1 75, ,9 25,0 o unter 21-Jährige gesamt ,5 84, ,5 15,3 76 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
80 7.6 STRAFTATEN MIT HOHEM ANTEIL VON TATVERDÄCHTIGEN U21 In der nachfolgenden Tabelle sind die Deliktsbereiche abgebildet, in welchen die Tatverdächtigen unter 21 Jahre überrepräsentiert (gemessen an ihrem Anteil an allen Tatverdächtigen) sind. Straftaten mit einem hohem Anteil Tatverdächtiger U21 Delikt Tatverdächtige (gesamt) Unter 21 Jahre absolut in % absolut in % Straftaten , ,8 Raub , ,2 o Sonstige Raubüberfälle auf Straßen/Wegen/Plätzen , ,3 o Straßenraub , ,0 Körperverletzung , ,2 o Gefährliche und schwere Körperverletzung , ,3 Diebstahl gesamt , ,7 o von Fahrrädern/Unbefugte Ingebrauchnahme , ,3 o in/aus Dienst-/Büroräume , ,0 o in/aus Gaststätten/Hotels , ,6 o in/aus Wohnungen , ,0 Einfacher Diebstahl , ,4 o Ladendiebstahl , ,6 Schwerer Diebstahl , ,6 o aus Verkaufsraum , ,1 Betrug , ,7 o Erschleichen von Leistungen , ,8 Unterschlagung , ,3 Urkundenfälschung , ,2 Sonstige Straftatbestände StGB , ,7 o Widerstand gegen die Staatsgewalt , ,7 o Hausfriedensbruch , ,2 o Begünstigung/Strafvereitelung/Hehlerei , ,5 davon: Sonstige Hehlerei , ,3 o Sachbeschädigung , ,4 Strafrechtliche Nebengesetze , ,0 o Verstoß gg. AufenthG/AsylVfG , ,5 davon: Unerlaubter Aufenthalt nach AufenthG , ,4 o Verstoß gegen Waffengesetz/KrWaffKontrG , ,9 o Allg. Verstöße gegen BtMG , ,7 - mit Amphetamin (Pulver/flüssig) ,4 - mit Amphetamin ,6 0 0,0 - mit Methamphetamin ,0 0 0,0 - mit Cannabis + Zubereitung , ,1 - illegaler Handel/Schmuggel , ,5 davon: Illegaler Handel/Schmuggel mit/von Cannabis + Zubereitung , ,2 Summenschlüssel Gewaltkriminalität , ,0 Straßenkriminalität , ,6 Rauschgiftkriminalität , ,2 o Sachbeschädigung Graffiti , ,4 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
81 8. OPFER ENTWICKLUNG DER OPFERZAHLEN In 2014 wurden Personen Opfer einer gegen sie gerichteten Straftat. Dies sind 6,3 % (695 Opfer) mehr als im Vorjahr. Der landesweit starke Anstieg der Opferzahlen seit 2011 ist auch auf die Einführung des Gruppenschlüssels Widerstand gegen die Staatsgewalt, der u. a. das Opferdelikt Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte 61 enthält, zurückzuführen. Opfer von Straftaten 10-Jahresvergleich *) *) 2011 wurde der Gruppenschlüssel Widerstand gegen die Staatsgewalt mit den untergeordneten Straftaten schlüsseln als Opferdelikte definiert. Die Zunahme der Opferzahlen in Stuttgart geht hauptsächlich auf den Anstieg der überwiegend leichten Körperverletzungsdelikte zurück. Hier waren 500 Opfer mehr als 2013 (+6,3 %) zu verzeichnen. Sie machten wie im Vorjahr 71,8 % aller Opfer aus. 60 Definition siehe Glossar, Seite 89 f. 61 Die Kriminalitätsentwicklung ist unter Ziffer 3.9.3, Seite 46 f., dargestellt. 78 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
82 8.2 ALTERSSTRUKTUR Gesamt davon: Opferzahlen nach Altersgruppen Altersgruppe / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % , , ,9 o Kinder , , ,1 o Jugendliche , , ,4 o Heranwachsende , , ,6 o Unter 21-Jährige gesamt , , ,7 o Erwachsene bis 60 Jahre , , ,9 o Erwachsene über 60 Jahre , , ,9 Eine Zunahme um 27,8 % bzw. 123 Personen war bei den kindlichen Opfern zu verzeichnen. Die Steigerung ging im Wesentlichen auf Körperverletzungsdelikte, dem Missbrauch von Schutzbefohlenen sowie Bedrohungen zum Nachteil von Kindern zurück. ANLAGE 10 Eine ergänzende Gegenüberstellung der Opferanteile nach Alter mit ihren Bevölkerungsanteilen befindet sich in der Anlage. 8.3 GESCHLECHTERVERTEILUNG Der Frauenanteil in der Bevölkerung lag im Berichtsjahr in Stuttgart bei 50,6 %. Von den Opfern waren 67,5 % männlich und 32,5 % weiblich. Männer sind folglich nicht nur deutlich öfter Täter als Frauen, sie sind auch häufiger Opfer einer Straftat. Im Vergleich zum Vorjahr fand eine geringe Verschiebung von 1,3 %-Punkten hin zu den männlichen Opfern statt. Rückblickend auf die letzten zehn Jahre ging der Anteil der weiblichen Opfer um 2,6 %-Punkte zurück. Ein Schwerpunkt bei den weiblichen Opfern waren Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. In diesem Deliktsbereich war von den insgesamt 480 Opfern 81,3 % Frauen. Ein weiterer deliktischer Schwerpunkt ist das Nachstellen mit einem Anteil von 75,2 % weiblicher Opfer (117 Personen). Bei den männlichen Opfern lag der Schwerpunkt bei den Körperverletzungs- und Raubdelikten. Von den 615 Raubopfern waren 74,1 % Männer, beim Straßenraub sogar 76,8 %. Von den Körperverletzungsopfern waren 70,4 % männlich, im Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung sogar 79,5 %. ANLAGE 11 In der Anlage befindet sich eine Übersicht mit der Opferverteilung nach Delikt, Alter und Geschlecht. 8.4 GEWALTKRIMINALITÄT UND STRAßENKRIMINALITÄT Unter den Opfern der Gewaltkriminalität waren (75,8 %) männlichen Geschlechts. Im Bereich der Straßenkriminalität gab es Opfer mit einem Männeranteil von 76,4 %. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
83 8.5 OPFER-TATVERDÄCHTIGEN-BEZIEHUNG Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung Anzahl Opfer Art der Vorbeziehung absolut in % absolut in % in %-Punkte Gesamt , ,0 --- Ehe, Partnerschaft, Familie , ,3-0,7 Informelle 62 soziale Beziehung , ,9-3,2 Formelle 63 soziale Beziehung 134 1,1 0 0,0 +1,1 Keine Beziehung , ,9 +4,1 Unklar 540 4, ,0-1,3 65,0 % der Opfer hatten keine Vorbeziehung zum Täter. Einzelheiten zu den Opfer- Tatverdächtigen-Beziehungen sind in einzelnen Deliktsgruppen 64 enthalten. 8.6 NATIONALITÄT DER OPFER Im vergangenen Jahr hatten 26,9 % der Opfer keine deutsche Staatsangehörigkeit, in 2013 lag der Anteil der nichtdeutschen Opfer bei 26,1 %. Die Bevölkerungsgruppen wiesen keine spezifischen Besonderheiten auf. 8.7 POLIZEIBEAMTE ALS OPFER VON GEWALT Die Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte bewegt sich seit Jahren auf einem hohen Niveau. Dieses bundes- und landesweite Phänomen betrifft auch die Landeshauptstadt. In 2014 wurden, wie unter Ziffer bereits erläutert, insgesamt 834 Straftaten zum Nachteil von Polizeivollzugsbeamten registriert (2013: 720). In diesem Zusammenhang wurden Opfer einer Straftat erfasst. Dies entspricht einer Zunahme um 231 geschädigten Polizeibediensteten (+14,9 %). Das Land Baden-Württemberg hat auf die anhaltend hohen Zahlen reagiert. Nachdem zahlreiche Studien zur beschriebenen Thematik ausgewertet und zusammengeführt wurden, hat das Innenministerium Baden-Württemberg -Landespolizeipräsidium- die Konzeption zur Reduzierung von Provokationen, Aggressionen und Gewalt gegen Polizeibeamte 66 erstellt. In diese wurde ein Drei-Säulen-Modell eingearbeitet, welches das Ziel hat, Respektlosigkeit, aggressives Verhalten und Gewalt gegen Polizeibeamte zu reduzieren. Neben gezielten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, verbesserter Ausstattung und Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit soll eine konsequente Sanktionierung bei Straf- 62 Das Opfer steht in einem freundschaftlichen oder bekanntschaftlichen Verhältnis zum Tatverdächtigen. 63 Bereich der sozialen Beziehungen in formellen Institutionen, Organisationen und Gruppen, z. B. Lehrer-Schüler, Arzt- Patient. 64 Im Einzelnen: Straftaten gegen das Leben, Ziffer 3.1; Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Ziffer 3.2; Raubdelikte, Ziffer 3.3 und Körperverletzungsdelikte, Ziffer Siehe Seite 46 f. 66 Abschlussbericht, Az.: , Innenministerium Baden-Württemberg -Landespolizeipräsidium-, Referat 31 vom POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
84 taten zum Nachteil von Polizeibeamten erreicht werden. Darauf aufbauend fanden in 2014 Schulungsmaßnahmen zur Verbesserung der Gefahrenwahrnehmung und des Umgangs mit Provokationen im Rahmen eines Landesschwerpunktprogramms statt. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
85 9. PRÄVENTION In 2014 hat das Polizeipräsidium Stuttgart im Rahmen der Kriminal- und Verkehrsprävention Veranstaltungen durchgeführt, an denen Personen teilgenommen haben. Bei den Veranstaltungen handelte es sich um Vorträge und Aktionen aus den verschiedensten polizeilich relevanten Bereichen. Themenbereiche 2014 Anzahl der Veranstaltungen Drogen (legal und illegal) 189 Eigentum und Vermögen Gewalt Jugendschutz 33 Mediengefahren 148 Opferschutz 2 Politisch motivierte Kriminalität 37 Sachbeschädigung 5 Sicherer Schulweg 721 Verkehrsprävention Nachfolgend werden ausgewählte Bereiche dargestellt. Weitere Informationen zu Präventionsprojekten können dem Präventionsbericht 2014 entnommen werden. 9.1 ZIVILCOURAGE Das Polizeipräsidium Stuttgart hat im Berichtsjahr Anstrengungen unternommen, innerhalb der Bevölkerung das Bewusstsein für mehr Solidarität und eine größere Hilfsbereitschaft zu stärken. Verhaltensempfehlungen sowie praktische Tipps über das Thema wurden in 182 Veranstaltungen auf Basis der bundesweiten Initiative Aktion-Tu-Was vermittelt. Am 14. Mai 2014 veranstalteten die Bundespolizei und Landespolizei einen gemeinsamen Aktionstag am Bahnhof in Bad Cannstatt. Die Besucher wurden im Rahmen mehrerer Aufführungen im Aktion-Tu-Was-Bus für das Thema Zivilcourage sensibilisiert. 9.2 FÜHRUNGS- UND EINSATZANORDNUNG (FEA) BRENNPUNKTE In der Landeshauptstadt Stuttgart gibt es an verschiedenen Örtlichkeiten Brennpunkte, die ein polizeiliches Handeln erforderlich machen. Einer dieser Brennpunkte stellte auch im vergangenen Jahr die Vergnügungsszene dar, die mit zahlreichen Gastronomiebetrieben hauptsächlich an den Wochenenden Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher aus Stuttgart und der Umgebung war. Um die damit einhergehenden Begleiterscheinungen, insbesondere die Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum, schon im Ansatz zu unterbinden, wurden in den Nächten an Wochenenden und vor Feiertagen zahlreiche Präsenzstreifen und Personenkontrollen mit jeweils rund 30 zusätzlich im Dienst befindlichen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten durchgeführt. Diese Maßnahmen brachten mit sich, dass auch 67 Präventionsmaßnahmen gegen die Einbruchskriminalität, siehe Ziffer 9.8, Seite 84 f. 82 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
86 vermehrt Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt wurden. Nachfolgend die Bilanz für 2014: Personenkontrollen der Personen waren unter 21 Jahre alt Ermittlungsverfahren hiervon gegen Tatverdächtige unter 21 Jahre 389 Verstöße gegen das BtMG 120 Einfache Körperverletzungen 127 Gefährliche Körperverletzungen 55 Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte Die Maßnahmen der FEA Brennpunkte werden fortgeführt. 9.3 EVENTSZENE/VOLKS- UND FRÜHLINGSFEST Mit Präventionsständen der Polizei suchten die Beamten des Polizeipräsidiums Stuttgart den Kontakt zu Jugendlichen. Es wurden normverdeutlichende Gespräche zu den Themen Gewalt und Sucht geführt und mit Hilfe eines Rauschbrillenparcours die negativen Auswirkungen von übermäßigem Alkoholkonsum verdeutlicht. Um möglichst viele junge Menschen zu erreichen, informierte die Stuttgarter Polizei das zweite Jahr infolge auch über Facebook und Twitter. Nach Alkoholtestkäufen durch jugendliche Testkäufer werden bei festgestellten Verstößen klärende Gespräche geführt und Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Gaststättenbetreiber durch die Gaststättenbehörde eingeleitet. Die Wirkung der Alkoholtestkäufe zeigt sich deutlich anhand der gesunkenen Beanstandungsquote. Diese lag 2010, bei der ersten Durchführung der Testkäufe, bei 100 %. Auf dem Cannstatter Wasen (Frühlingsfest und Volksfest) wurden im Berichtsjahr an vier Tagen 73 Alkoholtestkäufe mit einer Beanstandungsquote von 24 % durchgeführt. Darüber hinaus wurden an zwei Tagen in der Innenstadt insgesamt 16 Alkoholtestkäufe durchgeführt. Hierbei wurde eine Beanstandungsquote von 63,5 % festgestellt. 9.4 PRÄVENTION ALKOHOLBEDINGTER JUGENDKRIMINALITÄT (PAJ) Das Polizeipräsidium Stuttgart beteiligte sich auch in 2014 am landesweiten Förderprogramm PAJ und kooperierte dabei mit den drei Stuttgarter Projektträgern bei folgenden Präventionsprojekten: Glasklar Rausch ab City-Streetwork-Stuttgart (CSS) Auch hier ist das Polizeipräsidium Stuttgart durch Vor-Ort-Arbeit und planerische Mitgestaltung mit dem Ziel eingebunden gewesen, ein positives Sozialverhalten zu fördern und durch das Aufzeigen von Alternativen zu Gewalt und Alkohol nachhaltige Verhaltensände- POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
87 rungen zu erreichen. Darüber hinaus diente die Kooperation dem Schutz der Jugendlichen vor Alkoholmissbrauch und Suchterkrankungen. 9.5 FÜHRUNGS- UND EINSATZKONZEPTION (FEA) KERMIT Im Rahmen der Führungs- und Einsatzanordnung KErmIT (Konzeptionelle Ermittlungen Intensiv-Täter) werden unter anderem Informationen gesammelt, um Strukturen frühzeitig zu erkennen. Das Dezernat für jugendspezifische Banden- und Gewaltkriminalität führt hierbei personenorientierte Ermittlungen gegen jugendliche Tatverdächtige durch, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Begehung weiterer Straftaten besteht. Die Maßnahmen sollen die Begehung weiterer Straftaten verhindern und zu einer Eindämmung der Jugendkriminalität führen. 9.6 PROJEKT HERAUSFORDERUNG GEWALT Ein weiterer fester Bestandteil, um der Jugendgewaltkriminalität effektiv und flächendeckend entgegenzuwirken, ist das Programm Herausforderung Gewalt. Bereits fest etabliert wird dieser Schulunterricht in der Klassenstufe sechs oder sieben gemeinsam mit Beamtinnen und Beamten aus polizeilicher Sicht begleitet. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat Ende 2014 eine neue Fassung der Lehrinhalte veröffentlicht. 9.7 PROJEKT WEHR DICH MIT KÖPFCHEN Bereits in der Grundschule beteiligt sich die Polizei an Präventionsprojekten. Schon in der dritten Grundschulklasse lernen Kinder nach dem der Grundsatz: Ein guter Schutz, kein Opfer zu werden, ist ein gesundes Selbstvertrauen. Hier geht es darum, Erscheinungsformen der Gewalt zu erkennen, eine gewaltablehnende Haltung zu entwickeln und sich Strategien anzueignen, um sich gegen Gewaltanwendung zu wehren, aber auch andere davor zu schützen. Unter Federführung des Polizeipräsidiums Stuttgart werden Lehrerinnen und Lehrer als Multiplikatoren geschult. 9.8 WOHNUNGSEINBRUCH Die anhaltend hohe Fallbelastung im Deliktsbereich Wohnungseinbruch gab im Berichtsjahr weiterhin Anlass, präventive Maßnahmen zum Einbruchsschutz durchzuführen. Von den durchgeführten Veranstaltungen entfielen auf den Einbruchsschutz. Im Rahmen von Präventionsstreifen wurden Flyer 68 mit Hinweisen auf festgestellte Tatgelegenheiten, wie beispielsweise gekippte Fenster oder Terrassentüren, im Rahmen eines Beratungsgesprächs übergeben oder bei Nichtantreffen der Bewohner im Briefkasten hinterlassen. Darüber hinaus wurden 161 Präventionsstände auf Wochenmärkten und vor Einkaufszentren über das Jahr verteilt betrieben. Auch hier standen Verhaltenstipps zum Einbruchsschutz und die Sensibilisierung, bei verdächtigen Wahrnehmungen unverzüglich die Polizei über Notruf 110 zu verständigen, im Vordergrund. 68 Auf den Flyern wird auf die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen und die Homepage verwiesen. 84 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
88 KRIMINALPOLIZEILICHE BERATUNGSSTELLE Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle umfasst die Beratung im Bereich der mechanischen und elektronischen Sicherungstechnik zum Schutz gegen Einbruch in private, öffentliche und gewerbliche Räumlichkeiten. Die Beamten der Beratungsstelle führten neutrale und kostenlose Beratungen über sicherungstechnische Maßnahmen durch. Es wurden 350 Betroffene im Nachgang eines Einbruches durch die Beratungsstelle betreut. In weiteren 968 Fällen erfolgten vorbeugend Beratungen. An zwölf Terminen wurden die Bewohner Stuttgarts auch mit dem Einsatz des Informationsfahrzeugs der Polizei sensibilisiert. Das Theaterprojekt Der ungebetene Gast wurde 23 Mal in verschiedenen Stadtteilen durchgeführt. 9.9 TASCHENDIEBSTAHL Zur Eindämmung der hohen Fallzahlen wurden auch in diesem Jahr ergänzend zu den bisherigen Maßnahmen spezielle Präventionsaktivitäten durchgeführt. Zur besonderen Form des Taschendiebstahls durch Antanzen in Diskotheken und Clubs wurden die Betreiber und Beschäftigen über den Netzwerkpartner des Projekts Nightwatch sowie durch Schulungsmaßnahmen der Präventionsbeamten sensibilisiert; Mithilfe der Roten Hand-Karte, Informationsständen, speziellen Spannbändern sowie Hinweisen auf elektronischen Fahrgastanzeigen der SSB wurden für die Dauer des Cannstatter Volksfestes und des Stuttgarter Weihnachtsmarktes auf das Thema Taschendiebstahl aufmerksam gemacht und im direkten Gespräch Verhaltenstipps übermittelt. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
89 10. GLOSSAR AGGRESSIONSDELIKTE IM ÖFFENTLICHEN RAUM Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum umfassen den Summenschlüssel Gewaltkriminalität und die vorsätzliche, leichte Körperverletzung. Beide werden nur erfasst, wenn sie an einer Tatörtlichkeit begangen wurde, die dem öffentlichen Raum zuzuordnen ist. So wird beispielsweise eine sexuelle Nötigung mit der Tatörtlichkeit Straße erfasst, die mit der Tatörtlichkeit Wohnung jedoch nicht. Aufgeschlüsselt werden unter dem Begriff der Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum nachfolgenden Straftaten subsumiert: - Mord - Totschlag und Tötung auf Verlangen - Vergewaltigung und sexuelle Nötigung - Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer - Körperverletzung mit Todesfolge - Gefährliche und schwere Körperverletzung - Erpresserischer Menschenraub - Geiselnahme - Angriff auf den Luft- und Seeverkehr Gewaltkriminalität - Vorsätzliche leichte Körperverletzung ALKOHOLEINFLUSS BEI DER TATAUSFÜHRUNG Ein Alkoholeinfluss liegt vor, wenn dadurch die Urteilskraft des Tatverdächtigen während der Tatausführung beeinträchtigt war. Maßgeblich ist ein offensichtlicher oder nach den Ermittlungen wahrscheinlicher Alkoholeinfluss. AUFKLÄRUNGSQUOTE (AQ) Die AQ bezeichnet das prozentuale Verhältnis von aufgeklärten zu bekannt gewordenen Fällen. Eine AQ über 100 kann zustande kommen, wenn im Berichtzeitraum Fälle aus den Vorjahren nachträglich aufgeklärt werden. aufgeklärte Fälle x 100 AQ = bekannt gewordene Fälle AUSGANGSSTATISTIK Die PKS ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, dass in ihr nur die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie endbearbeiteten Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche und der vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte, bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft erfasst werden. 86 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
90 BITCOIN Bitcoin ist ein elektronisches Zahlungssystem auf der Basis eines Computernetzwerks (Peer-to-Peer-Netzwerk) im Internet. Das Computernetzwerk ist dezentral und unterliegt keinerlei Kontrolle durch einen Verantwortlichen oder die Entwickler der Software. Das System basiert auf einer Open-Source-Software, die von interessierten Gruppen kostenlos weiterentwickelt werden kann. COMPUTERKRIMINALITÄT Computerkriminalität ist ein Summenschlüssel, unter dem die folgenden Straftaten zusammengefasst werden: - Ausspähen und Abfangen von Daten sowie die Vorbereitung hierzu ( 202a, b, c StGB) - Computerbetrug (Ausnahme: Missbrauch von Zahlungskarten) ( 263a StGB) - Fälschung beweiserheblicher Daten ( 269 StGB) - Datenveränderung ( 303a StGB) - Computersabotage ( 303b StGB) - Software-Piraterie (privat wie gewerblich) - Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten mit PIN (persönliche Identifikationsnummer) - Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten - Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung ( 270 StGB) CYBERCRIME Cybercrime ist ein Summenschlüssel, unter dem die folgenden Straftaten zusammengefasst werden: - Ausspähen und Abfangen von Daten sowie die Vorbereitung hierzu ( 202a, b, c StGB) - Computerbetrug (Ausnahme: Missbrauch von Zahlungskarten) ( 263a StGB) - Fälschung beweiserheblicher Daten ( 269 StGB) - Datenveränderung ( 303a StGB) - Computersabotage ( 303b StGB) - Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung ( 270 StGB) DEBITKARTEN Debitkarten im Sinne der PKS sind alle Zahlungskarten, deren Einsatz eine sofortige Belastung des Kontos/Abbuchung vom Konto nach Karteneinsatz bewirkt (Gegenteil: Kreditkarten). Debitkarten können mit und ohne PIN eingesetzt werden. Ohne PIN wird eine Debitkarte zum Lastschriftverfahren eingesetzt. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
91 FALL Ein bekannt gewordener Fall ist jede statistisch zu erfassende Straftat einschließlich des Versuchs, soweit dieser strafbar ist und der eine (kriminal)polizeilich bearbeitete Anzeige zugrunde liegt. Ein aufgeklärter Fall ist eine Straftat, bei der nach den polizeilichen Ermittlungsergebnissen mindestens ein namentlich bekannter oder auf frischer Tat ergriffener Tatverdächtiger festgestellt worden ist. Nachträglich aufgeklärte Fälle fließen in die Rubrik aufgeklärte Fälle mit ein. GEWALTKRIMINALITÄT Unter diesem Begriff werden folgende Straftaten zusammengefasst: - Mord - Totschlag und Tötung auf Verlangen - Vergewaltigung und sexuelle Nötigung - Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer - Körperverletzung mit Todesfolge - Gefährliche und schwere Körperverletzung - Erpresserischer Menschenraub - Geiselnahme - Angriff auf den Luft- und Seeverkehr Im Gegensatz zu Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum sind die vorsätzliche leichte Körperverletzung und die Notwendigkeit des öffentlichen Raumes nicht enthalten. HÄUFIGKEITSZAHL (HZ) Unter der Häufigkeitszahl versteht man die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt, errechnet auf Einwohner. Die Aussagekraft der HZ wird dadurch beeinträchtigt, dass nur ein Teil der begangenen Straftaten der Polizei bekannt wird (Hellfeld). Ferner halten sich viele Personen in einem Gebiet auf, ohne dort als Einwohner registriert zu sein. Hierunter fallen beispielsweise Stationierungsstreitkräfte, Durchreisende, Touristen, Besucher (z. B. der Vergnügungsszene), grenzüberschreitende Berufspendler und Personen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Die Straftaten hingegen, die durch diese Personengruppen begangen werden, fließen sehr wohl in die PKS mit ein. erfasste Fälle x HZ = Einwohnerzahl HOLKRIMINALITÄT Bei Holkriminalität handelt es sich um Straftaten, die im überwiegenden Teil der Fälle nur durch polizeiliche Kontrollmaßnahmen bekannt werden. Zumeist gibt es auch weder Geschädigte noch Opfer. Eine klassische Holkriminalität sind zum Beispiel Verstöße 88 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
92 gegen das Betäubungsmittelgesetz. Selbige werden zumeist nur im Rahmen von Personenkontrollen oder Ermittlungen bekannt. Gibt es in der Statistik in einem Bereich der Holkriminalität deutliche en, so kann dies folglich auch schlicht an der Zunahme oder Reduzierung polizeilicher Kontrolloder Ermittlungsmaßnahmen liegen. Es kann also passieren, dass die statistisch erfassten Fälle zunehmen, die Sicherheitslage sich jedoch nicht verändert, da lediglich die vorhandene Kriminalität sichtbarer gemacht wird (Wechsel vom Dunkelfeld ins Hellfeld). KREDITKARTEN Kreditkarten im Sinne der PKS sind alle Zahlungskarten, deren Einsatz eine zeitlich verzögerte Belastung bzw. Abbuchung vom Konto bewirkt (Im Gegensatz dazu: Debitkarten). MIGRATIONSHINTERGRUND Zu den Menschen mit Migrationshintergrund (im weiteren Sinn) zählen alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder aus Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil. 69 NICHTDEUTSCHE Nichtdeutsche im Sinne der PKS sind Personen ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlose und Personen, deren Staatsangehörigkeit ungeklärt ist. Personen, die sowohl die deutsche als auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, zählen als Deutsche. Wird derselbe Tatverdächtige innerhalb eines Berichtszeitraumes mit unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten ermittelt, so wird er zu dem aktuellsten Merkmal gezählt. Analog wird beim Aufenthaltsstatus nichtdeutscher Tatverdächtiger verfahren. Alle Nichtdeutschen, die eine Schule, Fachhochschule oder Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland besuchen, werden unter Student/Schüler erfasst. OPFER Opfer sind natürliche Personen, gegen die sich die mit Strafe bedrohte Handlung unmittelbar richtet. Bei der Täter-Opfer-Beziehung (vom Opfer aus gesehen) hat in der statistischen Erfassung stets die engste Beziehung Vorrang. Das Merkmal Verwandtschaft umfasst alle Angehörigen gemäß 11 Abs. 1 StGB. Das Merkmal Landsmann ist ausschließlich bei Nichtdeutschen zu verwenden und auch nur dann, wenn Täter und Opfer derselben Nationalität angehören. Eine statistische Erfassung von Opferdaten findet im Rahmen der PKS nur bei solchen Delikten statt, die sich gegen die körperliche Integrität einer Person richten (sogenannte 69 Quelle: POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
93 Opferdelikte), nicht jedoch z.b. bei Diebstahl oder Betrug. Als Opferdelikte werden folgende Delikte/Deliktsbereiche herangezogen: - Vergewaltigung, besonders schwere Fälle der sexuellen Nötigung ( 177, 178 StGB) - Sexueller Missbrauch von Kindern ( 176, 176a, 176b StGB) - Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer), darunter Handtaschenraub und sonstige Raubüberfälle auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen ( , 255, 316a StGB - gefährliche und schwere Körperverletzung, darunter gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen ( 224, 226, 231 StGB) - vorsätzlich leichte Körperverletzung ( 223 StGB) - Nötigung ( 240 StGB) - Bedrohung ( 241 StGB) - Widerstand gegen die Staatsgewalt ( 113, 114 StGB) [seit 2011] OPFERGEFÄHRDUNGSZAHL (OGZ) Die OGZ ist die Zahl der Opfer bezogen auf Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils. Sie gibt einen Anhaltspunkt über den Gefährdungsgrad der einzelnen Alters- und Geschlechtsgruppen. Opfer x OGZ = Einwohnerzahl PHISHING Phishing setzt sich aus den englischen Wörtern password und fishing zusammen. Damit ist das Abfischen eines Kennwortes vom rechtmäßigen Nutzer gemeint. Phishing hat jedoch mittlerweile nicht mehr nur Kennwörter zum Ziel, sondern geht darüber hinaus, wie z. B. das Herausfinden von Benutzernamen, PIN und TAN-Nummern. Phishing zieht in den meisten Fällen Folgehandlungen nach sich. So werden die erlangten Daten genutzt, um sich in geschützte Online-Bereiche einzuloggen, Überweisungen zu Lasten fremder Konten zu tätigen oder mit den Kreditkarteninformationen Onlinebestellungen zu tätigen. RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT/DIREKTE BESCHAFFUNGSKRIMINALITÄT unter diesem Summenschlüssel werden folgende Straftaten zusammengefasst: - Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) - Raub zur Erlangung von Betäubungsmitteln - Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Apotheken - Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Arztpraxen - Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Krankenhäusern - Diebstahl von Betäubungsmitteln bei Herstellern/Großhändlern - Diebstahl von Rezeptformularen - Fälschung zur Erlangung von Betäubungsmitteln Direkte Beschaffungskriminalität 90 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
94 SACHBESCHÄDIGUNG DURCH GRAFFITI Die Sachbeschädigung durch Graffiti wird seit 2010 als neuer Summenschlüssel geführt. Unter diesem sind folgende Straftaten zusammengefasst: - Sachbeschädigung durch Graffiti - Gemeinschädliche Sachbeschädigung durch Graffiti - Sachbeschädigung durch Graffiti an Kraftfahrzeugen - Sonstige Sachbeschädigung durch Graffiti auf Straßen, Wegen oder Plätzen - Gemeinschädliche Sachbeschädigung durch Graffiti auf Straßen, Wegen oder Plätzen SCHADEN Ein Schaden im Sinne der PKS ist der rechtswidrig erlangte Geldwert (Verkehrswert) bei vollendeten Delikten. Der tatsächlich verursachte Schaden sowie Folgeschäden werden nicht erfasst. Falls kein Schaden bestimmbar ist, gilt der symbolische Betrag von einem Euro. SCHULGEWALT Unter Schulgewalt werden Straftaten subsumiert, die an öffentlichen oder privaten Schulen, auf dem Schulweg oder an zu den Schulen gehörenden Einrichtungen wie Sporthallen und ähnliches gegen Personen und/oder Sachen während des Schulbetriebs oder zumindest im weiteren Sinne im Zusammenhang mit dem Schulbetrieb begangen werden. Als relevant sind ausschließlich folgende Straftaten anzusehen: - Straftaten gegen das Leben - Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung - Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, aber ohne die fahrlässige Körperverletzung - Erpressungsdelikte - Sachbeschädigungen, soweit nicht erkennbar ohne Schulbezug Die Erfassung mit dem Katalogbegriff Schulgewalt erfolgt unabhängig von der Tätigkeit eines Tatverdächtigen. Überwiegend handelt es sich hierbei um Schüler, Lehrer und Elternteile. Nicht zur Schulgewalt zählen strafbare Handlungen an Schulen durch Personen, denen eine entsprechende Funktion fehlt. SONSTIGER BETRUG Hierunter fallen beispielsweise Fälle wie Sammlungsbetrug, Heiratsbetrug, Trickbetrug, Wechselfallenschwindel, Unterstützungsschwindel oder das betrügerische Erlangen von Vertragsabschlüssen oder Mietverhältnissen. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
95 SKIMMING Skimming ist das Erlangen von Daten von Zahlungskarten und anderen Karten mit Magnetstreifen (z. B. Debitkarten, Kreditkarten, Tankkarten) an Lesegeräten wie Geldabhebungsautomaten (GAA), Türöffnern oder Terminals durch Datenabgriff über ein dort angebrachtes Magnetstreifenlesegerät mit Speicher oder Funk und Ausspähen der Geheimnummer (PIN) über eine Miniaturvideokamera, Auflagetastatur, Beobachtung usw. In der Folge können die erlangten Kartendaten auf jede Karte mit Magnetstreifen kopiert oder übertragen werden. SPÄTAUSSIEDLER Im Jahr 2006 hat das Statistische Amt der Landeshauptstadt Stuttgart die Definition für Zuwanderer verändert, so dass die vorliegenden Zahlen mit den Zahlen vor 2006 nicht verglichen werden können. en in der Zählweise ergaben sich ausnahmslos bei Kindern, die selbst keinen, aber deren Eltern Zuwanderungshintergrund haben. Bis 2006 hat das Statistische Amt bei Kindern (hier: unter 18 Jahre) bisher Zuwanderungshintergrund angenommen, wenn die Mutter einen solchen hatte. Jetzt erhalten sämtliche Kinder diesen Status, wenn Mutter und/oder Vater Migrationshintergrund haben. Dadurch ist die Zahl der Zuwanderer insgesamt um mehrere Tausend Personen angestiegen. STRAFRECHTLICHE NEBENGESETZE Bei strafrechtlichen Nebengesetzen handelt es sich um Straftaten, die nicht im Strafgesetzbuch aufgeführt sind, sondern in anderen Gesetzen. Dies ist beispielsweise das Tierschutzgesetz, Umweltschutzgesetz, Aktiengesetz, Asylverfahrensgesetz, Betäubungsmittelgesetz. SUMMENSCHLÜSSEL In einem Summenschlüssel werden verschiedene Deliktsschlüssel (Straftaten) zusammengefasst. Hierdurch können Kriminalitätsphänomene übersichtlicher dargestellt werden. So werden zum Beispiel beim Summenschlüssel Rauschgiftkriminalität die Straftaten zusammengefasst, die thematisch hierzu passen. STRAßENKRIMINALITÄT Der Summenschlüssel umfasst die folgenden Straftaten: - Diebstahl insgesamt an/aus Kraftfahrzeugen - Diebstahl insgesamt von Kraftwagen, Mopeds und Krafträdern - Diebstahl insgesamt von Fahrrädern - Diebstahl insgesamt von/aus Automaten - Erpresserischer Menschenraub in Verbindung mit Raubüberfällen auf Geld- und Werttransporte - Exhibitionistische Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses 92 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
96 - Gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen - Geiselnahme in Verbindung mit Raubüberfällen auf Geld- und Werttransporte - Handtaschenraub - Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer - Landfriedensbruch - Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte - Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen - Sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen - Sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen und Plätzen - Taschendiebstahl - Vergewaltigung überfallartig - Zechanschlussraub TASCHENDIEBSTAHL Diebstähle, bei denen der Täter heimlich seinem Opfer unmittelbar aus der am Körper befindlichen Kleidung oder mitgeführten Gegenständen Geld oder andere Sachen (auch unbare Zahlungsmittel) entwendet. Kein Taschendiebstahl ist demnach Diebstahl aus abgestellten Taschen aller Art oder aus abgelegter Kleidung. TATORT Tatort ist die politische Gemeinde, innerhalb deren Gemarkung die Straftat begangen worden ist. Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland von oder an deutschen Staatsbürgern begangen wurden, werden in der PKS nicht berücksichtigt. TATVERDÄCHTIGE Tatverdächtig ist jeder, der nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis aufgrund zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtig ist, eine rechtswidrige Straftat begangen zu haben. Zu den Tatverdächtigen zählen auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen. Ein Tatverdächtiger, für den im Berichtszeitraum mehrere Fälle der gleichen Straftat festgestellt wurden, wird in demselben Bundesland nur einmal gezählt. Vor 1983 waren Personen, gegen die im Berichtsjahr mehrfach ermittelt wurde, immer wieder erneut registriert worden. Wegen Ablösung dieser Mehrfachzählung, die zu stark erhöhten und strukturell verzerrten Tatverdächtigenzahlen führte, durch die jetzige echte Tatverdächtigenzählung, ist seit 1984 ein Vergleich zu früheren Jahren beeinträchtigt. Werden dem Tatverdächtigen im Berichtszeitraum mehrere Fälle verschiedener Straftatenschlüssel zugeordnet, wird er für jede Gruppe gesondert, für die entsprechenden übergeordneten Straftatengruppen bzw. für die Gesamtzahl der Straftaten hingegen nur einmal gezählt. Die Tatverdächtigen bei den einzelnen Straftaten(gruppen) dürfen daher nicht zu einer Gesamtzahl addiert werden. Zu beachten ist ferner, dass Schuldausschließungsgründe bei der Tatverdächtigenzählung für die PKS nicht berücksichtigt werden. So sind z. B. auch die strafunmündigen POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
97 Kinder unter 14 Jahren enthalten. Als tatverdächtig wird auch erfasst, wer wegen Tod, Krankheit oder Flucht nicht verurteilt werden kann. TATVERDÄCHTIGENBELASTUNGSZAHL (TVBZ) Die TVBZ ist die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen, errechnet auf Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils, jeweils ohne Kinder unter acht Jahren. TV ab 8 Jahren x TVBZ = Einwohnzahlen ab 8 Jahren TATZEIT Die Tatzeit ist der Zeitpunkt, zu dem die Straftat begangen wurde. Bei Straftaten, die sich über längere Zeiträume erstrecken, wird als Tatzeit jeweils das Ende dieses Zeitraumes erfasst. Wenn nicht mindestens der Monat bestimmbar ist, gilt die Tatzeit als unbekannt. UNWELTKRIMINALITÄT Der Summenschlüssel Umweltkriminalität beinhaltet mehrere Untergruppen. Darin enthalten sind Verstöße gegen den 29. Abschnitt des StGB. In diesem Abschnitt sind Paragraphen zum Schutze der Umwelt niedergeschrieben. Hinzu kommen sonstige Straftaten nach dem StGB, bei denen ein Bezug zur Umwelt hergestellt werden kann. Ebenfalls im Summenschlüssel enthalten sind Umweltstraftaten, die nicht im StGB sondern in anderen Gesetzen mit Strafe bedroht werden (Nebengesetze). Hierunter fallen z. B. das Hundeverbringungseinfuhrgesetz, das Heilpraktikergesetz, das Chemikaliengesetz oder das Natur- und Tierschutzgesetz. VERKEHRSDELIKTE Verkehrsdelikte umfassen - alle Verstöße gegen die Bestimmungen, die zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit im Straßen-, Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr erlassen wurden - alle durch Verkehrsunfälle bedingten Fahrlässigkeitsdelikte - die Verkehrsunfallflucht - alle Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Kfz-Steuergesetze in Verbindung mit 340 Abgabenordnung. Verkehrsstraftaten zählen nicht zu den Verkehrsdelikten und werden daher als einzige Taten aus dem Verkehrsbereich in der PKS erfasst. Hierunter fallen: - Gefährlicher Eingriff in den Bahn-, Luft- und Schiffsverkehr ( 315 StGB) - Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr ( 315b StGB) - Missbräuchliches Herstellen, Vertreiben oder Ausgeben von Kennzeichen ( 22a StGB) 94 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
98 WOHNSITZ UNBEKANNT Ist der Wohnsitz nicht bekannt, so ist er statistisch als ohne festen Wohnsitz zu bewerten. WIDERSTAND GEGEN DIE STAATSGEWALT Der Summenschlüssel Widerstand gegen die Staatsgewalt beinhaltet folgende Delikte: - Öffentliche Aufforderung zu Straftaten - Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte - Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (ohne Polizeivollzugsbeamte) - Widerstand gegen Gleichstehende (neu 2011) - Gefangenenbefreiung - Gefangenenmeuterei WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT Im Summenschlüssel Wirtschaftskriminalität werden die verschiedensten Delikte erfasst. Sie werden von dem polizeilichen Sachbearbeiter als Wirtschaftskriminalität gekennzeichnet. Enthalten sind z. B. Verstöße gegen das Aktiengesetz, das Handelsgesetzbuch, aber auch Delikte zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung sowie Straftaten in Verbindung mit dem Wertpapierhandelsgesetz, den Urheberrechtsbestimmungen und dem Lebensund Arzneimittelgesetz. Werden die Verstöße außerhalb des StGB beschrieben, nennen sie sich strafrechtliche Nebengesetze. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
99 11. ANLAGEN Kriminalitätsentwicklung in Stuttgart auf einen Blick 2014 Deliktsbezeichnung Teil Aufklärungsquote TV-Anteil Nichtdeutsche in % absolut in % absolut in % Vorjahr 2014 Vorjahr Straftaten gesamt , ,2 61,9 44,9 40,3 Straftaten gegen das Leben , ,9 96,0 46,7 38,5 * Mord , ,3 100,0 63,2 50,0 * alle übrigen vorsätzlichen Tötungen , ,0 92,9 32,0 48,0 * Fahrlässige Tötung ,3 0 0,0 100,0 0,0 0,0 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung , ,3 74,7 50,0 47,9 * Straftat unter Gewaltanwendung , ,2 64,5 54,8 52,4 Vergewaltigung/sexuelle Nötigung , ,6 64,8 53,0 54,9 sonstige sexuelle Nötigung , ,2 62,2 65,4 46,9 * Sonstiger sexueller Missbrauch , ,6 61,4 32,6 32,2 Sexueller Missbrauch von Kindern , ,1 73,4 25,0 26,5 Exhibitionistische Handlungen , ,2 48,1 38,5 32,1 * Ausnutzung sexueller Neigungen , ,3 95,2 66,4 57,9 Ausübung der verbotenen Prostitution , ,0 100,0 98,2 94,7 Zuhälterei ,6 4 80,0 85,7 87,5 66,7 Verbreitung pornographischer Schriften , ,6 85,5 22,7 15,7 Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit , ,7 85,6 40,3 39,1 * Raub/Räuberische Erpressung , ,4 53,5 44,5 51,3 auf Geldinstitute und Poststellen ,0 0 0,0 100,0 0,0 100,0 auf sonstige Zahlstellen und Geschäfte , ,0 60,7 28,6 45,5 auf Geld- und Werttransporte ,0 Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer , ,3 --- Handtaschenraub ,8 7 23,3 22,7 70,0 66,7 Sonstige Raubüberfälle auf Straßen/Wegen , ,0 42,0 40,4 53,8 * Körperverletzung , ,3 87,2 39,9 38,7 Körperverletzung mit Todesfolge , ,0 100,0 0,0 0,0 Gefährliche und schwere Körperverletzung , ,1 79,0 43,4 42,3 Misshandlung von Schutzbefohlenen , ,0 100,0 55,0 64,0 (vorsätzliche leichte) Körperverletzung , ,4 90,2 38,7 37,8 Fahrlässige Körperverletzung , ,3 78,5 26,8 24,5 * Straftaten gegen die persönliche Freiheit , ,2 92,7 42,2 39,5 Menschenraub, Kindesentziehung, Entführung , ,0 100,0 36,4 85,7 Freiheitsberaubung, Nötigung, Bedrohung , ,3 92,7 41,8 38,6 davon: Nachstellen , ,3 95,3 39,0 34,0 Menschenhandel sexuelle Ausbeutung , ,3 100,0 92,9 100,0 Menschenhandel Ausnutzen Arbeitskraft ,0 100,0 Förderung Menschenhandel ,0 0 0,0 100,0 0,0 100,0 Diebstahl insgesamt , ,7 32,4 51,0 48,6 von Kraftwagen/Unbefugte Ingebrauchnahme , ,5 54,3 47,7 40,0 von Mopeds und Krafträdern , ,9 30,7 25,0 34,5 von Fahrrädern ,4 87 7,8 10,3 39,1 45,6 von unbaren Zahlungsmitteln , ,9 6,6 60,8 53,6 Einfacher Diebstahl , ,9 37,1 47,8 45,8 Ladendiebstahl , ,2 88,9 48,7 47,2 Taschendiebstahl ,5 80 3,7 2,9 77,8 86,0 Schwerer Diebstahl , ,0 21,5 67,3 63,7 in/aus Dienst-, Büro- und Lagerräumen ,0 60 7,7 18,9 44,6 47,2 in/aus Gaststätten und Hotels , ,7 15,9 71,2 66,0 in/aus Wohnräumen , ,6 11,4 76,1 73,3 davon: Tageswohnungseinbruch , ,9 14,7 91,5 84,1 in/aus Boden-und Kellerräumen ,4 23 5,2 7,7 47,1 33,3 an/aus Kraftfahrzeugen , ,8 15,4 55,1 71,0 96 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
100 Kriminalitätsentwicklung in Stuttgart auf einen Blick 2014 Deliktsbezeichnung TV-Anteil Aufklärungsquote Nichtdeutsche in % absolut in % absolut in % Vorjahr 2014 Vorjahr Vermögens- und Fälschungsdelikte , ,8 87,3 43,5 40,3 2. Teil * Betrug , ,7 90,9 43,8 41,4 Waren- und Warenkreditbetrug , ,2 83,5 43,4 45,7 Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrug , ,0 100,0 20,0 11,1 Geldkreditbetrug , ,2 88,9 33,3 51,1 Erschleichen von Leistungen , ,5 99,7 44,1 40,4 Betrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel , ,5 38,3 48,5 54,3 Sonstiger Betrug , ,5 81,4 42,4 43,1 Einmietebetrug , ,1 92,8 46,2 45,6 Zechbetrug , ,8 85,7 25,0 35,2 Sonstige weitere Betrugsarten , ,8 80,2 45,5 47,4 * Veruntreuungen , ,4 99,8 36,8 38,3 Untreue , ,5 100,0 23,0 18,8 * Unterschlagung , ,0 45,5 42,9 36,1 Unterschlagung von Kraftfahrzeugen , ,8 97,8 61,8 53,8 * Urkundenfälschung , ,2 93,0 44,1 31,9 * Geld- und Wertzeichenfälschung , ,5 43,9 56,8 83,3 * Insolvenzstraftaten , ,0 100,0 21,7 33,1 Sonstige Straftatbestände gegen das StGB , ,4 49,8 33,4 31,5 * Erpressung , ,6 82,0 38,8 41,8 * Widerstand gegen Staatsgewalt/öffentl. Ordnung , ,5 87,4 33,6 28,4 Widerstand gegen die Staatsgewalt , ,4 99,2 37,8 35,7 Vortäuschen einer Straftat , ,0 98,7 31,2 32,1 * Begünstigung, Strafvereitelung, Hehlerei , ,6 97,3 48,4 54,4 * Brandstiftung (vorsätzlich und fahrlässig) , ,5 61,0 36,4 34,7 Vorsätzliche Brandstiftung , ,0 49,3 17,6 34,5 * Wettbewerbs-, Korruptions-, und Amtsdelikte , ,4 91,7 11,4 9,7 * Alle sonstigen Straftaten gemäß Strafgesetzbuch , ,7 43,3 32,0 30,5 Verletzung der Unterhaltspflicht , ,0 100,0 30,0 45,7 Beleidigung , ,0 93,6 31,1 30,0 Sachbeschädigung , ,7 19,4 31,9 31,7 davon: Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen , ,7 18,1 31,5 28,9 Straftaten gegen die Umwelt , ,8 34,5 48,6 28,1 Strafrechtliche Nebengesetze , ,2 88,0 55,7 44,7 * Nebengesetze auf Wirtschaftssektor , ,6 91,5 33,2 34,3 * Sonstige strafrechtliche Nebengesetze , ,6 88,4 86,3 80,0 Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz , ,4 88,1 98,9 95,8 Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz , ,8 87,4 34,8 34,8 * Rauschgiftdelikte , ,7 88,1 36,1 30,6 Allgemeine Verstöße gegen BtMG , ,5 91,0 34,5 28,5 Illegaler Handel/Schmuggel von BtM , ,8 70,7 51,3 43,3 Illegale Einfuhr von BtM , ,7 95,2 94,4 71,4 Illegaler Handel/Einfuhr/Anbau/Besitz in nicht geringer Menge , ,2 96,1 41,1 45,9 * Nebengesetze auf Umweltsektor , ,3 53,7 40,0 25,9 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
101 Deliktsbezeichnung Aufklärungsquote TV-Anteil Nichtdeutsche in % absolut in % absolut in % Vorjahr 2014 Vorjahr PKS-Summenschlüssel Rauschgiftkriminalität , ,8 87,5 36,1 30,6 Gewaltkriminalität , ,0 72,0 44,0 44,0 Wirtschaftskriminalität , ,0 99,1 29,7 30,3 Computerkriminalität , ,1 54,3 38,7 38,1 Cybercrime , ,2 77,4 30,6 25,2 Umweltkriminalität , ,7 54,3 51,1 34,1 Straßenkriminalität , ,6 19,9 44,8 42,2 Straßenraub , ,1 39,5 42,2 54,8 Sachbeschädigung durch Graffiti , ,4 9,8 21,1 18,1 Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum , ,3 80,4 37,2 35,7 98 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
102 Kriminalitätsentwicklung in Stuttgart auf einen Blick Teil absolut in % Häufigkeitszahl (HZ; Straftaten auf Einwohner) Straftaten gesamt ,5 HZ - PKS-Summenschlüssel Rauschgiftkriminalität ,2 Gewaltkriminalität ,4 Wirtschaftskriminalität ,6 Computerkriminalität ,5 Umweltkriminalität ,0 Straßenkriminalität ,5 Straßenraub ,2 Sachbeschädigung durch Graffiti ,4 Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum ,5 Tatverdächtige (absolut) Tatverdächtige gesamt ,8 U21 gesamt ,5 Deutsche U ,3 Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ; Tatverdächtige auf Einwohner, jeweils ohne Kinder unter 8 Jahre) TVBZ gesamt ,5 männlich ,2 U21 gesamt ,4 Deutsche U ,0 TVBZ - PKS-Summenschlüssel Rauschgiftkriminalität ,8 Gewaltkriminalität ,5 Wirtschaftskriminalität ,1 Computerkriminalität ,7 Umweltkriminalität ,9 Straßenkriminalität ,5 Straßenraub ,3 Sachbeschädigung durch Graffiti ,4 Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum ,2 Opfer Opfer insgesamt ,3 männlich ,4 Schaden in Mio. Euro ,0 Vollendete Schadensfälle insgesamt ,4 bis unter 50 Euro ,9 von 50 Euro bis unter Euro ,8 von Euro und darüber ,3 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
103 A u s w i r k u n g e n M I C R O Z E N S U S ANLAGE 1 - HÄUFIGKEITSZAHL 20-JAHRESBETRACHTUNG *)2004*) **) 2014 *) Die Umstellung auf ein neues Landessystem (von der Landesdatenhaltung PAD/MOD auf POLAS BW) hat dazu geführt, dass 2003 nicht sämtliche Fälle erfasst werden konnten. In der Folge fielen die Daten für das Jahr 2003 zu niedrig und die für das Jahr 2004 zu hoch aus. **) Die Ergebnisse des Microzensus 2011 (geringere Einwohnerzahlen) werden erstmals in 2013 berücksichtigt und führen schon dadurch zu höheren Häufigkeitszahlen. ANLAGE 2 - AUFKLÄRUNGSQUOTE 10-JAHRESBETRACHTUNG 64,2 64,6 63,9 62,7 62,8 63,1 61,6 61,2 61,9 62, POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
104 Tatobjekte Diebesgut ANLAGE 3 VERTEILUNG AUSGEWÄHLTER DELIKTE STUTTGART-MITTE UND GESAMTES STADTGEBIET Verteilung ausgewählter Delikte Stuttgart gesamt/stadtbezirk Mitte Tatort Delikt Mitte Stuttgart gesamt % von Gesamt Straftaten gesamt ,3 Ladendiebstahl ,3 Straftaten gegen sex. Selbstbestimmung ,8 Prostitution ,2 Raub/Räuberische Erpressung/Räub. Angriff ,2 Körperverletzung ,4 Gewaltkriminalität ,8 Straßenkriminalität ,1 Straftaten gesamt Ladendiebstahl Straftaten gegen. sex. Selbstbestimmung Prostitution Raub/Räuberische Erpressung/Räub. Angriff Körperverletzung Gewaltkriminalität Straßenkriminalität ANLAGE 4 SCHADENSFÄLLE UND SCHADENSSUMMEN Schadensfälle und Schadenssummen (in ) Fälle Summe Fälle Summe Fälle Summe Fälle Summe Schadensfälle gesamt Diebstahl gesamt (einf. und schwerer) davon o von Kraftwagen o von Mopeds und Krafträdern o von Fahrrädern o von unbaren Zahlungsmitteln o in/aus Büro-/Lagerräumen o in/aus Gaststätten/Hotels o in/aus Warenhäusern/ Verkaufsräumen davon Ladendiebstahl ohne erschwerte Umstände o in/aus Wohnräumen o in/aus Boden-/Kellerräumen o in/aus Neubauten/Baustellen o an/aus Kraftfahrzeugen o Taschendiebstahl POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
105 ANLAGE 5 SONSTIGE STRAFTATBESTÄNDE 10-JAHRESBETRACHTUNG Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle ANLAGE 6 STRAFRECHTLICHE NEBENGESETZE 10-JAHRESBETRACHTUNG Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
106 ANLAGE 7 AGGRESSIONSDELIKTE IM ÖFFENTLICHEN RAUM Aggressionsdelikte gesamt davon: Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum (einschließlich Versuche) Delikt / /2010 absolut in % absolut in % , ,0 o Mord , ,0 o Totschlag , ,9 o Vergewaltigung /Sex. Nötigung , ,1 o Raub/Räub. Erpressung , ,6 o Körperverletzung mit Todesfolge o Gefährliche und schwere Körperverletzung , ,6 o einfache Körperverletzung , ,9 o Erpresserischer Menschenraub o Geiselnahme o Angriff auf den Luft- und Seeverkehr ANLAGE 8 LANGZEITBETRACHTUNG TATVERDÄCHTIGE-WOHNORT-BEZIEHUNG Langzeitbetrachtung Tatverdächtige Wohnort 70 Jahr Tatverdächtige gesamt In Stuttgart In Baden- Württemberg In der BRD Im Ausland Ohne festen Wohnsitz Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,1 70 Aufgrund von Wohnsitzwechseln einzelner Tatverdächtiger ergibt die Summe der einzelnen Kategorien einen Wert von 102,4 % (2013: 102,2 %). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
107 ANLAGE 9 ANTEILE DER DEUTSCHEN UND NICHTDEUTSCHEN TATVERDÄCHTIGEN U21 10 JAHRESBE- TRACHTUNG 36,4 34,7 34,1 34,7 35,1 34,6 34,9 35,1 34,6 39,5 63,6 65,3 65,9 65,3 64,9 65,4 65,1 64,9 65,4 60, Deutsche TV U21 Nichtdeutsche TV U21 ANLAGE 10 GEGENÜBERSTELLUNG OPFERANTEILE - BEVÖLKERUNGSANTEILE Gesamt davon Altersgruppe Opferanteile nach Altersgruppen (Bezugsgröße: Einwohner bzw. Opfer gesamt) Bevölkerungsanteil in % (Stand: ) Opferanteile in % in %-Punkten 100,0 100,0 100,0 100,0 2014/ /2005 o Kinder 11,9 4,8 4,0 8,2 +0,8-3,4 o Jugendliche 3,3 5,5 6,6 8,7-1,1-3,2 o Heranwachsende 3,0 9,2 9,4 11,1-0,2-1,9 o Unter 21-Jährige gesamt 18,2 19,5 20,0 28,0-0,5-8,5 o Erwachsene bis 60 Jahre 58,4 76,0 75,5 67,4 +0,5 +8,6 o Erwachsene über 60 Jahre 23,4 4,5 4,5 4,6 +0,0-0,1 104 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2014
108 ANLAGE 11 OPFERVERTEILUNG NACH DELIKT, ALTER UND GESCHLECHT 2014 Opfer davon S t r a f t a t e n gesamt männlich weiblich Anteil weiblich in % bezogen auf die jeweilige Altersgruppe (Klammerzahlen = Vorjahreswerte) Opfer gesamt U21 Erwachsene (21-60) Erwachsene über 60 Straftaten gesamt davon ,5 (33,8) 23,1 (37,9) 30,4 (32,1) 41,3 (45,6) o Straftaten gegen das Leben ,1 (18,8) 11,1 (25,0) 20,7 (17,4) 28,6 (20,0) o ST gg. sex. Selbstbestimmung ,3 (88,3) 44,1 (88,4) 86,6 (88,7) 85,7 (75,0) - Vergewaltigung/Sex. Nötig ,3 (95,5) 33,7 (96,7) 98,5 (94,9) 100,0 (100,0) - Sonst. sexuelle Nötigung ,7 (95,7) 39,5 (100,0) 96,0 (93,5) 100,0 (100,0) - Sexueller Missbrauch ,7 (83,6) 49,8 (85,5) 78,0 (82,0) 87,5 (66,7) o Raub/Räub. Erpress./Räub. Angriff ,9 (32,7) 16,4 (22,7) 24,7 (33,4) 55,6 (64,6) - Handtaschenraub ,6 (95,7) 10,3 (80,0) 87,0 (96,2) 100,0 (100,0) o Körperverletzung (KV) ,6 (30,2) 22,3 (31,3) 28,1 (29,1) 38,5 (43,0) - gefährliche/schwere KV ,5 (20,0) 24,8 (22,2) 19,6 (18,9) 28,4 (35,6) - Misshandl. v Schutzbefohl ,4 (51,6) 96,0 (57,1) ,0 (0,0) - (vorsätzliche leichte) KV ,4 (32,9) 20,9 (34,4) 30,9 (32,0) 39,2 (41,6) - fahrlässige KV ,3 (48,0) 18,3 (35,2) 49,2 (48,0) 56,0 (71,0) o Freiheitsberaubung ,1 (60,0) 12,5 (40,0) 59,1 (60,0) 33,3 (80,0) o Nötigung ,3 (39,1) 18,9 (63,3) 38,4 (36,1) 31,7 (27,6) o Bedrohung ,2 (43,8) 20,8 (48,8) 37,3 (42,2) 42,0 (49,2) o Nachstellen ,2 (76,1) 11,4 (100,0) 81,1 (74,2) 41,7 (50,0) o Gewaltkriminalität ,2 (25,9) 24,1 (25,6) 22,9 (24,9) 40,0 (50,0) o Straßenkriminalität ,6 (24,3) 27,9 (25,2) 21,3 (22,2) 52,5 (56,9) - Straßenraub ,2 (26,7) 18,8 (16,7) 21,2 (26,1) 76,2 (65,6) POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
109
Beim Diebstahl in/aus Wohnraum ging die Anzahl der erfassten Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 17,6 % (242 Fälle) auf Delikte zurück.
3.5.2 DIEBSTAHL IN/AUS GASTSTÄTTEN/HOTELS Im Berichtsjahr wurden 1.181 Diebstähle in/aus Gaststätten und Hotels registriert. Dies entspricht einem Rückgang um 123 Fälle oder 9,4 %. 304 der Fälle sind dem
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