Polizeiliche Kriminalstatistik 2015
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- Artur Becke
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2 Polizeiliche Kriminalstatistik 2015
3 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
4 IMPRESSUM ANSPRECHPARTNER POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015 VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT Polizeipräsident Franz Lutz HERAUSGEBER Polizeipräsidium Stuttgart Hahnemannstraße Stuttgart Telefon Fax [email protected] Internet POLIZEIPRÄSIDIUM STUTTGART, MÄRZ 2016 REDAKTION Christof Glos, Erich Drexler, Steffen Magewski Führungs- und Einsatzstab Einsatz / Kriminalitätsbekämpfung GRAFISCHE GESTALTUNG UND LAYOUT Stefan Keilbach, Thomas Ulmer Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit DRUCK UND HERSTELLUNG Harry Dirks, Uta Lechner, Hausdruckerei POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
5 INHALTSVERZEICHNIS DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE GRUNDSÄTZLICHES INHALTE...6 AUSSAGEKRAFT STRAFTATENÜBERBLICK STRAFTATEN IM LANGZEITVERGLEICH...7 ANTEILE AN DER GESAMTKRIMINALITÄT...8 STRAFTATEN MIT AUFFÄLLIGEN ZU- ODER ABNAHMEN...8 HÄUFIGKEITSZAHL...9 AUFKLÄRUNGSQUOTE...11 TATORTE UND TATZEITEN DELIKTSGRUPPEN IM EINZELNEN STRAFTATEN GEGEN DAS LEBEN STRAFTATEN GEGEN DIE SEXUELLE SELBSTBESTIMMUNG RAUBDELIKTE KÖRPERVERLETZUNGSDELIKTE DIEBSTAHLSDELIKTE Diebstahl in/aus Büro-/Lagerräume(n) Diebstahl in/aus Gaststätten/Hotels Diebstahl in/aus Wohnung Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen Taschendiebstahl Diebstahl von Kraftwagen Diebstahl von Mopeds und Krafträdern Fahrraddiebstahl Diebstahl von unbaren Zahlungsmitteln VERMÖGENS- UND FÄLSCHUNGSDELIKTE Betrugsverfahren Veruntreuung Unterschlagung Urkundenfälschung GELD- UND WERTZEICHENFÄLSCHUNG WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT SONSTIGE STRAFTATBESTÄNDE Sachbeschädigung Beleidigung Widerstand gegen die Staatsgewalt Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz/EU Rauschgiftkriminalität POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
6 4. SUMMENSCHLÜSSEL GEWALTKRIMINALITÄT AGGRESSIONSDELIKTE IM ÖFFENTLICHEN RAUM STRAßENKRIMINALITÄT COMPUTERKRIMINALITÄT UND CYBERCRIME TATVERDÄCHTIGE ENTWICKLUNG DER TATVERDÄCHTIGENZAHLEN GESCHLECHTVERTEILUNG ALTERSSTRUKTUR TATVERDÄCHTIGEN-WOHNORT-BEZIEHUNG BEVÖLKERUNGSANTEILE DER TATVERDÄCHTIGENGRUPPEN IN STUTTGART ALKOHOLISIERUNG NICHTDEUTSCHE TATVERDÄCHTIGE ANTEIL DER NICHTDEUTSCHEN BEVÖLKERUNG ENTWICKLUNG DER TATVERDÄCHTIGENZAHLEN NATIONALITÄTEN TATVERDÄCHTIGENANTEILE NATIONALITÄTEN ERHEBLICHE ZUNAHMEN JUGENDKRIMINALITÄT ANTEIL DER TATVERDÄCHTIGEN UNTER 21 JAHRE WOHNORT DER TATVERDÄCHTIGEN U ALKOHOLISIERUNG DER TATVERDÄCHTIGEN U GESCHLECHTSSPEZIFISCHE BETRACHTUNG ANTEIL DER NICHTDEUTSCHEN AN DER JUGENDKRIMINALITÄT STRAFTATEN MIT HOHEM ANTEIL VON TATVERDÄCHTIGEN U OPFER ENTWICKLUNG DER OPFERZAHLEN ALTERSSTRUKTUR GESCHLECHTERVERTEILUNG GEWALTKRIMINALITÄT UND STRAßENKRIMINALITÄT OPFER-TATVERDÄCHTIGEN-BEZIEHUNG NATIONALITÄT DER OPFER POLIZEIBEAMTE ALS OPFER VON GEWALT PRÄVENTION ZIVILCOURAGE FÜHRUNGS- UND EINSATZANORDNUNG (FEA) BRENNPUNKTE EVENTSZENE/VOLKS- UND FRÜHLINGSFEST FÜHRUNGS- UND EINSATZKONZEPTION (FEA) KERMIT PROJEKT HERAUSFORDERUNG GEWALT PROJEKT WEHR DICH MIT KÖPFCHEN WOHNUNGSEINBRUCH POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
7 TASCHENDIEBSTAHL...82 AMOK / SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ...82 FLÜCHTLINGE...82 GLOSSAR ANLAGEN POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
8 DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE 1 Gesamtstraftaten Bedeutende Zunahmen (61.576) +7,9 % Delikt: Fälle in % davon -Aufenthalts-/ Straftaten ohne AufenthG/AsylverfG Asylverfahrensgesetz , (59.549) +1,9 % -Warenkreditbetrug ,7 -sonstiger Betrug ,9 Bedeutende Abnahmen Aufklärungsquote Delikt Fälle in % -Diebstahl (BSD) 642 9,8 64,3 % (62,2 %) -Erschleichen von Leistungen 573 8,1 -Wohnungseinbruchdiebstahl ,3 Zunahme um 2,1 %-Punkte -Beleidigung 111 3,7 Häufigkeitszahl (10.190) Zunahme um 6,5 % Tatverdächtige Nationalität (27.310) Zunahme um 15,9 % (15.035) Deutsch (45,4 %) (12.275) Ausländer (54,6 %) Tatverdächtige Ausländer (12.275) Gesamt (54,6 %) (2.888) Flüchtlinge* (24,5 %) (970) Asylbewerber (6,9 %) *Zum Oberbegriff "Zuwanderer bzw. Flüchtlinge" werden derzeit zusammengefasst: Asylbewerber, Bürgerkriegs-/Kontingentflüchtling, unerlaubter Aufenthalt und Duldung vorhanden. 1 Vorjahreswerte in Klammern. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
9 1. GRUNDSÄTZLICHES 1.1 INHALTE Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine sogenannte Ausgangsstatistik 2. Sie wird seit 1971 bundeseinheitlich geführt und umfasst alle der Polizei bekannt gewordenen Vorgänge, die den Verdacht eines Vergehens oder Verbrechens rechtfertigen, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche. Nicht enthalten sind Ordnungswidrigkeiten, Staatsschutz- und Verkehrsdelikte sowie Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden. Straftaten gemäß 315, 315 b StGB und 22a StVG 3 gelten nicht als Verkehrsdelikte im Sinne der PKS. Ebenfalls nicht registriert werden Straftaten, die außerhalb des Geltungsbereichs der Strafgesetze der Bundesrepublik Deutschland begangen werden, selbst wenn sie hier zur Anzeige gebracht wurden. Die Entwicklung der Staatsschutzdelikte wird im Jahresbericht Politisch motivierte Kriminalität des Landeskriminalamts Baden-Württemberg veröffentlicht, die Entwicklung der Verkehrsstraftaten in der Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Stuttgart. 1.2 AUSSAGEKRAFT Die Aussagekraft der PKS wird besonders dadurch eingeschränkt, dass nur die Straftaten abgebildet werden können, die der Polizei bekannt werden (Hellfeld). Folgende Einflussfaktoren können sich auf die statistische Erfassung in der PKS auswirken: Anzeigeverhalten der Bevölkerung (z. B. Versicherungsaspekte) und Unternehmen (z. B. Arbeitsintensität von Ladendetektiven und Fahrausweisprüfern), Änderungen der Rechtslage, politische und demographische en (z. B. Bevölkerungsstruktur), neue Kriminalitätsformen und Zunahmen oder Abnahmen von Tatgelegenheitsstrukturen, Ausmaß polizeilicher Kontrollmaßnahmen, echte Kriminalitätsänderung. Die Registrierung von Straftaten erfolgt erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen und Abgabe des Vorganges an die Staatsanwaltschaft (Ausgangsstatistik). Die Aktualität der PKS kann daher durch die Ermittlungsdauer von Straftaten gemindert werden. Unter den genannten Gesichtspunkten bietet die PKS kein getreues Spiegelbild von der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität. 2 Definition siehe Glossar, Seite StGB Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr; 315 b StGB Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr; 22a StVG Missbräuchliches Herstellen, Vertreiben oder Ausgeben von Kennzeichen 6 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
10 2. STRAFTATENÜBERBLICK 2.1 STRAFTATEN IM LANGZEITVERGLEICH Im ersten Jahr der PKS (1971) wurden bei einer heute vergleichbaren Einwohnerzahl Straftaten in Stuttgart polizeilich erfasst. In den Folgejahren stieg die Anzahl der registrierten Fälle bis zu Beginn der neunziger Jahre auf über Straftaten kontinuierlich an. Nach einem Rückgang auf knapp Delikte in den Jahren nach der Jahrtausendwende, bewegten sich die Zahlen von 2010 bis 2013 nahezu gleichbleibend bei knapp unter Straftaten. Nach dem Anstieg der Fallzahlen im Jahr 2014, ist für das Berichtsjahr eine weitere signifikante Zunahme um Fälle oder um 7,9 % auf einen Höchststand der letzten zwanzig Jahre von Straftaten zu verzeichnen. Straftatenentwicklung in Stuttgart in den vergangenen 20 Jahren *) *) *) Die Umstellung auf ein neues Landessystem (von der Landesdatenhaltung PAD/MOD auf POLAS BW) hat dazu geführt, dass 2003 nicht sämtliche Fälle erfasst werden konnten. In der Folge fielen die Daten für das Jahr 2003 zu niedrig und die für das Jahr 2004 zu hoch aus. In der Landeshauptstadt Stuttgart wurden im vergangenen Jahr 10,8 % der landesweit registrierten Straftaten ( Fälle/+3,8 %) erfasst. Demgegenüber wohnen in Stuttgart 5,7 % der Landesbevölkerung. Neben der Wohnbevölkerung pendeln zusätzlich mehr als Menschen täglich aufgrund ihrer beruflichen Situation in die Stadt. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
11 2.2 ANTEILE AN DER GESAMTKRIMINALITÄT Vermögens- u. Fälschungsdelikte 21,8% Sonstige 27,1% Rohheitsdelikte 13,1% Diebstahl (einfacher u. BSD) 30,2% Rauschgiftdelikte 6,7% Sexualdelikte Tötungsdelikte 1,1% 0,03% 2.3 STRAFTATEN MIT AUFFÄLLIGEN ZU- ODER ABNAHMEN Die Zunahme der Straftaten um Fälle ist im Wesentlichen auf die Verstöße nach dem Aufenthalts-/Asylverfahrensgesetz begründet. Durch die seit Sommer 2015 auch in Stuttgart angestiegene Zuwanderung ist diese Zunahme hauptsächlich auf Verstöße gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen durch Flüchtlinge / Asylbewerber (Unerlaubter Aufenthalt) zurückzuführen. Auffällige Zunahmen Aufenthalts-/Asylverfahrensgesetz Fälle + 185,2 % Waren-/Warenkreditbetrug Fälle + 53,7 % Auffällige Abnahmen Diebstahl (BSD) Fälle - 9,8 % Erschleichen von Leistungen Fälle - 8,1 % Wohnungseinbruchsdiebstahl Fälle - 29,3 % 8 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
12 2.4 HÄUFIGKEITSZAHL 4 Die Anzahl der Straftaten pro Einwohner (Häufigkeitszahl oder Kriminalitätsrate) lag im Berichtsjahr bei gegenüber im Vorjahr. Es handelt sich um den höchsten Wert der vergangenen 20 Jahre 5. Landesweit erhöhte sich die Häufigkeitszahl ebenfalls auf Straftaten pro Einwohner. In den Stadtkreisen 6 Pforzheim und Heilbronn sank die Häufigkeitszahl leicht, die Einordnung Stuttgarts blieb gegenüber zum Vorjahr unverändert. Häufigkeitszahl Gesamtkriminalität 2015 im Städtevergleich "Stadtkreise Baden-Württemberg" Definition siehe Glossar, Seite Vgl. Anlage 1; Entwicklung der Häufigkeitszahlen in den vergangenen 20 Jahren. 6 Es handelt sich um die acht einwohnerstärksten Städte in Baden-Württemberg mit über Einwohnern. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
13 Im bundesweiten Großstadtvergleich 7 der Kriminalitätsbelastung nimmt Stuttgart weiterhin den drittbesten Platz ein, wobei zu berücksichtigen ist, dass von den anderen Großstädten derzeit lediglich die Vorjahreszahlen 2014 herangezogen werden können Häufigkeitszahl Gesamtkriminalität 2014 im bundesdeutschen Städtevergleich Straftaten pro Einwohner : Frankfurt am Main Berlin Hannover Köln Dortmund Leipzig Düsseldorf Hamburg Bremen Dresden Essen Duisburg Stuttgart Nürnberg München Hinweis: Als Auswirkungen des Mikrozensus 2011 ergeben sich aufgrund der veränderten Einwohnerzahlen veränderte Häufigkeitszahlen gegenüber den Vorjahren (direkte Vergleichbarkeit ist nicht gegeben) Werte für 2012 waren noch auf Basis vor Microzensus. 7 Alle deutschen Städte mit mehr als Einwohnern. Duisburg ( Einwohner) wird aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den Vorjahren in der Übersicht belassen. 10 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
14 2.5 AUFKLÄRUNGSQUOTE Von den registrierten Straftaten wurden Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote stieg gegenüber zum Vorjahr 8 um 2,1 %-Punkte auf den bislang höchsten Wert in Stuttgart von 64,3 %. Dieser Wert ist insbesondere durch die Zunahme von Delikten (z. B. Verstöße gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen), die generell eine hohe Aufklärungsquote ausweisen, erzielt worden. Im landesweiten Vergleich der Stadtkreise 9 konnte Stuttgart vor Ulm und Pforzheim die beste Aufklärungsquote erreichen. Sie liegt 4,2%-Punkte über dem landesweiten Durchschnitt von 60,1 %. Aufklärungsquote Gesamtkriminalität 2015 in % im Städtevergleich "Stadtkreise Baden-Württemberg" 64,3 64,2 63,0 60,3 59,6 56,9 56,7 55,7 8 Vgl. Anlage 2 - Aufklärungsquoten der LHS Stuttgart im 10-Jahresvergleich. 9 Es handelt sich um die acht einwohnerstärksten Städte in Baden-Württemberg mit über Einwohnern. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
15 Im Bundesvergleich aller Großstädte 10 mit mehr als Einwohnern hat Stuttgart die drittbeste Aufklärungsquote vorzuweisen, wobei lediglich die Werte aus dem Jahr 2014 verglichen werden konnten. Die Daten der anderen Großstädte liegen aus 2015 noch nicht vor. Aufklärungsquote Gesamtkriminalität 2014 in % im bundesdeutschen Städtevergleich (Bundesweite Zahlen aus 2015 liegen noch nicht vor) 2015: 63,9 62,3 64,3 62,2 60,9 60,9 53,9 51,4 50,3 50,0 46,5 45,3 44,9 43,8 43,4 42,3 München Nürnberg Stuttgart Frankfurt am Main Hannover Duisburg Dresden Dortmund Essen Leipzig Bremen Berlin Hamburg Köln Düsseldorf 10 Alle deutschen Städte mit mehr als Einwohnern. Duisburg ( Einwohner) wird aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den Vorjahren in der Übersicht belassen. 12 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
16 2.6 TATORTE UND TATZEITEN TATORTE Bei näherer Betrachtung der Straftatenverteilung auf das Stadtgebiet wird deutlich, dass die Stadtbezirke Stuttgart-Mitte 11 und Bad Cannstatt ein höheres Fallaufkommen aufweisen als die anderen 21 Bezirke. 42,6 % der registrierten Kriminalität entfielen auf die beiden genannten Stadtbezirke. Das geringste Fallaufkommen (unter 550 registrierte Straftaten) war in den Stadtbezirken Birkach und Münster (jeweils 205), Obertürkheim (349), Botnang (405) und Plieningen (547) zu verzeichnen. Die Verteilung des Straftatenaufkommens ergibt sich aus folgender Übersicht. Kriminalität nach Stadtbezirken Fallzahlen 2015 Das vermehrte Fallaufkommen in Stuttgart-Mitte liegt darin begründet, dass dort eine hohe Attraktivität der Vergnügungsszene und auch die gute Infrastruktur mit lukrativen Einkaufsmöglichkeiten viele Menschen anlocken. Darüber hinaus finden in der Innenstadt viele Veranstaltungen und die meisten - zum Teil auch unfriedlich verlaufende Demonstrationen und Kundgebungen statt. Hinzu kommt, dass sich an den Wochenenden bis in die Morgenstunden besonders viele Menschen aus Stuttgart, aber auch aus den Nachbarregionen, in der Innenstadt aufhalten. All dies führt zu einem hohen Personenaufkommen mit einer Vielzahl von Tatgelegenheiten und trägt schließlich zu einer erhöhten Kriminalitätsbelastung bei. 11 Vgl. Anlage 3; Verteilung ausgewählter Delikte in S-Mitte und gesamtes Stadtgebiet. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
17 Auch in Bad Cannstatt ist die Vielzahl von gesellschaftlichen Ereignissen 12 ursächlich für die erhöhte Kriminalitätsbelastung. Unter den Besuchern beider Bezirke befinden sich in der Regel viele junge Menschen, die tendenziell mehr Straftaten begehen als lebensältere Personen. Zudem wird vor allem in der Eventszene viel Alkohol konsumiert, der enthemmt und Personen schneller straffällig werden lässt. Der Alkoholkonsum bewirkt aber auch, dass Betrunkene aus Tätersicht zu willkommenen Opfern werden. TATZEITEN Um die Kriminalitätsbelastung in der Stuttgarter Innenstadt besser bewerten zu können, wurden unter anderem die Deliktsbereiche Raub/räuberische Erpressung und gefährliche/schwere Körperverletzung unter dem Summenschlüssel Gewaltkriminalität zusammengefasst und näher beleuchtet. 964 (38,8 %) dieser Delikte wurden im Stadtbezirk Mitte begangen. Die meisten Straftaten ereigneten sich in den Nachtstunden von Freitag bis Sonntagmorgen. Die detaillierte Auswertung der Tatzeiten zeigen nachfolgende Diagramme. SONNTAG SAMSTAG MONTAG DIENSTAG MITTWOCH Gewaltkriminalität im Stadtbezirk Mitte -nach Wochentag FREITAG DONNERSTAG oder unbekannt Gewaltkriminalität im Stadtbezirk Mitte -nach Uhrzeit Beispielsweise das Volks- und Frühlingsfest sowie zahlreiche Konzerte und Fußballspiele. 14 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
18 Auch in Bad Cannstatt wurde im Berichtsjahr eine Häufung der Gewaltkriminalität an den Wochenenden und insbesondere zur Nachtzeit (22:00 Uhr bis 01:00 Uhr) festgestellt. Samstags stieg zudem die Gewaltkriminalität um 34 Fälle auf 176 Straftaten an. MAßNAHMEN Die Stuttgarter Polizei hat auf die negativen Auswirkungen der Eventszene in der Stuttgarter Innenstadt mit der Führungs- und Einsatzkonzeption Brennpunkte 13 reagiert. Seit dem Sommer 2012 wird damit dem ausufernden Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und den damit zusammenhängenden Problemlagen durch verstärkte Polizeipräsenz begegnet. Zusätzlich werden polizeiliche Maßnahmen individuell dem jeweiligen Brennpunkt angepasst und mit entsprechenden Präsenz- und Kontrollmaßnahmen belegt. Die Vorkommnisse in der Silvesternacht 2015 erforderten zudem ein zusätzliches polizeiliches Handeln bzw. eine Änderung des polizeilichen Einschreitverhaltens. Aus diesem Grund wurde ein langfristig angelegtes offensives Konzept erarbeitet, das die verschiedenen innerstädtischen Brennpunkte noch stärker in den Fokus nimmt. Aufgrund des dafür notwendigen erhöhten Kräftebedarfs und der voraussichtlichen Einsatzdauer wurde zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung sowie der Reduzierung der Kriminalitätsbelastung die BAO Sicherheitskonzeption Stuttgart (BAO SKS) eingerichtet. 13 Offizielle Bezeichnung: Maßnahmen gegen Störungen der öffentlichen Sicherheit im öffentlichen Raum durch Einzelpersonen oder Personengruppen, siehe Erläuterungen zur Konzeption auf Seite 79 f. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
19 3. DELIKTSGRUPPEN IM EINZELNEN 3.1 STRAFTATEN GEGEN DAS LEBEN In 2015 wurden 19 Straftaten gegen das Leben registriert, davon ein vollendeter und drei versuchte Morde. Von den 19 erfassten Fällen blieben 14 (73,3 %) beim Versuch. Landesweit stiegen die Straftaten gegen das Leben um 1,8 % (6 Fälle) auf 332 Delikte. "Straftaten gegen das Leben" 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle Die Komplexität und Intensität der Ermittlungen in diesem Bereich bringt es mitunter mit sich, dass zwischen der Tatentdeckung und der Erfassung des Delikts in der PKS eine erhebliche Zeitspanne liegen kann. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass sechs der Fälle bereits in den Vorjahren zur Anzeige gekommen sind. In 2015 ereigneten sich in Stuttgart nachfolgende herausragende Fälle: 16 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
20 Tötungsdelikt in Stuttgart-Nord, Pragfriedhof Am , gegen 09:00 Uhr, wurde von Beschäftigten auf dem Gelände des Pragfriedhofs der Leichnam einer 21jährigen Frau aufgefunden. Es wurden deutliche Anzeichen für eine Gewalteinwirkung am Körper des Mädchens festgestellt. Der eingerichteten Sonderkommission Nord gelang es noch am gleichen Tag, einen 29jährigen Bekannten des Opfers als dringend Tatverdächtigen festzunehmen. Er befindet sich seit dem in Untersuchungshaft. Derzeit findet die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Stuttgart statt. Zweifaches Tötungsdelikt in Stuttgart-Riedenberg, Mandarinenweg Am Morgen des meldete sich ein 52-jähriger Mann über den Polizeinotruf und berichtete, dass er seine Familie getötet habe. Alarmierte Polizeibeamte fanden in der Wohnung die 43jährige Ehefrau des Anrufers und seinen 16jährigen Sohn tot auf. Der 52jährige Mann ist dringend verdächtig, in den Morgenstunden des seine Frau und seinen Sohn erstochen zu haben. Er befindet sich seither in Untersuchungshaft. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote ist bei Tötungsdelikten erfahrungsgemäß sehr hoch. So konnten 18 der 19 Fälle geklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 94,7 % (2014: 91,9 %) entspricht. Zurückzuführen sind die hohen Werte zum einen auf intensive Ermittlungen nach Bekanntwerden dieser schweren Straftaten. Zum anderen lagen in 56,5 % der Fälle Beziehungstaten vor, die eine Klärung der Sachverhalte begünstigen. Die landesweite Aufklärungsquote betrug 97,3 % (2014: 96,9 %). ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Straftaten gegen das Leben (einschließlich Versuche) Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,4 davon o Mord , , ,9 o Totschlag ,0-1 -7, ,3 o Fahrlässige Tötung , , ,0 o Abbruch der Schwangerschaft , , TATVERDÄCHTIGE POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
21 Zu den 19 Straftaten gegen das Leben wurden 20 Tatverdächtige ermittelt; 19 männliche und eine weibliche. Als Tatverdächtige wurden sieben Heranwachsende und 13 Erwachsene erfasst. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 60,0 %. OPFER Gesamt davon: Delikt Opfer gesamt Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung 14 davon Ehe, Partnerschaft, Familie Soziale Beziehung Formell 15 Informell 16 Keine Beziehung unklar m w m w m w m w m w m w o Mord o Totschlag o Fahrlässige Tötung o Abbruch der Schwangerschaft Kein Opferdelikt Es wurden 23 Opfer registriert, wovon 8 Männer (34,8 %) keine Vorbeziehung zur Täterschaft hatten. TODESERMITTLUNGSVERFAHREN Die Kriminalpolizei ermittelte auch in Fällen mit zunächst unklarer Todesart und bei Unfällen (hiervon ausgenommen sind Verkehrsunfälle). In 2015 wurden 531 (2014: 468) Todesermittlungsverfahren bearbeitet, denen nach Abschluss der Ermittlungen keine Straftaten zugrunde lagen. SUIZID Selbsttötungen werden ebenfalls nicht in der PKS ausgewiesen. Dennoch werden auch diese Fälle von der Kriminalpolizei untersucht. Im vergangenen Jahr wurden 85 Suizide registriert. 157 Fälle von versuchten Selbsttötungen bzw. Suizidandrohungen zogen polizeiliche Maßnahmen nach sich. RAUSCHGIFTTOTE In 2015 sind in Stuttgart dreizehn Menschen am Konsum von Drogen verstorben Jeweils zwölf Rauschgifttote wurden in den 3 Vorjahren gezählt Nachfolgend steht m für männlich und w für weiblich. 15 Bereich der sozialen Beziehungen in formellen Institutionen, Organisationen und Gruppen, z. B. Lehrer-Schüler, Arzt- Patient. 16 Das Opfer steht in einem freundschaftlichen oder bekanntschaftlichen Verhältnis zum Tatverdächtigen. 17 Siehe auch Ziffer 3.9.5, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
22 3.2 STRAFTATEN GEGEN DIE SEXUELLE SELBSTBESTIMMUNG Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung haben signifikant zugenommen und stiegen im vergangenen Jahr um 29,9 % bzw. 175 Delikte auf 760 Fälle an. In einer 10-Jahresbetrachtung ist dies der mit Abstand höchste Wert. Er liegt 41,6 % über dem Durchschnitt von 537 Fällen. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) 760 aufgeklärte Fälle Landesweit war auch ein Anstieg der Fallzahlen um 4,6 % oder 243 Delikte auf Straftaten zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die intensiven und komplexen Ermittlungen zur Bekämpfung von Sexualstraftaten führen regelmäßig zu hohen Aufklärungsquoten. Im Berichtsjahr wurden 80,8 % (2014: 78,3 %) der bekannt gewordenen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgeklärt. Dies entspricht der höchsten Aufklärungsquote der vergangenen zwanzig Jahren. Landesweit wurden 80,4 % der Fälle aufgeklärt (2014: 79,1 %). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
23 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (einschl. Versuche) Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,3 davon o Vergewaltigung / Sexuelle Nötigung ,8-3 -3,2-9 -8,9 o sonstige sexuelle Nötigung , , ,0 o Sexueller Missbrauch von Kindern , , ,3 o Exhibitionistische Handlungen , , ,0 o Ausnutzung sexueller Neigungen , , ,4 davon Prostitution , , ,6 o Förderung sexueller Handlung Minderjähriger und Förderung der Prostitution o Zuhälterei , , ,3 o Verbreitung pornografischer Schriften , , ,5 davon Erwerb/Besitz/Verbreitung von Kinderpornografie ,7-1 -2, ,6 Die deutliche Steigerung der Fallzahlen im Deliktsfeld Ausnutzung sexueller Neigungen (+124 %) ist insbesondere auf verstärkte Kontrollmaßnahmen im Rotlichtmilieu zurückzuführen. 327 dieser 401 registrierten Straftaten betrafen die verbotene Prostitution. Daneben ist im Bereich der exhibitionistischen Handlungen zwar nur ein leichter Anstieg um 6 Fälle feststellbar, jedoch bedeutet dies gleichzeitig ein Höchststand in der 10- Jahresbetrachtung. Vergewaltigungen und (sonst.) sexuelle Nötigungen verzeichnen Rückgänge um 16 Fälle bzw. 14,8 %. TATVERDÄCHTIGE Insgesamt konnten 337 Tatverdächtige ermittelt werden (2014: 324). Es handelte sich nahezu ausschließlich um Männer mit Ausnahme des Deliktsbereichs Ausnutzung sexueller Neigungen, der Verstöße der verbotenen Prostitution umfasst. 52 der Tatverdächtigen (15,4 %) waren unter 21 Jahre (2014: 19,1 %). 20 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
24 OPFER Gesamt davon: Delikt o Vergewaltigung/Sexuelle Nötigung Opfer gesamt Tatverdächtigen-Opfer-Beziehung davon Ehe, Partnerschaft, Familie Soziale Beziehung Formell 18 Informell 19 Keine Beziehung unklar m w m w m w m w m w m w o Sonstige sexuelle Nötigung o Sexueller Missbrauch von Kindern o Exhibitionistische Handlungen o Zuhälterei ,7 % der 440 Opfer hatten keine Vorbeziehung zum Täter. Bei den exhibitionistischen Handlungen bestand zu 96,3 % und beim sexuellen Missbrauch von Kindern 20 bei zwei Drittel der registrierten Straftaten (66,4 %) keine Vorbeziehung zum Täter. Anders sieht es bei den Vergewaltigungen aus, wo mehr als zwei Drittel der Fälle (69,9 %) Beziehungsoder Bekanntschaftstaten waren. 86,1 % der Opfer waren weiblich, 13,9 % männlich. Rund ein Viertel (113 Personen oder 25,7 %) der 440 Opfer waren Kinder, 14,1 % waren Jugendliche (62), 8,2 % Heranwachsende (36) und 52,0 % Erwachsene (229). 18 Bereich der sozialen Beziehungen in formellen Institutionen, Organisationen und Gruppen, z. B. Lehrer-Schüler, Arzt- Patient. 19 Das Opfer steht in einem freundschaftlichen oder bekanntschaftlichen Verhältnis zum Tatverdächtigen. 20 Zu beachten ist auch hier, dass Fälle des Exhibitionismus zum Nachteil von Kindern als sexueller Missbrauch erfasst werden. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
25 3.3 RAUBDELIKTE Die Raubdelikte bleiben mit 553 Fällen auf Vorjahresniveau. In den einzelnen Deliktsgruppen sind zudem keine Auffälligkeiten feststellbar. Im Gegensatz dazu ist landesweit ein Anstieg der Raubdelikte um 8,6 % auf Straftaten zu verzeichnen. Raubdelikte 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle AUFKLÄRUNGSQUOTE der Raubdelikte konnten aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 51,4 % entspricht. Damit stieg die Aufklärungsquote um 4 %-Punkte an (47,4 %). Landesweit wurden 55,4 % (2014: 56,2 %) der Fälle aufgeklärt. 22 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
26 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Raub / Räuberische Erpressung (einschl. Versuche) Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt davon o auf Geldinstitute/Poststellen o auf sonstige Zahlstellen / Geschäfte , , , , , , ,3 o auf Geld- und Werttransporte o räub. Angriff auf Kraftfahrer , ,3 o Handtaschenraub , , ,0 o sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen u. Plätzen , , ,0 o Raub in Wohnung , , ,7 In einer Mehrzahl der Fälle wurden wie in der Vergangenheit Bargeld, Mobiltelefone und Geldbörsen geraubt. TATVERDÄCHTIGE Raubdelikte -Altersstruktur der Tatverdächtigen Altersstruktur absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt ,0% ,0% 30 9,1% davon o Kinder 6 1,7% 6 1,7% 0 0,0% o Jugendliche 82 22,8% 63 17,5% 19 30,2% o Heranwachsende 54 15,0% 47 13,1% 7 14,9% o U21 gesamt ,4% ,2% 26 22,4% o Erwachsene ,6% ,4% 4 1,9% Im Berichtsjahr konnten 360 Tatverdächtige ermittelt werden. Die Zunahme ist vorwiegend bei den Tatverdächtigen U21 bzw. den Jugendlichen festzustellen. Der Anteil der Tatverdächtigen U21 stieg von 32,2 % auf 39,4 %, der Anteil der Jugendlichen von 17,5 % auf 22,8 %. Von den 360 Tatverdächtigen waren 320 (88,9 %) männlich. OPFER Im Berichtsjahr waren 29,8 % der Opfer Frauen (2014: 25,9 %). Mit 94,3 % deutlich überrepräsentiert sind die weiblichen Opfer beim Handtaschenraub (rund ein Drittel davon sind 60 Jahre und älter) sowie mit 53,3 % beim Raub auf sonstige Zahlstellen und Geschäfte. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
27 3.4 KÖRPERVERLETZUNGSDELIKTE Die Körperverletzungsdelikte bleiben in 2015 auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Mit 23 Straftaten weniger (6.930 Körperverletzungsdelikte) weist die Statistik eine minimale Verringerung der Fallzahlen gegenüber 2014 aus. Dies ist in einem 10-Jahresvergleich nach 2012 und 2014 die dritthöchste Anzahl an Körperverletzungsdelikten. Körperverletzungsdelikte 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle Landesweit wurde eine Zunahme um 4,8 % (2.687 Fälle) auf Straftaten registriert. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote ist um 0,6 %-Punkte geringfügig auf 85,7 % (Vorjahr 86,3 %) gesunken. In Baden-Württemberg wurden 90,6 % (2014: 90,5 %) der Körperverletzungsdelikte aufgeklärt. ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE 24 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
28 Körperverletzungsdelikte (einschl. Versuche) Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,1 davon o Körperverletzung mit Todesfolge , ,0 o Gefährliche und schwere Körperverletzung o Misshandlung von Schutzbefohlenen o vorsätzliche (leichte) Körperverletzung o Fahrlässige Körperverletzung , , , , , , , , , , , ,0 Bei den Körperverletzungsdelikten stehen einer leichten Abnahme bei der vorsätzlichen leichten Körperverletzung geringe Zuwächse bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung gegenüber. Der Anteil der vorsätzlichen leichten Körperverletzung liegt bei 70,3 %; der Anteil der gefährlichen/schweren Körperverletzung bei 26,3 %. TATVERDÄCHTIGE Körperverletzungsdelikte - Altersstruktur Tatverdächtige Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,6 davon o Kinder , , ,3 o Jugendliche , , ,9 o Heranwachsende , ,3-8 -1,3 o unter 21 Jahre gesamt , , ,3 o Erwachsene , , ,0 Die Verteilung der Altersgruppen zeigt, dass rund vier Fünftel der Tatverdächtigen (80,3 %) der Körperverletzungsdelikte durch Erwachsene begangen wurden, während der Anteil der Tatverdächtigen U21 19,7 % betrug. Die Altersgruppe U21 verzeichnet damit den niedrigsten Wert der letzten 10 Jahre. Der Anteil bei den U21 weiblichen Tatverdächtigen (16,7%) ist ebenfalls rückläufig und nahezu auf dem Niveau der weiblichen Erwachsenen (16,8%). 83,2 % der Tatverdächtigen waren Männer, bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung gar 86,4 %. Während der Anteil der weiblichen Tatverdächtigen deliktsübergreifend bei 23,3 % lag, waren sie in den Bereichen fahrlässige Körperverletzung (34,1 %) und Misshandlung von Schutzbefohlenen (38,7 %) überproportional vertreten. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
29 OPFER Die Zahl der Opfer ist gegenüber 2014 nahezu unverändert geblieben (- 0,1 %). Körperverletzungsdelikte - Opfer gesamt Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,6 davon o Kinder , , ,4 o Jugendliche , , ,1 o Heranwachsende , , ,6 o unter 21 Jahre gesamt , , ,2 o Erwachsene , , ,5 Bei den einzelnen Altersgruppen gab es im Vorjahresvergleich wenige en. Am auffälligsten ist die Zunahme mit 10,2 % bei der Opfergruppe der Jugendlichen. Geringe Anstiege der Opferzahlen waren zudem bei den Heranwachsenden (3,5 %) zu verzeichnen. Bei den Erwachsenen (-1,3 %) und den Kindern (-0,3 %) kam es hingegen jeweils zu einer leichten Abnahme. Gesamt davon: Delikt o Körperverletzung mit Todesfolge o Gefährliche und schwere Körperverletzung o Misshandlung von Schutzbefohlenen o Vorsätzliche (leichte) Körperverletzung Opfer gesamt Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung davon Ehe, Partnerschaft, Familie Soziale Beziehung Formell 21 Informell 22 Keine Beziehung unklar m w m w m w m w m w m w o Fahrlässige Körperverletzung ,4 % der Opfer waren weiblich, was fast dem Vorjahreswert entspricht (29,6 %). In 62,5 % (64,2 %) der Fälle kannte das Opfer den Täter nicht. Dieses Phänomen hat in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen (2005: 47,4 %). Unterscheidet man die Vorbeziehung der Opfergeschlechter wird deutlich, dass 71,2 % der männlichen Opfer keine Vorbeziehung zum Täter hatten. Bei den Frauen lag dieser Anteil bei 41,8 %. Dies zeigt, dass die Gefahr für Männer, Opfer eines Körperverletzungsdeliktes im öffentlichen Raum zu werden, wesentlich höher ist. 21 Bereich der sozialen Beziehungen in formellen Institutionen, Organisationen und Gruppen, z. B. Lehrer-Schüler, Arzt- Patient. 22 Das Opfer steht in einem freundschaftlichen oder bekanntschaftlichen Verhältnis zum Tatverdächtigen. 26 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
30 3.5 DIEBSTAHLSDELIKTE Nach einem zuletzt kontinuierlichen Anstieg der Diebstahlsdelikte trat nach dem Höchststand im vergangenen Jahr eine Kehrtwende ein. Die Fallzahlen nahmen um 235 Fälle (- 1,2 %) auf Straftaten ab. Davon entfielen Fälle auf den einfachen und Delikte auf den schweren Diebstahl. Der einfache Diebstahl hat folglich um 3,0 % (407 Fälle) zu- und der schwere Diebstahl um 9,8 % (642 Fälle) abgenommen. Bei der Gesamtanzahl der Diebstahlsdelikte handelt sich um den zweithöchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Der Anstieg beim einfachen Diebstahl resultiert vornehmlich aus der Zunahme in den Deliktsbereichen Diebstahl aus Dienst/Büroraum um 114 Fälle sowie des Diebstahls aus Gaststätte/Hotels um 84 Fälle. Der Taschendiebstahl bleibt mit (2.157) Straftaten auf hohem Niveau. Im Gegensatz dazu konnten die Trickdiebstahlsdelikte um 25,1 % auf 131 Fälle reduziert werden. Im Bereich des schweren Diebstahls ist hervorzuheben, dass die Fallzahlen des Wohnungseinbruchsdiebstahls nach dem Höchststand im Vorjahr um 29,3 % auf 903 Fälle rückläufig sind. Diebstahlsdelikte 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle Landesweit war ein leichter Anstieg der Fallzahlen um Straftaten bzw. 2,2 % auf Fälle zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote lag bei 31,8 % (2014: 31,7 %) und damit leicht über dem landesweiten Niveau von 31,3 % (2014: 30,4 %). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
31 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Einfacher und schwerer Diebstahl - gesamt - (einschl. Versuche) Diebesgut Tatobjekte Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,9 davon o von Kraftwagen , , ,5 o von Mopeds und Krafträdern , , ,0 o von Fahrrädern , , ,3 o von unbaren Zahlungsmitteln , , ,7 o in/aus Büro-/Lagerräumen , , ,5 o in/aus Gaststätten/Hotels , , ,8 o in/aus Warenhäusern/ Verkaufsräumen , , ,2 davon o einfacher Ladendiebstahl , , ,3 o in/aus Wohnräumen , , ,5 o in/aus Boden-/Kellerräumen , , ,7 o in/aus Neubauten/Baustellen , , ,5 o an/aus Kraftfahrzeugen , , ,8 o Taschendiebstahl , , ,0 *) Mit den Vorjahren aufgrund der Zusammenführung zweier Deliktsbereiche im Jahr 2012 nur bedingt vergleichbar. Der im Berichtsjahr durch Diebstahlskriminalität entstandene Schaden beläuft sich auf Euro (2014: Euro). Damit stieg die Schadenssumme deutlich gegenüber zum Vorjahr um Euro an. Dieser Wert bedeutet die höchste Schadenssumme der vergangenen zehn Jahre 23 (s. Anlage 4) DIEBSTAHL IN/AUS BÜRO-/LAGERRÄUME(N) In 2015 wurden Diebstähle in/aus Büro- und Lagerräume(n) registriert, 114 Fälle bzw. 9,5 % mehr als im Vorjahr. 627 der Fälle und damit 19,9 % weniger als im Vorjahr waren dem schweren Diebstahl zuzurechnen. Dies entspricht einem Anteil von 47,8 % aller Diebstähle in/aus Büround Lagerräume(n). Bei etwas mehr als die Hälfte der Straftaten lagen keine erschwerten Umstände vor. Die Aufklärungsquote konnte gegenüber 2014 von 11,0 % auf 21,8 % gesteigert werden DIEBSTAHL IN/AUS GASTSTÄTTEN/HOTELS Im Berichtsjahr wurden Diebstähle in/aus Gaststätten und Hotels registriert. Dies entspricht einer Zunahme von 84 Fällen (+ 6,9 %). 287 der Fälle sind dem schweren Diebstahl zuzurechnen, was nahezu dem Vorjahresniveau entspricht. 23 Vgl. Anlage 4; Schadensfälle und Schadenssummen in den letzten 10 Jahren 28 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
32 Der einfache Diebstahl in/aus Gaststätten und Hotels hat um 9,2 % bzw. 86 Fälle zugenommen. In einer Mehrzahl der Fälle wurden Bargeld und Mobiltelefone entwendet. Die Aufklärungsquote lag bei 13,4 % (2014: 14,3 %) DIEBSTAHL IN/AUS WOHNUNG Beim Diebstahl in/aus Wohnraum ging die Anzahl der erfassten Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 17,0 % (281 Fälle) auf Delikte zurück. Von den erfassten Fällen sind 903 dem schweren Diebstahl aus Wohnraum, dem klassischen Wohnungseinbruch, zuzuordnen. Gegenüber 2014 entspricht dies einem Rückgang von 374 Fällen bzw. 29,3 %. Damit konnte der negative Trend umgekehrt und seit dem Jahr 2012 erstmals wieder unter die 1.000er Marke gedrückt werden. Schwerer Diebstahl aus Wohnraum 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle Landesweit ist ebenfalls eine Abnahme der Wohnungseinbrüche um 9,1 % auf (13.483) Fälle zu verzeichnen. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
33 Häufigkeitszahl Schwerer Diebstahl aus Wohnung 2015 im Städtevergleich "Stadtkreise Baden-Württemberg" 342 HZ 2014 HZ In einem Städtevergleich 24 der geringsten Häufigkeitszahlen des Wohnungseinbruchsdiebstahls reiht sich Stuttgart für das Jahr 2015 nach Heidelberg ein. In einem Vergleich der Häufigkeitszahlen zwischen Stuttgart und den umliegenden Städten ist die Landeshauptstadt dagegen überproportional belastet. Nach Böblingen mit 162 weist Stuttgart zusammen mit Leonberg (beide 147) die zweihöchste Häufigkeitszahl auf. Es folgen die Städte Waiblingen 137, Ludwigsburg 131 und Esslingen am Neckar mit 97 Wohnungseinbruchsdiebstählen pro Einwohner. BEGEHUNGSWEISE, STEHLGUT Die häufigste Tatbegehungsweise war das Aufhebeln von Türen oder Fenstern (72,2 %), gefolgt vom gewaltsamen Einwirken auf Schließzylinder von Zugangstüren (8,3 %) und dem Einschlagen von Scheiben (5,8 %). Der Zugang zum Tatobjekt erfolgte dabei meist über das Fenster und über die Wohnungs- oder Terrassentür. Rund 63 % der Wohnungseinbrüche fanden in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern, 30 % in Einfamilienhäuser und 7 % in Doppel-/Reihenhäuser statt. In einer Mehrzahl der Wohnungseinbrüche entwendeten die Täter Schmuckgegenstände, Bargeld sowie technische Geräte wie Laptops, Digitalkameras und Mobiltelefone. 24 Es handelt sich um die acht einwohnerstärksten Städte in Baden-Württemberg. 30 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
34 AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote beim schweren Diebstahl aus Wohnung konnte auf den besten Wert seit 1984 verbessert werden und lag mit 28,1 % (254 Fälle) deutlich über dem Vorjahreswert von 17,6 %. Der 10-Jahresdurchschnitt liegt bei 16,5 %. Zu den 254 geklärten Fällen konnten 77 Tatverdächtige ermittelt werden, von denen 60 (77,9 %) eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit hatten. 40 % dieser nichtdeutschen Tatverdächtigen waren georgischer Nationalität. 55 der 77 ermittelten Tatverdächtigen hatten zur Tatzeit keinen festen Wohnsitz in Stuttgart. Durch Ermittlungen wurde bekannt, dass nicht ortsansässige Täter bei einem längeren Aufenthalt in Stuttgart regelmäßig von sogenannten Residenten bei der Beschaffung von Wohnraum, Fahrzeugen und Telekommunikationsmitteln Unterstützung fanden. Landesweit war eine Aufklärungsquote von 17,3 % (2014: 14,0 %) zu verzeichnen. Dieser Wert liegt um 1,4 %-Punkte über dem 10-Jahresdurchschnitt von 15,9 %. VERSUCHTE WOHNUNGSEINBRÜCHE Der Anteil der versuchten Wohnungseinbrüche lag im Berichtsjahr bei 44,4 % (2014: 41,0 %). In 401 Fällen blieb es aufgrund des Einbruchsschutzes oder der frühzeitigen Tatentdeckung durch Bewohner oder eines aufmerksamen Umfeldes beim Einbruchsversuch. Auch die zunehmenden Beratungen der Polizei zur technischen Einbruchsicherung tragen wesentlich dazu bei. Die hohe Versuchsquote entspricht dem landesweiten Trend. TATORTE Die Tatorte verteilten sich über das ganze Stadtgebiet. Überproportional belastet waren jedoch die Stadtbezirke Vaihingen (132 Fälle), Bad Cannstatt und Stuttgart-Süd (jeweils 109 Fälle). Bereits mit großem Abstand folgen Stuttgart-Ost (63 Fälle), -Nord (54 Fälle), -West (52 Fälle) und Feuerbach (51 Fälle). 57,5 % der schweren Diebstähle aus Wohnraum entfielen auf die vorstehenden sechs Stadtbezirke. Nahezu alle Stadtbezirke weisen gegenüber zum Vorjahr geringere Fallzahlen auf. Lediglich der Stadtbezirk Mühlhausen (+18) und Stuttgart-Süd (+10) haben eine Zunahme bei den Fallzahlen zu verzeichnen. Die stärksten Rückgänge waren in Stuttgart-West (- 55 Fälle), Stuttgart-Nord (-49 Fälle), Stuttgart-Ost (-46 Fälle) und Möhringen (-45 Fälle) festzustellen. Am wenigsten Einbrüche ereigneten sich in Obertürkheim (3 Fälle), in Münster und Hedelfingen (je 5), Birkach (6), und in Plieningen (7). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
35 Wohnungseinbruchsdiebstahl nach Stadtbezirken Die Landeshauptstadt bietet günstige Tatgelegenheitsstrukturen, da neben der Verkehrsinfrastruktur auch viele lukrative Tatobjekte auf einer vergleichsweise kleinen Fläche vorhanden sind. Tatbegünstigend wirken sich zudem die fehlende soziale Kontrolle und die günstige Erreichbarkeit von Autobahnen, Bundesstraßen sowie Zugangsmöglichkeiten zum öffentlichen Personennahverkehr (U- und S-Bahn) aus. TATZEITEN In 2015 wurden im vierten Quartal, vor allem im November und Dezember, die meisten Einbrüche registriert. Die Fallbelastung an den Wochentagen war insbesondere von Donnerstag bis Samstag überproportional erhöht. An anderen Wochentagen ist es nahezu ausgeglichen. Rund die Hälfte der Wohnungseinbrüche wurden -wie im Vorjahr- tagsüber begangen. Insgesamt ist festzustellen, dass die Täter in aller Regel die Abwesenheit der Bewohner zur Tatbegehung ausnutzen. 32 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
36 POLIZEILICHE MAßNAHMEN Die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen basiert auf einer zwischen Schutz- und Kriminalpolizei abgestimmten Konzeption. Auf Grundlage der tagesaktuellen Auswerteergebnisse der Koordinierungsstelle führten die Polizeireviere und die Einsatzhundertschaft zusätzliche Fahrzeug- und Fußstreifen durch, um den Fahndungs- und Ermittlungsdruck zu erhöhen. Die damit einhergehenden Kontrollen erfolgten mit der Zielrichtung, Erkenntnisse zu Tätern und von ihnen genutzten Verkehrsmitteln, vermeintlich lukrativen Einbruchsobjekten und zum Verbleib von Diebesgut zu gewinnen. Die verstärkte Streifentätigkeit wurde zudem mit Präventivmaßnahmen kombiniert. 25 Die Bearbeitung von Wohnungseinbrüchen, unterstützt durch eine intensive Spurensicherung und Auswertung, erfolgte für ganz Stuttgart zentral durch die Kriminalpolizei. Seit November 2015 unterstützt im Rahmen eines Pilotprojektes die Prognose-Software Precobs 26 die polizeiliche Arbeit bei der Bekämpfung der Einbruchskriminalität. Ziel des Systems der vorausschauenden Verbrechensbekämpfung ist es, Präsenz, Prävention und Fahndung noch besser auf erkannte und prognostizierbare Brennpunkte auszurichten und so einen wirkungsvolleren Einsatz an erkannten Hotspots zu erzeugen. Predictive Policing vorausschauende Polizeiarbeit basiert auf mathematischen Modellen, um Tatwahrscheinlichkeiten vorherzusagen und operativ auf diese zu reagieren. Mit statistischen Methoden werden Muster im Täterverhalten ermittelt. Es werden die jeweiligen Tatmerkmale und bestimmte Rahmenbedingungen in Beziehung gesetzt. Wenn sich hieraus statistisch relevante Zusammenhänge feststellen lassen, können diese in ein Prognosemodell überführt werden. Im Prognosesystem werden keine personenbezogenen Daten verarbeitet DIEBSTAHL AN/AUS KRAFTFAHRZEUGEN Die beiden Deliktsbereiche des Diebstahls in/aus und an Kraftfahrzeugen wurden 2012 zusammengeführt. Die neue Bezeichnung lautet seither Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen. Zur besseren Übersicht wurden die Werte der Vorjahre ebenfalls verrechnet. Der Vergleich ist daher nur bedingt aussagekräftig. In 2015 kam es zu insgesamt Fällen des Diebstahls an/aus Kraftfahrzeugen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer leichten Abnahme von 14 Fällen bzw. 0,8 %. 745 Fälle sind dem schweren Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen und Fälle dem leichten Diebstahl zuzurechnen. Der schwere Diebstahl hat gegenüber dem Vorjahr um 60 Fälle (7,5 %) abgenommen, der leichte Diebstahl dagegen um 46 Fälle (4,7 %) zugenommen. Die Entwicklung des schweren Diebstahls an/aus Kraftfahrzeugen ist mit 745 Fällen unauffällig und liegt unter dem Mittelwert der letzten 10 Jahre von 815 Fällen. 25 Siehe Ziffer 9.7, Seite 81 f. 26 Precrime Observation System POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
37 Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen 10-Jahresvergleich erfasste Fälle geklärte Fälle Hauptsächlich wurden durch die Täterschaft Geldbörsen mit Inhalt, amtliche Kennzeichen und Mobiltelefone entwendet. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote lag beim Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen bei 9,2 % (2014: 12,7 %). 163 Fälle konnten geklärt werden. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich dieser Wert um 64 Fälle TASCHENDIEBSTAHL 27 Im Berichtsjahr wurden Taschendiebstähle erfasst, folglich 118 Fälle mehr als Dies entspricht einer Zunahme um 5,2 % und dem absoluten Höchststand seit Die Fälle liegen mit Delikten bzw. 78,5 % über dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre von Straftaten. 323 oder 13,6 % der erfassten Taschendiebstähle bearbeitete die Bundespolizeiinspektion Stuttgart. 27 Definition siehe Glossar, Seite Enthält auch Fälle mit erschwerten Umständen. 34 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
38 Taschendiebstahl 10-Jahresvergleich Straftaten (gesamt) aufgeklärte Fälle Landesweit stiegen die Fallzahlen um 11,3 % bzw Fälle auf Taschendiebstähle. Bei der Betrachtung der Häufigkeitszahlen im Städtevergleich 29 befindet sich Stuttgart an vierter Position vor Karlsruhe, Freiburg, Mannheim und Heidelberg. Häufigkeitszahl Taschendiebstahl 2015 im Städtevergleich "Stadtkreise Baden-Württemberg" Es handelt sich um die acht einwohnerstärksten Städte in Baden-Württemberg. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
39 Die Aufklärungsquote konnte um 1,4 %-Punkte auf 7,9 % gesteigert werden (2014: 6,5 %). Landesweit konnten 7,4 % (2014: 5,7 %) der Taschendiebstähle aufgeklärt werden. 83,4 % der Tatverdächtigen waren in diesem Deliktsfeld Nichtdeutsche. Davon sind unter den bekanntgewordenen Tatverdächtigen 48,7 % Täter aus dem nordafrikanischen Raum (Maghreb-Staaten), die im Wesentlichen in der Vergnügungsszene aktiv sind. Eine Auswertung der Tatzeiten zeigt, dass die meisten Taschendiebstähle am Nachmittag/Abend zwischen 15:00 und 19:00 Uhr sowie in den Nachtstunden von 00:00 Uhr bis 04:00 Uhr begangen werden. Die Täter erlangten zumeist mitgeführtes Bargeld und Mobiltelefone. Teilweise starker Alkoholisierungsgrad der Opfer in der Vergnügungsszene erleichtert den Diebstahl. POLIZEILICHE MAßNAHMEN Taschendiebstahlskriminalität beeinflusst unmittelbar das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Zur Bekämpfung dieser Kriminalitätsform wurde eigens die Ermittlungsgruppe Tasche eingerichtet, die zentral sämtliche Straftaten in diesem Deliktsfeld bearbeitete. Mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Einsatz wurden im Berichtsjahr verstärkt offene als auch verdeckte Maßnahmen zur Bekämpfung der Taschendiebstahlskriminalität durchgeführt. Neben den geplanten Einsätzen wurden bei aktuellen Fällen umgehend Sofortmaßnahmen mit dem Ziel der Täterergreifung und Verhinderung weiterer Taten eingeleitet. Die beschriebenen Maßnahmen führten zu einer Verunsicherung der Täterszene und zu einem Anstieg der ermittelnden Tatverdächtigen. Bis Ende 2015 konnten durch rund Stunden operativer Fahndungsarbeit in 49 Fällen Haftbefehle erwirkt und in Vollzug gesetzt werden. Auf die Ausführungen zu den Präventionsmaßnahmen wird verwiesen DIEBSTAHL VON KRAFTWAGEN Im Berichtsjahr gelangten 111 Diebstähle von Kraftwagen zur Anzeige. Dies waren 25 Fälle mehr als 2014 und damit ein Anstieg um 29,1 %. Die Aufklärungsquote lag bei 57,7 % (2014: 46,5 %) DIEBSTAHL VON MOPEDS UND KRAFTRÄDERN In 2015 wurden wie im Vorjahr 83 Diebstähle von Mopeds und Krafträdern registriert. Die Aufklärungsquote betrug 34,9 % (2014: 16,9 %) FAHRRADDIEBSTAHL Im zurückliegenden Jahr setzte sich der Anstieg der Fahrraddiebstähle fort. Ein Zuwachs von 108 Delikte oder 9,6 % auf Straftaten wurden registriert, was ein Höchststand der letzten 10 Jahre zur Folge hatte. Fast 50 % der entwendeten Fahrräder waren Mountainbikes. 30 Siehe Ziffer 9.8, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
40 Die Aufklärungsquote sank um 1 % und lag bei 6,8 % (2014: 7,8 %). Landesweit konnten 7,4 % (2014: 5,7 %) der Fälle aufgeklärt werden DIEBSTAHL VON UNBAREN ZAHLUNGSMITTELN Im Berichtsjahr gelangten Diebstähle von unbaren Zahlungsmitteln zur Anzeige. Dies bedeutete eine Stagnation der Fallzahlen (-8 Fälle) und somit zum Vorjahr mit einen nahezu identischen Wert. Rund ein Drittel (769 Delikte) der Fälle wurden im Zusammenhang mit Taschendiebstählen 31 bekannt. Die Aufklärungsquote bleibt mit 5,2 % (2014: 6,9 %) niedrig. 3.6 VERMÖGENS- UND FÄLSCHUNGSDELIKTE Nach der Abnahme der Vermögens- und Fälschungsdelikten in 2014 zeigt sich im vergangenen Jahr wieder eine Zunahme um 5,7 % bzw. 781 Fälle auf Straftaten. Die maßgeblichen Zunahmen bei den Fallzahlen der Vermögens- und Fälschungsdelikte betreffen den Betrug (darunter wesentlich der Warenkreditbetrug und der sonstige weitere Betrug 32 ) mit 827 Fällen bzw. 7,3 %. Daneben hat die Urkundenfälschung (+3,1%) leicht und die Geld- und Wertzeichenfälschungen überproportional stark zugenommen (+65%). Landesweit gibt es neben geringen Zunahmen beim Betrug (+1,3 %) bei der Unterschlagung und der Urkundenfälschung eine annähernd gleichförmige Entwicklung wie in Stuttgart. Die Geld- und Wertzeichenfälschungen weisen ebenfalls eine starke Zunahme (+34,0 %) aus. Vermögens- und Fälschungsdelikte 10-Jahresvergleich Betrug Vermögen-/ Fälschung (ges) Hinweis auf Tatbegehung, Keine Doppelzählung der Straftaten. 32 Auffangtatbestand für alle nicht explizit aufgeführten Betrugsarten. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
41 Landesweit war eine Zunahme um 1,1 % (1.395 Fälle) auf Straftaten zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Vermögens- und Fälschungsdelikte weisen regelmäßig eine hohe Aufklärungsquote auf. Sie lag im Berichtsjahr bei 85,2 % (2014: 86,8 %), landesweit betrug sie 81,0 % (2014: 80,8 %). ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Vermögens- und Fälschungsdelikte (einschl. Versuche) Delikt / / /2005 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,7 davon o Betrug darunter , , ,5 Waren- und Warenkreditbetrug , , ,4 Erschleichen von Leistungen , , ,1 sonstiger Betrug , , ,4 o Veruntreuung , , ,4 o Unterschlagung , , ,0 o Urkundenfälschung , , ,8 o Geld- und Wertzeichenfälschung , , ,3 o Insolvenzstraftaten , , , BETRUGSVERFAHREN Der überwiegende Teil der Vermögens- und Fälschungsdelikte (84,3 %) entfällt auf die Betrugsdelikte. In den zurückliegenden Jahren lag der Anteil regelmäßig bei über 80 %. ERSCHLEICHEN VON LEISTUNGEN Innerhalb der Betrugsverfahren machte wiederum der Deliktsbereich Erschleichen von Leistungen mit 53,6 % den größten Anteil aus (62,6 %). Gegenüber 2014 ist ein Rückgang von 573 Fällen (-8,1 %) auf Straftaten zu registrieren. Dieser Wert liegt unter dem 10-Jahresdurchschnitt von Fällen. Da es sich beim Erschleichen von Leistungen um Holkriminalität 33 handelt, ist das Fallaufkommen stark abhängig von der Anzahl bzw. Intensität der durchgeführten Kontrollen bzw. dem Anzeigeverhalten. Diese Überprüfungen werden überwiegend vom Prüfpersonal der Deutschen Bahn und der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) durchgeführt. Zumeist werden die Fälle der SSB durch das Polizeipräsidium Stuttgart bearbeitet, die der Deutschen Bahn durch die Bundespolizei (Bearbeitungsanteil 35,0 %). 33 Definition siehe Glossar, Seite 85 f. 38 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
42 Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Stuttgarter Ordnungspartnerschaft durch die öffentlichen Verkehrsbetriebe, in Kooperation mit der Polizei, vier (2014: 4) SSB- Großkontrollen. Hierbei wurden Fahrgäste kontrolliert. Es kam zu Beanstandungen, was einem Anteil von 7,2 % (2014: 5,6 %) der kontrollierten Personen entspricht. Das Polizeipräsidium Stuttgart beteiligte sich zudem an drei Seminaren für jugendliche Schwarzfahrer. Werden Jugendliche mehrmals ohne gültigen Fahrschein im öffentlichen Personennahverkehr angetroffen und sind nicht anderweitig strafrechtlich in Erscheinung getreten, kann das Strafverfahren durch die Teilnahme an einem Tagesseminar auf Grundlage des Jugendgerichtsgesetzes eingestellt werden. WAREN- UND WARENKREDITBETRUG Der Waren- und Warenkreditbetrug hatte im Berichtsjahr einen Anteil von 16,4 % (2014: 11,4 %) an den Betrugsdelikten. Er nahm um 697 Fälle bzw. 53,7 % auf Straftaten zu. BETRUG MITTELS RECHTSWIDRIG ERLANGTER UNBARER ZAHLUNGSMITTEL Nach einem Anstieg der Fallzahlen im Vorjahr war 2015 wieder ein Rückgang um 53 Fälle bzw. 9,0 % und damit auf das Niveau von 2013 zu verzeichnen. Von den 537 Delikten sind überwiegend Debitkarten 34 mit PIN (Geheimzahl) betroffen. KRIMINALTÄTSPHÄNOMEN ENKELTRICK 35 Unter dieser banden- und gewerbsmäßig begangenen Betrugsmasche versteht man einen Telefonbetrug, bei dem die Täter gegenüber älteren Personen die Verwandtschaftsbeziehung Enkel vorgeben, um an Bargeld zu gelangen. Sie erbitten einen Geldbetrag zur Abwendung einer finanziellen Notlage. Das Geld wird durch einen Kurier an der Wohnung abgeholt oder nach Abheben bei der Bank vom Opfer übergeben. Die Betrüger wählen Senioren als Opfer aus und nutzen Telefonbücher, die sie nach Vornamen durchsuchen, die auf ältere Menschen schließen lassen. Für das Jahr 2015 ist ein starker Fallzahlenanstieg im Bereich des Enkeltrickbetruges erkennbar. Mit einer Steigerung von 155,7 % oder 151 Fälle auf 248 Fälle sind diese en signifikant. Bei 236 Delikten blieb es im Versuchsstadium. 12 Straftaten wurden vollendet und weisen eine Schadenssumme von rund Euro aus, davon allein ein herausragender Fall mit Euro. 34 Definition siehe Glossar, Seite Enkeltrick stellt strafrechtlich einen banden- und gewerbsmäßig begangenen Betrug gem. 263 (3) Nr. 2 StGB dar. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
43 3.6.2 VERUNTREUUNG Wie bereits im Vorjahr ist die Anzahl der Veruntreuungen weiter rückläufig. Die Fallzahlen gingen um 30,9 % (96 Fälle) auf 215 Straftaten zurück. Dies ist der niedrigste Wert im 10- Jahres Vergleich. Im Berichtsjahr fanden zwei Kleinserien mit 23 und zehn Fällen Eingang in die PKS. Bei diesen Vorgängen ging es um das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt mit einem Gesamtschaden von Euro UNTERSCHLAGUNG Die Fallzahlen sind gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (-6 Fälle) und bleiben mit Unterschlagungen auf dem bekannt hohen Niveau. Besonders häufig wurden Bargeld, Mobiltelefone und komplette Geldbörsen mit Inhalt erlangt. In einer Mehrzahl handelte es sich um Fundsachen, nur in wenigen Fällen um Kraftfahrzeuge URKUNDENFÄLSCHUNG In 2015 fanden 660 Urkundenfälschungen Eingang in die PKS, 20 Fälle oder 3,1 % mehr als im Vorjahr. Die sonstigen Urkundenfälschungen (392 Fälle) und der Missbrauch von Ausweispapieren (98 Fälle) machen dabei rund drei Viertel aller Delikte aus. Insbesondere die sonstigen Urkundenfälschungen sind mit einem Anstieg um 119 Fälle dafür verantwortlich. Neben dem erneuten Rückgang beim Missbrauch von Ausweispapieren war der hohe Anteil bei den Rezeptfälschungen zur Erlangung von Ausweichmitteln von 88 Fällen in diesem Deliktsbereich auffallend. 3.7 GELD- UND WERTZEICHENFÄLSCHUNG Die Geld- und Wertzeichenfälschungen sind deutlich um 65,1 % bzw. 41 Fälle auf 104 Straftaten angestiegen. Der Anstieg im Bereich der Geld- und Wertzeichenfälschungen spiegelt allerdings nicht die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung wider. Nach einer vom Fachdezernat geführten Gesamtübersicht wurden im Berichtsjahr Anhaltefälle 36 unterschiedlicher Währungen und Werte festgestellt. Das entspricht einer Zunahme von 314 Anhaltefällen (+30,7 %) im Vergleich zum Vorjahr. 3.8 WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT 37 Die Fallzahlen der Wirtschaftskriminalität stiegen im Rahmen der üblichen Schwankungen auf Fälle. Gegenüber 2014 entspricht dies einer Zunahme von 354 Fällen oder 53,0 %. Die Fallentwicklung in diesem Deliktsbereich ist sehr stark von Serien- und Großverfahren (s und 2009) geprägt, was sich dann erheblich auf die Darstellung der Fallzahlen im 10-Jahresvergleich auswirkt. 36 Anhaltefälle werden nicht in der PKS ausgewiesen. 37 Definition siehe Glossar, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
44 Wirtschaftskriminalität 10-Jahresvergleich Landesweit ist ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen um Straftaten auf Fälle (+25,0 %) zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote betrug im vergangenen Jahr 90,6 % (2014: 97,0 %). Landesweit lag sie bei 96,6 % (2014: 97,4 %). ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Delikt Wirtschaftskriminalität (einschl. Versuche) 2015/ / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,1 davon o Wirtschaftskriminalität bei Betrug , , ,8 o Insolvenzstraftaten , , ,7 o Wirtschaftskriminalität im , , ,3 Anlage- und Finanzierungsbereich o Wettbewerbsdelikte , , ,3 o Wirtschaftskriminalität i. Z. m , , ,2 Arbeitsverhältnissen o Betrug und Untreue i. Z. m. Beteiligungen und Kapitalanlagen , , ,0 Hinweis: Keine Summenbildung der Deliktsgruppen wegen möglicher Deliktsüberschneidungen (Mehrfacherfassungen). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
45 SCHADEN 38 DURCH WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT Der Anteil der Wirtschaftskriminalität an der Gesamtkriminalität ist traditionell sehr gering und lag im Berichtsjahr bei lediglich 1,5 % (Vorjahr 1,1 %). Dennoch verursacht die Wirtschaftskriminalität den Großteil der jährlich registrierten Schadenssummen. Entscheidend bei der Betrachtung der Schadenszahlen ist auch hier die Zuordnung zu Großserien wies die Wirtschaftskriminalität einen Schaden in Höhe von Euro (2014: Euro) aus, was einem Anteil von 46,5 % (2014:96,5 %) am Schaden aller registrierten Straftaten entspricht. Ursächlich für die erhebliche Abweichung im Vergleich zu den Vorjahren war das am eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue bzw. der Beihilfe zur Untreue im Zusammenhang mit dem Erwerb von EnBW-Aktien. Nach Abschluss der Ermittlungen und Übermittlung des Vorganges durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg an die Staatsanwaltschaft Stuttgart, erfolgte die Erfassung mit einer Schadenssumme von über 775 Mio. Euro in der PKS. FINANZERMITTLUNGEN Der Rechtsgrundsatz Verbrechen darf sich nicht lohnen findet seinen Niederschlag in der Gewinnabschöpfung. Die Einbehaltung von Vermögensvorteilen, welche durch Straftaten erzielt werden, erfolgt auch bei Verfahren, die nicht der Wirtschaftskriminalität zuzuordnen sind. Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten konnten im Berichtsjahr in 912 Verfahren Vermögenswerte im Wert von Euro gesichert werden. Zur Rückgewinnungshilfe wurden Euro und zum Zwecke des Verfalls Euro sichergestellt oder beschlagnahmt. Jahr Anzahl der Verfahren gesicherte Vermögenswerte gesamt Finanzermittlungen davon Rückgewinnungshilfe Verfall DM DM DM DM DM DM DM DM DM DM DM DM Definition siehe Glossar, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
46 3.9 SONSTIGE STRAFTATBESTÄNDE Die sonstigen Straftatbestände enthalten Delikte, die einem der zuvor aufgeführten Bereiche nicht zugeordnet werden können. Unterschieden wird hierbei zwischen sonstigen Straftatbeständen des Strafgesetzbuches (StGB), und jenen, die in den strafrechtlichen Nebengesetzen enthalten sind. ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Sonstige Straftatbestände (einschl. Versuche) Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % 1. sonstige Straftatbestände gegen das StGB , , ,6 davon o Erpressung , , ,2 o Widerstand gegen die Staatsgewalt , , ,4 o Vortäuschen einer Straftat ,0-7 -7, ,0 o Begünstigung / Hehlerei , , ,0 o Brandstiftung , , ,4 o Unterhaltspflichtverletzung , , ,8 o Beleidigung , , ,9 o Sachbeschädigung , , ,6 2. strafrechtliche Nebengesetze , , ,7 davon o Nebengesetze auf , , ,1 Wirtschaftssektor o Aufenthalts- *) / Asylverfahrensgesetz , , ,1 o Waffen- / Kriegswaffenkontrollgesetz ,3-9 -3, ,3 o Rauschgiftdelikte , , ,8 o Nebengesetze auf Umweltsektor , , ,0 SONSTIGE STRAFTATBESTÄNDE DES STGB Die sonstigen Straftatbestände des StGB machten im Berichtsjahr Fälle aus. Mit einem Plus von 3,6 % bzw. 404 Straftaten gegenüber dem Vorjahr stellen die diesjährigen Zahlen einen Mittelwert der vergangenen zehn Jahre dar 39. Landesweit war ebenfalls eine leichte Zunahme um 1,1 % oder Fälle auf Straftaten zu verzeichnen. Die beiden am häufigsten vertretenen Straftatenschlüssel sind die Sachbeschädigungen mit einem Anteil von 52,8 %, gefolgt von den Beleidigungsdelikten, die 24,8 % ausmachten. 39 Vgl. Anlage 5; Sonstige Straftatbestände 10-Jahresbetrachtung. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
47 Die Aufklärungsquote lag bei 51,1 % und damit 1,3 %-Punkte unter dem Vorjahresniveau. Landesweit wurden im Berichtsjahr ebenfalls 51,1 % (2014: 50,2 %) der sonstigen Straftatbestände nach dem StGB aufgeklärt SACHBESCHÄDIGUNG Die Anzahl der Sachbeschädigungen ist im Berichtsjahr um 4,2 % auf Delikte angestiegen. In einer 10-Jahresbetrachtung liegt dieser Wert erneut unter dem arithmetischen Mittel von Straftaten. Eine detaillierte Darstellung des Deliktfeldes zeigt nachfolgende Tabelle: Sachbeschädigung gesamt davon: Sachbeschädigung - Straftatenschlüssel Delikt o Gemeinschädliche Sachbeschädigung (einschl. Graffiti) 2015/2014 absolut in % , ,0 o Sachbeschädigung (politisch) ,5 o Sachbeschädigung an Kfz (einschl. Graffiti) o Sachbeschädigung durch Graffiti (einschl. an Kfz und gemeinschädlich) , ,5 Die landesweiten Fallzahlen waren um 1,1 % bzw. 624 Fälle auf Straftaten erneut rückläufig. 18,0 % der Sachbeschädigungen konnten aufgeklärt werden (2014: 18,7 %). Landesweit sind ebenfalls stabile Zahlen zu verzeichnen. Es konnten 20,6 % (2014: 20,8 %) der Fälle aufgeklärt werden BELEIDIGUNG Nach einem Anstieg der Fallzahlen in 2014 ist im Berichtsjahr ein Rückgang von 111 Fällen (-3,7 %) auf Straftaten zu verzeichnen. Damit sind die Werte wieder in etwa auf das Niveau von 2013 gesunken. Landesweit nahmen die Fälle nur leicht um 80 (+0,3 %) auf Straftaten zu. Die Aufklärungsquote lag deliktsspezifisch bei 91,6 % (2014: 93,0 %). Landesweit waren 93,2 % (2014: 93,5 %) aufgeklärte Beleidigungen zu verzeichnen WIDERSTAND GEGEN DIE STAATSGEWALT 40 Die Anzahl der unter dem Gruppenschlüssel Widerstand gegen die Staatsgewalt registrierten Straftaten nahmen im Berichtsjahr leicht um 13 Fälle bzw. 4,2 % auf 298 Straftaten ab. 40 Erläuterung siehe Glossar, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
48 Mit einem Anteil von 95,3 % (284 Fälle) ist der Straftatenschlüssel Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte das größte Deliktsfeld in dieser Gruppe. Der Rückgang gegenüber zum Vorjahr beträgt 4,2 % bzw. 13 Fälle. Als Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte wird eine gegen einen Polizeivollzugsbeamten gerichtete Handlung nur registriert, wenn keine weitere Straftat begangen wurde oder wenn die Strafandrohung des Widerstandes gegen Polizeivollzugsbeamte über die eines weiteren Delikts hinausgeht. Neben den 283 registrierten Widerstandshandlungen wurden im Berichtsjahr zusätzlich 523 Opferdelikte zum Nachteil von Polizeivollzugsbeamten registriert, die unter diversen Straftatbeständen, z. B. als Körperverletzung, Eingang in die PKS fanden. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Opferzahl um zehn Fälle ab, was einen leichten Rückgang von 1,9 % entspricht. Die beständig hohen Zahlen belegen, dass der Respekt gegenüber der Polizei insgesamt deutlich nachgelassen hat. Landesweit war bei den Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamten gegenüber 2014 ebenfalls ein leichter Rückgang um 18 Fälle bzw. 1,3 % auf Straftaten festzustellen. Bei den Opferdelikten zum Nachteil von Polizeivollzugsbeamten war hingegen ein Anstieg um 186 Fälle oder 7,8 % auf Straftaten zu verzeichnen. Eine Sonderauswertung der Widerstandsdelikte in der Landeshauptstadt ergab, dass 90,7 % der Tatverdächtigen männlich waren (2014: 89,0 %). Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug 36,6 %. Sie waren in diesem Bereich somit unterrepräsentiert, da ihr Anteil bei allen in 2015 registrierten Tatverdächtigen 54,6 % 41 betrug. Der Anteil der unter 21-jährigen Tatverdächtigen mit 23,5 % war im Kontext zur Gesamtkriminalität mit 24,0 % nahezu identisch. 76,6 % der Tatverdächtigen waren der Polizei bereits wegen einer zuvor begangenen Straftat bekannt. Bei 65,5 % der tatverdächtigen Personen konnte zum Tatzeitpunkt eine Alkoholbeeinflussung festgestellt werden. Die Gewalt gegen Polizeibeamte bewegt sich seit Jahren auf einem hohen Niveau. Immer öfter werden Polizeibeamte nicht nur bei der Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen oder bei besonderen Einsatzlagen angegriffen, sondern auch zunehmend bei ganz alltäglichen Maßnahmen. Die Polizei hat auf die Entwicklung bei den Widerstandsdelikten reagiert und arbeitet ständig an der Optimierung ihrer Ausstattung bei den Führungs-und Einsatzmitteln. Zudem wird die Aus-und Fortbildung an die Erfordernisse gewaltträchtiger Einsatzsituationen entsprechend angepasst. Im Kapitel 8, Ziffer 8.7, werden die entsprechenden Maßnahmen erläutert, die sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Polizei Stuttgart initiiert haben, um diesem Trend entgegenzuwirken. 41 Bereinigt um Verstöße nach dem AufenthG/AsylVfG verbleiben 44,9%. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
49 STRAFRECHTLICHE NEBENGESETZE Im Berichtsjahr wurden Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze erfasst 42. Nachdem bereits im letzten Jahr ein Höchststand der Fallzahlen im 10-Jahresvergleich festgestellt wurde, bedeutet die erneute signifikante Zunahme 2015 mit einem Anstieg von 53,8 % bzw Fälle, das höchste Fallaufkommen in diesem Deliktsbereich. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf Fallsteigerungen bei den Verstößen gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz/EU (Anteil 52,9 %) zurückzuführen. Landesweit ist aus denselben Gründen ebenfalls ein Anstieg bei den strafrechtlichen Nebengesetzen um 19,7 % bzw Fälle auf Straftaten zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote betrug insgesamt 93,1 % (2014: 88,2 %). In Baden-Württemberg lag sie bei 95,5 % (2014: 95,0 %) AUFENTHALTS-, ASYLVERFAHRENS- UND FREIZÜGIGKEITSGESETZ/EU Im Berichtsjahr kam es in diesem Deliktsfeld zu einem erneut erheblichen Anstieg der Fallzahlen von Straftaten (+185,2 %) auf insgesamt Fälle. In der 10-Jahres- Betrachtung wurde damit ein absoluter Höchststand erreicht. Straftaten aufgeklärte Fälle Landesweit konnte ebenfalls eine starke Zunahme registriert werden. Der Anstieg war dort um 70,4 % oder Fälle auf Straftaten zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote lag in der Landeshauptstadt bei 99,3 % (2014: 93,4 %). In Baden- Württemberg wurden 99,6 % (2014: 98,4 %) der Taten aufgeklärt. 42 VGL. ANLAGE 6; STRAFRECHTLICHE NEBENGESETZE 10-JAHRESBETRACHTUNG 46 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
50 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz/EU Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % AufenthaltsG/AsylverfG davon , , ,1 - unerlaubte Einreise (Grenzübertritt) , , ,7 - Einschleusen , , ,1 -Erschleichen Aufenthalt/Scheinehe , , ,4 -Gewerbsmäß. Einschleusen 92b , , ,7 - Straftaten gg. 84/85 AsylVfG , , ,2 - Unerlaubter Aufenthalt , , ,8-9 Freizügigkeits-Gesetz/EU , , ,0 - sonst. Straftaten AufenthG/AsylVfG , , ,7 Die erheblichen Zunahmen des unerlaubten Aufenthalts nach dem AufenthG spiegelt die stark zunehmende Migration in die Bundesrepublik und nach Stuttgart wider. Die damit vermehrte Vorsprache durch Asylbegehrende gegenüber Polizeibediensteten führte zum enormen Fallzahlenanstieg beim unerlaubten Aufenthalt. Mit 52,1 % wurde rund die Hälfte der Fälle in diesem Deliktsbereich (2.875) durch die Bundespolizei mit ihrer Zuständigkeit am Hauptbahnhof bearbeitet. Die Tatverdächtigenstruktur des Gruppenschlüssels zeigt folgende Übersicht. AufenthG/AsylVfG/FreizügG/EU 2015 TV gesamt TV-Anzahl Anteil Geschlecht von gesamt in % absolut Anteile männlich weiblich männlich weiblich Tatverdächtige gesamt % ,7 17,3 Kinder 316 5,4% ,9 41,1 Jugendliche ,9% ,3 10,7 Heranwachsende ,4% ,0 10,0 U21 gesamt ,7% ,0 15,0 Erwachsene ,3% ,4 18, RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT Unter dem Schlüssel Rauschgiftkriminalität werden alle Rauschgiftdelikte und Fälle der direkten Beschaffungskriminalität erfasst. 43 Der Deliktsbereich verzeichnete nach dem deutlichen Anstieg in 2014 nochmals eine leichte Zunahme um 64 Fälle (+1,4 %) auf Straftaten (2014: 4.468). Dies bedeutet einen absoluten Höchststand im 10-Jahres- Vergleich. Betrachtet man den Mittelwert der vergangenen zehn Jahre lag dieser im Berichtsjahr 44,3 % ( Fälle) über dem Durchschnittswert von Fällen. 43 Erläuterung siehe Glossar, Seite 87. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
51 Landesweit nahm die Rauschgiftkriminalität um 3,5 % oder Fälle auf Delikte zu. Rauschgiftkriminalität 10-Jahresvergleich Straftaten gesamt Straftaten geklärt Die Aufhellung des Deliktsfeldes Rauschgiftkriminalität unterliegt maßgeblich den Aktivitäten der Sicherheitsbehörden und ist abhängig von der Anzahl bzw. Intensität der durchgeführten polizeilichen Maßnahmen. Die Aufklärungsquote betrug in Stuttgart 85,3 % (2014: 85,8 %). Der hohe Wert ist darauf zurückzuführen, dass Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zumeist bei Personenkontrollen oder nach aufwändigen Ermittlungen festgestellt werden und der Tatverdächtige folglich bekannt ist. Die im Berichtsjahr regelmäßig durchgeführten Personenkontrollen zur Bekämpfung der Straßen- und Drogenkriminalität erfolgten mit dem Ziel, eine offene Drogenszene bzw. die Etablierung von Drogenumschlagplätzen zu verhindern. Einschlägige Orte wurden fortlaufend beobachtet und auf en zeitnah reagiert. 48 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
52 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Anteile der einzelnen BtM-Deliktsgruppen Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Rauschgiftkriminalität (gesamt) davon: , , ,3 o Illegaler Besitz / Erwerb , , ,2 o Illegaler Handel / Schmuggel , , ,4 o Illegale Einfuhr/ n. geringe Menge , , ,9 o sonst. Verst. gegen das BtMG , , ,6 darunter: ill. Ha/Her/ Abgabe /Bes BTM ngm , , ,0 o Direkte Beschaffungskriminalität , , ,0 Von den 106 Straftaten der direkten Beschaffungskriminalität entfielen 88 Fälle auf die Rezeptfälschung zur Erlangung von Ausweichmitteln. TATVERDÄCHTIGE Altersgruppen gesamt davon Rauschgiftkriminalität 2015 Anteile der einzelnen Altersgruppen absolut zum Vergleich: Altersverteilung "Straftaten gesamt" in % in % in % in % Kinder 6 0,2 0,2 2,6 2,2 Jugendliche 337 9,9 11,8 9,3 9,0 Heranwachsende ,8 20,4 12,2 11,9 U21 gesamt ,8 32,4 24,0 23,1 Erwachsene ,2 67,6 76,0 76,9 Es wurden Tatverdächtige ermittelt. Dies sind 4,9 % oder 159 Personen mehr als ,2 % waren Erwachsene und 29,8 % Personen der Altersgruppe U21. Hier ergaben sich keine signifikanten en zum Vorjahr. Es wurde sechs tatverdächtige Kinder (2014: 7) registriert. Der Anteil der weiblichen Tatverdächtigen bewegte sich mit 11,5 % leicht über dem Vorjahresniveau von 10,6 %. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen blieb nahezu unverändert auf 36,3 % (2014: 36,1%). POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
53 Beide Gruppen bleiben damit in diesem Deliktsfeld im Verhältnis zu Ihrer Belastung bei den Gesamtstraftaten in Höhe von 22,1 % bzw. 54,6 % 44 unterrepräsentiert. Allerdings war der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen in den Deliktsbereichen illegaler Handel/Schmuggel, Illegale Einfuhr und sonstige Verstöße gegen das BtMG, ohne Berücksichtigung des illegalen Besitzes/Erwerbs, wiederum erhöht. Hier hatten von den 582 ermittelten Personen 267 (45,9 %) eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit (2014: 50,4 %). RAUSCHGIFTDELIKTE NACH DROGENART 72,3 % und damit ein Großteil der Fälle wurde im Berichtsjahr durch den illegalen Besitz und Erwerb von Cannabisprodukten begangen. Dieser Wert ist nahezu identisch mit dem Vorjahr (73,5 %). Rauschgiftdelikte 2015 nach Drogenarten Delikt Illegaler Besitz und Erwerb von BtM absolut in % %-Anteil Vorjahr Illegaler Handel / Einfuhr / Anbau / Besitz nicht geringer Menge absolut in % %-Anteil Vorjahr Rauschgiftdelikte (gesamt) davon ,0 (100,0) ,0 (100,0) o Heroin 38 1,0 (1,6) 30 4,1 (5,3) o Kokain 166 4,5 (3,6) 75 10,2 (12,3) o LSD 7 0,2 (0,1) 0 0,0 (0,0) o Amphetamin ,0 (16,1) ,2 (11,2) o Ecstasy -Amphetaminderivate- 53 1,4 (0,6) 14 1,9 (0,9) o Cannabis ,3 (73,5) ,6 (53,3) o sonstiges BtM 169 4,6 (4,5) 30 4,1 (4,9) "RG-Delikte ohne definierte Drogenart" 66 9,0 (12,1) Die hohen Fallzahlen des illegalen Besitzes/Erwerbs von Cannabis und die einhergehenden Sicherstellungsmengen können angesichts einer breiten Legalisierungsdiskussion auch mit einem sinkenden Unrechtsbewusstsein zusammenhängen. 44 Bereinigt um Verstöße nach dem AufenthG/AsylVfG verbleiben 44,9%. 50 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
54 SICHERGESTELLTE BETÄUBUNGSMITTEL BtM-Sicherstellungen BtM-Arten Gewicht / /2011 absolut in % absolut in % Haschisch kg 1,357 2,738 31,084-1,38-50,4-29,73-95,6 Marihuana kg 24,544 23,614 63,41 +0,93 +3,9-38,87-61,3 Heroin kg 0,334 0,954 3,892-0,62-65,0-3,56-91,4 Kokain kg 1,041 0,78 1,522 +0,26 +33,5-0,48-31,6 LSD Stück , Amphetamin kg 8,351 4,225 0,63 +4,13 +97,7 +7, ,6 Ecstasy Stück , ,3 Methamphetamin / Crystal kg 0,064 0,031 * * * * * Methadon ml 59,00 155,00 152,00-96,0-61, ,2 Subutex Stück ,0 +160, ,7 *) Kein Referenzwert vorhanden, da neue Substanz in Stuttgart. Bei den sichergestellten bzw. beschlagnahmten Betäubungsmitteln dominieren auch im Berichtsjahr die Cannabisprodukte mit en bei den Haschischprodukten um minus 1,38 kg oder 50,4% zum Vorjahr. Steigerungsraten waren bei den Amphetaminen sowie bei Kokain und Subutex zu verzeichnen, während die Substanzen Heroin, LSD, Ecstasy und Methadon rückläufig waren. Schwankungen bei den Sicherstellungsmengen basieren häufig auf Großsicherstellungen im Rahmen einzelner Strafverfahren und lassen keine belastbaren Rückschlüsse auf die örtliche Drogenszene zu. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
55 RAUSCHGIFTTOTE Im Berichtsjahr sind in Stuttgart dreizehn Rauschgifttote zu verzeichnen. Davon führte in neun Fällen eine Mischintoxikation in Verbindung mit einem schlechten Allgemeinzustand (infolge eines Langzeitkonsums) zum Tode. Rauschgifttote in Stuttgart 10-Jahresvergleich Landesweit hat die Zahl der Drogentoten mit 142 (137) ebenfalls etwas über dem Niveau des Vorjahres gelegen. 52 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
56 4. SUMMENSCHLÜSSEL GEWALTKRIMINALITÄT 46 Im Berichtsjahr wurden unter dem Summenschlüssel Gewaltkriminalität Fälle erfasst. Dies bedeutet mit der leichten Zunahme von 17 Fällen oder 0,7 % den drittgrößten Wert in der 10-Jahresbetrachtung. Die Deliktsbereiche "Gefährliche und schwere Körperverletzung" machen mit Fällen und einem Anteil von 73,4% (Vorjahr: 71,6%) fast drei Viertel der Gewaltkriminalität aus. Im 10-Jahresvergleich liegt der Summenschlüssel in 2015 mit 84 Straftaten leicht über dem Durchschnitt von Fällen. Gewaltkriminalität 10-Jahresvergleich erfasste Fälle aufgeklärt Landesweit war mit plus 933 Fällen oder 5,4 % auf Gewaltdelikte eine größere zu verzeichnen. AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote entsprach mit 71,0 % genau dem Vorjahresniveau (2014: 71,0 %). Landesweit betrug sie 78,3 % (2014: 78,6 %). 45 Definition siehe Glossar, Seite Definition siehe Glossar, Seite 85. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
57 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Der Summenschlüssel Gewaltkriminalität umfasst mehrere Deliktsbereiche, auf die bereits im Kapitel 3 näher eingegangen wurde. Gewaltkriminalität (einschl. Versuche) Delikt / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,6 davon o Mord , , ,9 o Totschlag ,0-1 -7, ,3 o Vergewaltigung / Sex. Nötigung ,8-3 -3,2-9 -8,9 o Raub / räub. Erpressung , , ,2 o Körperverletzung mit Todesfolge 100,0 100,0 o Gefährliche und schwere Körperverletzung , , ,7 o Erpresserischer Menschenraub o Geiselnahme o Angriff auf den Luft- und Seeverkehr , , ,0-100, TATVERDÄCHTIGE Tatverdächtigen-Struktur Gewaltkriminalität - Verteilung nach Altersgruppen Vergleichswert bezieht sich auf "Tatverdächtige - Straftaten gesamt" Altersgruppe Tatverdächtige (gesamt) davon absolut in % absolut in % Vergleichswert Vergleichswert ,0 (100,0) ,0 (100,0) * Kinder 61 2,7 (2,6) 84 3,7 (2,2) * Jugendliche 226 9,8 (9,3) ,2 (9,0) * Heranwachsende ,3 (12,2) ,8 (11,9) * unter 21-jährige (gesamt) ,8 (24,0) ,8 (23,1) * Erwachsene ,2 (76,0) ,2 (76,9) Bei den Altersgruppen kam es zu leichten Verschiebungen. Die U21-Tatverdächtigen waren, bezogen auf ihren Anteil von 23,1 % an der Gesamtkriminalität, in allen Altersklassen erneut leicht überrepräsentiert. 47 Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen machte bei der Gewaltkriminalität 50,2 % aus. Ihre Anzahl (1.153) ist damit in der Langzeitbetrachtung auf den höchsten Wert der letzten zehn Jahre angestiegen. 47 Im Kapitel 7 - Jugendkriminalität wird die Gewaltkriminalität von Menschen unter 21 Jahren näher beleuchtet. 54 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
58 ALKOHOLISIERUNG In 2015 standen 42,8 % der ermittelten Tatverdächtigen bei der Tatausführung unter Alkoholbeeinflussung. Gegenüber zum Vorjahr mit 43,5 % bleibt die Alkoholbeeinflussung bei der Gewaltkriminalität nahezu unverändert auf einem hohen Niveau. Verglichen mit der Gesamtkriminalität (15,0 %) war der Anteil damit fast dreimal so hoch. Betrachtet man die Geschlechterverteilung, so zeigt sich, dass 45,2 % der männlichen und 26,7 % der weiblichen Tatverdächtigen alkoholisiert waren (2014: 45,9 % bzw. 27,0 %). Im Vergleich zur gesamten Kriminalität (17,1 % bzw. 7,4 %), fällt der Anteil bei den Männern deutlich höher, bei den Frauen mehr als dreimal so hoch aus. OPFER Opferstruktur nach Altersgruppe und Geschlecht Opfer gesamt Gewaltkriminalität männlich weiblich Altersgruppe absolut in % absolut in % absolut in % Opfer (gesamt) davon , , ,1 * Kinder , , ,9 * Jugendliche , , ,5 * Heranwachsende , , ,2 * unter 21-jährige (gesamt) , , ,0 * Erwachsene , , ,5 Im Berichtsjahr wurden Menschen Opfer von Gewaltkriminalität. Dies waren gegenüber dem Vorjahr 1,2 % mehr oder 37 Personen. 739 der Opfer waren unter 21 Jahre alt. Sie sind damit nicht nur als Täter, sondern mit einem Anteil von 23,4 % auch als Opfer der Gewaltkriminalität überrepräsentiert. Ihr Opferanteil an der Gesamtkriminalität beträgt im Vergleich 20,1 %. In 2015 stieg der Anteil weiblicher Opfer um 6,1 %-Punkte auf 25,4 %, der von männlichen Opfern ging dementsprechend auf 74,6 % zurück. SCHUSSWAFFE In keinem der Fälle der Gewaltkriminalität wurde mit einer Schusswaffe gedroht. In 2014 war dies noch bei 16 Fällen bzw. 0,6 % der Gewaltdelikte festzustellen. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
59 4.2 AGGRESSIONSDELIKTE IM ÖFFENTLICHEN RAUM 48 Der Summenschlüssel Aggressionsdelikte beinhaltet Straftaten, die in der Öffentlichkeit begangen werden und deshalb das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung besonders stark beeinträchtigen. Dazu zählen die vorsätzlichen leichten Körperverletzungen sowie die Delikte, die im Summenschlüssel Gewaltkriminalität enthalten sind. In 2015 wurden Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum erfasst. Dies sind 2,5 % bzw. 95 Fälle weniger als noch Im 5-Jahresvergleich betrachtet, liegt die Gesamtzahl der Fälle damit um 0,6 % geringfügig über dem Mittelwert von Straftaten. Landesweit war im Berichtsjahr ein Anstieg der Aggressionsdelikte von 3,8 % auf Fälle zu verzeichnen. Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum 5-Jahresvergleich Aggressionsdelikte gesamt Aufgeklärte Fälle AUFKLÄRUNGSQUOTE Die Aufklärungsquote betrug 76,6 %, was gegenüber 2014 eine Abnahme um 2,7 %-Punkte darstellt. Derartige en sind beispielsweise in Verbindung mit dem Auftreten von Tatserien bzw. der Erfassung von geklärten Fällen festzustellen und unterliegen der natürlichen Schwankungsbreite der letzten fünf Jahren. Landesweit war die Aufklärungsquote mit 81,4 % (2014: 82,1 %) etwas höher. 48 Definition siehe Glossar, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
60 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum (einschl. Versuche) 49 Delikt / /2011 absolut in % absolut in % Aggressionsdelikte gesamt , ,6 davon o Gewaltkriminalität *) , ,7 o einfache Körperverletzung , ,6 *Definition s. Glossar Seite 83. TATVERDÄCHTIGE Es wurden Tatverdächtige ermittelt. Hiervon waren 350 weiblich (12,2 %) und männlich (87,8 %). Gegenüber 2014 ist der Anteil der Frauen um 1,0 %-Punkt rückläufig. 731 und damit 25,4 % der Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt. Hier ist nach einem erheblichen Rückgang im Jahr 2013 und der leichten Zunahme im Vorjahr nun wieder eine Verringerung um 2,2 %-Punkte zu verzeichnen. Im Kontext zum Anteil an der Gesamtkriminalität in Höhe von 24,0 % waren die unter 21-jährigen Tatverdächtigen bei den Aggressionsdelikten damit etwas stärker vertreten. Von den insgesamt 731 Tatverdächtigen in der Altersklasse U21 waren 638 (87,3 %) männlich und 93 (12,7 %) weiblich. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug über alle Altersgruppen hinweg 39,4 % (1.133 Personen). Dies bedeutet 2,2 %-Punkte mehr als Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtkriminalität von 54,6 % 50 sind sie bei den Aggressionsdelikten unterrepräsentiert. 24,5 % oder 278 der nichtdeutschen Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt, bei 855 nichtdeutschen Tatverdächtigen handelte es sich um Erwachsene. ALKOHOLISIERUNG Von den ermittelten Tatverdächtigen standen oder 47,7 % zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss. Von den Tatverdächtigen U21 waren 40,8 % zum Tatzeitpunkt alkoholisiert. Im landesweiten Vergleich dazu waren lediglich 29,0 % der Tatverdächtigen U21 alkoholisiert. 49 Vgl. Anlage 7; Detaillierte deliktische Betrachtung der Aggressionsdelikte. 50 Bereinigt um Verstöße nach dem AufenthG/AsylVfG verbleiben 44,9%. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
61 4.3 STRAßENKRIMINALITÄT 51 Die Straßenkriminalität stieg im Berichtsjahr um 2,7 % bzw. 255 Fälle auf Straftaten. Es handelt sich hierbei um den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Er liegt 10,1 % oder 855 Fälle über dem 10-Jahresdurchschnitt von Straftaten. Straßenkriminalität 10-Jahresvergleich Straftaten gesamt aufgeklärte Fälle Die Zunahme geht im Wesentlichen zurück auf die Fallsteigerungen beim Taschendiebstahl und Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen sowie auf die Entwicklung bei der gefährlichen/schweren Körperverletzung. Landesweit stiegen die Fallzahlen um 2,1 % bzw Straftaten auf Fälle. AUFKLÄRUNGSQUOTE Im Jahr 2015 wurden Fälle aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 18,8 % entspricht (2014: 18,6 %). Im Land sank sie leicht auf 15,6 %. Die Aufklärungsquoten sind in diesem Bereich seit Jahren niedrig, da die fallzahlenstarken Delikte der Straßenkriminalität oftmals wenige Ermittlungsansätze bieten. 51 Definition siehe Glossar, Seite 89 f. 58 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
62 ENTWICKLUNG DER DELIKTSBEREICHE Der Summenschlüssel Straßenkriminalität setzt sich aus verschiedenen Deliktsbereichen zusammen. Straßenkriminalität (einschl. Versuche) 2015/ / /2006 Delikt absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt davon , , ,7 o Vergewaltigung überfallartartig / Einzeltäter , ,4-1 -8,3 o Vergewaltigung überfallartartig / Gruppe , ,0 o Exhibitionistische Handlungen , , ,0 o Straßenraub , , ,7 o Schwere und gefährl. Körperverletzung auf Straßen, Wegen und , , ,5 Plätzen o Diebstahl an/aus Kfz , , ,4 o Diebstahl von Kfz , , ,6 o Diebstahl von Moped/Krad , , ,4 o Diebstahl von Fahrrad , , ,6 o Diebstahl von/aus Automat , , ,2 o Taschendiebstahl , , ,0 o Landfriedensbruch , , ,7 o Sachbeschädigung an Kfz , , ,9 o sonstige Sachbeschädigung auf Straßen / Wegen und Plätzen , , ,8 Hinweise: - Eine Summenbildung der einzelnen Bereiche ist nicht zulässig, da es Überschneidungen einzelner Deliktsgruppen gibt. - In 2012 wurden die Deliktsbereiche des Diebstahls in/aus Kraftfahrzeugen und an Kraftfahrzeugen zusammengeführt. Die neue Bezeichnung lautet an/aus Kraftfahrzeugen. Die Werte für die Vorjahre wurden angepasst. GEFÄHRLICHE/SCHWERE KÖRPERVERLETZUNG AUF STRAßEN / WEGEN UND PLÄTZEN In 2008 wurden die Erfassungskriterien der gefährlichen und schweren Körperverletzung auf Straßen/Wegen/Plätzen geändert. Diese Anpassung führte zu einem statistischen Anstieg der Fallzahlen, ohne dass eine echte Zunahme der Kriminalität zugrunde lag. In der Langzeitbetrachtung ist dies zu berücksichtigen. Nach dem Höchstwert im Jahr 2012 (932 Fälle) ist im vergangenen Jahr ein erneuter Anstieg der Fallzahlen um 8,6 % bzw. 71 Fälle auf 893 Straftaten zu verzeichnen. Diese Anzahl liegt damit deutlich über dem 10jährigen Mittelwert von 692 Fällen. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
63 SACHBESCHÄDIGUNG AN KRAFTFAHRZEUGEN In 2015 sind die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr nochmals um 69 Fälle bzw. 2,9 % auf Straftaten zurückgegangen. Damit wurde der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre erzielt. Weitere im Summenschlüssel enthaltene Deliktebereiche wurden bereits an anderer Stelle erörtert. Ausführungen zum Taschendiebstahl befinden sich auf Seite 34 ff., zum Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen auf Seite 33 ff., zum Straßenraub auf Seite 22 ff. und die exhibitionistischen Handlungen sind auf Seite 19 ff. thematisiert. TATVERDÄCHTIGE Straßenkriminalität - Altersstruktur 2014/ / /2005 Altersgruppe absolut in % absolut in % absolut in % Tatverdächtige (gesamt) davon , , ,5 o Kinder , , ,6 o Jugendliche , , ,2 o Heranwachsende ,1-5 -1, ,6 o unter 21 Jährige (gesamt) , , ,5 o Erwachsene , , ,8 Die Zahl der Tatverdächtigen ist 2015 um 3,6% auf angestiegen. 651 und damit 34,3 % der ermittelten Personen waren unter 21 Jahre alt. Dies sind 3,0 %-Punkte mehr als Bei der Auswertung der vorliegenden Tatverdächtigenzahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass über 80 % der Fälle nicht geklärt werden konnten und der Aussagegehalt daher eingeschränkt bleibt. 60 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
64 4.4 COMPUTERKRIMINALITÄT UND CYBERCRIME 52 Der Summenschlüssel Computerkriminalität umfasst alle Straftaten, die unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) oder gegen diese begangen werden. Dieser (deutsche) Begriff ist eher veraltet wird auch aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit der PKS mit den Vorjahren fortgeführt. Die vorherrschende Computerkriminalität wird zutreffender mit der englischen Bezeichnung Cybercrime umschrieben. Darunter werden alle Straftaten umfasst, bei denen das Internet, die DV oder Telekommunikationstechnik eine wesentliche Rolle spielt oder Tatmittel ist. Darunter fallen auch das Eindringen in informationstechnische Systeme (Hacking) oder Verbreiten von Schadsoftware, insbesondere, wenn dabei eine banden- oder gewerbsmäßige Begehungsweise festgestellt wird. Ein aktuelles Beispiel dafür sind Erpressungen von Privatpersonen, aber auch Wirtschaftsunternehmen. Mittels einer speziellen Verschlüsselungssoftware (Trojaner) werden über das Internet Computer oder Handys infiziert und dadurch unbrauchbar. Für die avisierte Entsperrung durch den oder die Täter werden meist Geldforderungen gestellt. Eine Unterscheidung von Cybercrime im weiteren und engeren Sinne hat für Außenstehende keine besondere Relevanz und dient mehr interner Aufgabenzuweisung. Die Zusammensetzung des Summenschlüssels Cybercrime bezieht sich auf spezielle Phänomene und Ausprägungen dieser Kriminalitätsform, bei denen Elemente der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) wesentlich für die Tatausführung sind. Durch die Möglichkeiten des Internets passieren die Taten regelmäßig im virtuellen Raum. Bei einer Betrachtung der Fallzahlen ist zu berücksichtigen, dass nach den derzeit gültigen PKS- Richtlinien nur Straftaten in der PKS erfasst werden, die in der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden ( 3, 4 Strafgesetzbuch sog. Territorialitäts- und Flaggenprinzip). Dies hat zur Folge, dass Tathandlungen, die im Ausland erfolgten, keinen Eingang in die PKS fanden und lediglich 10 bis 20% der angezeigten Vorgänge in der PKS abgebildet werden. In der Landeshauptstadt wurden 2015 somit nur 214 Fälle von Cybercrime registriert. Dies entspricht einem Rückgang um 10,1% oder 24 Straftaten. Bei der Computerkriminalität war ebenfalls ein geringfügiger Rückgang um 5,6 % bzw. 28 Taten auf 473 Fälle zu verzeichnen. In beiden Bereichen ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. Dies zeigen zweifelsfrei die Eingangsstatistiken der letzten Jahre, so auch 2015, auf. Nach Auskunft des zuständigen Fachbereiches Cybercrime wurden in 2015 dort insgesamt 620 Sachverhalte bearbeitet. 52 Definition siehe Glossar, Seite 84. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
65 5. TATVERDÄCHTIGE ENTWICKLUNG DER TATVERDÄCHTIGENZAHLEN In 2015 wurden zu den geklärten Straftaten insgesamt Tatverdächtige ermittelt. Ihre Anzahl hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 15,9 % oder Personen zugenommen. Es handelt sich um die höchste Anzahl an ermittelten Tatverdächtigen der vergangenen zehn Jahre. 5.2 GESCHLECHTVERTEILUNG Tatverdächtigenstruktur 2015 nach Alter und Geschlecht Alte rs gruppe abs olut Verände rung Verände rung davon davon in % z. Vorjahr in in % z. Vorjahr in m ännlich w e iblich %-Punk te n %-Punk te n Tatverdächtige (gesam t) davon ,0 +1, ,0-1,3 * Kinder ,7 +0, ,9 +0,2 * Jugendliche ,9 +1, ,4-0,7 * Heranw achsende ,8 +0, ,4-0,3 * unter 21-jährige (gesam t) ,3 +1, ,7-0,9 * Erw achsene ,6-0, ,3-0,4 Von den Tatverdächtigen waren (78,0 %) männlich und (22,0%) weiblich. Der Anteil aller männlichen Tatverdächtigen hat im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 %-Punkte zugenommen. Die Zunahmen beziehen sich auf die Altersgruppe der unter 21-jährigen Tatverdächtigen. Die männlichen Tatverdächtigen waren insbesondere bei den strafrechtlichen Nebengesetzen, den Vermögens- und Fälschungsdelikten und bei den Rohheitsdelikten überproportional vertreten. Der Anteil der weiblichen Tatverdächtigen war in den Bereichen der Vermögens- und Fälschungsdelikte und innerhalb der Diebstahlskriminalität signifikant. 5.3 ALTERSSTRUKTUR Altersstruktur der Tatverdächtigen Altersgruppe Tatverdächtige (gesamt) davon absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % , , , ,0 * Kinder 816 2, , , ,7 * Jugendliche , , , ,7 * Heranwachsende , , , ,0 * unter 21-jährige (gesamt) , , , ,4 * Erwachsene , , , ,6 Im 10-Jahresvergleich ergaben sich nur geringfügige Verschiebungen zwischen den Altersgruppen. Der Anteil der Senioren (über 60 Jahre) ist mit 4,5 % in Bezug zum Bevölkerungsanteil von 23,2 % auf niedrigem Niveau. 53 Definition siehe Glossar, Seite 90 f. 62 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
66 5.4 TATVERDÄCHTIGEN-WOHNORT-BEZIEHUNG 54 In 2015 waren 44,9 % der ermittelten Tatverdächtigen in Stuttgart wohnhaft 55. Im Vorjahr wurde noch ein Anteil von 53,1 % und in 2010 von 60,0 % registriert. 27,2 % der Tatverdächtigen waren innerhalb Baden-Württembergs polizeilich gemeldet, 4,7 % in anderen Bundesländern, 2,0 % hatten ihren Wohnsitz im Ausland und 23,4 % (2014: 12,1 %) keinen festen Wohnsitz vorzuweisen. Die starken en sind vornehmlich auf die nichtdeutschen Tatverdächtigen im Zusammenhang mit Strafanzeigen nach dem Aufenthalts- bzw. Asylverfahrensgesetz zurückzuführen. Eine belastbare Vergleichbarkeit mit den Vorjahren ist dadurch nicht gegeben. 5.5 BEVÖLKERUNGSANTEILE DER TATVERDÄCHTIGENGRUPPEN IN STUTTGART Gegenüberstellung Tatverdächtige Wohnort (Stuttgart) nach Altersgruppen 2015 (einschließlich Kinder unter 8 Jahren) 71,5% 58,5% Tatverdächtige (alle) Einwohner (alle) 23,2% 2,6% 12,0% 9,3% 12,2% 3,3% 3,0% 4,5% Kinder (bis 14 Jahre) -strafunmündig- Jugendliche Heranwachsende (14 bis 18 Jahre) (18 bis 21 Jahre) Erwachsene (21 bis 60 Jahre) Erwachsene (ab 60 Jahre) Die Gegenüberstellung der Bevölkerungsanteile Stuttgarts und der Tatverdächtigenzahlen zeigen, dass in 2015 der Anteil der tatverdächtigen Jugendlichen, statistisch gesehen, knapp drei Mal, bei den Heranwachsenden rund vier Mal höher war, als ihr tatsächlicher Bevölkerungsanteil in Stuttgart (9,3 % zu 3,3 % bzw. 12,2% zu 3,0 %) ausweist. Zudem waren 59,1 % der Tatverdächtigen unter 21 Jahren nicht aus Stuttgart, sondern außerhalb der Landeshauptstadt wohnhaft bzw. ohne festen Wohnsitz registriert. 54 Aufgrund von Wohnsitzwechseln einzelner Tatverdächtiger ergibt die Summe der einzelnen Kategorien einen Wert von 102,4 % (2013: 102,2 %). 55 Vgl. Anlage 8; Langzeitbetrachtung Tatverdächtige Wohnort. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
67 5.6 ALKOHOLISIERUNG In 2015 waren 15,0 % aller Tatverdächtigen bei der Tatbegehung alkoholisiert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies zwar einer deutlichen Verringerung um 3,8%-Punkte, jedoch sind diese en insbesondere auf die Zunahme bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen im Zusammenhang mit Strafanzeigen nach dem Aufenthalts- bzw. Asylverfahrensgesetz zurückzuführen. 6. NICHTDEUTSCHE TATVERDÄCHTIGE VORBEMERKUNG In der PKS werden nur die Personen als nichtdeutsche Tatverdächtige erfasst, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Bei doppelter Staatsbürgerschaft gilt - soweit vorhanden - die deutsche. Hinzu kommt, dass tatverdächtige Ausländer in der PKS nicht danach unterschieden werden, ob diese ihren Wohnort in Stuttgart haben oder ob es sich um Touristen bzw. durchreisende Ausländer handelt. Aussagen zu deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund können der PKS nicht entnommen werden. Weitere Verzerrungsfaktoren sind im Glossar auf Seite 92 erläutert. 6.1 ANTEIL DER NICHTDEUTSCHEN BEVÖLKERUNG Im vergangenen Jahr besaßen (22,8 %) der in Stuttgart polizeilich gemeldete Personen eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit. Dieser Wert liegt 0,7 %- Punkte über der Vorjahreszahl. Zu den größten nichtdeutschen Bevölkerungsgruppen zählten türkische Staatsangehörige, gefolgt von Personen mit griechischer, mit italienischer und mit kroatischer Staatsangehörigkeit. 57 Die Anzahl der gemeldeten Asylbewerber/Flüchtlinge erhöhte sich von auf Personen 58. Nachfolgendes Diagramm zeigt die Entwicklung der Anteile nichtdeutscher Tatverdächtiger insgesamt im Verhältnis zur Gesamtzahl der registrierten Tatverdächtigen. Der Verlauf beider Liniendiagramme im 5-Jahresvergleich war ab 2011 kontinuierlich ansteigend. 56 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: Die Zahlen enthalten die polizeilich gemeldeten Personen, dagegen keine Touristen, Pendler sowie illegale Nichtdeutsche u. a. 57 Quelle der Staatsangehörigkeiten: Ausländerzentralregister. 58 Quelle: Stadt Stuttgart; verstärkter Zuzug kommt bei den Meldebehörden erst in 2016 zum Tragen 64 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
68 Anteile nichtdeutscher Tatverdächtiger 60,0 55,0 +9,7 54,6 50,0 44,9 45,0 40,0 37,3 38,2 40,3 +5,3 41,0 35,0 30,0 25,0 35,7 32,8 29,6 30, LH Stuttgart gesamt Land gesamt 6.2 ENTWICKLUNG DER TATVERDÄCHTIGENZAHLEN Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist im Berichtsjahr um Personen oder 40,7 % auf deutlich angestiegen. 54,6 % aller Tatverdächtigen bzw. 9,7 %- Punkte mehr waren folglich nichtdeutscher Nationalität. Dabei handelt es sich um den höchsten Wert der vergangenen 20 Jahre. Diese Entwicklung darf jedoch nicht isoliert betrachtet werden, sondern steht in direktem Zusammenhang mit der in den vergangenen Monaten deutlich gestiegenen Anzahl von Asylbewerbern bzw. Flüchtlingen, die sich auch auf die Landeshauptstadt auswirkt. Ausländerspezifische Delikte in diesem Zusammenhang wie Pass- und Einreisevergehen können deutsche Staatsangehörige in der Regel nicht begehen. Bei Betrachtung der Tatverdächtigenzahlen ohne die Verstöße nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz verbleiben nichtdeutsche Tatverdächtige. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um Personen oder 10,6 %. Der prozentuale Anteil betrug 44,9 % und fiel damit im Vorjahresvergleich um 3,6 %-Punkte höher aus. TATVERDÄCHTIGE FLÜCHTLINGE 59 Innerhalb der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist die Anzahl der insgesamt ermittelten tatverdächtigen Flüchtlinge im Präsidiumsbereich von im Jahr 2014 auf Tatverdächtige im Jahr 2015 (+168%) deutlich angestiegen. Berücksichtigt man auch hier die ausländerspezifischen Straftaten nach dem Aufenthalts- bzw. Asylverfahrensgesetz nicht, dann waren im Berichtsjahr tatverdächtige Flüchtlinge (2014: 1.239) zu verzeichnen. Dies bedeutete gegenüber 2014 eine deutliche Zunahme um 84,2 % oder Personen sowie einem Anteil an den nichtdeutschen Tatverdächtigen von 19,5 % (7,7 %). 59 Flüchtlingsbegriff beinhaltet Aufenthaltsanlässe im Sinne von: Asylbewerber, Bürgerkriegs-/Kontingentflüchtlinge, unerlaubter Aufenthalt und Duldung vorhanden. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
69 Wesentliche Zunahmen waren insbesondere bei den Körperverletzungsdelikten (+178 Tatverdächtige), Diebstahlsdelikten (+216 Tatverdächtige) und der Leistungserschleichung (+323 Tatverdächtige) festzustellen. Anzahl Tatverdächtige Flüchtlinge DELIKT Vorjahr in % ,6% Straftaten gg. sex. Selbstbestimmung ,5% Raub/räub.Erpress./räub.Angriff ,0% Körperverletzung ,9% Diebstahl ohne erschwerte Umstände ,5% davon Ladendiebstahl ,1% Diebstahl unter erschw. Umst. (BSD) ,3% Betrugsdelikte ,8% davon Leistungserschleichung ,5% Straftaten nach AufenthaltsG/AsylverfG ,4% Rauschgiftdelikte nach BtMG ,4 % Straftaten Gesamt ohne AufenthG ,2% In der Gesamtberücksichtigung der tatverdächtigen Flüchtlinge ist u. a. die Personengruppe der Asylbewerber enthalten. Betrachtet man diese Gruppe separat, so ist die Anzahl der tatverdächtigen Asylbewerber im Berichtsjahr - ohne die Verstöße nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz - um 849 Personen oder 51,1 % auf Tatverdächtige angestiegen. Die tatverdächtigen Asylbewerber waren - ohne Berücksichtigung der Straftaten nach dem Ausländer bzw. Aufenthaltsgesetz - im Wesentlichen bei den Diebstahlsdelikten mit einem Anteil von 28,6 %, bei den Betrugsdelikten (27,8 %), davon insbesondere der Leistungserschleichung, sowie bei den Körperverletzungsdelikten (11,4 %) auffällig. 66 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
70 6.3 NATIONALITÄTEN TATVERDÄCHTIGENANTEILE In nachfolgender Übersicht werden die Nationalitäten der Tatverdächtigen aufgeführt, die im Berichtsjahr mindestens einen Anteil von einem Prozent der nichtdeutschen Tatverdächtigen ausmachten. Staatsangehörigkeit Nichtdeutsche Tatverdächtige nach Nationalität (Anteile in %) *) Einschließlich ungeklärte Staatsangehörigkeiten sowie Staatenlose. **) 2012 wurde der Staatsangehörigkeitsschlüssel Serbien eingeführt. Zur besseren Vergleichbarkeit mit den Vorjahren wurden beide Staaten zusammengefasst Nichtdeutsche Tatverdächtige insgesamt *) absolut in % 100,0 100,0 100,0 100, ,0 (12.275) (10.414) (9.935) (9.630) davon SYRIEN ,5 5,3 0,6 0,4 0,2 TÜRKEI ,8 13,9 17,8 20,4 21,6 AFGHANISTAN 962 5,6 1,4 1,1 1,0 1,2 RUMÄNIEN 922 5,3 7,4 8,5 6,3 4,9 ITALIEN 910 5,3 7,5 8,4 9,0 8,8 KOSOVO ) 842 4,9 3,1 2,7 2,4 1,9 IRAK 719 4,2 1,9 2,2 2,5 2,5 ALGERIEN 624 3,6 2,5 1,9 1,3 1,1 GRIECHENLAND 597 3,5 4,9 5,6 5,9 5,9 Serbien und Montenegro **) 532 3,1 3,6 4,7 3,8 4,7 KROATIEN 449 2,6 3,6 4,0 4,5 4,9 POLEN 376 2,2 3,2 3,0 3,2 3,0 PAKISTAN 301 1,7 1,1 1,1 0,8 0,7 GAMBIA 288 1,7 1,8 0,4 0,2 0,3 BULGARIEN 287 1,7 1,6 1,9 1,7 1,7 GEORGIEN 285 1,6 2,1 1,2 0,4 0,4 BOSNIEN UND HERZEGOWINA 282 1,6 2,3 2,4 2,9 2,9 ALBANIEN 274 1,6 0,6 0,5 0,3 0,2 ERITREA 255 1,5 1,8 0,2 0,2 0,3 UNGARN 247 1,4 1,7 2,1 1,9 1,2 MAROKKO 204 1,2 1,1 1,2 1,0 1,0 PORTUGAL 203 1,2 1,7 2,3 2,3 2,5 MAZEDONIEN, EHEMALIGE JUGOSLAW. REPUBLIK 189 1,1 1,1 1,0 0,9 1,0 TUNESIEN 182 1,1 0,8 0,9 1,0 0,8 INDIEN 165 1,0 1,0 1,0 0,9 0,7 SYRISCHE TATVERDÄCHTIGE Auffällige Zunahmen gab es bei den syrischen Tatverdächtigen. Nachdem diese Nation im Vorjahr noch den viertgrößten Anteil ausgewiesen hatte, stellte sie 2015 erstmals die größte Bevölkerungsgruppe aller nichtdeutschen Tatverdächtigen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass bei 94,6 % der Fälle Straftaten nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz durch die Einreise nach Deutschland bzw. den Aufenthalt in Stuttgart vorlagen. Darüber hinaus waren die syrischen Tatverdächtigen in strafrechtlicher Hinsicht unauffällig und traten in anderen Kriminalitätsformen kaum in Erscheinung. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
71 TÜRKISCHE TATVERDÄCHTIGE In 2015 wurden Tatverdächtige mit türkischer Staatsangehörigkeit registriert. Durch den minimalen Rückgang von 2 Tatverdächtigen blieb die Gesamtzahl gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Mit 9,8 % stellt diese Bevölkerungsgruppe den zweitgrößten Anteil aller nichtdeutschen Tatverdächtigen. In der Bevölkerungsstatistik machten türkische Staatsangehörige 13,9 % der in Stuttgart polizeilich gemeldeten nichtdeutschen Bevölkerung aus. Bereinigt man die Tatverdächtigenzahlen um die Personen, die aufgrund aufenthaltsrechtlicher Verstöße Eingang in die PKS fanden, so verbleiben Tatverdächtige. Im Berichtsjahr traten 465 türkische Staatsangehörige (2014: 489) wegen Körperverletzungsdelikten und 323 (2014: 348) aufgrund von Leistungserschleichungen in Erscheinung. 226 Tatverdächtige (2014: 204) wurden im Zusammenhang mit Rauschgiftkriminalität festgestellt. AFGHANISCHE TATVERDÄCHTIGE Im Berichtsjahr wurden 962 afghanische Tatverdächtige in Stuttgart registriert. Damit stellt diese Bevölkerungsgruppe erstmals den drittgrößten Anteil aller nichtdeutschen Tatverdächtigen. Wie bei den syrischen Tatverdächtigen waren auch die afghanischen Tatverdächtigen insbesondere durch Verstöße gegen das Aufenthalts- bzw. Asylverfahrensgesetzt auffällig. Mit einem Anteil von 86,4 % waren sie in diesem Deliktsbereich überproportional vertreten. Auffällige Zunahmen wurden noch bei der Leistungserschleichung mit 46 Straftaten (2014: 25) sowie bei den Körperverletzungsdelikten 40 (2014: 21) registriert. RUMÄNISCHE TATVERDÄCHTIGE In 2015 wurden 922 rumänische Tatverdächtige in Stuttgart registriert. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer kleinen Steigerung um 11 Personen oder 1,2 %. Die rumänischen Staatsangehörigen machten 3,8 % der nichtdeutschen Stuttgarter Wohnbevölkerung aus, jedoch 5,3 % der nichtdeutschen Tatverdächtigen. Dieser Vergleich lässt den Schluss zu, dass es sich vielmals um reisende Täter handeln dürfte. Von den 922 Tatverdächtigen fielen nur drei Personen wegen eines aufenthaltsrechtlichen Verstoßes auf. Weitere 355 Tatverdächtige traten wegen Diebstahlsdelikten in Erscheinung (2014: 361), gefolgt von 255 Tatverdächtigen wegen Leistungserschleichung (2014: 278) und 111 Personen wurden wegen Warenkreditbetrug strafrechtlich auffällig (2014: 59). ITALIENISCHE TATVERDÄCHTIGE Im Berichtsjahr wurden 910 italienische Tatverdächtige registriert, 9 Personen weniger als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 5,3 % der nichtdeutschen Tatverdächtigen stellten sie zusammen mit Rumänien die viertgrößte Gruppe dar. Demgegenüber repräsentierten italienische Staatsangehörige in Stuttgart 10,0 % der nichtdeutschen Bevölkerung. 68 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
72 Deliktisch betrachtet waren italienische Staatsangehörige unter anderem in nachfolgenden Bereichen auffällig: 219 (2014: 228) Tatverdächtige wurden wegen Leistungserschleichung registriert, gefolgt von 212 Personen (2014: 208) wegen Körperverletzungsdelikten und 159 Tatverdächtige entfielen auf die Diebstahlskriminalität. 107 Personen (2014: 127) traten mit Rauschgiftkriminalität in Erscheinung. ENTWICKLUNG AUFFÄLLIGE NATIONEN GAMBISCHE TATVERDÄCHTIGE Nachdem im Vorjahr die Zahl der gambischen Tatverdächtigen um 171 Personen oder 380 % deutlich anstieg, war im Berichtsjahr bei dieser Personengruppe ein erneuter Anstieg um 72 Tatverdächtige bzw. 33,3% auf nunmehr 288 Tatverdächtige zu verzeichnen. Im Vergleich zum Anteil an der nichtdeutschen Wohnbevölkerung in Stuttgart von 133 Personen bzw. 0,1 %, wiesen die gambischen Tatverdächtigen einen Anteil von 1,7 % aller nichtdeutschen Tatverdächtigen aus. Wesentliche Kriminalitätsform bleibt die Rauschgiftkriminalität mit 94 Personen (2014: 113), die nahezu ein Drittel aller gambischen Tatverdächtigen verzeichnete. Weitere 90 Tatverdächtige (2014: 61) wurden wegen aufenthaltsrechtlicher Verstöße zur Anzeige gebracht, während 60 Tatverdächtige (2014: 43) wegen Leistungserschleichung strafrechtlich in Erscheinung traten. Landesweit war die Zunahme um auf TV (+147%) besonders signifikant. IRAKISCHE TATVERDÄCHTIGE Bei den irakischen Tatverdächtigen trat im Berichtsjahr eine massive Erhöhung um 487 Personen oder 209,9 % auf. Diese Erhöhung auf nun insgesamt 719 Tatverdächtige (2014: 232) ist im Wesentlichen auf die ausländerrechtlichen Verstöße im Zusammenhang mit der unerlaubten Einreise bzw. Aufenthalt zurückzuführen. Allein 74,3 % aller irakischen Tatverdächtigen waren in diesem Deliktsfeld registriert. Geringe Zunahmen gab es bei den Körperverletzungsdelikten von 55 (2014: 49) und bei den Diebstahlsdelikten 42 (2014: 30). In anderen Fallgruppen waren keine auffälligen en feststellbar. ALGERISCHE TATVERDÄCHTIGE Im Berichtsjahr wurden 624 algerische Tatverdächtige registriert. Dies entsprach einer Zunahme um 101,9 % oder 315 Tatverdächtige im Vergleich zu Sie machten 3,6 % aller nichtdeutschen Tatverdächtigen aus, in der Landeshauptstadt wiesen sie dagegen lediglich einen Anteil von 0,25 % der nichtdeutschen Wohnbevölkerung auf. In 2015 gelangten 167 Personen (2014: 80) wegen Verstöße gegen das Aufenthalts- bzw. Asylverfahrensgesetz zur Anzeige. Dies entspricht einem Anteil von lediglich 26,8 %. Bei den Tatverdächtigen aus Algerien dominieren dagegen die Eigentumsdelikte. 219 Tatverdächtige (2014: 125) und damit 94 Personen mehr als zum Vorjahr wurden wegen POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
73 Diebstahlsdelikten, darunter 57 (2014: 41) Taschendiebstähle, zur Anzeige gebracht. 114 Personen (2014: 65) wurden wegen Leistungserschleichung und 92 algerische Staatsangehörige (2014: 53) wegen Rauschgiftkriminalität auffällig. Im Kontext zu anderen Bevölkerungsgruppen entspricht damit der bereinigte Anteil der Tatverdächtigen - ohne Berücksichtigung der Straftaten nach dem Ausländer bzw. Aufenthaltsgesetz mit 73,2 % einer überproportionalen Beteiligung der algerischen Tatverdächtigen in strafrechtlicher Hinsicht. Landesweit war ebenfalls eine erhebliche Zunahme um 75,7% von auf Tatverdächtige festzustellen. GEORGISCHE TATVERDÄCHTIGE Insgesamt 285 georgische Staatsangehörige wurden in 2015 als Tatverdächtige registriert und somit 11,8 % oder 30 Personen mehr als im Vorjahr. Sie machten 1,6 % aller nichtdeutschen Tatverdächtigen aus, aber lediglich 0,38 % der nichtdeutschen Stuttgarter Bevölkerung. 51 Personen wurden im Berichtszeitraum wegen aufenthaltsrechtlicher Verstöße auffällig (2014: 40). Dagegen waren 107 Personen wegen Diebstahlsdelikten in Erscheinung getreten (2014: 163). 132 Personen gelangten wegen Vermögens- und Fälschungsdelikte zur Anzeige (2014: 103). 6.4 NATIONALITÄTEN ERHEBLICHE ZUNAHMEN Nachfolgende Übersicht zeigt die fünf bedeutendsten Zunahmen nach Nationalitäten bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen. Erhebliche Zunahmen bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen Staatsangehörigkeit / / /2006 abs. in % abs. in % abs. in % Nichtdeutsche Gesamt , , ,2 Syrien Afghanistan Irak Kosovo Algerien POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
74 7. JUGENDKRIMINALITÄT Unter Jugendkriminalität wird die Delinquenz aller Personen unter 21 Jahren (Jungtäter) erfasst. In Stuttgart repräsentierte diese Altersgruppe im Jahr ,3 % der Wohnbevölkerung (2014: 18,2 %). 7.1 ANTEIL DER TATVERDÄCHTIGEN UNTER 21 JAHRE 24,0 % (7.604 Personen) aller in 2015 ermittelten Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt. Dies entspricht einer Zunahme um 0,9%-Punkte zum Vorjahr. Im landesweiten Vergleich ist der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahre hingegen um 0,5 %-Punkte auf 23,5 % gesunken (2014: 24,0 %). Jugendkriminalität in Stuttgart 10-Jahresvergleich (Anteile der Tatverdächtigen U21 an Gesamt) Angaben in % 25,4 26,9 25,0 25,5 25,2 24,6 23,8 23,8 23,1 24, POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
75 ALTERSSTRUKTUR JUNGER TATVERDÄCHTIGER Altersstruktur junger Tatverdächtiger (Bezugsgröße: Tatverdächtige gesamt) Altersgruppe /2014 in absolut Anteil in % absolut Anteil in % absolut Anteil in % %-Punkten 2015/2011 in %-Punkten Tatverdächtige (gesamt) davon , , , o Kinder 816 2, , ,2 +0,4-0,6 o Jugendliche , , ,7 +0,3-1,5 o Heranwachsende , , ,3 +0,3 +0,9 o unter 21 Jährige (gesamt) , , ,4 +1,0-0,4 Im Berichtsjahr waren Tatverdächtige mehr als 2014 zu verzeichnen, was einem starken Anstieg um 20,8 % entspricht. Im Vergleich der letzten fünf Jahre war gegenüber 2011 ein absoluter Anstieg um Personen bzw. 16,4 % zu verzeichnen. Die Anzahl aller Tatverdächtigen hat im gleichen Zeitraum ähnlich stark um 21,7 % zugenommen (von auf ). 7.2 WOHNORT DER TATVERDÄCHTIGEN U21 Die Tatort-Wohnort-Beziehung der U21-Tatverdächtigen wurde bereits im Kapitel 5 - Tatverdächtige 60 thematisiert. Demnach beging mehr als die Hälfte der jungen Tatverdächtigen Straftaten in der Landeshauptstadt, ohne in Stuttgart wohnhaft zu sein. Eine Verteilung nach dem Einzugsbereich zeigt nachfolgende Übersicht. Wohnort Anzahl Wohnortbeziehung* der Tatverdächtigen U21 mit Tatort Stuttgart Kinder Jugendliche Heranwachsende U21 gesamt Anteil in % (Bezugsgröße: Altersgruppe) Anzahl Anteil in % (Bezugsgröße: Altersgruppe) Anzahl Anteil in % (Bezugsgröße: Altersgruppe) Anzahl Anteil in % (Bezugsgröße: Altersgruppe) Gesamt , , , ,0 davon SK Stuttgart , , , ,4 LK Böblingen 2 0,2 56 1, , ,2 LK Esslingen 12 1, , , ,4 LK Göppingen 5 0,6 14 0,5 42 1,0 61 0,8 LK Ludwigsburg 12 1, , , ,0 LK Rems-Murr 6 0, , , ,2 Sonstige und o.f.w , , , ,1 7.3 ALKOHOLISIERUNG DER TATVERDÄCHTIGEN U21 Das tatsächliche Ausmaß der unter Alkoholeinfluss begangenen Straftaten kann in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht erfasst werden, da Aussagen zur Alkoholbeeinflussung nur bei geklärten Taten möglich sind. Zudem wird ein Teil der Tatverdächtigen erst zu einem späteren Verfahrenszeitpunkt ermittelt, weshalb ggf. keine Anhaltspunkte zur Alkoholbeeinflussung mehr gewonnen werden können. 60 Siehe Ziffer 5.4, Seite 63. *TV-Zahlen Gesamt dieser Tabelle sind wegen Wohnortwechsel und Wechsel in andere Altersgruppen überhöht. 72 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
76 Die Anzahl der festgestellten Alkoholisierungen bei allen Tatverdächtigen lag im Berichtsjahr bei 15,0 % (2014: 18,8 %), bei den Jungtätern unter 21 Jahren deliktsübergreifend jedoch nur bei 11,6 % (2014: 15,6%). Die Zahlen waren somit das vierte Jahr in Folge rückläufig. In 2015 wurde ein alkoholisiertes Kinder als Tatverdächtiger registriert (2014: 3). Bei den Jugendlichen waren es hingegen 7,1 % (2014: 10,1 %) und bei den Heranwachsenden 17,4 % (2014: 22,5 %). 7.4 GESCHLECHTSSPEZIFISCHE BETRACHTUNG Geschlechtsspezifische Betrachtung (Bezugsgröße: Tatverdächtige gesamt) Altersgruppe Tatverdächtige (gesamt) davon absolut davon männlich in % z. Vorjahr in %-Punkten weiblich in % z. Vorjahr in %-Punkten ,0 +1, ,0-1,3 * Kinder ,2-2, ,8 +2,6 * Jugendliche ,1 +9, ,9-9,0 * Heranwachsende ,2 +3, ,8-3,1 * unter 21-jährige (gesamt) ,3 +4, ,7-4, (18,3 %) der Tatverdächtigen unter 21 Jahren waren Männer und (5,7 %) Frauen. Der Anteil der männlichen Tatverdächtigen unter 21 Jahren hat im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 %-Punkte zugenommen. 7.5 ANTEIL DER NICHTDEUTSCHEN AN DER JUGENDKRIMINALITÄT Die Anzahl der registrierten nichtdeutschen Tatverdächtigen unter den registrierten Jungtätern hat im Berichtsjahr um Personen auf zugenommen. Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen dieser Altersgruppe betrug 55,1 % und somit 15,6 %-Punkte mehr als im Vorjahr. Durch den signifikanten Anstieg, der auch hier im Wesentlichen durch die Zunahme bei den ausländerspezifischen Delikten begründet ist, wiesen die nichtdeutschen Tatverdächtigen in der 10-Jahresbetrachtung den höchsten Wert aus 61. Im Verhältnis zum Anteil dieser Altersgruppe in der Wohnbevölkerung (15,8 %) bleiben sie damit deutlich überrepräsentiert. Anteile der nichtdeutschen und deutschen Tatverdächtigen U21 mit den Anteilen an der Wohnbevölkerung Altersgruppe TV (gesamt) davon deutsche TV Anteil an Wohnbevölkerung in % davon nichtdeutsche TV absolut in % absolut in % Anteil an Wohnbevölkerung in % o Kinder o Jugendliche o Heranwachsende o unter 21-Jährige gesamt ,1 88, ,9 11, ,5 76, ,5 23, ,0 74, ,0 24, ,9 84, ,1 15,8 61 Vgl. Anlage 9; Anteile der Deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen U21 10-Jahresbetrachtung. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
77 7.6 STRAFTATEN MIT HOHEM ANTEIL VON TATVERDÄCHTIGEN U21 In der nachfolgenden Tabelle sind die Deliktsbereiche abgebildet, in welchen die Tatverdächtigen unter 21 Jahre überrepräsentiert (gemessen an ihrem Anteil an allen Tatverdächtigen) sind. Straftaten mit hohem Anteil Tatverdächtiger U21 Delikt Tatverdächtige (gesamt) unter 21 Jahre absolut in % absolut in % Straftaten gesamt , (23,1) Raub ,4 116 (35,2) o sonst. Raubüberfälle auf Straßen/Wegen/Plätzen ,8 55 (52,9) o Straßenraub ,9 60 (51,7) Körperverletzung , (19,3) o Gefährl. und schwere Körperverletzung ,9 499 (26,7) Diebstahl gesamt , (30,5) o - von Fahrrädern/unbef Ingebr ,0 61 (55,5) o - in/aus Dienst-/Büroräume pp ,8 37 (31,4) o - in/aus Gastst./Hotel pp ,7 47 (24,6) o - in/aus Wohnungen ,0 71 (25,5) Einfacher Diebstahl , (31,8) o Ladendiebstahl ,4 965 (32,0) Schwerer Diebstahl ,5 258 (24,5) o aus Verkaufsraum ,0 98 (19,1) Betrug , (21,2) o Erschleichen von Leistungen , (25,3) Unterschlagung ,0 135 (26,9) Urkundenfälschung ,3 169 (32,7) Sonstige Straftatbestände StGB , (20,3) o Widerstand gegen die Staatsgewalt ,6 61 (20,4) o Hausfriedensbruch ,9 143 (26,0) o Begünstigung/Strafvereitelung/Hehlerei ,0 68 (26,8) davon: Sonstige Hehlerei ,1 60 (33,1) o Sachbeschädigung ,5 276 (29,2) Strafrechtliche Nebengesetze , (29,3) Verstoß gg. AufenthaltsG / AsylverfG ,7 536 (28,1) davon: Unerlaubter Aufenthalt ,6 484 (29,8) Verstoß gegen Waffengesetz / Kriegswaffenkontrollgesetz ,0 60 (27,1) Allg. Verstöße gegen BtMG* ,2 928 (32,7) o -mit Amphetamin(Pulv/fl.) o -mit Amphetamin ,3 142 (27,6) o -mit Methamphetamin ,2 2 (10,0) o mit Cannabis+Zubereitung ,0 771 (37,4) o illegaler Handel/Schmuggel ,8 156 (41,3) davon: illegaler Handel/Schmuggel m/v Cannabis+Zubereitung ,3 137 (56,4) Summenschlüssel Gewaltkriminalität ,8 605 (26,8) Straßenkriminalität ,3 574 (31,3) Rauschgiftkriminalität , (32,4) - Sachbeschädigung Graffiti ,6 49 (64,5) ST ges. o. AufenthG/AsylVfG , (22,7) 74 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
78 8. OPFER ENTWICKLUNG DER OPFERZAHLEN In 2015 wurden Personen Opfer einer gegen sie gerichteten Straftat. Dies sind 1,6 % (183 Opfer) weniger als im Vorjahr. Landesweit stiegen die Opferzahlen hingegen um 4,2 % oder Personen auf nunmehr Opfer (2014: ) an. Opfer von Straftaten 10-Jahresvergleich *) 2011 wurde der Gruppenschlüssel Widerstand gegen die Staatsgewalt mit den untergeordneten Straftaten schlüsseln als Opferdelikte definiert. Die leichten Rückgänge der Opferzahlen in Stuttgart sind im Wesentlichen auf die Fälle der Bedrohung (-45 Opfer) und Widerstand gegen die Staatsgewalt (-63 Opfer) zurückzuführen. *) 62 Definition siehe Glossar, Seite 86 f. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
79 8.2 ALTERSSTRUKTUR Opferzahlen nach Altersgruppen Altersgruppe / / /2006 absolut in % absolut in % absolut in % Gesamt , , ,6 davon Kinder , , ,1 Jugendliche , , ,1 Heranwachsende , , ,0 unter 21 Jahren (gesamt) , , ,7 Erwachsene bis 60 Jahre , , ,4 Erwachsene über 60 Jahre , , ,4 Eine Zunahme um 12,7 % bzw. 81 Personen war bei den jugendlichen Opfern zu verzeichnen. Die Steigerung ging im Wesentlichen auf Körperverletzungsdelikte zum Nachteil von Jugendlichen zurück GESCHLECHTERVERTEILUNG 64 Der Frauenanteil in der Bevölkerung lag im Berichtsjahr in Stuttgart bei 50,6 %. Von den Opfern waren 67,6 % männlich und 32,4 % weiblich. Männer sind folglich nicht nur deutlich öfter Täter als Frauen, sie sind auch häufiger Opfer einer Straftat. Im Vergleich zum Vorjahr blieb mit einer geringen Verschiebung von 0,1 %-Punkten hin zu den männlichen Opfern die Geschlechterverteilung nahezu unverändert. Rückblickend auf die letzten zehn Jahre ging der Anteil der weiblichen Opfer um 2,7 %-Punkte zurück. Ein Schwerpunkt bei den weiblichen Opfern waren Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. In diesem Deliktsbereich waren von den insgesamt 440 Opfern 86,1% Frauen. Ein weiterer deliktischer Schwerpunkt war das Nachstellen mit einem Anteil von 77,6 % weiblicher Opfer (76 Personen). Bei den männlichen Opfern lag der Schwerpunkt bei den Körperverletzungs- und Raubdelikten. Von 624 Raubopfern waren 70,2 % Männer, beim Straßenraub 72,3 %. Von den Körperverletzungsopfern waren 70,6 % männlich, im Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung sogar 78,4 %. Eine detaillierte Übersicht mit der Opferverteilung nach Delikt, Alter und Geschlecht befindet sich in der Anlage Vgl. Anlage 10; Ergänzende Gegenüberstellung der Opferanteile nach Alter mit ihren Bevölkerungsanteilen. 64 Vgl. Anlage 11; Opferverteilung nach Delikt, Alter und Geschlecht. 76 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
80 8.4 GEWALTKRIMINALITÄT UND STRAßENKRIMINALITÄT Unter den Opfern der Gewaltkriminalität waren (74,6 %) männlichen Geschlechts. Im Bereich der Straßenkriminalität gab es Opfer mit einem Männeranteil von 75,8 %. 8.5 OPFER-TATVERDÄCHTIGEN-BEZIEHUNG Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung Anzahl Opfer Art der Vorbeziehung absolut in % absolut in % in %-Punkte Gesamt , ,0 --- Ehe Partnerschaft Familie , ,6 +0,6 INFORMELLE soziale Beziehung , ,7-0,4 FORMELLE soziale Beziehung 257 2, ,1 +1,1 KEINE Beziehung , ,0-0,7 Ungeklärt 470 4, ,6-0,5 64,3 % der Opfer hatten keine Vorbeziehung zum Täter. Einzelheiten zu den Opfer- Tatverdächtigen-Beziehungen sind den Ausführungen zu den einzelnen Deliktsgruppen 65 zu entnehmen. 8.6 NATIONALITÄT DER OPFER Im vergangenen Jahr hatten 31,1 % der Opfer keine deutsche Staatsangehörigkeit, in 2014 lag der Anteil der nichtdeutschen Opfer bei 28,9 %. Nachdem ein leichter Anstieg der Opferzahlen bei den Zuwanderern zu beobachten war, wiesen andere Bevölkerungsgruppen keine spezifischen Besonderheiten auf. 8.7 POLIZEIBEAMTE ALS OPFER VON GEWALT Die Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte bewegt sich seit Jahren auf einem hohen Niveau. Dieses bundes- und landesweite Phänomen betrifft auch die Landeshauptstadt. In 2015 wurden, wie unter Ziffer bereits erläutert, insgesamt 806 Straftaten zum Nachteil von Polizeivollzugsbeamten registriert (2014: 834). In diesem Zusammenhang wurden Opfer einer Straftat erfasst. Dies entspricht einer Abnahme um 88 geschädigte Polizeibedienstete (- 4,9 %). 65 Im Einzelnen: Straftaten gegen das Leben, Ziffer 3.1; Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Ziffer 3.2; Raubdelikte, Ziffer 3.3 und Körperverletzungsdelikte, Ziffer Siehe Seite 44 f. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
81 Das Land Baden-Württemberg hat auf die anhaltend hohen Zahlen bereits seit 2013 mit der Konzeption zur Reduzierung von Provokationen, Aggressionen und Gewalt gegen Polizeibeamte 67 reagiert. Diese hat das Ziel, Respektlosigkeit, aggressives Verhalten und Gewalt gegen Polizeibeamte zu reduzieren. Neben gezielten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, verbesserter Ausstattung und Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit soll eine konsequente Sanktionierung bei Straftaten zum Nachteil von Polizeibeamten erreicht werden. Darauf aufbauend fanden auch in 2015 Schulungsmaßnahmen zur Verbesserung der Gefahrenwahrnehmung und des Umgangs mit Provokationen im Rahmen eines Landesschwerpunktprogramms statt. 67 Abschlussbericht, Az.: , Innenministerium Baden-Württemberg -Landespolizeipräsidium-, Referat 31 vom POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
82 9. PRÄVENTION In 2015 hat das Polizeipräsidium Stuttgart im Rahmen der Kriminal- und Verkehrsprävention Veranstaltungen durchgeführt, an denen Personen teilgenommen haben. Bei den Veranstaltungen handelte es sich um Vorträge und Aktionen aus den verschiedensten polizeilich relevanten Bereichen. Themenbereiche 2015 Anzahl der Veranstaltungen Drogen (legal und illegal) 254 Eigentum und Vermögen Gewalt Jugendschutz 38 Mediengefahren 175 Sicherungstechnische Beratung Politisch motivierte Kriminalität 33 Senioren 61 Sicherer Schulweg 680 Verkehrsprävention Nachfolgend werden ausgewählte Bereiche dargestellt. Weitere Informationen zu Präventionsprojekten können dem Präventionsbericht 2015 entnommen werden. 9.1 ZIVILCOURAGE Das Polizeipräsidium Stuttgart wirkt auf die Sensibilisierung der Bevölkerung in Bezug auf das Verhalten bei beobachteten Gewalt- und Gefahrensituationen hin. In diesem Zusammenhang wurden bei 254 Veranstaltungen und Aktionen zum Thema Zivilcourage Verhaltensempfehlungen gegeben, wie sich jeder als Zeuge und Helfer für mehr Sicherheit einbringen kann, ohne sich dabei selbst zu gefährden. 9.2 FÜHRUNGS- UND EINSATZANORDNUNG (FEA) BRENNPUNKTE In der Landeshauptstadt Stuttgart gibt es an verschiedenen Örtlichkeiten Brennpunkte, die ein polizeiliches Handeln erforderlich machen. Einer dieser Brennpunkte stellte auch im vergangenen Jahr die Vergnügungsszene dar, die mit zahlreichen Gastronomiebetrieben hauptsächlich an den Wochenenden Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher aus Stuttgart und der Umgebung war. Um die damit einhergehenden Begleiterscheinungen, insbesondere die Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum, schon im Ansatz zu unterbinden, wurden in den Nächten an Wochenenden und vor Feiertagen zahlreiche Präsenzstreifen und Personenkontrollen mit jeweils rund 30 zusätzlich im Dienst befindlichen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten durchgeführt. Diese Maßnahmen brachten mit sich, dass auch vermehrt Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt wurden. 68 Präventionsmaßnahmen gegen die Einbruchskriminalität, siehe Ziffer 9.7, Seite 81 f. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
83 Nachfolgend die Bilanz für 2015: Personenkontrollen der Personen waren unter 21 Jahre alt Ermittlungsverfahren hiervon gegen Tatverdächtige unter 21 Jahre 448 Verstöße gegen das BtMG 223 Einfache Körperverletzungen 158 Gefährliche Körperverletzungen 50 Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte Die Maßnahmen der FEA Brennpunkte werden fortgeführt. 9.3 EVENTSZENE/VOLKS- UND FRÜHLINGSFEST Mit Präventionsständen der Polizei suchten die Beamten des Polizeipräsidiums Stuttgart den Kontakt zu Jugendlichen. Es wurden normverdeutlichende Gespräche zu den Themen Gewalt und Sucht geführt und mit Hilfe eines Rauschbrillenparcours die negativen Auswirkungen von übermäßigem Alkoholkonsum verdeutlicht. Um möglichst viele junge Menschen zu erreichen, informierte die Stuttgarter Polizei das dritte Jahr infolge auch über Facebook und Twitter. Nach Alkoholtestkäufen durch jugendliche Testkäufer wurden bei festgestellten Verstößen klärende Gespräche geführt und Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Gaststättenbetreiber durch die Gaststättenbehörde eingeleitet. Die Wirkung der Alkoholtestkäufe zeigte sich deutlich anhand der gesunkenen Beanstandungsquote. Diese lag 2010, bei der ersten Durchführung der Testkäufe, noch bei 100 %. Auf dem Cannstatter Wasen (Frühlingsfest und Volksfest) wurden im Berichtsjahr an vier Tagen 66 Alkoholtestkäufe mit einer Beanstandungsquote von 18,2 % durchgeführt. Darüber hinaus wurden an vier Tagen in der Innenstadt bzw. im Stadtgebiet insgesamt 64 Alkoholtestkäufe durchgeführt. Hierbei wurde eine Beanstandungsquote von 45,3 % festgestellt. 9.4 FÜHRUNGS- UND EINSATZKONZEPTION (FEA) KERMIT Im Rahmen der Führungs- und Einsatzanordnung KErmIT (Konzeptionelle Ermittlungen Intensiv-Täter) werden unter anderem Informationen gesammelt, um Strukturen frühzeitig zu erkennen. Das Dezernat für jugendspezifische Banden- und Gewaltkriminalität führt hierbei personenorientierte Ermittlungen gegen jugendliche Tatverdächtige durch, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Begehung weiterer Straftaten besteht. Die Maßnahmen sollen die Begehung weiterer Straftaten verhindern und zu einer Eindämmung der Jugendkriminalität führen. 9.5 PROJEKT HERAUSFORDERUNG GEWALT Ein weiterer fester Bestandteil, um der Jugendgewaltkriminalität effektiv und flächendeckend entgegenzuwirken, ist das Programm Herausforderung Gewalt. Bereits fest etabliert wird dieser Schulunterricht in der Klassenstufe sechs oder sieben gemeinsam mit 80 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
84 Beamtinnen und Beamten aus polizeilicher Sicht begleitet. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat Ende 2014 eine neue Fassung der Lehrinhalte veröffentlicht. 9.6 PROJEKT WEHR DICH MIT KÖPFCHEN Bereits in der Grundschule beteiligt sich die Polizei an Präventionsprojekten. Schon in der dritten Grundschulklasse lernen Kinder nach dem der Grundsatz: Ein guter Schutz, kein Opfer zu werden, ist ein gesundes Selbstvertrauen. Hier geht es darum, Erscheinungsformen der Gewalt zu erkennen, eine gewaltablehnende Haltung zu entwickeln und sich Strategien anzueignen, um sich gegen Gewaltanwendung zu wehren, aber auch andere davor zu schützen. Unter Federführung des Polizeipräsidiums Stuttgart werden Lehrerinnen und Lehrer als Multiplikatoren geschult. 9.7 WOHNUNGSEINBRUCH Die anhaltend hohe Fallbelastung im Deliktsbereich Wohnungseinbruch gab im Berichtsjahr weiterhin Anlass, präventive Maßnahmen zum Einbruchsschutz durchzuführen. Von den 832 durchgeführten Veranstaltungen entfielen 717 auf den Einbruchsschutz. Im Rahmen von Präventionsstreifen wurden Flyer 69 mit Hinweisen auf festgestellte Tatgelegenheiten, wie beispielsweise gekippte Fenster oder Terrassentüren, im Rahmen eines Beratungsgesprächs übergeben oder bei Nichtantreffen der Bewohner im Briefkasten hinterlassen. Darüber hinaus wurden 101 Präventionsstände auf Wochenmärkten und vor Einkaufszentren über das Jahr verteilt betrieben. Auch hier standen Verhaltenstipps zum Einbruchsschutz und die Sensibilisierung, bei verdächtigen Wahrnehmungen unverzüglich die Polizei über Notruf 110 zu verständigen, im Vordergrund. KRIMINALPOLIZEILICHE BERATUNGSSTELLE Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle umfasst die Beratung im Bereich der mechanischen und elektronischen Sicherungstechnik zum Schutz gegen Einbruch in private, öffentliche und gewerbliche Räumlichkeiten. Die Beamten der Beratungsstelle führten neutrale und kostenlose Beratungen über sicherungstechnische Maßnahmen durch. Es wurden 236 Betroffene im Nachgang eines Einbruches durch die Beratungsstelle betreut. In weiteren 968 Fällen erfolgten vorbeugend Beratungen. An fünfzehn Terminen wurden die Bewohner Stuttgarts auch mit dem Einsatz des Informationsfahrzeugs der Polizei sensibilisiert. Das Theaterprojekt Der ungebetene Gast wurde drei Mal in verschiedenen Stadtteilen durchgeführt. 69 Auf den Flyern wird auf die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen und die Homepage verwiesen. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
85 9.8 TASCHENDIEBSTAHL Zur Eindämmung der hohen Fallzahlen wurden auch in diesem Jahr ergänzend zu den bisherigen Maßnahmen insgesamt 160 spezielle Präventionsaktivitäten durchgeführt. Der Schwerpunkt lag bei Informationsständen auf der Königstraße aber auch bei größeren Veranstaltungen wie Frühlingsfest, Cannstatter Volksfest oder Sommerfest. Auch auf dem Weihnachtsmarkt wurde an Informationsständen, mit speziellen Spannbändern sowie mit Hinweisen auf den elektronischen Fahrgastanzeigen der SSB auf das Thema Taschendiebstahl aufmerksam gemacht. Zur besonderen Form des Taschendiebstahls durch Antanzen in Diskotheken und Clubs wurden die Betreiber und Beschäftigen über den Netzwerkpartner des Projekts Nightwatch sowie durch Schulungsmaßnahmen der Präventionsbeamten sensibilisiert. 9.9 AMOK / SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ Zum Thema Amok und Sicherheit am Arbeitsplatz fanden 47 Schulungsmaßnahmen statt. Neben 26 Veranstaltungen in Schulen wurden auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Amtsgericht Stuttgart und Landessozialgericht, der Agentur für Arbeit und weitere Behörden mit Publikumsverkehr beschult FLÜCHTLINGE Im Zusammenhang mit der verstärkten Zuwanderung nach Stuttgart wurden im Jahr 2015 insgesamt 39 Veranstaltungen mit Flüchtlingen bzw. in Flüchtlingsunterkünften durchgeführt. Der Schwerpunkt wurde dabei mit den Themen Gewalt, Zivilcourage und Verkehrsprävention gesetzt. Am fand beim Polizeipräsidium Stuttgart ein Fachtag des Landesjugendrings Baden Württemberg unter dem Titel We have a dream zum Thema Jugendarbeit für und mit jungen Flüchtlingen unter Beteiligung des Polizeireviers Wolframstraße, des Referats Prävention und dem Landeskriminalamt statt. 82 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
86 10. GLOSSAR AGGRESSIONSDELIKTE IM ÖFFENTLICHEN RAUM Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum umfassen den Summenschlüssel Gewaltkriminalität und die vorsätzliche, leichte Körperverletzung. Beide werden nur erfasst, wenn sie an einer Tatörtlichkeit begangen wurde, die dem öffentlichen Raum zuzuordnen ist. So wird beispielsweise eine sexuelle Nötigung mit der Tatörtlichkeit Straße erfasst, die mit der Tatörtlichkeit Wohnung jedoch nicht. Aufgeschlüsselt werden unter dem Begriff der Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum nachfolgenden Straftaten subsumiert: - Mord - Totschlag und Tötung auf Verlangen - Vergewaltigung und sexuelle Nötigung - Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer - Körperverletzung mit Todesfolge - Gefährliche und schwere Körperverletzung - Erpresserischer Menschenraub - Geiselnahme - Angriff auf den Luft- und Seeverkehr Gewaltkriminalität - Vorsätzliche leichte Körperverletzung ALKOHOLEINFLUSS BEI DER TATAUSFÜHRUNG Ein Alkoholeinfluss liegt vor, wenn dadurch die Urteilskraft des Tatverdächtigen während der Tatausführung beeinträchtigt war. Maßgeblich ist ein offensichtlicher oder nach den Ermittlungen wahrscheinlicher Alkoholeinfluss. AUFKLÄRUNGSQUOTE (AQ) Die AQ bezeichnet das prozentuale Verhältnis von aufgeklärten zu bekannt gewordenen Fällen. Eine AQ über 100 kann zustande kommen, wenn im Berichtzeitraum Fälle aus den Vorjahren nachträglich aufgeklärt werden. aufgeklärte Fälle x 100 AQ = bekannt gewordene Fälle AUSGANGSSTATISTIK Die PKS ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, dass in ihr nur die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie endbearbeiteten Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche und der vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte, bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft erfasst werden. POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
87 BITCOIN Bitcoin ist ein elektronisches Zahlungssystem auf der Basis eines Computernetzwerks (Peer-to-Peer-Netzwerk) im Internet. Das Computernetzwerk ist dezentral und unterliegt keinerlei Kontrolle durch einen Verantwortlichen oder die Entwickler der Software. Das System basiert auf einer Open-Source-Software, die von interessierten Gruppen kostenlos weiterentwickelt werden kann. COMPUTERKRIMINALITÄT Computerkriminalität ist ein Summenschlüssel, unter dem die folgenden Straftaten zusammengefasst werden: - Ausspähen und Abfangen von Daten sowie die Vorbereitung hierzu ( 202a, b, c StGB) - Computerbetrug (Ausnahme: Missbrauch von Zahlungskarten) ( 263a StGB) - Fälschung beweiserheblicher Daten ( 269 StGB) - Datenveränderung ( 303a StGB) - Computersabotage ( 303b StGB) - Software-Piraterie (privat wie gewerblich) - Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten mit PIN (persönliche Identifikationsnummer) - Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten - Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung ( 270 StGB) CYBERCRIME Cybercrime ist ein Summenschlüssel, unter dem die folgenden Straftaten zusammengefasst werden: - Ausspähen und Abfangen von Daten sowie die Vorbereitung hierzu ( 202a, b, c StGB) - Computerbetrug (Ausnahme: Missbrauch von Zahlungskarten) ( 263a StGB) - Fälschung beweiserheblicher Daten ( 269 StGB) - Datenveränderung ( 303a StGB) - Computersabotage ( 303b StGB) - Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung ( 270 StGB) DEBITKARTEN Debitkarten im Sinne der PKS sind alle Zahlungskarten, deren Einsatz eine sofortige Belastung des Kontos/Abbuchung vom Konto nach Karteneinsatz bewirkt (Gegenteil: Kreditkarten). Debitkarten können mit und ohne PIN eingesetzt werden. Ohne PIN wird eine Debitkarte zum Lastschriftverfahren eingesetzt. 84 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
88 FALL Ein bekannt gewordener Fall ist jede statistisch zu erfassende Straftat einschließlich des Versuchs, soweit dieser strafbar ist und der eine (kriminal)polizeilich bearbeitete Anzeige zugrunde liegt. Ein aufgeklärter Fall ist eine Straftat, bei der nach den polizeilichen Ermittlungsergebnissen mindestens ein namentlich bekannter oder auf frischer Tat ergriffener Tatverdächtiger festgestellt worden ist. Nachträglich aufgeklärte Fälle fließen in die Rubrik aufgeklärte Fälle mit ein. GEWALTKRIMINALITÄT Unter diesem Begriff werden folgende Straftaten zusammengefasst: - Mord - Totschlag und Tötung auf Verlangen - Vergewaltigung und sexuelle Nötigung - Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer - Körperverletzung mit Todesfolge - Gefährliche und schwere Körperverletzung - Erpresserischer Menschenraub - Geiselnahme - Angriff auf den Luft- und Seeverkehr Im Gegensatz zu Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum sind die vorsätzliche leichte Körperverletzung und die Notwendigkeit des öffentlichen Raumes nicht enthalten. HÄUFIGKEITSZAHL (HZ) Unter der Häufigkeitszahl versteht man die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt, errechnet auf Einwohner. Die Aussagekraft der HZ wird dadurch beeinträchtigt, dass nur ein Teil der begangenen Straftaten der Polizei bekannt wird (Hellfeld). Ferner halten sich viele Personen in einem Gebiet auf, ohne dort als Einwohner registriert zu sein. Hierunter fallen beispielsweise Stationierungsstreitkräfte, Durchreisende, Touristen, Besucher (z. B. der Vergnügungsszene), grenzüberschreitende Berufspendler und Personen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Die Straftaten hingegen, die durch diese Personengruppen begangen werden, fließen sehr wohl in die PKS mit ein. erfasste Fälle x HZ = Einwohnerzahl HOLKRIMINALITÄT Bei Holkriminalität handelt es sich um Straftaten, die im überwiegenden Teil der Fälle nur durch polizeiliche Kontrollmaßnahmen bekannt werden. Zumeist gibt es auch weder Geschädigte noch Opfer. Eine klassische Holkriminalität sind zum Beispiel Verstöße POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
89 gegen das Betäubungsmittelgesetz. Selbige werden zumeist nur im Rahmen von Personenkontrollen oder Ermittlungen bekannt. Gibt es in der Statistik in einem Bereich der Holkriminalität deutliche en, so kann dies folglich auch schlicht an der Zunahme oder Reduzierung polizeilicher Kontrolloder Ermittlungsmaßnahmen liegen. Es kann also passieren, dass die statistisch erfassten Fälle zunehmen, die Sicherheitslage sich jedoch nicht verändert, da lediglich die vorhandene Kriminalität sichtbarer gemacht wird (Wechsel vom Dunkelfeld ins Hellfeld). KREDITKARTEN Kreditkarten im Sinne der PKS sind alle Zahlungskarten, deren Einsatz eine zeitlich verzögerte Belastung bzw. Abbuchung vom Konto bewirkt (Im Gegensatz dazu: Debitkarten). MIGRATIONSHINTERGRUND Zu den Menschen mit Migrationshintergrund (im weiteren Sinn) zählen alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder aus Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil. 70 NICHTDEUTSCHE Nichtdeutsche im Sinne der PKS sind Personen ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlose und Personen, deren Staatsangehörigkeit ungeklärt ist. Personen, die sowohl die deutsche als auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, zählen als Deutsche. Wird derselbe Tatverdächtige innerhalb eines Berichtszeitraumes mit unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten ermittelt, so wird er zu dem aktuellsten Merkmal gezählt. Analog wird beim Aufenthaltsstatus nichtdeutscher Tatverdächtiger verfahren. Alle Nichtdeutschen, die eine Schule, Fachhochschule oder Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland besuchen, werden unter Student/Schüler erfasst. OPFER Opfer sind natürliche Personen, gegen die sich die mit Strafe bedrohte Handlung unmittelbar richtet. Bei der Täter-Opfer-Beziehung (vom Opfer aus gesehen) hat in der statistischen Erfassung stets die engste Beziehung Vorrang. Das Merkmal Verwandtschaft umfasst alle Angehörigen gemäß 11 Abs. 1 StGB. Das Merkmal Landsmann ist ausschließlich bei Nichtdeutschen zu verwenden und auch nur dann, wenn Täter und Opfer derselben Nationalität angehören. Eine statistische Erfassung von Opferdaten findet im Rahmen der PKS nur bei solchen Delikten statt, die sich gegen die körperliche Integrität einer Person richten (sogenannte 70 Quelle: 86 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
90 Opferdelikte), nicht jedoch z.b. bei Diebstahl oder Betrug. Als Opferdelikte werden folgende Delikte/Deliktsbereiche herangezogen: - Vergewaltigung, besonders schwere Fälle der sexuellen Nötigung ( 177, 178 StGB) - Sexueller Missbrauch von Kindern ( 176, 176a, 176b StGB) - Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer), darunter Handtaschenraub und sonstige Raubüberfälle auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen ( , 255, 316a StGB - gefährliche und schwere Körperverletzung, darunter gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen ( 224, 226, 231 StGB) - vorsätzlich leichte Körperverletzung ( 223 StGB) - Nötigung ( 240 StGB) - Bedrohung ( 241 StGB) - Widerstand gegen die Staatsgewalt ( 113, 114 StGB) [seit 2011] OPFERGEFÄHRDUNGSZAHL (OGZ) Die OGZ ist die Zahl der Opfer bezogen auf Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils. Sie gibt einen Anhaltspunkt über den Gefährdungsgrad der einzelnen Alters- und Geschlechtsgruppen. Opfer x OGZ = Einwohnerzahl PHISHING Phishing setzt sich aus den englischen Wörtern password und fishing zusammen. Damit ist das Abfischen eines Kennwortes vom rechtmäßigen Nutzer gemeint. Phishing hat jedoch mittlerweile nicht mehr nur Kennwörter zum Ziel, sondern geht darüber hinaus, wie z. B. das Herausfinden von Benutzernamen, PIN und TAN-Nummern. Phishing zieht in den meisten Fällen Folgehandlungen nach sich. So werden die erlangten Daten genutzt, um sich in geschützte Online-Bereiche einzuloggen, Überweisungen zu Lasten fremder Konten zu tätigen oder mit den Kreditkarteninformationen Onlinebestellungen zu tätigen. RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT/DIREKTE BESCHAFFUNGSKRIMINALITÄT unter diesem Summenschlüssel werden folgende Straftaten zusammengefasst: - Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) - Raub zur Erlangung von Betäubungsmitteln - Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Apotheken - Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Arztpraxen - Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Krankenhäusern - Diebstahl von Betäubungsmitteln bei Herstellern/Großhändlern - Diebstahl von Rezeptformularen - Fälschung zur Erlangung von Betäubungsmitteln Direkte Beschaffungskriminalität POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
91 SACHBESCHÄDIGUNG DURCH GRAFFITI Die Sachbeschädigung durch Graffiti wird seit 2010 als neuer Summenschlüssel geführt. Unter diesem sind folgende Straftaten zusammengefasst: - Sachbeschädigung durch Graffiti - Gemeinschädliche Sachbeschädigung durch Graffiti - Sachbeschädigung durch Graffiti an Kraftfahrzeugen - Sonstige Sachbeschädigung durch Graffiti auf Straßen, Wegen oder Plätzen - Gemeinschädliche Sachbeschädigung durch Graffiti auf Straßen, Wegen oder Plätzen SCHADEN Ein Schaden im Sinne der PKS ist der rechtswidrig erlangte Geldwert (Verkehrswert) bei vollendeten Delikten. Der tatsächlich verursachte Schaden sowie Folgeschäden werden nicht erfasst. Falls kein Schaden bestimmbar ist, gilt der symbolische Betrag von einem Euro. SCHULGEWALT Unter Schulgewalt werden Straftaten subsumiert, die an öffentlichen oder privaten Schulen, auf dem Schulweg oder an zu den Schulen gehörenden Einrichtungen wie Sporthallen und ähnliches gegen Personen und/oder Sachen während des Schulbetriebs oder zumindest im weiteren Sinne im Zusammenhang mit dem Schulbetrieb begangen werden. Als relevant sind ausschließlich folgende Straftaten anzusehen: - Straftaten gegen das Leben - Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung - Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, aber ohne die fahrlässige Körperverletzung - Erpressungsdelikte - Sachbeschädigungen, soweit nicht erkennbar ohne Schulbezug Die Erfassung mit dem Katalogbegriff Schulgewalt erfolgt unabhängig von der Tätigkeit eines Tatverdächtigen. Überwiegend handelt es sich hierbei um Schüler, Lehrer und Elternteile. Nicht zur Schulgewalt zählen strafbare Handlungen an Schulen durch Personen, denen eine entsprechende Funktion fehlt. SONSTIGER BETRUG Hierunter fallen beispielsweise Fälle wie Sammlungsbetrug, Heiratsbetrug, Trickbetrug, Wechselfallenschwindel, Unterstützungsschwindel oder das betrügerische Erlangen von Vertragsabschlüssen oder Mietverhältnissen. 88 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
92 SKIMMING Skimming ist das Erlangen von Daten von Zahlungskarten und anderen Karten mit Magnetstreifen (z. B. Debitkarten, Kreditkarten, Tankkarten) an Lesegeräten wie Geldabhebungsautomaten (GAA), Türöffnern oder Terminals durch Datenabgriff über ein dort angebrachtes Magnetstreifenlesegerät mit Speicher oder Funk und Ausspähen der Geheimnummer (PIN) über eine Miniaturvideokamera, Auflagetastatur, Beobachtung usw. In der Folge können die erlangten Kartendaten auf jede Karte mit Magnetstreifen kopiert oder übertragen werden. SPÄTAUSSIEDLER Im Jahr 2006 hat das Statistische Amt der Landeshauptstadt Stuttgart die Definition für Zuwanderer verändert, so dass die vorliegenden Zahlen mit den Zahlen vor 2006 nicht verglichen werden können. en in der Zählweise ergaben sich ausnahmslos bei Kindern, die selbst keinen, aber deren Eltern Zuwanderungshintergrund haben. Bis 2006 hat das Statistische Amt bei Kindern (hier: unter 18 Jahre) bisher Zuwanderungshintergrund angenommen, wenn die Mutter einen solchen hatte. Jetzt erhalten sämtliche Kinder diesen Status, wenn Mutter und/oder Vater Migrationshintergrund haben. Dadurch ist die Zahl der Zuwanderer insgesamt um mehrere Tausend Personen angestiegen. STRAFRECHTLICHE NEBENGESETZE Bei strafrechtlichen Nebengesetzen handelt es sich um Straftaten, die nicht im Strafgesetzbuch aufgeführt sind, sondern in anderen Gesetzen. Dies ist beispielsweise das Tierschutzgesetz, Umweltschutzgesetz, Aktiengesetz, Asylverfahrensgesetz, Betäubungsmittelgesetz. SUMMENSCHLÜSSEL In einem Summenschlüssel werden verschiedene Deliktsschlüssel (Straftaten) zusammengefasst. Hierdurch können Kriminalitätsphänomene übersichtlicher dargestellt werden. So werden zum Beispiel beim Summenschlüssel Rauschgiftkriminalität die Straftaten zusammengefasst, die thematisch hierzu passen. STRAßENKRIMINALITÄT Der Summenschlüssel umfasst die folgenden Straftaten: - Diebstahl insgesamt an/aus Kraftfahrzeugen - Diebstahl insgesamt von Kraftwagen, Mopeds und Krafträdern - Diebstahl insgesamt von Fahrrädern - Diebstahl insgesamt von/aus Automaten - Erpresserischer Menschenraub in Verbindung mit Raubüberfällen auf Geld- und Werttransporte - Exhibitionistische Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
93 - Gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen - Geiselnahme in Verbindung mit Raubüberfällen auf Geld- und Werttransporte - Handtaschenraub - Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer - Landfriedensbruch - Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte - Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen - Sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen - Sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen und Plätzen - Taschendiebstahl - Vergewaltigung überfallartig - Zechanschlussraub TASCHENDIEBSTAHL Diebstähle, bei denen der Täter heimlich seinem Opfer unmittelbar aus der am Körper befindlichen Kleidung oder mitgeführten Gegenständen Geld oder andere Sachen (auch unbare Zahlungsmittel) entwendet. Kein Taschendiebstahl ist demnach Diebstahl aus abgestellten Taschen aller Art oder aus abgelegter Kleidung. TATORT Tatort ist die politische Gemeinde, innerhalb deren Gemarkung die Straftat begangen worden ist. Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland von oder an deutschen Staatsbürgern begangen wurden, werden in der PKS nicht berücksichtigt. TATVERDÄCHTIGE Tatverdächtig ist jeder, der nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis aufgrund zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtig ist, eine rechtswidrige Straftat begangen zu haben. Zu den Tatverdächtigen zählen auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen. Ein Tatverdächtiger, für den im Berichtszeitraum mehrere Fälle der gleichen Straftat festgestellt wurden, wird in demselben Bundesland nur einmal gezählt. Vor 1983 waren Personen, gegen die im Berichtsjahr mehrfach ermittelt wurde, immer wieder erneut registriert worden. Wegen Ablösung dieser Mehrfachzählung, die zu stark erhöhten und strukturell verzerrten Tatverdächtigenzahlen führte, durch die jetzige echte Tatverdächtigenzählung, ist seit 1984 ein Vergleich zu früheren Jahren beeinträchtigt. Werden dem Tatverdächtigen im Berichtszeitraum mehrere Fälle verschiedener Straftatenschlüssel zugeordnet, wird er für jede Gruppe gesondert, für die entsprechenden übergeordneten Straftatengruppen bzw. für die Gesamtzahl der Straftaten hingegen nur einmal gezählt. Die Tatverdächtigen bei den einzelnen Straftaten(gruppen) dürfen daher nicht zu einer Gesamtzahl addiert werden. Zu beachten ist ferner, dass Schuldausschließungsgründe bei der Tatverdächtigenzählung für die PKS nicht berücksichtigt werden. So sind z. B. auch die strafunmündigen 90 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
94 Kinder unter 14 Jahren enthalten. Als tatverdächtig wird auch erfasst, wer wegen Tod, Krankheit oder Flucht nicht verurteilt werden kann. TATVERDÄCHTIGENBELASTUNGSZAHL (TVBZ) Die TVBZ ist die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen, errechnet auf Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils, jeweils ohne Kinder unter acht Jahren. TV ab 8 Jahren x TVBZ = Einwohnzahlen ab 8 Jahren TATZEIT Die Tatzeit ist der Zeitpunkt, zu dem die Straftat begangen wurde. Bei Straftaten, die sich über längere Zeiträume erstrecken, wird als Tatzeit jeweils das Ende dieses Zeitraumes erfasst. Wenn nicht mindestens der Monat bestimmbar ist, gilt die Tatzeit als unbekannt. UNWELTKRIMINALITÄT Der Summenschlüssel Umweltkriminalität beinhaltet mehrere Untergruppen. Darin enthalten sind Verstöße gegen den 29. Abschnitt des StGB. In diesem Abschnitt sind Paragraphen zum Schutze der Umwelt niedergeschrieben. Hinzu kommen sonstige Straftaten nach dem StGB, bei denen ein Bezug zur Umwelt hergestellt werden kann. Ebenfalls im Summenschlüssel enthalten sind Umweltstraftaten, die nicht im StGB sondern in anderen Gesetzen mit Strafe bedroht werden (Nebengesetze). Hierunter fallen z. B. das Hundeverbringungseinfuhrgesetz, das Heilpraktikergesetz, das Chemikaliengesetz oder das Natur- und Tierschutzgesetz. VERKEHRSDELIKTE Verkehrsdelikte umfassen - alle Verstöße gegen die Bestimmungen, die zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit im Straßen-, Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr erlassen wurden - alle durch Verkehrsunfälle bedingten Fahrlässigkeitsdelikte - die Verkehrsunfallflucht - alle Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Kfz-Steuergesetze in Verbindung mit 340 Abgabenordnung. Verkehrsstraftaten zählen nicht zu den Verkehrsdelikten und werden daher als einzige Taten aus dem Verkehrsbereich in der PKS erfasst. Hierunter fallen: - Gefährlicher Eingriff in den Bahn-, Luft- und Schiffsverkehr ( 315 StGB) - Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr ( 315b StGB) - Missbräuchliches Herstellen, Vertreiben oder Ausgeben von Kennzeichen ( 22a StGB) POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
95 VERZERRUNGSFAKTOREN Jede Statistik bedarf einer Bewertung, da die reine Erfassung von Zahlen die Wirklichkeit nicht beziehungsweise verzerrt abbildet. Was die Statistiker als Verzerrungsfaktoren bezeichnen, ist für Soziologen und Kriminologen bereits ein Teil der Analyse. Dies gilt insbesondere bei der Suche nach den Ursachen der Ausländerkriminalität bzw. den Ursachen des überproportionalen Anteils von Ausländern in der PKS. Im Weiteren werden einige Faktoren kurz erläutert. Allgemein kriminalitätsfördernde Faktoren: Kriminalitätsfördernde Faktoren wie Arbeitslosigkeit und der Mangel an Ausbildungsplätzen, aber auch soziale Schichtung, Zugang zu Bildungseinrichtungen sowie Altersschichtung sind sowohl für nichtdeutsche als auch deutsche Tatverdächtige als gleichermaßen relevant anzusehen. Sozial-Struktur: In sozial benachteiligten Schichten wird erfahrungsgemäß mehr Kriminalität festgestellt als in sozial besser gestellten Bevölkerungsteilen. Neben Wohlstand, Arbeit und Bildung können in der Regel auch immer noch Herkunft und Volksgruppenzugehörigkeit den Platz in der Gesellschaft bestimmen. Altersstruktur: Jugendliche und Heranwachsende sind von jeher höher kriminalitätsbelastet als ältere Generationen. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen U21 in Relation zu ihrem Bevölkerungsanteil ist höher als bei den jungen deutschen Tatverdächtigen. 71 Auch Jugendliche und Heranwachsende speziell des männlichen Geschlechts, die ohnehin stärker durch Kriminalität auffallen, sind bei der hier lebenden ausländischen Wohnbevölkerung leicht überrepräsentiert. Da sowohl vor unterschiedlichen wirtschaftlichen, sozialen und demographischen Hintergründen nicht vergleichbare Bevölkerungsgruppen in Relation gesetzt werden, sind nur zurückhaltende Schlussfolgerungen angebracht. Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft: Ausländer können die deutsche Staatsbürgerschaft nur erhalten, wenn sie nicht wegen einer schweren Straftat verurteilt wurden. Selbiges ist erst möglich, wenn die Verurteilung verjährt ist und aus dem Bundeszentralregister entfernt wurde. Folglich dürften nur gesetzestreue Personen oder die, die geringfügige Straftaten begangen haben, Deutsche werden. Die weniger gesetzestreuen Personen, bei denen zudem die Wahrscheinlichkeit höher sein könnte, Straftaten wieder zu begehen, bleiben Nichtdeutsche und könnten somit die Statistik einseitig beeinflussen. 71 Näheres hierzu unter Ziffer 7.5, Seite POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
96 Wohnort Ballungsraum: Personen mit Migrationshintergrund, Spätaussiedler und Ausländer wohnen überproportional häufig in Ballungszentren. Dort ist die Kriminalitätsbelastung - auch die der deutschen Bevölkerung - größer als in ländlichen Regionen. Anonymität, Tatgelegenheit, Wohnsituation, mangelnde soziale Kontrolle (in den Familien) können als kriminalitätsfördernde Faktoren eine Rolle spielen. Berechnungsmodus: Zu den nichtdeutschen Tatverdächtigen gehören auch die Personen, die sich illegal hier aufhalten sowie Touristen, Stationierungsstreitkräfte und deren Angehörige. Ausländerspezifische Straftaten, wie Verstöße gegen das Aufenthalts- oder Asylverfahrensgesetz, fließen in die Straftatenerfassung der nichtdeutschen Tatverdächtigen ein und belasten diese somit einseitig, obwohl sie nur von diesen begangen werden können. Kulturelle Gründe: Unterschiedliche Kulturen und Religionen führen mitunter zu anderen Verhaltensweisen, Lebenseinstellungen und Rechtsauffassungen, wie sie im deutschen Rechts- und Wertesystem als sozial adäquat gelten (zum Beispiel: Wiederherstellung der Familienehre, Zwangsheirat, Gleichstellung von Mann und Frau). Die Beibehaltung kultureller und religiöser Traditionen aus den Heimatländern kann ein Hemmnis für ein sozial angepasstes und den Rechtsnormen unseres Landes entsprechendes Verhalten mancher Ausländer darstellen. Ermittlungserschwernisse bei Tatverdächtigen Ausländern: Ethnische Gruppierungen schotten sich oftmals gegen äußere Einflüsse und Eingriffe, vor allem gegen Justiz und Ordnungsbehörden, ab. Aber auch sprachliche Barrieren erschweren die Ermittlungsarbeit. WOHNSITZ UNBEKANNT Ist der Wohnsitz nicht bekannt, so ist er statistisch als ohne festen Wohnsitz zu bewerten. WIDERSTAND GEGEN DIE STAATSGEWALT Der Summenschlüssel Widerstand gegen die Staatsgewalt beinhaltet folgende Delikte: - Öffentliche Aufforderung zu Straftaten - Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte - Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (ohne Polizeivollzugsbeamte) - Widerstand gegen Gleichstehende (neu 2011) - Gefangenenbefreiung - Gefangenenmeuterei POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
97 WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT Im Summenschlüssel Wirtschaftskriminalität werden die verschiedensten Delikte erfasst. Sie werden von dem polizeilichen Sachbearbeiter als Wirtschaftskriminalität gekennzeichnet. Enthalten sind z. B. Verstöße gegen das Aktiengesetz, das Handelsgesetzbuch, aber auch Delikte zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung sowie Straftaten in Verbindung mit dem Wertpapierhandelsgesetz, den Urheberrechtsbestimmungen und dem Lebensund Arzneimittelgesetz. Werden die Verstöße außerhalb des StGB beschrieben, nennen sie sich strafrechtliche Nebengesetze. 94 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
98 11. ANLAGEN Kriminalitätsentwicklung in Stuttgart auf einen Blick 2015 Deliktsbezeichnung Teil Aufklärungsquote TV-Anteil Nichtdeutsche in % absolut in % absolut in % Vorjahr 2015 Vorjahr STRAFTATEN INSGESAMT , ,3 62,2 54,6 44,9 Straftaten gegen das Leben , ,7 91,9 60,0 46,7 * Mord , ,0 93,3 50,0 63,2 * alle übrigen vorsätzlichen Tötungen , ,7 95,0 61,5 32,0 * Fahrlässige Tötung , ,0 0,0 0,0 0,0 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung , ,8 78,3 54,0 50,0 * Straftat unter Gewaltanwendung , ,8 69,2 50,0 54,8 Vergewaltigung/sexuelle Nötigung , ,5 67,6 45,5 53,0 sonstige sexuelle Nötigung , ,8 68,2 52,0 65,4 * Sonstiger sexueller Missbrauch , ,8 69,6 45,0 32,6 Sexueller Missbrauch von Kindern , ,7 81,1 37,8 25,0 Exhibitionistische Handlungen , ,4 59,2 45,9 38,5 * Ausnutzung sexueller Neigungen , ,8 98,3 64,1 66,4 Ausüben der verbotenen Prostitution , ,0 100,0 95,5 98,2 Zuhälterei , ,0 80,0 100,0 87,5 Verbreitung pornographischer Schriften , ,3 95,6 29,5 22,7 Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit , ,5 84,7 44,2 40,3 * Raub/Räuberische Erpressung , ,4 47,4 58,6 44,5 auf Geldinstitute und Poststellen , ,0 0,0 auf sonstige Zahlstellen und Geschäfte , ,7 40,0 46,2 28,6 auf Geld- und Werttransporte , ,0 --- Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer ,0 100,0 50,0 14,3 Handtaschenraub ,3 6 17,6 23,3 71,4 70,0 Sonstige Raubüberfälle auf Straßen/Wegen , ,2 30,0 56,5 40,4 * Körperverletzung , ,7 86,3 43,8 39,9 Körperverletzung mit Todesfolge , ,0 0,0 Gefährliche und schwere Körperverletzung/Vergiftung , ,9 78,1 48,8 43,4 Misshandlung von Schutzbefohlenen , ,6 100,0 51,6 55,0 (vorsätzliche leichte) Körperverletzung , ,2 89,4 42,8 38,7 Fahrlässige Körperverletzung , ,4 79,3 26,0 26,8 * Straftaten gegen die persönliche Freiheit , ,9 92,2 43,7 42,2 Menschenraub, Kindesentziehung, Entführung , ,0 100,0 54,5 36,4 Freiheitsberaubung, Nötigung, Bedrohung , ,8 92,3 43,4 41,8 davon: Nachstellen , ,7 96,3 40,3 39,0 Menschenhandel sexuelle Ausbeutung , ,0 83,3 80,0 92,9 Menschenhandel Ausnutzen Arbeitskraft Förderung Menschenhandel , ,0 0,0 Diebstahl insgesamt , ,8 31,7 54,6 51,0 von Kraftwagen/Unbefugte Ingebrauchnahme , ,7 46,5 53,6 47,7 von Mopeds und Krafträdern , ,9 16,9 40,0 25,0 von Fahrrädern ,6 84 6,8 7,8 44,0 39,1 von unbaren Zahlungsmitteln , ,2 6,9 68,6 60,8 Einfacher Diebstahl , ,7 36,9 51,4 47,8 Ladendiebstahl , ,7 91,2 53,3 48,7 Taschendiebstahl ,4 94 4,3 3,7 75,7 77,8 Schwerer Diebstahl , ,3 21,0 67,7 67,3 in/aus Dienst-, Büro- und Lagerräumen , ,3 7,7 44,6 44,6 in/aus Gaststätten und Hotels , ,6 18,7 64,1 71,2 in/aus Wohnräumen , ,1 17,6 77,9 76,1 davon: Tageswohnungseinbruch , ,8 20,9 88,6 91,5 in/aus Boden-und Kellerräumen , ,9 5,2 64,7 47,1 an/aus Kraftfahrzeugen , ,3 10,8 64,8 55,1 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
99 Kriminalitätsentwicklung in Stuttgart auf einen Blick 2015 Deliktsbezeichnung Teil Aufklärungsquote TV-Anteil Nichtdeutsche in % absolut in % absolut in % Vorjahr 2015 Vorjahr Vermögens- und Fälschungsdelikte , ,2 86,8 48,9 43,5 * Betrug , ,2 90,7 49,6 43,8 Waren- und Warenkreditbetrug , ,2 83,2 54,0 43,4 Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrug , ,2 100,0 21,4 20,0 Geldkreditbetrug , ,7 95,2 64,7 33,3 Erschleichen von Leistungen , ,5 99,5 48,7 44,1 Betrug mittels rechtswidrig erlangt. unbarer Zahlungsmittel , ,1 48,5 60,9 48,5 Sonstiger Betrug , ,4 78,5 49,5 42,4 Einmietebetrug , ,4 98,1 41,8 46,2 Zechbetrug , ,7 94,8 44,6 25,0 Sonstige weitere Betrugsarten , ,0 77,8 48,5 45,5 * Veruntreuungen , ,6 99,4 28,3 36,8 Untreue , ,0 98,5 15,5 23,0 * Unterschlagung , ,8 41,0 45,1 42,9 Unterschlagung von Kraftfahrzeugen , ,0 93,8 49,1 61,8 * Urkundenfälschung , ,7 92,2 46,4 44,1 * Geld- und Wertzeichenfälschung , ,5 82,5 58,3 56,8 * Insolvenzstraftaten , ,2 100,0 22,9 21,7 Sonstige Straftatbestände gegen das Strafgesetzbuch , ,1 52,4 35,6 33,4 * Erpressung , ,6 81,6 45,3 38,8 * Widerstand gegen Staatsgewalt/öffentliche Ordnung , ,9 90,5 33,9 33,6 Widerstand gegen die Staatsgewalt , ,0 99,4 36,1 37,8 Vortäuschen einer Straftat , ,8 100,0 37,3 31,2 * Begünstigung, Strafvereitelung, Hehlerei , ,6 95,6 60,8 48,4 * Brandstiftung (vorsätzlich und fahrlässig) , ,7 59,5 37,7 36,4 Vorsätzliche Brandstiftung , ,7 30,0 23,1 17,6 * Wettbewerbs-, Korruptions-, und Amtsdelikte , ,0 94,4 13,8 11,4 * Alle sonstigen Straftaten gemäß Strafgesetzbuch , ,4 45,7 33,9 32,0 Verletzung der Unterhaltspflicht , ,0 100,0 33,3 30,0 Beleidigung , ,6 93,0 33,2 31,1 Sachbeschädigung , ,0 18,7 32,2 31,9 davon: Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen , ,7 15,7 37,7 31,5 Straftaten gegen die Umwelt , ,3 56,8 73,6 48,6 Strafrechtliche Nebengesetze , ,1 88,2 73,6 55,7 * Nebengesetze auf Wirtschaftssektor , ,0 90,6 30,0 33,2 * Sonstige strafrechtliche Nebengesetze , ,8 92,6 95,7 86,3 Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz , ,3 93,4 99,6 98,9 Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz , ,4 93,8 30,4 34,8 * Rauschgiftdelikte , ,8 85,7 36,3 36,1 Allgemeine Verstöße gegen BtMG , ,2 87,5 35,1 34,5 Illegaler Handel/Schmuggel von BtM , ,1 74,8 49,8 51,3 Illegale Einfuhr von BtM , ,0 91,7 77,8 94,4 Illegaler Handel/Einfuhr/Anbau/Besitz in nicht geringer Menge , ,2 90,2 38,5 41,1 * Nebengesetze auf Umweltsektor , ,1 64,3 28,6 40,0 96 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
100 Kriminalitätsentwicklung in Stuttgart auf einen Blick Teil -Fortsetzung- Deliktsbezeichnung Aufklärungsquote TV-Anteil Nichtdeutsche in % absolut in % absolut in % Vorjahr 2015 Vorjahr PKS-Summenschlüssel Rauschgiftkriminalität , ,3 85,8 36,3 36,1 Gewaltkriminalität , ,0 71,0 50,2 44,0 Wirtschaftskriminalität , ,6 97,0 25,6 29,7 Computerkriminalität , ,9 60,1 36,6 38,7 Cybercrime , ,0 78,2 30,6 Umweltkriminalität , ,8 65,7 38,0 51,1 Straßenkriminalität , ,8 18,6 47,8 44,8 Straßenraub , ,9 30,1 57,1 42,2 Sachbeschädigung durch Graffiti ,5 79 5,0 9,4 19,7 21,1 Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum , ,6 79,3 39,4 37,2 Wert nicht ermittelt POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
101 Kriminalitätsentwicklung in Stuttgart auf einen Blick Teil absolut in % Häufigkeitszahl (HZ; Straftaten auf Einwohner) Straftaten gesamt ,5 HZ - PKS-Summenschlüssel Rauschgiftkriminalität ,1 Gewaltkriminalität ,6 Wirtschaftskriminalität ,3 Computerkriminalität ,9 Umweltkriminalität ,1 Straßenkriminalität ,4 Straßenraub ,7 Sachbeschädigung durch Graffiti ,8 Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum ,8 Tatverdächtige (absolut) Tatverdächtige insgesamt ,9 U21 ges ,8 Deutsche U ,3 Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ; Tatverdächtige auf Einwohner, jeweils ohne Kinder unter 8 Jahre) TVBZ insgesamt ,0 männlich ,7 U21 ges ,9 Deutsche U ,6 TVBZ - PKS-Summenschlüssel Rauschgiftkriminalität ,6 Gewaltkriminalität ,5 Wirtschaftskriminalität ,3 Computerkriminalität ,2 Umweltkriminalität ,6 Straßenkriminalität ,3 Straßenraub ,2 Sachbeschädigung durch Graffiti ,3 Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum ,9 Opfer Opfer insgesamt ,6 männlich ,4 Schaden in Mio. Euro ,8 Vollendete Schadensfälle insgesamt ,5 bis unter 50 Euro ,3 von 50 Euro bis unter Euro ,5 von Euro und darüber ,4 Opfergefährdungszahl (OGZ) Anzahl Opfer*100000/Einwohner Opfergefährdungszahl (OGZ) POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
102 ANLAGE 1 - HÄUFIGKEITSZAHL 20-JAHRESBETRACHTUNG A u s w i r k u n g e n M I C R O Z E N S U S *) 2004*) **) *) Die Umstellung auf ein neues Landessystem (von der Landesdatenhaltung PAD/MOD auf POLAS BW) hat dazu geführt, dass 2003 nicht sämtliche Fälle erfasst werden konnten. In der Folge fielen die Daten für das Jahr 2003 zu niedrig und die für das Jahr 2004 zu hoch aus. **) Die Ergebnisse des Microzensus 2011 (geringere Einwohnerzahlen) werden erstmals in 2013 berücksichtigt und führen schon dadurch zu höheren Häufigkeitszahlen. ANLAGE 2 - AUFKLÄRUNGSQUOTE 10-JAHRESBETRACHTUNG 64,2 64,6 63,9 64,3 62,7 62,8 63,1 61,9 62,2 61, POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
103 ANLAGE 3 VERTEILUNG AUSGEWÄHLTER DELIKTE STUTTGART-MITTE UND GESAMTES STADTGEBIET Verteilung ausgew ählter Delikte Stuttgart gesamt/stadtbezirk Mitte Tatort: De lik t % von Gesam t Straftaten gesam t ,0 Ladendiebstahl ,3 Straftaten gegen sex. Selbstbestimmung ,8 Mitte Prostitution ,7 Raub/räuberische Erpressung./räub. Angriff ,2 Körperverletzung ,4 Gew altkriminalität ,8 Straßenkriminalität ,5 Straftaten gesam t Ladendiebstahl Straftaten gegen. sex. Selbstbestimmung Stuttgart gesamt Prostitution Raub/räuberische Erpressung / räub. Angriff Körperverletzung Gew altkriminalität Straßenkriminalität ,0 ANLAGE 4 SCHADENSFÄLLE UND SCHADENSSUMMEN Schadensfälle und Schadenssummen (in ) Fälle Summe Fälle Summe Fälle Summe Fälle Summe Schadensfälle gesamt Diebstahl gesamt (einf. und schwerer) Diebesgut davon o von Kraftwagen o von Mopeds und Krafträdern o von Fahrrädern o von unbaren Zahlungsmitteln o in/aus Büro-/Lagerräumen o in/aus Gaststätten/Hotels Tatobjekte o in/aus Warenhäusern/ Verkaufsräumen davon o Ladendiebstahl ohne erschwerende Umstände o in/aus Wohnräumen o in/aus Boden-/Kellerräumen o in/aus Neubauten/Baustellen o in/aus Kraftfahrzeugen bzw. seit 2012 an/aus Kfz o Taschendiebstahl POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
104 ANLAGE 5 SONSTIGE STRAFTATBESTÄNDE 10-JAHRESBETRACHTUNG aufgeklärte Fälle Straftaten (gesamt) ANLAGE 6 STRAFRECHTLICHE NEBENGESETZE 10-JAHRESBETRACHTUNG aufgeklärte Fälle Straftaten (gesamt) POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
105 ANLAGE 7 AGGRESSIONSDELIKTE IM ÖFFENTLICHEN RAUM Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum (einschl. Versuche) Delikt / /2011 absolut in % absolut in % Aggressionsdelikte gesamt , ,6 davon o Mord , ,0 o Totschlag , ,0 o Vergewaltigung / Sex. Nötigung , ,3 o Raub / räuberische Erpressung , ,3 o Körperverletzung mit Todesfolge o Gefährliche und schwere Körperverletzung , ,5 o einfache Körperverletzung , ,6 o Erpresserischer Menschenraub o Geiselnahme o Angriff auf den Luft- und Seeverkehr ANLAGE 8 LANGZEITBETRACHTUNG TATVERDÄCHTIGE-WOHNORT-BEZIEHUNG Jahr Tatverdächtige Langzeitbetrachtung Tatverdächtige Wohnort 72 In Stuttgart In Baden- Württemberg In der BRD Im Ausland Ohne festen Wohnsitz gesamt Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,4 72 Aufgrund von Wohnsitzwechseln einzelner Tatverdächtiger ergibt die Summe der einzelnen Kategorien einen Wert von 102,2 % (2014: 102,4 %). 102 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
106 TRACHTUNG 34,7 34,1 34,7 35,1 34,6 34,9 35,1 34,6 39,5 55,1 65,3 65,9 65,3 64,9 65,4 65,1 64,9 65,4 60,5 44, Deutsche TV U21 Nichtdeutsche TV U21 ANLAGE 10 GEGENÜBERSTELLUNG OPFERANTEILE - BEVÖLKERUNGSANTEILE Altersgruppe Opferanteile nach Altersgruppen (Bezugsgröße: Einwohner bzw. Opfer gesamt) ANLAGE 9 ANTEILE DER DEUTSCHEN UND NICHTDEUTSCHEN TATVERDÄCHTIGEN U21 10 JAHRESBE- Bevölkerungsanteil in % (Stand: ) Opferanteile in % in %-Punkten Gesamt 100,0 100,0 100,0 100,0 2015/ /2006 davon Kinder 12,0 4,7 4,8 6,8-0,2-2,2 Jugendliche 4,8 6,3 5,5 8,9 +0,8-2,6 Heranwachsende 3,3 9,2 9,2 11,5 +0,0-2,3 unter 21 Jahren (gesamt) 18,3 20,1 19,5 27,1 +0,6-7,0 Erwachsene bis 60 Jahre 58,5 75,5 76,0 68,7-0,4 +6,9 Erwachsene über 60 Jahre 23,2 4,3 4,5 4,2-0,2 +0,2 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK
107 ANLAGE 11 OPFERVERTEILUNG NACH DELIKT, ALTER UND GESCHLECHT 2015 Opfer Anteil weiblich in % bezogen auf die jeweilige Altersgruppe (Klammerzahlen = Vorjahreswerte) S t r a f t a t e n gesamt davon männl. weibl. Opfer gesamt U21 Erwachsene (21-60) Erwachsene über 60 Straftaten gesamt ,4 (32,5) 38,5 (23,1) 30,5 (30,4) 37,7 (41,3) Straftaten gegen das Leben ST gg. sex. Selbstbestimmung - Vergewaltigung/sex. Nötigung ,4 (23,1) 0,0 (11,1) 15,8 (20,7) 50,0 (28,6) ,1 (81,3) 84,8 (44,1) 88,1 (86,6) 72,7 (85,7) ,8 (96,3) 100,0 (33,7) 95,2 (98,5) 100,0 (100,0) - sonst. sexuelle Nötigung ,0 (97,7) 100,0 (39,5) 100,0 (96,0) 100,0 (100,0) - Sexueller Mißbrauch ,4 (73,7) 81,6 (49,8) 76,4 (78,0) 62,5 (87,5) - Raub/räub.Erpressung ,8 (25,9) 26,5 (16,4) 28,7 (24,7) 48,1 (55,6) - Handtaschenraub ,3 (90,6) 83,3 (10,3) 100,0 (87,0) 91,7 (100,0) - Körperverletzung ,4 (29,6) 32,9 (22,3) 28,1 (28,1) 35,7 (38,5) - gefährliche/schwere KV ,6 (20,5) 24,0 (24,8) 20,4 (19,6) 35,2 (28,4) - Misshandl. v Schutzbefohl ,1 (42,4) 58,8 (96,0) ,0 (100,0) - (vorsätzliche leichte) KV ,8 (32,4) 35,8 (20,9) 30,6 (30,9) 35,9 (39,2) - fahrlässige KV ,6 (50,3) 62,2 (18,3) 47,2 (49,2) 31,0 (56,0) -Freiheitsberaubung ,6 (57,1) 80,0 (12,5) 60,0 (59,1) 33,3 (33,3) -Nötigung ,4 (40,3) 47,3 (18,9) 40,3 (38,4) 31,7 (31,7) -Bedrohung ,7 (39,2) 37,1 (20,8) 39,4 (37,3) 34,3 (42,0) -Nachstellen ,6 (75,2) 100,0 (11,4) 76,5 (81,1) 75,0 (41,7) Gewaltkriminalität ,4 (24,2) 27,3 (24,1) 23,9 (22,9) 43,1 (40,0) Straßenkriminalität ,2 (23,6) 25,4 (27,9) 22,3 (21,3) 60,0 (52,5) - Straßenraub ,7 (23,2) 20,9 (18,8) 24,6 (21,2) 69,0 (76,2) 104 POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK 2015
108
Beim Diebstahl in/aus Wohnraum ging die Anzahl der erfassten Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 17,6 % (242 Fälle) auf Delikte zurück.
3.5.2 DIEBSTAHL IN/AUS GASTSTÄTTEN/HOTELS Im Berichtsjahr wurden 1.181 Diebstähle in/aus Gaststätten und Hotels registriert. Dies entspricht einem Rückgang um 123 Fälle oder 9,4 %. 304 der Fälle sind dem
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Polizeiliche Kriminalstatistik PolizeiinspektionGifhorn
Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 Die polizeiliche Kriminalstatistik kann kein vollständiges Bild der Kriminalität wiedergeben. In ihr wird nur die polizeilich bekannt gewordene Kriminalität (Hellfeld)
Auswertungsbericht Kriminalität 2012
Auswertungsbericht Kriminalität 2012 ROTMARKIERTE Schrift muß noch korrigiert werden. Landrat des Märkischen Kreises als Kreispolizeibehörde, Direktion Kriminalität / Führungsstelle / Stand: 12.02.2013
PP Bochum Direktion Kriminalität. Stadt Witten. Kriminalstatistik 2013 Bereich: Stadt Witten. Polizei für Bochum Herne Witten
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PP Bochum Direktion Kriminalität. Stadt Bochum. Kriminalstatistik 2012 Bereich: Stadt Bochum. Polizei für Bochum Herne Witten
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Polizeipräsidium Krefeld. Jahresbilanz Kriminalität 2011
Polizeipräsidium Krefeld Jahresbilanz Kriminalität 2011 Aufklärungsquote 100% Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten (2010: 100%) 85% Aufklärungsquote bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nochmaliger
POLIZEIPRÄSIDIUM OBERBAYERN SÜD
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Polizeiliche Kriminalstatistik 2013
(ohne Fallzahlen politisch motivierte Kriminalität) Vorstellung am 02. April 2014 1 Anzahl Fälle PI Lüneburg PD Lüneburg 2012 2013 2012 2013 insgesamt 20.625 20.230 78.758 77.381 Veränderung -395 (-1,92%)
Die Häufigkeitszahl, die angibt wie viele Straftaten rechnerisch auf Einwohner entfallen, stieg 2014 auf (2013: 6.303).
Medieninformation 121/2015 Polizeidirektion Dresden Ihr/-e Ansprechpartner/-in Jana Ulbricht Durchwahl Telefon +49 351 483-2400 Telefax +49 351 483-2281 pressestelle.pd-dresden@ polizei.sachsen.de* Dresden,
Polizeiliche Kriminalstatistik 2015
Eckdatenübersicht zur Entwicklung der Polizeilichen Kriminalstatistik Anzahl erfasste Fälle* Aufklärungsquote 2013 2014 2015 2013 2014 2015 Mecklenburg- Vorpommern PP-Bereich Rostock Hansestadt Rostock
Handout. Handout. Pressekonferenz Vorstellung der Daten zur Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2016 im Land Brandenburg
Handout Pressekonferenz 08.03.2017 Vorstellung der Daten zur Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2016 im Land Brandenburg Eckdaten der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 des Landes Brandenburg
Kriminalitätsentwicklung 2016
bürgerorientiert professionell rechtsstaatlich Kriminalitätsentwicklung 2016 Pressemappe zur Pressekonferenz vom 07.03.2017 www.polizei-rbk.de 3 Herausgeber: Der Landrat als Kreispolizeibehörde Abteilung
Polizeiliche Kriminalstatistik 2016
Polizeiinspektion Lüneburg /Lüchow-Dannenberg / Uelzen (ohne Fallzahlen politisch motivierte Kriminalität) Vorstellung am 16. Februar 2017 Polizeiinspektion Lüneburg /Lüchow-Dannenberg / Uelzen Anzahl
PRESSEMITTEILUNG
STABSSTELLE ÖFFENTLICHKEITSARBEIT PRESSEMITTEILUNG 24.03.2017 Polizeipräsidium Freiburg - Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Freiburg sowie den Landkreis
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Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 - Rückgang der Straftaten, Erhöhung der Aufklärungsquote Der Minister für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, hat die Polizeiliche Kriminalstatistik
PP Bochum Direktion Kriminalität. Polizeipräsidium Bochum. Kriminalstatistik 2013 Bereich: PP Bochum. Polizei für Bochum Herne Witten
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Auswertungsbericht Kriminalität 2011
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Schl.- Straftat/ erfasste darunter mit Schusswaffe... zahl Straftatengruppe Fälle gedroht geschossen gesamt Fälle in % Fälle in %
2.1.4 Schusswaffenverwendung Insgesamt wurden 1 021 Straftaten registriert, bei denen die Täter Schusswaffen verwendeten. Das waren 177 mehr als 2001. In 556 Fällen (54,5 %) wurde mit der Schusswaffe gedroht,
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Jugendkriminalität und Jugendgefährdung. Jahresbericht 2014
Jugendkriminalität und Jugendgefährdung Jahresbericht 2014 Impressum: Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt Lübecker Str. 53 63 39124 Magdeburg Polizeiliche Kriminalprävention Tel.: 0391-250 1217 bzw. 7972
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POLIZEIPRÄSIDIUM FREIBURG
POLIZEIPRÄSIDIUM FREIBURG Zunahme der registrierten Straftaten um 1.191 Fälle (1,6 %) - Zunahme der Aufklärungsquote um 0,8 Prozentpunkte auf 62,0 % Zunahme Straftaten gg. die sexuelle Selbstbestimmung
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Das Wichtigste in Kürze
Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 Polizeidirektion Braunschweig Das Wichtigste in Kürze 73.585 Straftaten in der Region Braunschweig Rückgang um 3,51 % Aufklärungsquote
Ortspolizeibehörde Bremerhaven
Ortspolizeibehörde Bremerhaven www.polizei.bremerhaven.de www.twitter.com/polizeibhv www.facebook.com/polizeibremerhaven Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2015 Fallzahlen und Aufklärungsquoten
